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| Schlacht von Arras (1917) | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Teil von: Erster Weltkrieg | |||||||
| Mark I-Panzer bei Arras | |||||||
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| Konfliktparteien | |||||||
| Befehlshaber | |||||||
| Ludwig von Falkenhausen | Edmund Allenby Henry Horne | ||||||
| Truppenstärke | |||||||
| 12 Infanteriedivisionen | 18 Infanteriedivisionen, 5 Kavalleriedivisionen | ||||||
| Verluste | |||||||
| 100.000 Mann[1] | 150.000 Mann[1] | ||||||
Die Schlacht von Arras (auf deutscher Seite als „Frühjahrsschlacht bei Arras“ bezeichnet) war eine Schlacht an der Westfront des Ersten Weltkriegs, die vom 9. April bis zum 16. Mai 1917 dauerte. Dabei gelang es britischen und kanadischen Truppen, den deutschen Truppen einen strategischen Höhenzug bei Vimy abzunehmen, ohne jedoch einen entscheidenden Erfolg zu erringen. Letzterer Teil der Schlacht ging als Schlacht von Vimy (engl. Battle of Vimy Ridge) in die kanadische Geschichte ein.
Inhaltsverzeichnis |
Auf der Chantilly-Konferenz im November 1916 hatten sich die britischen und französischen Oberbefehlshaber auf eine gemeinsame Strategie für das Jahr 1917 geeinigt. Demnach sollte im Frühjahr 1917 eine erneute Offensive an der Somme stattfinden, gefolgt von einer weiteren Offensive in Flandern. Durch die Ablösung Joffres durch Nivelle als französischer Oberbefehlshaber im Dezember 1916 wurden diese Pläne jedoch hinfällig. Da das Gelände an der Somme für eine Durchbruchsoffensive ungeeignet war, sah Nivelle stattdessen vor, den Hauptangriff am Chemin des Dames zu führen, während die Briten eine Woche vorher bei Arras und am Vimy-Rücken eine Ablenkungsoffensive eröffnen sollten. Bei einem gelungenen Durchbruch sollten sich die Angriffsspitzen der Briten und Franzosen im Hinterland der Deutschen vereinigen. Die Februarrevolution in Russland führte dazu, dass die russischen Truppen nicht wie geplant eine gleichzeitige Offensive starten konnten.
Im Februar und März 1917 führten die deutschen Truppen im Bereich der Somme einen Rückzug auf die Hindenburglinie durch (Unternehmen Alberich). Dieser tangierte die alliierten Planungen nicht sonderlich, da diese gut ausgebaute Stellung genau zwischen den geplanten Angriffspunkten der Briten und Franzosen lag.
Den Angriff bei Arras sollten die britische 1. (Henry Horne) und 3. Armee (Edmund Allenby) der British Expeditionary Force führen, denen zusammen 18 Infanterie- und 5 Kavalleriedivisionen unterstanden. Ihnen gegenüber stand die deutsche 6. Armee unter Ludwig von Falkenhausen. Mehr als 2.800 teils schwere Geschütze und 40 Panzer sollten den Angriff unterstützen. Das vorbereitende Artilleriefeuer sollte eine Woche lang auf einen Sektor von 40 Kilometer Länge gerichtet werden und unter anderem Stacheldrahthindernisse zerstören und deutsche Batterien ausschalten. In dieser Phase wurde auch Giftgas eingesetzt, das die vorderen deutschen Linien dezimieren sollte. Den Angriff auf den Vimy-Rücken sollte danach das neuformierte Kanadische Korps unter Julian Byng führen, das der 1. Armee angehörte. Der Hauptstoß an der Scarpe sollte von der 3. Armee durchgeführt werden. Für den eigentlichen Angriff war ein kurzes Trommelfeuer und danach eine Feuerwalze vor den vorgehenden Truppen vorgesehen. Für die Angriffstruppen wurden Tunnel an die deutschen Stellungen herangetrieben, des Weiteren wurden die deutschen Stellungen teilweise unterminiert und sollten vor dem Angriff gesprengt werden.
Der Angriff wurde auch durch vorbereitende intensive Luftaufklärung unterstützt, die vor allem der genauen Kartographierung der deutschen Grabensysteme und der Artilleriebeobachtung diente. Im März 1917 wurden daher mehrere Jagdstaffeln, darunter die Jasta 11 unter Manfred von Richthofen, in den Sektor von Arras verlegt. Deren Ankunft erhöhte die Verlustrate der britischen Flieger erheblich und führte zum sogenannten „Blutigen April“: Innerhalb eines Monats verlor das Royal Flying Corps 316 von 730 Piloten.[2]
Der Angriffstermin wurde auf den Ostermontag, den 9. April um 05:30 Uhr festgelegt. Schnee und Nebel führten zu diesem Zeitpunkt zu schlechten Sichtverhältnissen. Nachdem der Angriff begonnen hatte, konnten die Briten schnell Raum gewinnen. Die deutschen Truppen wurden zum Teil in ihren Stellungen überrascht. Binnen weniger Stunden waren 9000 Gefangene eingebracht und ein Einbruch von zwei bis fünf Kilometern erzielt. Als größere Hindernisse stellten sich die im Kampfgebiet liegenden Dörfer heraus, in denen sich die Deutschen mit Maschinengewehren verschanzt hatten, während sie sich aus den meisten vorderen Gräben rasch zurückzogen. Besonders erfolgreich war der Angriff der Kanadier auf den Vimy-Rücken, der bereits im ersten Anlauf genommen werden konnte. Weniger erfolgreich war der Flankenangriff bei Bullecourt am 10. April, der an unzerstörten Stacheldrahthindernissen scheiterte. Die weite Entfernung der deutschen Reservedivisionen von der Front bedeutete jedoch, dass diese an den ersten Tagen nicht zum Gegenangriff übergehen konnten, wie vom Prinzip der „elastischen Verteidigung“ vorgesehen. Der deutsche Generalquartiermeister Erich Ludendorff ersetzte deshalb am 11. April den bisherigen Stabschef der 6. Armee durch seinen Defensivspezialisten Oberst Fritz von Loßberg.
Im weiteren Verlauf der Schlacht führten die Deutschen Verstärkungen heran und gingen an einigen Stellen zum Gegenangriff über, während die Briten ihre Artillerie nachzogen und versuchten, ihre Geländegewinne auszubauen. Mittlerweile hatten auch die Franzosen am 16. April ihre Offensive an der Aisne begonnen, die sich aber schnell zu einem Fiasko entwickelte. Die Briten gerieten dadurch unter Druck, ihre Angriffe fortzusetzen, konnten jedoch in der zweiten Phase der Schlacht ab dem 23. April gegen die jetzt besser gestaffelte deutsche Verteidigung nur noch kleinere Erfolge erzielen. Die Offensive endete schließlich, nachdem sich die deutschen Truppen wieder in feste Stellungen eingegraben hatten, in einem strategischen Patt und der Rückkehr zum gewohnten Stellungskrieg.
Die britischen Verluste während der Schlacht beliefen sich auf 150.000 Mann, die deutschen lagen etwas niedriger. Die Schlacht war, gemessen an ihrer kurzen Dauer, eine der verlustreichsten der Briten im Ersten Weltkrieg. Trotz beträchtlicher Gebietsgewinne und der Einnahme eines wichtigen Höhenrückens war die Schlacht, auch wegen des gleichzeitigen französischen Debakels an der Aisne, insgesamt ein Misserfolg, da kein entscheidender Durchbruch erzielt werden konnte. Allenby, der eigentliche Planer der Operation, wurde wenig später an die Palästinafront versetzt. Ebenfalls abgelöst wurde von Falkenhausen, der Generalgouverneur im besetzten Belgien wurde. Beide Seiten lernten wichtige Lektionen, die sie in den folgenden Schlachten von Messines und Flandern anwenden sollten.
1914: Gefecht bei Lagarde | Gefecht bei Haelen | Belagerung von Antwerpen | Grenzschlachten | Schlacht bei Mons | Schlacht von Le Cateau | Schlacht bei St. Quentin | Schlacht an der Marne | Schlacht an der Aisne | Wettlauf zum Meer | Erste Flandernschlacht
1915: Winterschlacht in der Champagne | Zweite Flandernschlacht | Lorettoschlacht | Herbstschlacht in der Champagne und im Artois | Schlacht bei Loos
1916: Schlacht um Verdun | Schlacht an der Somme
1917: Schlacht von Arras | Schlacht an der Aisne | Schlacht von Messines | Dritte Flandernschlacht | Schlacht von Cambrai
1918: Frühjahrsoffensive | Vierte Flandernschlacht | Schlacht im Wald von Belleau | Schlacht an der Marne | Schlacht bei Amiens | Hunderttageoffensive | Schlacht von St. Mihiel | Meuse-Argonne-Offensive