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Das Schloss zu Altenburg ist ein ehemaliges Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Altenburg. Es befindet sich im Zentrum von Altenburg in Thüringen und beherbergt das Schloss- und Spielkartenmuseum, außerdem ist es Veranstaltungsort für eine Vielzahl kultureller Ereignisse. Das Schloss ist Originalschauplatz des Altenburger Prinzenraubes von 1455.
Inhaltsverzeichnis |
Die Burg entstand auf einem Porphyrfelsen, damals noch außerhalb der Stadtgrenzen. Vorher befand sich auf dem Platz eine ehemalige slawische Wallanlage. Unter Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) stieg die Anlage im 12. Jahrhundert zur Kaiserpfalz auf. Im Jahr 1307 übernahmen dann die Wettiner die Herrschaft in Altenburg. Aufsehen erregte 1455 die Entführung der Prinzen Ernst und Albrecht durch den Ritter Kunz von Kaufungen (Altenburger Prinzenraub). Im 17. Jahrhundert wurde Altenburg zur Residenz der Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg. Zwischen 1706–1744 wurde die Burg durch die Herzöge Friedrich II. und Friedrich III. zum Schloss ausgebaut. Im Jahr 1868 kam es zu einem schweren Brand auf dem Schloss, dabei brannten das Prinzenpalais und das Kornhaus aus. Zudem kamen 6 Feuerwehrleute ums Leben.
Das Schloss wurde seit Ende 1918 von der Stadt Altenburg genutzt, am 10. April 1943 wurde es vom ehemaligen Herzog Ernst II. auch formal der Stadt übereignet.
Im Corps de Logis befinden sich neben den prächtigen Residenzräumen auch der Bachsaal, der barocke Festsaal und der klassizistische Goldsaal. Der barocke Bau ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht wie sonst üblich das zentrale Gebäude des Schlosskomplexes, sondern stellt den westlichen Teil des Schlosses dar. Auf dem Dach über dem Haupteingang sollte noch ein prunkvoller Turm entstehen, der jedoch nie realisiert wurde. Auf einigen Gemälden und Zeichnungen wurde dieser aber schon abgebildet.
Der Festsaal ist ein rund 8 Meter hoher zweistöckiger Raum, der zwischen 1730 und 1745 entstand. Nach einem Brand wurde der Saal 1865 wiedererrichtet. Den Saal prägend sind die Marmorsäulen, über denen sich die Empore befindet. Zudem schmückt ein großes Deckengemälde mit der Abbildung der mythischen Figuren Amor und Psyche den Saal.
Der Kirchensaal, auch Bachsaal genannt, wurde nach einem Brand 1905–1906 nach einem Entwurf Bodo Ebhardts in Neorenaissanceformen wiederhergestellt.
Das Prinzenpalais und das Hofmarschallamt wurden zwischen 1868 und 1871 errichtet, nachdem ein großer Brand die vorher stehenden Gebäude zerstört hatte. Für den Bau war der Altenburger Baurat Julius-Robert Enger verantwortlich. Das Hofmarschallamt, das an der Stelle des ehemaligen spätgotischen Kornhauses steht, ist ein palaisartiges Gebäude im Stil der Neorenaissance. Im Prinzenpalais befanden sich im 19. und 20. Jahrhundert die Wohnungen der Mitglieder der herzoglichen Familie.
Die Schlosskirche St. Georg wurde 1404–1414 von den neuen wettinischen Herren im gotischen Stil gebaut. Durch einen Brand im Jahre 1444 stürzte das Kirchengewölbe ein und wurde im spätgotischen Stil als Kreuzrippengewölbe wieder aufgebaut. Da sich das Schloss auf einem Felsen erhebt befindet ist die Kirche auf einem Altan erbaut.
Im Nordschiff befindet sich eine Seccomalerei aus dem Jahre 1488 und zeigt Christus vor Pontius Pilatus. Das Chorgestühl stammt aus der Zeit um 1500 und befindet sich beidseitig des Chores. Die mit zahlreichen Figuren versehene Kanzel von 1595 befindet sich im Scheitel zwischen Chor und nördlichem Nebenschiff. Die Kirche erhielt in den Jahren 1644 bis 1649 einige barocke Neuausstattungen von Christoph Richter, so der zweistöckige Altar, die Betstühle, Emporen und die Fürstenloge.
Die Kirche ist seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Grabstätte für die herzogliche Familie, diese Fürstengruft befindet sich im Nordschiff. Außerdem befindet sich das Grab der Kurfürstin Margaretha von Sachsen, Tochter des Erzherzogs Ernst I. von Österreich und Mutter der Prinzen Ernst und Albrecht, aus dem Jahr 1486 vor den Altarstufen. Die Kurfürstin besaß die Münzstätte und das Münzrecht in Colditz.
Auf der 1735 bis 1739 von Heinrich Gottfried Trost erbauten Orgel spielten unter anderem Johann Sebastian Bach und Johann Ludwig Krebs. Ihre Disposition lautet wie folgt:
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Der Hausmannsturm, im 12. Jahrhundert gebaut, ist einer von zwei erhaltenen Türmen der ursprünglich sieben Türme. Er ist mit 32 m das höchste Bauwerk der Schlossanlage. Der Mantelturm besaß ursprünglich nur einen Zinnenkranz und das rote Ziegelmauerwerk war nicht mit weißer Kalkschlämme überdeckt. Wann genau er seine heutige Dachhaube bekam ist unbekannt. Im Inneren gibt es keine Etagen, sondern nur einen stufenlosen Wendelgang, der zum Turmzimmer führt. Dies erleichterte den Transport von Kanonen.
Die sogenannte Flasche ist ein Bergfried im romanischen Baustil, er wurde im Jahr 1000 gebaut. Der Turm besitzt abschnittsweise bis zu 4 Meter dicke Mauern und diente über die Jahrhunderte verschiedenen Aufgaben. So zum Beispiel als Wohnturm, Verlies, Kornspeicher oder zur Lagerung von Waffen. 1561 erhielt der Turm sein spitzes Schieferdach.
Die Junkerei wurde als Pferdestall im 16. Jahrhundert erbaut. Erst später wohnten in dem Gebäude die Pagen und Junker. Die Josephterrasse befindet sich an der stadtwärtigen Seite. Die Junkerei wurde 1987 durch einen Brand fast komplett zerstört. Lediglich die Außenwände blieben bestehen. Erst nach der Wende wurde die Junkerei wieder aufgebaut. Heute hat hier das Thüringische Staatsarchiv Altenburg seinen Sitz.
In der Zeit der Renaissance gebaut, bildete es bis 1640 den einzigen Zugang zur Burg.
Das Waschhaus, das direkt an der Flasche angrenzt, wurde 1864 gebaut. Das Gebäude im neogotischen Stil ersetzte dabei sein Vorgängerbau. Im Innern befindet sich eine Zisterne, die vor allem für die Wasserversorgung des Schlosses zuständig war. Zurzeit wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt.
Die erste öffentliche Ausstellung gab es bereits 1919. Gezeigt wurde die ehemalige herzogliche Rüst- und Antiquitätenkammer. Vier Jahre später kam dann noch das Spielkartenmuseum dazu. Die so genannte Skatheimat begann ihre Ausstellung mit Spenden der Altenburger Spielkartenfabrik, die dem Museum Spielkarten, Druckformen und Werkzeuge überließ. Die Gestaltung des Raumes der Skatheimat wurde von Otto Pech vorgenommen. Bis zum Beginn des Krieges war die Sammlung auf 6.000 Exponate angewachsen. Die Sammlung bestand aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Spielkarten aus aller Welt. 1946 wurde dann so gut wie alles aus dem Schloss nach Russland abtransportiert. Viele Museumsstücke sind bis heute spurlos verschwunden. Mit der Zeit füllte sich der Bestand im Museum wieder, so dass sich heute im Museum eine große Anzahl von Spielkarten aus verschiedenen Jahrhunderten befindet. Des Weiteren befinden sich in den Dauerausstellungen eine Porzellansammlung von Bernhard von Lindenau, Kunsthandwerk und Mobiliar des 17./18. Jahrhunderts, sakrale Plastik, eine militärhistorische Sammlung, eine Uhrensammlung und bäuerliches Kulturgut. Zudem werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt.
50.988458888912.4394630556Koordinaten: 50° 59′ 18″ N, 12° 26′ 22″ O