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Schmackostern – in Norddeutschland auch Stiepern genannt – ist ein Element von Frühlingsfeiern, in diesem Fall besonders zu Ostern.
Dieser Brauch, insbesondere junge Frauen im Zuge von Frühlingsfeiern mit der Lebensrute zu schlagen, ist speziell in Mittel- und Ostdeutschland sowie Schlesien ein Ritual des Osterfests. Er stammt vielleicht aus vorchristlicher Zeit. Zumindest ist es analog zu Fruchtbarkeitsritualen zu verstehen, mit denen das Wiedererwachen der Natur nach dem Winter gefeiert wird.
Bezeichnenderweise wird er in Thomas Manns Erzählung Die Betrogene geschildert, wo das Thema Frühling und Fruchtbarkeit aber mit dem Tod eng verflochten ist.
Ähnliche Bräuche sind auch etwa aus der römischen Antike überliefert (vgl. Faunus).
Üblicherweise wurde das Schmackostern am 2. Ostertag praktiziert. Zur Vorbereitung hatte man lange vor Ostern in der warmen Stube lange dünne Wacholderzweige ("Kaddickhusch", beim Schmackostern) oder Birkenreiser (beim Stiepern) zum Grünen gebracht. Mit diesen Ruten zog man frühmorgens von Haus zu Haus und teilte an die einzelnen Hausgenossen leichte Streiche aus. Nach Möglichkeit schlich man sich zu den noch Schlafenden, hob die Bettdecke hoch und teilte die Hiebe auf den nackten Po. So suchten die Kinder speziell ihre Eltern heim und die jungen Männer die jungen Mädchen.
Für das Schlagen mit der Lebensrute existieren verschiedenste regionale Bezeichnungen wie z.B. fitzeln, frischschlagen, fudeln, fuen, futteln, gesundschlagen, kindeln, pißnen, schapen, schapruatn, zempern.
Die regional variierende Praxis des Schmackosterns geht einher mit einer gewissen Vielfalt der sogenannten “Heischesprüche”, die dazu aufgesagt wurden. Beispiele sind:
Indessen mussten sich die Peiniger beeilen, denn: Waren die Leute erst einmal aufgestanden, entwanden sie die Ruten und schlugen nun ihrerseits auf die Eindringlinge ein.