Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Schutzstaffel

Dieser Artikel behandelt die Schutzstaffel der NSDAP, zur gleichnamigen Fliegereinheit im Ersten Weltkriegs (Schutzstaffel/Schusta) siehe LuftstreitkrÀfte (Deutsches Kaiserreich). Siehe auch SS (BegriffsklÀrung).

Die Schutzstaffel der NSDAP (AbkĂŒrzung SS) wurde am 4. April 1925 als Saalschutz der NSDAP von Adolf Hitler gegrĂŒndet. Ihr Sitz war zuletzt im SS-Hauptamt, Prinz-Albrecht-Straße (heute: Niederkirchnerstraße), in Berlin-Kreuzberg.

Sie unterstand ab dem Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA), ĂŒbte ab 1930 zugleich aber den parteiinternen „Polizeidienst“ aus. Nach den Röhm-Morden am 30. Juni 1934, bei denen die FĂŒhrung der SA liquidiert wurde, wurde sie zu einer eigenstĂ€ndigen Organisation der NSDAP erhoben, erlangte im Dritten Reich die Kontrolle ĂŒber das Polizeiwesen und ĂŒbernahm ĂŒber den Aufbau paramilitĂ€rischer VerbĂ€nde eine militĂ€rische Funktion neben der Wehrmacht. Sie war ab 1934 fĂŒr den Betrieb der Konzentrationslager verantwortlich. Kennzeichnend fĂŒr die SS war die Verzahnung staatlicher Funktionen und Institutionen mit Parteistrukturen. In der Zeit des Nationalsozialismus war die SS das wichtigste Terror- und UnterdrĂŒckungsorgan im Deutschen Reich. Die SS war maßgeblich an der Planung und DurchfĂŒhrung von Kriegsverbrechen und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie dem Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten.

Emblem der SS

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Stabswache und Stoßtrupp Adolf Hitler

VorlĂ€uferorganisation der SS war der Stoßtrupp Adolf Hitler. Im Mai 1923 wurde auf Anordnung Adolf Hitlers ein Saal-Schutz der NSDAP gebildet. Dieser setzte sich ursprĂŒnglich aus den zwei SA-Angehörigen Julius Schreck und Joseph Berchtold sowie einigen Angehörigen des MĂŒnchener Infanterie-Regimentes 19 zusammen. Mitte 1923 wurde dann, nachdem sich Hermann Ehrhardt mit Ernst Röhm und Adolf Hitler ĂŒberworfen hatte, dieser Saal-Schutz aufgelöst und nun aus zwölf SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet. Er sollte speziell Adolf Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schĂŒtzen. Der Gruppe standen die zwei ehemaligen Angehörigen der Stabswache, Julius Schreck und Josef Berchtold, vor. Die weiteren Mitglieder waren Ulrich Graf, Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und Walter Buch sowie Karl Fiehler. Nach dem missglĂŒckten Hitler-Ludendorff-Putsch (8./9. November 1923) wurde dieser mit der NSDAP verboten und aufgelöst.

Aufstellung der SS

Am 1. April 1925 erhielt Julius Schreck den Auftrag Hitlers, eine neue Einheit zu bilden, die den Saalschutz der NSDAP-Veranstaltungen ĂŒbernehmen sollte. Bereits am 4. April wurde aus acht Angehörigen des ehemaligen „Stoßtrupps Adolf Hitler“ diese neue Einheit gebildet, die rasch ausgebaut und auf weitere Orte des Deutschen Reiches ausgedehnt wurde. Über verschiedene Namensstufen wie Saal-Schutz, Schutzkommando und Sturmstaffel[1] wurde schließlich am 9. November des gleichen Jahres auf dem NSDAP-Reichsparteitag der Name Schutzstaffel offiziell eingefĂŒhrt. Diesen Namen schlug der damalige SA-FĂŒhrer Hermann Göring in Anlehnung an eine Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens im November vor. Schreck wurde nun als „Oberleiter“ Kommandant der SS. Ihm gelang es jedoch nicht, die SS zu etablieren. KonkurrenzkĂ€mpfe mit selbsternannten anderen SS-Einheiten und mangelnde UnterstĂŒtzung durch die SA fĂŒhrten zu seiner Entlassung 1926 durch Hitler und zur Ernennung Joseph Berchtolds.

Diesem gelang es, die SS spĂŒrbar zu vergrĂ¶ĂŸern und aufzuwerten: Bis zum Reichsparteitag 1926 gelang es ihm, 75 Staffeln mit insgesamt etwa 1.000 Angehörigen aufzustellen, aus Anerkennung dafĂŒr betraute Hitler die SS am 9. November 1926 mit der Betreuung der sogenannten „Blutfahne“.[2]

Die SA, die bis dato den jeweiligen Gauleitern unterstanden hatte, wurde im September 1926 Franz von Pfeffer als Oberstem SA-FĂŒhrer unterstellt, der im Gegenzug fĂŒr die Aufgabe seiner vorherigen Stellung als Gauleiter die Unterstellung sĂ€mtlicher NS-KampfverbĂ€nde, also auch die Hitlerjugend und die SS, verlangte und bekam.[3]

Unzufrieden mit seinem so verringerten Handlungsspielraum trat Joseph Berchtold 1927 als ReichsfĂŒhrer-SS zurĂŒck. Berchtolds Nachfolger wurde Erhard Heiden, der ein 27-jĂ€hriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter ernannte: Heinrich Himmler. Heiden, unter dem die SS stagnierte - sogar ĂŒber ihre Abschaffung war nachgedacht worden - trat am 5. Januar 1929 aus bislang ungeklĂ€rten GrĂŒnden als ReichsfĂŒhrer-SS zurĂŒck.[4] Heiden wĂŒnschte nun am 22. Januar 1929 seine komplette Streichung aus allen SS-Mitglieder- und Organisationslisten und wandte sich wieder der SA zu. Sein Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Heinrich Himmler, der dieses damals noch nachrangige Amt jedoch noch neben seiner Aufgabe als stellvertretender Reichspropagandaleiter ausĂŒbte.

Die Aufgaben der Organisation beschrieb Hitler in einem FĂŒhrerbefehl vom 7. November 1930 wie folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunĂ€chst die AusĂŒbung des Polizeidienstes innerhalb der Partei.“

Das Symbol der Schutzstaffel bildete sich 1930 aus zwei nebeneinander liegenden, blitzĂ€hnlichen weißen Sig-Runen im schwarzen Feld.

NĂ€he und beginnende Konkurrenz zur SA

Die SS wies bis zum zum Röhm-Putsch 1934 eine große organisatorische und personelle NĂ€he zur SA auf.[5] Anders als ihr spĂ€terer elitĂ€rer Habitus vermuten ließ, unterschied sie sich in Auftreten und brutaler Straßengewalt lange nur insofern von der SA, als ihre Mitglieder noch gewalttĂ€tiger auftraten und proportional hĂ€ufiger mit dem Gesetz in Konflikt gerieten.[6]

Die SA selbst diente als wichtigstes Rekrutierungsreservoir der SS und förderte nach der Ernennung Heinrich Himmlers zum ReichsfĂŒhrer der SS 1929 anfangs noch deren Aufstieg. Der Oberste SA-FĂŒhrer Franz von Pfeffer ordnete an, dass die neugegrĂŒndeten Staffeln der SS mit jeweils fĂŒnf bis zehn ĂŒberstellten SA-MĂ€nnern aufzufĂŒllen seien.[7], nach kurzer Zeit bestand die SS deutschlandweit. Ernst Röhm beschrĂ€nkte 1931 die SollstĂ€rke der SS auf zehn Prozent der Sturmabteilung. Da die StĂ€rke der SS zu diesem Zeitpunkt etwa 4.000 Mann betrug, (die SA verfĂŒgte dagegen ĂŒber 88.000 Angehörige) war diese BeschrĂ€nkung in der RealitĂ€t ein ehrgeiziger "Wachstumsplan" [8], um ihn zu erfĂŒllen ordnete Röhm an, jede neugegrĂŒndete SS-Staffel mit 50% ihres Sollbestandes aus der SA aufzufĂŒllen. Weitere freiwillige Übertritte von der SA zur SS ĂŒber dieses Soll hinaus blieben möglich. Der Druck der obersten SA-FĂŒhrung und Heinrich Himmlers auf Einheiten der SA, die SS massiv auszubauen, fĂŒhrte zu ersten Streitereien und Konflikten zwischen SS und SA, die um die besten MĂ€nner konkurrierten[9].

Obwohl die NSDAP öffentlich vor allem durch die SA geprĂ€gt wurde, der die SS weiterhin unterstellt war, blieb das gegenseitige VerhĂ€ltnis von SA und SS nicht ungetrĂŒbt. Insbesondere in Berlin und in Ostdeutschland zeigten Teile der SA um Walter Stennes gegenĂŒber der ParteifĂŒhrung um Adolf Hitler und dem Gauleiter von Berlin, Joseph Goebbels, eine EigenstĂ€ndigkeit, die an AufsĂ€ssigkeit grenzte und wiederholt zu teils gewalttĂ€tigen, teils nur mit MĂŒhe friedlich zu bewĂ€ltigenden Auseinandersetzungen fĂŒhrte. Im sogenannten Stennes-Putsch von Teilen der Berliner SA wurde sogar die Parteizentrale der NSDAP gewaltsam von SA-MĂ€nnern besetzt und die - auf Anforderung von Goebbels dort aufgezogenen - SS-Wachen verprĂŒgelt.

Dagegen stand die SS loyal zu Adolf Hitler, der das positiv vermerkte. Durch die so begrĂŒndete "besondere Beziehung" Hitlers zur Schutzstaffel wurde diese zu einem "erntzunehmendem Machtfaktor" innerhalb der NS-Bewegung.[10] In einem Dankesbrief an den am Konflikt auf Seiten der Berliner SS maßgeblich beteiligten Kurt Daluege gebrauchte Hitler die Worte: "SS-Mann, Deine Ehre heißt Treue !"; Worte, die, nachdem Himmler von ihnen erfahren hatte, abgewandelt zum Motto der SS wurden und bereits 1931 (Meine Ehre heißt Treue) auf den GĂŒrtelschnallen der SS-Uniformen festgehalten wurden.[11]

Erringung einer zentralen Machtstellung

GrĂŒndung des SD

SS-Fliegersturm Hamburg bei einer „Ehrenwache“, 1933

1931 begann Heinrich Himmler mit dem Aufbau eines SS-eigenen Nachrichtendienstes, der die Aufgabe der SS als eine Art Polizei innerhalb der NSDAP unterstĂŒtzen sollte.

FederfĂŒhrend dabei war sein engster Mitarbeiter Reinhard Heydrich, der den SD ab 1932 auch leitete.

Verschmelzung mit der Polizei in Bayern

Nach der Machtergreifung griff die SS unter Heinrich Himmler und dessen engstem Mitarbeiter Reinhard Heydrich nach polizeilichen Vollmachten. In Bayern verband die von beiden aufgebaute Bayerische Politische Polizei institutionell staatliche PolizeikrÀfte mit dem Nachrichtendienst der SS, dem SD, dieses Modell wurde spÀter auf das Gesamtreich ausgedehnt und Grundlage der Machtstellung der SS.

Mit der SA, die nach der Machtergreifung verschiedene PolizeiprĂ€sidenten stellte, konkurrierte die SS reichsweit nun auch um die polizeiliche Macht. Gleichfalls waren viele Konzentrationslager in den HĂ€nden der SA, die diese nach eigenem Belieben und teilweise chaotisch verwaltete, wĂ€hrend die SS das von ihr gegrĂŒndete KZ Dachau sicher nicht humaner, aber regelhafter betrieb und ein Interesse hatte, weitere Konzentrationslager in ihre Gewalt zu bekommen.

Röhm-Putsch als Stufe beim Aufstieg der SS

Entscheidend fĂŒr den weiteren Aufstieg der SS unter Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich war ihre Rolle innerhalb des sogenannten Röhm-Putsches. Bereits am 20. April 1934 war Heinrich Himmler mit Blick auf einen kommenden Konflikt mit der SA auch zum Inspekteur der preußischen Gestapo (und damit zu ihrem faktischen Leiter) ernannt worden, eine grundsĂ€tzliche Entscheidung, die nach dem Röhm-Putsch dauerhaft beibehalten wurde. Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 ermordeten Teile der bewaffneten SS-VerbĂ€nde, namentlich die erste und zweite SchĂŒtzenkompanie der Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der Dachauer SS-Wachsturmbann „Oberbayern“, unter der Leitung von SD-Offizieren unter dem Vorwand eines vermeintlichen Putsches die FĂŒhrung der konkurrierenden SA. Auch Konservative, andere politische Gegner und Unbeteiligte waren unter den Todesopfern. FĂŒr die SS zahlte sich ihr Handeln institutionell aus. Am 20. Juli 1934 koppelte Hitler die SS von der SA ab: „Im Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbstĂ€ndigen Organisation im Rahmen der NSDAP.“

Am 23. August 1934 wurde Heinrich Himmler mit der Verleihung der Dienststellung eines „Reichsleiters SS“ Hitler persönlich unterstellt. Damit war die SS, vertreten durch Himmler, nur noch Hitler verantwortlich.

Ausbau der gewonnenen Machtstellung

Mit der Ernennung von Theodor Eicke, der nach der Entmachtung der SA der erste reichsweite Inspekteur der Konzentrationslager wurde, rundete die SS ihre Kontrolle ĂŒber die Konzentrationslager ab.

Ab 1934 stellte die SS mit der SS-VerfĂŒgungstruppe und den SS-TotenkopfverbĂ€nden eigene militĂ€risch ausgebildete VerbĂ€nde auf, mit denen die SS das militĂ€rische Monopol der Reichswehr aushöhlte.

1936 wurde Himmler durch den Erlass ĂŒber die Einsetzung eines Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern in den Rang eines StaatssekretĂ€rs erhoben und damit den Befehlshabern der TeilstreitkrĂ€fte der Wehrmacht gleichgestellt. Nominell war er dem Reichsinnenminister Wilhelm Frick nachgeordnet, faktisch fĂŒhrte die SS die deutsche Polizei eigenstĂ€ndig. Mit dem Aufbau der Sicherheitspolizei und des spĂ€teren Reichssicherheitshauptamtes und der Unterstellung der Ordnungspolizei sowie dem Ausbau der SS-eigenen militĂ€rischen VerbĂ€nde wurde die besondere Stellung der SS im Nationalsozialismus konsolidiert.

Ihre Verschmelzung von Parteistrukturen mit Strukturen des Staates, die ein zentrales Element des NS-Systems darstellt, prĂ€gte das Dritte Reich von nun an entscheidend. Die SS war innerhalb der auseinanderdriftenden NS-Polykratie, die von der Zerfaserung staatlicher Macht zugunsten von Parteistrukturen und Hitler persönlich verantwortlichen Einzelpersonen wie Reichskommissaren oder Gauleitern geprĂ€gt war, ein Element der Zentralisierung, das in direkte Konkurrenz zu Partei und Staat treten konnte. Obgleich eine Untergliederung der NSDAP, stand sie in Wirklichkeit in einer gewissen Konkurrenz zur Partei, da sie sich unter Himmlers FĂŒhrung bewusst als anfĂŒhrende Elite des NS sah.

Als Heinrich Himmler 1943 auch Nachfolger des Reichsinnenministers Wilhelm Frick wurde, wurde offiziell deutlich, dass das staatliche Reichsinnenministerium eher in die SS integriert wurde als die SS in die normale Exekutive des Staates.

Kriegshandlungen und beginnender Vernichtungskrieg

Anschluss Österreichs und Besetzung der Tschechoslowakei

Am 12. MĂ€rz 1938 nahmen auch Truppenteile der SS-VerfĂŒgungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht in Österreich teil. In Wien wurde die SS-Standarte Der FĂŒhrer gebildet.

Im Oktober 1938 nahm die SS-VerfĂŒgungstruppe auch an der Besetzung des Sudetenlands teil, das die Tschechoslowakei nach dem ihr Ende September aufgezwungenen MĂŒnchner Abkommen an das Deutsche Reich abzutreten hatte. Im MĂ€rz 1939 wurde die so genannte „Rest-Tschechei“ besetzt und als Protektorat Böhmen und MĂ€hren organisiert. Die SS wurde mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich, wurde spĂ€ter stellvertretender Reichsprotektor des besetzten Gebietes. 1942 fiel er einem Attentat zum Opfer, woraufhin die NS-FĂŒhrung als „Vergeltung“ die Bewohner des Ortes Lidice töten ließ.

Zusammenfassung zur Waffen-SS

Im Herbst 1939 wurden die Leibstandarte, die VerfĂŒgungstruppe und die TotenkopfverbĂ€nde langsam zur Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als ReichsfĂŒhrer-SS seine Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen Fronten die inneren und Ă€ußeren Feinde des NS-Staates bekĂ€mpfen sollte. Trotz allen Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es eine einheitliche Ausbildung der FĂŒhrungskrĂ€fte in den beiden SS-Junkerschulen in Bad Tölz und Braunschweig. Die militĂ€rische und ideologische Schulung unterschied nicht, ob die FĂŒhrungskrĂ€fte in der SS-Verwaltung, an der militĂ€rischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden sollten.

Der erste Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Überfall auf Polen 1939. Die Wehrmacht befĂŒrchtete eine zunehmende Konkurrenz durch die SS-VerfĂŒgungstruppe, konnte aber die Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der FĂŒhrer, Totenkopf und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-VerfĂŒgungsdivision nicht verhindern. Die kĂ€mpfenden SS-VerbĂ€nde dieser SS-VT-Division unterstanden weiterhin dem Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt, d. h. die SS-VT-Division kĂ€mpfte nicht als einheitlicher Verband.

Beim Angriff auf Frankreich verfĂŒgte die inzwischen gegrĂŒndete Waffen-SS bereits ĂŒber drei Divisionen (Das Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH. Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer den WehrmachtverbĂ€nden in der Regel ĂŒberlegenen AusrĂŒstung, wurden diese Eliteeinheiten oft an den gefĂ€hrlichsten Einsatzorten verwendet. Auch im Frankreichfeldzug wurden von SS-VerbĂ€nden zahlreiche Kriegsverbrechen verĂŒbt. Massaker an Hunderten sich ergebender Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind dokumentiert, ebenso „Vergeltungsmaßnahmen“ fĂŒr Aktionen der „RĂ©sistance“. Am 10. Juni 1944, kurz nach der Landung der Alliierten in der Normandie (siehe Operation Overlord), haben Angehörige der SS-Division „Das Reich“ beispielsweise bei Limoges das Massaker von Oradour begangen, bevor sie selbst in Nordfrankreich umkamen.

Ab 1943 beteiligten sich insbesondere die PanzerverbĂ€nde der SS am Kampf im Osten, so z. B. in der Orel-Kursk-Schlacht im Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943 wurden auch wehrpflichtige Deutsche und MĂ€nner aus Nordwesteuropa in die SS-VT-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu kĂ€mpfen, spĂ€ter wurden auch SS-Einheiten aus anderen LĂ€ndern wie z. B. Albanien aufgestellt. Nichtdeutsche SS-Einheiten hatten allerdings einen gemischten Wert, so zerfiel die albanische SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor ihrem ersten Kampfeinsatz, wĂ€hrend Angehörige der SS-Division Charlemagne 1945 zu den letzten Verteidigern Berlins gehörten.

Einsatzgruppen

Weitere SS-VerbĂ€nde kamen im Polenfeldzug als sogenannte Einsatzgruppen hinter der Front bei „SĂ€uberungsaktionen“ zum Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden und Angehörigen der polnischen Intelligenz. GemĂ€ĂŸ den Richtlinien zu Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen rĂŒckten die SS-VerbĂ€nde unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus rassenideologischen GrĂŒnden verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl an einem bestimmten Platz versammeln und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht und ermordet. Wehrmachtsoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone (die der SS unterstanden) fĂŒhrten Massenexekutionen durch.

Die mobilen Einsatzgruppen spielten bei der Vernichtung der Juden Osteuropas eine sehr große Rolle.

Kriegsverbrechen, Holocaust und Völkermord

Der KZ-Arzt Fritz Klein in einem Massengrab im KZ Bergen-Belsen nach dessen Befreiung im April 1945

Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs verĂŒbten die vom Reichssicherheitshauptamt aufgebauten und gefĂŒhrten Einsatzgruppen unter Einbezug von Einheiten der Waffen-SS und der Ordnungspolizei und auch in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht und einheimischen Hilfstruppen zahllose Kriegsverbrechen wie Massenexekutionen von Zivilisten in Vernichtungskrieg und Holocaust, Folterung und Ermordung von Kriegsgefangenen und die Vertreibung zahlreicher Menschen aus besetzten Gebieten im Gefolge ethnischer SĂ€uberungen.

Die SS war dabei sowohl treibender Faktor als auch Werkzeug im Holocaust und anderen Verbrechen wie z. B. dem Porajmos, die ein ethnisch gesĂ€ubertes Osteuropa fĂŒr die Zeit nach dem Endsieg des NS vorbereiten sollten.

Durch Ernennung von SS-und PolizeifĂŒhrern (SSPF) mit eigenem Stab, EinsatzkrĂ€ften und im Bedarfsfall weiterem Zugriff auf SS-Machtmittel festigte die SS ihre Position hinter der Front und in den zivil verwalteten besetzten Gebieten. Als „Gesandte“ Himmlers beaufsichtigten, exekutierten und intensivierten die SSPF die von der SS betriebene Besatzungs- und Ausrottungspolitik.

Neben dem mobilen Massenmord durch Massenerschießungen betrieb die SS auch Vernichtungslager wie das KZ Auschwitz, in denen die Mehrzahl der Opfer des Holocausts ums Leben kam. Die Verwaltung dieser Vernichtungslager erfolgte ĂŒber das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt mit der Inspektion der Konzentrationslager (IKL). Die Bewachung und die AusĂŒbung der lagerinternen Polizeigewalt und Vernichtungspraxis wurden von den SS-Totenkopf-Wach-Einheiten direkt und in der Regel alleinverantwortlich durchgefĂŒhrt. Die SS war damit verantwortlich fĂŒr die industrielle Ermordung von Millionen Menschen.

Auflösung und Verbot der SS

Bis Kriegsende kĂ€mpften SS-VerbĂ€nde oft erbittert gegen die vorrĂŒckenden Alliierten und setzten insbesondere die Ermordung von Juden fort, solange sie dazu noch im Stande waren (vgl. TodesmĂ€rsche von KZ-HĂ€ftlingen). In zahlreichen FĂ€llen besorgten SS-Angehörige sich Uniformen der Wehrmacht, um von den Alliierten nicht als der SS zugehörig erkannt zu werden. Heinrich Himmler selbst wurde in der Uniform eines Unteroffiziers der Geheimen Feldpolizei von den Briten verhaftet und beging, nachdem er erkannt worden war, Selbstmord.

Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, die alle unter deutschem Oberbefehl stehenden VerbĂ€nde einbezog, ordneten die Alliierten mit der Direktive 2 des Kontrollrates vom 10. September 1945 die Auflösung an. Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 wurden die SS und ihre Neben- und Ersatzorganisationen auch förmlich aufgelöst sowie die NeugrĂŒndung verboten.

Nach 1945 – Alliierte Gerichtsbarkeit, Fluchtbewegungen und Nachkriegszeit

NĂŒrnberger Prozess und Folgeprozesse

Im NĂŒrnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1946 wurde sie als „verbrecherische Organisation“ eingestuft. Diese Bewertung betraf die gesamte SS, einschließlich der Waffen-SS, der SS-TotenkopfverbĂ€nde und des SD mit Ausnahme der sogenannten Reiter-SS und des SS-eigenen Vereins Lebensborn. Verteidiger der SS war Horst Pelckmann.

Im Anschluss kam es zu einer Reihe von Prozessen, die sich mit Einzelaspekten der Taten der SS beschĂ€ftigten: Von Januar bis November 1947 mussten sich eine Reihe von FunktionĂ€ren des Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes der SS wegen ihrer Rolle beim Massenmord in den Konzentrationslagern verantworten; Im Prozess gegen FunktionĂ€re des Rasse- und Siedlungshauptamtes vom Juli 1947 bis MĂ€rz 1948 stand die „Rassenpolitik“ der SS im Vordergrund. Im Einsatzgruppen-Prozess zwischen September 1947 und April 1948 standen Einsatzgruppenleiter der SS wegen ihrer Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor Gericht.

Flucht von SS-TĂ€tern

UnterstĂŒtzung bei der Flucht ĂŒber die sogenannten Rattenlinie fanden ehemalige SS-Angehörige unter anderem durch hochrangige Vertreter der römisch-katholischen Kirche besonders in Italien. Lange existierte ein GerĂŒcht ĂŒber eine Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen (ODESSA), die kurz vor Kriegsende gegrĂŒndet worden sein soll, um ehemalige SS-Angehörige auch nach dem Ende des Krieges zu unterstĂŒtzen und ihnen die Flucht zu ermöglichen. Zu den TĂ€tern, denen eine Flucht gelang, gehörten unter anderem Josef Mengele und Adolf Eichmann.

Nachkriegszeit bis heute

Gesetzliche Ächtung von Symbolen der SS

Die Bundesrepublik Deutschland ging ĂŒber das Organisationsverbot der Alliierten hinaus und stellte im Strafgesetzbuch sowohl die Verbreitung von Propagandamaterial (§ 86) als auch die Verwendung der Symbole der SS (§ 86a) unter Strafe. Kennzeichen im Sinne der Paragrafen sind namentlich Fahnen, Abzeichen, UniformstĂŒcke, Parolen und Grußformen. Den Kennzeichen stehen auch solche gleich, die ihnen zum Verwechseln Ă€hnlich sind. Diese Verbote der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gelten nur dann nicht, wenn ihre Verwendung „der staatsbĂŒrgerlichen AufklĂ€rung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung ĂŒber VorgĂ€nge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder Ă€hnlichen Zwecken dient“ (§ 86, Absatz 3).

FĂŒr Österreich gilt der § 3 des Verbotsgesetzes. FĂŒr die Schweiz und andere LĂ€nder gelten entsprechende Regelungen.

Strafprozesse

In zahlreichen LĂ€ndern gab es Prozesse gegen SS-TĂ€ter. In der Bundesrepublik Deutschland zĂ€hlen zu den bekanntesten Prozessen der Ulmer Einsatzgruppenprozess und die Auschwitz-Prozesse. Die bundesdeutsche Bereitschaft zu einer strafrechtlichen Ahndung entstand nur allmĂ€hlich. Zahlreiche SS-TĂ€ter konnten sich ihrer Verantwortung entziehen, darunter auch hochrangige Offiziere. Die Ermittlungsarbeit der StaatsanwĂ€lte fĂŒhrte jedoch zu einem Erkenntnisgewinn ĂŒber die Arbeitsweise der SS-Institutionen und das Ausmaß ihrer Verbrechen.

TraditionsverbÀnde der SS

Trotz weitgreifenden Verboten der SS, von Propagandamaterialien und Symbolen gab es nach 1945 eine Reihe von „TraditionsverbĂ€nden“ der SS und der Waffen-SS-Angehörigen, wie etwa die Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS (HIAG) in Deutschland oder die Kameradschaft IV in Österreich.

JĂŒngste Prozesse

Vereinzelt kam es noch nach der Jahrtausendwende in der Bundesrepublik Deutschland zu Kriegsverbrecherprozessen gegen Angehörige der SS und ihrer UnterverbÀnde:

  • Im November 2009 begann in MĂŒnchen ein Prozess gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher John Demjanjuk.
  • Am 8. Dezember 2009 gestand der ehemalige SS-Mann Heinrich Boere vor dem Aachener Landgericht, 1944 in den Niederlanden drei Zivilisten getötet zu haben (drei der 54 der so genannten „Silbertanne“-Morde. Unter diesem Decknamen verĂŒbte das „Sonderkommando Silbertanne“ nach AnschlĂ€gen niederlĂ€ndischer WiderstandskĂ€mpfer Vergeltungsmorde an Zivilisten, denen nachgesagt wurde, dass sie mit WiderstandskĂ€mpfern sympathisierten). Er habe nicht mit dem Bewusstsein gehandelt, ein Verbrechen zu begehen, sagte der 88-jĂ€hrige.[12]
  • Im August 2010 wies das Bundesministerium der Justiz den Freistaat Bayern an, ein 60 Jahre altes Urteil der niederlĂ€ndischen Justiz zu ĂŒberprĂŒfen. Der fast 90-jĂ€hrige mutmaßliche NS-Verbrecher Klaas Carel Faber, ein gebĂŒrtiger NiederlĂ€nder, lebt seit Jahrzehnten unbehelligt in Ingolstadt. Nach Überzeugung der niederlĂ€ndischen Justiz hat Faber als Mitglied des SS-Sonderkommandos Silbertanne 22 Morde begangen. GesĂŒhnt wurden sie bis heute nicht.

Organisation

→ Hauptartikel: Organisationsstruktur der SS

Organisationsentwicklung

ZunĂ€chst der SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum ReichsfĂŒhrer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Vordem eine kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb der SA, sollte sie nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter MĂ€nner, von denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom FĂŒhrer kommt.“ Die SS wurde von ihm gleichzeitig zu einer „Elite“- und einer Massenorganisation ausgebaut.

Der elitĂ€re Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien, die erfĂŒllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als „Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien beschrĂ€nkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst; auch Ehefrauen der SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ ĂŒberprĂŒft. Die Ideologie der SS als FĂŒhrungsorden manifestierte sich auch in der Anlehnung an Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich – etwa durch Rituale in WeihestĂ€tten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als „SS-Runen“ bezeichnet) oder den Ehrendolch – eine quasireligiöse Dimension zu geben versuchte.

Nach der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS, wie auch SA und Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April 1933 befanden sich bereits ĂŒber 25.000 Regimegegner in „Schutzhaft“. SA und SS begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und Oranienburg.

Das Hotel „Prinz Albrecht“ wird 1934 Sitz des ReichsfĂŒhrer-SS

Nach dem Röhm-Putsch erfolgte eine dauerhafte Machtverschiebung zur SS. Die SS ĂŒbernahm nun in alleiniger Verantwortung die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr alle frĂŒhen Konzentrationslager (KZ) im Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die SS-TotenkopfverbĂ€nde wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager beauftragt. Die frĂŒhen, improvisierten Haftorte und Konzentrationslager wurden – mit Ausnahme des KZ Dachau – nach und nach geschlossen. Es begann die systematische Entwicklung des NS-Lagersystems, Hitler ließ Lager nach dem Prototyp Dachau erbauen.

Im November 1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den Komplex der GebĂ€ude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz des Sicherheitsdienstes des ReichsfĂŒhrers-SS.

Ab 1935 benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine SS um. Sie wollten sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten VerbĂ€nden, der SS-VerfĂŒgungstruppe und den SS-TotenkopfverbĂ€nden unterscheiden, die spĂ€ter die Waffen-SS bildeten. Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in Berlin.

Damit kam es zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand hatte:

  1. Allgemeine SS
  2. SS-Totenkopfstandarten
  3. SS-VerfĂŒgungstruppe

Abschließende Organisationsstruktur

Der Begriff „SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ fĂŒr verschiedene HauptĂ€mter und deren Unterabteilungen:

  • Das FĂŒhrungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS. Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung, TransportvorgĂ€nge, Lohnzahlungen und AusrĂŒstungen.
  • Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“ FĂŒhrungselite herauszubilden.
  • Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der Zusammenlegung von SD und SiPo und war die zentrale Stelle zur AusĂŒbung der polizeilichen Funktionen der SS.
  • Das SD-Amt Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur BekĂ€mpfung Ă€ußerer wie innerer Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.
  • Die Sicherheitspolizei (Sipo) war fĂŒr die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zustĂ€ndig.
  • MilitĂ€rischer Zweig der SS war die aus VerfĂŒgungstruppen und TotenkopfverbĂ€nden gebildete Waffen-SS
  • Das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe.

Ausbildung des FĂŒhrernachwuchses

Die SS bildete ihren FĂŒhrernachwuchs selbstĂ€ndig an diversen eigenen Schulen aus. In den FĂŒhrerschulen der SS, des SD und der Sicherheitspolizei wurde auf ein elitĂ€res und ideologisch gefestigtes SelbstverstĂ€ndnis im Sinne nationalsozialistischer Weltanschauung geachtet. Bekannte Ausbildungseinrichtungen waren die SS-Junkerschulen in Bad Tölz und Braunschweig.

SS-Wirtschaftsbetriebe

Die SS grĂŒndete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB) zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung gefĂŒhrt. 1942 wurden sĂ€mtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb ĂŒber das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und KZ-HĂ€ftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit ĂŒber 100 Betrieben, in denen mehr als 40.000 KonzentrationslagerhĂ€ftlinge arbeiten mussten, zum Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei Berlin.

Die SS erwarb auch mehrere Mineralwasserkonzerne, so etwa die Heinrich Mattoni AG und die Apollinaris Brunnen AG.[13]

Weiterhin gab es die „kĂŒnstlerischen“ Unternehmungen der SS:

Personalentwicklung

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Statistik nach Jahr, Gebiet usw.; Einzelnachweise

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfĂŒgst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Als Heinrich Himmler am 6. Januar 1929 die FĂŒhrung der SS von Erhard Heiden ĂŒbernahm, umfasste diese Organisation 280 Mann als „aktive Mitglieder“.[14] 1935 hatte die SS 164.863 Mitglieder (davon 48,9 % NSDAP-Mitglieder)[15]

Zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 wurden rund 60 % ihrer Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen.[16] Das hieß, dass von den damaligen 260.000 SS-Mitgliedern 170.000 ihren Kriegsdienst in den drei Wehrmachtteilen Heer, Luftwaffe und Marine taten. Nur ca. 36.000 wurden von der Waffen-SS ĂŒbernommen. Die ĂŒbrigen Mitglieder waren entweder fĂŒr den Kriegsdienst zu alt oder waren auf „unabkömmlichen Posten“ im Öffentlichen Dienst oder bei den PolizeikrĂ€ften eingesetzt.

Gegen Ende des Krieges (1944/45) umfasste die SS formal ĂŒber 840.000 Mitglieder, zu denen auch das „SS-FĂŒhrerkorps“ (d. h. FĂŒhrungsschicht in den SS-HauptĂ€mtern und die Offiziere sowie die Unteroffiziere der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur SS wurde von Amts wegen begrĂŒndet; fĂŒr die Mannschaften der Waffen-SS und Polizei war eine Übernahme in die SS erst fĂŒr die Zeit nach Ende des Krieges vorgesehen. Vor dem Internationalen Gerichtshof in NĂŒrnberg machte Robert Brill, ehemaliger Leiter des „ErgĂ€nzungsamtes der Waffen-SS“, am 5. und 6. August 1946 Angaben zur Personalentwicklung der Waffen-SS:

„Bei Kriegsende war die Waffen-SS noch ca. 550.000 Mann stark, bis Ende Oktober 1944 sind 320.000 Mann gefallen oder schwerstverletzt worden. (
) In der Waffen-SS dienten etwa 400.000 Reichsdeutsche, 300.000 Volksdeutsche und 200.000 Angehörige anderer Völker. (
) Im Jahr 1944 wurde die Masse der noch KriegsverwendungsfĂ€higen aus den Wachmannschaften der Konzentrationslager herausgezogen und fĂŒr den Wehrdienst freigemacht. Bis dahin wurden die Wachmannschaften aus Notdienstverpflichteten der Allgemeinen SS und des ehemaligen FrontkĂ€mpferbundes 'KyffhĂ€user' gestellt. 1944 kam noch ein starkes Kontingent aus der Wehrmacht. Es handelte sich meines Wissens zunĂ€chst um 10.000 Mann. SpĂ€ter mehr. (
) Meines Wissens setzten sich die WachverbĂ€nde in den KZs im Jahre 1944 aus 6.000 Notdienstverpflichteten, 7.000 Volksdeutschen, 7.000 Heeresangehörigen und einer Anzahl von Luftwaffenangehörigen zusammen. (
)“

– Documents of the Major War Criminals Vol. XX, p. 371–471

Im Verlauf des Krieges war also eine zunehmende Verwendung auslĂ€ndischer Staatsangehöriger in VerbĂ€nden der Waffen-SS zu beobachten, „bei Kriegsende bestanden 19 ihrer 38 Divisionen weitgehend aus AuslĂ€ndern, fast eine halbe Million Mann, meist aus Osteuropa.“[17]

Nebenaspekte

BlutgruppentÀtowierung

→ Hauptartikel: BlutgruppentĂ€towierung

Angehörige der Allgemeinen SS, die sich zur Waffen-SS gemeldet hatten und auch von dieser ĂŒbernommen wurden, trugen eine TĂ€towierung der Blutgruppe auf der Innenseite des linken Oberarms. Dieser Umstand erleichterte den Alliierten wĂ€hrend und nach dem Krieg die Zuordnung angeblicher Wehrmachtangehöriger und Zivilisten zur Waffen-SS. Oft versuchten deren Angehörige, sich vor der Gefangennahme durch andere Uniformen und Kleidung zu tarnen.

SS-Angehörige, die in den drei Wehrmachtteilen eingesetzt waren, betraf diese TÀtowierung nicht, da die Blutgruppe auf deren Wehrmacht-Kennmarken vermerkt war.

Siehe auch

Literatur

  • Eugen Kogon: Der SS-Staat – Das System der deutschen Konzentrationslager; Kindler-Verlag, MĂŒnchen 1974; Lizenzausgabe Heyne Sachbuch ISBN 3-453-02978-X (Die Erstauflage erschien 1946).
  • Gerhard Paul (Hrsg.): Die TĂ€ter der Shoah. Fanatische Nationalsozialisten oder ganz normale Deutsche? Göttingen, 2. Auflage 2003, ISBN 3-89244-503-6.
  • Hans Buchheim, Martin Broszat, Hans-Adolf Jacobsen, Helmut Krausnick: Anatomie des SS-Staates, 7. Aufl., MĂŒnchen 1999, ISBN 3-506-77502-2.
  • Bastian Hein: Elite fĂŒr Volk und FĂŒhrer? Die Allgemeine SS und ihre Mitglieder 1925-1945. Oldenbourg Verlag, MĂŒnchen 2012, ISBN 978-3-486-70936-0.
  • Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS. 1. Aufl. 1967; weitere A.: ISBN 3-572-01342-9.
  • Christian Ingrao: Croire et dĂ©truire. Les intelectuels dans la machine de guerre SS, Éditions Fayard, Paris 2010
  • JĂŒrgen MatthĂ€us, Konrad Kwiet, JĂŒrgen Förster: Ausbildungsziel Judenmord? Zum Stellenwert der „weltanschaulichen Erziehung“ von SS und Polizei im Rahmen der „Endlösung“ (1. Auflage 1999), Fischer (Tb.), Frankfurt/Main 2003, ISBN 3-596-15016-7.
  • Karin Orth: Die Konzentrationslager-SS. Sozialstrukturelle Analysen und biographische Studien. dtv, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-423-34085-1.
  • Karola Fings: Krieg, Gesellschaft und KZ. Himmlers SS-Baubrigaden. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2005, ISBN 3-506-71334-5.
  • Ronald Smelser/Enrico Syring (Hrsg.): Die SS. Elite unter dem Totenkopf. 30 LebenslĂ€ufe. Schoeningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-78562-1.
  • Wolfgang Schneider: Die Waffen-SS. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2000, ISBN 3-499-60936-3.
  • SS im Einsatz. Eine Dokumentation ĂŒber die Verbrechen der SS. Mit einem Vorwort von Kurt PĂ€tzold. Reprint der Ausgabe von 1967 (8. Auflage), edition ost, Berlin, ISBN 978-3-360-01832-8.
  • Gerhard Wenzl: "Reich und Europa – Der SS Reichsgedanke". In: Markus Raasch (Hg.): Von Freiheit, SolidaritĂ€t und SubsidiaritĂ€t – Staat und Gesellschaft der Moderne in Theorie und Praxis, Duncker & Humblot 2013, Berlin, S. 403-425.

Weblinks

 Commons: Schutzstaffel â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schutzstaffel â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Referenz-Fehler: UngĂŒltige <references>-Verwendung: Es ist kein zusĂ€tzlicher Text erlaubt, verwende ausschließlich <references />.


Referenz-Fehler: Einzelnachweisfehler: „<ref>-Tags existieren, jedoch wurde kein <references />-Tag gefunden.“

Hinweis: Hierzu kann es auch kommen, wenn eine Referenz nicht korrekt geschlossen wurde – also ein </ref> oder der schließende SchrĂ€gstrich in einem Verweis auf eine benannte Referenz (<ref name="xxx" />) fehlt oder wenn der schließende SchrĂ€gstrich im Referenzblock (<references 
 />) fehlt.
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.