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Der Schwäbische Turnerbund (STB) ist der größte Sportfachverband in Baden-Württemberg. Er ist Mitglied im Württembergischen Landessportbund (WLSB) und im Deutschen Turner-Bund (DTB).
Inhaltsverzeichnis |
Der STB wurde am 1. Mai 1848 in Esslingen gegründet und ist damit der älteste durchgängig existierende Sportverband in Deutschland. Er versteht sich als Dachverband für das „Vielseitige Turnen“ als fachgebietsübergreifender Freizeitsport sowie als Fachverband für den Wettkampf- und Spitzensport. Er fühlt sich zuständig für alle Sportarten, Disziplinen und Bewegungsformen, die ihren historischen Ursprung in Turnen und Gymnastik besitzen.
Zurzeit sind in fünfzehn Turngauen rund 1.750 Turn- und Sportvereine und etwa 679.000 Mitglieder eingetragen. Die Turngaue sind der Turngau Achalm, der Turngau Heilbronn, der Turngau Hohenlohe, der Turngau Hohenzollern, der Turngau Neckar-Enz, der Turngau Neckar-Teck, der Turngau Nordschwarzwald, der Turngau Oberschwaben, der Turngau Ostwürttemberg, der Turngau Rems-Murr, der Turngau Schwarzwald, der Turngau Staufen, der Turngau Stuttgart, der Turngau Ulm und der Turngau Zollern-Schalksburg.
Präsident seit 1994 ist Rainer Brechtken. Leiter der Geschäftsstelle in Stuttgart-Bad Cannstatt und Geschäftsführer ist Robert Baur.
Der Turngau Neckar-Teck wird am 6. Juni 1847 an der Katharinenlinde bei Esslingen zunächst als Stuttgarter-Gau gegründet. Um 1860 wird er zum Mittel-Neckar-Gau und dann zum Mittleren Neckar-Gau. Zusammen mit dem Turngau Teck, dem Schurwald-Gau, dem Georgii-Gau entsteht daraus 1934 der Kreis Stuttgart und daraus dann 1938 der Kreis Teck. Nach einer Zeit der Auflösung und Wiedergründung während und nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es von 1948 an zunächst zwei Sportkreise, dann zwei Turnkreise und schlussendlich zwei Turngaue (Mittlerer Neckar und Teck-Neuffen), welche sich 1973 zum heutigen Turngau Neckar-Teck zusammenfinden. Der heutige Turngau besteht aus 93 Vereinen mit über 42.000 Mitgliedern.
Am 1. Oktober 1848, dem Fest der ersten Fahnenweihe der damaligen Turngemeinde Ravensburg, wird der Turngau Oberschwaben auf der Veitsburg in Ravensburg gegründet. Dreizehn Vereine werden aufgrund verschiedener Berichte der damaligen Vereinsgründungen zu den Gründungsmitgliedern gezählt: die damaligen Turnvereine aus Biberach, Buchau, Friedrichshafen, Isny, Leutkirch, Ravensburg, Riedlingen, Schussenried, Sigmaringen, Tettnang, Waldsee und Wangen. Heute ist der Turngau Oberschwaben der flächenmäßig größte der fünfzehn Turngaue des STB. Er ist die Dachorganisation von 187 STB-Vereinen und sieben kooperierenden bayerischen Vereinsabteilungen und stellt mit über 64.000 Mitgliedern das drittgrößte Kontingent im STB. Geographisch erstreckt sich der Turngau Oberschwaben von der Schwäbischen Alb bis zum Bodensee und vom Deggenhausertal bis zur Iller. Die Geschäftsstelle befindet sich in Wangen im Allgäu.
Mitgliedszahlen
| Jahr | 1850 | 1902 | 1910 | 1928 | 1954 | 1960 | 1973 | 1974 | 1980 | 1990 | 2000 | 2008 |
| Vereine | 14 | 21 | 25 | 43 | 52 | 59 | 118 | 93 | 124 | 165 | 186 | 187 |
| Mitglieder | 400 | 2.436 | 4.161 | 5.136 | 7.956 | 10.844 | 23.328 | 16.575 | 22.455 | 40.881 | 57.615 | 64.057 |
| männlich | 400 | 2.436 | 4.161 | 4.574 | 4.260 | 6.004 | 9.491 | 6.633 | 7.769 | 13.638 | 18.885 | 21.911 |
| weiblich | 92 | 562 | 3.696 | 4.840 | 13.837 | 9.942 | 14.706 | 27.243 | 38.730 | 42.146 |
Im Jahr 1910 werden erstmals weibliche Mitglieder erfasst. 55 Jahre später übersteigt die Anzahl der Frauen und Mädchen die der Männer und Jungen im Turngau Oberschwaben. Der Rückgang von 1973 nach 1974 ergibt sich aus der Gebietsreform; dem Turngau gehen die Vereine aus Bayern verloren.
Während eines Empfangs der Abordnungen des Turnvereins Balingen und des Turnvereins Ebingen findet am 4. Juli 1886 die Gründung des Gauverbandes in der Wirtschaft „Zur Kaiserburg“ in Hechingen statt. Der vorgeschlagene Name "Schalksburg-Zollergau" wird alsbald in "Zollern-Schalksburg-Gau" geändert. Heute sind in 77 Vereinen rund 19.000 Mitglieder eingetragen.