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Schwüle

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Zeitungsartikel über ein Fischsterben durch Schwüle im Sommer 1899

Als Schwüle oder schwüle Hitze bezeichnet man den Umstand einer stark mit Wasserdampf gesättigten Umgebungsluft bei hohen Lufttemperaturen. Diese weist dementsprechend eine hohe relative Luftfeuchtigkeit auf und behindert daher die Thermoregulation des menschlichen Körpers durch Schwitzen. Als Folge wird schwüle Hitze als wesentlich unangenehmer bzw. auch wärmer empfunden als trockene Hitze, die analog eine Umgebungsluft mit geringer relativer Luftfeuchtigkeit beschreibt. Dieser Zusammenhang wird quantitativ durch den Hitzeindex beschrieben.

Ob das Wetter als schwül empfunden wird, hängt entscheidend von der Wasserbeladung der Luft ab, auch als absolute Luftfeuchtigkeit (AF) bezeichnet. Als Grenzwert gilt eine AF von 13,5 g Wasserdampf pro Kubikmeter Luft. Da die Berechnung der AF relativ aufwendig ist, hier eine Tabelle, bei welcher Temperatur und relativen Luftfeuchtigkeit eine AF von 13,5 g/m3 erreicht wird:

Temperatur rel. Feuchte
16 °C 99 %
17 °C 93 %
18 °C 88 %
19 °C 83 %
20 °C 78 %
21 °C 74 %
22 °C 70 %
23 °C 66 %
24 °C 62 %
25 °C 60 %
26 °C 56 %
Temperatur rel. Feuchte
27 °C 53 %
28 °C 50 %
29 °C 47 %
30 °C 45 %
31 °C 43 %
32 °C 40 %
33 °C 38 %
34 °C 36 %
35 °C 34 %
36 °C 32 %
37 °C 30 %

Der Eindruck "schwül" kann sich also frühestens bei einer Temperatur von etwa 16 °C einstellen.

Analog zur Angabe der absoluten Luftfeuchtigkeit lässt sich auch mit dem Taupunkt rechnen: Schwüle wird empfunden, wenn der Taupunkt 16 °C übersteigt. Da sich − ohne Luftmassenwechsel − die Luft nachts ungefähr bis zum aktuellen Taupunkt abkühlt und der Taupunkt tagsüber etwas ansteigt, lässt eine morgendliche Tiefsttemperatur von mehr als 15 °C einen schwülen Tag erwarten; liegt sie über 20 °C (so genannte Tropennacht), wird die Schwüle für viele Mitteleuropäer schwer erträglich.

Bei einer starken Beeinträchtigung der Thermoregulation erhöht sich die Gefahr eines Kreislaufkollapses. Besonders tropische und teils subtropische Klimate sind durch schwüle Witterungsbedingungen gekennzeichnet, was jedoch in der Regel nur bei einem unangepassten Organismus bzw. auch unangepasstem Verhalten zu gesundheitlichen Konsequenzen führt. Ohne eine ausreichende Akklimatisierung an diese Bedingungen sollten daher keine größeren körperlichen Anstrengungen unternommen werden. Doch auch im gemäßigten Klima der mittleren Breiten und besonders nahe großen Ballungszentren kann es im Sommer zu einer derart schwülen Witterung kommen, dass man auf sie in Mitteleuropa − beispielsweise wie im August 2003 oder auch im Juli 2006 − oftmals unvorbereitet ist. Zu den schwülsten Orten Deutschlands gehören Karlsruhe und Mannheim/Ludwigshafen am Rhein, da diese Städte in der Rheinebene liegen. Diese hat durch den Rhein und die Topographie immer eine sehr hohe Luftfeuchte. Dazu kommen die hohen Temperaturen (wärmste Region Deutschlands), die im Sommer auch oft zu Tropennächten führen kann.

Siehe auch

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