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Die Grafen von Schwarzburg gehörten zum alten Thüringer Hochadel und stammen von den Kevernburger (Käfernburg) Grafen ab. Im Mittelalter regierten sie die Grafschaft Schwarzburg, die später mehrfach geteilt wurde. Das Geschlecht war eines der am längsten regierenden Adelsfamilien der deutschen Geschichte. Die Schwarzburg, nach der sich die Familie benannte, liegt im Tal an der Schwarza westlich von Saalfeld/Saale in Thüringen. Die Swartzinburg wurde 1071 erstmals erwähnt und ist heute Bauruine.
Inhaltsverzeichnis |
Das Adelsgeschlecht hat eine gemeinsame Vorgeschichte mit den Kevernburgern. Mit den Söhnen des Grafen Sizzo III. bildeten sich im 12. Jahrhundert die getrennten Grafschaften Kevernburg und Schwarzburg.
Die Vorgeschichte kann mit Sigerus im 9. und 10. Jahrhundert begonnen werden. Dieser hatte die Söhne Sizzo I. und Günther, genannt der Eremit. Der nächsten Generation, die Zuordnung zu einem bestimmten Bruder ist unmöglich, gehörten Sizzo II. und Günther I an. Diesen folgten dann Günther II. und anschließend Sizzo III.
Sizzo III. von Kevernburg (* um 1080, †19. Juni 1160) wurde 1103 erstmals erwähnt und nannte sich ab 1123 Graf Sizzo von Schwarzburg. Der Graf ist der Stammvater des Hauses Kevernburg-Schwarzburg und das erste urkundlich beglaubigte Familienmitglied. Nach der ersten Nennung der Schwarzburg 1071, dauerte es noch über 100 Jahre, bis der Familienzweig der Grafen von Kevernburg sich dauerhaft nach der Schwarzburg als "Grafen von Schwarzburg" benannten.
Schwarzburgische Grafen residierten im Längwitzgau, im Südosten Thüringens nördlich des Thüringer Waldes zwischen den Flüssen Gera und Schwarza auf den Burgen: Schwarzburg, Blankenburg, Veste Wachsenburg und Leuchtenburg, Sondershausen, Rudolstadt, Bad Frankenhausen und Arnstadt.
Anfang des 14. Jahrhunderts war Sieghard von Schwarzburg Deutschordens-Komtur von Christburg, in der Mitte des 14. Jahrhunderts Günter von Schwarzburg Komtur von Mewe und Ende des 14. Jahrhunderts Graf Albrecht von Schwarzburg Komtur von Schwetz in Preußen. 1697 und 1710 wurden sie zu Reichsfürsten erhoben und nahmen ein neues, vermehrtes Wappen an.
Günther XXI. wurde 1349 als Gegenkönig gegen zu diesem Zeitpunkt König Karl IV. aufgestellt. Günther war wenig erfolgreich und starb kurz danach. Seine Ruhestätte fand der Graf als einziger deutscher König im Kaiserdom St. Bartholomäus zu Frankfurt.
Der letzte regierende Fürst von Schwarzburg, Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt, dankte am 23./25. November 1918 ab und beendete damit die jahrhundertelange Herrschaft dieses Geschlechtes in Thüringen.
Die bedeutsamere Hauptlinie von Schwarzburg-Rudolstadt erlosch in direkter Linie mit dem Tode des kinderlosen Fürsten Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt (†1925), der auch das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen in Personalunion führte, da diese zweite Hauptlinie bereits 1909 mit Karl Günther Fürst von Schwarzburg-Sondershausen erloschen war. Chef des Hauses Schwarzburg wurde 1925 Günther Sizzo Prinz von Leutenberg. Als dessen Sohn Friedrich Günther von Schwarzburg im Jahr 1971 kinderlos starb, erlosch endgültig das Haus Schwarzburg. Es existiert noch ein Namensträger (Erwachsenenadoption 1969).
Die Blasonierung des Stammwappen der Grafen von Schwarzburg-Kevernburg: „Auf Blau ein goldener, auch rotgekrönter, leopardisierter Löwe.“ Die Fürsten von Schwarzburg führten ein gemehrtes Wappen.
Wappen auf dem Epitaph des Würzburger Fürstbischofs Gerhard von Schwarzburg
Siehe Stammliste von Schwarzburg
Aus dem Nachlass von Berthold Rein (1863–1943), verfügbar im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt: