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Die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega), (französisch Garde aérienne suisse de sauvetage, italienisch Guardia aerea svizzera di soccorso), ist eine selbständige und gemeinnützige private Stiftung für Luftrettung in der Schweiz, die 1952 von Mitgliedern der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft gegründet wurde und ihren Sitz am Flughafen Zürich hat. In der Schweiz kann die Hilfe der Rega über die Alarmnummer 1414 oder über Funk angefordert werden. Die Rega bildet ein Glied der Rettungskette Schweiz (Swiss Rescue).
Inhaltsverzeichnis |
Am 27. April 1952 waren die Mitglieder der SLRG im «Bären» in Twann am Bielersee zur Jahresversammlung zusammengekommen. Der Mediziner Dr. Rudolf Bucher setzte sich dafür ein, dass von der Lebensrettungs-Gesellschaft ein Zweig abgetrennt werden sollte, der sich auf die Rettung aus der Luft spezialisieren sollte. Mit der Zustimmung der Versammlung war die Schweizerische Rettungsflugwacht (SRFW) gegründet und damit das moderne, organisierte Flugrettungswesen geboren.[1]
Ein Rega-Rettungshelikopter befindet sich fünf Minuten nach Alarm in der Luft und innerhalb von 15 Minuten am Unfallort irgendwo in der Schweiz. Das Gleiche gilt auch für den Kanton Wallis, wo die Luftrettung durch die Rega-Partner Air Glaciers und Air Zermatt betrieben wird. Zur Standardbesatzung gehört ein Pilot, ein Arzt sowie ein diplomierter Rettungssanitäter. Die Kosten der Rega werden je nach Einsatz von den Unfall- oder Krankenversicherungen getragen. Für ihre Gönner übernimmt die Rega jene Kosten, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind.
Die Rega transportiert nicht nur verletzte Menschen, sondern im Rahmen der Hilfe für Bergbauern häufig auch verletzte oder tote Kühe und auch Tiere, die beispielsweise infolge Schneefall ihre Alpweiden nicht mehr selbst verlassen können.
Seit den Anfängen der Rega hat sich die Flotte ständig dem neusten Stand der Technik angepasst: Ab 1955 stand eine Hiller 12, ab 1957 eine Bell 47 J für die Rega im Einsatz; abgelöst später durch Bell Jet Ranger. Ab den 1970er Jahren bildeten über lange Zeit drei Bölkow Bo 105 auf Flachlandbasen und 12 Alouette III auf Gebirgsbasen die Helikopterflotte der Rega. Ab 1992 wurden beide Typen durch die Agusta A109 K2, einer speziellen Weiterentwicklung der Agusta A109 für den Rettungseinsatz, abgelöst. Auf den Flachlandbasen Lausanne, Bern, Basel und Zürich wurden die A109 K2 Ende 2003 durch neuere Helikopter des Typs Eurocopter EC 145 ersetzt, die auf den Basen im Alpenraum eingesetzten Agusta A109 K2 wurden zwischen 2008 und 2009 durch das Nachfolgemodell vom Typ AgustaWestland A109S Grand Da-Vinci abgelöst.
Bei medizinischen Problemen im Ausland kann jede Privatperson die Rega um Hilfe bitten. In der Einsatzzentrale der Rega macht sich dann ein Arzt aufgrund der Angaben vor Ort ein möglichst genaues Bild und entscheidet dann, ob und wie der Patient in die Schweiz zurück geflogen wird. Schlechte medizinische Versorgung vor Ort oder ein voraussichtlich längerer Krankenhausaufenthalt sind dabei wichtige Entscheidungskriterien.
Die so genannte Repatriierung findet dann je nach Entscheidung mit einem Ambulanzflugzeug der Rega oder mit einem Linienflug statt.
Anfänglich wurden für Repatriierungen Ambulanzflugzeuge des Typs Lear Jet 24D eingesetzt. Wie die Helikopterflotte wurde auch die Flugzeugflotte laufend modernisiert: Es folgten Bombardier Challenger CL-600, CL-601 und British Aerospace BAe 125-800B (Raytheon Hawker 800). Heute besteht die Flotte der Ambulanzflugzeuge aus drei modernen Bombardier Challenger 604.
2010 führte die Rega insgesamt 13'726 Einsätze durch. 729 davon betrafen Bergunfälle, 1518 Wintersportunfälle, 920 Verkehrsunfälle, 78 Lawinenunfälle, 720 Repatriierungen und 352 Rückführungen mit Linienflügen. Die Anzahl der Gönner stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3.8 % auf 2,294 Mio.
Am nordöstlichen Rand des Zürcher Flughafens befindet sich das so genannte Rega-Center, der Hauptsitz der Schweizerischen Rettungsflugwacht. Der Hauptsitz umfasst unter anderem den Hangar für die Challenger-Ambulanzflugzeuge der Rega, die Unterhaltswerkstätte, die Einsatzzentrale, Verwaltungsräumlichkeiten und die Infrastruktur für die Ausbildung; am Hauptsitz sind rund 150 Rega-Mitarbeiter beschäftigt. Die Einsatzbasis von Zürich ist aber nicht in Zürich-Kloten, sondern in Dübendorf. Vom Klotener Flughafen werden keine Hubschraubereinsätze geflogen.
Seit 1975 betreibt die Rega auf dem Flughafen Basel-Mülhausen-Freiburg eine Basis. Mehr als die Hälfte der Einsätze betreffen Südbaden (Deutschland), rund zehn Prozent das Elsass. In der Schweiz deckt die Basler Basis die Nordwestschweiz, den Jurasüdfuss und den Kanton Jura ab.
In Bern ist die Rega seit 1976 auf dem Flughafen Bern-Belpmoos stationiert. Bern ist eine so genannte Flachlandbasis; ihre Aktivitäten bestehen primär in Einsätzen bei Verkehrsunfällen sowie sekundär Verlegungen von Spital zu Spital.
Die Rega ist seit 1966 im Kanton Uri tätig, seit 1978 mit einer eigenen Basis in Erstfeld. Erstfeld ist eine so genannte Gebirgsbasis; im Sommer stehen Bergunfälle im Vordergrund, im Winter Einsätze für verunfallte Wintersportler. Hinzu kommt die Tierrettung im Rahmen der sommerlichen Alpbewirtschaftung.
Im Berner Oberland ist die Rega seit 1971 aktiv, ursprünglich am Flugplatz Interlaken und seit 1982 mit einer eigenen Basis auf dem Heliport Gsteigwiler. Rega 10 ist eine Gebirgsbasis und unter anderem auf anspruchsvolle Rettungseinsätze im Hochgebirge spezialisiert. Anfangs Mai 2008 erfolgt der Umzug vom Standort Gsteigwiler zum neuen Basenstandort Wilderswil. Hier bezieht die Rega-Basis EBBO Ihre neuen Räume und startet den Flugbetrieb ab dem neuen Standort am 10. Mai 2008.
Seit 1981 fliegt die Rega ihre Einsätze im Genferseegebiet von einer Basis in Lausanne aus. Pro Jahr finden ab Lausanne rund 1000 Einsätze statt, davon etwa ein Drittel mindestens teilweise in der Nacht.
In der Magadinoebene im Zentrum des Kantons Tessin ist die Rega seit 1980 am Aeroporto Cantonale di Locarno präsent. Das Einsatzgebiet umfasst den ganzen Kanton Tessin sowie Teile des Kantons Graubünden und das Misox. Hinzu kommen immer wieder auch Einsätze im benachbarten Italien.
Im Engadin fliegt die Rega seit 1957 Einsätze, seit 1977 mit einer eigenen Infrastruktur auf dem Flugplatz Samedan. Rega 9 ist eine Hochlandbasis mit einem grossen Spektrum an Einsätzen, wobei es sich hauptsächlich um so genannte Primäreinsätze handelt, bei denen Notarzt und Rettungssanitäter zur Erstversorgung an eine Unfallstelle geflogen werden.[3]
Der schweizerdeutsche Spielfilm Heldin der Lüfte wurde mit Unterstützung der Rega in Samedan gedreht, feierte am 3. Dezember 2008 im Rega-Center Kloten seine Premiere und wurde erstmals am 14. Dezember 2008 auf SF 1 ausgestrahlt.[4]
Für Einsätze im Kanton St. Gallen, im Kanton Thurgau sowie in den beiden Appenzeller Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein verfügt die Rega seit 1984 über eine Basis in Winkeln zwischen Gossau und St. Gallen. Häufig finden auch Einsätze in Deutschland und Österreich statt.
In Untervaz im Norden des Kantons Graubünden befindet sich seit 1992 eine der jüngeren Rega-Basen, nachdem die Rega vorher ab 1976 den Flugplatz Bad Ragaz genutzt hatte. Ab Untervaz fliegt die Rega pro Jahr etwa 900 Einsätze, davon rund 300 für Wintersportunfälle.
In Dübendorf befindet sich Rega 1, die älteste Basis der Rega. Ab 1968 flog die Rega Einsätze von einer Basis auf dem Flughafen Zürich, ab 1972 provisorisch vom Standort auf dem Kinderspital in der Stadt Zürich. Seit Frühling 2003 verfügt Rega 1 über eine moderne Basis auf dem Gelände des Militärflugplatzes Dübendorf. Pro Jahr fliegt Rega von der Zürcher Basis aus rund 1000 Einsätze.
Im Kanton Wallis sind nicht die Rega, sondern Air Glaciers und Air Zermatt für die Luftrettung zuständig.