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Seelisberg

Dieser Artikel beschĂ€ftigt sich mit der Gemeinde Seelisberg. Zur christlich-jĂŒdischen Konferenz im Jahr 1947 siehe Konferenz von Seelisberg.
Seelisberg
Wappen von Seelisberg
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Uri
Bezirk: (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.)w
BFS-Nr.: 1215i1f3f4
Postleitzahl: 6377
Koordinaten: 687310 / 20338846.9758258.586117801Koordinaten: 46° 58â€Č 33″ N, 8° 35â€Č 10″ O; CH1903: 687310 / 203388
Höhe: 801 m ĂŒ. M.
FlĂ€che: 13.28 kmÂČ
Einwohner: 662 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.seelisberg.ch
Seelisberg

Seelisberg

Karte
Karte von Seelisberg
w

Seelisberg ist eine politische Gemeinde im Kanton Uri in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Seelisberg liegt am östlichen Hang eines Bergs, dessen höchster Punkt die Brandegg (1108 m.ĂŒ.M.) ist. Das Dorf liegt etwa 400 m oberhalb des VierwaldstĂ€ttersees und ist die nördlichste Gemeinde des Kantons Uri. Es besteht aus den Teilen Sunnenberg, Oberdorf und Unterberg. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt auf 434 m ĂŒ.M. am Ufer des VierwaldstĂ€ttersees, der mit 2117 m ĂŒ.M. höchste Punkt befindet sich am Oberbauenstock.

Zu Seelisberg gehören auch die am VierwaldstĂ€ttersee gelegene Schiffsanlegestelle Treib (436 m.ĂŒ.M.), die Weiler Volligen (508 m.ĂŒ.M.) ebenfalls am See, Schattenhalb am Nordhang des Zingelbergs (beide nordwestlich des Dorfs), Beroldingen (864 m.ĂŒ.M.) und Wyssig (761 m.ĂŒ.M.) sĂŒdlich des Dorfs und Geissweg (793 m.ĂŒ.M.; sĂŒdwestlich des Dorfs an der Strasse nach Emmetten). Bekanntester Ortsteil der Gemeinde ist sicherlich das RĂŒtli, wo gemĂ€ss mythischer Überlieferung die GrĂŒndung der Schweiz stattfand. Das RĂŒtli ist eine Wiese am Ufer des VierwaldstĂ€ttersees mit einem Restaurant, keine eigentliche Siedlung.

Nur 53 ha oder 4,0% der Gemeinde sind SiedlungsflÀche. Davon sind 26 ha GebÀudeareal sowie 17 ha VerkehrsflÀche. Umfangreicher ist die LandwirtschaftsflÀche mit 454 ha oder einem Anteil von 34,3%. Darunter befinden sich grössere Alpgebiete. Diese bedecken eine FlÀche von 132 ha. Dagegen sind 313 ha Wies- und Ackerland. Ausserdem sind 645 ha oder 48,7% von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst den Rest des Gemeindegebiets, genauer 173 ha oder 13,1%. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose FlÀchen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).

Seelisberg grenzt im Westen an die Nidwaldner Gemeinde Emmetten, im Norden und Osten an den VierwaldstĂ€ttersee und im SĂŒden an Isenthal und Bauen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 649
1860 606
1880 717
1888 713
1900 635
1920 710
1941 681
1960 560
1980 533
1990 569
2000 592
2005 607
2007 639
2011 685

Zwischen 1850 und 1860 kam es zu einem kleineren BevölkerungsrĂŒckgang. Danach wuchs die Einwohnerschaft bis 1880 auf den Rekordstand von 717 Personen an (1860–1880: +18,3%). Nach einem Auf und Ab in den nĂ€chsten Jahrzehnten lag die Zahl der Bewohner im Jahr 1920 auf gleicher Höhe wie 1880 und 1888. Danach sank die Einwohnerzahl - nur unterbrochen von einem kurzfristigen Wachstum in den 1930er-Jahren - bis 1980 unablĂ€ssig und massiv (1920–1980: −24,9%). Die 533 Einwohner im Jahr 1980 waren der absolute Tiefpunkt. Seither steigt die Zahl der Bewohner wieder an (1980–2005: +13,9%). Die GrĂŒnde fĂŒr die massive Abwanderung zwischen 1920 und 1980 lag in der abgeschiedenen Lage. Seit die Gemeinde auf der Strasse (per Autobahn und Postauto) besser erreichbar ist, wandern wieder Leute wegen Seelisbergs schöner Lage zu.

Sprachen

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tÀgliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 97,13% Deutsch, 0,84% Französisch und 0,51% Englisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

Die Bevölkerung war frĂŒher vollumfĂ€nglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die KonfessionsverhĂ€ltnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprĂŒngliche Struktur erkennen. 475 Personen waren katholisch (80,24%). Daneben gab es 4,73% evangelisch-reformierte Christen und 9,97% Konfessionslose. 25 Personen (4,22%) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – NationalitĂ€t

Von den Ende 2005 607 Bewohnern waren 561 (92,42%) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Deutschland, Italien und Mazedonien. Bei der VolkszĂ€hlung 2000 waren 555 Personen (93,75%) Schweizer BĂŒrger; davon besassen acht Personen die doppelte StaatsbĂŒrgerschaft.

Altersstruktur

Die Gemeinde zĂ€hlt einen hohen Anteil an Ă€lteren Erwachsenen (45-59 Jahre; 23,48%). Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 24,83% der Ortsbevölkerung liegt leicht ĂŒber dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und Ă€lter;22,47%). Auffallend ist die geringe Anzahl der Bewohner zwischen 20 und 29 Jahren.

Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 32 82 33 49 124 139 107 26
Anteil 5,41% 13,85% 5,57% 8,28% 20,95% 23,48% 18,07% 4,39%

Politik

Legislative

Das gesetzgebende Organ der Gemeinde Seelisberg ist die offene Dorfgemeindeversammlung, welche jeweils im Mai und im Dezember stattfindet.

Exekutive

Als ausfĂŒhrendes Organ (Exekutive) leitet der siebenköpfige Gemeinderat die Geschicke der Gemeinde. Der Vorsteher des Gemeinderates (GemeindeprĂ€sident) ist seit dem 1. Januar 2010 der parteilose Karl Huser.

Wirtschaft

Im Jahr 2005 gab es 31 Landwirtschaftsbetriebe, die 72 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschÀftigten in 7 ArbeitsstÀtten 18, der Dienstleistungsbereich in 29 Betrieben 151 Personen (BeschÀftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die VolkszÀhlung 2000 ergab 37 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 93 BeschÀftigten. Die BetriebszÀhlung 2001 kam auf 6 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 19 und 32 Dienstleistungsunternehmen mit 144 BeschÀftigten. Von den im Jahr 2000 309 erwerbstÀtigen Personen Seelisbergs arbeiteten 153 (49,51%) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 181 Menschen Arbeit an, von denen 153 (84,53%) Einheimische waren.

Die 156 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in Gemeinden des Kantons Nidwalden. Diese Besonderheit ist mit den Strassenverbindungen zu erklĂ€ren. Darunter arbeiteten 34 Personen in Stans, 18 in Emmetten, je 12 in Beckenried und Buochs und 8 in EnnetbĂŒrgen. In der Stadt Luzern waren 21 Personen, in den Schwyzer Gemeinden Ingenbohl 6 und Schwyz 5 und im Urner Kantonshauptort 9 Menschen beschĂ€ftigt. Es gab nur 28 Zupendler. Diese kamen hauptsĂ€chlich aus Emmetten (10 Personen) und Beckenried (4).

Verkehr

Seelisberg ist ganzjĂ€hrig von Luzern mit dem Auto ĂŒber die A2, Ausfahrt Beckenried SĂŒd via Emmetten in 30 Minuten zu erreichen – zum ĂŒbrigen Kantonsteil hat die Gemeinde keine direkte Strassenverbindung. Von Treib am VierwaldstĂ€ttersee fĂŒhrt eine Standseilbahn in den Ort. Von Nidwalden her ist Seelisberg auch mit dem Postauto erreichbar (ungefĂ€hr 45 Minuten Fahrzeit von Stans).

Tourismus

In einem grösseren Bergsee, dem Seelisbergsee, kann im Sommer gebadet werden; ein idyllischer Campingplatz (nur Zelte) befindet sich unmittelbar beim Seeli. Das RĂŒtli ist der Startpunkt des Wegs der Schweiz. Der landschaftlich gestaltete Wanderweg, der vom RĂŒtli via Seelisberg, Bauen, FlĂŒelen und Sisikon nach Brunnen fĂŒhrt, war ein Geschenk der Kantone an die Bevölkerung der Schweiz zum 700-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Eidgenossenschaft. Die Route begeistert mit wunderbaren Ausblicken, schlĂ€ngelt sich den Berg hoch, am See entlang durch WĂ€lder, ĂŒber Wiesen. Gut ausgebaute PicknickplĂ€tze mit BĂ€nken und Brunnen laden zu einer Rast ein.

Geschichten

  • Zu den FĂŒssen von Seelisberg befindet sich das RĂŒtli, der Sage nach die GeburtsstĂ€tte der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
  • Der Elbst ist ein Wassergeist, der in einem Bergsee bei Seelisberg haust.

Weblinks

 Commons: Selisberg â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: StĂ€ndige und NichtstĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, NationalitĂ€t und Alter
Das Seeli bei Seelisberg
Seelisberg: Maharishi European Research University
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