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Selbstüberschätzung (englisch overconfidence bias), manchmal auch Vermessenheitsverzerrung, ist eine Form der Fehleinschätzung eigenen Könnens und eigener Kompetenzen.
Die Psychologie ordnet die Selbstüberschätzung in die Kategorie kognitive Verzerrungen ein.[1]
Man kann drei Arten der Selbstüberschätzung unterscheiden bzw. beobachten:
1. Einschätzung der aktuellen Leistung
2. Einschätzung der Leistung relativ zur Leistung anderer Menschen
3. Einschätzung des eigenen Wissens (Exaktheit, Aktualität usw.)
Selbstüberschätzung ist keine generelle Persönlichkeitseigenschaft eines Menschen. Manche Menschen gehen einige Aufgaben mit Selbstüberschätzung an, andere dagegen mit Selbstunterschätzung. Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten tendenziell in Aufgabenbereichen, die einfach und üblich sind (Autofahren, sich gut mit anderen sozialisieren, etc.) und unterschätzen sie tendenziell bei schwierigen Aufgaben (Moore und Small, 2004).
In Laborexperimenten konnten Muriel Niedere (Princeton) und Lise Verterlund (Copenhagen Business School) zeigen, dass Männer sich eher für Vergütungssysteme (z.B. Bezahlung) im Rahmen von Wettbewerben entscheiden, wogegen Frauen sich eher für Entlohnungssysteme mit Stücklohn (piece-rate) entscheiden. Die teilnehmenden Männer überschätzten im Schnitt ihre Fähigkeiten, Frauen unterschätzten sie.[2][3]
Menschen mit schwachem Selbstwert können zur Selbstüberschätzung neigen, um von ihren subjektiven oder objektiven Schwächen und Unkenntnissen abzulenken. Sie sind dabei häufig wenig selbstkritisch. Viele versuchen, eine realistische Überprüfung tatsächlicher Fähigkeiten zu vermeiden, zum Beispiel durch Hochmut, oder sich einer solchen zu entziehen. Andauernde Selbstüberschätzung kann zu Misserfolgen und Scheitern führen.
Ein weiteres Beispiel ist ein übermäßiges Zutrauen in die Prognosefähigkeit über künftige Aktienkurs-Verläufe oder deren Schwankungsbreite.[4]