SelbstmördertürSelbstmördertür ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Fahrzeugtüren, die nicht vorne, sondern hinten an den B- oder C-Säulen angeschlagen sind. Diese Bauart ist wegen des größeren Platzangebots beim Ein- und Aussteigen (Freihalten des Trittbereichs neben dem Auto und griffgünstigere Lage der Türöffner) in der Regel bequemer.
GeschichteDiese Bauart war seit den Anfangstagen der geschlossenen Karossen üblich, wurde jedoch 1961 in Deutschland verboten, weil bei versehentlichem Öffnen während der Fahrt die Türen nicht durch den Fahrtwind zugedrückt werden, sondern schlagartig aufgerissen werden. Im schlimmsten Fall wird der Insasse dabei aus dem Fahrzeug gezogen. Eine besondere Gefahr bestand für Kinder, die früher weder angegurtet waren, noch in Kindersitzen saßen. Das Verbot war jedoch seinerzeit umstritten. Seine Gegner wiesen darauf hin, dass beim Aufprall des Fahrzeugs die Selbstmördertüren auch bei verzogener Karosserie nicht aufsprangen und die Insassen nicht aus dem Fahrzeug geschleudert werden konnten. Ein weiteres Argument war, dass vorn angeschlagene Türen bei unachtsamer Öffnung durch ein von hinten kommendes Fahrzeug abgerissen werden, während eine Selbstmördertür dann wieder zugeschlagen würde. Es gab Hersteller, die in laufender Produktion die Türanschläge der neuen Gesetzeslage anpassten: der Fiat Nuova 500 ist ein Beispiel dafür. Frühe Modelle haben die Türscharniere hinten und die Türgriffe vorn, bei den späteren Exemplaren ab 1965 war es umgekehrt. Weil die Gesetzeslage die Selbstmördertüren schon früher verbot, hatte Fiat für die letzten drei Produktionsjahre des D-Modells eine Ausnahmegenehmigung erwirkt, die mit einem speziellen Stempel in jedem Fahrzeugbrief vermerkt wurde. Derzeit erleben die Selbstmördertüren eine kleine Renaissance, verschiedene Automobildesigner experimentieren wieder mit diesem Stilmittel. Auflage für die Betriebserlaubnis ist eine Sicherung, die verhindert, dass die Türen während der Fahrt geöffnet werden können. Ansonsten ist diese Bauart nach wie vor bei Fahrzeugen mit niedriger Bauartgeschwindigkeit wie beispielsweise Traktoren, Baumaschinen u. ä. sehr weit verbreitet. Automobile mit Selbstmördertüren (Auswahl)Wegen der einfacheren Konstruktion
Mit hinten angeschlagenen Türen als Stilmittel
Aktuelle Modelle
Mit hinten angeschlagenen Türen, teils aus Konstruktions- teils aus Stilgründen
Automobile mit Selbstmördertüren (noch nicht geordnet)
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