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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Köln | |
| Kreis: | Heinsberg | |
| Höhe: | 69 m ü. NN | |
| Fläche: | 42,08 km² | |
| Einwohner: |
10.245 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 243 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 52538 | |
| Vorwahlen: | 02456, Saeffelen 02455 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HS | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 70 024 | |
| LOCODE: | DE SKT | |
| NUTS: | DEA29 | |
| Gemeindegliederung: | 16 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Am Rathaus 13 52538 Selfkant | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Herbert Corsten (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg | ||
Der Selfkant (niederländisch Zelfkant) ist die westlichste Gemeinde Deutschlands. Sie liegt bei 5° 55' östlicher Länge im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg. Die Gemeinde ist Mitglied im Zipfelbund, der Vereinigung der vier in der jeweiligen Haupthimmelsrichtung am äußersten Rande Deutschlands gelegenen Kommunen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde Selfkant liegt in der Landschaft Selfkant zwischen den Flüssen Wurm im Osten und Maas im Westen. Das Gemeindegebiet grenzt im Südwesten unmittelbar an die niederländische Stadt Sittard an.
In der nordwestlichen Ecke des Gebiets des Ortsteils Isenbruch befindet sich der westlichste Punkt[2] Deutschlands. Auch schon vor[3] den Grenzverschiebungen nach dem Ersten Weltkrieg bei Eupen und Malmedy galt Isenbruch als der westlichste Punkt der preußischen Rheinprovinz bzw. Deutschlands. Eine Informationstafel[4] an der Straße verweist auf den ca. 60 m entfernten Grenzstein 309B, der in einer Hecke[5] steht. Ab 1949 war der Ort niederländisch besetzt, wurde aber 1963 an Deutschland zurückgegeben.
Die Gemeindegrenze zu den Niederlanden ist rund 27 km lang, die Grenzlinie zu anderen deutschen Gemeinden weist nur 6 km Länge auf. Die Westspitze der Gemeinde Selfkant reicht bis auf 4,75 km an die Maas heran, die hier die Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien bildet.
Die nächstgelegenen Großstädte sind Aachen, Maastricht und Mönchengladbach. Die Entfernung zum ostnordöstlich gelegenen Mönchengladbach beträgt rund 42 km.
In der folgenden Tabelle wird die Gemeindegliederung mit den Einwohnerzahlen vom 31. Januar 2008 (Informationen des Einwohnermeldeamtes) angegeben:
| Ortsteil | Einwohner insgesamt |
|---|---|
| Dieck | 10 |
| Großwehrhagen | 148 |
| Havert | 513 |
| Heilder | 248 |
| Hillensberg | 668 |
| Höngen | 1282 |
| Isenbruch | 282 |
| Kleinwehrhagen | 107 |
| Millen | 327 |
| Millen-Bruch | 64 |
| Saeffelen | 950 |
| Schalbruch | 996 |
| Stein | 201 |
| Süsterseel | 1651 |
| Tüddern | 2071 |
| Wehr | 814 |
| Gemeinde Selfkant | 10332 |
Die wichtigste Herrschaft des Selfkants im Mittelalter war zunächst Millen, der Sitz des Geschlechts der Herren von Millen, das im Jahre 1282 in die Herrschaft Heinsberg eingegliedert wurde. Schließlich erwarb im Jahre 1499 der Herzog von Jülich die Herrschaft Heinsberg und Millen wurde zum Sitz eines Jülichschen Amtmannes. Die Orte Tüddern, Wehr, Süsterseel und Hillensberg gehörten zum Amt Born und ab 1709 zum Amt Sittard.
Von 1794 bis 1815 gehörte der Selfkant zum französischen Kanton Sittard. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam der Selfkant an die preußische Rheinprovinz. Zu dieser Zeit wurde die Grenze zum benachbarten Königreich der Niederlande festgelegt und blieb bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bestehen.
Die Niederlande forderten nach dem Zweiten Weltkrieg eine Entschädigung für die Kriegsschäden. Als Faustpfand sollte hierzu der besetzte Selfkant dienen. Hierzu wurde der Selfkant seit dem 23. April 1949 entsprechend der Schlusserklärung der Londoner Deutschland-Konferenz vom 23. Dezember 1948 unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt. Dies bedeutete zugleich aber auch den Verlust der Anbindung des Selfkantes an das westdeutsche Eisenbahnnetz, da die Geilenkirchener Kreisbahnen ihren Betrieb im Selfkant einstellen mussten, vgl. hierzu Bahnhöfe im Selfkant.
In der folgenden Zeit wurde in den jetzt niederländischen Selfkant viel investiert, z. B. in den Bau von Wohnungen und Straßen. Im März 1957 begannen die offiziellen Verhandlungen zwischen dem Königreich der Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland über die Rückgabe des Gebietes. Daraufhin wurde die den Selfkant durchquerende Straße N 274 mit Über- und Unterführungen kreuzungsfrei angelegt, um nach der Gebietsrückgabe eine schnelle Transitverbindung ohne Grenzabfertigung zwischen den niederländischen Städten Heerlen und Roermond zu ermöglichen.
Seit dem 1. August 1963 gehört das Gebiet nach Zahlung von 280 Mio. DM an das Königreich der Niederlande wieder uneingeschränkt zur Bundesrepublik Deutschland. Aus dem bestehenden Amt Selfkant wurden die alten Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern und Wehr gebildet. Zwei Monate später, am 21. Oktober 1963, wurden die ersten Wahlen der Gemeinderäte unter deutscher Verwaltung abgehalten.
Die einzelnen Gemeinden sowie die Gemeinde Saeffelen aus dem Amt Waldfeucht wurden am 1. Juli 1969 zur Gemeinde Selfkant zusammengeschlossen.[6]
1971 fand im Selfkant das jährliche Intercamp der Pfadfinder statt.
Der im Selfkant liegende Abschnitt der Straße zwischen Heerlen und Roermond wurde 2002 in deutsche Verwaltung übergeben, da die Transitregelung durch das Schengener Abkommen gegenstandslos geworden war. Die Straße wurde daraufhin, nach Herstellung einiger Kreuzungsanschlüsse, als L 410 in das deutsche Straßennetz einbezogen.
Ab dem 21. Oktober 2009 verteilen sich die Sitze des Gemeinderates wie folgt:
(Stand Kommunalwahl am 30. August 2009)
Partnergemeinden der Gemeinde Selfkant sind die anderen Zipfelgemeinden der Bundesrepublik Deutschland, also die Gemeinden, die am weitesten nördlich, östlich und südlich liegen. Dabei handelt es sich um das schleswig-holsteinische List auf der Insel Sylt, um das sächsische Görlitz und um das bayerische Oberstdorf.
Der Selfkant ist geprägt durch seine Musikkultur, die sich insbesondere in der jährlichen Ausspielung der Selfkantplakette unter den Spielmannszügen zeigt.
Seit der Ausspielung der Selfkantplakette im Jahr 2006 wird zum Abschluss des Wettstreits und vor der Preisverleihung von allen Spielmannszügen gemeinsam der „Selfkantmarsch“ gespielt. Er wurde eigens für diesen Wettbewerb vom Komponisten P.H. Wolters aus Montfort als Auftragskomposition komponiert. Den Gesang, der im Trio gesungen wird, textete Bürgermeister Herbert Corsten.[7]
Erkelenz | Gangelt | Geilenkirchen | Heinsberg | Hückelhoven | Selfkant | Übach-Palenberg | Waldfeucht | Wassenberg | Wegberg
Dieck | Großwehrhagen | Havert | Heilder | Hillensberg | Höngen | Isenbruch | Kleinwehrhagen | Millen | Millen-Bruch | Saeffelen | Schalbruch | Stein | Süsterseel | Tüddern | Wehr