|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Zu den Metallen der Seltenen Erden gehören die chemischen Elemente der 3. Gruppe des Periodensystems (mit Ausnahme des Actiniums) und die Lanthanoide â insgesamt also 17 Elemente. Nach den Definitionen der anorganischen Nomenklatur heiĂt diese Gruppe chemisch Ă€hnlicher Elemente Seltenerdmetalle. Im Deutschen gibt es des Weiteren den Begriff Seltene Erdelemente und passend dazu das dem englischen REE (Rare Earth Elements) nachempfundene KĂŒrzel SEE.
Man unterscheidet ferner Schwere- und Leichte-Seltene-Erdelemente, die exakte Einteilung ist hierbei strittig.
| Leichte Seltene-Erdelemente (engl. LREE) |
Ordnungszahl |
| Scandium | (21) |
| Lanthan | (57) |
| Cer | (58) |
| Praseodym | (59) |
| Neodym | (60) |
| Promethium | (61) |
| Samarium | (62) |
| Europium | (63) |
| Schwere Seltene-Erdelemente (engl. HREE) |
Ordnungszahl |
| Yttrium | (39) |
| Gadolinium | (64) |
| Terbium | (65) |
| Dysprosium | (66) |
| Holmium | (67) |
| Erbium | (68) |
| Thulium | (69) |
| Ytterbium | (70) |
| Lutetium[1] | (71) |
<div style="clear:both"/>
Inhaltsverzeichnis |
Die oft verwendete abgekĂŒrzte Bezeichnung Seltene Erden statt Metalle der Seltenen Erden ist missverstĂ€ndlich. Der Name der Gruppe stammt aus der Zeit der Entdeckung dieser Elemente und beruht auf der Tatsache, dass sie zuerst in seltenen Mineralien gefunden und aus diesen in Form ihrer Oxide (frĂŒher âErdenâ genannt) isoliert wurden. Nur Promethium, ein kurzlebiges radioaktives Element, ist in der Erdkruste wirklich selten. Einige der Metalle der Seltenen Erden (Cer, Yttrium und Neodym) kommen in der Erdkruste hĂ€ufiger vor als beispielsweise Blei, MolybdĂ€n oder Arsen. Thulium, das seltenste stabile Element der Seltenen Erden, ist immer noch hĂ€ufiger vorhanden als Gold oder Platin.
Die Bezeichnung Metalle der Seltenen Erden ist insofern berechtigt, als gröĂere LagerstĂ€tten von geeigneten Mineralien tatsĂ€chlich selten sind. Die Elemente kommen zumeist nur jeweils in kleinen Mengen, in sehr vielen, weit verstreut lagernden Mineralien sowie als Beimischungen in anderen Mineralien vor. Ein GroĂteil der industriellen Gewinnung von Seltenerdmetallen geschieht daher als Nebenprodukt durch die chemische Aufbereitung bei der Gewinnung anderer, stĂ€rker konzentriert vorliegender Metalle aus deren Erzen.
Die Ăhnlichkeit der chemischen Eigenschaften der Seltenerd-Metalle macht ihre Trennung aufwĂ€ndig und kostspielig. Oft genĂŒgt es, preiswertes Mischmetall einzusetzen. Es ist eine Mischung aus Seltenerd-Metallen, die bei der Aufbereitung von Seltenerd-Erzen, zum Beispiel Monazit, anfĂ€llt. Seltenerd-Metalle zĂ€hlen zu den sogenannten inkompatiblen Elementen.
Von besonderem Interesse sind die spektroskopischen Eigenschaften Seltener Erden. So weisen sie im Festkörper, im Gegensatz beispielsweise zu Halbleitern, ein diskretes Energiespektrum auf. Dies liegt an der besonderen Struktur der ElektronenhĂŒlle. Optische ĂbergĂ€nge finden innerhalb der 4f-Schale statt, welche durch die gröĂeren besetzten 5s-, 5p- und 6s-Schalen nach auĂen hin abgeschirmt ist. Eine Bandstruktur kann sich aufgrund dieser Abschirmung fĂŒr die f-Orbitale nicht ausbilden. Die Absorptionslinien sind, aufgrund der fĂŒr die einzelnen Ionen der Elemente unterschiedlichen elektronischen Umgebung im Kristall (Kristallfeld), ausgesetzt. Die inhomogene Linienbreite reicht, je nach Kristall, von einigen hundert Gigahertz bis zu etwa zehn Gigahertz.
Im atomaren Zustand sind die meisten dieser ĂbergĂ€nge hingegen âverbotenâ (siehe Verbotener Ăbergang). Im Festkörper hebt das Kristallfeld durch andere ĂbergĂ€nge diese atomaren Verbote jedoch zu einem gewissen Grad auf. Die Ăbergangswahrscheinlichkeiten sind dennoch gering.
| 1 H |
2 He | ||||||||||||||||||||||||||||||
| 3 Li |
4 Be |
5 B |
6 C |
7 N |
8 O |
9 F |
10 Ne | ||||||||||||||||||||||||
| 11 Na |
12 Mg |
13 Al |
14 Si |
15 P |
16 S |
17 Cl |
18 Ar | ||||||||||||||||||||||||
| 19 K |
20 Ca |
21 Sc |
22 Ti |
23 V |
24 Cr |
25 Mn |
26 Fe |
27 Co |
28 Ni |
29 Cu |
30 Zn |
31 Ga |
32 Ge |
33 As |
34 Se |
35 Br |
36 Kr | ||||||||||||||
| 37 Rb |
38 Sr |
39 Y |
40 Zr |
41 Nb |
42 Mo |
43 Tc |
44 Ru |
45 Rh |
46 Pd |
47 Ag |
48 Cd |
49 In |
50 Sn |
51 Sb |
52 Te |
53 I |
54 Xe | ||||||||||||||
| 55 Cs |
56 Ba |
57 La |
58 Ce |
59 Pr |
60 Nd |
61 Pm |
62 Sm |
63 Eu |
64 Gd |
65 Tb |
66 Dy |
67 Ho |
68 Er |
69 Tm |
70 Yb |
71 Lu |
72 Hf |
73 Ta |
74 W |
75 Re |
76 Os |
77 Ir |
78 Pt |
79 Au |
80 Hg |
81 Tl |
82 Pb |
83 Bi |
84 Po |
85 At |
86 Rn |
| 87 Fr |
88 Ra |
89 Ac |
90 Th |
91 Pa |
92 U |
93 Np |
94 Pu |
95 Am |
96 Cm |
97 Bk |
98 Cf |
99 Es |
100 Fm |
101 Md |
102 No |
103 Lr |
104 Rf |
105 Db |
106 Sg |
107 Bh |
108 Hs |
109 Mt |
110 Ds |
111 Rg |
112 Cn |
113 Uut |
114 Uuq |
115 Uup |
116 Uuh |
117 Uus |
118 Uuo |
| Jahr | Element/Mineral | Entdecker | Namensgebung |
|---|---|---|---|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Hisinger |
|
| |
|
G. Rose |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
(ab 1864 bekannt als Terbium) |
|
|
| |
(ab 1864 bekannt als Erbium) |
|
|
| |
|
|
Eigenschaft: Zwischen Erbium und Yttrium |
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
(alter Name: Thule) |
| |
|
|
|
| |
|
|
Schwer beizukommen |
| |
|
|
|
| |
|
|
GrĂŒner Zwilling |
| |
|
|
Neuer Zwilling |
| |
|
|
|
| |
|
Auer von Welsbach |
(lateinisch Lutetia) |
| |
|
Glendenin Coryell |
|
Im Jahr 1787 entdeckte Carl Axel Arrhenius, ein Leutnant der schwedischen Armee, ein ungewöhnliches Exemplar schwarzen Erzes nahe der Feldspatmine bei Ytterby.[2] 1794 isolierte Johan Gadolin, ein finnischer Professor an der UniversitĂ€t von Ă bo, ca. 38 % einer neuen, bislang nicht beschriebenen âErdeâ (Oxid). Obwohl Arrhenius das Mineral Ytterite benannt hatte, bezeichnete es Anders Gustaf Ekeberg als Gadolinit. Kurz darauf, im Jahre 1803, isolierten der deutsche Chemiker Martin Heinrich Klaproth sowie Jöns Jakob Berzelius und Wilhelm von Hisinger in Schweden unabhĂ€ngig voneinander eine Ă€hnliche âErdeâ aus einem Erz, das 1751 Axel Frederic Cronstedt in einer Mine nahe BastnĂ€s in Schweden gefunden hatte. Dieses Mineral wurde Cerit und das Metall Cer benannt, nach dem damals gerade entdeckten Planetoiden Ceres.
Carl Gustav Mosander, ein schwedischer Chirurg, Chemiker und Mineraloge, fĂŒhrte zwischen 1839 und 1841 Versuche zur thermischen Zersetzung einer Probe aus Nitrat, die aus Cerit gewonnen war, durch. Er laugte das Produkt mit verdĂŒnnter SalpetersĂ€ure aus, identifizierte das unlösliche Produkt als Ceroxid und gewann schlieĂlich zwei neue âErdenâ aus der Lösung, Lanthana (zu verstecken) und Didymia (Zwillingsbruder von Lanthana). Auf Ă€hnliche Weise isolierte Mosander 1843 drei oxidische Fraktionen aus dem ursprĂŒnglichen Yttriumoxid: Eine weiĂe (Yttriumoxid), eine gelbe (Erbiumoxid) und eine rosa (alt: Terbiumoxid).
Diese Beobachtungen fĂŒhrten zu einer Periode intensiver Erforschung sowohl von Ceroxid als auch von Yttriumoxid bis gut in die 1900er Jahre hinein, an der bedeutende Forscher der damaligen Zeit beteiligt waren. Es gab Doppelarbeit, ungenaue Berichte, zweifelhafte EntdeckungsansprĂŒche und unzĂ€hlige Beispiele von Verwirrung aufgrund mangelnder Kommunikationsmöglichkeiten und fehlender Charakterisierungs- und Trennmethoden. Angesichts der vorhandenen Methoden kann jedoch nur Bewunderung ĂŒber den damaligen Einfallsreichtum und die Ausdauer der Wissenschaftler aufkommen.
Nach 1850 diente die neu entdeckte Spektroskopie dazu, das Vorhandensein der bekannten Elemente nachzuweisen und neue zu identifizieren. 1864 nutzte Marc Delafontaine, ein schweizerisch-amerikanischer Chemiker, die Methode, um Yttrium, Terbium und Erbium als Elemente eindeutig nachzuweisen. Er verwechselte dabei die Namen von Terbium und Erbium, die bis heute so blieben.
1885 begann Carl Auer von Welsbach mit Untersuchungen an Didym. Zum damaligen Zeitpunkt wurde bereits vermutet, dass es sich bei diesem nicht um ein einziges Element handelte. Jedoch waren die bisherigen Anstrengungen, die einzelnen Elemente zu trennen, nicht erfolgreich gewesen. Auer wandte dabei seine Methode der fraktionierten Kristallisation an, statt eine fraktionierte FÀllung. Dadurch gelang ihm die Trennung des vermeintlichen Didyms in Praseodym und Neodym. 1907 veröffentlichte er Versuchsergebnisse zur Existenz von zwei Elementen in Ytterbium, die er Aldebaranium und Cassiopeium nannte. Nach dem lÀngsten PrioritÀtsstreit in der Geschichte der Chemie mit dem französischen Chemiker Georges Urbain werden diese heute Ytterbium und Lutetium bezeichnet.
Mit Lutetium wurde das Kapitel der Geschichte der Entdeckung der natĂŒrlich vorkommenden Metalle der Seltenen Erden, die lĂ€nger als ein Jahrhundert gedauert hatte, abgeschlossen. Auch wenn alle natĂŒrlich vorkommenden Metalle der Seltenen Erden entdeckt waren, war dies den damaligen Forschern nicht bewusst. So setzten sowohl Auer als auch Urbain ihre Arbeiten fort. Die theoretische ErklĂ€rung zur groĂen Ăhnlichkeit der Eigenschaften der Metalle der Seltenen Erden und auch zur Maximalanzahl dieser kam erst spĂ€ter mit der Entwicklung der Atomtheorie. Die Ordnungszahl wurde 1912 durch van den Broek eingefĂŒhrt. Henry Growyn und Henry Moseley entdeckten 1913, dass es eine mathematisch darstellbare Beziehung zwischen der Ordnungszahl eines Elementes und der Frequenz der emittierten Röntgenstrahlen an einer Antikathode des gleichen gibt. Urbain unterwarf daraufhin alle Elemente der Seltenen Erden, die in jĂŒngster Zeit entdeckt worden waren, dem Test von Moseley und bestĂ€tigte, dass sie echte Elemente waren. Der Bereich der Elemente der seltenen Erden vom Lanthan mit der Ordnungszahl 57 bis zum Lutetium mit 71 wurde aufgestellt, 61 war jedoch noch nicht bekannt.
1941 bestrahlten Forscher der UniversitĂ€t von Ohio Praseodym, Neodym und Samarium mit Neutronen, Deuteronen und Alphapartikeln und erzeugten dadurch neue RadioaktivitĂ€ten, die höchstwahrscheinlich auf die des Elementes Nummer 61 zurĂŒckzufĂŒhren waren. Die Bildung von Element 61 wurde auch 1942 von Wu und Segre beansprucht. Der chemische Nachweis gelang 1945 am Clinton Laboratory, dem spĂ€teren Oak Ridge National Laboratory durch Marinsky, Glendenin und Coryell, die das Element durch Ionenaustauschchromatographie aus den Produkten der Kernspaltung von Uran und der Neutronen-Bombardierung von Neodym isolierten. Sie nannten das neue Element Promethium.[3]
In den 1960er- bis 1990er-Jahren leistete Allan Roy Mackintosh entscheidende BeitrÀge zum atom- und festkörperphysikalischen VerstÀndnis der Seltenen Erden.
Die gröĂten Vorkommen von Seltenen Erden befinden sich in China in der Inneren Mongolei (2,9 Millionen Tonnen). Das bislang gröĂte bekannte Vorkommen auĂerhalb Chinas mit mindestens 1,4 Millionen verwertbaren Tonnen ist Mount Weld in West-Australien. Daneben gibt es groĂe Vorkommen in Grönland mit einem Vorkommen von 2,6 Millionen Tonnen â deren Abbau wird allerdings erst erforscht. Ebenso wurden groĂe Vorkommen in Kanada entdeckt. Bereits erschlossene Vorkommen von Seltenen Erden befinden sich auĂerdem in den USA (Mountain Pass Mine, Kalifornien), Indien, Brasilien und in Malaysia.[4] SĂŒdkorea will zukĂŒnftig Seltene Erden in Kooperation mit Vietnam fördern.[5] GröĂere Mengen Seltener Erden wurden durch japanische Wissenschaftler Mitte 2011 im Pazifik entdeckt.[6] Auch in Deutschland wird derzeit Exploration betrieben, im Fokus steht dabei eine LagerstĂ€tte nahe Storkwitz bei Delitzsch (Sachsen), man erhofft sich hier Ressourcen von etwa 41.600 Tonnen an Seltener Erden.[7] Die wichtigsten Erze der Seltenerdenmetalle sind der Monazit und der BastnĂ€sit.
| Land | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | erkundete Reserven in Tonnen |
|---|---|---|---|---|---|
| Russland | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | 169.400.000 |
| China | 119.000 | 120.000 | 120.000 | 120.000 | 84.900.000 |
| Indien | 2700 | 2700 | 2700 | 2700 | 3.100.000 |
| Brasilien | 730 | 730 | 650 | 650 | 48.000 |
| Malaysia | 200 | 200 | 380 | 380 | 30.000 |
| GUS-Staaten | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | 19.000.000 |
| USA | 0 | 0 | 0 | 0 | 13.000.000 |
| Australien | 0 | 0 | 0 | 0 | 5.400.000 |
| andere | . | . | . | . | 22.000.000 |
| Gesamt (gerundet) | 123.000 | 124.000 | 124.000 | 124.000 | 98.600.000 |
Auf dem Erdmond gibt es Vorkommen von KREEP-Mineralien, die in geringer Menge Seltene Erden enthalten. Auch auf anderen Objekten im Weltraum, einschlieĂlich erdnahen Objekten (NEOs), sind Metalle von Seltenen Erden vorhanden.[10][11][12] Es gibt theoretische Ăberlegungen fĂŒr Asteroid Mining.
Die Seltenerdenmetalle kommen in der Natur nicht rein, sondern immer als Mischung mit anderen Seltenerdenmetallen vor. Aus diesem Grund kann bei den entsprechenden Mineralien (z.B. Allanit) keine einheitliche chemische Formel angegeben werden. Es hat sich daher in der Mineralogie eingebĂŒrgert die Elemente der Seltenen Erden in ihrer Summe anzugeben und in der entsprechenden chemischen Formel mit SEE (Seltenerdenelemente) bzw. REE (rare earth elements) abzukĂŒrzen. Wenn möglich ist die Bezeichnung Ln fĂŒr die Lanthanoiden bzw. (Y,Sc,Ln) fĂŒr die Seltenerdenmetalle zu wĂ€hlen.
Die reinen Metalle werden ĂŒberwiegend durch Schmelzflusselektrolyse der Chloride bzw. Fluoride gewonnen. Vorher mĂŒssen die entsprechenden Verbindungen jedoch aus den Erzen, die neben anderen Verbindungen immer Gemische der Seltenen Erden enthalten, ĂŒber zum Teil aufwendige Trennverfahren separiert werden. Im ersten Schritt werden die Erze durch Behandlung mit Laugen oder SĂ€uren aufgeschlossen, zum Teil werden die Erze, wie z.B. Monazit, auch einer Hochtemperaturchlorierung unterworfen, wobei ein Gemisch von Chloriden entsteht. In einem weiteren Schritt werden die aus dem aufgeschlossenen Material gewonnenen Salze einem Trennverfahren unterworfen. HierfĂŒr kommen in Frage:
Seltene Erden werden in vielen SchlĂŒsseltechnologien eingesetzt. Das Metall Europium wird in Röhren- und Plasmabildschirmen benötigt fĂŒr die Rotkomponente im RGB-Farbraum. Seltene Erden bewirken, dass magnetisiertes Eisen die magnetische Wirkung behĂ€lt. Diese Neodym-Magnete werden als Dauermagnete in permanenterregten Elektromotoren verwendet und in Generatoren von Windkraftanlagen sowie im elektrischen Motoranteil von Kfz-Hybrid-Motoren eingebaut. Das Element Lanthan wiederum wird fĂŒr Legierungen in Akkumulatoren benötigt.[13] 13 Prozent der Seltenen Erdmetalle kommen fĂŒr Polituren zum Einsatz. Etwa 12 Prozent werden fĂŒr SpezialglĂ€ser benutzt und 8 Prozent fĂŒr die Leuchtmittel der Plasma- und LCD-Bildschirme, fĂŒr Leuchtstofflampen (in geringerem Umfang auch fĂŒr Kompaktleuchtstofflampen) und RadargerĂ€te. Damit steht dem Verbrauch von 2009 mit 124.000 Tonnen ein erwarteter Bedarf fĂŒr 2012 von 189.000 Tonnen gegenĂŒber.[14] Seltene Erden werden zudem auch in der diagnostischen Radiologie-Medizin als Kontrastmittelbeigabe bei Kernspin-Untersuchungen (Magnetresonanztomographie) verwendet.
Weitere Beispiele gibt es in der Tabelle,[15] unter Verwendung der Lanthanoide, oder in den Artikeln der jeweiligen Elemente.
| Z | Symbol | Name | Etymologie | ausgewÀhlte Verwendungen |
|---|---|---|---|---|
| 21 | Sc | Scandium | von lateinisch Scandia âSkandinavienâ, wo das erste Erz entdeckt wurde. | Stadionbeleuchtung, Brennstoffzellen, RennrĂ€der, Röntgentechnik, Laser |
| 39 | Y | Yttrium | nach dem Entdeckungsort des Seltenen-Erden-Erzes bei Ytterby, Schweden. | Leuchtstofflampe, LCD- und Plasmabildschirme, LEDs, Brennstoffzelle |
| 57 | La | Lanthan | von griechisch lanthanein âversteckt seinâ. | Nickel-Metallhydrid-Akkus (z. B. in Elektro- und Hybridautos, Laptops), Katalysatoren, RuĂpartikelfilter, Brennstoffzellen, GlĂ€ser mit hohem Brechungsindex |
| 58 | Ce | Cer | nach dem Zwergplaneten Ceres. | Auto-Katalysatoren, RuĂpartikelfilter, Ultraviolettstrahlung-SchutzglĂ€ser, Poliermittel |
| 59 | Pr | Praseodym | von griech. prĂĄsinos âlauchgrĂŒnâ, didymos âdoppeltâ oder âZwillingâ. | Dauermagnete, Flugzeugmotoren, Elektromotoren, Glas- und EmaillefĂ€rbung |
| 60 | Nd | Neodym | von griech. neos âneuâ und didymos âdoppeltâ oder âZwillingâ. | Dauermagnete (z. B. in Windkraftanlagen, Kernspintomografen, Festplatten), GlasfĂ€rbung, Laser, CD-Player |
| 61 | Pm | Promethium | von Prometheus, einem Titanen der griechischen Mythologie. | Leuchtziffern, WĂ€rmequellen in Raumsonden und Satelliten (radioaktives Element) |
| 62 | Sm | Samarium | nach dem Mineral Samarskit, das wiederum benannt nach dem Bergingenieur W. M. Samarski. | Dauermagnete (in DiktiergerÀten, Kopfhörern, Festplattenlaufwerken), Raumfahrt, GlÀser, Laser, Medizin |
| 63 | Eu | Europium | neben Americium das einzige nach einem Erdteil benannte Element. | LEDs, Leuchtstofflampen, Plasmafernseher (roter Leuchtstoff) |
| 64 | Gd | Gadolinium | nach Johan Gadolin (1760â1852), dem Namensgeber des Gadolinits. | Kontrastmittel (Kernspintomographie), Radar-Bildschirme (grĂŒner Leuchtstoff), AKW-Brennelemente |
| 65 | Tb | Terbium | nach dem schwedischen Fundort Ytterby. | Leuchtstoffe, Dauermagnete |
| 66 | Dy | Dysprosium | von griech. ÎŽÏ ÏÏÏÏÏÎčÏÎżÏ âunzugĂ€nglichâ. | Dauermagnete (z. B. Windkraftanlagen), Leuchtstoffe, Laser, Atomreaktoren |
| 67 | Ho | Holmium | von Stockholm (lat. Holmia) oder eine Ableitung des Chemikers Holmberg. | Hochleistungsmagnete, Medizintechnik, Laser, Atomreaktoren |
| 68 | Er | Erbium | nach dem schwedischen Fundort Ytterby. | Laser (Medizin), Glasfaserkabel |
| 69 | Tm | Thulium | nach Thule, der mythischen Insel am Rande der Welt. | Leuchtstofflampen, Röntgentechnik, FernsehgerÀte |
| 70 | Yb | Ytterbium | nach dem schwedischen Fundort Ytterby. | Leuchtstofflampen, Röntgentechnik, FernsehgerÀte |
| 71 | Lu | Lutetium | nach dem römischen Namen von Paris, Lutetia. | Positronen-Emissions-Tomografen |
Der Abbau von Seltenen Erden, welche zum Teil selbst giftig sind, erfolgt ĂŒber SĂ€uren, mit denen die Metalle aus den Bohrlöchern gewaschen werden. Der dabei vergiftete Schlamm bleibt zurĂŒck.[16]
Die weltweit geförderte Menge lag im Jahr 2008 bei 124.000 Tonnen. China förderte im Jahr 2006 rund 119.000 Tonnen â was fĂŒnfmal mehr war als die Menge im Jahr 1992. Zum Vergleich: die weltweite Kupferproduktion betrĂ€gt rund 15 Millionen Tonnen pro Jahr. Der Abbau von Vorkommen von Seltenen Erden ist sehr kostenintensiv. China dominiert den Markt (2007: 95 Prozent des Weltmarkts[17], 2010: 97 Prozent), und hat zu Beginn 2011 die Exportmengen zum wiederholten Mal gedrosselt. FĂŒr einige Metalle soll ein komplettes Exportverbot gelten (Yttrium, Thulium und Terbium) und fĂŒr Neodym, Lanthan, Cer und Europium eine Exportquote von 35.000 Tonnen.[18] China möchte mit dieser Politik erreichen, dass die Produktion von SchlĂŒsseltechnologien im eigenen Land durchgefĂŒhrt wird.[19]
Im Oktober 2010 wurden die ExportbeschrĂ€nkungen weiter verschĂ€rft. FĂŒr 2010 wurde eine Quote von nur noch 30.300 Tonnen festgelegt. Diese war bereits Ende August zu 94 Prozent aufgebraucht (28.500 Tonnen). Vor allem fĂŒr das zweite Halbjahr wurden die Exporte massiv eingeschrĂ€nkt (8000 Tonnen gegenĂŒber 28.000 Tonnen im zweiten Halbjahr 2009). Auch die Annahme, wonach diese Politik dazu diene, westliche Produktion nach China zu verlagern, wird inzwischen angezweifelt, zumal es zunehmend Berichte westlicher Unternehmen gibt, dass ihre Werke in China gegenĂŒber den einheimischen Unternehmen benachteiligt wĂŒrden.[20]
Im Jahre 2010 wurden 95 Prozent der Seltenen Erden in China gefördert, allerdings waren bis in die 1990er Jahre hinein die USA das Hauptförderland. Wegen der niedrigen Kosten in China wurde die Förderung in den USA unrentabel. Wegen der begrenzenden MaĂnahmen Chinas will das Bergbauunternehmen Molycorp Minerals den Abbau in den USA wieder aufnehmen.[21] Jedoch fehlen US-Unternehmen inzwischen auch Förderpatente.[22]
Im Streit um eine im Januar 2011 geplante Erhöhung der Ausfuhrzölle fĂŒr Seltene Erden kĂŒndigten die USA im Dezember 2010 an, die Volksrepublik China notfalls vor der WTO zu verklagen.[23] Dies wurde am 13. MĂ€rz 2012 umgesetzt.[24] Als Reaktion auf die internationalen Proteste grĂŒndete die Volksrepublik China im April 2012 einen Wirtschaftsverband fĂŒr Seltene Erden. Der Verband werde den Abbau und die Verarbeitung der Rohstoffe koordinieren und âeinen vernĂŒnftigen Preismechanismusâ entwickeln, teilte das Ministerium fĂŒr Industrie und Informationstechnologie mit. Kritiker sehen in der VerbandsgrĂŒndung den Versuch, den Sektor noch stĂ€rker zu kontrollieren.[25]
Kritisch ist die Situation zwischen China und Japan, da beide Staaten Anspruch auf das erdöl- und erdgasreiche Gebiet der Senkaku-Inseln erheben. Nach der Verhaftung des KapitĂ€ns eines chinesischen Fischkutters, der ein Boot der japanischen KĂŒstenwache gerammt hatte, kam es zu einer Blockierung der Lieferungen von Seltenerdmetallen nach Japan, die erst endete, nachdem der KapitĂ€n aus der Haft entlassen und nach China ausgeflogen worden war. Japanische Unternehmen treffen inzwischen VorsorgemaĂnahmen. So hat Toyota eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die die Versorgung mit Seltenerdmetallen sicherstellen soll. Auch das japanische Ministerium fĂŒr Handel und Wirtschaft hat sich inzwischen des Problems angenommen und versucht anhand einer Unternehmensbefragung einen Ăberblick ĂŒber die Lage zu gewinnen.[20][26]
Nach Angaben von Geologen liegen vor allem auf Grönland und in Kanada weitere potentielle Abbaugebiete; so könne ein Areal im grönlĂ€ndischen Kvanefjeld bis zu 100.000 Tonnen Seltene Erden pro Jahr abwerfen, die der Menge der derzeitigen Gesamtproduktion Chinas von 130.000 Tonnen pro Jahr nahe kĂ€me. Der Abbau in Grönland könne jedoch frĂŒhestens im Jahre 2015 beginnen.[27] BefĂŒrchtungen besonders in Kreisen der deutschen Industrie, wonach die Belieferung mit Seltenen Erden wegen der chinesischen Exportpolitik in Zukunft zu EngpĂ€ssen fĂŒhren könnte, haben sich allerdings entspannt, seitdem Bergbaukonzerne neue Förderungen Seltener Erden in verschiedenen Erdteilen angekĂŒndigt und dafĂŒr teilweise stillgelegte Minen wieder reaktiviert haben. Um 2015 dĂŒrfte sich die Knappheit an Seltenen Erden wieder legen.[28]
Nach einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants werden die Preise fĂŒr schwere Seltene Erden in naher Zukunft ansteigen und langfristig auf einem hohen Niveau bleiben. Die Preise fĂŒr leichte Seltene Erden werden, je nach Vorgehen der chinesischen Politik, in naher Zukunft sinken.[29]