Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Senkaku-Inseln

Senkaku-Inseln
Karte der Inseln (nummeriert)
Karte der Inseln (nummeriert)
Gewässer Ostchinesisches Meer
Geographische Lage 25° 51′ N, 124° 1′ O25.85124.016666667Koordinaten: 25° 51′ N, 124° 1′ O
Karte von Senkaku-Inseln
Anzahl der Inseln 5 Inseln, 3 Felsen
Hauptinsel chin. Diàoyútái /
jap. Uotsuri-jima
Gesamtfläche 5,49 km²dep1
Einwohner (unbewohnt)

Die Senkaku-Inseln (jap. 尖閣諸島, Senkaku-shotō) oder chinesisch Diaoyu(tai)-Inseln (chinesisch 釣魚台群島 / 钓鱼台群岛 Diàoyútái Qúndǎo, 釣魚台列嶼, oder 钓鱼岛及其附属岛屿 Diàoyúdǎo jíqí fùshǔdǎoyǔ ‚Fischerinseln‘) sind eine unbewohnte Inselgruppe auf dem Festlandsockel im Ostchinesischen Meer etwa 200 km nordöstlich von Taiwan und 300 km westlich von Okinawa. Seit 1972 werden sie (wieder) von Japan verwaltet. Die Republik China und die Volksrepublik China beanspruchen unabhängig voneinander seit 1970/71 diese Inseln.

Inhaltsverzeichnis

Namen und Lage der Einzelinseln

Uotsuri-jima
Kita- und Minami-Kojima

Die wichtigsten Inseln und Felsen heißen auf Chinesisch[1] / Japanisch:

  1. Diaoyu Dao (钓鱼岛) / Uotsuri-jima (魚釣島, wörtlich: Angelinsel):
    3,5 km Ost-West-Ausdehnung, ca. 2 km Nord-Süd-Ausdehnung, 3,82 km² Fläche, höchste Erhebung: 362 m, 25° 44′ 39″ N, 123° 28′ 21″ O25.7441666667123.4725,
  2. Chiwei Yu (赤尾嶼 / 赤尾屿) / Taishō-jima (大正島):
    0,06 km², 25° 55′ 20″ N, 124° 33′ 28″ O25.9222222222124.557777778,
  3. Huangwei Yu (黄尾嶼 / 黄尾屿) / Kuba-jima (久場島):
    0,91 km², 25° 55′ 26″ N, 123° 40′ 55″ O25.9238888889123.681944444,
  4. Beixiao Dao (北小岛) / Kita-Kojima (北小島, wörtlich: nördliche kleine Insel):
    0,31 km², 25° 43′ 47″ N, 123° 32′ 29″ O25.7297222222123.541388889,
  5. Nanxiao Dao (南小岛) / Minami-Kojima (南小島, wörtlich: südliche kleine Insel):
    0,40 km², 25° 43′ 24″ N, 123° 33′ 0″ O25.7233333333123.55

Hinzu kommen die drei Felsen:

  1. Da bei xiao dao (大北小岛) / Oki-no-Kitaiwa (沖ノ北岩, wörtlich: abgelegener nördlicher Felsen):
    25° 46′ 48″ N, 123° 32′ 32″ O25.78123.542222222,
  2. Da nan xiao dao (大南小岛) / Oki-no-Minamiiwa (沖ノ南岩, wörtlich: abgelegener südlicher Felsen):
    25° 45′ 18″ N, 123° 34′ 2″ O25.755123.567222222,
  3. Fei lai dao (飞濑岛) / Tobise (飛瀬):
    25° 44′ 8″ N, 123° 30′ 22″ O25.7355555556123.506111111.

Geschichte

Von chinesischer Seite wird behauptet, die erste schriftliche Dokumentierung dieser Inselgruppe erfolgte 1372 durch chinesische Seeleute (zur Zeit der Ming-Dynastie). Ab 1534 wurden die Inseln wiederholt als Teil des chinesischen Kaiserreichs dargestellt, inkl. Einbindung in das chinesische Küstenverteidigungssystem und Verleihung von Teilen der Inselgruppe durch die Kaiserin an einen Herbalisten.[2]

Japan wiederum behauptet, es habe die Inseln 1884 entdeckt. Es veranlasste ein Jahr später Untersuchungen durch die Präfekturregierung Okinawa, die die Inseln sowohl unbewohnt als auch ohne Spuren chinesischer Erschließung vorgefunden haben soll. Daraufhin beschloss die Regierung am 14. Januar 1895, kurz vor der Niederlage Chinas drei Monate später im Ersten Japanisch-Chinesischer Krieg, auf den Inseln Gebietsmarken aufzustellen und sie zum japanischen Hoheitsgebiet zu erklären.[3] Sie wurden zunächst in den Landkreis Yaeyama eingegliedert und ab 1896 von der Stadt Ishigaki verwaltet.[4] Die Inseln wurden dann von Arbeitern der dort errichteten Fabriken für getrockneten Katsuobushi bewohnt.[5]

Nach der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg musste Japan im Friedensvertrag von San Francisco Taiwan an die Republik China abtreten, während alle Nansei-Inseln südlich des 29. Breitengrads, inkl. der Ryūkyū-Inseln und Senkaku-Inseln, unter US-amerikanische Militärverwaltung gestellt wurden. Sowohl die Republik China als auch die Volksrepublik China gehörten nicht zu den Unterzeichnern des Vertrags.[6] Während der 1950er und 1960er Jahre blieb es ruhig um die Inseln, bis 1968/69 größere Erdöl- und Erdgasreserven entdeckt wurden. Erst als die USA 1970 daraufhin ankündigten, die Senkaku-Inseln gemeinsam mit den Ryūkyū-Inseln an Japan zurückgeben zu wollen, erhoben die Republik als auch die Volksrepublik China 1970/71 formell ihre Ansprüche auf die Inseln. Die Inseln wurden schließlich 1972 von den USA an Japan zurückgegeben. In der Folge gab es mehrere Zusammenstöße mit japanischen Nationalisten, die auf einer der Inseln einen Leuchtturm errichtet hatten. Ferner wurden mehrmals chinesische Fischerboote von der japanischen Marine bzw. Küstenwache aufgebracht.[7]

Der jüngste Vorfall datiert vom 7. September 2010, bei dem ein chinesisches Fischerboot zwei Schiffe der japanischen Küstenwache jeweils einmal rammte, davon zumindest einmal absichtlich.[8] Der Kapitän des Fischerbootes wurde daraufhin von der Küstenwache verhaftet. Als sich Japan weigerte, den chinesischen Seemann in die Heimat zu entlassen, brach China die bilateralen Kontakte auf Zentral- und Provinzregierungsebene mit Japan ab.[9] Darüber hinaus stoppte China den Export wichtiger Metalle für den Hi-Tech-Sektor [10] für zwei Monate[11], wies seine heimischen Reiseunternehmen an, nicht mehr für Reisen nach Japan zu werben oder diese zu fördern[12] und nahm vier japanische Personen in einem Sperrgebiet fest.[13] Die Festnahmen werden von japanischer Seite als Racheaktion gesehen.[14] Wegen dieses Vorfalls hatte US-Außenministerin Hillary Clinton dem japanischen Außenminister Seiji Maehara am 23. September 2010 versichert, dass die Inseln unter den amerikanisch-japanischen Sicherheitspakt fallen. Auch US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, Washington werde seine „Bündnisverpflichtungen erfüllen“, so dass im Fall eines militärischen Konflikts mit China die USA Japan zu Hilfe kommen würden.[15] Am 25. September 2010 ließ die japanische Staatsanwaltschaft den chinesischen Kapitän frei. Am 30. September wurden die ersten drei, am 8. Oktober der vierte Japaner auf Kaution freigelassen.[14]

Am 17. Januar 2012 protestierte die Regierung der Republik China offiziell gegen Japans Entscheidung mehrere unbewohnte Inseln der Inselgruppe zu benennen.[16]

Siehe auch

Literatur

  •  Seokwoo Lee: Territorial Disputes among Japan, China And Taiwan Concerning the Senkaku Islands. In: International Boundaries Research Unit (Hrsg.): Boundary & Territory Briefing. Volume 3, Nr. 7, 2002 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).</span>

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 神圣的领土钓鱼诸岛. 新华网, engl. Xinhua Net, abgerufen am 5. Juli 2009 (chinesisch).
  2. Lee: Territorial Disputes among Japan, China And Taiwan Concerning the Senkaku Islands. S. 12/13
  3. Lee: Territorial Disputes among Japan, China And Taiwan Concerning the Senkaku Islands. S. 11
  4. Lee: Territorial Disputes among Japan, China And Taiwan Concerning the Senkaku Islands. S. 4
  5. King-of-the-islands tiff. In: japantimes.co.jp. 10. September 2010, abgerufen am 10. September 2010.
  6. Lee: Territorial Disputes among Japan, China And Taiwan Concerning the Senkaku Islands. S. 5
  7. Lee: Territorial Disputes among Japan, China And Taiwan Concerning the Senkaku Islands. S. 6–8
  8. Senkaku collision footage leaked on the Web. In: The Japan Times Online. 5. November 2010, abgerufen am 5. November 2010.
  9. Ein Kapitän, ein paar Inseln und die nationale Ehre. In: sueddeutsche.de. 21. September 2010, abgerufen am 23. September 2010.
  10. Japan: China stoppt Export wichtiger Metalle für High-Tech-Sektor. In: de.reuters.com. 24. September 2010, abgerufen am 24. September 2010.
  11. W.T.O. Orders China to Stop Export Taxes on Minerals. In: The New York Times. 30. Januar 2012, abgerufen am 30. Januar 2012.
  12. Streitpunkt Senkaku-Inseln. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. September 2010, abgerufen am 9. Oktober 2010.
  13. China nimmt vier Japaner in Sperrgebiet fest. In: spiegel.de. 24. September 2010, abgerufen am 24. September 2010.
  14. a b China frees last Fujita employee. In: The Japan Times Online. 9. Oktober 2010, abgerufen am 9. Oktober 2010.
  15. Tokio dreht bei. In: sueddeutsche.de. 21. September 2010, abgerufen am 23. September 2010.
  16. Taiwan protestiert bei Japan gegen Benennung von Tiaoyutai Inseln. Radio Taiwan International (deutschsprachiger Dienst), 17. Januar 2012, abgerufen am 17. Januar 2012.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.