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Das Shidafu shishi wuguan (chinesisch 士大夫食時五觀 / 士大夫食时五观 Shìdàfū shíshí wǔguān ‚Fünf Betrachtungen zum Speisen von Beamtengelehrten‘) wurde von dem Dichter und Kalligraphen Huang Tingjian (chinesisch 黃庭堅 / 黄庭坚 Huáng Tíngjiān) (1045–1105) in der Zeit der Nördlichen Song-Dynastie verfasst.[1] Es wird auch kurz Shishi wuguan (chinesisch 食時五觀 / 食时五观 Shíshí wǔguān ‚Fünf Betrachtungen zum Speisen‘) genannt. Die kurze Schrift hat fünf Abschnitte.
Die kurze Schrift ist eine Miniaturphilosophie des Essens, ein “kurzes Manifest für ein zurückhaltendes und geregeltes Leben” (Sabban) bzw. moderner formuliert: die Beantwortung imaginärer FAQ über die richtige Einstellung zum Essen von einer Person, die sich nach dem Tod zweier jung verstorbener Ehefrauen dem Buddhismus zugewandt hatte. Im Jahr 1084 hatte er mit einem Gelübde dem Wein, dem Fleisch und der Frauen entsagt.[2]
Das Werk ist eine wichtige Quelle zur Geschichte der chinesischen Ess- und Trinkkultur.
Inhaltsverzeichnis |
Huang Tingjian war in der chinesischen Kalligraphie einer der Vier Meister der Song-Zeit (Song si jia Sòng sì jiā 宋四家), als Dichter wird er dem Su Shi (1037–1101)[3] an die Seite gestellt, wie aus dem Namenspaar Su-Huang (苏黄) hervorgeht. Die Buchreihe Sibu congkan (四部丛刊) reproduziert unter dem Titel Yuzhang Huang xiansheng ji (豫章黄先生集) einen songzeitlichen Druck einer Auswahl seiner Werke.
„Wenn man nun an das Essen denkt, wie viel Arbeit hineingesteckt wurde, angefangen beim Urbarmachen und Kultivieren von Brachland (垦殖), über das Einbringen der Ernte (收获), das Mahlen der Körner (春磑), Aussortieren (淘汰) und Kochen (炊煮) bis es gegessen werden kann. Ganz zu schweigen vom Schlachten von Tieren der Gaumenfreuden wegen, die Nahrungsmittel einer Person erfordern die Arbeit von zehn Personen. Die es sich erlauben können, zu Hause zu bleiben, ohne für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen, erschöpfen nur die Vorräte, die durch die Mühen ihrer Vorfahren erworben wurden. Und wir Regierungsbeamte sind die privilegierten Wenigen, die vom Schweiß und Blut des gemeinen Volkes leben. Darüber sollte man besser schweigen.“[5]
In alten Buchkatalogen ist es auch aufgeführt, aber es ist unter „Pulu“ (谱录 Auflistung von Rezepten) oder „Shipu“ (食谱 Rezeptsammlungen) klassifiziert. Doch dieses Buch berichtet nicht über die Kochkunst, sondern bringt „Lehrsätze bezüglich des Trinkens und Essens“ (饮食之教) vor. Deshalb heißt es: „Ungefähr nach der buddhistischen Lehre verfasste ich Fünf Betrachtungen über die Speisen der Gelehrten und Edlen […][6]
Das Werk ist in den alten Bücherreihen Yimen guangdu 夷门广牍, Shuofu (说郛 /in Kap. 95), Congshu jicheng chubian (丛书集成初编) (wenxue lei 文学类) enthalten, ein moderner Druck ist der der japanischen Büchersammlung Chugoku shokkei sosho. Unter dem Kurztitel Shishi wuguan ist eine mit Anmerkungen versehene Ausgabe von Tang Gen (唐艮) in dem Band Wushi Zhongkuilu der Bücherreihe Zhongguo pengren guji congkan enthalten (Peking, 1987).
Die kurze Schrift ist in Gwinner (1988, S. 62–64) übersetzt.[7]