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Als Silbengrenze, Silbenfuge oder Silbenjunktur bezeichnet man die Grenze zwischen zwei benachbarten Silben. Die Silbengrenze markiert zugleich das Silbenende der ersten und den Silbenanfang der zweiten Silbe. Die Bestimmung der Silbengrenzen bezeichnet man auch als Silbensegmentierung.
Die Silbengrenze wird im IPA mit einem Punkt bezeichnet. Silbengrenzen stimmen nicht unbedingt mit Morphem<b/>grenzen oder der orthographischen Worttrennung überein.
Die Silbengrenze ergibt sich aus der individuellen Eigenart der jeweiligen Silbe:
Wegen der deutschen Auslautverhärtung treten am Silbenende keine stimmhaften Geräuschlaute (Obstruenten) auf. Das [b] im Wort "erblicken" signalisiert also, dass die Silbengrenze nicht dahinter liegen kann, sondern davor liegen muss. Damit ergibt sich gleichzeitig die Stammgrenze und in Folge die Voraussetzung für eine morphologische Analyse des Worts.
Am Anfang eines vokalisch anlautenden Stammes liegt die Prothese eines Glottisverschlusses. Die Lateinschrift hat dafür kein Zeichen, die arabische Schrift das Hamza, die IPA-Lautschrift das davon abgeleitete ˀ. Da dieser Laut in der deutschen Standardaussprache an anderer Stelle nicht vorkommt, signalisiert er den Anfang des Stammes: aberkennen [ˈapˀɛrkɛnən], anerkennen [ˈanˀɛrkɛnən], beenden [bəˈˀɛndən].