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Skispringen ist eine olympische Wintersportart, bei der die Sportler auf Ski den Anlauf einer Skisprungschanze hinabfahren, an einer Rampe (Schanzentisch) abspringen und versuchen, möglichst weit zu fliegen. Bewertet werden neben der Weite auch die Flughaltung und die Landung.
Skispringen wird als Einzelsportart ausgeführt, ist zusammen mit dem Skilanglauf gleichzeitig aber auch ein Teil der Nordischen Kombination (hier auch als Sprunglauf bezeichnet). Ebenso werden Mannschaftsspringen abgehalten, bei denen für jedes teilnehmende Land üblicherweise vier Springer starten. Dabei entspricht das Ergebnis der Mannschaft der Summe der Punktzahlen der vier Einzelspringer.
Das Skispringen auf besonders großen Schanzen (ab einer Hillsize von 185 m, sogenannten Flugschanzen) wird Skifliegen genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Ein Skisprung-Wettbewerb besteht in der Regel aus einem Qualifikationsdurchgang sowie zwei Wertungsdurchgängen. Die 50 besten Springer der Qualifikation dürfen am Hauptwettbewerb teilnehmen, bei Weltcupspringen sind die zehn besten Springer des Gesamtweltcups automatisch qualifiziert. Der Hauptwettbewerb wird in zwei Durchgängen ausgetragen, wobei im zweiten Durchgang nur die 30 besten Springer des ersten Durchgangs teilnehmen können.
Sieger eines Skisprungwettbewerbes ist der Springer mit den meisten Punkten nach den zwei Wertungsdurchgängen. Diese Punkte setzen sich zusammen aus Punkten für die Weite sowie Haltungsnoten (siehe Bewertung). Für die Ermittlung der Platzierung werden die Punkte beider Durchgänge addiert.
Die Sportler fahren beim Skispringen auf Ski in einer vorbereiteten Schneespur (bzw. im Sommer Keramik-, Metall- oder Mattenspur) den Anlauf der Sprungschanze hinab. Zunächst setzt sich der Skispringer auf den Balken, der im Anlauf der Schanze ist, stößt sich mit den Händen vom Balken ab und nimmt die Anlaufposition ein; dabei wird der Oberkörper auf die Oberschenkel gelegt und so eine hockende Haltung erreicht. Nachdem er die Schanze heruntergefahren ist, kommt bei etwa 90 km/h der Absprung vom Schanzentisch. Der Skispringer richtet sich mit einem kräftigen Sprung auf, zieht die Skier zu seinem Körper und breitet sie gleichzeitig zu einem V aus. Dieser Teil des Sprungs ist sehr wichtig für den weiteren Verlauf des Versuches.
Im Flug selber behält der Skispringer diese Flugposition bei, bis er dem Hang so nahe kommt, dass er die Landung einleiten muss. Dazu schließt der Springer sein V und stellt die Skier parallel zueinander. Um bessere Haltungsnoten zu erlangen, bringt der Springer die Füße in eine Schrittposition und breitet die Arme aus. Diese Landetechnik heißt Telemark. Die maximale theoretisch erreichbare Weite wird durch die Schanze selbst bedingt. Als Kennzeichnung des „Schanzentyps“ dient die Hillsize-Marke.
Die Gesamtpunktzahl, die ein Springer für seinen Sprung erhält, setzt sich zu gleichen Teilen aus den Punkten für Weite und Haltung zusammen:
Die Weite wird bei der Videoweitenmessung über Standbilder einer Videokamera gemessen. Dabei wird auf dem Videobild eine Weitenlinie auf den Landepunkt extrapoliert, das heißt aus speziell eingegebenen Messpunkten berechnet, und so die Weite auf 0,5 m genau bestimmt. Bei Ausfall des Systems stehen Weitenrichter bereit. Die Weitennote errechnet sich aus dem K-Punkt der Schanze und der gemessenen Weite.
Gemessen wird vom K-Punkt aus nach vorne oder hinten, und zwar die Entfernung in der geneigten Aufsprungbahn (früher durch Schätzung der Weitenrichter, heute mit Digitalkamera und Computerauswertung). Der K-Punkt hat die angegebene Entfernung (z.B. K 120 = 120 m) von der Grundkante des Schanzentisches, „als ob man ein imaginäres Maßband entlang des Hanges legte“. Beim Springer ist Messpunkt die Fußmitte, bei einem Telemark-Aufsprung die Mitte zwischen beiden Füßen.
Für einen Sprung genau auf den K-Punkt werden 60 Weitenpunkte (bei Flugschanzen 120) vergeben. Für jeden Meter über oder unterhalb des K-Punkts werden abhängig von der Schanzengröße Weitenpunkte addiert oder subtrahiert. Bei Großschanzen, die am häufigsten im Weltcup vertreten sind, sind dies 1,8 Punkte pro Meter, auf Flugschanzen 1,2 Punkte. Daraus ergibt sich die Gesamtpunktzahl für die gesprungene Weite.
Beispiel zur Berechnung der Gesamtnote: (Schanze: K120, Meterwert: 1,8 Punkte/m)
| Weite | Berechnung | Weitenpunktzahl |
|---|---|---|
| 125 m | 60,0 + (125 − 120) · 1,8 | 69,0 |
| Kategorie | A | B | C | D | E | Haltungsnote |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Flug | 0,5 | 0,5 | 0,5 | 0,0 | 0,5 | |
| Landung | 1,5 | 1,0 | 0,5 | 1,5 | 0,5 | |
| Ausfahrt | 0,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
| |
18,5 | |
18,5 | 19,0 | 56,0 |
| Weitennote | Haltungsnote | Gesamtnote |
|---|---|---|
| 69,0 | 56,0 | 125,0 |
Im Skisprung-Weltcup erhalten die 30 besten Springer Weltcup-Punkte. Dies sind in der Regel genau die 30 Teilnehmer des zweiten Durchgangs eines Weltcup-Springens. Kann aus Witterungs- oder sonstigen Gründen ein zweiter Durchgang nicht durchgeführt werden, erhalten die 30 Besten des ersten Durchgangs Weltcup-Punkte. Eine besondere Situation ergibt sich dann, wenn nach dem ersten Durchgang zwei Springer punktgleich auf dem 30. Platz liegen (wie etwa am 20.1.2012 in Zakopane). Dann gehen 31 Springer in den zweiten Durchgang, und der Letzte dieses Bewerbs erhält keine Weltcup-Punkte. Es ist also keinesfalls sicher, dass diese Regelung einen der beiden nach dem ersten Durchgang auf Rang 30 platzierten Springer trifft.
Um flexibler auf Änderungen der Windverhältnisse reagieren zu können, wurden 2009 während der Sommer-Wettbewerbe neue Bewertungsregeln erprobt. Zum einen ist es nun möglich, die Anlauflänge im Wettbewerb zu ändern, ohne den Durchgang neu starten zu müssen. Hierzu wird ein Weitenfaktor (f-Wert) eingeführt, der für jede Sprungschanze individuell angibt, wie sich die Sprungweite bei einer Anlaufverlängerung um einen Meter ändert. Wird im Wettkampf die Anlauflänge modifiziert, so wird den nachfolgenden Athleten die entsprechende Punktzahl gutgeschrieben beziehungsweise abgezogen.
Des Weiteren wird ein Windfaktor eingeführt, der es möglich macht, Änderungen der Windverhältnisse zwischen einzelnen Springern zu kompensieren. [1]
Die Testphase wurde verlängert. Die neuen Regeln kamen bei Wettbewerben im Frühjahr 2010 zum Einsatz, insbesondere bei der Skiflug-WM in Planica, nicht jedoch bei den Olympischen Spielen in Vancouver.[2]
Wie alle modernen nordischen Skisportarten entstand auch das Skispringen in Norwegen. Der erste größere jährlich ausgetragene Skisprungwettkampf fand ab 1879 auf dem Husebybakken in Oslo statt. 1892 zog der Wettbewerb auf den Holmenkollen um, der bis heute als Mekka des nordischen Wintersports gilt. Skispringen gehört seit den ersten Winterspielen 1924 zum olympischen Programm.
Die Technik des Skispringens hat sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich gewandelt. In der Anfangszeit ruderten die Skispringer während des Sprungs bei paralleler Skihaltung mit den Armen. Später streckte man die Arme aus oder hielt sie eng am Körper. Die vorerst letzte technische Revolution gab es Anfang der 1990er Jahre, als sich der Flugstil mit V-förmig gespreizten Skiern (V-Stil) gegenüber dem Parallelstil durchsetzte. Der neue Stil, erstmals von dem Schweden Jan Boklöv praktiziert, erlaubt aufgrund der verbesserten Aerodynamik deutlich weitere Sprünge. Ursprünglich musste Boklöv dafür hohe Punkteabzüge für die Flugtechnik in Kauf nehmen, die wesentlich höhere Weite erlaubte ihm aber trotzdem, Spitzenplatzierungen zu erreichen. Später übernahmen alle Springer diese Technik.
Auch bei der Landung gilt es einen besonderen Stil anzuwenden, den „Telemark“. Der Telemark, der nach der norwegischen Provinz Telemark benannt wurde, weil er dort das erste Mal gesprungen wurde, ist eine Art Ausfallschritt, bei dem das hintere Bein deutlich tiefer gebeugt wird als das vordere Bein. Die so genannte Kacherllandung, auch als Parallellandung bezeichnet, bei der die Ski parallel und vorne bündig aufsetzen, wird oft aus Sicherheitsgründen von den Springern bei besonders großen Weiten ausgeführt, jedoch deutlich schlechter bewertet.
Die Verbesserungen in Technik, Material und Trainingskonzeption haben – wie im Sport typisch – zu einer rasanten Rekordentwicklung geführt. Der erste statistisch festgehaltene Weitenrekord von 1879 lag bei 23 m. Bis 1927 verbesserten nur Norweger den Weitenrekord, dann brach der Schweizer Bruno Trojani mit 72 m den Weltrekord. 1936 gab es den ersten Sprung über 100 m durch den Österreicher Sepp Bradl (101 m). 1962 wurde der Weltrekord durch Peter Lesser auf 141 m, 1965 auf 145 m verbessert. 1967 wurden 150 m vom Norweger Lars Grini gesprungen.
Der erste gestandene Flug über 200 m gelang 1994 dem Finnen Toni Nieminen mit 203 m. Andreas Goldberger (Österreich) erreichte diese Weite am gleichen Tag schon früher; der Sprung galt aber als gestürzt, da Goldberger bei der Landung in den Schnee fasste. Davon abgesehen gab es zu dieser Zeit offiziell keine derartigen Flüge. Aus Gründen der Sicherheit hatte die FIS 1986 beschlossen, Flüge auf 191 m zu beschränken. Damit wurde jeder Flug über diese Marke nur mit 191 m bewertet.[3] Gegen Mitte der 1990er Jahre wurde diese Einschränkung wieder aufgehoben.
Der derzeitige Weltrekord liegt bei 246,5 Meter und wurde am 11. Februar 2011 vom Norweger Johan Remen Evensen in Vikersund (Norwegen), wo er zwei mal Weltrekord flog, in der Qualifikationsrunde für den Weltcup aufgestellt. Davor lag der Weltrekord bei 239 m, gesprungen von Bjørn Einar Romøren (Norwegen) am 20. März 2005 auf der heute weltweit zweitgrößten Skiflug-Schanze im slowenischen Planica. Janne Ahonen (Finnland) sprang beim gleichen Wettbewerb mit 240 m eine noch größere Weite, allerdings stürzte er dabei. Als Weltrekorde gelten nur gestandene Sprünge.
Den Damenweltrekord stellte mit 200 m die Österreicherin Daniela Iraschko am Kulm auf. Dieser Rekord, der im Rahmen des Skifliegens der Herren 2003 aufgestellt wurde, wird allerdings nicht offiziell anerkannt.[4]
Wenn ein Skispringer für seinen Sprung von allen fünf Punktrichtern die Höchstnote 20 erhält, weil keine Punkte in den drei zu bewertenden Kategorien Flug, Landung und Ausfahrt abgezogen werden, gilt das als perfekter Sprung. Bisher haben in der Geschichte des Skispringens nur fünf Springer diese höchste Bewertung erhalten:
| Name | Datum | Ort | Wettbewerb | Platzierung |
|---|---|---|---|---|
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7. März 1976[5] | Oberstdorf | Skifliegen (Internationale Skiflugwochen) | 1. Platz |
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25. Januar 1998 | Oberstdorf | Skiflug-Weltmeisterschaft, Flugschanze, 2. Durchgang[6] | 1. Platz |
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15. Februar 1998[7] | Nagano | Olympische Spiele, Großschanze, 2. Durchgang | 1. Platz |
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17. Januar 1999[8] | Zakopane | Weltcup-Springen, Großschanze, 1. Durchgang | 2. Platz |
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8. Februar 2003[9] | Willingen | Weltcup-Springen, Großschanze, 1. Durchgang | 1. Platz |
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8. Februar 2003[9] | Willingen | Weltcup-Springen, Großschanze, 2. Durchgang | 6. Platz |
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6. Januar 2009[10] | Bischofshofen | Weltcup-Springen, Großschanze, 1. Durchgang | 1. Platz |
Sven Hannawald und Wolfgang Loitzl erhielten für ihren zweiten Sprung jeweils viermal die Haltungsnote 20 und einmal 19,5 Punkte und wurden damit innerhalb einer Sprungveranstaltung neunmal mit der Höchstnote 20 bewertet. Kazuyoshi Funaki ist der einzige Skispringer, dem mehrere fünfmal mit der Höchstnote ausgezeichnete Sprünge gelangen.
Skispringen ist eine gefährliche und technisch hochanspruchsvolle Sportart. Da zudem der Unterhalt der Schanzen und der Materialaufwand für den Skispringer recht teuer ist, ist Skispringen keine Breitensportart. Weltweit gibt es nur wenige tausend aktive Skispringer. In Deutschland sind die Zentren des Skisprungsports die bayerischen Alpen, der Südschwarzwald, der Bayerische Wald, das Erzgebirge, der Thüringer Wald und das nordhessische Willingen.
Skispringen wird derzeit in 30 Ländern in Europa (23 Länder), Asien (5 Länder) und Nordamerika (2 Länder) professionel betrieben.
Am erfolgreichsten sind mit Abstand neun Länder, von denen acht in Europa liegen und nur ein Land in Asien liegt. Die erfolgreichste Nation ist seit vielen Jahren Österreich. Große Erfolge haben aber auch Deutschland, Finnland und Norwegen aufzuweisen. Zu den klassischen Nationen gehören aber auch Slowenien, Polen, Tschechien, Russland und als einzige asiatische Nation Japan.
Zu der Weltspitze gehören aber auch einige Springer aus Frankreich, Italien und der Schweiz.
Zu den kleineren europäischen Nationen gehören Estland, Schweden, Slowakei und die Ukraine. Zudem werden in Rumänien und der Türkei jeweils versucht, ein Team aufzubauen.
In geringerem Umfang wird dies auch in Bulgarien, Kroatien und Lettland versucht. Eine Handvoll Springer gibt es auch in Ungarn, Weißrussland und Niederlande.
In Nordamerika gibt es in der USA zwar Schanzen, die Springer dort konnten bis auf wenige Ausnahmen keine Erfolge verbuchen. In Kanada ist Skispringen eine äußerste Randsportart, weshalb es dort kaum erfolgreiche Skispringer gibt. Außnahmen waren in den 1980er-Jahren Horst Bulau und Steve Collins.
Neben Japan gibt es in Kasachstan und Südkorea noch einige Skispringer in Asien. Sehr wenige Springer gibt es auch in China und Georgien.
Daneben gibt es noch in einigen Nationen Hobby-Springer, unter anderem in Litauen und Serbien, wo es jeweils kleine Schanzen gibt. In Australien versucht ein solowenischer Einwanderer und begeisterter Hobbyspringer namens Tony Mihelcic dort ein Team aufzubauen, nachdem es dort vor einigen Jahrzenten bereits Springer gab; dazu will er auch einen kleinen Schanzenkomplex bauen und dann wird das Projekt starten. Früher gab es auch in vielen anderen Ländern Skispringer, zum Beispiel Dänemark, Island oder Spanien.
Seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 ist Skispringen in den Wettbewerbsdisziplinen vertreten. Seit 1964 werden zwei Einzelwettbewerbe ausgetragen, einer auf der Kleinschanze und einer auf der Großschanze. Bis 1988 war der Konstruktionspunkt der Normalschanze auf 70 m festgelegt, der der Großschanze auf 90 m. Seit 1992 ist die 90-Meter-Schanze die Normalschanze, die Großschanze hat einen Konstruktionspunkt von 120 m. Seit 1988 wird zudem ein Mannschaftspringen veranstaltet. Bis 1984 waren die Olympischen Spiele auch gleichzeitig Weltmeisterschaften.
Die Nordischen Skiweltmeisterschaften wurden erstmals im Rahmen der Olympischen Winterspiele 1924 ausgetragen und finden heute alle zwei Jahre jeweils in den Monaten Januar bis März statt. Skispringen war von Beginn an eine der Wettbewerbsdisziplinen. Seit 1962 gibt es neben dem Springen von der Normalschanze auch einen Einzelwettbewerb auf der Großschanze.
Bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 1978 in Lahti wurde erstmals ein noch inoffizieller Mannschaftswettbewerb ausgetragen, 1982 in Oslo wurden dann erstmals auch Medaillen im Mannschaftswettbewerb vergeben. Bei der Weltmeisterschaft 1984 in Engelberg wurde zudem eine separate Mannschafts-Weltmeisterschaft ausgetragen. Bei den Weltmeisterschaften 2001 und 2005 gab es neben dem üblichen Teamwettbewerb von der Großschanze auch einen von der Normalschanze, den beide Male Österreich gewann.
Der Mannschaftswettbewerb von der Normalschanze ist allerdings kein fester Bestandteil des Programms für Nordische Weltmeisterschaften, er muss vom Veranstalter bei der FIS beantragt werden. „Die Finnen und die Deutschen haben, nachdem sie die WM zugesprochen erhalten hatten, beim Sprungkomitee der FIS angesucht, ob sie zwei Teambewerbe austragen können. Aber es ist nicht die Regel“, bestätigte FIS-Renndirektor Walter Hofer. So wurden bei den nächsten beiden Weltmeisterschaften in Sapporo 2007 und Liberec 2009 wieder nur Mannschaftsmedaillen auf der Großschanze vergeben.
Seit 1972 gibt es eine Skiflug-Weltmeisterschaft, die im jährlichen Wechsel mit den Nordischen Skiweltmeisterschaften ausgetragen wird.
Die besten Skispringer nehmen am Skisprung-Weltcup teil, einer von der FIS seit 1979 während des gesamten Winters ausgetragenen Reihe von rund 30 Veranstaltungen in neun Ländern vor allem Nord- und Mitteleuropas, aber auch in Japan und den USA. Einige der Weltcup-Wettbewerbe finden auf größeren Skiflugschanzen statt. Neben den Einzelwettbewerben finden auch nach Nationen ausgetragene Teamkonkurrenzen statt. Die Rangliste der Skispringer im Weltcup wird durch das FIS-Punktesystem bestimmt. Den Abschluss der Weltcup-Saison bildet im März traditionell das Skifliegen auf einer der weltweit größten Schanzen im slowenischen Planica.
Ab der Saison 2011/2012 tragen auch die Damen eine eigene Wettkampfserie auf Weltcup-Ebene aus. Im April 2011 wurde bekannt, dass es zudem in Zukunft auch Mixed-Wettbewerbe im Skispringen geben soll, bei denen Damen und Herren gemeinsam in einem Wettbewerb an den Start gehen.[11]
| Ort | Schanze | Schanzenrekord (Jahr) |
|---|---|---|
| Oberstdorf (29. oder 30. Dezember) |
Schattenbergschanze | 143,5 m (2003) |
| Garmisch-Partenkirchen (1. Januar) |
Große Olympiaschanze |
143,5 m (2010) |
| Innsbruck (3. oder 4. Januar) |
Bergiselschanze | 136,0 m (2004) |
| Bischofshofen (6. oder 7. Januar) |
Paul-Ausserleitner- Schanze |
143,0 m (2005) |
Seit 1952 findet jährlich über den Jahreswechsel auf vier Sprungschanzen in Deutschland und Österreich die Vierschanzentournee statt. Seit 1979 wird die Tournee im Rahmen des Weltcups veranstaltet. Ihr Gewinn gilt als mindestens so prestigeträchtig wie ein Weltmeistertitel, da die Springer sich in vergleichsweise kurzer Zeit auf vier unterschiedliche Schanzenprofile einstellen müssen. Sven Hannawald ist der erste und bislang einzige Springer, der alle vier Wettbewerbe einer Tournee gewinnen konnte. Janne Ahonen konnte fünf Mal den Gesamtsieg erringen, Jens Weißflog vier Mal. Bei der Vierschanzentournee 2005/06 gab es mit den beiden punktgleichen Springern Janne Ahonen und Jakub Janda erstmals in der Geschichte zwei Sieger.
Seit 1997 werden vier Einzelkonkurrenzen des Weltcups im Rahmen des so genannten Nordic Tournament ausgetragen, einer skandianavischen Entsprechung der Vierschanzentournee. Diese Wettkampfserie umfasst die Springen in Lahti, Kuopio und Lillehammer sowie das prestigeträchtigste Springen auf dem Osloer Holmenkollen. In der Weltcup-Saison 2004/05 gelang es Matti Hautamäki als erstem Skispringer, alle vier Springen des Nordic Tournaments für sich zu entscheiden.
Seit dem Jahr 2009 gibt es die FIS Team Tour, die in Deutschland ausgetragen wird. Das Skifliegen in Oberstdorf kann auch nach Bad Mitterndorf verlegt werden.
Seit 1994 gibt es eine aus sechs bis zehn Springen bestehende Wettkampfserie im Sommer, den auf Mattenschanzen ausgetragenen Sommer-Grand-Prix. Dieser entspricht vom sportlichem Niveau dem Weltcup.
Der Continentalcup, abgekürzt COC, ist die zweithöchste Wettkampfklasse nach dem Weltcup. Üblicherweise treten hier jüngere Springer an, um sich einen Platz im Weltcupteam ihres Landes zu erspringen. Im Gegensatz zu Weltcup und Grand-Prix, die nur im Winter oder Sommer stattfinden, schließt eine COC-Saison Sommer- und Winterspringen ganz ein. Seit 2004 wird auch ein Continentalcup der Damen ausgetragen.
Der erst seit 2005 ausgetragene FIS-Cup ist die unterste vom Internationalen Skiverband ausgetragene Wettkampfserie im Skispringen. Obwohl es keine Altersbeschränkung gibt, nehmen am FIS-Cup hauptsächlich junge Nachwuchssportler teil. Vor Einführung des FIS-Cups wurden auf dieser Ebene bereits so genannte FIS-Springen veranstaltet, für die es jedoch keine Gesamtwertung gab.
Jährlich werden von der FIS Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen. Ebenfalls finden Skisprungwettbewerbe im Rahmen der Universiade statt. Dazu kommt der Alpencup, eine von der OPA organisierte Nachwuchsserie. Jede größere Skisprungnation richtet nationale Meisterschaften aus. Daneben gibt es viele auf Vereinsebene organisierte Springen, genauso wie Junioren- und Seniorenwettbewerbe.
1998 wurde im Rahmen der Junioren-WM der erste eigene Damen-Wettbewerb ausgetragen, der allerdings noch keinen WM-Status hatte. Später entwickelte sich aus den ersten Wettbewerben nach der WM der seit 1999 ausgetragene FIS Ladies Grand Prix, der in seiner achten Auflage 2006 insgesamt vier Einzel-Wettbewerbe in Baiersbronn, Schönwald im Schwarzwald, Saalfelden und Breitenberg und ein Teamspringen umfasst. Dieser ist seit 2005 in den FIS Continental Cup (Ladies) eingebunden, welcher insgesamt zwölf Wettbewerbe im Winter und vier Wettbewerbe im Sommer umfasst.
2006 wurde die erste offizielle Junioren-Weltmeisterschaft für Frauen ausgetragen. Bei der Nordische Skiweltmeisterschaft 2009 in Liberec wurde im Damenskispringen mit einem Einzelbewerb auf der Normalschanze erstmals eine Weltmeisterin ermittelt, erste Weltmeisterin wurde die US-Amerikanerin Lindsey Van. Bei den folgenden Weltmeisterschaften wird ein Mannschaftsspringen eingeführt. Für die Olympischen Winterspiele 2010 wurde ein Antrag zur Aufnahme eines Damenwettbewerbes gestellt, den das IOC aber abgelehnt hat.
Anfang April 2011 bestätige das IOC dann allerdings den Antrag zur Aufnahme des Damenskispringens für die Olympische Winterspiele 2014.[12]
Im Skispringen gibt es unter anderem eine feste Ausrüstung, selbst Unterwäsche oder Skibrillen sind in ihrer Art und Weise vorgeschrieben. Sehr wichtig ist die Skilänge, die gekürzt werden muss, falls der Springer einen Body-Mass-Index von 20 unterschreitet. Ab der Sommersaison 2011 wird ein Body-Mass-Index von mindestens 20,5 inklusive Anzug und Schuhe für das Ausnutzen der vollen Skilänge nötig sein.[13]
Auch die Anzüge dürfen höchstens 6 cm vom Körper abweichen und dürfen nur wenig Luft durchlassen. Die Startnummern sind Pflicht. Ohne Nummer kommt es zur Disqualifikation, wie es bei der WM 2009 im Teamwettbewerb der Nordischen Kombinierer dem US-Amerikaner Bill Demong widerfuhr. Zu lange Skier und zu breite Anzüge führen ebenfalls zur Disqualifikation.
Im Fernsehen wird das Skispringen auf Eurosport und dem Pay-TV-Sender Eurosport 2 gezeigt. In Deutschland wird Skispringen während der Wintersaison jedes Wochenende im Wechsel durch ARD und ZDF übertragen. In Österreich erfolgt die Übertragung durch den ORF, in der Schweiz durch SF zwei.
1962: Toralf Engan | 1964: Veikko Kankkonen | 1966: Bjørn Wirkola | 1968: Jiří Raška | 1970: Gari Napalkow | 1972: Yukio Kasaya | 1974: Hans-Georg Aschenbach | 1976: Hans-Georg Aschenbach | 1978: Matthias Buse | 1980: Anton Innauer | 1982: Armin Kogler | 1985: Jens Weißflog | 1987: Jiří Parma | 1989: Jens Weißflog | 1991: Heinz Kuttin | 1993: Masahiko Harada | 1995: Takanobu Okabe | 1997: Janne Ahonen | 1999: Kazuyoshi Funaki | 2001: Adam Małysz | 2003: Adam Małysz | 2005: Rok Benkovič | 2007: Adam Małysz | 2009: Wolfgang Loitzl | 2011: Thomas Morgenstern
1924: Jacob Tullin Thams | 1925: Willen Dick | 1926: Jacob Tullin Thams | 1927: Tore Edman | 1928: Alf Andersen | 1929: Sigmund Ruud | 1930: Gunnar Andersen | 1931: Birger Ruud | 1932: Birger Ruud | 1933: Marcel Reymond | 1934: Kristian Johansson | 1935: Birger Ruud | 1936: Birger Ruud | 1937: Birger Ruud | 1938: Asbjørn Ruud | 1939: Josef Bradl | 1941: Paavo Vierto (inoffiziell) | 1948: Petter Hugsted | 1950: Hans Bjørnstad | 1952: Arnfinn Bergmann | 1954: Matti Pietikäinen | 1956: Antti Hyvärinen | 1958: Juhani Kärkinen | 1960: Helmut Recknagel | 1962: Helmut Recknagel | 1964: Toralf Engan | 1966: Bjørn Wirkola | 1968: Wladimir Beloussow | 1970: Gari Napalkow | 1972: Wojciech Fortuna | 1974: Hans-Georg Aschenbach | 1976: Karl Schnabl | 1978: Tapio Räisänen | 1980: Jouko Törmänen | 1982: Matti Nykänen | 1985: Per Bergerud | 1987: Andreas Felder | 1989: Jari Puikkonen | 1991: Franci Petek | 1993: Espen Bredesen | 1995: Tommy Ingebrigtsen | 1997: Masahiko Harada | 1999: Martin Schmitt | 2001: Martin Schmitt | 2003: Adam Małysz | 2005: Janne Ahonen | 2007: Simon Ammann | 2009: Andreas Küttel | 2011: Gregor Schlierenzauer
1964: Veikko Kankkonen | 1968: Jiří Raška | 1972: Yukio Kasaya | 1976: Hans-Georg Aschenbach | 1980: Anton Innauer | 1984: Jens Weißflog | 1988: Matti Nykänen | 1992: Ernst Vettori | 1994: Espen Bredesen | 1998: Jani Soininen | 2002: Simon Ammann | 2006: Lars Bystøl | 2010: Simon Ammann
1924: Jacob Tullin Thams | 1928: Alf Andersen | 1932: Birger Ruud | 1936: Birger Ruud | 1948: Petter Hugsted | 1952: Arnfinn Bergmann | 1956: Antti Hyvärinen | 1960: Helmut Recknagel | 1964: Toralf Engan | 1968: Wladimir Beloussow | 1972: Wojciech Fortuna | 1976: Karl Schnabl | 1980: Jouko Törmänen | 1984: Matti Nykänen | 1988: Matti Nykänen | 1992: Toni Nieminen | 1994: Jens Weißflog | 1998: Kazuyoshi Funaki | 2002: Simon Ammann | 2006: Thomas Morgenstern | 2010: Simon Ammann