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| Skopje Скопје Shkupi/Shkup | ||||
|---|---|---|---|---|
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Mazedonien | |||
| Region: | Skopje | |||
| Koordinaten: | 42° 0′ N, 21° 26′ O41.996944444421.4330555556245Koordinaten: 41° 59′ 49″ N, 21° 25′ 59″ O | |||
| Höhe: | 245 m. i. J. | |||
| Fläche: | 571,46 km² | |||
| Einwohner: | 668.518 (2006) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 1.170 Einwohner je km² | |||
| Telefonvorwahl: | (+389) 02 | |||
| Postleitzahl: | 1000 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | SK | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2012) | ||||
| Gemeindeart: | städtische Gemeinde (spezieller Status) | |||
| Gliederung: | 10 Gemeinden | |||
| Bürgermeister: | Koce Trajanovski (VMRO-DPMNE) | |||
| Postanschrift: | Boulevard Ilinden 1000 Skopje | |||
| Webpräsenz: | ||||
Skopje ist die Hauptstadt Mazedoniens und mit über 500.000 Einwohnern zugleich die größte des Landes. Etwa ein Drittel der gesamten Bevölkerung Mazedoniens lebt in der Großstadt. Skopje weist eine mehr als zwei Jahrtausende zurückreichende Besiedlungsgeschichte auf und gehört somit zu den ältesten noch bestehenden Städten des Landes.
Die Stadt am Vardar ist sowohl Sitz des Parlamentes als auch der Regierung. Sie ist ebenso das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes, orthodoxer Bischofssitz und Sitz des Großmufti.
Inhaltsverzeichnis |
Von den Römern gegründet wurde der Ort lateinisch Scupi genannt. Daraus abgeleitet sind alle weiteren, später entstandenen Stadtbezeichnungen in den verschiedenen Sprachen: mazedonisch Скопје, albanisch Shkupi bzw. Shkup (bestimmte bzw. unbestimmte Form), türkisch Üsküp, bulgarisch Скопие und serbisch Скопље. In osmanischer Herrschaftszeit war auch die Form Üsküb gebräuchlich.
Skopje befindet sich im Norden der Republik Mazedonien nahe an der Grenze zum Kosovo. Von Westen nach Osten durchfließt der Fluss Vardar das Stadtgebiet, im Süden erhebt sich der Hausberg Vodno. Die Stadt gibt dem Becken von Skopje seinen Namen, in welchem noch viele andere Gemeinden liegen. Zum Osten hin öffnet sich diese Hochlandschaft und geht in das breite und fruchtbare Tal des Vardar hinüber, welches Mazedonien von Nordwesten nach Südosten durchzieht. Die kosovarische Hauptstadt Priština/Prishtina ist nur 75 Kilometer im Norden entfernt (Luftlinie).
Nach rund 90 Kilometern Länge von seiner Quelle bei Gostivar beginnt der Vardar, in das Stadtgebiet von Skopje zu fließen. Zahlreiche Mäandern und Brücken - darunter die bekannte Kamen Most - prägen das Flussbild. Im Sommer wird der Vardar von Bade- und Schwimmgästen benutzt.
Neben diesem wichtigstem Gewässer gibt es noch weitere kleinere Flüsse, die allesamt wieder in den Vardar münden. Zu den wichtigsten zählt die Treska, die im Westen der Stadt im Bezirk Gjorče Petrov beim Krankenhaus Sveti Lazar in den Vardar mündet. In seinem Oberlauf wird der Fluss zum Matkasee gestaut, der als neuntgrößter See Mazedoniens gilt. Mit seinen vielen Höhlen und den tiefen Canyons zählt der See als Naturattraktion für Touristen.
Der Lepenec entspringt in der Nähe der kosovarischen Stadt Prizren und mündet nach 75 Kilometern im Stadtviertel Zlokučani im Westen der Stadt innerhalb des Bezirks Karpoš in den Vardar. Er ist der drittlängste Fluss in Skopje.[1][2]
Die Gemeinde der Stadt Skopje gliedert sich seit der Reform des gesamten mazedonischen Verwaltungssystems von 2004 in zehn Stadtbezirke, die je einen eigenen Bürgermeister, einen Gemeinderat, ein Wappen, eine Flagge und weitere Kompetenzen verfügen.[3] Ein besonderes Merkmal dieser Gemeinden ist, dass sie oft nicht nur Stadtteile von Skopje umfassen sondern auch andere Ortschaften außerhalb des urbanen Raumes der Hauptstadt.
| Nummer | Gemeindename | Fläche (km²) | Einwohner (Volkszählung 2002[4]) |
Bevölkerungsdichte (Einwohner/km²) |
|
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Aerodrom | 21,85 | 72.009 | 3.295,61 | |
| 2 | Butel | 54,79 | 36.154 | 659,86 | |
| 3 | Čair | 3,52 | 64.773 | 18.401,42 | |
| 4 | Centar | 7,52 | 45.412 | 6.038,83 | |
| 5 | Gazi Baba | 110,86 | 72.617 | 655,03 | |
| 6 | Gjorče Petrov | 66,93 | 41.634 | 622,05 | |
| 7 | Karpoš | 35,21 | 59.666 | 1.694,58 | |
| 8 | Kisela Voda | 34,24 | 57.236 | 1.671,61 | |
| 9 | Saraj | 229,06 | 35.408 | 154,58 | |
| 10 | Šuto Orizari | 7,48 | 22.017 | 2.943,45 | |
| Insgesamt | Stadt Skopje | 571,46 | 506.926 | 887,07 |
In der Umgebung von Skopje herrscht meist ein Übergangsklima von kontinental zu mediterran. Die Winter sind niederschlagsreich und kalt, die Sommer niederschlagsarm und warm. Durch gestauter Hitze im Becken von Skopje ist es hier jedoch weitaus wärmer als im Rest des Landes. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 12,1 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge etwa 504 Millimeter.
Der wärmste Monat sind der Juli und der August mit 22,3 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 0,2 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Mai mit 60 Millimeter im Mittel, die geringsten im August und September mit durchschnittlich 6 Millimeter.
| Skopje | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (Erklärung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Skopje
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Die frühesten Spuren menschlicher Besiedlung im Raum Skopje wurden in der Festung Kale gefunden. Sie datieren aus der Jungsteinzeit und sind somit über 6000 Jahre alt. Die von Archäologen zu Tage gebrachte Siedlung ist von einem noch unbekanntem Volk gegründet worden, die von der Jungsteinzeit bis zur Frühen Bronzezeit während Jahrhunderten in der Region lebte.[5]
Die ersten bekannten Siedler in der Umgebung von Skopje waren die Triballer, die zu den Thrakern gehörten. Nach ihnen kamen die Päonier, doch im 3. Jahrhundert v. Chr. konnten die Dardaner (illyrischer Stamm) deren Gebiete entreißen und gründeten ein großes Königreich, das von der Scupi genannten Siedlung über Naissus im Norden bis hin zu den Albanischen Alpen im Westen reichte. Die Dardaner erklärten im 2. Jahrhundert v. Chr. Scupi zu ihrer Hauptstadt und dehnten ihr Reich bis nach Bylazora (beim heutigen Veles) aus.[5]
Die Römer eroberten im Zuge der Makedonisch-Römischen Kriege 168 v. Chr. auch das Dardanische Reich, doch jahrzehntelang konnten sie ihre Herrschaft nur spärlich in Makedonien durchsetzen. Der römische Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) siedelte zu Beginn seiner Herrschaft Veteranen der Legionen I Italica, III Augusta, IV Macedonica, V Macedonica, V Alaudae, IIII Flavia und VII Claudia in der einem Militärlager ähnelnden Siedlung Scupi an.[6] Zur gleichen Periode erlangte der Ort 86 n. Chr. den Status einer Colonia.[5]
Reste der antiken Stadt Scupi lassen sich heute noch etwa 4 km nordwestlich des Stadtzentrums besichtigen.[7] Auch ein Aquädukt ist freigelegt worden.[8]
Die nächsten Jahrhunderte waren für die kleine Stadt sehr wechselvoll. Im Jahr 518 zerstörte ein Erdbeben die gesamte Stadt; der oströmische Kaiser Justinian I. ließ sie jedoch wiederaufbauen. Es vergingen nicht einmal 100 Jahre, als im Winter 594/95 im Zuge der Landnahme der Slawen auf dem Balkan Stämme der Slawen die Stadt dem Erdboden gleichmachten. Das Mittelalter zwischen dem Einfall der Slawen bis zur Eroberung durch die Osmanen im 14. Jahrhundert war von blutigen Machtkämpfen zwischen regionalen Mächten, allen voran den Byzantinern und Bulgaren, geprägt. Im 9. Jahrhundert schlossen Letztere die Stadt dem Ersten Bulgarischen Reich an und konnten sich für einige Jahrzehnte behaupten. Durch die Christianisierung Bulgariens wurde sie zudem Bischofssitz. Zar Roman erklärte im Jahr 980 Skopje für kurze Zeit zur bulgarischen Hauptstadt und Sitz des bulgarischen Patriarchen. Nach dem Fall des Ersten Bulgarischen Reiches 1018 eroberten die Byzantiner die Stadt am Vardar und erklärten sie zum Hauptort des byzantinischen Themas Bulgaria. Die Herrschaft von Byzanz währte hingegen nicht lange. Schon im 12. Jahrhundert konnten die Bulgaren Skopje zurückerobern und sie ihrem Zweiten Reich angliedern. Die zweite bulgarische Periode war jedoch noch kürzer als die erste und so entriss der serbische Nemanjide Milutin im Jahr 1282 die Stadt den Bulgaren. Skopje entwickelte sich zur neuen Residenzstadt der serbischen Herrscherdynastien.
Am 16. April 1346 ließen sich König Stefan Uroš IV. Dušan und seine Ehegattin in Skopje vom bulgarischen Patriarchen Simeon und vom Erzbischof Nikolaj von Ohrid zum Zar bzw. Zarin der Serben krönen. Zudem erhob er das Oberhaupt der serbischen Kirche Joanikije II. zum ersten serbischen Patriarchen.[9]
Am 19. Januar 1392 geriet Skopje für mehr als 500 Jahre unter osmanische Herrschaft.[10] Wie der jugoslawische Orientalist Hasan Kaleshi (* 1922 in Srbica; † 1976) berichtet, hieß der erste osmanische Statthalter von Skopje Paşayiğit Bey, welcher um 1397 den ältesten islamischen Bau der Stadt, die Meddah-Baba-Moschee erbauen ließ.[11] Ihm folgte Ishak Bey, der die Bunte Moschee, eine Madrasa samt Bibliothek, Unterkünfte und ein Imaret (Armenküche) bauen ließ. Zum Unterhalt der Moschee, der Madrasa und des Imarets legte Ishak Bey in seiner Wakfiye die Einkünfte von zwei Hammame, 102 Läden und zwei Hanen sowie die Erträge zweier Dörfer und von sieben Landkomplexen einschließlich Äcker und Gärten aus dem Umland fest. Er selbst wurde später im Hofe der Bunten Moschee begraben.[12]
Etwa 1000 Jahre später ereignete sich wieder ein schweres Erdbeben. Die Schäden im Jahr 1515 waren jedoch nicht so immens wie beim Erdbeben in der Antike. Zur Mitte des 15. Jahrhunderts hatte Üskub 5145 steuerrechtlich erfasste Einwohner. Davon waren 3330 Muslime, hauptsächlich aus Kleinasien stammende Türken und 1815 Christen. Zu den Christen zählten damals Bulgaren, Albaner und Serben. Der größere Teil der Bevölkerung war im Gewerbe tätig. Ein wirtschaftlicher Aufschwung trat in Skopje im 16. Jahrhundert ein. Er wurde begünstigt durch die Lage der Stadt am Knotenpunkt der Handelsrouten von Edirne nach Saraybosna und von Selanik nach Belgrad, durch das osmanische Protektorat über Dubrovnik und die Ankunft von sephardischen Juden. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts hatte die Stadt mehr als 10.000 Einwohner (7425 Muslime, 2735 Christen und 265 Juden), die in rund 80 verschiedenen Berufszweigen tätig waren.[13]
Eine für die hochosmanische Zeit (16./17. Jahrhundert) bedeutende ausführliche Beschreibung Skopjes, drei Jahrzehnte vor der Inbrandsetzung Skopjes durch den habsburgischen General Piccolomini im Jahre 1689, findet sich im „Reisebuch“ (Seyahatnâme) des osmanischen Reisenden Evliya Çelebi. Er beschrieb die Stadt als eine gewaltige Siedlung welche sich auf beiden Seiten des Vardars erstreckte. Über die Stadt lag die Zitadelle, mit etwa 100 Mannschaftshäusern, Vorratshäusern und Zeughäusern. Die etwa 1060 Steinhäuser prägten mit ihren roten Ziegeln das Stadtbild. Weiter gab es in dieser Zeit 9 Koranleseschulen, welche den Moscheen angeschlossen waren, 20 Derwischklöster (Tekke), ein Mewlewikloster und 70 Schulen (Mekteb).[14]
In Üsküb war im Jahre 1660 Evliya Zeuge des regen wirtschaftlichen Lebens in den über 2100 Kaufläden in den mehreren Basaren geworden. Zur Bevölkerungsstruktur vermerkt er, dass es in der Stadt neben der türkischen und albanischen Mehrheit auch Einwohner armenischer, bulgarischer, serbischer und jüdischer Herkunft gäbe, welche ihre eigenen Gotteshäuser besaßen. Auch eine Vielzahl von Katholiken lebte in der Stadt, welche jedoch ihren Gottesdienst in den serbischen Kirchen abhielten.[15]
Die Entwicklung Skopjes wurde abrupt unterbrochen, als im Großen Türkenkrieg (1683–1699) österreichische Truppen unter General Enea Silvio Piccolomini bis nach Mazedonien vordrangen. Am 25. Oktober 1689 nahm seine Armee die Stadt ohne große Kämpfe ein, weil die türkische Streitmacht und viele Einwohner den Ort verlassen hatten. Piccolomini befahl, Skopje niederzubrennen, was am 26. und 27. Oktober geschah. Angeblich sollte der Ausbreitung von Cholera vorgebeugt werden. Der Brand zerstörte viele Häuser und Geschäfte. Das jüdische Viertel wurde am schlimmsten getroffen. Die meisten Wohnhäuser, zwei Synagogen und die jüdische Schule wurden vom Feuer vernichtet.[16]
Die Stadt erholte sich nur langsam von dem Brand. Die auf diese Zerstörung im Jahre 1689 folgenden hundert Jahre der Geschichte Skopjes liegen weitgehend im Dunklen. Ein paar vereinzelte Quellen berichten von der Reparatur der Moschee Sultan Murads II., die 1712, also 23 Jahre nach dem Brand, unternommen wurde. Ein osmanischer Plan des Stadtteils um die genannte Moschee lässt erkennen, dass zu diesem Zeitpunkt noch die meisten der dort befindlichen Gebäude zerstört waren. Reisende, die Üsküb gegen Ende des 18. oder Beginn des 19. Jahrhunderts besuchten, berichten übereinstimmend von etwa 5.000–6.000 Einwohnern, gegenüber 40.000–60.000 Einwohnern vor dem Brand oder auch 1.500 Häusern, die recht klein waren und schmutzige Straßen säumten.[17]
Ein Aufschwung setzte im Laufe des 19. Jahrhunderts, nicht zuletzt durch den vom spätosmanischen Staat vorangetriebenen Bau von Eisenbahnverbindungen, ein, verbunden mit dem Zuzug nichtmuslimischer Bevölkerung. Ab 1873 war Skopje durch eine Eisenbahnlinie entlang des Vardar verbunden mit Thessaloniki, 1888 auch mit den serbischen Bahnstrecken. So war die Stadt von nun an über Belgrad direkt mit Mitteleuropa verbunden. In den 1890er Jahren folgten Verbindungen nach Bitola und Istanbul. Skopje war Hauptort eines Sandschaks und ab 1888 (Priština ablösend) Hauptstadt der osmanischen Provinz (Vilâyet) Kosovo. In dieser Zeit wurde Skopje zur drittgrößten Stadt Makedoniens nach Thessaloniki und Bitola. So hatte Skopje um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert 30.000–40.000 Einwohner, primär eine Folge des Zuzugs slawischer Christen aus dem bäuerlichen Umland, die der Stadt erstmals seit dem 15. Jahrhundert erneut eine nichtmuslimische Bevölkerungsmehrheit bescherte.
Im Kampf für eine vom griechisch geprägten ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel unabhängige bulgarische Kirche wurde in den 1830er Jahren mehrmals der griechische Bischof vertrieben und die Entsendung eines bulgarischen Bischofs gefordert. Der Konflikt spitze sich zu, als in dieser Zeit die bulgarische Gemeinde Skopjes die Muttergotteskirche und eine dazugehörige Klosterschule (erbaut 1836/37) stiftete. Erstere wurde vom Baumeister Andreja Damjanov erbaut. Das Projekt hatten die mittlerweile gelockerten osmanischen Baugesetze ermöglicht, die einst den Neubau bzw. die Renovierung christlicher Kirchen eingeschränkt hatten. Um 1850 erfolgte die Umstellung der Schule nach dem Lancaster System und 1895 zur Bulgarischen Pädagogischen Schule.[18]
Gemäß dem vom Sultan Abdülaziz am 28. Februar 1870 erlassenen Ferman zur Errichtung des Bulgarischen Exarchats wurde 1874 nach einem Plebiszit der slawischen Bevölkerung mit Dorotej von Skopje der erste bulgarische Bischof der Eparchie Skopje eingesetzt, der sich schließlich dem Bulgarischen Exarchat unterstellte.[19]
In den Balkankriegen wurde Skopje am 25. Oktober 1912 durch die serbischen Streitkräfte erobert und geriet unter der Herrschaft von Belgrad. Durch die neue Grenzziehung nach den Balkankriegen 1912 und 1913, als Bitola zur Grenzstadt mit Griechenland wurde, begann der Aufstieg Skopjes zum unumstrittenen Zentrum „Südserbiens“. Während des Ersten Weltkrieges wurde sie am 10. Oktober 1915 von bulgarischen Truppen eingenommen. Dabei zündeten die Serben bei ihrem Abzug den nördlichen Teil der Stadt an, was große Schäden an historischen Bauwerken verursachte.[20] 1918 wurde Skopje von Serbien zurückerobert und gehörte wie auch das ganze heutige Mazedonien danach zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das 1929 in Königreich Jugoslawien umbenannt wurde und im gleichen Jahr Skopje zur Hauptstadt der neu errichteten Vardarska banovina (Banschaft Vardar) machte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Skopje von 1941 bis 1944 erneut von bulgarischen Soldaten und Kämpfern der VMRO besetzt und am 2. August 1944 zur Hauptstadt der neuen Sozialistischen Republik Mazedonien erklärt, die eine Teilrepublik des kommunistischen Jugoslawiens stellte.
Um 05:17 Uhr des 26. Juli 1963 ereignete sich ein schweres Erdbeben, das in die Geschichtsbücher einging. Abermals an diesem Tag bebte die Erde und die Katastrophe forderte 1.070 Todesopfer. Rund 75 Prozent der Einwohner verloren ihr Obdach und 3.300 Personen erlitten schwere Verletzungen. Nahezu die ganze Altstadt wurde dem Erdboden gleich gemacht. Die Erschütterungen konnten über das ganze Land und auch im angrenzenden Kosovo und Serbien gespürt werden. Insgesamt entstand ein Sachschaden von über 1 Milliarde US-Dollar. Mit internationaler Hilfe wurde Skopje in den nächsten Jahren wiederaufgebaut; der japanische Architekt Kenzō Tange entwickelte für die Stadt am Vardar einen Masterplan.[21]
„Der Tag vor dem Erdbeben war ein ganz gewöhnlicher Tag: Schule, Kinderspiele und Abendessen mit meinen Eltern. Ich war 8 Jahre alt. Meine Eltern gingen früh zur Arbeit. Das Erdbeben weckte mich auf. Als ich an meine Schwester dachte, lief ich schnell wieder die Treppen hoch .Meine einjährige Schwester war noch zu Hause. Ich rannte zurück, nahm sie und lief vor das Gebäude. Alle Nachbarn waren da. Sie trugen Pyjamas oder nur Unterhosen. Das Bild war schrecklich. Das Gebäude, in dem ich gewohnt hatte, war nicht mehr da. Es waren nur Reste. Man hörte Leute schreien, weinen und nach Namen rufen. Man hörte viele Namen. Ich habe meine Mutter verloren. Sie war eine von den 1000 Menschen, die ihr Leben verloren haben.“
– Miodrag Hadži-Ristič und Dragoljub Jankovič: Zitat eines Einwohners[22]
Seit 1991 ist Skopje die Hauptstadt der unabhängigen Republik Mazedonien. Während des Kosovokriegs nahmen die Stadtbehörden Tausende von Flüchtlingen aus dem benachbarten Kosovo auf. Nur einige Kilometer nordöstlich von Skopje bei Aračinovo fanden während des albanischen Aufstands 2001 blutige Kämpfe zwischen der mazedonischen UÇK und der staatlichen Polizei statt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1450 | 5.000 |
| 1550 | 10.000 |
| 1650 | 40.-60.000 |
| 1800 | 5.-6.000 |
| 1900 | 30.-40.000 |
| 1981 | 408.143 |
| 2002 | 506.926 |
Im Jahr 2002 zählte die Stadt Skopje 506.926 Einwohner. Wie in großen Teilen des Landes leben auch hier verschiedene Ethnien miteinander. Für 2002 bezeichneten sich 338.358 Personen als ethnische Mazedonier, 103.891 als Albaner, 23.475 als Roma, 14.298 als Serben, 8.595 als Türken, 7.585 als Bosniaken, 2.557 als Aromunen und 8.167 gaben eine andere Volksgruppe an. In relativen Zahlen waren 66,75 % mazedonisch, 20,49 % albanisch, 4,63 % Roma, 2,82 % serbisch, 1,70 % türkisch, 1,50 % bosniakisch, 0,50 % aromunisch und 1,61 % gaben eine andere Ethnie an.
Die vorherrschenden Religionen sind der Orthodoxe Christentum und der Islam in sunnitischer Richtung. Daneben gibt es eine Minderheit an Katholiken. Protestanten, Reformierte und auch wenige Juden zählen zu den weiteren Religionen in der Stadt. Die orthodoxen Mazedonier sind in der Mazedonisch-Orthodoxen Kirche organisiert, die ihren Sitz in Skopje hat. Für den Großteil der muslimischen Albaner übernimmt die Islamisch-Gläubige Vereinigung in der Republik Mazedonien (alb. Bashkësia Fetare Islame në Republikën e Maqedonisë) deren Kompetenzen. Der Großmufti Mazedoniens hat seinen Sitz in der Hauptstadt.[23]
Etwa 2,52 % der Bevölkerung oder 12.774 Personen waren Analphabeten und rund 28,46 % beziehungsweise 144.271 Personen waren arbeitslos.[4]
Die Stadt erlebte in ihrer Geschichte zwei wesentliche Bevölkerungsschübe. Das erste große Bevölkerungswachstum konnte in der osmanischen oder genauer in der hochosmanischen Zeit (17. Jahrhundert) verzeichnet werden. Zu diesen Jahrzehnten wuchs Skopje zu einer überregional wichtigen Handelsstadt mit 40. bis 60.000 Einwohnern heran. Der zweite Bevölkerungsschub setzte während der jugoslawischen Ära ein, als in der Stadt große Investitionen in Industrie und Infrastruktur vorgenommen wurden. Die blühende Wirtschaftsstadt zog viele Menschen aus ganz Mazedonien an, die auf der Suche nach Arbeit waren. In der letzten 1981 von jugoslawischen Behörden durchgeführten Volkszählung wurden für Skopje 408.143 Personen registriert. Seitdem hat die Stadtbevölkerung um etwa einen Viertel zugenommen.
Mit einer über 2000-jährigen Besiedlungsgeschichte weist Skopje eine Vielzahl an Bauwerken und Monumenten aus verschiedenen Epochen auf. Aus römischer Zeit blieb beispielsweise der Aquädukt der antiken Stadt Scupi erhalten. Im Mittelalter entstanden durch die Verbreitung des Christentums auf dem Balkan zahlreiche byzantinische Kirchen und Klöster in der Umgebung wie auch in der Stadt. Auch die islamische Architektur hinterließ während der über 500 Jahre dauernden Herrschaft der Osmanen ihre Spuren in Form von Moscheen, Brücken, Hammāme, Karawansereien, Bibliotheken und vor allem im Basar-Viertel, der Altstadt von Skopje. Mit dem Aufblühen des Nationalismus in Südosteuropa zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt am Vardar ein Zentrum der bulgarischen und albanischen Widerstandsbewegungen gegen das Sultanat am Bosporus. Bulgarische und albanische Geistliche konnten wieder im großen Stil orthodoxe und katholische Gotteshäuser erbauen.
Die Festung Kale (mazedonisch Скопско кале, albanisch Kalaja e Shkupit) befindet sich auf einer Anhöhe westlich der Altstadt und auf der Nordseite des Vardar. Erste Spuren von menschlicher Besiedlung auf der Burg stammen aus dem 4. Jahrtausend v. Chr.[24] Unter dem bulgarischen König Samuil (10. Jahrhundert n. Chr.) stand auf dem Hügel erstmals eine befestigte Siedlung.[25] 1391 wurde die Stadt mit der umliegenden Region von den Osmanen erobert. Durch die Kriegshandlungen wurden große Teile der Stadt, einschließlich der Festung, zerstört. Danach diente die Burg als Kaserne für die osmanischen Truppen. Die Festung wie auch Skopje verloren daraufhin ihre wirtschaftliche Bedeutung in der Region. Um 1700 wird die Burg wieder erneuert. Aus dieser Zeit stammen auch die heutige Außenmauer, Türme und Tore. Das Osttor war das bedeutendste; es führte direkt in den Basar.[26] Auch im 20. Jahrhundert diente die Festung als Kaserne für die Truppen des Königreichs Jugoslawien; es wurden zehn große Militärgebäude, Hauptquartiere und Baracken erbaut. 1951 zogen die Armeen ab und das Archäologische und Historische Museum übernahm die Direktion. Beim schweren Erdbeben von 1963 wurden all diese neuzeitlichen Gebäude größtenteils zerstört. Seitdem wurden zahlreiche archäologische Arbeiten auf der Festung durchgeführt.[27]
Die Steinbogenbrücke über den Vardar (mazedonisch Камен мост, albanisch Ura e gurit) verband früher die Altstadt nördlich und südlich des Flusses. Heute ist die südliche Altstadt durch moderne Gebäude überbaut. Die Brücke wurde im 15. Jahrhundert durch osmanische Architekten erbaut und ist 213,85 Meter lang. Neben der Festung ist sie ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, weswegen sie auch auf dem Stadtwappen abgebildet ist.[28]
Der Daut-Pascha-Hammam (Hammām, Badehaus) befindet sich südöstlich der Steinbrücke und wurde durch den Großwesir von Ostrumelien Daut Pascha in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, wobei eine geschlechtergetrennte Nutzung vorgesehen war. Das Bauwerk besitzt 13 Kuppeln. Die zwei größten Kuppeln beherbergen die zwei Garderoben und einige Springbrunnen. Die kleineren Kuppeln bedecken die unterschiedlichen Baderäume. Heute ist im Gebäude die Nationale Kunstgalerie beherbergt und besitzt eine große Sammlung aus dem 18. und 19. Jahrhundert.[29]
Der Çifte-Hammam in der zentralen Altstadt wurde ebenfalls im 15. Jahrhundert erbaut. Das Badehaus wurde bis ins Jahr 1915 benutzt. Die jüdischen Bewohner der Stadt benutzten den Komplex ebenfalls für ihre rituellen Waschungen. Heute ist darin eine zeitgenössische Kunstgalerie beherbergt.[30]
Mit rund 70 Moscheen war Skopje ein bedeutendes islamisches Zentrum in der Region. Zu den ältesten und sehenswürdigsten zählen die Isa-Bey-Moschee von 1476, die Sultan-Murad-Moschee von 1436[31] die Bunte Moschee von 1438/39 und die Mustafa-Pascha-Moschee von 1492.
Wegen der strategisch wichtigen Lage war Skopje auch ein wichtiger Stützpunkt für Händler, Fahrende und Karawanen. Die heute am besten erhalten gebliebenen Karawansereien Kapan Han (15. Jahrhundert), Kursumli Han (1550) und Suli Han (15. Jahrhundert) waren die größten osmanischen Gasthäuser der Stadt. Heute sind darin Restaurants und im Kapan Han das Basar-Museum beherbergt.[32][33][34]
Weitere osmanische Bauwerke sind der Uhrturm von 1566, der Bezisten und der Basar am Nordrand der Altstadt sowie der gesamte historische Stadtkern.
Südwestlich von Skopje auf dem Gebirgskamm des Vodno im Dorf Nerezi steht die Kirche St. Pantaleon (mazedonisch Црква Свети Пантелејмон) aus dem Jahre 1164. Sie besitzt zahlreiche Fresken und wurde im komnenisch-byzantinischen Architekturstil erbaut.
Das St. Nikita-Kloster (mazedonisch Манастир Свети Никита) wurde zwischen 1307 und 1308 vom serbischen König Milutin erbaut. Es steht im Dorf Banjani, nordwestlich der Stadt.[35]
Auch aus jüngerer Zeit stammen einige Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen die Muttergotteskirche von 1835, die Kliment-von-Ohrid-Kirche von 1990, das Millenniumskreuz auf dem Berg Vodno und der alte Bahnhof im Zentrum, der heute das Stadtmuseum beherbergt.
Die Festung Kale hoch über der Stadt ist eines der Wahrzeichen Skopjes
Zu den Relikten aus osmanischer Zeit gehört der Uhrturm von Skopje (auch Sahat-Kula genannt)
Die Bunte Moschee gehört zu den architektonisch herausragendsten Bauwerken aus osmanischer Ära
Das Innere der Isa-Bey-Moschee
Skopje hat ein wechselvolles Stadtbild, das durch die ebenfalls wechselvolle Geschichte, durch die verschiedenen Religionen und ethnischen Gruppen und durch die sozialen Verhältnissen geprägt ist.
Lange Zeit war die heutige Altstadt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Skopje. Osmanische Bürgerhäuser, enge Gassen ausgelegt mit Pflastersteinen, Brunnen sowie Moscheen, Gasthäuser, Raststätten für Händler, Werkstätte, Badehäuser und Tekken waren wichtige Bestandteile des Stadtbildes. Mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches zogen sich auch ihre Herrscher von der Stadt zurück und für Skopje begann eine neue Zeit. Bis 1929 als Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen genannt ersetzte das Königreich Jugoslawien den Platz der Herrscher. Noch veränderte sich nicht viel am Aussehen der Stadt am Vardar. Erst mit dem wirtschaftlichen Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Mazedonien und somit auch in Skopje sehr viel in Infrastruktur, Industrie, Kultur und anderen Bereichen durch die sozialistische Regierung Jugoslawiens investiert. Es entstanden weite neue Wohnflächen mit den typischen Plattenbauten, große Industrieflächen, breite Straßen und Boulevards, viele Schulen und Krankenhäuser und auch das Eisenbahnnetz wurde ausgebaut. Zugleich wuchs die Bevölkerung und die Stadt breitete sich immer mehr nach Westen und Osten entlang des Vardars aus. Mit diesem Bauboom wurde weitreichend der historische Kern von Skopje überbaut und verschwand langsam aus dem Stadtbild. Heute führen mehrspurige Straßen um und durch die Altstadt. Der historische Kern am anderen Ufer des Vardars wurde fast völlig mit Neubauten zerstört. Im Osten der Stadt stehen heutzutage viele Fabriken und Gewerbegebäude, die jedoch ihre wirtschaftliche Tätigkeit stark senken mussten und heute nicht mehr so wie zu jugoslawischer Zeit laufen. Im Norden jedoch an der Hauptstraße nach Priština wachsen seit den 1990er Jahren neue Unternehmen aus dem Boden und beschäftigen einen Teil der Einwohner. Im Stadtteil Aerodrom hinter dem Bahnhof stehen in der jugoslawischen Zeit erbaute Wohnsiedlungen mit mehrstöckigen Hochhäusern auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie der Bezirk Čair.
Der Stadtpark (maz. Gradski Park, alb. Parku i Qytetit) liegt nordwestlich des Zentrums entlang des Vardars und erstreckt sich auf einer Fläche von 500 mal 600 Meter. Ganz in der Nähe stehen das Fußballstadion und die kleinere Sporthalle. Der Park beherbergt auch einen Zoo, einen Botanischen Garten und einen Bonsai-Garten. Künstliche Teiche und viele Kanäle im Grünen prägen das Aussehen des Parks. Auf einem Hügel nordöstlich der Altstadt steht der Gazi Baba-Park, der ausschließlich aus einem Wald und Fußwegen besteht. Er hat eine etwaige Fläche von 700.000 m². Der Gazi Baba-Park ist das wichtigste Naherholungsgebiet der Stadtbewohner.[36]
Die Regierung unter der konservativen Partei VMRO-DPMNE investiert seit ihrem Regierungsbeginn 2008 in viele ethnisch-mazedonische, kulturelle Einrichtungen. So soll bis zum Jahr 2014 eine Vielzahl an Monumenten (mehrheitlich „ethnisch-mazedonische Helden“), Gebäuden und Denkmälern errichtet werden. Neben dem Bau einer 22 Meter hohen Statue Alexanders des Großen und der größten mazedonisch-orthodoxen Kirche am Hauptplatz, sollen auch neue Gebäude für das Außenministerium, das Mazedonische Staatsarchiv und weitere öffentliche Einrichtungen errichtet werden. Als die Bauarbeiten im Sommer 2010 begannen, erklärte das Mazedonische Verfassungsgericht sie als illegal, da die Planungs- und Vergabeverfahren für viele Bauten nicht vorschriftsmäßig abgelaufen seien.[37] Doch die Regierung unter Nikola Gruevski erklärte den Gerichtsentscheid für ungültig und ließ die Bauarbeiten fortführen. Ursprünglich waren Gesamtkosten von rund 80 Millionen Euro veranschlagt, doch Ende 2010 schätzte man sie auf 200 Millionen, dies entspricht 2,68 % vom BIP. Kritiker meinen, das Geld solle besser in die zum Teil veraltete Verkehrsinfrastruktur oder anderswo investiert werden. Die muslimische Minderheit in der Stadt (rund ein Drittel der Einwohner), allen voran die albanische, sieht sich durch die Bauvorhaben diskriminiert, da mit ihren Steuergeldern der Bau der Kirche (und anderer Einrichtungen) mitfinanziert werden soll, während die Moscheen im Land alle privat finanziert werden müssen. Während die Regierung und ihre Sympathisanten den Bau als identitätsstiftend sehen, fühlen sich Muslime und Gegner des Baus vom Staat ausgegrenzt.
Durch den Bau der teilweise nationalistisch geprägten Bauwerke und Monumente kritisierte zunächst Griechenland sein Nachbarland. Dort erregte vor allem die imposante Alexanderstatue auf dem Hauptplatz die Gemüter (siehe hierzu Streit um den Namen Mazedonien). 2011 wurde wenig später der Triumphbogen Makedonija vollendet, der auf einem Motiv die gesamte Region Makedonien zeigt. Dies verursachte in Albanien Kopfschütteln, da die historische Region Makedonien auch einen Teil des albanischen Staatsgebietes miteinbezieht. Die albanische Regierung richtete an die mazedonische eine Demarche.[38] Die Errichtung der Zar Samuil-Statue wiederum verschlechterte die Beziehungen zum östlichen Nachbar Bulgarien, der sich bisher zum Projekt Skopje 2014 noch nie geäußert hatte.[39]
Die Regierungspolitik der VMRO-DPMNE verschlechtert die innen- sowie auch aussenpolitische Lage zusehends, so eskalierten auch Proteste gegen die Errichtung einer neuen orthodoxen Kirche zwischen Albanern und Mazedoniern in der historischen Festung Kale und haben die innerethnischen Beziehungen weiter verschärft.[40]
Skopje ist kulturelles Zentrum Mazedoniens. Hier befinden sich die landesweit größten Museen, Opern, Theaterhäuser und andere kulturelle Einrichtungen. Lange Zeit und auch heute noch war die Stadt ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Religionen, die deutlich in verschiedener Weise ihre Spuren in der Stadt hinterlassen haben.
In Skopje stehen zahlreiche Museen und Galerien, die zu den größten des Landes gehören. Das Museum der zeitgenössischen Kunst beherbergt die größte Kunstsammlung Mazedoniens und ist die wichtigste kulturelle Einrichtung der Zeitgenössischen Kunst. Am 11. Februar 1964 durch einen Stadtratsbeschluss gegründet war das neue Museum Projektteil des neuen Masterplans der Stadt nach dem katastrophalem Erdbeben von 1963. 1970 zog das Museum in das heutige Gebäude ein, welches von polnischen Architekten entworfen wurde. Das sich nördlich der Festung Kale befindende Museum hat heute eine Sammlung von 1000 Exponaten.[41]
Das Erdbeben 1963 zerstörte den alten Bahnhof der Stadt, der 1938 erbaut war, und an seiner Stelle befindet sich heute neben einer kleinen Kunstgalerie auch das Museum der Stadt Skopje, das Objekte der ersten menschlichen Besiedlungen im 5. Jahrtausend v. Chr. bis heute zeigt.[42]
Die Nationale Kunstgalerie Mazedoniens ist im ehemaligen Daut-Pascha-Hammām untergebracht, der in der Altstadt steht. 1948 als Institution gegründet weist die Galerie heute eine Kunstsammlung seit dem 14. Jahrhundert auf.[43]
Das Museum von Mazedonien ist eine staatliche Institution und entstand 1991 aus einer Fusion des Archäologischen, Historischen und Ethnologischen Museums, welche teilweise schon seit 1924 bestanden hatten. Auf etwa 6.000 m² Fläche sind Exponate ausgestellt, die seit der Antike datieren. Das Museum ist im Kursumli Han eingerichtet, einem osmanischen Bau aus dem 16. Jahrhundert.[44]
Das Mutter Teresa-Gedenkhaus ist eine am 30. Januar 2009 eröffnete Gedenkstätte zu Ehren der Friedensnobelpreisträgerin und Humanistin Anjeza Gonxhe Bojaxhiu, bekannt als Mutter Teresa. Das Museum liegt in der Nähe des Zentralplatzes Makedonija und beherbergt verschiedene Objekte aus dem Leben der albanisch-katholischen Geistlichen in ihrem nachgebauten Geburtshaus. Vor dem Gebäude steht zudem eine lebensgroße Statue der Ordensschwester. An der Stelle des Gedenkhauses stand früher die Heilige-Herz-Jesu-Kirche, in der die Seliggesprochene einen Tag nach ihrer Geburt am 27. August 1910 getauft wurde.[45]
Das Naturwissenschaftliche Museum steht nordwestlich der Innenstadt am Vardar. Ihm angeschlossen sind der Zoologische und Botanische Garten sowie der Stadtpark. Das in den 1920er Jahren erbaute Museum besitzt eine Sammlung an 4000 Exponaten aus Mineralogie, Paläontologie, Botanik und Entomologie.[46][47]
Das Naturhistorische Museum ist im Oktober 1926 gegründet worden und stellt auf 1.700 m² etwa 4.000 Exponate aus. Mineralien, Steine, Fossilien, Pflanzen, Wirbellose, Insekten, Fische, Amphibien und Reptilien, Vögel und Säugetiere aus dem Gebiet Mazedoniens werden gesammelt, studiert und ausgestellt.[48]
Im Erdgeschoss des im 15. Jahrhundert erbauten Suli Han (Karawanserei) in der Altstadt ist das Museum des alten Basars beherbergt. Mit ihrer Sammlung an Fotografien und Karten aus dieser Zeit zeigt sie die Wichtigkeit Skopjes für regionale Händler. Auch Produkte aus Werkstätten und Manufakturen aus der osmanischen Zeit sind ausgestellt. Das Basar-Museum zeigt als einer der wenigen Fotos vom Erdbeben 1963.[49]
Das Staatsarchiv Mazedoniens wurde am 1. April 1951 gegründet und hat eine große Archivsammlung, von der 15.000 Exemplare digitalisiert sind.[50]
Das Nationaltheater befindet sich gleich östlich der Steinbrücke Kamen Most am Vardar. Durch seinen Repertoire-Betrieb ist das Theater der Mittelpunkt des mazedonischen Musiktheatergeschehens. Das erste aufgeführte Stück war Cavalleria rusticana am 9. Mai 1947.[51]
Verschiedene Anlässe haben in Skopje Tradition. Vor allem Musik- und Literaturfestivals zählen zu den größten kulturellen Ereignissen im Jahr.
Das 1979 erstmals ins Leben gerufene Kulturevent Skopje Summer Festival ist das bedeutendste und größte kulturelle Ereignis im Jahr. Künstler, Musiker, Entertainer und Performer zeigen während eines Monats im Sommer ihre Leistungen in Bereichen der Musik, Schönen Künste, Film, Theater und Multimedia-Performance. Veranstaltungsorte sind zahlreiche Einrichtungen und öffentliche Plätze.[52]
Das Skopje Jazz Festival ist ein seit 1982 stattfindendes Jazz-Festival, das zum Europäischen Jazz-Netzwerk gehört. Neben Jazz werden auch Kubanische Musik und Experimentalmusik gespielt. Das Festival findet jährlich anfangs Oktober statt und erfreut sich immer großer Beliebtheit. Unter den bekanntesten aufgetretenen Musikern zählen Ray Charles, Herbie Hancock, John McLaughlin und viele weitere.[53]
Jährlich im Juli wird das Blues and Soul Festival abgehalten, wo verschieden Blues- und Soul-Musiker aus Europa und Nordamerika teilnehmen. Austragungsorte sind meist Clubs und Pubs.[54][55]
Die May Opera Evenings sind Abende der klassischen Musik. Ballett, Oper und Instrumentalkonzerte zählen zum Programm der seit 1972 im Nationaltheater stattfindenden Veranstaltung.[56]
Im Mai 1976 riefen junge Enthusiasten und Enthusiastinnen das Open Youth Theatre Festival ins Leben. Ihr Ziel war es, in Skopje ein Zentrum der jüngeren Theaterszene in Jugoslawien zu schaffen. Bald erreichten sie das auch und das Open Youth Theatre wurde zum Ziel junger Menschen, die der Öffentlichkeit ihr Talent zeigen wollten. Alternative und experimentelle Theateraufführungen und auch Improvisationstheater werden von Regisseuren, Schauspielern und Musikern gezeigt.[57]
Das Linden Festival gehört zu den größten und wichtigsten literarischen Veranstaltungen Mazedoniens. Durch den mazedonischen Schriftstellerverband im Jahr 1997 gegründet können nationale und internationale Autoren, Poeten und Schreiber am Festival teilnehmen. Austragungszeit ist der frühe Juni, wo in der Stadt die Lindenbäume blühen, nach denen das Kulturevent auch benannt ist. Ein Preis wird einem nationalen und ein anderer einem internationalen Poeten vergeben.[57]
Der Skopje Marathon findet alljährlich im Spätfrühling statt und erfreut sich immer großer Beliebtheit.[58]
Als Hauptstadt Mazedoniens ist Skopje das Zuhause vieler nationalen Sport-Teams und Vereine. Die Fußballklubs FK Vardar und FK Rabotnički spielen in der Prva liga und konnten mehrmals die Meisterschaft gewinnen. Die Handball-Teams RK Kometal Gjorče Petrov und RK Metalurg Skopje sind die bekanntesten im Land und konnten vielmals auch an internationalen Veranstaltungen teilnehmen. Das Fußballstadion Philip II steht nordwestlich der Innenstadt am Vardar gleich neben dem Stadtpark und ist mit fast 37.000 Sitzplätzen das größte Stadion des Landes. Die beiden Fußballklubs tragen ihre Heimspiele hier aus.
Das Boris Trajkovski Sports Center ist eine multifunktionelle Sporthalle und wird für kleinere Sportereignisse benutzt, wie beispielsweise für Hand- und Basketballspiele. Es ist nach dem ehemaligen mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski benannt, der 2004 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. 2008 war es eines der zwei Austragungsorte der Handball-Europameisterschaft der Frauen. Es hat eine Kapazität von 6.000 bis 10.000 Sitzen.[59]
Der Stadtrat von Skopje hat 45 Mitglieder. Für die Legislaturperiode 2009-2013 teilen sich die Räte unter den Parteien wie folgt auf:[60]
| Partei | Ausrichtung | Sitze |
|---|---|---|
| VMRO-DPMNE | konservativ | 19 |
| SDSM | sozialdemokratisch | 11 |
| BDI | albanisch | 5 |
| DR | albanisch | 3 |
| LDP | liberal-demokratisch | 3 |
| VMRO-NP | national-konservativ | 2 |
| STLS | kommunistisch | 1 |
| GIKK | Initiative | 1 |
Bürgermeister der Stadt ist seit dem Jahr 2009 Koce Trajanovski (VMRO-DPMNE).
Das schildförmige Wappen von Skopje zeigt die Steinbogenbrücke Kamen Most, den Vardar, die Festung Kale und einen schneebedeckten Berg.[61]
Die Flagge von Skopje ist ein rotes, vertikales Banner im Verhältnis 1:2. Im oberen linken Viertel ist in goldgelb das Wappen platziert.[61]
Skopje pflegt seit 1961 insgesamt 16 Städtepartnerschaften.[62]
Skopje ist die Wirtschaftsmetropole Mazedoniens. Die führenden Unternehmen in allen Wirtschaftsbereichen sitzen in der Hauptstadt. Die mazedonische Börse MSE begann ihre Arbeit im Jahr 1996 und ist der größte Aktienindex des Landes. Insgesamt sind 30 Aktiengesellschaften registriert.[63] Die Nationalbank Mazedoniens reguliert unter anderem den Kurs des Denars. Sie hat ebenfalls ihren Sitz in der Hauptstadt. Im Jahr 2002 waren in der Stadt rund 64.000 Unternehmen ansässig. Die Arbeitslosigkeit betrug im gleichen Jahr 14,07 % und lag damit tiefer als der landesweite Durchschnitt, der mit 19 % beziffert war.[64]
Der Großteil der Bevölkerung ist in den Dienstleistungen beschäftigt. Dazu gehören Banken (darunter Komercijalna Banka[63], Tutunska Banka[65] und First Investment Bank (UNIBanka),[66]), Versicherungen, Post (Makedonska Pošta[67]), Telekommunikationsunternehmen (Telekom Makedonija[68]) und Energieversorgungsgesellschaften (EVN,[69]).
Ein nicht kleiner Teil arbeitet zudem in der Industrie, die jedoch heute teils veraltet ist, da sie vor allem während der sozialistischen Ära Jugoslawiens ausgebaut wurde. Davon zeugt das große Industriegebiet im Norden der Stadt, wo Fabriken zur Lebensmittelherstellung (), Pharmazie (Alkaloid[70]) und vielen anderen Bereichen stehen. Die 1982 in Betrieb genommene Raffinerie der ehemaligen Aktiengesellschaft OKTA steht außerhalb der Stadt und ist die einzige Erdölraffinerie des Landes. OKTA ging 1999 in die griechische Hellenic Petroleum auf.[71] Makpetrol ist die größte Aktiengesellschaft im Bereich der Erdölproduktion und -verarbeitung.[63] Auch die Schwer- und Metallindustrie nimmt einen bedeutenden Teil der Wirtschaft von Skopje ein. Makstil zählt zu den größten Stahlproduzenten des Landes.[63] In der Bauindustrie ist die Granit AD das größte Unternehmen.[63]
Seit einigen Jahren wird auch der Tourismus zu einem immer größeren Wirtschaftszweig. Die vielen Sehenswürdigkeiten, die abwechslungsreichen kulturellen Veranstaltungen, das rege Nachtleben, die Gastronomie und die Rolle als Hauptstadt eines südosteuropäischen Landes ziehen zahlreiche Touristen aus aller Welt an. Doch mit der Touristenhochburg Ohrid kann sich Skopje noch nicht vergleichen.
Radio Skopje war der erste Radiosender Mazedoniens. Sendebeginn war der 28. Dezember 1944, mitten im Zweiten Weltkrieg. Am 14. Dezember 1964 folgte die erste Fernsehsendung von Television Skopje. Bis 1993 noch Teil der Jugoslawischen Radio- und Fernsehgesellschaft wurde die Öffentlich-Rechtliche Rundfunkanstalt Mazedoniens (kurz MKRT) gegründet. Bald darauf folgten neue private Fernsehsender wie ALSAT-M, Sitel,[72] und Kanal 5[73].
Dnevnik, Vreme, Utrinski Vesnik, Vest, Makedonija Denes und Spic sind täglich erscheinende, unabhängige Zeitungen. Fakti und Koha die albanischen, unabhängigen Tageszeitungen. Tageszeitungen der beiden großen Parteien sind Nova Makedonija (Sozialdemokraten) und Večer (Konservative).[74]
Skopje ist ein Verkehrsknotenpunkt und bildet den nördlichen Eingang zum Vardartal, das eine Engstelle des wichtigen Verkehrskorridors von Mitteleuropa nach Thessaloniki in Griechenland bildet. In dem engen Tal verlaufen Bahn und Autobahn parallel. Auch an dieser Engstelle etwa 20 Kilometer östlich des Stadtzentrums befindet sich der größte Flughafen des Landes.
Die Autobahn M3 verbindet Skopje mit der kosovarischen Hauptstadt Priština und ist die wichtigste Route ins Nachbarland. Die M4 führt von der Hauptstadt in die westlichen und südwestlichen Städte des Landes und verbindet bei Qafë Thana Mazedonien mit Albanien. Diese Strecke ist Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors VIII, der durch Mazedonien die bulgarischen (Schwarzes Meer) mit den albanischen Hafenstädten (Adriatisches Meer) verbindet. Skopje ist wichtige Kreuzung dieser Paneuropäischen Verkehrskorridore, da sich hier der vorhin genannte 8. Korridor mit dem 10. Korridor kreuzen. Dieser verbindet von Salzburg Mitteleuropa mit Griechenland bei Thessaloniki.
2009 eröffnete man die Umfahrungsautobahn von Skopje, die mit 27 Kilometern Länge die Innenstadt vom Transitverkehr entlastet. Sie führt von der Autobahnverzweigung bei Ilinden im Osten der Stadt nach Norden und endet beim Autobahnkreuz bei Kondovo im Westen der Stadt. Unterwegs verzweigt sie zudem mit der Autobahn M3. Die gesamte neue Umfahrung kostete der mazedonischen Regierung rund 135 Millionen Euro.[75]
Skopje ist Sitz der mazedonischen Eisenbahngesellschaft MŽ, die hier auch ihren Hauptbahnhof betreibt. Es gibt Verbindungen nach Belgrad, Thessaloniki, Fushë Kosova, Kičevo, Kočani und Bitola. Zudem gibt es Planungen einer Eisenbahnstrecke von Sofia nach Tirana, die durch Skopje verlaufen soll. Der neue, nach dem Erdbeben 1963 erbaute Bahnhof von Skopje befindet sich im Stadtteil Aerodrom, der östlich des Zentrums liegt.
Direkt zum Bahnhof gelegen befindet sich der Busbahnhof, von wo es regelmäßige lokale und internationale Busverbindungen in die Nachbarländer und nach Mitteleuropa gibt.
Skopje hat 21 Mittelschulen/Gymnasien, die über die ganze Stadt verteilt sind.[76]
Die Universität Skopje ist die größte Universität des Landes und hat etwa 50.000 Studenten. Sie ist nach Kyrill und Method benannt und wurde zwischen 1946 und 1949 gegründet. Eine weitere staatliche Hochschule ist die mit 500 Studenten weitaus kleinere Internationale Balkan-Universität. Daneben haben viele private Universitäten und Hochschulen ihren Sitz in der Hauptstadt. Darunter die erste private Hochschule Mazedoniens überhaupt, die FON Universität. Auch die University American College, die New York University und die Orthodoxe Theologische Fakultät zählen zu den größeren privaten Hochschulen in der Stadt und in Mazedonien.
Die National- und Universitätsbibliothek Mazedoniens steht in der Innenstadt südlich des historischen Stadtkerns gleich neben dem Nationaltheater und ist die größte Bibliothek des Landes.
Die Stadtbibliothek, benannt nach den Gebrüder Miladinovi, umfasst heute etwa 60.000 Bücher, Noten und Zeitschriften. Sie nahm ihre Arbeit am 15. November 1945 auf und sitzt im Stadtteil Karpoš westlich des Zentrums an der Straße Ivan Agovski.[77]
Skopje ist Messestadt. Mehrmals im Jahr finden Messen über Themen wie Verkauf, Einrichtungen, Handel, Weine, Finanzen, Tabak, Maschinen, Landwirtschaft, Energie, Elektronik, Industrie, Dienstleistungen, Technik, Erziehung, Bildung und vielem mehr statt.[78]
Nachfolgend sind alle Personen mit Datum aufgelistet, die die Ehrenbürgerschaft der Stadt Skopje erhalten haben.[80]
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