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Als Slalom (in Ăsterreich auch Torlauf) wird in mehreren Sportarten die schnelle, wiederholte Folge von Kurven bezeichnet, die durch eine Reihe von Toren festgelegt sind.
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Das Wort stammt vom norwegischen slalĂ„m. Dabei handelt es sich um einen zusammengesetzten Begriff aus den mundartlichen Begriffen sla âkleiner Abhang oder Steigungâ und lĂ„m âSchleppspurâ, urspr. âschmaler Wegâ,[1] also ursprĂŒnglich âSkispur mit ebenmĂ€Ăiger Absenkungâ. Die ersten Schifahrer in Morgedal hatten noch die Begriffe ufsilĂ„m, ein Steilhang mit einem Hindernis (Sprung, Zaun, hartes Ausweichmanöver, Schlucht, Klippe o.Ă€.), und uvyrdslĂ„m, ein weit oben gestarteter Weg mit mehreren solchen Hindernissen. Der Begriff slalĂ„m hat auch im Norwegischen einige Wandlungen mitgemacht, was zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhrte.
Wilhelm Paulcke hörte das Wort von dem in Freiburg weilenden Norweger Aars, angeblich in der Bedeutung âSchlangenschwungâ. So erklĂ€rt er es in der am 25. Februar 1904 erschienen Besprechung[2] des neuen Buches Ski-Running[3] von D. M. M. Crichton Somerville, W. R. Rickmers und E. C. Richardson. In der 1905 erschienen dritten Auflage seines Buches Der Skilauf verwendet er Slalom ebenfalls als Fahren in Schlangenlinien und mit sĂ€chlichem Geschlecht[4]. Im Norwegischen (in der westtelemĂ€rkischen Mundart) ist das Geschlecht weiblich. Durch âLaufâ wurde ihm auf Deutsch sehr bald das mĂ€nnliche Geschlecht zugewiesen und verwendet, in WörterbĂŒchern waren noch 50 Jahre lang das mĂ€nnliche und das sĂ€chliche Geschlechte angegeben.[1]
Bereits 1906 berichtete Henry Hoek in seinem Buch Der Ski und seine sportliche Benutzung[5] von Paulckes Irrtum vom âSchlangenbogenâ, was er dem Ă€hnlichen Klang von Slalom und Schlange zuschreibt. Hoek selbst beschreibt es als ânicht unterbrochene Abfahrt in schwierigem, kupiertem Terrain, wobei Wendungen und Bögen notwendig sind.â Der Norweger F. Huitfeldt beschrieb 1907 in der deutschen Ausgabe seines Buches Das Schilaufen[6] im Kapitel âSprunglauf, HĂŒgellauf und âSlalomââ einen telemĂ€rkischen HĂŒgellauf als reinen Abfahrtswettbewerb in schwierigem GelĂ€nde ĂŒber Sprungstufen, die SprĂŒnge bis zu 16 Metern erfordern. Die Beschreibung klingt nach dem oben erwĂ€hnten uvyrdslĂ„m. Er schrieb auch, dass sich ein Slalom auf den gewöhnlichen WettlaufhĂŒgeln kaum veranstalten lĂ€sst weil sie zu kurz und gleichartig sind. Er selbst habe nur eine einzige geeignete Stelle dafĂŒr in Seljord gefunden. Die SlalomlĂ€ufe in Mitteleuropa wurden entsprechend der unklaren Beschreibungen in sehr verschiedener Form ausgetragen. Und von Fahnentoren dabei war in Mitteleuropa und in Norwegen keine Rede.[1]
Die ersten Tore wurden von Zdarsky 1905 gesetzt (s.u.) und er nannte den Bewerb einfach âWettfahrenâ. Erst der EnglĂ€nder Lunn nannte den ausgesteckten Torlauf 1922 in der Schweiz âSlalomâ und legte die Regeln fest. Der völkische Karl Prusik prĂ€gte 1934 den Begriff âTorlaufâ.[1]
Der Slalom ist der Àlteste Wettbewerb im alpinen Skisport und gleichzeitig der langsamste und technisch anspruchsvollste. Er weist sehr kurze TorabstÀnde auf, die schnelle Richtungswechsel erfordern.
Vor dem Rennen bekommt jeder RennlÀufer die Möglichkeit, den Kurs zu besichtigen. Dabei wird die beste Linie mit Mitfahrern oder dem Trainer besprochen. Ein Wettkampf besteht aus zwei LÀufen, deren Laufzeiten addiert werden. Im zweiten Lauf, bei dem nur die 30 Schnellsten des ersten Laufs zugelassen sind, starten die RennlÀufer in umgekehrter Reihenfolge des Zwischenergebnisses, d. h. der schnellste LÀufer des ersten Laufes startet im zweiten Lauf als Letzter, wodurch die Spannung erhöht wird.
Der Höhenunterschied bei Slalomrennen der MÀnner im Weltcup, in den Kontinentalcups, bei Weltmeisterschaften und bei Olympischen Spielen betrÀgt mindestens 180 Meter und höchstens 220 Meter, bei den Frauen mindestens 140 und höchstens 200 Meter. Das GefÀlle des Hanges betrÀgt in der Regel zwischen 33 und 45 %, kann aber auch weniger als 33 % sein. In AusnahmefÀllen darf das GefÀlle auf sehr kurzen Abschnitten bis zu 52 % betragen.
Ein Kurs wird durch das Setzen einer Reihe von Toren festgelegt. Die Tore werden entweder durch zwei rote oder zwei blaue Stangen gebildet. Die RennlĂ€ufer mĂŒssen zwischen den beiden Stangen hindurchfahren, wobei die Skispitze und die FĂŒĂe das Tor korrekt passieren mĂŒssen. In einem Slalom liegt die vertikale Distanz zwischen zwei Toren bei rund 9 Metern und die horizontale Distanz bei rund 2 Metern. Die Tore werden in verschiedenartigen Kombinationen gesteckt, um dem RennlĂ€ufer eine technische Herausforderung entgegenzustellen. Der Weltskiverband FIS hat ein detailliertes Regelwerk festgelegt, das die erlaubten bzw. vorgeschriebenen Kombinationen in einem offiziellen Rennen beschreibt.
Bis in die 1980er waren die Slalomstangen starr und unflexibel. Die RennlĂ€ufer wurden zu gröĂeren Kurven gezwungen, um Kollisionen mit den Stangen zu vermeiden. Heute werden jedoch Kippstangen verwendet, die sich bei BerĂŒhrung nach unten biegen. Dadurch ist es den RennlĂ€ufern möglich, in einer direkten Falllinie zu fahren. Fast immer schlagen sie dabei die Stangen mit den Schienbeinen weg und nehmen die Hand als Schutz, um die Ideallinie nicht verlassen zu mĂŒssen. Im modernen Slalom tragen die RennlĂ€ufer spezielle SchutzausrĂŒstung, bestehend aus Schienbeinschonern, Handschonern, Helmen und Gesichtsschutz.
Auf die Saison 2003/04 hin erhöhte die FIS die MindestlĂ€nge der Ski von 155 auf 165 cm bei den MĂ€nnern und von 150 auf 155 cm bei den Frauen. Dies war nötig geworden, weil es nach der allmĂ€hlichen Ăbernahme der Carvingtechnik durch die Fahrer oft zu unkontrollierten StĂŒrzen gekommen war.
Eine besondere Form des Slaloms ist der im K.-o.-System durchgefĂŒhrte Parallelslalom.
Der erste Torlauf fand, organisiert von Mathias Zdarsky, am 19. MĂ€rz 1905 in der NĂ€he von Lilienfeld am Muckenkogel statt. Der Kurs dieses Rennens Ă€hnelte jedoch dem eines modernen Riesenslaloms. Die Regeln des Slaloms wurden erstmals 1922 von Sir Arnold Lunn fĂŒr die britischen Landesmeisterschaften in MĂŒrren in der Schweiz festgelegt.
Die Etablierung der Arlberg-Kandahar-Rennen mit einer aus Slalom und Abfahrt bestehenden alpinen Kombination ab 1928 fĂŒhrte dazu, dass der Internationale Skiverband (FIS) die alpinen Disziplinen neben dem nordischen Skisport in ihr Regelwerk aufnahm und 1931 in MĂŒrren unter der Bezeichnung 1. FIS-Rennen die ersten alpinen Weltmeisterschaften durchfĂŒhrte. EsmĂ© MacKinnon bzw. David Zogg waren die ersten Slalom-Weltmeister der Geschichte.
Bei den Olympischen Spielen 1936 war der alpine Skisport erstmals olympisch. Dabei wurden lediglich Medaillen fĂŒr die Kombination aus Abfahrt und Slalom vergeben. So wurden erst 1948 mit Gretchen Fraser bzw. Edy Reinalter die ersten Slalom-Olympiasieger der Geschichte ermittelt.
Seit der Verwendung der Carvingski hat sich die Technik im Slalom grundlegend verÀndert. Lag die Durchschnittsgeschwindigkeit in den 1950er Jahren bei knapp 23 km/h, sind die Athleten heute mit 40 km/h unterwegs.
Der Slalom im Grasskilauf unterscheidet sich vor allem durch die GelĂ€ndeanforderungen von jenem im alpinen Skisport. Die Grasskipiste ist kĂŒrzer und flacher. Sie soll bei Weltmeisterschaften und Weltcuprennen fĂŒr Herren eine Höhendifferenz von 90 bis 140 Metern und fĂŒr Damen von 80 bis 140 Metern aufweisen. Bei allen anderen FIS-Bewerben gilt ein Höhenunterschied von 80 bis 120 Metern fĂŒr die Herren und von 60 bis 120 Metern fĂŒr die Damen. Die Hangneigung betrĂ€gt zwischen 25 und 40 %, darf gegebenenfalls auch geringer sein, jedoch nur in kurzen Abschnitten höher. Auch beim Grasski werden Kippstangen eingesetzt, ihre Anzahl richtet sich nach dem GelĂ€nde. Sie sollte etwa ein Drittel der Höhendifferenz betragen, also zum Beispiel 30 Tore bei 90 Metern Höhenunterschied. Die Tore sollen derart gesetzt werden, dass dem LĂ€ufer ein flĂŒssiges Durchfahren ermöglicht wird, er dabei aber durch verschiedene Torkombinationen und stark variierende Kurvenradien technisch gefordert wird. Die genauen Anforderungen an die Kurssetzung sind von der FIS in der Internationalen Wettkampfordnung festgehalten.
Slaloms bei Weltmeisterschaften und Weltcuprennen bestehen in der Regel aus zwei DurchgĂ€ngen. Im Weltcup sind fĂŒr den zweiten Lauf nur die besten 30 Herren bzw. die besten 15 Damen des ersten Laufes teilnahmeberechtigt. Gestartet wird in umgekehrter Reihenfolge des Zwischenklassements, der Schnellste des ersten Laufes startet also zuletzt. Das Endergebnis wird durch Addition beider Laufzeiten gebildet. Der Zwischenstand nach dem ersten Lauf wird zur Vergabe der FIS-Punkte herangezogen. Bei Weltmeisterschaften starten nach den besten 30 bzw. 15 des ersten Laufes alle weiteren LĂ€ufer, die den ersten Durchgang fehlerfrei absolvierten, in der Reihenfolge ihrer Laufzeit. Vor dem Rennen besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des Kurses.
In Automobil-Slaloms fahren (nicht nur) straĂenzugelassene Autos auf eigens abgesperrten Kursen, meist in Industriegebieten, auf groĂen ParkplĂ€tzen, FlugplĂ€tzen oder auf VerkehrsĂŒbungsplĂ€tzen. Hierbei kann gemÀà den Reglements von DMSB und NAVC jedermann fĂŒr ca. 40 Euro teilnehmen, nur ein Helm ist Pflicht.
Bei jeder Veranstaltung gilt es, die verschiedenen Aufgabenstellungen möglichst schnell und fehlerfrei zu bewĂ€ltigen. Es können einzelne Tore, Torfolgen, Gassen, Folge von einzelnen Markierungspunkten, die wechselseitig zu durchfahren sind ("Schweizer Slalom") und halbe oder ganze Wendungen vorkommen. Die Zeitnahme erfolgt auf 1/100 sec. genau, umgeworfene Pylonen werden mit drei, ausgelassene Tore mit 15 Strafsekunden geahndet. Somit sind Fehler unbedingt zu vermeiden, wenn man Erfolg haben will. Der Start erfolgt stehend mit laufenden Motor. Eine Sonderform des Slaloms ist der Bergslalom (analog zu Bergrennen), hierbei werden zusĂ€tzlich zu dem natĂŒrlichen Streckenverlauf der meist kurvigen StraĂe Pylonen aufgestellt.
Slalom-Wettbewerbe werden auch im Kanufahren, Wasserskifahren, Windsurfen, Snowboard und Skateboard ausgetragen.