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| Solling | ||
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| Höchster Gipfel | Große Blöße (527,8 m ü. NN) | |
| Lage | Niedersachsen, Hessen, NRW | |
| Teil des | Weserbergland | |
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| Koordinaten | 51° 44′ N, 9° 36′ O51.73333333339.6527.8Koordinaten: 51° 44′ N, 9° 36′ O | |
Der Solling ist ein bis 527,8 m ü. NN hohes Mittelgebirge des Weserberglands in Niedersachsen (Deutschland), dessen äußerste Südausläufer nach Hessen und Nordrhein-Westfalen reichen.
Innerhalb Niedersachsens stellt er das flächenmäßig zweitgrößte und nach dem Harz (Wurmberg; 971 m; höchster Punkt im niedersächsischen Harzgebiet) sowie dem Nordteil des nach Niedersachsen hinein reichenden Kaufunger Walds (Haferberg; 581 m) das dritthöchste Gebirge dar.
Der Solling bildet zusammen mit dem kleineren und weniger hohen Mittelgebirgszug Vogler und dem kleinen Höhenzug Burgberg, die sich nördlich an den Solling anschließen, den Naturpark Solling-Vogler.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name Solling wird etymologisch interpretiert als eine durch ihren Reichtum an sumpfigen Stellen charakterisierte Waldlandschaft. Vorformen des Wortes gehen zurück auf die Silbe sol, die eine Niederung oder morastige Stelle meint und sich auch in Flurnamen wie Heimbuchsoll wiederfindet.[1] Auch die heutigen Wörter Suhle und Soll gehen auf diesen Wortstamm zurück. Der Solling wird erst relativ spät urkundlich erwähnt, der erste Hinweis findet sich in einer Urkunde der Fuldaer Traditionen aus dem Jahr 1157: pro foreste Sulgo.[2]
Der Solling liegt fast vollständig in Südniedersachsen in den Landkreisen Holzminden und Northeim. Lediglich sein Südwestausläufer mit den Hannoverschen Klippen gehört rechtlich zum Landkreis Höxter in Ostwestfalen; und seine Südwestabdachung mit dem Stadtviertel Gartenstadt Bad Karlshafens befindet sich in Nordhessen im Landkreis Kassel, wo auch die Südabdachung des Sollings bei Wahlsburg ausläuft.
Am Solling liegen die größeren Orte entlang eines gedachten Ringes an seinem Rand. Im Uhrzeigersinn sind dies Deensen, Heinade, Dassel, Moringen, Hardegsen, Uslar, Bodenfelde, Bad Karlshafen, Lauenförde, Beverungen, Fürstenberg, Boffzen, Höxter, Holzminden und Bevern.
Im Norden stößt der Solling an den Burgberg, hinter dem sich der Vogler befindet, im Nord-Nordosten an den Homburgwald, im Nordosten an die Höhenzüge Amtsberge, Holzberg und Ellenser Wald, im Osten an den Ahlsburg, im Südosten an den Weper, im Süden an den Kiffing und im Südwesten an den Reinhardswald. Im Südwesten, Westen und Nordwesten bildet das Obere Wesertal die naturräumliche Begrenzung des Sollings.
In der Form eines umgedrehten Tellers hebt sich das Felsmassiv des Sollings von seiner Umgebung ab. Der Durchmesser beträgt etwa 30 km, die Mächtigkeit 300 m. Dieses Festgestein besteht aus Sandstein in meist rötlicher Einfärbung, dem Buntsandstein. Infolge eines regionalen tektonischen Vorgangs im Erdmittelalter ist eine Verwerfung entstanden. Sie verläuft durch das gesamte Massiv entlang einer recht geraden Linie.[3] An der Oberfläche wird sie als Graben sichtbar, der teilweise mit Lockergesteinen verfüllt ist. Im Nordosten verläuft heute durch diesen Graben die Helle, an dessen Nordende sie in den Spüligbach mündet. An dieses Bachtal anschließend hat sich in der Sollingmitte das Mecklenbruch gebildet. Der südwestliche Teil des Grabenbruchs zeigt bei Derental seine stärkste Ausprägung. Die gesamte Formation ist von einer Schicht Parabraunerde überlagert, auf der sich Moderhumus gebildet hat.
Die Mitte des Sollings mit Höhenlagen über 400 m wird auch als Hoher Solling oder Hochsolling bezeichnet. Auf dieser Hochfläche gehen die Böden in Pseudogley oder Stagnogley über, so dass sich Moorareale gebildet haben.
Über die beschriebene markante Grabenstruktur hinaus weist der Solling mehrere kleinere Verwerfungen auf, die sich oft als Bachtäler darstellen. Die Randbereiche des Sollings lassen sich im Uhrzeigersinn so charakterisieren:
Im Norden schließt sich der Vogler an. Im Osten läuft der Solling flach in die Stadt Dassel aus. Im Südosten hat sich um Uslar ein Becken abgesenkt. Im Süden grenzt der Solling an den Reinhardswald. Den Westverlauf bildet die Weser, wo der Wesersandstein des Sollings als Hannoversche Klippen seine steilste Formation aufweist.
Die durchgehende Bewaldung des Sollings prägt sein Gesamterscheinungsbild. Fichtenbestand dominiert diese Kulturlandschaft. Buchenwaldareale bilden den Kern des Laubbaumbestandes. An einigen Stellen befinden sich lange Eichen</b>alleen, die vor 250 Jahren vom Forstmeister Johann Georg von Langen angelegt wurden. Von den Durchgangsstraßen aus eröffnet sich über Forst- und Wanderwege der Zugang zu Lichtungsrändern, die auch andere Baumarten wie Ahorn, Birke, Douglasie, Esche, Lärche oder Tanne aufweisen. Der Boden ist, sofern sich kein Unterholz durchgesetzt hat, in der Regel mit Hainsimsen bewachsen. Bachtal- und Waldrandzonen haben Wiesencharakter.
In das Waldgebiet eingebettet befinden sich mitten im Solling mit dem Neuen Teich, dem Lakenteich und dem Hochmoor Mecklenbruch drei ökologisch wichtige Feuchtbiotope.
Der Solling bietet vielfältige Wandermöglichkeiten. Viele Wanderwege sind als Rund- oder Themenrouten angelegt, darunter der Pilgerweg Loccum–Volkenroda. Die meisten Wege verlaufen eben oder mit nur geringer Steigung. Beliebte Ausflugsziele im Solling sind das Naturschutzgebiet Hochmoor Mecklenbruch bei Silberborn, der Aussichtsturm Hochsolling zwischen Silberborn und Neuhaus, der Sollingturm und der Harzblickturm bei Uslar-Vahle, der Hutewald bei Schloss Nienover sowie der Wildpark Neuhaus.
Während der Brunftzeit der Hirsche kann auf Parkplätzen dem Röhren der Hirsche gelauscht werden (Hirschebrüllen). Auf gespurten Loipen kann im Winter an einigen Tagen Skilanglauf betrieben und zum Beispiel bei Silberborn gerodelt werden.
An der B 241 können in der Nähe des Mittelalterzentrums Nienover drei archäologische Grabungsstellen besichtigt werden sowie eine weitere am Lakenteich. Für das Mountainbiking besteht bei Neuhaus ein Rundkurs. Verschiedene wenig befahrene Straßen werden im Frühjahr von Radrennsportlern zur Saisonvorbereitung genutzt, während sich die fahrradtouristische Nutzung des Sollings auf den Europaradwanderweg R1 konzentriert.
Zu den Bergen im Solling gehören (Höhen in Meter über Normalnull):
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Ortschaften am oder im Solling sind:
Zu den Fließgewässern im und am Solling gehören:
Die beiden letztgenannten verlaufen peripher, während die anderen den Solling radial entwässern.
Zu den Stillgewässern des Sollings gehören der Neue Teich und der benachbarte Lakenteich.
In der letzten Eiszeit lag der Solling im nördlichen Randbereich der Gletschervorstöße. Erste menschliche Nutzungen setzten bereits in der Mittelsteinzeit ein.[4] Funde von Steinwerkzeug durchziehender Jäger und Sammler wurden in Randlagen des Sollings etwa bei Dassel[5] gemacht. Eine urgeschichtliche Bedeutung wird manchmal auch dem Bredenstein südlich von Neuhaus zugeschrieben, dessen genaue Bedeutung und zeitliche Einordnung aber nicht erwiesen sind.[6] Die sesshafte Besiedlung begann im Mittelalter ebenfalls vom Rand und von Flusstälern her. Von einem Heerlager Karls des Großen in Herstelle aus wurde eine kleine Anhöhe bei Schmeeßen besiedelt.[7] Bis in diese Phase blieb der natürliche Pflanzenbestand im Solling vorherrschend.
Mit dem Einsetzen einer mittelalterlichen Warmzeit kam es zu einer Bevölkerungszunahme. In dieser Zeit übernahmen die Grafen von Dassel die Landesherrschaft in der Gegend. Sie ließen eine große Siedlung vor ihrer Burg Nienover anlegen, was mit erheblichen Rodungen für Bau-, Heiz- und Hute-Zwecke verbunden war. Der Solling wurde allmählich in eine Kulturlandschaft umgeformt. Im 13. Jahrhundert übernahmen die Welfen die Herrschaft und Nienover fiel wüst. Die Waldnutzung wurde fortgesetzt durch die umliegenden Städte Uslar, Höxter und Holzminden. Der Bevölkerungsrückgang infolge der Pest Mitte des 14. Jahrhunderts führte zu einer teilweisen Wiederbewaldung.
In der Neuzeit wurde die Waldweidewirtschaft fortgesetzt und ausgeweitet. Dies führte zu einer Überalterung des Baumbestandes, der sich Mitte des 16. Jahrhunderts aus Birken, Buchen und Eichen sowie an Bachufern angepflanzten Weiden zusammensetzte. Auch wurden die Rodungen wieder aufgenommen, teils durch Köhlerhütten, besonders aber durch das Kloster Amelungsborn. Die Abholzung diente nicht nur der Ausweitung von Ackerflächen, sondern auch der Inbesitznahme von brach liegenden Landflächen. Noch im Dreißigjährigen Krieg verordnete Friedrich Ulrich einen Rodungsstop. Dennoch konnte sich der Wald auch in den nächsten hundert Jahren nicht erholen. Brennholzbedarf bestand nicht nur bei der zunehmenden Bevölkerung, sondern auch durch die neu errichteten Glas- und Eisenhütten. Von Langen schlug 1755 eine systematische Waldverjüngung durch Fichtenanpflanzung vor. Doch erst Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängte die Nutzung des Waldes als Forst die Mastweidewirtschaft. Im Anschluss an eine kurze Zugehörigkeit zum Departement der Leine begann man mit der Trockenlegung kleiner Moore. Ab etwa 1860 wurden großflächig Fichten angepflanzt. Die alte politische Grenze im Solling ist noch heute Landkreisgrenze zwischen Holzminden und Northeim. Seit dem Mittelalter verlief sie entlang des geologischen Grabens, der den nördlichen, braunschweigischen Teil vom südlichen, calenbergischen (später hannöverschen) Teil trennte.
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