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| Solothurn | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Solothurn |
| Bezirk: | Solothurn |
| BFS-Nr.: | 2601 |
| Postleitzahl: | 4500 |
| UN/LOCODE: | CH SOO |
| Koordinaten: | 607492 / 22860447.2083317.537513430Koordinaten: 47° 12′ 30″ N, 7° 32′ 15″ O; CH1903: 607492 / 228604 |
| Höhe: | 430 m ü. M. |
| Fläche: | 6.29 km² |
| Einwohner: | 16'163 (31. Dezember 2010)[1] |
| Stadtpräsident: | Kurt Fluri (FDP) |
| Website: | www.stadt-solothurn.ch |
| Solothurn am der Aare | |
| Karte | |
Solothurn (französisch Soleure, italienisch Soletta, rätoromanisch Soloturn, lateinisch Salodurum) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Kantons Solothurn. Die Stadt bildet einen Bezirk für sich.
Solothurn nennt sich «schönste Barockstadt der Schweiz», andere nennen sie traditionell «Ambassadorenstadt» oder «Sankt-Ursen-Stadt». Die Altstadt in ihrem heutigen Zustand wurde zum grössten Teil zwischen 1520 und 1790 errichtet und zeigt dementsprechend eine Mischung verschiedener Architektur-Stile.
Solothurn liegt auf 430 m ü. M. am Jurasüdfuss. Die Stadt wird durch die Aare in einen nördlichen und südlichen Bereich geteilt. Zu den kleineren Bächen zählen der Brunngraben, der Brühlgraben, der Obach, der Dürrbach sowie der St. Katharinenbach (von Westen nach Osten). Etwa fünf Kilometer nördlich auf 1'395 m ü. M. liegt der «Solothurner Hausberg» Weissenstein, worauf bis 2009 eine kleine Sesselbahn führte. Nordöstlich des Gemeindegebiets mündet die Emme bei Emmenspitz in die Aare. Topographisch gesehen liegt die Solothurner Altstadt auf einer Endmoräne des Rhonegletschers aus der Würm-Kaltzeit, welche nach dem Abschmelzen des Gletschers bei Wangen an der Aare den Solothurnersee aufgestaut haben soll.[2] Richtung Norden und auf der anderen Seite der Aare Richtung Süden erhöht sich das Gemeindegebiet auf 470 bzw. 450 m ü. M. Die Gemeindefläche ist 629 ha gross, davon entfielen 1994 66 % auf Siedlungen, 25 % auf Landwirtschaft und knapp 9 % auf Wald, Gehölze und unproduktives Land.
Nachbargemeinden von Solothurn sind im Westen Bellach, im Norden Langendorf und Rüttenen, im Osten Feldbrunnen-St. Niklaus und im Süden Zuchwil sowie Biberist. Das Siedlungsgebiet von Solothurn ist heute fast lückenlos mit der Bebauung von Bellach, Langendorf, St. Niklaus und Zuchwil zusammengewachsen.
Klimatisch steht Solothurn unter kontinentaleuropäischem Einfluss, wobei die parallele Konstellation Aare – Jurakette überdurchschnittlich viele Nebellagen zur Folge hat.
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Monatliche Durchschnittstemperaturen für Solothurn
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Auf dem Gebiet der westlichen Altstadt wurde bei zwei Ausgrabungen 1962/63 und 1986 ein Siedlungsplatz aus der Mittelsteinzeit angeschnitten. Über längere Zeit bot der Moränenrücken am östlichen Ende der vom Rhonegletscher hinterlassenen Schwemmebene einer nomadisierenden Gemeinschaft einen geeigneten Rastplatz, der in der frühen Jungsteinzeit jedoch wieder aufgegeben wurde.[3]
Funde aus der Bronzezeit und der vorrömischen Eisenzeit gibt es kaum. Insbesondere fehlen Funde aus der La-Tène-Zeit[4], ausgenommen sind hier einige Münzen der Häduer. Obwohl der Ortsname Solothurn, der auf einem Altarstein der Göttin Epona aus dem Jahr 219 n. Chr. erstmals als vicus Salodurum überliefert ist[5], eindeutig der keltischen Sprache entstammt, konnte bisher keine keltische Siedlung auf dem heutigen Stadtgebiet nachgewiesen werden[6].
Der römische Vicus ist in Tiberianscher Zeit – laut der aktuellen Forschung zwischen 15 und 25 n. Chr.[7] – auf der «grünen Wiese» entstanden[6]. Die Gründung der Siedlung dürfte mit dem Bau einer Brücke für die Strassenverbindung Aventicum–Vindonissa (Avenches-Windisch) und dem Bau einer einfachen Hafenanlage für die Schifffahrt auf der Aare in Zusammenhang stehen. Die festen Ufer beim Durchbruch der Aare durch die Endmoräne des Rhonegletschers eigneten sich bestens für die Anlage einer festen Brücke, und der Strömungsschatten unmittelbar nach diesem Durchbruch für den Bau einer Anlegestelle für die Binnenschifffahrt[8]. Gestützt wird diese Sicht auch von der aktuellen Interpretation des Siedlungsnamens: Salodurum, gebildet aus dem vorkeltischen Bestimmungswort sal «Wasser, wogend» und dem keltischen Grundwort duron «Tür, Tor», lässt sich mit «Wassertor» übersetzen.[9] Salodurum darf somit als keltischer Flurname für den Aaredurchbruch in der Endmoräne des Rhonegletschers angesprochen werden, der von den gallo-römischen Siedlern für den neu gegründeten Vicus übernommen wurde.
Die Ausdehnung des Vicus Salodurum kann wegen der schlechten archäologischen Quellenlage nur annähernd eingegrenzt werden. Siedlungsreste und Einzelfunde aus römischer Zeit konzentrieren sich nördlich der Aare beidseits der heutigen Hauptgasse, am Stalden und beim Freidhofplatz. Rund 30 Meter südlich der Hauptgasse, die in einem leichten Bogen vom Stalden zur St. Ursenkathedrale führt, konnte im Hof der Vigierhäuser eine Uferverbauung aus dem Jahr 58 n. Chr. nachgewiesen werden, gute 100 Meter vom heutigen Aareufer entfernt. Südlich davon finden sich keine römischen Siedlungsreste mehr. Offenbar folgt die heutige Hauptgasse, deren Vorläufer möglicherweise schon den Vicus erschloss, dem römischen Aareufer in gleichbleibendem Abstand. In der Vorstadt südlich der Aare konnten Siedlungsreste im Bereich des Oberen Winkels nachgewiesen werden. Verbunden waren die Teile des Vicus beidseits der Aare durch eine Brücke an der Stelle der heutigen Wengibrücke oder unmittelbar westlich davon. Im Gebiet um die St. Ursenkathedrale und im nördlichen Bereich des Klosterplatzes um die Peterskapelle befand sich der Friedhof des Vicus.[10]
Dank einer beachtlichen Anzahl von erhaltenen oder dokumentierten Inschriftsteinen weiss man, dass der Vicus Salodurum von Ortsvorstehern ("magistri") verwaltet wurde. Es gab ein mit dem Kaiserkult betrautes Sechsmännerkollegium, einen Jupiter- und einen Apollotempel sowie einen Kult um die Pferdegöttin Epona. Die Mehrzahl der heute noch erhaltenen Inschriftsteine wurde 1762 bei Abbrucharbeiten im Fundament der alten St. Ursenkathedrale gefunden. Sie sind heute im Solothurner Steinmuseum (hinter der Jesuitenkirche) ausgestellt.[11]
Über das Schicksal des Vicus in der Krisenzeit des späten 3. Jahrhunderts ist uns nichts Konkretes bekannt. Aufgrund der Befunde in benachbarten Villen müssen wir mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einem Bevölkerungsrückgang rechnen. In der Regierungszeit von Kaiser Konstantin, wohl zwischen 328 und 337, wichen die Reste des Vicus einem Castrum.[12] Die massive Umfassungsmauer mit einer Stärke von 2 bis 3 Metern umschloss eine Fläche von etwas mehr als 1.3 ha und damit nur noch einen Bruchteil des ehemaligen Vicus, dessen Reste die zahlreichen Spolien im Fundamentbereich der Castrumsmauer lieferte.[13].
Während der Spätantike wurde im nördlichen Castrum (heute Friedhofplatz) die erste Kirche der Stadt, dem Heiligen Stefan geweiht, erbaut. Der Legende nach sollen um das Jahr 300 in Solothurn zwei christlich bekehrte römische Legionäre der Thebäischen Legion enthauptet worden sein: Ursus und Victor. Nach ihnen ist die heutige Kathedrale benannt. Die Gebeine des Victors wurden im 5. Jahrhundert von der burgundischen Prinzessin Sedeleuba nach Genf überführt, während der Ursus-Kult in Solothurn weiterlebte.
Während dem 8. und 9. Jahrhundert gehört Solothurn zur Verwaltungsregion Waldgau des unter den Karolinger stehenden Fränkischen Reich. 932 wird durch die Burgunderkönigin Bertha das St. Ursenstift am Standort der heutigen St. Ursenkathedrale gegründet. Zuvor befand sich das Stift in der Nähe des von Hochwasser bedrohten Aareufers. In dieser Zeit könnte zudem die erste Stadterweiterung vom Castrum ostwärts bis zur Schaal- und Judengasse stattgefunden haben. Anschliessend folgte etwa auf dem Gebiet des heutigen Zeitglockenturmes die mittelalterliche Stadtburg, im Osten durch den Graben des Goldbaches natürlich geschützt.
Im 11. Jahrhundert, während der Herrschaft der letzten Burgunderkönige, fanden in Solothurn zahlreiche Reichstage statt, während die Stefanskapelle als Krönungsstätte diente. Neben Lausanne, Zürich und Basel war Solothurn die einzige grössere Stadt im Mittelland.
Durch den Tod des Grafen Rudolf von Rheinfelden 1080 hielten neue Adelsgeschlechter Einzug in das Land. Unter ihnen waren die Zähringer die wichtigsten. Sie gründeten nicht nur neue Städte, wie z. Bsp. die Nachbarstädte Bern und Freiburg, sondern erweiterten auch zahlreiche andere, unter ihnen auch Solothurn. So wuchsen die Kirchenstadt um St. Ursen und die befestigte Siedlung des Castrums zusammen. Als breite Hauptader wurde zunächst die Gurzelngasse neu angelegt, später kamen Barfüsser-, Hinter- und Eselsgasse, vielleicht auch die Vorstadt, hinzu. Diese zähringische Stadtmauer bildete den Mittelpunkt des solothurnischen Lebens bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.
Nach dem Tod des letzten, kinderlosen Zähringers wurde Solothurn, wie auch Bern, 1218 zur reichsfreien Stadt erklärt. Der nun Schultheiss genannte Statthalter übernahm nun die Machtherrschaft (siehe hierzu Solothurner Schultheisse im Mittelalter). Durch die während der weiter erfolgten Autonomiebestrebungen der Stadt erlangten Stadtrechte flossen neue Gelder. Sie gaben Solothurn die Möglichkeit zur Befestigung und Verschönerung der Stadt: 1230 wird die Vorstadt (südlich der Aare), 1296 die Aarebrücke erwähnt. 1280 liessen sich die Franziskaner in Solothurn nieder und konnten 1299 ihre Kirche vollenden. Auch der Vorgänger der heutigen St. Ursenkathedrale entstand zu dieser Zeit: der gotische St.-Ursen-Münster wurde 1294 geweiht, dem aber beide Türme dem Basler Erdbeben von 1356 zum Opfer fielen und später durch den Wendelstein ersetzt wurden. Anfang des 14. Jahrhunderts werden erstmals die Gold- und Schaalgasse, das Eich- und Barfüssertor sowie der Tinkelmanns- und Nideckturm in den Quellen erwähnt. 1378 wurden sogar einige Gassen gepflästert.
Wegen der schwierigen Zeit für reichsfreie Städte im 13. Jahrhunderte, musste sich auch Solothurn nach Verbündeten umsehen. So konnte, neben einigen Verträgen mit einzelnen Klöstern, der Bund von Bern geschlossen werden, der für Solothurn in der Zukunft bedeutend werden sollte. Schliesslich verweigerten die Eidgenossen der Innerschweiz sowie Solothurn und Bern dem Habsburger Friedrich dem Schönen die Anerkennung. So kam es 1315 zur Schlacht am Morgarten und 1318 zur Belagerung Solothurns durch den Bruder Friedrichs Herzog Leopold I., der jedoch mit Hilfe von rund 400 Bernern geschlagen werden konnte. Leopold ist jedoch wohl das Solothurner Wappen zu verdanken, das sich im Domschatz zu St. Ursen befindet. Auch mit Biel (1334), Burgdorf (1377) und anderen Städten sowie Klöstern konnte die Stadt wichtige Bündnisse schliessen.
1393 beginnt für Solothurn die Zeit bei den Eidgenossen. Die Stadt war in diesem Jahr Mitunterschreiber des Sempacherbriefes. Weiter beteiligte sich Solothurn an den weiteren Schlachten und Eroberungen der Eidgenossen, konnte aber zweimal (1411, 1459) wegen des Widerspruchs der Länder und dem Neid Berns der Eidgenossenschaft nicht beitreten. Erst einige Jahrzehnte später trat Solothurn 1481, zusammen mit Freiburg, der Eidgenossenschaft bei, obwohl sie fortan Städte zweiten Ranges wurden. Bis 1513 kamen weitere Städte hinzu, und bildeten zusammen dann die dreizehn alten Orte. 1530 schlug zudem der französische Ambassador hier seinen Sitz auf.
Das mittelalterliche Solothurn herrschte zunächst über ein Gebiet, das die heutigen Gemeinden Rüttenen, Feldbrunnen-St. Niklaus, westliches Riedholz, Oberdorf, Langendorf, Bellach, Zuchwil, Luterbach, Biberist, Lohn, Derendingen und Messen umfasste. 1362 kam der Unterleberberg, 1389 Grenchen und Bettlach sowie 1391 der Bucheggberg hinzu. Während einer zweiten Expansionsphase zwischen 1402 und 1427 kamen Thal und Gäu, zusammen mit der baslerischen Pfandschaft Olten, hinzu. Die Herrschaft Gösgen kam 1458 hinzu. Mit dem Kauf des Wasseramtes (1466), und der Eroberung von Dorneck und Thierstein zu Beginn des 16. Jahrhunderts erreichte der Kanton seine heutige Gestalt. Der zerfetzte Umriss des Staates wird von einem Volksspruch veranschaulicht:
«Wenig Speck und viele Schwarten, viel Haag und wenig Garten.»
Durch die Neuerungen der Kriegskunst musste die Befestigung Solothurns ausgebaut werden. So wurde 1453 mit dem Bau der Ringmauer nördlich des Eichtores (Baseltor) begonnen. 1454 kamen mit vorerst quadratischem Grundriss der Nydeckturm (Riedholzturm) und 1462 der Krummturm in der Vorstadt hinzu. Ende der 1480er Jahre wurden Hürlig-, inneres Bern- und äusseres Wassertor verstärkt. Später kamen, auf kreisrundem Grundriss, das Baseltor (1504 bis 1508), der Burristurm (1534) und der neue Riedholzturm (1548) hinzu. Ab 1467 wurde zudem mit dem Neubau des Rathauses an der Eselsgasse begonnen, der erst 1711 mit einer neuen Doppelturmfassade im Osten ganz vollendet wurde. Der Zeitglockenturm bekam 1545 seine astronomische Uhr vom Winterthurer Laurentius Liechti.
Bei dessen Durchreise 1418 gestattete Papst Martin V. den Bau des Bürgerspitals und der dazugehörigen Heiliggeistkapelle in der Vorstadt. Im Stadtbild massgebend sind die verschiedenen Figurenbrunnen (St. Urs, Gerechtigkeit, Georg, Simeon und Mauritius), die während dem 16. Jahrhundert entstanden.
Bilddeutung der Stumpf-Chronik (links): Erkennbar sind die heutigen Bauten Zeitglockenturm, Rathaus, Franziskanerkirche, Baseltor, Burristurm und krummer Turm. Nicht mehr vorhanden heute: Die Münsterkirche St. Ursen, die beiden Berntore, der Georgsturm in der Südwest-Ecke und der Nydeck-Pulverturm in der Nordost-Ecke (er fiel 1546 einem Blitzeinschlag mit Explosion zum Opfer und wurde umgehend durch den Riedholzturm ersetzt). Ebenfalls abgebrochen wurden im 17. Jahrhundert der Petersturm beim heutigen Ritterquai und im 19. Jahrhundert der Hürligturm südlich der Aare. Erhalten geblieben sind hingegen die drei Wachtürme an der nördlichen Festungsmauer. Einen eigentlichen Marktplatz hat es damals nicht gegeben, der heutige Friedhofplatz dagegen ist klar erkennbar. Beim «Schänzli»-Stadtteil südlich der Aare war der Festungsgraben hier und Jahrhunderte danach mit Aarewasser geflutet, während dieses Vorhaben nördlich der Aare aufgrund mangelhafter Physik-Kenntnisse offenbar teilweise gescheitert ist.
Kurz nach der liberalen Revolution von 1830 wurde in Solothurn damit begonnen, die Stadtmauern und Stadtbefestigungen aus Mittelalter und Früh-Neuzeit niederzureissen, die – analog etwa den mannigfachen Binnenzöllen, Mass-Einheiten und Geldwährungen auf bundesstaatlicher Ebene – als hinderlich betrachtet wurden für den ersehnten Handels- und Industrialisierungs-Aufschwung. Ausserhalb dieser Festungsanlagen existierten zu jener Zeit einzig verstreut einige Residenzen der gestürzten aristokratischen Geschlechter, einige Bauernhöfe und kirchliche Institutionen (z. B. Klöster, darunter das Kapuzinerkloster Solothurn).
In der Zeitspanne 1850 bis 1900 verdoppelte sich die Bevölkerungszahl in der Stadt Solothurn von rund 5'000 Personen auf rund 10'000 Personen. Einem Aquarell von L. Wagner von 1884 ist zu entnehmen, dass die zusätzliche Bevölkerung Wohnraum-Angebot vorab durch Ausdehnung des Siedlungsgebietes im Bereich Westring bis ca. heutige Zentralbibliothek erhielt. 10'000 Personen fanden damals Unterkunft in einem Gebiet umfassend weitgehend nur die Alt- und Vorstadt sowie das vorgeschobene Westring-Quartier (verglichen mit der heutigen Stadtgrösse, für eine Bevölkerung von rund 15'500 Personen). Erklärbar ist diese damals sehr starke Verdichtung z. B. mit dem Umstand, dass der Dienstleistungs-Sektor noch sehr schwach ausgeprägt war: Nahezu das gesamte genannte Raumangebot stand für Wohnzwecke zur Verfügung, es gab vergleichsweise zu heute noch sehr wenige Büros und Ladengeschäfte, ganz zu schweigen von Warenhäusern etc. Auch waren die einzelnen Wohnungen im Allgemeinen noch deutlich kleiner als heute.
Von 1900 bis 1950 wuchs die städtische Solothurner Bevölkerung dann um fast 7'000 Personen auf 16'700. Dies vorab durch nachhaltigen Überbauungsbeginn der Quartiere Dilitsch, Allmendstrasse, Obere Steingruben, St. Kathrinen und der Südstadt. Aus dem Jahr 1938 stammt der erste Zonenplan, den die Stadt damals noch in eigener Regie und ohne Vorgaben von Bund oder Kanton erstellte. Er enthielt allerdings nur sehr rudimentäre Auflagen: Noch durften Wohnblöcke in Zweifamilienhaus-Quartieren errichtet werden, Wohn- und Industriezonen waren noch nicht klar voneinander getrennt.
Von 1950 bis heute nahm die Bevölkerungszahl in Solothurn etwas ab, mit allerdings einigen Schwankungen innerhalb dieses Zeitfensters. Das Siedlungsgebiet hingegen wuchs kontinuierlich und deutlich, zurückzuführen auf den zunehmenden Anteil des Einfamilienhaus-Baus, den stets ansteigenden individuellen Wohnraum-Bedarf, vermehrte Einpersonen-Haushalte, expandierenden Gewerbe- und Industriebau sowie zunehmenden Bedarf an Büro- und Ladenflächen. Anfangs der 1970er Jahre wurde mit dem «Bebauungsplan Brühl» auch die Überbauung der Weststadt im engeren Sinne in Angriff genommen, mit den anfänglich umstrittenen ersten Hochhäusern der Stadt, den Riedmatt-Blöcken.
Seit 2006 befindet sich das Projekt Wasserstadt Solothurn in der Planungsphase.
Anlässlich einer Studienwoche der Kantonsschule wurde im Jahr 2000 die Entwicklung der in ihrem Grundriss und teils auch in der Bausubstanz mittelalterlichen Solothurner Altstadt untersucht (publiziert bei der Naturforschenden Gesellschaft). Es wohnten dort anno 2000 noch 1050 Personen, was seit 1971 einer Abnahme von 40 % entspricht. Die Wohnnutzung weicht gemäss Studie zusehends einer kommerziellen Nutzung, wobei innerhalb dieser überregionale und internationale Ladenketten zunehmend das Schwergewicht bilden. Zum Teil werden die in den regulären Geschossen wegfallenden Wohnflächen mit dem Ausbau von Dachgeschossen kompensiert. Aufgrund der recht hohen Bodenpreise haben auch die Wohnungsmieten ein beachtliches Niveau erreicht. Am 29. März 2011 wurden durch einen Brand, der im Dachstock an der Hauptgasse 54 ausgebrochen war, fünf Gebäude im Dachbereich teilweise stark beschädigt.[14]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1850 | 5'000 |
| 1900 | 10'100 |
| 1950 | 16'700 |
| 2010 | 16'163 |
Mit 16.163 Einwohnern per 31. Dezember 2010 ist Solothurn nach Olten die zweitgrösste Stadt des Kantons Solothurn und zählt zu den kleineren Städten der Schweiz. In der Agglomeration Solothurn, zu der auch Gemeinden aus den Bezirken Lebern und Wasseramt gehören, lebten im Jahr 2009 75.359 Personen in 24 Gemeinden.[15]
Solothurn ist traditionell katholisch geprägt. Durch die Binnenwanderung in den letzten Jahrhunderten kam es aber auch in Solothurn zu einer Herausbildung einer grossen Reformierten-Gemeinde. Seit den 1970er, 80er und 90er Jahre kamen erstmals Muslime und Buddhisten in die Stadt.
35,2 % der Bevölkerung war im Jahr 2000 römisch-katholisch (5'413 Personen), 29,6 % war protestantisch (4'551) und 5,9 % (907) gaben muslimisch an. Als konfessionslos bezeichneten sich 20,2 % (3'106) und 3,9 % (599) machten keine Angabe.
Der Ausländeranteil beträgt 21,4 Prozent und liegt damit über dem kantonalen Durchschnitt von 20 Prozent. Den grössten Anteil bilden Bürger aus Italien, dem ehemaligen Jugoslawien, der Türkei, Sri Lanka, Thailand, Deutschland und Spanien.
Die gesetzgebende Behörde und oberstes Organ der Gemeinde ist die Gemeindeversammlung. Sie findet zwei- bis viermal jährlich im Landhaus-Saal statt. Gebildet wird sie aus allen stimmberechtigten Angehörigen der Gemeinde, wobei sie meist nur von einem kleineren Teil davon besucht wird.
Der Gemeinderat ist das vollziehende und verwaltende Organ der Gemeinde. Er besteht aus 30 Mitgliedern und wird im Proporzwahlverfahren vom Volk gewählt. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre. Er tagt im Sitzungsraum/Gemeinderatssaal des Landhauses.
Bei den letzten Wahlen erreichten die Parteien folgende Sitzzahlen:
| Partei | 1997 | 2001 | 2005 | 2009 |
|---|---|---|---|---|
| FDP | 12 | 11 | 10 | 9 |
| SP | 7 | 8 | 9 | 7 |
| CVP | 6 | 5 | 5 | 7 |
| Grüne | 3 | 3 | 4 | 5 |
| SVP | 2 | 3 | 2 | 2 |
Daneben gibt es noch eine Gemeinderatskommission, bestehend aus 7 Mitgliedern (3 FDP, 2 SP, 1 CVP und 1 Grüne), die vom Gemeinderat aus seiner Mitte gewählt werden. Stadtpräsident ist Nationalrat Kurt Fluri (FDP), der somit zugleich Präsident der GRK ist.
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Richteramt Solothurn-Lebern zuständig. Im weiteren hat das kantonale Obergericht seinen Sitz in der Stadt Solothurn.
Als Kantonswappen wurde das rot-weisse Schild vom Stadtwappen übernommen. Von den örtlichen Behörden wird es seit 1394 gebraucht. Die Farben sind seit 1443 bekannt.[16]
Solothurn wird in 14 Quartiere eingeteilt:[17]
Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Heilbronn eine grosse Armut und Hungersnot. Um gegen dieses Elend vorzugehen, errichtete und betrieb die Pfarrerin Anna Kopp-Sieber 1924 in Heilbronn die «Schweizer Hilfe». Durch diese Einrichtung wurden an Notleidende Lebensmittel und Kleider vergeben, womit der erste Bezug zwischen den beiden Städten hergestellt war.
Zum Zusammenschluss zu Partnerstädten kam es, als am 19. September 1981 der Bürgermeister von Heilbronn Hans Hoffmann und der solothurnische Stadtammann Fritz Schneider in Heilbronn die Partnerstadts-Urkunde besiegelten. Am 7. Mai 1982 wurde dieser Zusammenschluss nochmals durch eine Unterschrift des damaligen solothurnischen Stadtpräsidenten Urs Scheidegger und Hans Hoffmann in Solothurn bestätigt.
Tadeusz Kościuszko war ein polnischer General und Anführer eines Aufstands gegen die Teilungsmächte Russland und Preußen im Jahr 1794. Nach einer Gefangenschaft im gleichen Jahr geriet er in Gefangenschaft, wurde jedoch 1796 durch den Zaren Paul I. begnadigt. Er flüchtete ins Exil, welches ihn in die Vereinigten Staaten von Amerika, später Paris und am Ende nach Solothurn brachte. Hier führte er seinen Kampf für die polnische Unabhängigkeit vergeblich fort, bis er am 15. Oktober 1817 starb. Während seine Eingeweide auf einem Friedhof in Zuchwil beigesetzt wurden, überführte man den einbalsamierte Leichnam von der Jesuitenkirche in Solothurn in die Königsgruft von Krakau.[18] Der Städtebund wurde 1990 beschlossen.
1449 schlossen die Bürger von Le Landeron (NE) mit denen der Stadt Solothurn ein Burgrecht, das bis 1783 mehrmals bestätigt wurde. Obschon der damalige Bund weit zurückreicht, kam es erst 2003 zu einer Städtepartnerschaft. Seit jeher betreibt die Bürgergemeinde Solothurn Rebberge in Le Landeron und verkauft Ihren Bürgerwein in der Vorstadt Solothurn.
Die bekanntesten Zeitungen sind die Solothurner Zeitung, der Azeiger, die beide vom Unternehmen Vogt-Schild herausgegeben werden. Daneben ist die Solothurner Woche eine beliebte Anzeiger-Zeitung. Radio 32 ist der einzige Radiosender der Stadt.
Für die Zuganbindung sorgen der Hauptbahnhof Solothurn und der Westbahnhof, welcher jedoch nur dem Regionalverkehr dient. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bieten Verbindungen in Richtung Lausanne/Genf bzw. St. Gallen/Konstanz sowie in den Berner Jura über Moutier nach Sonceboz-Sombeval an. Daneben besorgt die BLS AG den Anschluss ins Emmental nach Burgdorf und nach Thun, während der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) die meterspurige Linie nach Bern betreibt. Eine weitere meterspurige Zugverbindung stellt die Aare Seeland mobil (ASm) zwischen Solothurn und Niederbipp–Langenthal bereit. Diese betreibt noch zwei weitere Haltestellen auf Stadtgebiet.
Die nähere Umgebung erreicht man durch den Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU). Zum Kurhaus des Hausbergs Weissenstein führt nach der Stilllegung der Sesselbahn Oberdorf–Weissenstein jeweils Mittwochs, Samstags und Sonntags ein Postauto.
Seit der Fertigstellung der Autobahn-Teilstrecke A5 zwischen Solothurn und Biel gibt es drei Ausfahrten (zwei Voll- und einen Halbanschluss) zur Stadt Solothurn.
Der nächstgelegene Flugplatz befindet sich in Grenchen, wobei dieser vor allem von Hobbyfliegern, Fallschirmspringern, Airtaxis und anderen Privaten verwendet wird. Linienflüge finden keine statt. Die Flughäfen Bern-Belp, Basel-Mulhouse-Freiburg und Zürich sind mit der Eisenbahn in 75–100 Minuten zu erreichen.
In Solothurn gibt es ein umfangreiches Bildungsangebot. In sieben städtischen Schulen werden alle Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet. Daneben gibt es eine Heilpädagogische Sonderschule, ein Sprachheil-Ambulatorium und eine Musikschule. Unter den Privatschulen ist besonders die Rudolf-Steiner-Schule bekannt.
In der Stadt befindet sich ebenfalls die Kantonsschule Solothurn. Weitere Schulen von Bedeutung sind die Kaufmännische Berufsschule, die Gewerblich-Industrielle Berufsfachschule (GIBS), die Pädagogische Hochschule der FHNW (gehört seit 2006 zur Fachhochschule Nordwestschweiz), das kantonale Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BZG) sowie die Volkshochschule.
Solothurn besitzt als Hauptspital das Bürgerspital. Für Stadt und Kanton hat das Bürgerspital Solothurn die Funktion eines Spitals mit erweiterter Grundversorgung. 1'200 Angestellte arbeiten in Notfallstation, Intensivpflegestation, allen medizinischen Disziplinen, die zur Erfüllung des Leistungsauftrages eines Zentrumsspitals gehören sowie in verschiedenen Ambulatorien. Das Bürgerspital ist seit 2005 komplett rauchfrei. Es besitzt zudem ein Blutspende-Zentrum.
Die Geschichte des Bürgerspitals geht auf das Jahr 1418 zurück. Es wurde mit Erlaubnis des Papstes Martin V. gegründet und befand sich in der Vorstadt an der Aare. Die Spitalschwestern-Gemeinschaft stammt ursprünglich aus Pruntrut respektive Beaune in Frankreich. Sie dient dem Spital seit 1788. Im Jahre 1930 zog das Bürgerspital in ein neues Gebäude an der Schöngrünstrasse. Das Hauptgebäude und das Bettenhochhaus daneben wurden 1974 eingeweiht.
Bis 1967 war die Bürgergemeinde der Stadt Solothurn Trägerin des Spitals, daher der Name Bürgerspital. Seither beteiligt sich auch der Kanton Solothurn an der Trägerschaft. Heute dient das moderne Bürgerspital mit seinen rund 300 Betten als Zentrumsspital für den oberen Kantonsteil. Das Einzugsgebiet umfasst rund 80'000 Einwohner. Das Spital wird von der Solothurner Spitäler AG betrieben.
Zudem gibt es die Privatklinik Obach. Man zählt alles in allem deutlich über 100 Arztpraxen in der Stadt, wobei es sich teils um Gemeinschaftspraxen handelt. Diese überdurchschnittliche Kumulation erklärt sich aus der zentralörtlichen Funktion einer Hauptstadt.
Solothurn ist ein regionales Kulturzentrum. Zahlreiche Institutionen wie das Theater, die Kulturfabrik Kofmehl, das Kulturzentrum Altes Spital, das Museum Altes Zeughaus, das Schloss Waldegg, das Naturmuseum Solothurn, das Kunstmuseum Solothurn (Cezanne, Matisse, Renoir, Klimt, Holbein, alle in Einzelwerken; Hodler, Amiet etc.), das Historische Museum Blumenstein und das Kosciuszko-Museum, das an den 1817 in Solothurn verstorbenen polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko erinnert, haben ein weitreichendes Kulturangebot. Die Stadt Solothurn ist zusammen mit dem Kanton und der Gesamtheit der Agglomerations-Gemeinden Trägerin der Stiftung Zentralbibliothek Solothurn.
Während des ganzen Jahres finden in der Stadt einige Events statt. Die bekanntesten sind die Solothurner Filmtage, die Solothurner Literaturtage, die Solothurner Biertage, das Classic Openair, das Stadtorchester und die urtümliche Fasnacht.
1980 erhielt die Stadt den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes zugesprochen.
Als kulinarische Spezialität der Stadt Solothurn gilt die «Solothurner Torte»[19], zubereitet aus gemahlenen Haselnüssen, Biskuit, Meringue und Rahm. Die Confiserie Suter in der Altstadt stellt diese traditionelle Spezialität seit 1915 her. Die Originalbezeichnung lautet: «Solothurner Kuchen». Unter diesem Namen (oder neuerdings auch als «Torte») ist das Gebäck in zahlreichen Confiserien und Bäckereien des Kantons Solothurn, aber auch beim Grossverteiler Coop erhältlich.
Solothurn hat eine spezielle Beziehung zu der Zahl Elf, deren Ursprung möglicherweise bis ins Mittelalter zurückreicht. Der Grund für diese Vorliebe liegt allerdings im Dunkeln. Die Bürgerschaft der Stadt war in elf Zünften organisiert und bereits der erste Rat, den die Solothurner stellen durften, zählte elf Mitglieder. Nachdem immer mehr solche 11er-Beziehungen zum Vorschein traten, begannen die Solothurner diese Zahl bewusst zu pflegen.
So verfügt das Wahrzeichen der Stadt, die St. Ursenkathedrale, über elf Altäre und elf Glocken. Zu ihr hinauf führt eine Treppe mit jeweils elf Stufen pro Abschnitt. Und die vom Haupteingang aus gezählt elfte, schwarz gestrichene, quadratische Bodenplatte im Hauptschiff bezeichnet die einzige Stelle in der Kirche, von der aus alle elf Altäre bzw. Teile davon gleichzeitig zu sehen sind. Die barocke Stadtbefestigung besass vor ihrem Teilabbruch elf Bastionen. Im weiteren hat die Stadt eine «Solothurner Uhr», die nur 11 Stunden hat. Das im Naturmuseum hängende Foucault-Pendel, welches die Erddrehung anzeigt, dreht sich ebenfalls relativ zum Erdboden um elf Grad pro Stunde.
Eine lokale Brauerei heisst Öufi Bier (solothurnisches Schweizerdeutsch für Elf) und produziert ein gleichnamiges Bier. Das «Solothurner Bataillon» der Schweizer Armee (Infanterie-Bataillon 11) trägt ebenfalls die Zahl 11. Dieses ging 2004 aus dem Infanterie-Regiment 11 hervor, welches ebenfalls dem Kanton Solothurn zugewiesen war.
Zu den überprüfbaren 11er-Beziehungen gesellen sich viele Mythen: So ist Solothurn nicht der elfte Kanton der Alten Eidgenossenschaft, sondern der zehnte.[20] Weiter gab und gibt es weit mehr als elf Brunnen und elf Kirchen und Kapellen auf Stadtgebiet. Die mittelalterliche Stadtbefestigung besass einst deutlich mehr als elf Türme, dafür gab es nie mehr als sieben Stadttore.[21]
Die Solothurner Fasnacht beginnt nicht, wie andernorts am 11.11. (Martinstag), sondern stets am 13. Januar dem Hilari-Tag. Ab diesem Tag heisst Solothurn «Honolulu» und die Rathausgasse «Eselsgasse». Die Fasnachtswoche selbst beginnt in der letzten Woche vor der Fastenzeit. Der Auftakt ist also am «Schmutzigen Donnerstag». Morgens um 05.00 Uhr wird auf dem Friedhofplatz das Startsignal zur «Chesslete» gegeben und die Altstadt in der Folge mit den Klängen von allerlei Lärmwerkzeug erfüllt. Als Tenue wird weisses Nachthemd, weisse Zipfelmütze und rotes Halstuch getragen. Weitere Höhepunkte sind der Kinderumzug sowie zwei weitere Fasnachtsumzüge am folgenden Sonntag und Dienstag. Die Solothurner Fasnacht endet mit dem «I ma nüm» (Ich kann nicht mehr), bei dem Tausende von Fasnächtlern in einem langen Zug um die Stadt hüpfen. Anschliessend wird das fasnächtliche Treiben mit dem traditionellen Verbrennen des «Bööggs» am Aschermittwoch endgültig beendet.
Dieser französische Ausspruch («für Solothurn geladen haben»), der in der Romandie weit verbreitet ist und einen Zustand starker Trunkenheit beschreibt, hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass Solothurn in der alten Eidgenossenschaft Sitz des französischen Botschafters war («Ambassadorenstadt»). Dies führte zu einem hohen Verbrauch an Wein, welcher hauptsächlich aus den Weinbergen des Lavaux bezogen wurde. Der Transport erfolgte auf dem Wasserweg über den Canal d’Entreroches. Die Schiffer vergriffen sich dabei während der Fahrt des Öftern an ihrer Ladung und kamen daher betrunken in Solothurn an (wo sie ihre Fracht beim ehemaligen und ab 1722 heutigen Landhaus entluden).
In Solothurn befindet sich seit 1973 die älteste selbstverwaltete Beiz (Restaurant) der Schweiz, die Genossenschaft Kreuz. Auch andere genossenschaftlich orientierte Betriebe prägen auf besondere Weise das Flair der Stadt. So haben sich z. B. ebenfalls in den 1970er Jahren regionale Künstler/innen zusammengefunden und in Form eines Trägervereins das Künstlerhaus S11 gegründet, mit Galerie und anderen gemeinsamen Aktivitäten. Auch das Hotel-Restaurant Baseltor ist genossenschaftlich organisiert.
Zu den Sehenswürdigkeiten von Solothurn gehört die malerische Altstadt mit ihren Zunfthäusern und Figurenbrunnen, darin besonders:
In unmittelbarer Nähe befinden sich die Verenaschlucht mit der Einsiedelei und das Schloss Waldegg.
In der Stadt existieren mehrere religiöse Bauten. Die wohl wichtigste und bekannteste ist die römisch-katholische St. Ursen-Kathedrale, die 1773 vollendet wurde. Seit 1828 hat das Bistum Basel hier seinen Sitz. So ist die Stadt zugleich römisch-katholisches Zentrum der westschweizer Kantone Solothurn, Bern, Jura, beider Basel, Aargau, Luzern und Zug. Weitere christliche Bauten sind die Kirchen der Reformierten Gemeinde, der Christkatholischen Gemeinde (Franziskanerkirche), der Evangelisch-methodistischen Gemeinde, der Heilsarmee, der Vineyard-Gemeinschaft und der BewegungPlus-Gemeinschaft. Die Fatih-Moschee der Islamischen Glaubensgemeinschaft ist ein weiteres religiöses Gebäude und befindet sich südlich des Hauptbahnhofes. Bis 1983 existierte zudem ein Betsaal der jüdischen Glaubensgemeinschaft in der nördlichen Solothurner Altstadt.
Die Stadt Solothurn bietet eine Vielzahl von Ausflügen und Sportmöglichkeiten. So kann man auf dem Hausberg Weissenstein den Planetenweg erkunden oder die Aare mit einem Aareschiff der Bielerseeschiffahrtsgesellschaft bereisen. Mehrere Sport-Grossanlässe finden jährlich in Solothurn statt, so z. B. das Aareschwimmen und der swisswalking event. Zudem gibt es in Solothurn einen Rugby Club (Rugby Club Solothurn), welcher in der ersten Liga des Schweizer Rugby Verbandes spielt.
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