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Der Sophismus (Mz. Sophismen) oder das Sophisma (Mz. Sophismata, griechisch: sophÃzesthai = „ausklügeln“, „aussinnen“ und: sophós = „geschickt“, „klug“) ist ein logischer Scheinbeweis, ein mit den Mitteln der Logik bewusst herbeigeführter Trugschluss. Derartige Sophismen zu ersinnen war im 5. Jahrhundert v. Chr. ein bevorzugtes Stilmittel der Sophisten, einer Gruppe altgriechischer Rhetoriker und Weisheitslehrer, mit deren Hilfe sie die von ihnen postulierte Subjektivität der menschlichen Erkenntnis zu untermauern suchten.
Ein unabsichtlicher Trugschluss wird als Paralogismus bezeichnet.
Bekannte Sophismen sind der Sophismus des Euathlos, der "Gehörnte", der "Verhüllte" und die Paradoxie des Haufens.
Inhaltsverzeichnis |
Es gibt verschiedene Gründe, warum im Alltag häufige Fehler im logischen Denken auftreten, die ein Sophismus ausnutzen kann.
Oft erfordert logisches Denken, viele Informationen gleichzeitig im Arbeitsgedächtnis zu behalten und zu aktualisieren. Verschiedene Theorien der Denkpsychologie, so die Theorie der mentalen Modelle, gehen davon aus, dass so das normale Denken überfordert ist, da es stärker von Relevanz- und Sparsamkeitsprinzipien geleitet ist, um möglichst rasch zu Ergebnissen zu gelangen. Hierfür gibt Johnson-Laird folgendes Beispiel:
In Tests antworten die meisten Menschen mit „Ja“, obwohl dies nicht logisch folgt. Dieses Antwortverhalten wird als Beleg dafür angesehen, dass gewöhnliches Schlussfolgern mit mentalen Modellen und begrenztem Arbeitsspeicher erfolgt. Die formale Logik ist daher nicht die Tiefenstruktur des tatsächlichen Denkens, sondern als normative Vorgabe zu verstehen. Im Beispiel erscheint die Antwort "Ja" als folgerichtig, weil der zweite Teil des "Entweder... oder..."-Satzes und die Verknüpfung der Teilsätze ausgeblendet werden, da es in ihnen nicht um "Ann" geht. Es könnte aber zum Beispiel sein, dass Eve am Fenster steht und die Vögel beobachtet, während Ann auf dem Sofa sitzt und liest.
Das Gehirn ist also schlecht ausgerüstet, um logisch-deduktiv zu denken – diese Fähigkeit bietet ja auch keinen evolutionären Vorteil. Außerdem wird es nur wenig geübt. Diese „menschliche Schwäche“ ist die Grundlage von Sophismen, also dafür, dass man Andere mit Scheinargumenten recht leicht täuschen kann.
Eine häufig benutzte Methode, einen Sophismus zu konstruieren, ist die Ausnutzung der Doppeldeutigkeit eines Begriffes (siehe Aristoteles, Topik, I, 13 und Arthur Schopenhauer, Die Kunst, Recht zu behalten, Kunstgriff 2). Antike Beispiele:
Nutzt man diesen Kunstgriff im Rahmen eines klassischen Syllogismus, verwendet man also vier, statt der vorgeschriebenen drei Begriffe, so nennt man diesen Sophismus auch Quaternio terminorum. Die ältesten bekannten Beispiele sind die Sophismen des Eubulides.
Ein ebenfalls häufig angewendete Methode besteht darin, einen (logisch) nicht gültigen Schluss durch einen glaubwürdigen Gehalt insgesamt plausibel wirken zu lassen. Beispiel:
Zu weiteren Konstruktionen (Sophismus des kollektiven Mittelbegriffs, Sophisma illiciti processi u. a.) siehe Fehler der logischen Distribution und Distribution der Terme.