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Sozialdarwinismus

Sozialdarwinismus ist eine sozialwissenschaftliche Theorierichtung,[1] die einen biologistischen Determinismus vertritt. Sie war in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts sehr populĂ€r. Sie wendet Teilaspekte der Evolutionstheorie nach Charles Darwin auf menschliche Gesellschaften an und fasst deren Entwicklung als Folge natĂŒrlicher Selektion beim „Kampf ums Dasein“ auf.[2][3] Die unterschiedlichen Spielarten des Sozialdarwinismus stimmen nach Franz Wuketits in drei Kernaussagen ĂŒberein:[4]

  • Darwins Theorie der Auslese ist in sozialer, ökonomischer und auch moralischer Hinsicht maßgeblich fĂŒr die menschliche Entwicklung.
  • Es gibt gutes und schlechtes Erbmaterial.
  • Gute Erbanlagen sollen gefördert, schlechte ausgelöscht werden.

Kritisiert wird am Sozialdarwinismus unter anderem eine unkritische Übertragung von biologischen Gesetzen auf menschliche Gesellschaft.[5] Zudem sind mehrere seiner naturwissenschaftlichen Grundannahmen nicht von Darwins Theorie gedeckt und werden von der modernen Evolutionstheorie als ĂŒberholt angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsgeschichte

Eine frĂŒhe bekannte ErwĂ€hnung des Begriffs „Sozialdarwinismus“ findet sich in einem 1879 erschienenen Artikel von Oscar Schmidt in Popular Science. Bereits ein Jahr spĂ€ter im Jahr 1880 verwendete Émile Gautier den Begriff in einer in Paris veröffentlichten anarchistischen Schrift Le darwinisme social. In Italien wurde der Begriff 1882 durch Giuseppe VadalĂ -Papale in seiner Schrift Darwinismo naturale e Social Darwinism verwendet.[6] Nach G. M. Hodgson wurde der Begriff bis in die 1930er nur sehr sporadisch und vereinzelt verwendet. Dabei war nach Hodgson der Begriff, wie spĂ€ter auch, nie Selbstbezeichnung der heute als Sozialdarwinisten eingeordneten Personen oder ihnen zugeordneten Strömungen, sondern gewöhnlich von weltanschaulichen Gegnern gebrauchtes abwertendes und polemisch genutztes Label.[7]

Die klassischen Vertreter des Evolutionismus Herbert Spencer, Edward Tylor und Lewis Henry Morgan gingen davon aus, dass menschliche Gesellschaften und biologische Arten einer sukzessiven Evolution unterliegen, die sich ĂŒber mehrere Entwicklungsstufen erstreckt.[8]

Der britische Philosoph und Soziologe Herbert Spencer hatte bereits 1852 in A Theory of Population die natĂŒrliche Auslese als Faktor der Evolution antizipiert[9] und auf die menschliche Population angewandt, aber erst Darwin hat das Prinzip der natĂŒrlichen Auslese auf die gesamte Biologie ausgeweitet. Anders als bei Darwin, bei dem die natĂŒrliche Auslese der wesentliche Bestandteil der Evolution ist, spielt die natĂŒrliche Auslese bei Spencer nur eine untergeordnete Rolle innerhalb eines Kontextes, der durch evolutionĂ€ren Fortschritt und Lamarckismus gekennzeichnet ist.[10][11]

Im Gegensatz zur Idee der evolutionĂ€ren Höherentwicklung, wie sie Spencer[12] und viele andere Sozialdarwinisten vertraten, sind in Darwins Theorie keine teleologischen Elemente bzw. Annahmen einer generellen Höherentwicklung enthalten.[13] Den Begriff Überlebenskampf haben beide von Thomas Robert Malthus entliehen.[14] Spencer machte den Begriff Evolution erst populĂ€r und das berĂŒhmte survival of the fittest hat er als erster benutzt. Darwin benutzte es als Synonym fĂŒr seine „natĂŒrliche Selektion“[15]

Darwin selbst hat sich bei unterschiedlichen Gelegenheiten von der Übertragung seiner Lehre auf die Gesellschaft distanziert. Andererseits schrieb er zur natĂŒrlichen Zuchtwahl bei den zivilisierten Völkern in Die Abstammung des Menschen:

„Bei Wilden werden die an Geist und Körper Schwachen bald beseitigt und die, welche leben bleiben, zeigen gewöhnlich einen Zustand krĂ€ftiger Gesundheit. Auf der andern Seite thun wir civilisierte Menschen alles nur Mögliche, um den Process dieser Beseitigung aufzuhalten. Wir bauen ZufluchtsstĂ€tten fĂŒr die Schwachsinnigen, fĂŒr die KrĂŒppel und die Kranken; wir erlassen Armengesetze und unsere Aerzte strengen die grösste Geschicklichkeit an, das Leben eines Jeden bis zum letzten Moment noch zu erhalten. (
) Hierdurch geschieht es, dass auch die schwĂ€cheren Glieder der civilisirten Gesellschaft ihre Art fortpflanzen. Niemand, welcher der Zucht domesticirter Thiere seine Aufmerksamkeit gewidmet hat, wird daran zweifeln, dass dies fĂŒr die Rasse des Menschen im höchsten Grade schĂ€dlich sein muss. Es ist ĂŒberraschend, wie bald ein Mangel an Sorgfalt oder eine unrecht geleitete Sorgfalt zur Degeneration einer domesticirten Rasse fĂŒhrt; aber mit Ausnahme des den Menschen selbst betreffenden Falls ist wohl kaum ein ZĂŒchter so unwissend, dass er seine schlechtesten Thiere zur Nachzucht zuliesse.“

Allerdings ergÀnzt er im nÀchsten Absatz:

„Die HĂŒlfe, welche dem HĂŒlflosen zu widmen wir uns getrieben fĂŒhlen, ist hauptsĂ€chlich das Resultat des Instincts der Sympathie, welcher ursprĂŒnglich als ein Theil der socialen Instincte erlangt, aber spĂ€ter in der oben bezeichneten Art und Weise zarter gemacht und weiter verbreitet wurde. Auch könnten wir unsere Sympathie, wenn sie durch den Verstand hart bedrĂ€ngt wĂŒrde, nicht hemmen, ohne den edelsten Theil unserer Natur herabzusetzen. (
) Wir mĂŒssen daher die ganz zweifellos schlechte Wirkung des Lebenbleibens und der Vermehrung der Schwachen ertragen; doch scheint wenigstens ein Hinderniss fĂŒr die bestĂ€ndige Wirksamkeit dieses Moments zu existiren, in dem UmstĂ€nde nĂ€mlich, dass die schwĂ€cheren und untergeordneteren Glieder der Gesellschaft nicht so hĂ€ufig als die Gesunden heirathen; und dies Hemmnis könnte noch ganz ausserordentlich verstĂ€rkt werden, trotzdem man es mehr hoffen als erwarten kann, wenn die an Körper und Geist Schwachen sich des Heirathens enthielten.[16]“

Als BegrĂŒnder des eigentlichen Sozialdarwinismus wird der britische Anthropologe und BegrĂŒnder der Kulturanthropologie Edward Tylor gesehen. Tylor beschrieb, wie sich kulturelle VerĂ€nderungen durch natĂŒrliche Selektion durchsetzten. Auch der US-amerikanische Anthropologe und MitbegrĂŒnder der Ethnologie Lewis Henry Morgan verwendete in seinen Werken den Begriff der natural selection.[15]

Ludwig Gumplovicz als VorlĂ€ufer der Konfliktsoziologie sah den „Kampf der Rassen“ (spĂ€ter der sozialen Gruppen) als einen natĂŒrlichen Bestandteil des sozialen Lebens und als treibende Kraft der Geschichte.[17]

Die heute dominierende Gebrauchsart des Begriffes wurde erstmals in den 1930ern von dem Soziologen Talcott Parsons eingefĂŒhrt, wobei auch erstmals Herbert Spencer in Zusammenhang mit dem Sozialdarwinismus gebracht wurde.[18] Nach G. M. Hodgson benutzte Parsons den Begriff als Mittel, um alle biologischen AnsĂ€tze als Grundlage der Soziologie auszuschließen; egal ob es sich um Lamarckismus oder Darwinismus handelte. Erst durch die von Richard Hofstadter veröffentlichte Publikation Social Darwinism in American Thought, 1860–1915 wurde der Begriff popularisiert und erfuhr eine explosionshafte Anwendung. Der Begriff wird auch heute vielfach wegen seiner Vieldeutigkeit und WidersprĂŒchlichkeit kritisiert.[19] Kritisiert wurde, dass der Sozialdarwinismus eher dem Lamarckismus anstatt dem Darwinismus gleiche, und Spencers „sozialdarwinistisches“ Hauptwerk (Social Statics) bereits einige Jahre vor Darwins „Origin of Species“ erschien, weswegen der Namensbestandteil „Darwinismus“ irrefĂŒhrend sei und „Spencerismus“ eigentlich besser sei.[20][21] Michael Ruse ist grundsĂ€tzlich auch der Ansicht, dass der Sozialdarwinismus Spencer ebenso viel oder sogar mehr verdankt als Darwin. Da sozialdarwinistische Sichtweisen auf die Gesellschaft inzwischen unpopulĂ€r geworden seien, bestĂŒnde jedoch eine Tendenz, dies zu ĂŒbertreiben und den Einfluss Darwins ganz zu leugnen.[22] Im Übrigen wurden vor der Entwicklung von Weismanns Keimplasmatheorie und der daraufhin erfolgenden Herausbildung des Neolamarckismus der Gegensatz zwischen Lamarck und Darwin nicht so stark betont; eher wurde Lamarck als legitimer VorlĂ€ufer Darwins angesehen.[23][24] TatsĂ€chlich lassen sich Darwins Werk widersprĂŒchliche Stellungnahmen zum Sozialdarwinismus entnehmen. Deshalb kommt Ruse zu dem Schluss, dass das VerhĂ€ltnis zwischen biologischem Darwinismus und Sozialdarwinismus keinesfalls eindeutig sei; dies gelte im ĂŒbrigen auch fĂŒr das VerhĂ€ltnis von Spencers Lehren zum Sozialdarwinismus.[25] R. Bannister sieht eine nahezu vollstĂ€ndige Trennung zwischen Sozialdarwinisten und Darwinisten. „Echte“ Darwinisten wie Darwin, Alfred Russel Wallace und Thomas Huxley seien keine Sozialdarwinisten gewesen[26][27] und die Sozialdarwinisten, egal ob sie in spencerscher Tradition standen oder mit der spĂ€ter als Reformdarwinismus bezeichnete kollektivistischen Form verbunden waren, seien gewöhnlich keine echte Darwinisten gewesen, obwohl letztere sich selbst oft so sahen, wobei sie aber in Wirklichkeit wichtige Teile der darwinschen Theorie ignorierten.[28]

Eric Goldmann prĂ€gte 1952 den Begriff „Reformdarwinismus“ fĂŒr kollektive Sozialdarwinismen, welche mehr die Begriffe und Slogans „Adaption“, „mutual aid“ und „struggle for the life of others“ im Gegensatz zu „struggle for existence“ betonten und den individualistischen Sozialdarwinismus H. Spencers scharf ablehnten.[29] Im Gegensatz zu dem „ursprĂŒnglichen“ Sozialdarwinismus, welcher optimistisch eine Höherentwicklung der Menschheit annahm, bezieht sich der Begriff Reformdarwinismus damit auch auf eine Strömung die mit dem Darwinismus eher eine Bedrohung verbanden, da zivilisatorische EinflĂŒsse die natĂŒrliche Selektion ausgeschaltet hĂ€tte und daher eine Degeneration der Menschheit zu erwarten sei, sofern dem nicht durch Maßnahmen, wie etwa kĂŒnstliche Selektion, entgegengewirkt werde.[30] Eine bedeutende Schrift dieser Bewegung war die vom Soziologen E. A. Ross 1901 veröffentlichte Schrift Social Control.[31] Dieser stark mit der Eugenikbewegung verknĂŒpfte Reformdarwinismus erlangte Anfang des 20. Jhd. politische Bedeutung in staatsinterventionistischen, progressiven politischen Richtungen.[32]

Wirkung

Sozialdarwinismus als Kampfbegriff

Gewöhnlich wird von Sozialdarwinisten damit eine Höherentwicklung zu einer wertvolleren Lebensform verbunden,[33] so etwa bei Herbert Spencer und William Graham Sumner. Dabei kann zwischen sozialdarwinistischen AnsĂ€tzen danach unterschieden werden, ob sie sich auf individuellen oder kollektiven Wettbewerb beziehen.[34] Konventionelle AnsĂ€tze des Sozialdarwinismus werden mit politischem Konservatismus, Laissez-Faire, Imperialismus und Rassismus verbunden.[35] Sozialdarwinismus gab es grundsĂ€tzlich in allen politischen Lagern;[1]. Er erlangte teilweise großen Einfluss.[36] Die meisten traditionell geprĂ€gten deutschen Konservativen verwarfen dagegen den Sozialdarwinismus aus religiösen GrĂŒnden.[37] Verschiedene, aber nicht alle Sozialdarwinisten befĂŒrworteten eugenische Maßnahmen,[1] also die Anwendung humangenetischer Erkenntnisse auf Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrĂ¶ĂŸern und negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern. In Verbindung mit der wissenschaftlich diskreditierten Theorie menschlicher Rassen bildete der Sozialdarwinismus einen Grundpfeiler der Ideologie des Nationalsozialismus und seiner „Lebensraum“-Doktrin.[38][39][40] Aufgrund der propagierten Ungleichheit und der beispielsweise hieraus resultierenden Betonung des Rechts des StĂ€rkeren ist der Sozialdarwinismus heute ein Wesensmerkmal des Rechtsextremismus.[41] Der Kern rechtsextremer Ideologie artikuliert sich in der „Ideologie der Ungleichheit“, aus der ethnische, geistige und körperliche Unterschiede zum Kriterium fĂŒr die Zuweisung eines minderen Rechts- und Wertestatus fĂŒr bestimmte Individuen und Gruppen hergeleitet werden.[42]

Einfluss auf verschiedene weltanschauliche Standpunkte

Der Historiker Richard Hofstadter, welcher mit seiner grundlegenden Publikation Social Darwinism in American Thought, 1860–1915 den Begriff „Sozialdarwinismus“ in seinem heutigen Gebrauch etablierte, stellte den Sozialdarwinismus von H. Spencer und William Graham Sumner als willkommene theoretische Grundlage des Laissez-faire Kapitalismus dar, welcher von amerikanischen Industriellen wie Andrew Carnegie, John D. Rockefeller u. a. vertreten wurde und von Vertretern konservativer und wirtschaftsliberaler Strömungen dazu benutzt wurde, um unerwĂŒnschte staatliche Eingriffe in die Wirtschaft zu bekĂ€mpfen.[43][44]

WĂ€hrend der individualistische Sozialdarwinismus in der Tradition Spencers vorwiegend in einem Laissez-faire Kapitalismus Ausdruck fand, gab es auch kollektive Sozialdarwinismen, die den Kampf zwischen Rassen und Völkern als Grundlage des evolutionĂ€ren Fortschritts ansahen (z. B. E. Haeckel[45]). Nachdem die PopularitĂ€t des spencerschen Sozialdarwinismus bereits stark nachgelassen hatte, gewannen die religiös geprĂ€gten Sozialdarwinismen von Benjamin Kidd und Henry Drummond an Bedeutung[46] und wurden besonders von religiös-konservativer Seite als Verteidigung des Glaubens ĂŒberwiegend positiv aufgenommen.[47] Allerdings gab es auch frĂŒher auf der Basis von Spencers Sozialdarwinismus Rezeptionen seitens christlicher Theologen.[48] Beispielsweise entwickelte der Spencer-Bewunderer und Theologe Henry Ward Beecher einen christianisierten Sozialdarwinismus.[49]

Laut R. Hofstadter soll das darwinistisches Denken auch auf das Denken der frĂŒhen orthodoxen Marxisten Einfluss gehabt haben;[50] so hĂ€tte sich K. Marx gegenĂŒber F. Engels auf Darwins Origin of Species als Basis fĂŒr den Klassenkampf[51] berufen. Auch Sozialisten wie Keir Hardie vertraten darwinistische Positionen.[52] Auch gab es sozialistische Sozialdarwinisten wie Jack London[53] und andere[54] welche direkten Bezug zu H. Spencer und E. Haeckel nahmen.

Liest man die Originalbriefe, begrĂŒĂŸen sowohl Marx als auch Engels als positiven Nebeneffekt an Darwins Werk die Zerstörung der Teleologie. So schrieb Engels 1859 an Marx: „Übrigens ist der Darwin, den ich jetzt gerade lese, ganz famos. Die Teleologie war nach einer Seite hin noch nicht kaputtgemacht, das ist jetzt geschehen.“[55] Und Marx schrieb 1861 an Ferdinand Lassalle: „Sehr bedeutsam ist Darwins Schrift und passt mir als naturwissenschaftliche Unterlage des geschichtlichen Klassenkampfs. Die grob englische Manier der Entwicklung muss man natĂŒrlich in den Kauf nehmen. Trotz allem Mangelhaften ist hier zuerst der ‚Teleologie’ in der Naturwissenschaft nicht nur der Todesstoß gegeben, sondern der rationelle Sinn derselben empirisch auseinandergelegt.“[56]

Dennoch wurde der Sozialdarwinismus aus der Sicht des Sozialismus ĂŒberwiegend abgelehnt und die GĂŒltigkeit des Darwinismus auf Physiologie und Anatomie eingeschrĂ€nkt. Deutlich mehr Anklang fand die Ă€ltere Lehre des Lamarckismus, von der Vererbung erworbener Eigenschaften, in extremo als Lyssenkoismus in der Sowjetunion.

Nur eine Minderheit hielt eine Vereinbarkeit fĂŒr gegeben. Der sozialdemokratische Sozialdarwinist Ludwig Woltmann, einer der einflussreichsten Autoren in Bereich Eugenik, versuchte die gesellschaftspolitischen Ideen Ernst Haeckels mit dem Marxismus zu kombinieren.[57]

Eugenik und Sozialdarwinismus

WĂ€hrend sich im spĂ€ten 19. Jahrhundert der Sozialdarwinismus aus einer Vielzahl unterschiedlicher politischer Strömungen zusammensetzte, gab es Anfang des 20. Jahrhunderts eine zunehmende Radikalisierung und Vermischung sozialdarwinistischer AnsĂ€tze mit Eugenik und Rassentheorie. Eugenik wird insofern als „Transmissionsriemen“ angesehen, der die darwinistische Evolutionstheorie mit wohlfahrtsstaatlicher Planung („social engineering“) verband.[58] Mehr als Darwin spielte dabei allerdings ein von Francis Galton erstmals formulierter Gedanke eine zentrale Rolle, welcher besagte, dass unter Zivilisationsbedingungen die natĂŒrliche Auslese ausgeschaltet sei, und ohne Gegenmassnahme eine Degeneration zu erwarten sei.[59] Weingart, Kroll und Bayertz schreiben, dass ein „radikaler Richtungswechsel von einer progressiv-demokratischen zu einer reaktionĂ€r-‚aristokratischen‘ Deutung des politischen Inhalts der Darwinschen Theorie durch eine Akzentverlagerung vom Prinzip der Evolution auf den Mechanismus der Selektion“ erfolgt sei.[60] Dieser Ausbau des Sozialdarwinismus zu einer Weltanschauung und seine Instrumentalisierung durch die politische Rechte wurde durch die innerwissenschaftliche Entwicklungen weder korrigiert noch verhindert. Im Gegenteil blieb die Entwicklung der Humangenetik lange Zeit mit eugenischen Zielsetzungen verbunden.[61] Entsprechend sahen etliche in diesem Bereich tĂ€tige Biologen und Mediziner die Machtergreifung der Nationalsozialisten als eine Chance zur Verwirklichung ihrer eugenischen Vorstellungen.[62] Aber nur ein Teil der Eugeniker sah sich in der Tradition von Galton oder Darwin.[63] Eugenik wurde seit Jahrtausenden mit unterschiedlicher Motivation diskutiert und auch angewendet,[64] allerdings schien erst mit der Degenerationstheorie Galtons, die von seinem Vetter Darwin nach einigen Autoren mit gewissen EinschrĂ€nkungen aufgegriffen wurde, andere bestreiten dies,[65] eine "wissenschaftliche" Fundierung möglich zu werden. Gerade weil die Degeneration als Grundlage der sozialdarwinistischen Eugenik empirisch nicht nachzuweisen war, "lieferte das Selektionsprinzip Darwins das theoretische SchlĂŒsselargument fĂŒr die ErhĂ€rtung des Degenerationsgedankens".[66] Insbesondere die BegrĂŒnder der deutschen Eugenik, Schallmeyer und Ploetz, bezogen sich in ihren Schriften hĂ€ufig auf Darwin.[67] Ein großer Teil derjenigen, welche eher den Begriff Rassenhygiene anstelle von Eugenik bevorzugten und dem rechten, rassistischem FlĂŒgel der Eugenikbewegung angehörten, lehnten, obwohl sie oft mit dem Label "Sozialdarwinistisch" versehen werden, die darwinistische Evolutionstheorie allerdings als materialistisch und Ausdruck eines liberalen Zeitalters ab und beriefen sich als Motivation fĂŒr rassenhygienische Maßnahmen auf vordarwinistische sich als "wissenschaftlich" gebende Rassentheorien etwa von Arthur de Gobineau, welche eine Degeneration, hervorgerufen hauptsĂ€chlich durch Rassenmischung, prophezeite.[68]

Bis zur MachtĂŒbernahme Hitlers im Jahr 1933 war die deutsche Eugenikbewegung gemĂ€ĂŸ der Historikerin Sheila Faith Weiss politisch und ideologisch heterogener als gemeinhin angenommen und rekrutierte sich hauptsĂ€chlich aus dem BildungsbĂŒrgertum. Vor 1933 sei es nicht möglich, gewesen, eine politisch rechte (right wing) Dominanz auszumachen, da in den Reihen der Eugeniker beispielsweise der von der Historikerin politisch als konservativ eingestufte Fritz Lenz (nationalsozialistischer Wegbereiter), aber auch SPD-Mitglieder wie Alfred Grotjahn oder etwa FunktionstrĂ€ger christlicher Kirchen, wie der Jesuit Hermann Muckermann, bekannt als „Papst der positiven Eugenik“, vertreten waren[69][70] Die politischen Standpunkte hĂ€tten das gesamte politische Spektrum der Wilhelminischen und der Weimarer Zeit ĂŒberspannt.[71] Dem widerspricht der Befund des Autorenteams Weingart/Kroll/Bayertz, die in einer geschichtlichen Gesamtbetrachtung zu dem Schluss kommen, dass die Mehrzahl der Eugeniker „nationalistisch, wenn nicht gar völkisch, rassistisch oder nationalsozialistisch“ gewesen sei.[72] Zwar hĂ€tte es tatsĂ€chlich innerhalb der Sozialdemokratie einen zentristischen und revisionistischen FlĂŒgel gegeben, der Marxismus und Darwinismus in stark vereinfachender Weise miteinander zu einer evolutionistischen Geschichts- und Gesellschaftsauffassung („Darwino-Marxismus“) verbunden hĂ€tte.[73] Die Sozialistische Eugenik, so Medizinhistoriker Manfred Vasold, blieb jedoch innerhalb der SPD eine Randerscheinung.[74]

Innerhalb der Eugeniker, die in der deutschen Gesellschaft fĂŒr Rassenhygiene organisiert waren, unterscheidet die Literatur zwischen dem radikalen, rassistischen MĂŒnchener FlĂŒgel um Friedrich Lenz, Alfred Ploetz und Ernst RĂŒdin und einem moderaterem, eher „progressiven“ Berliner FlĂŒgel um Alfred Grothjan, Hermann Muckermann und Hans Harmsen, welcher politisch eng mit der Zentrumspartei und Teilen der Sozialdemokratischen Partei verbunden war.[75] Die Vertreter des MĂŒnchener FlĂŒgels setzten sich in der Regel fĂŒr Zwangssterilisation oder sogar Euthanasie ein. Dagegen lag der Schwerpunkt des Berliner FlĂŒgels, die sich oft lieber als „Eugeniker“ denn als „Rassehygieniker“ bezeichneten, eher auf Maßnahmen der Förderung der Reproduktion der „normalen“ Bevölkerung[76] und auf freiwilligen Sterilisationen.[77] Im Zuge der Machtergreifung kam es zu einem weitgehenden personellen Austausch des Berliner FlĂŒgels zugunsten des MĂŒnchener FlĂŒgels der Rassenhygiene.[78]

Sozialdarwinismus und NS-Ideologie

Pseudowissenschaftliches Plakat zur "Entartung" durch ĂŒberproportionale Vermehrung von "Minderwertigen" aus der Ausstellung Wunder des Lebens 1935 in Berlin

Obwohl aus dem Darwinismus nicht zwangslĂ€ufig eine bestimmte politische Ideologie folgt, bezogen sich Eugeniker und Rassisten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts typischerweise auf Erkenntnisse der Evolutionstheorie, um ihre Forderungen als wissenschaftlich fundiert darzustellen.[79][80] Dazu trugen viele Biologen dieser Zeit bei, die meinten, Erkenntnisse auf oft stark vereinfachende Weise aus der Zoologie auf die Politik ĂŒbertragen zu können.[81] In der geschichtswissenschaftlichen Debatte scheint sich nach Ansicht des Historikers Edward Ross Dickinson der Konsens herauszubilden, dass der Darwinismus eine „Möglichkeitsbedingung“ fĂŒr die nationalsozialistische Eugenik gewesen ist.[82][83] Die sozialdarwinistische Deutung der Geschichte als Kampf zwischen verschiedenen Rassen wird als ein zentraler Bestandteil der NS-Ideologie angesehen.[84]

In Deutschland bereitete der Zoologe Ernst Haeckel den Boden fĂŒr den Sozialdarwinismus.[85][86] Der Soziologe Fritz Corner bezeichnete ihn 1975 als Vater des deutschen Sozialdarwinismus.[87] Neben Haeckel wurden die Biologen und Sozialdarwinisten August Weismann und Ludwig Plate Mitglieder in der Gesellschaft fĂŒr Rassenhygiene, die nach Auffassung unterschiedlicher Historiker eine zentrale Rolle fĂŒr den Einfluss sozialdarwinistischer Ideen auf die nationalsozialistische Rassenhygiene gespielt habe.[88][89] GegrĂŒndet worden war sie von dem Mediziner Alfred Ploetz, der zusammen mit Wilhelm Schallmayer als BegrĂŒnder der deutschen Eugenik gilt. Seine Ideen verbreitete er u. a. ĂŒber eine ZĂŒchtungsutopie, die seiner Auffassung nach lediglich eine bis in die letzten Konsequenzen verfolgte Darstellung der Darwinschen Theorie sei.[90] Bis 1933 hatte diese Gesellschaft 1.300 Mitglieder, unter ihnen viele Naturwissenschaftler und Ärzte und einige hohe FunktionĂ€re der NSDAP.[91] Die Rassenhygiene stĂŒtzte sich nach Schmuhl auf das monistische Axiom des Sozialdarwinismus, nach dem das gesellschaftliche Geschehen sich aus den darwinistischen Entwicklungsgesetzen erklĂ€ren lasse.[92] M. Ruse hingegen betont, dass die meisten Historiker heute keinen signifikanten Beitrag des Darwinismus zum Nationalsozialismus annehmen.[93][94] Nach Robert Bannister sind Neodarwinisten wie A. Weismann keine Sozialdarwinisten, sondern im Gegenteil scharfe Gegner von Sozialdarwinisten wie H. Spencer.[95] Nach Oskar Hertwig fĂŒhrte dagegen der Neodarwinismus von Weismann und die damit verbundene Abkehr von Resten lamarckistischer Ideen sowie die Betonung der natĂŒrlichen Selektion zu einer Radikalisierung des Sozialdarwinismus.[96] Nach Weismanns einflussreicher Lehre vom Keimplasma war jedes Individuum durch sein genetisches Material determiniert, und es musste jede Hoffnung auf moralischen oder kulturellen Fortschritt durch VerĂ€nderung der sozialen Umwelt aufgegeben werden.[97] In der Literatur zur Eugenik nahmen die Bezugnahmen auf Weismann in den 1890er Jahren und nach der Jahrhundertwende kontinuierlich zu.[98]

Allerdings sind die wesentlichen Elemente der nationalsozialistischen Ideologie, welche die auch in anderen LĂ€ndern praktizierte menschenrechtswidrige Eugenik besonders in Nazi-Deutschland ins Extrem entarten ließen nicht, wie die Bezeichnung Sozialdarwinismus suggeriert, aus Quellen die sich auf den Darwinismus beriefen zurĂŒckzufĂŒhren.[99] Der Rassismus der Nationalsozialisten wurde wesentlich von Arthur de Gobineau und Houston Stewart Chamberlain geprĂ€gt.[100] Gobineaus diesbezĂŒgliches Werk "Versuch ĂŒber die Ungleichheit der Menschenrassen" wurde einige Jahre vor Darwins "Origin of Spezies" veröffentlicht und auch nach Darwins Veröffentlichung war Gobineau kein AnhĂ€nger Darwins sondern blieb zeitlebens skeptisch gegenĂŒber dem Darwinismus und Evolution im Allgemeinen. H.S.Chamberlain hat den Darwinismus als "materialistisch" vehement abgelehnt. In seinem Werk "Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts" prangert er den Darwinismus als "die Entwickelungsmanie und der pseudowissenschaftliche Dogmatismus unseres Jahrhunderts" an und beklagt, dass "Ein handgreiflich unhaltbares System wie dasjenige Darwin’s .." von "
 seinen Erfolgen berauscht, eine derartige Tyrannei ausĂŒbte, dass, wer nicht bedingungslos zu ihm schwor, als totgeboren zu erachten war."; insgesamt benutzt er eine Rhetorik bezĂŒglich dem Darwinismus die der Philosoph und Biologe J.P. Schloss mit derjenigen der heutigen Intelligent-Design-Bewegung vergleicht.[101] Die Einstellung Chamberlains bzgl. der Evolution findet sich auch bei dem nationalsozialistischen Chefideologen Alfred Rosenberg wieder der in der nationalsozialistischen Bewegung die Vollendung der lutherschen Reformation, die er auf halbem Wege stehen geblieben sah, hin zu einem germanischem Christentum sah.[102] Die spezifische Form des nationalsozialistischen Rassismus welche zum Holocaust an den Juden fĂŒhrte, der Antisemitismus, soll nach Ansicht einiger Historiker seine ursprĂŒnglichen Wurzeln im christlichen Antisemitismus haben.[103][104][105] Gelegentlich wird direkt der vehemente Antisemitismus Martin Luthers als Quelle des Antisemitismus der Nazis genannt.[106][107][108] Von vielen Historikern wird dagegen zwischen traditionellen, oft religiös geprĂ€gten Formen des Antijudaismus und dem rassentheoretisch begrĂŒndeten Antisemitismus unterschieden, der erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts auftritt.[109] In Hitlers politischer Autobiographie "Mein Kampf" taucht die zentrale Metapher des Sozialdarwinismus bereits im Buchtitel auf und wird an unterschiedlichen Stellen als "Existenzkampf", "Lebenskampf" oder auch direkt als "Kampf ums Dasein" aufgegriffen.[110] Das dem Themenkreis Volk und Rasse gewidmete Kapitel gibt zunĂ€chst Darwins Prinzip des Existenzkampfs und der Selektion wieder, um dann den Kampf zwischen Arten auf den Kampf zwischen Menschenrassen zu ĂŒbertragen. Dabei wird, da Hitler grundsĂ€tzlich keine Quellen zitiert, nicht ausdrĂŒcklich auf Darwin verwiesen; allerdings wird deutlich, dass er sich intensiv mit der rassenhygienischen und biologischen Literatur auseinandergesetzt hat, wie Fritz Lenz spĂ€ter stolz bemerkt hat.[111] Hitler wandte sich dabei explizit gegen einen religiösen „Scheinantisemitismus“, der es den Juden gestatte, mit einem „Guß Taufwasser immer noch GeschĂ€ft und Judentum zugleich“ zu retten; vielmehr mĂŒsse der Antisemitismus auf rassischer Grundlage aufgebaut sein.[112][113]

Auch der offiziellen Nazi-Ideologie war die Idee der menschlichen Evolution eher verdĂ€chtig, speziell die Idee dass der arische Herrenmensch einen gemeinsamen Vorfahren mit dem Affen gehabt haben soll.[114][115] Evolution sei deswegen fundamental im Gegensatz zur nationalsozialistischen Denkart gestanden.[116] Selbst unter Biologen war die darwinsche Theorie wĂ€hrend der nationalsozialistischen Zeit nicht allgemein anerkannt; so finden sich in der von Fachzeitschrift "Der Biologe" wĂ€hrend der nationalsozialistischen Zeit sowohl pseudowissenschaftliche sozialdarwinistische wie antidarwinistische Abhandlungen.[117] Die eugenischen ZĂŒchtungideen des Nationalsozialismus wurden wesentlich von dem Okkultisten Lanz von Liebenfels inspiriert, welcher hauptsĂ€chlich durch Arthur de Gobineau beeinflusst war. Eugenische ZĂŒchtungideen benötigen auch keine Evolutionstheorie als Grundlage, sondern nur Vererbungshypothesen;[118] es hat sie schon lange bevor Evolutionstheorien entwickelt wurden gegeben, etwa in den Utopien von Thomas Morus und Tommaso Campanella im 16. bzw. 17. Jhd.[119] Trotzdem haben sich die Nationalsozialisten insbesondere bei ihrer eugenischen Politik immer wieder auf biologische Erkenntnisse berufen. Nach Klaus-Dietmar Henke traten in der NS-Ideologie die „politischen, sozialen, ökonomischen, psychologischen, geistigen und kĂŒnstlerischen Prozesse“ des gesellschaftlichen Lebens in „einem nachgerade paranoiden Reduktionismus und Reinheitswahn“ hinter „den Gesetzen der Biologie“ zurĂŒck.[120] So sagte der Reichsminister des Inneren Wilhelm Frick in einer Rede im Sommer 1933 zur BegrĂŒndung des Gesetzes zur VerhĂŒtung erbkranken Nachwuchses in Bezug auf den Sozialstaat: "Was wir bisher ausgebaut haben, ist 
 eine ĂŒbertriebene Personenhygiene und FĂŒrsorge fĂŒr das Einzelindividuum ohne RĂŒcksicht auf die Erkenntnisse der Vererbungslehre, der Lebensauslese und der Rassenhygiene." Die "wissenschaftlich begrĂŒndete Vererbungslehre" wĂŒrde es ermöglichen, die "ZusammenhĂ€nge der Vererbung und der Auslese und ihre Bedeutung fĂŒr Volk und Staat klar zu erkennen".[121]

Nach D. Gasman[122] war ein mit EinflĂŒssen aus der Romantik, Elementen aus der germanischen Naturreligion sowie Antisemitismus vermischter Sozialdarwinismus Haeckels, welcher mit dem Darwinismus selbst wenig gemein hatte,[123] ein wesentliches formatives Element fĂŒr die Ideologie des Nationalsozialismus und seiner „Lebensraum“-Doktrin. Gasmans These erfuhr starke Verbreitung; unter anderem wurde sie durch den Evolutionsforscher Stephen Jay Gould aufgegriffen. Da die politischen Schriften der Nationalsozialisten keine direkten BezĂŒge aufweisen, kann Gasman seine Thesen nur indirekt stĂŒtzen – d. h. durch Nachweis von Ähnlichkeiten in den IdeengebĂ€uden der Nationalsozialisten und Haeckels. Die These wurde deshalb in den letzten Jahren zunehmend bestritten. R. J. Richards bestreitet die von Gasman angegebenen Ähnlichkeiten, z. B. sei Haeckel nicht, wie von Gasman behauptet, Antisemit gewesen, sondern eher als Philosemit einzuordnen.[124] Der Sozialdarwinismus wurde zur Rechtfertigung von Imperialismus und Rassismus herangezogen und fĂŒhrte in Deutschland zu Bestrebungen, psychisch Kranken, geistig Behinderten oder schwer Erbkranken zur Vermeidung der genetischen „Degeneration“ oder „Entartung“ das Lebensrecht abzusprechen.[125] Dies fĂŒhrte in der Zeit des Nationalsozialismus schließlich zu systematischen Zwangssterilisationen, zum Genozid, der massenhaften Ermordung „lebensunwerten Lebens“ oder „minderwertiger Rassen“ wie der jĂŒdischen Bevölkerung Deutschlands und weiter Teile des restlichen Europas. Dabei fanden sich nach Auffassung des Bielefelder Soziologen Peter Weingart im Sterilisationsgesetz von 1933 und den ‚NĂŒrnberger Gesetzen‘ des Hitler-Regimes von 1935 alle wesentlichen Elemente sozialdarwinistischer ZĂŒchtungsutopien wieder.[126] Die BegrĂŒndung, soweit eine solche wahnhaft versucht wurde, ruhte auf der als natĂŒrlich angesehenen Vormachtstellung einer ethnischen Gruppe ĂŒber eine andere, die nicht als Folge gesellschaftlicher UmstĂ€nde, sondern als Folge einer grundsĂ€tzlicheren Überlegenheit der mĂ€chtigeren Gruppe gedeutet wurde.

Sozialdarwinismus aus Sicht moderner Evolutionstheorie

In der Biologie hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass evolutionĂ€re VorgĂ€nge nicht von einer Höherentwicklung begleitet werden, ja dass eine objektive Einteilung der Lebensformen in höhere und niedrigere Gruppen grundsĂ€tzlich unmöglich ist.[127] Genetische Untersuchungen haben die Existenz eines biologisch begrĂŒndbaren menschlichen Rassenbegriffs, auf dem Rassentheorien und die Ideologie vom „Herrenmenschen“ beruhen, in Frage gestellt.[128]

AnhĂ€nger des Sozialdarwinismus geben dem Begriff des Survival of the Fittest in der Regel eine Umdeutung, die durch den biologischen Zusammenhang, in den Darwin ihn stellte, nicht gedeckt ist. Laut Darwin war nicht das Überleben an sich, sondern die Zeugung möglichst vieler ĂŒberlebens- und fortpflanzungsfĂ€higer Nachkommen Grundlage biologischen Erfolges.[129] Die Formel "survival of the fittest" wird im Deutschen oft fehlerhaft ĂŒbersetzt: Dabei meint sie nicht grĂ¶ĂŸte "Fitness", sondern beschreibt die AnpassungsfĂ€higkeit einer Art an die jeweils herrschenden Umweltbedingungen. Dazu zeigt sich, dass sowohl die von Sozialdarwinisten abgelehnte genetische Vielfalt als auch die Existenz altruistischer Verhaltensweisen in der Natur weit verbreitet sind und sich meist positiv auf die evolutionĂ€re Fitness einer Art auswirken. Ein frĂŒher Kritiker herkömmlicher sozialdarwinistischer Theorien auf der Grundlage einer Theorie der Kooperation war der Anarchist und Geograph Pjotr Alexejewitsch Kropotkin mit seinem 1902 erstmals erschienen Buch Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt.[130][131] Eine aktuelle Theorie der symbiotischen Evolution vertritt Lynn Margulis.[132][133]

Der Versuch, mittels einer an der Tier- und Pflanzenwelt orientierten Theorie menschliche Beziehungen erklÀren zu wollen, ist ein Analogieschluss, der nicht ohne Zusatzannahmen gerechtfertigt ist. Insbesondere ein biologistischer Determinismus wird weithin abgelehnt, da die gesellschaftliche Entwicklung von einer Wechselwirkung von genetischen und kulturellen Faktoren gekennzeichnet ist.[134] Der Mensch kann sich mit anderen Worten durch VerÀnderung seiner Gene, seiner Kultur oder einer Kombination aus beidem anpassen.[135]

Zum anderen lĂ€sst sich die von Sozialdarwinisten in der Regel unterstellte Unterscheidung zwischen normalen Bedingungen der „natĂŒrlichen“ Selektion und einer kĂŒnstlich bedingten UnterdrĂŒckung des Selektionsmechanismus in der Industriegesellschaft aus wissenschaftlich-deskriptiver Sicht nicht aufrechterhalten; der Mensch sei demnach auch in der Industriegesellschaft den „generellen biologischen Gesetzen“ unterworfen.[136]

Gegen die These der sogenannten genetischen Degenerierung durch den Zivilisationsprozess bringen Dobzhansky und Allen als weiteres Argument, dass genetische Defekte oder Selektionsnachteile oft keine absoluten GrĂ¶ĂŸen sind, sondern umweltabhĂ€ngig entweder Vor- oder Nachteile darstellen können. Was vor dem Hintergrund einer normativen Vorstellung von „natĂŒrlicher Umwelt“ ein Nachteil ist, kann in der tatsĂ€chlichen, kulturell geprĂ€gten Umwelt dauerhaft ausgeglichen werden oder sogar Vorteile mit sich bringen. Deshalb fĂŒhrt das Nachlassen des Selektionsdrucks notwendig dazu, dass „schlechte“ Gene weniger problematisch sind als zuvor.[137] Im Darwinismus kann „Anpassung“ (fitness) nicht anders als ĂŒber relativen Erfolg bei der Reproduktion definiert werden. Dazu stehen Theorien der wohlfahrtsstaatlichen Degeneration durch vermehrte Reproduktion sozial Schwacher im krassen Widerspruch, die die AnpassungsfĂ€higkeit auf absolute Weise und damit unabhĂ€ngig von der aktuellen Umwelt bestimmen wollen.[138]

Aus philosophischer Sicht wird die Gleichsetzung eines biologischen Ist-Zustandes mit einem moralischen Soll-Zustand grundsĂ€tzlich abgelehnt (Humes Gesetz, Naturalistischer Fehlschluss).[139] Insbesondere der im Rahmen des Biologismus anzutreffende Versuch, aus der Natur Wertvorstellungen fĂŒr die menschliche Gesellschaft abzuleiten, stellt als „Appell an die Natur“ logisch gesehen ein irrelevantes Argument (Ignoratio elenchi) dar, siehe auch Moralistischer Fehlschluss.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Lenzen 2003, S. 137.
  2. ↑ Peter Emil Becker: Zur Geschichte der Rassenhygiene: Wege ins dritte Reich. Thieme Verlag 1988, S. 9.
  3. ↑ Dieter Kreft: Wörterbuch soziale Arbeit. Juventa Verlag 2005, S. 759.
  4. ↑ Franz M. Wuketits: „Eine kurze Kulturgeschichte der Biologie: Mythen, Darwinismus, Gentechnik.“ Primus, 1998, S. 115, zitiert nach Norbert Walz: „Kritische Ethik der Natur: ein pathozentrisch-existenzphilosophischer Beitrag zu den normativen Grundlagen der kritischen Theorie.“ Königshausen & Neumann, 2006, S. 57.
  5. ↑ Vgl. Heinz Schott: „Zur Biologisierung des Menschen.“ In: RĂŒdiger Vom Bruch, Brigitte Kaderas (Hg): „Wissenschaften und Wissenschaftspolitik: Bestandsaufnahmen zu Formationen, BrĂŒchen und KontinuitĂ€ten im Deutschland des 20. Jahrhunderts.“ Franz Steiner Verlag, 2002, S. 99.
  6. ↑ D. C. Bellomy: “Social Darwinism” Revisited. In: Perspectives in American History. Vol. 1, 1–129. 1984
  7. ↑ G. M. Hodgson: Social Darwinism in Anglophone Academic Journals: A Contribution to the History of the Term. In: Journal of Historical Sociology. 17, 2004 [1]
  8. ↑ B. Balasz: Warten auf den neuen Steward. Ökologische Anthropologie und der Neoevolutionismus. In: Acta Ethnologica Danubiana 7 (2005), S. 23 ff., 26.
  9. ↑ “For as those prematurely carried off must, in the average of cases, be those in whom the power of self-preservation is the least, it unavoidably follows, that those left behind to continue the race are those in whom the power of self-preservation is the greatest – are the select of their generation”, in: H. Spencer: A Theory of Population, Deduced from the General Law of Animal Fertility. S. 499ff
  10. ↑ David Weinstein: Herbert Spencer. The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Fall 2008 Edition), Edward N. Zalta (Hrsg.), URL = <http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/spencer/>.
  11. ↑ die Bedeutung, die der Lamarckismus fĂŒr Spencer hatte, lĂ€sst sich z. B. in seinem 1886 publizierten Essay „The Factors of Organic Evolution“, – einer Verteidigungsschrift des Lamarckismus – sowie seiner Auseinandersetzung mit August Weismann (David Duncan, „The Life and letters of Herbert Spencer“ D. Appleton & Co, New York, 1908) erkennen. Weismann hatte durch seine Forschung den Darwinismus von den letzten verbleibenden lamarckistischen Vorstellungen befreit.
  12. ↑ “the law of organic progress is the law of all progress” Herbert Spencer in Progress: Its Law and Cause. 1857.
  13. ↑ Darwin zeigt sich z. B. eher skeptisch gegenĂŒber den Begriffen „höher“ und „niedriger“ insofern sie auf die Entwicklung der Arten angewandt werden (“There has been much discussion whether recent forms are more highly developed than ancient. I will not here enter on this subject, for naturalists have not as yet defined to each other’s satisfaction what is meant by high and low forms” C. Darwin: On the Origin of species. Seite 336) und widersprach Ideen einer stĂ€ndigen Höherentwicklung (“We must remember that progress is no invariable rule.” C. Darwin: The Decent of Man. S. 140)
  14. ↑ Zur Rolle von Malthus vgl. G. Claeys: The “Survival of the Fittest” and the Origins of Social Darwinism. In: JOURNAL OF THE HISTORY OF IDEAS. 61 (2000), S. 223, 229.
  15. ↑ a b Catherina Diethelm: Vergleich der klassischen Evolutionstheorien des 19. Jh. von Spencer, Morgan und Tyler.
  16. ↑ Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl. Übersetzung von J. Victor Carus, 3. Auflage, Band 1, 1875, S. 174. online
  17. ↑ Vgl. F. Thieme: Rassentheorien zwischen Mythos und Tabu: Der Beitrag der Sozialwissenschaft zur Entstehung und Wirkung der Rassenideologie in Deutschland. P. Lang, 1988, S. 58.
  18. ↑ Da der Begriff, bevor Talcott Parsons ihn aufgriff, hauptsĂ€chlich von pazifistischen Strömungen fĂŒr ihre Gegner verwendet wurde, macht Hodgson den Pazifismus und Internationalismus H. Spencers verantwortlich dafĂŒr, dass er bis in die 1930er nie als Sozialdarwinist bezeichnet wurde. Siehe G. M. Hodgson: Social Darwinism in Anglophone Academic Journals.
  19. ↑ So wurde R. Hofstadters Anwendung des Begriffs bereits von vielen Rezensenten seines Buches kritisiert, siehe R. C. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S. 5.
  20. ↑ unter anderen etwa J. Loewenber und F. Hankins, siehe R. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S. 5.
  21. ↑ M. Ruse: The Evolution-Creation Struggle. S. 107.
  22. ↑ M. Ruse: The Darwinian Revolution. University of Chicago Press, Chicago 1979, S. 264.
  23. ↑ Vgl. E. Haeckel: "Das Weltbild von Darwin und Lamarck; Festrede zur hundert jĂ€hrigen Geburtstag-Feier von Charles Darwin am 12. Februar 1909, gehalten im Volkshause zu Jena" [2].
  24. ↑ In der neueren Diskussion wird auch auf lamarckistische Elemente in der Theorie Darwins hingewiesen, Joachim Bauer: Das kooperative Gen, Hoffmann und Campe 2008, S. 120 mit Nachweisen in den beiden Hauptwerken Darwins.
  25. ↑ M. Ruse: The Darwinian Revolution. University of Chicago Press, Chicago 1979, S. 264 f.
  26. ↑ C. Darwin, A. R. Wallace und T. Huxley unterstĂŒtzten zusammen die Theorie, dass die Natur keine Hilfe fĂŒr Ethik und Sozialpolitik biete. R. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S. 9.
  27. ↑ In „Descent of man“ behandelt C. Darwin die Theorie seines Cousins Francis Galton in der jener eine zunehmende Degenerationstendenz aufgrund zivilisatorischer EinflĂŒsse annimmt. Er stimmt F. Galton zwar zu, dass es degenerative Mechanismen geben könne, weist aber darauf hin, dass es mehrere andere Mechanismen gebe, welche dem entgegenwirken (“There are, however, some checks to this downward tendency.”). FĂŒr Darwin ist die Evolution nicht generell gerichtet; Weder gibt es eine generelle Höherentwicklung wie fĂŒr H. Spencer, noch eine unausweichliche generelle Degeneration wie fĂŒr die Reformdarwinisten in der Folge von F. Galton. Darwin hat Eugenik nicht unterstĂŒtzt. Siehe R. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S. 165f.
  28. ↑ R. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S. 16
  29. ↑ E. Goldman: Rendezvous with Destiny. 1952.
  30. ↑ in der Literatur spiegelt sich diese Position in dem Roman „Die Zeitmaschine“ des EugenikbefĂŒhrworters und Sozialisten H. G. Wells wieder, wo der Klassenkampf fließend in den Rassenkampf ĂŒbergeht. Dort beschreibt er eine Zukunft, in der sich die Arbeiterklasse und die gesellschaftliche Elite in zwei Rassen auseinander entwickelt haben, wobei jede auf ihre Art degeneriert ist. (Siehe M. Ruse: The Evolution-Creation Struggle. Seiten 177–120, siehe auch Eugenics Rides a Time Machine, H. G. Wells’ outline of genocide von David M. Levy und Sandra J. Peart, 2002)
  31. ↑ R. Bannister ĂŒber E. A. Ross und sein Social Control: “Although he made only brief reference to evolution, at the heart of the theoriy was a perception of neo-Darwinian thas that had haunted Ross for more than a decade.” R. Bannister Social Darwinism. S. 164/165
  32. ↑ R. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S. 164f
  33. ↑ M. Ruse: Evolutionary Ethics: A Phoenix Arizen. Zygon 21 (1986), S. 95, 96.
  34. ↑ Richard Hofstadter: Social Darwinism in American Thought. S. 85f
  35. ↑ N. A. Rupke: Review of Benjamin Kidd. Portrait of a Social Darwinist by D. P. Crook. In: The English Historical Review. Bd. 102, Nr. 403 (Apr., 1987), S. 523–524. [3]
  36. ↑ so war Benjamin Kidds 1894 veröffentlichtes Werk Social Evolution nach R. Hofstadter (Social Darwinism in American Thought Seite 99) „the rage in the Anglo-American literary world“
  37. ↑ Richard Weikart: The Origins of Social Darwinism in Germany, 1859–1895. In: Journal of the History of Ideas. Bd. 54, Nr. 3 (Jul., 1993), S. 469, 472.
  38. ↑ Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. Spiegel Verlag 2006, S. 106f.
  39. ↑ Ulrich Kutschera: Streitpunkt Evolution. LIT Verlag 2004, S. 270
  40. ↑ Winfried Noack: Die NS-Ideologie. P. Lang Verlag 1996, S. 26.
  41. ↑ NiedersĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung (Hgn.): Niedersachsen-Lexikon. Leske und Budrich VS Verlag, 2005, ISBN 3-531-14403-0, S. 79, Stichwort Rechtsextremismus („Der Rechtsextremismus kann als eine Ideologie der Ungleichheit bezeichnet werden, wobei Ungleichheit im Sinne von Ungleichwertigkeit zu verstehen ist. Diesem Oberbegriff sind folgende Ideologieelemente zuzuordnen: [
] Betonung des Rechts des StĂ€rkeren (Sozialdarwinismus)“).
  42. ↑ Werner Weidenfeld/Karl-Rudolf Korte: Handbuch Zur Deutschen Einheit, 1949–1989–1999. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 1999, S. 358.
  43. ↑ So wurde das 1851 veröffentlichte Werk „Social Statics“ des Sozialdarwinisten Herbert Spencer so oft vor dem Obersten Gerichtshof der USA zitiert, um reformerische staatliche Eingriffe in die Wirtschaft zu verhindern, dass der Richter Holmes schließlich extra darauf hinwies, dass Spencers Ideen nicht Teil der US-Verfassung seien: „the fourteenth amendment does not enact Mr. Herbert Spencers Social Statics“ (R. Hofstadter, Socialdarwinism and American Thought. S. 46/47)
  44. ↑ Peter Singer: A Darwinian Left. Yale University Press, New Haven and London 1999
  45. ↑ Siehe z. B. Gasman The Scientific Origins of National Socialism.
  46. ↑ R. Hofstadter: Social Darwinism in American Thought. S. 99.
  47. ↑ R. Bannister: Social darwinism, Science and Myth. S  152.
  48. ↑ R. Hofstadter: Social Darwinism in American Thought. S. 29–31
  49. ↑ M. J. Coalter: Beecher, Henry Ward (1813–1887). In D. K. McKim (Hrsg.): Encyclopedia of the reformed Faith. Saint Andrew Press, Louisville 1992
  50. ↑ R. Hofstadter: Social Darwinism in American Thought. S. 115
  51. ↑ “Darwin’s book is very important and serves me as basis in natural science for the class struggle in history.” aus The Correspondence of Marx and Engels (New York, 1935) S. 125–126; siehe auch Hofstadter, Social Darwinism in American Thought. S. 115-
  52. ↑ M. Ruse The Evolution-Creation Struggle. S. 111
  53. ↑ Joseph Sciambra: THE PHILOSOPHY OF JACK LONDON.
  54. ↑ “As Marx had found in the struggle for existence a ‘basis‘ for the class struggle, American socialists found even in the writings of Spencer aid and comfort for their cause” R. Hostaedter: Social Darwinism in American Thought. S 116.
  55. ↑ Engels an Marx, 12. Dezember 1859, in: Karl Marx – Friedrich Engels: Briefwechsel, Bd II: 1854–1860. Dietz Verlag Berlin 1949, S. 548.
  56. ↑ Marx an Lassalle, 16. Januar 1861, in MEW Band 30, Dietz Verlag Berlin 1974, S. 578.
  57. ↑ D. Gasman: Scientific Origin of National Socialism. S. 149.
  58. ↑ Edward Ross Dickinson: Biopolitics, Fascism, Democracy: Some Reflections on Our Discourse about ‘Modernity’. In: Central European History, Bd. 37, Nr. 1 (2004), S. 1, 3.
  59. ↑ R.Bannister: "Social darwinsmus" S. 166
  60. ↑ Weingart, Kroll und Bayertz 1992, S. 114 ff.
  61. ↑ Weingart/Kroll/Bayertz: Rasse, Blut und Gene, Suhrkamp: Frankfurt a M 1992, S. 20.
  62. ↑ Weingart/Kroll/Bayertz: Rasse, Blut und Gene, Suhrkamp: Frankfurt a M 1992, S. 381 ff.
  63. ↑ Hans-Walter Schmuhl: The Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology, Human Heredity, and Eugenics, 1927–1945 Springer Verlag, 2008, S. 114
  64. ↑ Eugenische Vorstellungen finden sich beispielsweise schon in den Schriften der Philosophen Platon und Aristoteles. Im antiken Sparta wurde Eugenik in Form der Tötung behinderter Neugeborener angewendet.
  65. ↑ z.B. R. Bannister: in „Descent of man“ behandelt C. Darwin die Theorie seines Cousins Francis Galton in der jener eine zunehmende Degenerationstendenz aufgrund zivilisatorischer EinflĂŒsse annimmt. Er stimmt F. Galton zwar zu, dass es degenerative Mechanismen geben könne, weist aber darauf hin, dass es mehrere andere Mechanismen gebe, welche dem entgegenwirken (“There are, however, some checks to this downward tendency.”). FĂŒr Darwin ist die Evolution nicht generell gerichtet; Weder gibt es eine generelle Höherentwicklung wie fĂŒr H. Spencer, noch eine unausweichliche generelle Degeneration wie fĂŒr die Reformdarwinisten in der Folge von F. Galton. Darwin hat Eugenik nicht unterstĂŒtzt. Siehe R. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S. 165f.
  66. ↑ Weingart/Kroll/Bayertz: Rasse, Blut und Gene, Frankfurt a M 1992, 75.
  67. ↑ Weingart/Kroll/Bayertz: Rasse, Blut und Gene, Frankfurt a M 1992, S. 38 ff.
  68. ↑ so wurde die Konzeption der Rasse des rechten nationalistischen FlĂŒgels der Rassenhygiene wegen seiner statischen nicht-evolutiven Auffassung von Rasse schon von moderateren Eugenikern des Berliner FlĂŒgel als vordarwinistisch kritisiert. Siehe auch Hans W. Schmuhl: The Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology, Human Heredity, and Eugenics, 1927–1945 Springer Verlag, 2008, S. 114
  69. ↑ Sheila Faith Weiss: The Race Hygiene Movement in Germany. OSIRIS, 2nd series, 3, 1987, S. 194. [4]
  70. ↑ Ingrid Richter: Katholizismus und Eugenik in der Weimarer Republik und im Dritten Reich: Zwischen Sittlichkeitsreform und Rassenhygiene. ISBN 3-506-79993-2, siehe auch Buchreviews:
    Review by John Glad [5], Review im The Catholic Historical Review [6]
  71. ↑ Sheila Faith Weiss: The Race Hygiene Movement in Germany. OSIRIS, 2nd series, 3, 1987, S. 194.
  72. ↑ Peter Weingart, JĂŒrgen Kroll, Kurt Bayertz, „Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland“, Suhrkamp 1988, S. 363
  73. ↑ Andreas LĂŒddecke: Der Fall Saller und die Rassenhygiene. Tectum Verlag 1995, S. 32
  74. ↑ Manfred Vasold, Sozialistische UrsprĂŒnge eugenischen Denkens. Die Quelle des Wahnsinns trockenlegen, FAZ vom 7. Juni 1996
  75. ↑ Hans W. Schmuhl: The Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology, Human Heredity, and Eugenics, 1927–1945 Springer Verlag, 2008, S. 15
  76. ↑ Edward Ross Dickinson: Biopolitics, Fascism, Democracy: Some Reflections on Our Discourse about ‘Modernity’. In: Central European History. Bd. 37, Nr. 1 (2004), S. 1, 9.
  77. ↑ Hans W. Schmuhl: The Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology, Human Heredity, and Eugenics, 1927–1945 Springer Verlag, 2008
  78. ↑ Edward Ross Dickinson: Biopolitics, Fascism, Democracy: Some Reflections on Our Discourse about ‘Modernity’. Central European History, Bd. 37, Nr. 1 (2004), S. 1, 16.
  79. ↑ Hannah Arendt: Elemente und UrsprĂŒnge totaler Herrschaft. 2. Auflage. Pieper, MĂŒnchen 1991, S. 297 ff.
  80. ↑ Eine ZwangslĂ€ufigkeit der Entwicklung wird jedoch implizit in der – insofern umstrittenen – Darstellung von Richard Weikart nahegelegt, ders.: From Darwin to Hitler. Evolutionary Ethics, Eugenics, and Racism in Germany. Palgrave MacMillan 2004.
  81. ↑ Hannah Arendt: Elemente und UrsprĂŒnge totaler Herrschaft. 2. Auflage. Pieper, MĂŒnchen 1991, S. 297 ff, 300 (mit weiteren Nachweisen).
  82. ↑ Edward Ross Dickinson: Biopolitics, Fascism, Democracy: Some Reflections on Our Discourse about ‘Modernity’. In: Central European History. Bd. 37, Nr. 1 (2004), S. 1, 18.
  83. ↑ Geoff Eley: Introduction 1: Is There a History of the Kaiserreich? In: ders.: Society, Culture, and the State in Germany, 1870-1930. Ann Arbor 1996, S. 28.
  84. ↑ David F. Lindenfeld: The Prevalence of Irrational Thinking in the Third Reich: Notes Toward the Reconstruction of Modern Value Rationality, Central European History (1997), S. 365, 371.
  85. ↑ Manuela Lenzen: Evolutionstheorien – In den Natur- und Sozialwissenschaften. Campus, 2003, S. 138.
  86. ↑ Andreas Frewer: Medizin und Moral in der Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Campus Verlag, 2000, S. 30.
  87. ↑ Wolf Michael Iwand: Paradigma Politische Kultur. Leske und Budrich VS Verlag, 1997, S. 330.
  88. ↑ JĂŒrgen Peter: Der Einbruch der Rassenhygiene in die Medizin. Auswirkung rassenhygienischen Denkens auf Denkkollektive und medizinische Fachgebiete von 1918 bis 1934. Mabuse-Verlag, 2004.
  89. ↑ Peter Weingart, JĂŒrgen Kroll, Kurt Bayertz: Rasse, Blut und Gene – Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, S. 188, 396 ff.
  90. ↑ Peter Weingart: ZĂŒchtungsutopien – wildes Denken ĂŒber die Verbesserung des Menschen. In: Hornschuh, Tillmann et al. (Hrsg.): Schöne – gesunde – neue Welt? Das humangenetische Wissen und seine Anwendung aus philosophischer, soziologischer und historischer Perspektive. IWT-Paper; Band/Jg. 28, Bielefeld 2003, S. 7. [7]
  91. ↑ Michael Burleigh, Wolfgang Wippermann: The Racial State: Germany 1933–1945. Cambridge University Press, 1991. S. 52.
  92. ↑ Hans-Walter Schmuhl: Rassenhygiene, Nationalsozialismus, Euthanasie: Von der VerhĂŒtung zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens,“ 1890–1945. 2. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, 1987, S. 49.
  93. ↑ “How much the totalitarian philosophies of the twentieth century -nazism, fascism, communism- owed to social Darwinism has been much debated. In the case of Hitler and his gang, historians today dilute any significant role for evolution (Darwinism in particular) and instead put much weight on the influence of cultural factors, such as the apocalyptic anti-semitism of the Volkish movement which centered around the Wagnerians at Bayreuth” M. Ruse: The Evolution-Creation Struggle. Harvard University Press, 2005, S. 113.
  94. ↑ siehe auch FriedlĂ€nder, Nazi Germany and the Jews. The Years of Persecution, 1933–39. Weidenfeld und Nicolson, London 1997
  95. ↑ Robert Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. Temple University Press, Philadelphia 1979, S. 51.
  96. ↑ Oscar Hertwig: Zur Abwehr des ethischen, des sozialen, des politischen Darwinismus. Jena 1921. [8]
  97. ↑ Peter Weingart: "Struggle for Existence": Selection and Retention of a Metaphor, in: Sabine Maasen u.a., Biology as Society, Society as Biology: Metaphors, Sociology of the Sciences Yearbook 1994, S. 127, 141.
  98. ↑ Peter Weingart: "Struggle for Existence": Selection and Retention of a Metaphor, in: Sabine Maasen u.a., Biology as Society, Society as Biology: Metaphors, Sociology of the Sciences Yearbook 1994, S. 127, 142.
  99. ↑ J.P. Schloss: 'The Expelled Controversy: Overcoming or Raising Walls of Division? The American Science Affiliation, Science in Christian Perspective
  100. ↑ R.J.Evans The Emergence of Nazi ideologie Seite 32f in "Nazi Germany" J.Caplan (Editor) Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-927687-5
  101. ↑ J.P. Schloss: 'The Expelled Controversy: Overcoming or Raising Walls of Division?
  102. ↑ R.J.Evans The Emergence of Nazi ideologie Seite 44-45 in "Nazi Germany" J.Caplan (Editor) Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-927687-5
  103. ↑ Der Antisemitismus Hitlers, eine notwendige Bedingung fĂŒr den Holocaust, wurde wesentlich durch seine Bewunderung des christlichsozialen BĂŒrgermeister Wiens Karl Lueger und dessen christlichen Antisemitismus geprĂ€gt. Daneben gab es noch einen Einfluss des völkisch geprĂ€gten Antisemitismus eines Georg von Schönerer. Siehe z.B. Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. Spiegel Verlag 2006
  104. ↑ R.J.Evans The Emergence of Nazi ideologie Seite 32 in "Nazi Germany" J.Caplan (Editor) Oxford University Press, 2008, ISBN 978-0-19-927687-5
  105. ↑ siehe auch Hitlers Bemerkung: "So glaube ich heute im Sinne des allmĂ€chtigen Schöpfers zu handeln: 'Indem ich mich des Juden erwehre, kĂ€mpfe ich fĂŒr das Werk des Herrn.'" A. Hitler, Mein Kampf Seite 70
  106. ↑ Dabei wird gewöhnlich auf Martin Luthers antisemitische Schrift Von den Juden und ihren LĂŒgen (1545) verwiesen (siehe auch [9]) wo er mehrere Punkte fĂŒr die Behandlung der Juden aufstellt, die stark dem Programm der Nationalsozialisten Ă€hnele. Auch wird auf die Bewunderung Hitlers fĂŒr Luther verwiesen, welche sich in "Mein Kampf" (S.232) Ausdruck findet "Hierzu gehören aber nicht nur die wirklich großen StaatsmĂ€nner, sondern auch alle sonstigen großen Reformatoren. Neben Friedrich dem Großen stehen hier Martin Luther sowie Richard Wagner."
  107. ↑ Peter F. Wiener: Martin Luther: Hitler's Spiritual Ancestor New Jersey (1999), ISBN 1-57884-954-3
  108. ↑ W.M. McGovern: From Luther to Hitler; the history of fascist-nazi political philosophy. Ams Pr Inc (1995) 1941 ISBN 0-404-56137-3
  109. ↑ Mit weiteren Nachweisen Brian Vick: "The Origins of the German Volk: Cultural Purity and National Identity in Nineteenth-Century Germany", German Studies Review, Vol. 26, No. 2 (May, 2003), S. 241, 252.
  110. ↑ Felicity Rash: "Metaphor in Adolf Hitler’s Mein Kampf" metaphorik.de 9/2005, S. 74, 77. (online)
  111. ↑ Peter Weingart: "'Struggle for Existence': Selection and Retention of a Metaphor", in: Maasen/Mendelsson/Weingart:Biology as Society, Society as Biology: Metaphors, Kluwer: Dordrecht 1994, S. 127, 145.
  112. ↑ Hitler: Mein Kampf, S. 131.
  113. ↑ Vgl. dazu Michael Mayer: NSDAP und Antisemitismus 1919–1933Discussion paper 2002-05, March 2002, Department of Economics, University of Munich.
  114. ↑ D.Gasman, The Scientific Origins of National Socialism Seite 173
  115. ↑ In dem okkulten FlĂŒgel des Nationalsozialismus gab es z.B. eine auf der Welteislehre aufbauende bizarre Anschauung, nach der Evolution zwar fĂŒr die Tierwelt und Nichtarier akzeptiert wurde, die Arier aber separat aus in Eiskristallen eingebettete Sporen zur Erde gelangt seien, wo sie Atlantis erobert hĂ€tten. John Grant, "Corrupted Science." AAPPL, Seite 258, ISBN 978-1-904332-73-2
  116. ↑ "
 And the monkey origin of Germans as well as everybody else could hardly be concealed. Evolution - as most of the Nazis saw it quite clearly - was fundamentally opposed to National Socialist thinking." M.Ruse, "The Evolution Creation struggle" Seite 114
  117. ↑ John Grant, "Corrupted Science." AAPPL, Seite 262
  118. ↑ R. Bannister: Social Darwinism, Science and Myth in Anglo-American Social Thought. S.164f
  119. ↑ Alban Knecht: Eugenische Utopien der Belletristik
  120. ↑ Klaus-Dietmar Henke: „Ungleichwertigkeitsideen als Schrittmacher der NS-'Euthanasie'", Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen UniversitĂ€t Dresden, 57 (2008), S. 54.
  121. ↑ Dr. Wilhelm Frick: Rede auf der ersten Sitzung des SachverstĂ€ndigenbeirats fĂŒr Bevölkerungs- und Rassenpolitik am 28. Juni 1933
  122. ↑ D. Gasman: The Scientific Origins of National Socialism. 1971.
  123. ↑ “For all his fame as a zoologist, however, and as a scientific worker, the Darwinism which Haeckel urged was more akin to religion than to science. Although he considered himself to be a close follower of Darwin and, as we have seen, invoked Darwin’s name in support of his own ideas and theories, there was, in fact, little similarity between them. Haeckel himself openly thought of evolution and science as the domain of religion and his work was wholly foreign to the spirit of Darwin.” D. Gasman: The Scientific Origins of National Socialism. 1971, S. 10/11
  124. ↑ Robert J. Richards: Myth: That Darwin and Haeckel were Complicit in Nazi Biology. In: Ronald L. Numbers (Hrsg.): Galileo Goes to Jail and Other Myths about Science and Religion. Harvard University Press, Cambridge 2009. [10]
  125. ↑ Vgl. P. Hoff, M. M. Weber: Sozialdarwinismus und die Psychiatrie im Nationalsozialismus. In: Der Nervenarzt. 73 (2002), S. 1017–1018.
  126. ↑ Peter Weingart: ZĂŒchtungsutopien – wildes Denken ĂŒber die Verbesserung des Menschen. In: Hornschuh, Tillmann et al. (Hrsg.): Schöne – gesunde – neue Welt? Das humangenetische Wissen und seine Anwendung ausphilosophischer, soziologischer und historischer Perspektive. IWT-Paper; Band/Jg. 28, Bielefeld 2003, S. 10. [11]
  127. ↑ S. J. Gould: Illusion Fortschritt. Die vielfĂ€ltigen Wege der Evolution. Fischer, Frankfurt am Main 1998.
  128. ↑ Vgl. S. J. Gould: Der falsch vermessene Mensch. 5. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2007.
  129. ↑ Bernd GrĂ€frath: EvolutionĂ€re Ethik?: Philosophische Programme, Probleme Und Perspektiven Der Soziobiologie. Walter de Gruyter, 1997, S. 92.
  130. ↑ W. M. Dugger: Veblen and Kropotkin on Human Evolution. In: Journal of Economic Issues. (18) 1984, S. 971 ff.
  131. ↑ Zur gegenwĂ€rtigen Relevanz vgl. G. Ortmann: Organisation und Welterschließung. 2. Auflage. Springer, Berlin 2008, S. 259 f.
  132. ↑ L. Margulis: Die andere Evolution. Spektrum, Heidelberg 1999.
  133. ↑ M. Speidel: The Parasitic Host: Symbiosis contra Neo-Darwinism. Pli 9 (2000), S. 119 ff., 120.
  134. ↑ P. Winkler: Zwischen Kultur und Genen? Fremdenfeindlichkeit aus der Sicht der Evolutionsbiologie. Analyse & Kritik 1994, S. 101 ff., 105.
  135. ↑ Theodosius Dobzhansky,Gordon Allen: Does Natural Selection Continue to Operate in Modern Mankind? In: American Anthropologist. Bd. 58, No. 4 (Aug. 1956), S. 591 f.
  136. ↑ Theodosius Dobzhansky, Gordon Allen: Does Natural Selection Continue to Operate in Modern Mankind? In: American Anthropologist. Bd. 58, No. 4 (Aug. 1956), S. 591, 592
  137. ↑ Theodosius Dobzhansky, Gordon Allen: Does Natural Selection Continue to Operate in Modern Mankind? In: American Anthropologist. Bd. 58, No. 4 (Aug. 1956), S. 591, 597
  138. ↑ Thomas C. Leonard: Retrospectives: Eugenics and Economics in the Progressive Era. In: The Journal of Economic Perspectives. Bd. 19, Nr. 4 (Herbst 2005), S. 207, 210.
  139. ↑ T. Schramme: NatĂŒrlichkeit als Wert. In: Analyse & Kritik. 24 (2002), S. 249, 252.

Literatur

  • Hedwig Conrad-Martius: Utopien der MenschenzĂŒchtung. Der Sozialdarwinismus und seine Folgen. Kösel, MĂŒnchen 1955, ASIN B0000BH7FW.
  • Peter Weingart, JĂŒrgen Kroll, Kurt Bayertz: Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-518-28622-6 (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 1022).
  • Manuela Lenzen: Der Sozialdarwinismus. In: Manuela Lenzen: Evolutionstheorien in den Natur- und Sozialwissenschaften. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37206-1 (Campus EinfĂŒhrungen).
  • Stephan S. W. MĂŒller: Theorien sozialer Evolution. Zur PlausibilitĂ€t darwinistischer ErklĂ€rungen sozialen Wandels. transcript-Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1342-1 (Sozialtheorie), (Zugleich: Hamburg, Univ., Diss., 2008).
  • Hendrik Wortmann: Zum Desiderat einer Evolutionstheorie des Sozialen. Darwinistische Konzepte in den Sozialwissenschaften. UVK Verlags-Gesellschaft, Konstanz 2010, ISBN 978-3-86764-264-4 (Theorie und Methode. Sozialwissenschaften), (Zugleich: Luzern, Univ., Diss., 2009).

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