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Er sollte nach Fritz Vilmar einen Lebensstil kritisieren, bei dem Hedonismus, Konsumlust[1] und Lebensfreude im Vordergrund stünden, das Bemühen um gesellschaftliche Veränderungen aber in den Hintergrund trete.[2] Ein auffälliger Boom von Comedy-Sendungen bei den privaten Fernsehsendern soll nach Karin Knop mit dieser Entwicklung einher gegangen sein.[3]
Inhaltsverzeichnis |
Der Begriff wurde zunächst vor allem von einigen Alt-Linken in der Tradition einer Kritik an Konsumgesellschaft und Kulturindustrie verwendet.[4] Die in ihr erreichte Verflachung wird als Triumph der Kulturindustrie im Sinne Max Horkheimers und Theodor W. Adornos bewertet.
Der Begriff wurde emotional aufgeladen, weil darin der ‚klassisch-deutsche‘ Anspruch auf „Tiefsinn“ ausgehebelt schien.[5] Bald griffen ihn konservative Kreise wie z. B. Teile der evangelischen Kirche auf. Die Spaßgesellschaft erscheint hier als das Resultat der Traditionsfeindlichkeit (auch Amerikanisierung) der Kultur, als Feier der Beliebigkeit.[6]
Das Ende der Spaßgesellschaft schwang verbal lange im Unterton öffentlicher Diskussionen mit, so im Untertitel einer Veröffentlichung des Journalisten Peter Hahne [7], da Hedonismus als Grundlage gesellschaftlichen Lebens keine allgemeine Akzeptanz genösse. Hahne begründete dies u.a. mit Zitaten von Thomas Gottschalk und Jürgen Klinsmann. Unmittelbar nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verkündete schließlich der Journalist Peter Scholl-Latour „das Ende der Spaßgesellschaft“.[8]
Heimo Schwilk stellt in Die Welt der Spaßgesellschaft die Verantwortungsgemeinschaft in der Tradition des Bevölkerungstheoretikers Meinhard Miegel gegenüber. Danach ordnet Schwilk die Spaßgesellschaft der „individualistischen“ Kultur zu, der im Gegensatz zur kollektivistischen familienorientierten Kultur die Dekadenz und der Untergang drohe.[9]
Von stark kulturpessimistischen Tönen getragen ist auch Albert Wunschs 2003 erschienenes Buch Abschied von der Spaßpädagogik.