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Spanisch-Marokko (arabisch حِمَاية إسبَانِيَا بالمَغْربْ ḥamāyat Isbāniyā bi-l-Magrib, spanisch Protectorado Español de Marruecos), auch bekannt als Er-Rif, war die Bezeichnung für zwei Landstreifen in Marokko: Einer führte entlang der marokkanischen Mittelmeerküste, der andere war der sogenannte Tarfaya-Streifen (Kap Juby) zwischen der damaligen Kolonie Spanisch-Westafrika und dem französischen Marokko. Die Hauptstadt von Spanisch-Marokko war Tétouan. Spanisch-Marokko wurde 1912 durch den Vertrag von Fès gebildet und bestand bis 1956.
In Spanisch-Marokko nahm 1936 der Putsch Francisco Francos gegen die spanische Regierung und damit der Spanische Bürgerkrieg seinen Anfang, der 1939 mit Francos Sieg endete und in eine von ihm geführte Diktatur mündete, die erst mit seinem Tod 1975 endete. 1956 wurden Spanisch-Marokko und das französische Marokko vereinigt und gleichzeitig in die Unabhängigkeit entlassen. Der Tarfaya-Streifen wurde 1958 marokkanisch.
Nicht zu Spanisch-Marokko gehörten die die Plazas de Soberanía (Ceuta mit der Isla Perejil, Melilla und die Inselgruppen Chafarinas, Alhucemas und Vélez de la Gomera) sowie die Enklave Ifni, welche bereits seit Jahrhunderten spanische Besitzungen waren. Deshalb wurden diese Gebiete auch nicht 1956 an Marokko übertragen. Ifni wurde 1969 nach internationalem Druck marokkanisch, die Plazas de Soberanía gehören noch heute zu Spanien. Ebenfalls nicht zu Spanisch-Marokko gehörte die Internationale Zone von Tanger.