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| Spanisch (español, castellano) | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Spanien, groĂen Teilen Mittel- und SĂŒdamerikas, auĂerdem in den USA, Marokko, Ăquatorialguinea und Westsahara | |
| Sprecher | insgesamt ca. 447 Mio. (Stand: 2000)</br>Muttersprachler ca. 388 Mio.</br>Zweitsprachler ca. 59 Mio. [1] | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | Lateinische Union | |
| Sonstiger offizieller Status in: | | |
| Anerkannte Minderheitensprache in: | | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
es | |
| ISO 639-2: |
spa | |
| ISO 639-3: |
spa | |
Die spanische oder auch kastilische Sprache (Eigenbezeichnung español [espaËÉČol] bzw. castellano [kasteËÊano]) gilt als Weltsprache und gehört zum romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Spanisch wird manchmal mit dem Portugiesischen und Katalanischen in die engere Einheit des Iberoromanischen eingeordnet. Eine andere Unterscheidungsmöglichkeit gliedert das Spanische zusammen mit dem Französischen, dem Katalanischen, dem Portugiesischen, dem Okzitanischen und weiteren kleineren romanischen Sprachen in die Westromania ein.
Spanisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Im modernen Spanisch werden der Akut-Akzent fĂŒr Vokale und die beiden Zeichen ñ und ĂŒ verwendet. In vielen WörterbĂŒchern finden sich auch das ch und das ll noch als eigenstĂ€ndige Buchstaben.
Die SprachkĂŒrzel nach ISO 639 sind es und spa.
Inhaltsverzeichnis |
Das Spanische/Kastilische entwickelte sich aus einem im Grenzgebiet zwischen Cantabria, Burgos, Ălava und La Rioja gesprochenen lateinischen Dialekt zur Volkssprache Kastiliens (Amtssprache war das Lateinische). Daher kommt auch der Name castellano (Kastilisch), der sich auf den geographischen Ursprung der Sprache bezieht. Die andere Bezeichnung, español (Spanisch), stammt von der mittelalterlichen lateinischen Bezeichnung Hispaniolus ab, beziehungsweise von Spaniolus (Diminutiv von âSpanischâ). RamĂłn MenĂ©ndez Pidal befĂŒrwortet eine andere etymologische ErklĂ€rung: Die klassische Form hispanus oder hispanicus habe im VulgĂ€rlateinischen das Suffix -one erhalten (wie in den Begriffen bretĂłn (Bretonisch), frisĂłn (Friesisch) usw.) und sich von *hispanione zum altkastilischen españón entwickelt, âdas sich durch die Dissimilation der beiden Nasale bald zu español weiterentwickelte, mit der Endung -ol, das nicht gebraucht wird, um Nationen zu bezeichnenâ.[2]
Historische und sozioökonomische Entwicklungen und seine weit verbreitete Verwendung als Verkehrssprache machten das Kastilische zur Lingua franca der gesamten iberischen Halbinsel, in Koexistenz mit den anderen dort gesprochenen Sprachen: Man schĂ€tzt, dass in der Mitte des 16. Jahrhunderts bereits etwa 80 % der Spanier Kastilisch sprachen.[3] Durch die Eroberung Amerikas, das der Privatbesitz der kastilischen Krone war, breitete sich die spanische Sprache ĂŒber den halben Kontinent aus, von Kalifornien bis Feuerland.
Castellano (Kastilisch) und español (Spanisch) sind vollkommen synonyme Bezeichnungen. Vor allem in Spanien ist die Entscheidung fĂŒr den einen oder anderen Begriff aber oft politisch gefĂ€rbt. In SĂŒdamerika wird tendenziell castellano bevorzugt, wĂ€hrend in Mittelamerika, Kolumbien und den USA eher español ĂŒblich ist. Die Verfassungen von Spanien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, El Salvador, Paraguay, Peru und Venezuela verwenden den Begriff castellano; Kuba, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama español.
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| Die spanischsprachige Welt |
Spanisch wird gegenwĂ€rtig von 329 bis 358 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen[4]. Die meisten Spanisch-Sprecher leben in SĂŒd- und Mittelamerika sowie in Spanien. In den Vereinigten Staaten leben rund 45 Millionen Sprecher, damit liegen die USA nach Mexiko und noch vor Kolumbien und Spanien weltweit an zweiter Stelle. Obwohl die Sprache in keinem Bundesstaat Amtsstatus hat, liegt die Zahl der Sprecher in einigen Staaten des SĂŒdwestens, wie z.B. New Mexico, Kalifornien oder Texas, ĂŒber 30 %. In Belize, Marokko, Westsahara, den NiederlĂ€ndischen Antillen und Aruba, den Philippinen sowie in Trinidad und Tobago wird Spanisch von einem groĂen Bevölkerungsanteil gesprochen. In Brasilien wird Spanisch aufgrund der NĂ€he zum Portugiesischen in der Regel gut verstanden, auch wenn die meisten Brasilianer die Sprache selbst nicht sprechen. Viele Brasilianer â besonders im Grenzgebiet zwischen Uruguay und Brasilien â verstĂ€ndigen sich mit Sprechern des Spanischen aber relativ problemlos in Portunhol. Ăhnliches gilt fĂŒr Portugal.
Inklusive Zweitsprachler belĂ€uft sich die Zahl der Sprecher auf 450[5] bis 500 Millionen[6][7]. Damit ist Spanisch â nach Mandarin-Chinesisch, Hindi und Englisch â die am vierthĂ€ufigsten gesprochene Sprache der Welt.
Nach Englisch ist Spanisch die am meisten erlernte Sprache der Welt.[6]
Als offizielle Amtssprache dient Spanisch in der EuropÀischen Union, in der Organisation Amerikanischer Staaten sowie bei den Vereinten Nationen.
Die Ă€ltesten uns bekannten Bewohner der Iberischen Halbinsel waren die Iberer, die möglicherweise ein Volk nordafrikanischen Ursprungs waren. Um 600 v. Chr. wanderten keltische StĂ€mme ĂŒber die PyrenĂ€en ein, die sich daraufhin mit den Iberern zu den Keltiberern vermischten. Das Baskische ist der einzige sprachliche Ăberrest aus jener Epoche, das noch von ca. 850.000 Menschen am Golf von Biskaya beiderseits der spanisch-französischen Grenze gesprochen wird.
Gibt eine Bevölkerung unter dem Einfluss einer neuen Sprache die eigene Sprache nach einer Periode der Zweisprachigkeit zu Gunsten der prestigetrĂ€chtigeren neuen Sprache auf, so wirken sich dennoch Sprechgewohnheiten auf die neue Sprache aus. Man bezeichnet die aufgegebene Sprache dann als Substrat. Das Keltiberische wirkte sich nach Ăbernahme des Lateinischen wie folgt aus:
Das Baskische ist ein Adstrat, da keine der Sprachen aufgegeben wurde. Auf baskischen Einfluss ist folgendes PhĂ€nomen zurĂŒckzufĂŒhren: Ersatz des anlautenden f durch h, das jedoch im weiteren Verlauf ganz wegfiel (farina â harina, factus â hecho, filius â hijo, furnus â horno).
Im 3. Jahrhundert v. Chr. begannen die Römer mit der Eroberung der Iberischen Halbinsel. Zu jener Zeit wurden hier unter anderem Iberisch, Keltiberisch, Baskisch, Tartessisch, Lusitanisch sowie vor allem in KĂŒstenorten Punisch und Griechisch gesprochen. Seit Kaiser Augustus befand sich die gesamte Halbinsel in römischer Hand.
Durch eine starke militĂ€rische PrĂ€senz und durch zahlreiche römische Beamte verbreitete sich die lateinische Sprache dort sehr schnell. Latein wurde so zur Kultursprache, die Ursprachen wurden allmĂ€hlich zurĂŒckgedrĂ€ngt. Nur in den westlichen PyrenĂ€en stieĂ das Lateinische auf stĂ€rkeren Widerstand, so dass die Ursprache Baskisch dort erhalten blieb.
Als die Goten im Jahr 414 in Spanien einfielen, sprach man schon auf der gesamten Halbinsel Latein mit lokaler FĂ€rbung. Obwohl die Goten fĂŒr die darauffolgenden drei Jahrhunderte die Herrschaft in Spanien hatten, beeinflussten sie Sprache und soziales Leben lediglich in geringem MaĂe. Ein Grund dafĂŒr, dass sich Spanier und Goten nicht vermischten, war hauptsĂ€chlich religiösen Ursprungs: Die Spanier waren Katholiken, die Goten Arianer. Nachdem im Jahr 589 König Rekkared I. mit seinem Volk zum Katholizismus ĂŒbertrat, verschwand das Gotische bald vollkommen.
Dennoch gibt es einige Wörter im Spanischen, die germanischen Ursprungs sind (z. B. ganso). Man nimmt aber an, dass diese nicht durch die Goten, sondern schon vorher durch die Römer, die in Gallien mit germanischen StĂ€mmen in BerĂŒhrung gekommen waren, nach Spanien gebracht wurden.
Auf die Sprache der Westgoten geht wahrscheinlich auch die Endung -ez vieler heutiger spanischer Familiennamen zurĂŒck.[8] Sie hatte die Bedeutung âSohn vonâ (Patronym), so war RodrĂguez der Sohn von Rodrigo (Roderich). Ein Beispiel sind die Könige von Navarra aus dem Haus JimĂ©nez in der Zeit von 905 bis 1076: Auf den BegrĂŒnder der Dynastie Sancho I. GarcĂ©s folgten nacheinander GarcĂa I. SĂĄnchez, Sancho II. GarcĂ©s, GarcĂa II. SĂĄnchez, Sancho III. GarcĂ©s, GarcĂa III. SĂĄnchez und Sancho IV. GarcĂ©s, wobei der Nachfolger jeweils der Sohn des VorgĂ€ngers war.
Einen tiefgehenden und dauerhafteren Einfluss auf das Spanische hatten die maurischen Eroberer, die 711 von Afrika aus ihre Expansion nach Osten und Norden der Halbinsel begannen. Sie besetzten ganz Spanien mit Ausnahme des Kantabrischen Gebirges, wo eine kleine Schar Spanier Zuflucht suchte und die spĂ€tere RĂŒckeroberung (Reconquista-Bewegung) Spaniens organisierte.
Als im Jahr 1492 diese RĂŒckeroberung mit dem Fall von Granada abgeschlossen war, waren schon viele arabische Elemente in das Spanische aufgenommen. Nach Auswertung des Wörterbuches der Real Academia Española von 1995 enthĂ€lt das heutige Spanische noch 1285 Entlehnungen aus dem Arabischen (Arabismen).[9]
Somit ist das Spanische die romanische Sprache mit den meisten arabischen Lehnwörtern; es handelt sich dabei nicht nur um Kulturbegriffe, sondern auch um Bezeichnungen fĂŒr Begriffe des alltĂ€glichen Lebens, z. B. aceite âĂlâ, aceituna (auch: oliva) âOliveâ, alfombra âTeppichâ.
Auch azafata (âFlugbegleiterinâ) ist ursprĂŒnglich ein arabisches Wort.
Das Wort ojalĂĄ (âhoffentlichâ) ist eine hispanisierte Form der arabischen Redewendung Inschallah (Ű§Ù ŰŽŰ§ŰĄ ۧÙÙÙ) und bedeutet eigentlich âSo Gott willâ.
Arabische Lehnwörter und ihre Ableitungen finden sich in den folgenden Wortschatzbereichen: Verwaltung und Staatswesen, Heerwesen, MĂŒnzprĂ€gung, Naturwissenschaften, Landwirtschaft (Ackerbau, BewĂ€sserungsanlagen), Hausrat, Kleidung, Speisen, Pflanzen- und Tierbezeichnungen und andere.
Im Gegensatz zu anderen Sprachen, die bei der Ăbernahme arabischer Wörter den arabischen Artikel al (ۧÙ) abtrennten, findet sich in vielen Lehnwörtern im Spanischen dieses al, zum Beispiel beim Zucker (span. azĂșcar, ital. zucchero, arab. ۧÙŰłÙ۱ as-sukkar â hier wird das ï» des Artikels assimiliert).
Vor allem die lateinamerikanischen Dialekte des Spanischen enthalten eine Vielzahl von AusdrĂŒcken indigener Sprachen. Beispiele:
Das Lateinische, das von den Römern nach Spanien gebracht wurde, war nicht die klassische lateinische Sprache, sondern die gewöhnliche Umgangssprache der LegionĂ€re (VulgĂ€rlatein). Aus dieser Sprache entwickelten sich mit der Zeit unter verschiedenen geographischen und ethnographischen Einwirkungen unterschiedliche romanische Dialekte. Einer dieser Dialekte, das Kastilische, entstand in einer schwach romanisierten Gegend im Norden Spaniens, im Grenzgebiet der heutigen spanischen Provinzen Burgos, La Rioja, Vizcaya und Ălava. Dieser Dialekt Altkastiliens zeichnet sich dadurch aus, dass er stĂ€rker von den vorromanischen Sprachen (Baskisch) geprĂ€gt ist, und wird spĂ€ter durch politische UmstĂ€nde zur Schrift- und Nationalsprache Spaniens.
Es waren nĂ€mlich die Grafen Altkastiliens, die in andauernden KĂ€mpfen gegen die Araber ihr Staatsgebiet nach SĂŒden hin erweiterten. Im Verlauf dieser Reconquista-Bewegung schob sich das Altkastilische wie ein Keil in das ĂŒbrige romanische Sprachgebiet hinein und drĂ€ngte die anderen Sprachformen an die westliche (Asturisch-Leonesisch und Galicisch, aus dem sich spĂ€ter Portugiesisch entwickelte) und östliche (Aragonesisch, Katalanisch) Peripherie des Landes ab, wodurch sich der Bereich der kastilischen Sprache enorm vergröĂerte.
In den von den Mauren eroberten Gebieten verdrÀngte sie auch das Arabisch und das Mozarabisch (romanische Dialekte, die in den maurisch beherrschten Gebieten von den Christen gesprochen, aber in arabischer Schrift geschrieben wurden).
In der zweiten HĂ€lfte des 11. Jahrhunderts wurde Kastilien zum Königreich ausgerufen und im Jahr 1085 Toledo zur Hauptstadt bestimmt. So wurde die kastilische Mundart zur Hof- und Umgangssprache des jungen Königreichs. Von sprachpolitischer Bedeutung sind die Reformen Ferdinands III. (1217â1252) und Alfons X. (1252â1282), durch die das Lateinische als Urkundensprache abgeschafft wurde und das Kastilische diese Funktion ĂŒbernahm.
Schon im Verlauf des spĂ€ten Mittelalters verbreitete sich das Kastilische nicht nur als Schriftmedium, sondern auch als gesprochene Sprache auĂerhalb Kastiliens. Die erste spanische Grammatik wurde im Jahre 1492 von Antonio de Nebrija verfasst. Das Spanische, wie wir es heute kennen, ist eine Weiterentwicklung der lateinisch-kastilischen Mundart mit toledanischer FĂ€rbung.
Im Jahr 1713 entstand nach französischem Vorbild die Real Academia de la Lengua, die als anerkannte AutoritÀt in Sprachfragen gilt. Zwischen 1726 und 1739 wurde das Diccionario de Autoridades herausgegeben, im Jahr 1771 erschien die Grammatik der Akademie. Heute gibt die Akademie in Zusammenarbeit mit den Sprachakademien der anderen spanischsprachigen LÀnder unter anderem das Wörterbuch Diccionario de la Lengua Española und das umfangreiche Grammatikwerk Nueva Gramåtica de la Lengua Española heraus.
Die Rechtschreibung des Spanischen kommt dem Ideal recht nahe, Laut fĂŒr Laut das gesprochene Wort nachzubilden. So werden hĂ€ufig auch ĂŒbernommene Fremdwörter in ihrer Schreibung so angepasst, dass sich die Aussprache wieder automatisch ergibt (Beispiel: englisch bacon wird zu Spanisch beicon oder englisch football wird zu spanisch fĂștbol). Bei den lateinamerikanischen Varianten gilt dies nur mit EinschrĂ€nkungen (teilweise werden Buchstaben anders ausgesprochen, wenn das Wort indianischen Ursprungs ist, besonders âllâ und âxâ).
Das Spanische besitzt 5 Monophthonge.
| vorne | zentral | hinten | |
|---|---|---|---|
| geschlossen | i | u | |
| mittel | e | o | |
| offen | a |
Das Spanische hat 24 Konsonanten. Die Frikative /ÎČ Ă° ÉŁ/ sind Allophone von /b d g/.
| bilabial | labio- dental |
dental | alveolar | post- alveolar |
palatal | velar | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Plosive | p b | t d | k g | ||||
| Affrikaten | tÊ dÊ | ||||||
| Nasale | m | n | ÉČ | ||||
| Flaps/Trills | ÉŸ r | ||||||
| Frikative | ÎČ | f | Ξ ð | s | x ÉŁ | ||
| Approximanten | w | j | |||||
| Laterale | l | Ê |
Eine Unterscheidung der Laute /Ê/ und /Ê/ bzw. /j/ erfolgt nicht im gesamten spanischsprachigen Raum, siehe dazu den Artikel zum YeĂsmo.
Gesprochen von einem Einwohner Madrids.
Der kleine Prinz auf Spanisch:
Spanien
Mexiko
Der Unterschied bei diesen zwei Beispielen ist das europĂ€ische und das amerikanische Spanisch. Die Unterschiede rĂŒhren jedoch nicht nur daher, dass es einmal das europĂ€ische, das andere Mal das amerikanische Spanisch ist, sondern daher, dass es verschiedene Ăbersetzungen sind.
Siehe auch: Seseo
â Hauptartikel: Spanische Grammatik
Das Spanische ist eine relativ flektierende Sprache, mit zwei grammatischen Geschlechtern und ĂŒber 50 konjugierten Formen pro Verb, aber einer eingeschrĂ€nkten Flexion von Verben, Substantiven und Determinativen. Seine Syntax ist normalerweise Subjekt-Verb-Objekt, auch wenn Variationen hĂ€ufig sind, und Adjektive werden fĂŒr gewöhnlich, wenn auch nicht immer, dem Substantiv, auf das sie sich beziehen, nachgestellt. Es ist eine Pro-Drop-Sprache, d. h. Pronomen können weggelassen werden, wenn sie fĂŒr das VerstĂ€ndnis nicht unbedingt notwendig sind.
In den meisten LĂ€ndern SĂŒd- und Mittelamerikas wird Spanisch als Muttersprache gesprochen. Da es sich hierbei um ein groĂes Gebiet handelt und seit der Kolonialisierung durch die Spanier bereits Jahrhunderte vergangen sind, weist das lateinamerikanische Spanisch gewisse Abweichungen zum europĂ€ischen Spanisch auf.
Diese sind in der Schrift- und Verkehrssprache nicht allzu groĂ; die Umgangssprachen und Dialekte der einzelnen LĂ€nder unterscheiden sich dagegen teilweise recht deutlich, und zwar nicht nur in der Aussprache, sondern auch im Vokabular.
Einige Wörter haben in Amerika einen Bedeutungswandel durchgemacht und generell lĂ€sst sich der lateinamerikanische Wortschatz als archaischer als der kontinentaleuropĂ€ische beschreiben (d. h. die Ausdrucksweise mutet EuropĂ€ern oft veraltet oder historisierend an). Einige Abweichungen sind auch auf den (in den einzelnen Regionen unterschiedlich starken) Einfluss indigener Sprachen zurĂŒckzufĂŒhren. Besonders in Mexiko, der Karibik, Zentralamerika und Venezuela sehr deutlich spĂŒrbar sind auch die EinflĂŒsse des US-amerikanischen Englischen auf den Wortschatz des Spanischen, die wesentlich stĂ€rker als in Europa sind.
Auf grammatikalischem Gebiet sind bis auf Besonderheiten in der Verwendung der Vergangenheitstempora (Dominanz des Indefinido) und den âVoseoâ keine nennenswerten Abweichungen zum europĂ€ischen Spanisch festzustellen.
Ein besonders charakteristisches Erkennungszeichen lateinamerikanischer Sprecher ist die vom europĂ€ischen Spanischen stark abweichende Sprachmelodie. Die Unterschiede in dieser Beziehung sind jedoch zwischen den SprachrĂ€umen der Andenregion, den La-Plata-Dialekten, Mexiko und Zentralamerika sowie den karibischen Dialekten praktisch ebenso groĂ wie gegenĂŒber dem Kontinentalspanischen, sodass sich allgemeine Regeln nur schwer definieren lassen.
Obgleich auch Aussprache und Wortschatz zwischen und sogar innerhalb der einzelnen lateinamerikanischen LĂ€ndern mitunter stark variieren, lassen sich doch einige allgemeine Hauptunterschiede zwischen der Sprache SĂŒd- und Mittelamerikas und dem europĂ€ischen Spanischen festhalten:
Es gibt viele Abweichungen zwischen dem kontinentalspanischen und dem lateinamerikanischen Wortschatz und ĂŒberdies auch innerhalb Lateinamerikas von Land zu Land verschiedene semantische Eigenarten. Sie betreffen hauptsĂ€chlich die Umgangssprache und Begriffe des tĂ€glichen Lebens. Ernsthafte VerstĂ€ndigungsprobleme zwischen Sprechern aus verschiedenen europĂ€ischen und amerikanischen Teilgebieten des spanischen Sprachraums gibt es in der Regel jedoch kaum.
Je nach Land gibt es auch eine unterschiedliche Anzahl Wörter, die aus den jeweiligen Sprachen der indigenen Völker entlehnt wurden. Einige davon haben auch das europÀische Spanisch erreicht. Dazu gehören Begriffe wie aguacate (Avocado) oder patata (Kartoffel).
| Deutsch | europ. Span. | amerik. Span. | ein Spanier oder Nicht-Muttersprachler könnte verstehen |
|---|---|---|---|
| Butter | mantequilla | manteca (Argentinien, Paraguay) | Schmalz, Fett |
| Erdbeere | fresa | frutilla (Argentinien, Chile, Ecuador, Paraguay) | FrĂŒchtchen |
| Eisschrank | nevera | refrigerador, heladera (Mexiko, Argentinien, Peru) | KĂŒhler, EisverkĂ€uferin |
| Rock | falda | pollera (Argentinien, Uruguay) | HĂŒhnerverkĂ€uferin |
| Auto(mobil) | coche | carro (Kolumbien, Mexiko, Venezuela, Peru, Zentralamerika), auto (Argentinien, Chile, Ecuador, Peru), mĂĄquina (Argentinien) | Karren, Handwagen (carro); Maschine (mĂĄquina, abgleitet vom italienischen Wort macchina fĂŒr Auto) |
| Banane | plĂĄtano | banano, guineo (Karibik, Zentralamerika), cambur (Venezuela), banana (Argentinien) | |
| Bohnen | judĂas | alubias (Kanarische Inseln), caraotas (Venezuela), frijoles (Mexiko, Peru und Zentralamerika), frĂjoles (Kolumbien), frĂ©jol (Ecuador), porotos (Argentinien, Chile) | |
| Kartoffel | patata | papa (Argentinien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Peru, Zentralamerika,Kanarische Inseln) | Papst (dann jedoch mask.), Vater (falls als papĂĄ endbetont) |
| Lastwagen | camiĂłn | troca (nördliche Staaten in Mexiko und âkalifornisches-Slangâ-Spanisch, aus dem amerikanischen Truck) |
Zu MissverstĂ€ndnissen kommt es am ehesten durch Wörter, die neben der allgemeinen Bedeutung in bestimmten LĂ€ndern eine umgangssprachliche Spezialbedeutung besitzen. So ist etwa das in Spanien unverfĂ€ngliche und fĂŒr alle möglichen Sachverhalte hĂ€ufig gebrauchte Verb coger (ânehmen, ergreifen, fangenâ) in einigen LĂ€ndern Lateinamerikas (vor allem Argentinien, Uruguay und Paraguay) ein ordinĂ€rer Ausdruck fĂŒr die AusĂŒbung des Geschlechtsverkehrs. Der Satz âIch werde den Bus nehmenâ (Voy a coger el autobĂșs) ist daher in Anwesenheit von Argentiniern ein sicherer Lacherfolg (Ich werde den Bus âbumsenâ.). In ganz Lateinamerika wird anstelle von âcogerâ hĂ€ufiger das Verb âtomarâ (ânehmen, einnehmen, trinkenâ) verwendet.
Auch das Wort Guagua sorgt in diesem Zusammenhang immer wieder fĂŒr Heiterkeit. WĂ€hrend es auf den Kanarischen Inseln, Kuba und der Dominikanischen Republik einen innenstĂ€dtischen Linienbus bezeichnet, steht es in AndenlĂ€ndern wie Chile, Peru oder Ecuador fĂŒr Krabbel- oder Kleinkind (hier: Xenismus aus Quechua), so dass auch hier MissverstĂ€ndnisse vorbestimmt sind.
Besonders die Namen fĂŒr Obst oder GemĂŒsesorten variieren in den lokalen VarietĂ€ten der unterschiedlichen spanischsprachigen LĂ€nder sehr stark. So heiĂen etwa in der Dominikanischen Republik die Orange la china, die Mandarine la italiana, die Papaya la lechoza, die Banane el guineo und die Maracuja la chinola â AusdrĂŒcke, die oft nicht nur in Spanien und SĂŒdamerika, sondern selbst in benachbarten LĂ€ndern wie Mexiko oder Kuba schon nicht mehr verstanden werden. Ăhnliches gilt fĂŒr Bezeichnungen wie frutilla fĂŒr die Erdbeere (kontinentalspanisch fresa), ajĂ fĂŒr scharfe Paprika (Chili) oder palta fĂŒr Avocado (in Europa aguacate genannt), wie sie in Chile und einigen anderen sĂŒdamerikanischen LĂ€ndern gelĂ€ufig sind.
FĂŒr hĂŒbsch oder schön verwendet man in den meisten LĂ€ndern Lateinamerikas Adjektive wie bonito/-a oder lindo/-a; das in Spanien verbreitete guapo/-a ist dagegen ungebrĂ€uchlich und hat in manchen LĂ€ndern (etwa auf Kuba und in der Dominikanischen Republik) die Bedeutung aggressiv oder wild. Somit ist una chica guapa in Spanien ein hĂŒbsches, auf Kuba ein wĂŒtendes MĂ€dchen.
Viele lateinamerikanische Aussprachebesonderheiten erinnern an sĂŒdspanische Dialekte und sind in Lateinamerika vor allem deswegen verbreitet, weil im 16. und 17. Jahrhundert die meisten spanischen Einwanderer nach Amerika aus dem SĂŒden Spaniens (v. a. Extremadura und Andalusien) kamen.
Hybriddialekte (Mischsprachen) existieren dort, wo Spanisch und Portugiesisch aufeinandertreffen
Judenspanisch ist das Spanisch der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden Sephardim. Sie leben heute in Israel, Griechenland, der TĂŒrkei, Nordmarokko und den USA. Die Sprecherzahl wird auf 150.000 geschĂ€tzt.
Mit den typischen Fehlern, die beim Erlernen und Ăbersetzen der spanischen Sprache auftreten können, beschĂ€ftigen sich folgende BeitrĂ€ge: