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Spekulation ist in der Wirtschaft eine auf Gewinnerzielung aus Preisveränderungen gerichtete Geschäftstätigkeit.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Ziel einer jeden wirtschaftlichen Spekulation ist es, einen finanziellen Vorteil durch die künftige Realisierung einer erwarteten Markteinschätzung zu erzielen. Das finanzielle Ergebnis einer jeden Spekulation besteht dabei stets in der Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis eines Marktgegenstandes, bereinigt um Kosten des Handels (Transaktionskosten) und der Kosten für das Halten des Objektes wie Lager-, Finanzierungs- und Versicherungskosten (sog. Cost of carry).
Erfolgreiche Spekulationen sind hauptsächlich auf das frühzeitige Erkennen und Ausnutzen von vermuteten Fehleinschätzungen des Marktes durch Marktbeteiligte über künftige Kursentwicklungen zurückzuführen, die sich wiederum durch ungleich verteiltes Wissen und Können zwischen Käufern und Verkäufern erklären lassen (sog. "Asymmetrische Information"). Korrigiert der Markt anschließend diese Fehleinschätzungen, resultieren daraus Spekulationsgewinne. Schlägt die Spekulation fehl, so entstehen Spekulationsverluste.
Eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion der Spekulation besteht darin, dass sich über den Kapitalmarkt gegebene unternehmerische Risiken gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Gruppe der Spekulanten übertragen lassen (Hedging).
Beispiel: Aufgrund schlechter makroökonomischer Fundamentaldaten wird eine Abwertung der Währung A erwartet, d. h. der Wechselkurs gegenüber einer anderen stabilen Währung B wird sich ändern. Der Spekulant kauft nun die seiner Meinung nach stabilere Währung B, um sie nach erfolgter Abwertung von A zurück zu tauschen. Ebendiese Transaktion leitet aber die Abwertung ein. Insofern kann man sagen, dass der Kapital- bzw. Devisenmarkt angesichts der makroökonomischen Daten die Währungen neu bewertet hat. Spekulation ist hier also ein Mechanismus zur Anpassung des Preissystems an neue Informationen, so dass die Ressourcenallokation verbessert wird.
Nach Meinung von Kritikern kann Spekulation dazu beitragen, dass sich Markttrends verstärken und Spekulationsblasen entstehen. Spekulanten werden für Währungskrisen und Wirtschaftskrisen wie die Argentinien-Krise oder die Asienkrise verantwortlich gemacht. Einige Wirtschaftswissenschaftler (z. B. Globalisierungskritiker, Freiwirtschaft) vertreten daher die Auffassung, Spekulation solle verboten oder erschwert werden. Die Einführung von Finanztransaktionssteuern, speziell einer Tobin-Steuer wird von den Befürwortern mit der erhofften Eindämmung der Spekulation begründet. Nach herrschender Auffassung in den Wirtschaftswissenschaften reduzieren die damit verbundenen höheren Transaktionskosten jedoch die Arbitrage und damit die Effizienz der Märkte und erleichtern Spekulation. Die empirischen Forschungsergebnisse zeigen einen eindeutigen positiven Zusammenhang zwischen Transaktionskosten und der Volatilität (Instabilität) des Marktpreises.[2]
In einer anderen Bedeutung wurde von Theodor Brauer, einem Vertreter der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, mit „spekulativer Lohnpolitik“ eine Lohnpolitik mit dem Ziel, die Lohnquote zu steigern, bezeichnet.[3]
Als "Hot money" ("heißes Geld") werden Gelder bezeichnet, die aus Spekulationsgründen kurzfristig aus einem Land in ein anderes verlagert werden. Volkswirtschaftliche Bedeutung erzielen diese Gelder vor allem, wenn sie ebenso kurzfristig abgezogen werden und krisenverstärkend wirken.[4]