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| Spicheren | ||
|---|---|---|
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| Region | Lothringen | |
| Département | Moselle | |
| Arrondissement | Forbach | |
| Kanton | Stiring-Wendel | |
| Koordinaten | 49° 12′ N, 6° 58′ O49.19194444446.96833333333301Koordinaten: 49° 12′ N, 6° 58′ O | |
| Höhe | 301 m (220–357 m) | |
| Fläche | 8,11 km² | |
| Einwohner | 3.244 (1. Jan. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 400 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 57350 | |
| INSEE-Code | 57659 | |
| Website | www.spicheren.fr | |
Spicheren (deutsch Spichern) ist eine französische Gemeinde mit 3244 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) im Département Moselle in der Region Lothringen in Frankreich. Sie befindet sich direkt an der deutsch-französischen Grenze. Der Ort wurde in Deutschland und Frankreich bekannt, weil Spicheren Schauplatz der Schlacht bei Spichern des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71 war.
Inhaltsverzeichnis |
Spicheren ist eine Ortschaft im Osten des Departements Moselle direkt an der französisch-deutschen Grenze. Der deutsch-französische Grenzübergang Goldene Bremm (frz. Brème d’or) liegt auf der Gemarkung von Spicheren.
Amtssprache ist Französisch, doch ist Deutsch - zumal als Dialekt - unter der Bevölkerung sehr verbreitet. Bedingt durch die Nähe zum Ballungsraum Saarbrücken besitzen ungefähr 30 % der Einwohner Spicherns die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projekts werden die Kinder in der Vor- und Grundschule seit 2005 zweisprachig unterrichtet.
Der Name des 1259 erstmals erwähnten Dorfs leitet sich vom lateinischen Wort "spicarium" für "Getreidespeicher" ab und so lassen sich auch zwei Ähren auf dem Wappen der Gemeinde erklären. Das Schwert, das diese zwei Ähren trennt, erinnert an den Französisch-Deutschen Krieg (Juli 1870 bis Februar 1871).
Nach der Eingliederung Elsaß-Lothringens im Jahr 1871 errichteten die Preußen fünf Denkmäler auf den sogenannten "Spicherer Höhen". Zwei Friedhöfe erinnern an die über tausend Toten der Schlacht bei Spicheren. Im Jahr 1934, nachdem die Region seit 1919 wieder zu Frankreich gehörte, wurde das 15 Meter hohe Kreuz zu Ehren der am 6. August 1870 gefallenen französischen Soldaten errichtet.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 |
| Einwohner | 2202 | 2355 | 2414 | 2593 | 3008 | 3287 | 3249 |
Im Zweiten Weltkrieg spielten die Spicherer Höhen eine bemerkenswerte Rolle für die deutsche Verteidigung, weil dort deutsche Truppen, bedingt durch den Rückzug französischer Truppen an die Maginot-Linie, auf französischem Staatsgebiet befestigte Stellungen im Rahmen des Westwalls anlegten. Die Nähe zu den saarländischen Industrieanlagen und zur grenznahen Großstadt Saarbrücken gebot aus Sicht des nationalsozialistischen Deutschlands die Einnahme des Giffertwaldes nahe Spicherns. Am 21. Februar 1945 befreiten amerikanische Soldaten das Dorf. Ein US-amerikanischer Panzer aus Kriegszeiten mahnt zur Erinnerung an die Schrecken des Krieges. Die deutschen Bunker der sogenannten Spichern-Stellung sind nicht geschleift.
Ein hufeisenförmiges Tal namens Kreuzheck, das sehr viele fruchtbare Böden einschließt und von einem Kalksteinfelsvorsprung in 157 Meter Höhe überragt wird, ist ein ehemaliger Kalksteinbruch. Dort finden sich mehrere Orchideenarten sowie weitere Pflanzen, die das Gebiet Kreuzheck als ein Naturreservat qualifizieren.
Bereits 1862 wurde in der Spicherer Flur "Kreutzeck" Kalkstein abgebaut und ein Kalkofen betrieben, der Glasöfen in Schœneck belieferte.Im Jahre 1909 übernahm die Luxemburger Firma ARBED den Steinbruch, der nun auf neun Hektar ausgeweitete Abbaubereich erstreckte sich auf die Gemeindegebiete von Spicheren, Etzling und Alsting. ARBED installierte auch eine fünf Kilometer lange Drahtseilbahn und transportierte damit täglich bis zu 500 Tonnen Gestein über die Saar nach Bübingen (Deutschland). Bis zu 150 Arbeiter aus den umliegenden Dörfern und italienische Gastarbeiter arbeiteten hier bis 1944.
Lianen (Waldreben) überwuchern die Ruinen. Bäume durchdringen Stahlgerüste. Gleise werden von Moosen und Farnen zugedeckt. Man hat hier den Eindruck, als durchwandere man einen Dschungel. Noch spannender wird der Spaziergang, wenn man weiß, dass hier im Jahre 1926 die Überreste eines Nashorns und das Lager von prähistorischen Jägern entdeckt wurde.
Besonders günstige klimatische Verhältnisse haben in der langgestreckten Grube eine artenreiche Flora und Fauna gefördert.
Spicheren liegt an der Europastraße 50, die auf deutscher Seite die Bundesautobahn 6, auf französischer Seite die Autoroute 320 ist. In Spicheren beginnt auch die Nationalstraße N3 nach Paris. Der deutsch-französische Grenzübergang heißt Goldene Bremm (frz.La Brême d’or).
Alsting | Etzling | Kerbach | Petite-Rosselle | Schœneck | Spicheren | Stiring-Wendel