|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Spinell | |
| Blauer Spinell von 1,83 ct und roter Spinell von 4,13 ct | |
| Chemische Formel |
MgAl2O4 |
| Mineralklasse | Oxide und Hydroxide 4.BB.05 (8. Auflage: IV/B.01-10) (nach Strunz) 07.02.01.01 (nach Dana) |
| Kristallsystem | kubisch |
| Kristallklasse | kubisch-hexakisoktaedrisch <math>4/m\ \bar{3}\ 2/m</math> [1] |
| Farbe | violett, rot, grün, blau, braun, schwarz (Pleonast) |
| Strichfarbe | grauweiß |
| Mohshärte | 7,5 bis 8 |
| Dichte (g/cm3) | 3,6 |
| Glanz | Glasglanz, matt |
| Transparenz | durchsichtig bis undurchsichtig |
| Bruch | muschelig bis uneben, spröde |
| Spaltbarkeit | undeutlich |
| Habitus | gedrungen |
| Zwillingsbildung | ja |
| Brechungsindex | n = 1,719 [2] |
| Weitere Eigenschaften | |
| Schmelzpunkt | 2135 °C |
| Ähnliche Minerale | Magnesioferrit, Hercynit, Magnetit |
| Magnetismus | unmagnetisch |
Der Spinell ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide. Er kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung MgAl2O4 und entwickelt überwiegend oktaedrische Kristalle, aber auch körnige bis massige Mineral-Aggregate von großer Farbenvielfalt aufgrund häufiger Beimischungen von Eisen, Chrom, Zink, Kobalt oder Mangan.
Die chemisch Bezeichnung für Spinell ist Magnesiumaluminat.
Spinell ist zudem Namensgeber für eine Gruppe Minerale mit ähnlicher Zusammensetzung und Kristallstruktur, der Spinellgruppe mit den Mitgliedern Gahnit, Hercynit, Galaxit und dem Spinell.
Inhaltsverzeichnis |
Die Namensherkunft ist nicht vollständig geklärt. Er könnte aus dem altgriechischen σπίν(ν)ος [spín(n)os] für „Funke“ bzw. „funkeln“ stammen und damit auf seinen Glanz hinweisen oder sich in Bezug auf die typischen dornartigen, scharfkantigen Kristalloktaeder aus dem lateinischen spinella für „Dörnchen“ bzw. „kleiner Dorn“ entwickelt haben.
In der alten (8. Auflage) und neuen Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) gehört der Spinell zur Abteilung der „Oxide und Hydroxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 3 : 4 (und vergleichbaren)“. Die 9. Auflage der Strunz'schen Systematik unterteilt hier allerdings inzwischen präziser nach der Größe der beteiligten Kationen und das Mineral ist entsprechend in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen“ zu finden.
Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Spinell ebenfalls in die Klasse der Oxide ein, dort allerdings in die Abteilung der „Mehrfachen Oxide (A+B2+)2X4, Spinellgruppe“ wo er zusammen mit Gahnit, Galaxit und Hercynit die Aluminium-Untergruppe bildet.
Reiner Spinell ist farblos. Die Stöchiometrie der chemischen Formel ist jedoch in weiten Grenzen variabel, das heißt Magnesium oder Aluminium können in verschiedenen Mengenanteilen vorliegen oder auch durch eigentlich formelfremde Kationen ersetzt sein. Besonders große Überschüsse von Aluminiumkationen können in ihm gelöst sein. Ein Magnesiumüberschuss ist nur bei extrem hohen Temperaturen (ab ca. 1500 °C) möglich.
Dadurch ergibt sich eine große Bandbreite an möglichen Farben, die von Violett über Rot bis Rosa, Gelb, sowie von Grün über Blau nach Braun bis Schwarz. Einige Farbvarietäten erhielten vor allem für den Schmuckstein-Handel eigene Bezeichnungen:
Als natürlich eingewachsener, gut ausgebildeter Kristall findet sich Spinell oft in magmatischen Gesteinen und Marmoren, meist als Oktaeder, seltener als Zwilling. Daneben kommt er in abgerollter, mehr oder weniger loser Form auch in Edelstein<s/>seifen vor. Begleitminerale sind unter anderem Andalusit, Chondrodit, Forsterit, Korund, Phlogopit, Sillimanit und Skapolith.
Bisher konnten Spinelle an rund 900 Fundorten (Stand: 2009) nachgewiesen werden[3]. Bekannt wurden dabei vor allem das sibirische Aldanhochland mit Kristallfunden der Varietät Pleonast von bis zu 15 cm Größe. Bei Amity und Sterling Hill (New Jersey) in den USA wurden bis 14 kg schwere bzw. 12 cm große Kristalle gefunden. Bekannt wurden auch Ratnapura in Sri Lanka und Mogok in Myanmar, sowie Kukh-i-Lal (Tadschikistan) im Pamirgebirge für ihre violetten und roten Kristallfunde von besonders hoher Schmucksteinqualität.
Weitere bekannte Fundorte sind unter anderem Afghanistan (Ishkashim und Sorobi); Córdoba in Argentinien; mehrere Region in Australien; Goiás, Bahia und Minas Gerais in Brasilien; Madagaskar; Nepal; Nigeria und Tansania.
Spinell kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe <math>Fd\bar{3}m</math> mit dem Gitterparameter a = 8,084 Å [4] sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle.
Lupenreine Spinelle sind begehrte aber seltene Schmucksteine. Rote Spinelle weisen dabei eine äußerliche Ähnlichkeit zu Rubinen auf. Ein lange für einen Rubin gehaltener Stein der Britischen Kronjuwelen (Black Prince´s Ruby) stellte sich beispielsweise als Spinell heraus. Spinelle werden heute für industrielle Zwecke (vornehmlich in der Feuerfestindustrie) auch synthetisch erzeugt.