Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Varietät (Linguistik)

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht allgemeinverständlich formuliert. Die Mängel sind unter Diskussion:Varietät (Linguistik) beschrieben. Wenn du diesen Baustein entfernst, begründe dies bitte auf der Artikeldiskussionsseite und ergänze den automatisch erstellten Projektseitenabschnitt Wikipedia:Unverständliche Artikel#Varietät (Linguistik) um {{Erledigt|1=~~~~}}.

Eine Varietät (auch: Lekt, Sprachvarietät) ist in der Linguistik eine Teilmenge einer Einzelsprache, die eine Einzelsprache ergänzt oder modifiziert, jedoch nicht unabhängig von dieser existieren kann. Von Varietät spricht man jedoch nur, wenn die Sprachform einer untersuchten Gruppe eindeutige sprachliche Gemeinsamkeiten aufweist.

Auch die Standardsprache beziehungsweise Hochsprache ist eine Varietät: jene, die sich durch den Gebrauch als Schriftsprache und hinsichtlich Grammatik und Aussprache als Sprachnorm definiert. Man unterscheidet standardisierte Varietäten (Standardsprachen einer Einzelsprache) und nicht standardisierte Varietäten (Dialekt, Mundart, Regionalsprache, Soziolekt, Umgangssprache).

Inhaltsverzeichnis

Modell nach Coseriu

Im Modell des Varietätenraumes (Eugenio Coseriu) manifestiert sich eine einzelsprachliche Norm in der

  • diatopischen (geografischer Bezug: Dialekte, Regiolekte)
  • diastratischen (in Bezug auf die Gesellschaftsschicht)
  • diaphasischen (in Bezug auf den kommunikativen Kontext, Intention, „Wie möchte der Sprecher beim GegenĂĽber erscheinen.“)
  • diasituativen (situationsabhängig)

FĂĽr diastratische Varietäten sind dabei Identität der Sprecher (beispielsweise Jugendsprache, Idiolekt, Frauensprache, Männersprache) und Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Gruppe (Soziolekt, s. a. Bernstein-Hypothese) ausschlaggebend. Diaphasische Varietäten sind durch funktionelle und situative Orientierung gekennzeichnet (z. B. Fachsprachen, Umgangssprache). Die spezifische Varietätenstruktur einer Einzelsprache bezeichnet Eugenio Coseriu als Architektur der Sprache.

Varietäten im deutschen Sprachraum

Im mitteleuropäischen deutschen Sprachraum wird das Standarddeutsch als plurizentrische Sprache neben den Dialektvarietäten gesprochen oder ist von diesen beeinflusst. Im oberdeutschen Sprachraum der Deutschschweiz spricht man (auch) ein Schweizer Hochdeutsch und verwendet so genannte Helvetismen; in der Republik Österreich wird manchmal auch ein so genanntes österreichisches Deutsch proklamiert, wenn bestimmte hochdeutsche Sprachwendungen gemeint sind, die (fast) ausschließlich hier verbreitet sind und so genannte Austriazismen verwendet. Die meisten sprachlichen Ausprägungen der hochdeutschen Standardsprache sind im größten und bevölkerungsreichsten Staat im deutschen Sprachraum anzutreffen, in der Bundesrepublik Deutschland. Hier vermischen sich Ausformungen des Hochdeutschen auch mit regionalen Sprachformen des Nieder-, Mittel- und Oberdeutschen. Ein einheitliches so genanntes Bundesdeutsches Hochdeutsch aller „Bundesdeutschen” (= Deutsche in der Bundesrepublik Deutschland) mit so genannten Teutonismen gibt es nicht. Auch in Liechtenstein, Luxemburg, in Ostbelgien und Südtirol sind eigene Sprachvarietäten der deutschen Standardhochsprache verbreitet.[1]

Siehe auch

Literatur

  •  Ulrich Ammon, Hans Bickel, Jakob Ebner u. a.: Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Ă–sterreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und SĂĽdtirol. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-11-016574-0.</span>
  •  Ulrich Ammon: Die deutsche Sprache in Deutschland, Ă–sterreich und der Schweiz. Das Problem der nationalen Varietäten. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 1995, ISBN 3-11-014753-X.</span>
  •  Alexandra N. Lenz, Klaus J. Mattheier (Hrsg.): Varietäten. Theorie und Empirie. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2005, ISBN 3-631-53867-7 (VarioLingua 23).</span>
  •  Alexandra N. Lenz: Emergence of Varieties through Restructuring and Reevaluation. In: Peter Auer, JĂĽrgen Erich Schmidt (Hrsg.): Language and Space. An International Handbook of Linguistic Variation. Volume 1: Theories and Methods, De Gruyter Mouton, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-11-018002-2, S. 295–315.</span>

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. Ammon 1995.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.