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Der Städtische Musikverein zu Düsseldorf e.V. – Konzertchor der Landeshauptstadt Düsseldorf – ist einer der ältesten und traditionsreichsten Laienchöre Deutschlands. Gegründet im Umfeld des 1. Niederrheinischen Musikfestes 1818, gestaltete der Verein in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich das Musiklebens Düsseldorfs, u.a. unter den Musikdirektoren Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte der Chor sein Betätigungsfeld. Neben seiner regelmäßigen Tätigkeit in den Symphoniekonzerten der Düsseldorfer Symphoniker unternahm und unternimmt er Konzertreisen im In- und Ausland und wirkte bei vielen Schallplatten, CD- und Fernsehproduktionen mit.
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Anfang des Jahres 1818 konstituierte sich zur Vorbereitung und Durchführung des ersten Niederrheinischen Musikfestes der „Verein für Tonkunst“, dessen erster öffentlicher Auftritt am 10. Mai 1818 mit einer Aufführung von Haydns „Jahreszeiten“ unter der Leitung des Städtischen Musikdirektors Friedrich August Burgmüller stattfand. Aus dieser Gruppierung entstand am 16. Oktober des gleichen Jahres der Musikverein.
Schon bald erwies sich der Musikverein als Träger des öffentlichen Musiklebens in Düsseldorf, da er nicht nur selber Konzerte bestritt, sondern auch Orchesterkonzerte veranstaltete. Unter Julius Tausch wurde schließlich das Orchester des Städtischen Musikvereins durch die Übernahme der Orchestermusiker in feste vertragliche Strukturen durch die Stadt Düsseldorf mit Wirkung vom 20. August 1864 zum „Städtischen Orchester“ umbenannt, woraus dann später unter Szenkar die „Düsseldorfer Symphoniker“ wurde.
In der Frühzeit waren die Berufungen von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann auf den Posten des Städtischen Musikdirektors weitblickende und aus heutiger Sicht ehrgeizige Entscheidungen. Obwohl Mendelssohn nur zwei Jahre in Düsseldorf wirkte – vom 25. September 1833 bis zum 25. Juli 1835 – muss diese Zeit heute als entscheidend für die Entstehung eines geregelten Musiklebens in der damals noch recht kleinen Stadt gelten. Mendelssohn probte regelmäßig dienstags mit dem Chor und zeitgenössische Quellen berichten, dass der elegante junge Herr aus Berlin zu einem regen Andrang neuer Sängerinnen führte. Anders als nach ihm Schumann, empfand Mendelssohn seine Düsseldorfer Zeit durchaus als glücklich und kehrte auch später gerne zurück, z.B. zur Uraufführung seines Oratoriums Paulus anlässlich des Niederrheinischen Musikfestens 1836.[1]
Die Direktion Schumanns stand bekanntermaßen unter keinem so guten Stern, endete sie doch mit seinem Selbstmordversuch 1854 und der darauffolgenden Einweisung in die Nervenheilanstalt in Bonn-Endenich. Andererseits waren Schumanns Düsseldorfer Jahre (1850–1854) in künstlerischer Hinsicht außerordentlich ergiebig, was nicht zuletzt die Liste der dort entstandenen bzw. uraufgeführten Werke belegt.
Unter Schumanns Nachfolger, Musikdirektor Julius Tausch (1855–90), entfaltete sich das bürgerliche Musikleben in Düsseldorf zu voller Blüte. Seine Nachfolger Julius Buths, Karl Panzner, Georg Lennart Schneevoigt und Hans Weisbach führten das städtische Musikleben bis 1933 zu internationalem Renommee. Edward Elgars Oratorium „The Dream of Gerontius“ wurde von Julius Buths 1901 in Anwesenheit des Komponisten erstmals außerhalb Englands aufgeführt. Bereits 1912 erklang die Symphonie Nr. 8 von Gustav Mahler, und am 19. November 1925 standen zum ersten Mal die „Gurre-Lieder“ von Arnold Schönberg auf dem Programm.
Während der Herrschaft der Nationalsozialisten stand Hugo Balzer dem städtischen Musikleben vor. Für den Musikverein bedeuteten diese Jahre schwerwiegende Veränderungen. Nach Aufhebung der Vereinsfreiheit musste auch die Satzung des Chores geändert werden. An Stelle eines frei schaltenden Vorsitzenden trat gemäß den Statuten vom 15. Februar 1935 der jeweilige Kulturdezernent der Stadt Düsseldorf als Vorsitzender. Er bestimmten dann alle weiteren Mitglieder des Vorstandes.[2]
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste mit der Chorarbeit neu begonnen werden. Doch konnte bereits 1947 das erste Nachkriegs-Gastspiel des Chores verzeichnet werden, das die Sängerinnen und Sänger nach Neuss führte. Mit der Satzung vom 8. November 1949 besteht der Vorstand wieder aus neun, von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. (Diese Satzung wurde in der Folge mehrfach geändert, zuletzt im Oktober 2008). Aus dem Jahr 1949 datiert auch der Vertrag mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, der die Mitwirkung des Chores in den städt. Sinfoniekonzerten regelt.
Unter den Düsseldorfer Generalmusikdirektoren Heinrich Hollreiser, Eugen Szenkar, Jean Martinon, Rafael Frühbeck de Burgos, Henryk Czyz, Willem van Otterloo, Bernhard Klee, David Shallon, Salvador Mas Conde, John Fiore und Andrey Boreyko schuf sich der Musikverein seither auch auf internationaler Ebene große Anerkennung.
So gastierte der Chor bereits in den 1950er und 1960er Jahren mehrfach in Paris, außerdem in Madrid, Granada, Besancon und beim Flandern-Festival. Seit den 1980er Jahren gastierte der Chor daneben wiederholt in Amsterdam, Berlin, Hamburg, München, sowie in Wien, London, New York, Cincinnati, Jerusalem und anderen Städten Deutschlands und Europas.
Neben der klassischen und romantischen Chorliteratur wirkt der Chor auch in jüngerer Vergangenheit immer wieder bei Konzerten mit zeitgenössischer Musik mit. Das reicht von Aufführungen des „Requiem“ von Edison Denissow, des „Te Deum“ von Krzysztof Penderecki und „La Transfiguration de Notre-Seigneur Jésus-Christ“ von Olivier Messiaen bis hin zu Uraufführungen. In jüngster Zeit u.a. „Perche“ von Jürg Baur – als Auftragskomposition zum 150-jährigen Bestehen des Chores 1968, „Morgentraum“ von Edison Denissow – ebenfalls als Auftragswerk zum 175-jährigen Bestehen des Chores (1995), „Kreitens Passion“ von Rudij Martinus van Dijk (2003) und „Merlin-Prolog“ von Manfred Trojahn (2006).