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Sankt Lambertus ist eine von vier römisch-katholischen Kirchen im Düsseldorfer Stadtteil Altstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Sie ist wohl das älteste Bauwerk und ein Wahrzeichen der historischen Kernstadt. Die Geschichte eines Vorgängerbauwerks ist bis in das Jahr 1159 urkundlich belegt, die Ursprünge liegen aber noch vor diesem Jahr. An der Stelle der heutigen Kirche befand sich eine romanische Hofkapelle, die 1209 zur Pfarrkirche erhoben wurde. Im Jahr 1288 wurde hier ein Kollegiatstift errichtet. Herzog Wilhelm I. von Berg und seine Gemahlin Anna förderten das Stift großzügig im Zuge ihrer Bestrebungen, Düsseldorf zur Residenzstadt und zum Wallfahrtsorts ihres Herzogtums auszubauen. Am 1. März 1392 stifteten sie Pfründe für die Stellen des Probstes, Scholasters, Thesaurars und Kantors sowie zehn weitere Präbende.[1] Der Kirchenschatz wurde um bedeutende Reliquien vergrößert, darunter die Gebeine des Hl. Apollinaris, die sie aus Remagen hierher überführen ließen.[2] Im Jahr 1394 wurde die dreischiffige Hallenkirche in Formen der niederrheinischen Backsteingotik vollendet; der Bau des Chores erfolgte dabei auf den Fundamenten des romanischen Vorgängerbaus. Mit der Bestattung Herzog Wilhelm des Reichen († 5. Januar 1592) übernahm die Stiftskirche vom Altenberger Dom die Funktion der herzoglichen Grablege. In der Fürstengruft vor dem Altar des Hl. Petrus wurden weitere Mitglieder der herzoglichen Familie bestattet, so Anna von Bayern († 1415), Margarete von Berg († 1484), Jolante von Bar († 1421), Herzog Adolf I. († 1437), Elisabeth von Nassau († 1479) und Amalie von Jülich-Kleve-Berg († 1586).[3] Sturmschäden des Jahres 1606 und die Beschädigung der Kirche durch die Explosion eines nahe gelegenen Pulverturms am 10. August 1634 machten eine Erneuerung der Innenausstattung notwendig: Der Hochaltar, die vier Nebenaltäre, die Kanzel und die Beichtstühle wurden in den Jahren 1691–98 eingefügt und sind bis heute erhalten.
Nach einem Brand im Jahr 1815 wurde der Turmhelm durch Adolph von Vagedes erneuert. Da hierzu vermutlich zu frisches und damit feuchtes Holz benutzt wurde, verdrehte sich das Dach. Eine Sage besagt, dass der Teufel in einem Wutanfall den Kirchturm verdrehte, als er versuchte die Kirche herauszureißen. Als infolge der Schäden des Zweiten Weltkriegs das Dach wieder erneuert wurde, baute man es auf Wunsch der Bevölkerung wieder verdreht auf. Man spricht deshalb heute auch manchmal vom schiefen Turm von Düsseldorf. Das neue Westportal aus den 1950er Jahren ist ein Werk des Bildhauers Ewald Mataré.
Geweiht ist die Stiftskirche dem Hl. Lambertus, einem Märtyrer, der im Jahre 705 in Lüttich ermordet wurde. Im Volksaltar wird ein Schrein mit Reliquien des Hl. Apollinaris aufbewahrt, dieser wird seit dem Jahr 1394 als Stadtpatron Düsseldorfs verehrt. Im Kirchenschatz befindet sich ferner ein romanisches Kopfreliquiar, dessen Inhalt entweder dem Hl. Candidus oder dem Hl. Vitalis zugeschrieben wird.[4]
Das Grabmal Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg in der Mitte des Chorumganges der Hallenkirche stellt das bedeutendste Kunstwerk der Renaissance in Düsseldorf dar. Wilhelm war ein Anhänger des Humanismus in der Prägung des Erasmus von Rotterdam und einer der bedeutendsten Herrscher aus dem Adelsgeschlecht Mark.
Am 25. Mai 1614 verkündete der Landesherr, Pfalzgraf und Herzog Wolfgang Wilhelm, in der Lambertuskirche, damals noch die Kirche des Hofes von Jülich-Berg, feierlich seine Konversion zum Katholizismus.
Im Jahr 1974 wurde der Kirche durch Papst Paul VI. der Titel einer päpstlichen Basilica minor verliehen.
Die beiden Orgeln der Lambertuskirche wurden von der österreichischen Orgelbaufirma Rieger erbaut. Die große Turmorgel im französisch-romantischen Stil wurde 1999 fertig gestellt, die Chororgel im Jahr 2004.
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Die Chororgel befindet sich in einem barocken Prospektgehäuse und hat folgende Disposition:
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Im Turm hängt ein eindrucksvolles sieben-stimmiges Bronzegeläut, das 1987 durch die Gescheraner Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock gegossen wurde. Das Läutemotiv der 4 großen Glocken ist „Victimae paschali laudes“ („Christ ist erstanden“), die 3 kleinen Glocken bilden mit ihrem Durdreiklang die Klangkrone.[5]
Von den historischen Glocken sind nur noch zwei kleine Bronzeglocken vorhanden. Eine Glocke wurde 1462 durch Art de Wilde van Venlo gegossen. Schlagton ist c2. Sie wird nur noch solistisch geläutet. Die zweite hat den Schlagton g2, ihre Herkunft ist noch nicht ermittelt[5]
| Nr. | Name | Ø (mm) | Masse (kg) | Nominal | Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Lambertus | 1875 | 4400 | a0 | SUBIECTI ET DILIGENTES INVICEM IN TIMORE CHRISTI SACRAMENTUM HOC MAGNUM EST - AD MCMLXXXVII - ORA PRO CONIUGIBUS ET FAMILIIS ET ECCLESIA CHRISTI Unterwürfige und sich gegenseitig Liebende leben in der Furcht vor Christus, dieses Sakrament ist eben groß. – Im Jahr des Herrn 1987. – Bitte für die Eheleute und Familien und die Kirche Christi. |
| 2 | Apollinaris | 1665 | 2960 | h0 | ERITIS MIHI TESTES SANCTE APOLLINARIS - A. D. MCMLXXXVII - ORA PRO CIVITATE TUA Ihr werdet mir Zeugen sein, Hl. Apollinaris. – Im Jahr des Herrn 1987. – Bitte für deine Bürger. |
| 3 | Maria | 1385 | 1700 | d1 | MARIA IN DER NOT – BITTE FÜR UNS – MARIA IN DER NOT – 1 9 8 7 – DIE WIR UNSERE ZUFLUCHT ZU DIR NEHMEN |
| 4 | Margareta | 1220 | 1140 | e1 | STA MARGARETA ORA PRO NOBIS ANUNTIO PACEM - A D MCMLXXXVII Hl. Margareta, bitte für uns, ich kündige Frieden an. – Im Jahr des Herrn 1987. |
| 5 | Sebastian | 1022 | 690 | g1 | HEILIGER SEBASTIAN 1 9 8 7 SEI DEN SCHÜTZEN VORBILD UND SCHUTZPATRON |
| 6 | Joseph | 800 | 320 | h1 | DEI ADIUTORES ET AEDIFICATIO SUMUS ORA PRO NOBIS SANCTE JOSEPH MCMLXXXVII Die Helfer Gottes und die Bauenden sind wir. |
| 7 | Caritas | 675 | 200 | d2 | VIVIS ET DEFUNCTIS CARITAS CHRISTI URGET NOS - A. D. MCMLXXXVII – WERNER DREHSEN CARITASDIREKTOR 1947–1985 – PFARRER AN ST. LAMBERTUS 1966–1981 Den Lebenden und Toten, die Liebe Christi bedrängt uns. – Im Jahr des Herrn 1987. |
Blick auf den barocken Hochaltar und die Kanzel
Gnadenbild Maria vom Siege, 11. Jahrhundert
Gnadenbild Maria in der Not, vor 1334
Detail des Sakramentshauses, Ende 15. Jahrhundert
Radschläger-Türklopfer an einer Seitenpforte
51.22805555566.77138888889Koordinaten: 51° 13′ 41″ N, 6° 46′ 17″ O