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| St. Leonhard in Passeier | |||
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| (ital.: San Leonardo in Passiria) | |||
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| Bezirksgemeinschaft | Burggrafenamt | ||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | ||
| Region: | Trentino-Südtirol | ||
| Staat: | Italien | ||
| Einwohner (VZ 2001/31.12.2010): | 3.437/3.542 | ||
| Sprachgruppen laut Volkszählung 2001: |
98,30 % deutsch 1,61 % italienisch 0,09 % ladinisch | ||
| Koordinaten | 46° 49′ N, 11° 15′ O46.816944444411.2502777778689Koordinaten: 46° 49′ N, 11° 15′ O | ||
| Meereshöhe: | 450 - 2.746 m s.l.m. (Zentrum: 689 m s.l.m.) | ||
| Fläche/Dauer- siedlungsraum: |
88,3/9,8 km² | ||
| Fraktionen: | St. Leonhard (S. Leonardo), Walten (Valtina), Schweinsteg, Prantach, Mörre, Gomion, Glaiten, Schlattach | ||
| Nachbargemeinden: | Moos in Passeier, Ratschings, Riffian, St. Martin in Passeier, Sarntal, Schenna | ||
| Partnerschaft mit: | Fuchsmühl | ||
| Postleitzahl: | 39015 | ||
| Vorwahl: | 0473 | ||
| ISTAT-Nummer: | 021080 | ||
| Steuernummer: | 82003310214 | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister (2010): | Oswald Lorenz Tschöll (SVP) | ||
St. Leonhard in Passeier (ital. San Leonardo in Passiria) ist eine Marktgemeinde und eine Ortschaft in Passeier mit 3542 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010). St. Leonhard liegt 693 m.ü.d.M. und grenzt an die Gemeinden Moos und St. Martin in Passeier.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung: Im schwarzen Wappenschild eine eingebogene goldene Spitze.
St. Leonhard liegt am Fuße des Jaufen an der Einmündung des Waltenbaches in die Passer. Dabei bildet die Passer, die westlich des Ortes fließt und an dieser Stelle einen Knick aus der strikten Süd-Nord-Richtung in eine Ost-West-Rechtung macht, eine Grenze zum Gebiet der Gemeinde St. Martin in Passeier. Westlich und südlich der Passer gelegene Höfe gehören zu St. Martin, obwohl sie geographisch nur einen Steinwurf entfernt vom Ortszentrum St. Leonhard liegen.
Im Sommer kann St. Leonhard über das Timmelsjoch (Staatsstraße 44 bis) von Österreich aus und über den Jaufenpass (Staatsstraße 44) von Sterzing aus erreicht werden. Weiter ist St. Leonhard von Meran aus durch das gesamte vordere Passeiertal aufwärts über die Staatsstraße 44 zu erreichen. Die Verbindung über Meran ist im Winter, wenn bei ungünstigen Wetterverhältnissen auch der Jaufenpass gesperrt werden muss, zeitweise die einzige mögliche Verbindung.
Neben dem Hauptort umfasst die Gemeinde St. Leonhard die Fraktionen Walten, Schweinsteg, Prantach, Mörre, Gomion, Glaiten und Schlattach.
St. Leonhard entstand aus einer Pfarrei, die Bischof Gebhard von Trient 1116 weihte und die Kaiser Friedrich II. 1219 dem Deutschen Orden schenkte. Sie reichte ursprünglich vom Timmelsjoch bis zum heutigen Schenna. Die Deutschordensritter bauten an der Kirche ein Pilgerhospiz; die Dorfgemeinde entwickelte sich um diese Keimzelle.
Der Schutzpatron Leonhard von Limoges ist der Patron der Bauern und Knechte, Tagelöhner und Fuhrleute, Schmiede, Schlosser und Händler - Berufsstände, die diese Gegend bis ins 19. Jahrhundert dominierten. Gamssteige wurden zu Schmugglerwegen im Handel zwischen Österreich und Italien. Auch der berühmteste Sohn des Ortes, der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer vom Sandwirt, war Viehhändler; hier wurden die Pferde gewechselt beim Transport von Handelswaren aller Art über die Grenzen.
Seit dem 20. Jahrhundert zog der Tourismus als neuer Wirtschaftszweig in St. Leonhard ein. Durch die zentrale Lage in Passeier hat sich der Ort nicht nur zum verwaltungstechnischen Hauptort des Tales, sondern auch zum Zentrum des Fremdenverkehrs entwickelt. Um den historischen Ortskern sind zahlreiche Hotels mittlerer Größe und Familienpensionen entstanden, die sich in die noch dörfliche Atmosphäre der Altstadt harmonisch integrieren. Hinzu kommen Durchgangs-Rucksacktouristen, die den Ort beispielsweise auf dem Europäischen Fernwanderweg E5 durchqueren oder ihn als Einstiegsbasis zum Meraner Höhenweg nutzen. Durch den Bau einer Umgehungsstraße für den Durchgangsverkehr zum Jaufenpass und zum Timmelsjoch ist die infrastrukturelle Situation und Lebensqualität des Ortskerns in St. Leonhard im 21. Jahrhundert verbessert.
Außerhalb des Ortskernes von St. Leonhard an der SS 44 in Richtung St. Martin befindet sich das Gasthaus „Sandwirt“, das Geburtshaus von Andreas Hofer. Dazu gehören auch die beiden so genannten Kapellen am Sand,
Im Jahre 2002 wurde in den Stallungen des Sandhofes der Gedenkraum zu Ehren Andreas Hofers zu einem modernen Museum ausgebaut. Im Zuge der Um- und Ausbauarbeiten wurde zum einen das Heimatmuseum integriert, welches bis dahin in St. Martin in Passeier zu finden war, und zum anderen zusätzlich ein großer Freilichtbereich angelegt. Dieser zeigt einen typischen Passeirer Haufenhof. Die Gebäude, die sich dort befinden, sind zwischen dem 15. Jahrhundert und 1920 entstandene Originalbauten, die teilweise an ihrem ursprünglichen Standort bis vor einer Generation bewohnt waren. Das Museum tritt seit dieser Zeit unter den Namen MuseumPasseier auf.
Im Jahre 2008 wurde der Andreas-Hofer-Bereich des Museums abermals umgebaut. Dadurch wurde für das Gedenkjahr "200 Jahre Tiroler Freiheitskampf" Platz für alle neuen Erkenntnisse um die Person des Sandwirtes geschaffen.
Im Turm der mittelalterlichen Jaufenburg oberhalb des Ortes ist eine Außenstelle des MuseumPasseier eingerichtet. Die unterhalb der Burg liegende spätgotische Kapelle (1531) enthält Fresken aus der Entstehungszeit und ein Ölbild mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts von Benedikt Auer (1816), einem Vertreter der Passeirer Malerschule. Die Kapelle beherbergte früher auch eine spätgotische Kreuzigungsgruppe von Hans Leininger (1525) sowie weitere Skulpturen, die ins Diözesanmuseum in Brixen verbracht wurden.
Die Kapelle St. Hippolyt spätromanischen Ursprungs (Ersterwähnung 1380) liegt in der Fraktion Glaiten auf etwa 1000 Meter Seehöhe. Sie ist vom Ortskern aus sichtbar. Erreichbar ist die Kapelle nur zu Fuß. Allerdings kann bis auf einen Kilometer über die Jaufenpassstraße herangefahren werden. Von St. Hippolyt aus kann man das ganze Passeiertal bis nach Meran überblicken.
Die Kapelle enthält Fresken mit Szenen aus dem Leben des Heiligen aus der Entstehungszeit, die ikonographisch Seltenheitswert besitzen, weil sie sich nicht auf den Bischof Hippolyt, sondern den legendären römischen Kerkermeister gleichen Namens beziehen. Weitere Freskenfragmente stellen das Jüngste Gericht und eine Marienkrönung dar.
Ein Ölbild, datiert 1616 oder 1646, wird Christoph Dax aus Innsbruck zugeschrieben; sein Thema ist die Marter des Hl. Hippolyt, von einem Pferd zu Tode geschleift.
In der Fraktion Gomion steht einer der 11 in Passeier erhaltenen Schildhöfe. Hierunter versteht man Residenzen von in den niederen Adelsstand promovierten Bauern, die sich im Mittelalter durch Dienste mit der Waffe Privilegien verdient haben.
Gegenüber dem Schildhof befindet sich die einschiffige Kirche Maria Lourdes (1891) mit holzgeschnitzter Madonna aus St. Ulrich in Gröden.
In der Fraktion Mörre liegt die 1848 erbaute Kapelle exponiert in ca. 700 m Höhe über dem Passeiertal. Sie enthält barocke Skulpturen und ein Votivbild der Passeirer Malerschule.
St. Leonhard ist - wie erwähnt - der Geburtsort Andreas Hofers. Des Weiteren wurde der Nordpolfahrer Johann Haller am 30. Juni 1844 in St. Leonhard in Passeier geboren, ebenso wie der Gämsenjäger Josef Pichler (genannt Pseirer Josele), dem im Jahr 1804 im Auftrag des Erzherzogs Johann von Österreich die Erstbesteigung des Ortlers gelang.
St. Leonhard besitzt eine Tennishalle und ein Freibad, zwei Reitställe und einen Fahrradverleih.
Der anspruchsvolle 18-Loch Golfplatz befindet sich in der Fraktion Prantach. Die einfachste Zufahrt führt über die Gemeinde St. Martin in Passeier. Da der Platz aber östlich der Passer liegt befindet sich die Anlage auf dem Gemeindegebiet von St. Leonhard.
Faschistische Amtsbürgermeister (podestà) und kommissarische Bürgermeister:
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