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St. Martin in Thurn

St. Martin in Thurn
(lad.: San Martin de Tor, ital.: San Martino in Badia)
Wappen von St. Martin in Thurn
St. Martin in Thurn (Südtirol)
St. Martin in Thurn
St. Martin in Thurn
Lage von St. Martin in Thurn in Südtirol
Bezirksgemeinschaft Pustertal
Provinz: Bozen (Südtirol)
Region: Trentino-Südtirol
Staat: Italien
Einwohner (VZ 2001/31.12.2010): 1.690/1.726
Sprachgruppen
laut Volkszählung 2001:
1,68 % deutsch
1,06 % italienisch
97,27 % ladinisch
Koordinaten 46° 41′ N, 11° 54′ O46.682186111111.89720555561135Koordinaten: 46° 41′ N, 11° 54′ O
Meereshöhe: 1.035 - 2.909 m s.l.m. (Zentrum: 1.135 m s.l.m.)
Fläche/Dauer-
siedlungsraum:
76,3/7,2 km²
Fraktionen: Campill, St. Martin in Thurn, Untermoi
Nachbargemeinden: Abtei, Brixen, Corvara, Wengen, Lüsen, Enneberg, St. Christina in Gröden, Wolkenstein in Gröden, Villnöß
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021082
Steuernummer: 81005890215
Politik
Bürgermeister (2010): Heinrich Videsott

Sankt Martin in Thurn (ladinisch San Martin de Tor, italienisch San Martino in Badia) gehört neben Corvara (dt. auch Kurfar), Abtei (lad. Badia), Wengen (La Val) und Enneberg (Maréo) zu den fünf ladinischen Gemeinden des Gadertales und hat 1726 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010). Oberhalb des Ortes befindet sich das "Museum Ladin Ćiastel de Tor" in der Burganlage Schloss Thurn. Im Ort selbst ist das ladinische Kulturinstitut Micurà de Rü ansässig.

Ortskern

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In dem Ladinischen Landesmuseum Schloß Thurn wird die Geschichte der ladinischen Kultur dargestellt, wonach der Ursprung des Ortes Sankt Martin gemäß Vermutungen von Lois Craffonara bis auf die Römerzeit zurückgeführt werden kann.

Die Römer hatten für ländliche Siedlungen einen standardisierten Wegeplan nach der Art von drei mal drei, also insgesamt neun Quadraten. Da das Maß des großen aus neun kleineren Quadraten durch archäologische Funde von anderen Orten her bekannt ist, kann man prüfen, ob etwa Sankt Martin in Thurn einst nach einem solchen Plan erbaut wurde. Angeblich sind aus der Vogelperspektive gesehen die einzelnen Wege sowie einige markante Punkte von Sankt Martin einem solchen Quadratmuster zuordnen. Erschwert wird dies allerdings dadurch, dass im Mittelalter durch einen Erdrutsch ein Teil dieses mutmaßlichen Quadratmusters zerstört wurde. Die Bezeichnung "Quadra" für diese Fluraufteilung soll zunächst als Name für die Ansiedlung und schließlich für das ganze Gadertal gebraucht worden sein; demnach komme der heutige Name "Gader", früher "Kaidra", von einer nach römischem Muster hier angelegten Siedlung, so zumindest diese Theorie.

Im Jahre 1930 wurde Campill (lad. Lungiarü) zusammen mit Wengen an St. Martin in Thurn angeschlossen und Welschellen (Rina) an Enneberg. Während Wengen ab dem Jahre 1965 eine eigene Gemeinde bildete, verblieb Campill bei St. Martin in Thurn.

Bad Valdander

Fährt man von St. Martin am Schloss vorbei Richtung Untermoi, kommt man an einer Abzweigung nach links zum Heilbad Bad Valdander vorbei. Das „Bauernbadl“ liegt auf einer Höhe von 1.443 m ü. NN. Der Name wird auf Val d’Ander oder Höhlental (lateinisch antrum = Höhle) zurückgeführt. Das Wasser ist wohl schon vor Jahrhunderten in Felsengrotten als Heilwasser genutzt worden. Das jetzige Bad wurde 1820 mit Kapelle angelegt. Das Wasser kommt aus Bellerophonschichten, aus tuffsteinartigem Felsen. Es soll gegen Rheuma, Gicht, Bleichsucht, Blutflüsse, Blutarmut, Verschleimung der Atemwege, Muskel- und Nervenerkrankungen, chronische Hautausschläge und Geschwüre wirken.

Ladinisches Gehöft "Seres" in Campill

Inzwischen gibt es ein Badegebäude aus den 1970er Jahren. Das alte Badegebäudes ist renoviert.

Teilorte

ladinisch deutsch Höhe (NN) Einwohner*
San Martin de Tor St. Martin in Thurn
1.127
<center>806
Antermëia Untermoi <center>1.515 <center>322
Lungiarü Campill <center>1.398 <center>592

* 31. Dezember 2005

Sehenswertes

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: St. Martin in Thurn – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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