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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Salzlandkreis | |
| Höhe: | 73 m ü. NN | |
| Fläche: | 146,53 km² | |
| Einwohner: |
28.605 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 195 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 39240, 39418, 39439, 39443, 39446 | |
| Vorwahlen: | 03925, 039265 (Löderburg), 039266 (Förderstedt teilw., Glöthe) | |
| Kfz-Kennzeichen: | SLK | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 89 310 | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 4 Ortschaften | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Hohenerxlebener Straße 12 39418 Staßfurt | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | René Zok (parteilos) | |
| Lage der Stadt Staßfurt im Salzlandkreis | ||
Staßfurt ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt mit rund 29.000 Einwohnern.
Inhaltsverzeichnis |
Staßfurt liegt am Südrand der Magdeburger Börde, südlich der Landeshauptstadt Magdeburg. Die Stadt wird von dem Fluss Bode durchquert.
Staßfurts Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Tarthun, Unseburg, Borne, Bördeland, Calbe (Saale), Neugattersleben, Ilberstedt, Güsten, Amesdorf, Giersleben und Hecklingen.
Staßfurt gliedert sich in folgende Ortsteile (mit Postleitzahlen):
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Im Jahre 806 erfolgte die erstmalige (gesicherte) urkundliche Erwähnung von Staßfurt (im frühen Mittelalter hieß das Dorf Alt-Staßfurt nur Staßfurt) im Zusammenhang mit einer Einladung durch Kaiser Karl den Großen an den Abt Fulrad von St. Quentin zur Abhaltung einer Heeresversammlung in Starasfurt an der Bode. Die Deutung des Namens geht mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Zusammensetzung aus dem altslawischen Wort für alt (staraja) mit dem althochdeutschen Wort Furt (Überfahrtsstelle) aus. Die Bedeutung Staßfurts im Mittelalter war durch seine Lage an dieser Furt durch die Bode bedingt. Hier führte die alte Handels- und Salzstraße von Lüneburg kommend nach Halle/Saale entlang. Das Dorf Alt-Staßfurt nördlich der Bode unterstand weltlich und geistlich dem Erzstift Magdeburg. Im 11. Jahrhundert wurde die Burg (Wehranlage) südlich der Bode errichtet. Bereits 1180 wurde dem Staßfurter Siedlungsbereich südlich der Bode innerhalb der Wehrmauern das Stadtrecht verliehen. Die Stadt Staßfurt stand bis 1277 weltlich im Besitz anhaltischer Grafen. Die Nachkommen Albrecht des Bären und Herzöge von Sachsen, Johann I. und Albrecht II., hatten bei der Feier ihres Ritterschlages einen so bedeutenden Aufwand betrieben, dass sie zur Begleichung der Schulden auch die in ihrem Besitz befindliche Stadt Staßfurt am 8. Juli 1276 an den Erzbischof Konrad II. von Magdeburg verpfänden mussten. Da die Herzöge in Jahresfrist die hohe Schuldsumme von 6000 Silbermark nicht bezahlen konnten, fiel Staßfurt ab 1277 an das Erzstift Magdeburg. Seit 1680 war Staßfurt als sogenannte Immediatstadt direkt dem brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg unterstellt und lag bis 1807 im Holzkreis. Ab 1815 gehörten Alt-Staßfurt und die Stadt Staßfurt im Regierungsbezirk Magdeburg zur Provinz Sachsen und blieb damit bis zur Auflösung des preußischen Staates 1947 auf preußischem Hoheitsgebiet.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde am 13. September 1944 zwischen Löderburg-Lust und Atzendorf das Außenlager des KZ Buchenwald Staßfurt I/Neustaßfurt (Deckname „Reh“) errichtet, in dem 459 Häftlinge, überwiegend aus Frankreich, an der unterirdischen Verlagerung der Ernst Heinkel AG zusammen mit polnischen KZ-Häftlingen unter mörderischen Bedingungen arbeiten mussten, wobei zwischen 300 und 380 ihr Leben verloren. Ein weiteres Außenlager bestand ab dem 28. Dezember 1944 in Leopoldshall. Beide Lager wurden am 11. April 1945 mit einem Todesmarsch evakuiert. Die am 6. August über Hiroshima zur Explosion gebrachte Atombombe Little Boy enthielt 64 Kilogramm Uran. Zumindest ein Teil des Urans stammte aus den etwa 1100 Tonnen Uranerz und Uranoxid, das US-Amerikaner in der zweiten Aprilhälfte 1945 in Staßfurt sichergestellt hatten.
Von 1952 bis 1994 war Staßfurt Kreisstadt des Kreises Staßfurt im DDR-Bezirk und später Regierungsbezirk Magdeburg. Mit der Kreisgebietsreform 1994 wurde durch die Zusammenlegung der Kreise Aschersleben und Staßfurt der neue Landkreis Aschersleben-Staßfurt mit der neuen Kreisstadt Aschersleben gebildet. Im Zuge der Kreisgebietsreform 2007 wechselte Staßfurt in den neu gebildeten Salzlandkreis.
Die SWAPO schickte während der Unabhängigkeitskämpfe in Südwestafrika in den 1980er Jahren Kinder zur Erziehung und Ausbildung in die DDR. So befanden sich Anfang 1990 auf der Schule der Freundschaft in Staßfurt 291 solcher Kinder. Sie wurden im August 1990 – zusammen mit 134 Kleinkindern aus Bellin – in das inzwischen unabhängige und von der SWAPO regierte Namibia zurückgebracht.[2]
Zu DDR-Zeiten entstanden die beiden Plattenbau-Siedlungen „Leninring“ (heute „Nord“) und „Am Tierpark“, während die Bausubstanz der Innenstadt - sofern sie nicht durch Bergschäden abgerissen werden musste - zunehmend verfiel. Erst die seit 1991 durchgeführte Stadtsanierung führte zu einer Trendwende.
(ab 1955 jeweils zum 31. Dezember)
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Im Jahr 1946 wurde die benachbarte anhaltische Stadt Leopoldshall, die 1873 auf dem Gebiet der Gemeinde Neundorf (Anhalt) entstanden war, nach Staßfurt zwangseingemeindet. Der 1873 auf anhaltischem Gebiet unmittelbar neben Staßfurt gegründete Ort erhielt am 29. Januar 1919 das Stadtrecht.
Im Jahr 2003 wurden die Orte Löderburg (mit den Ortsteilen Rothenförde, Lust und Athensleben als Ortschaft) und Hohenerxleben eingegliedert.[6] Anfang 2004 folgte Rathmannsdorf.[7] Am 1. Januar 2009 kamen die Gemeinden Neundorf (Anhalt) und Förderstedt hinzu.[8]
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Athensleben | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Löderburg |
| Atzendorf | 10. März 2004 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Brumby | 18. Mai 2006 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Förderstedt | 1. Januar 2009 | |
| Glöthe | 18. Mai 2006 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Hohenerxleben | 1. März 2003 | |
| Leopoldshall | 1873 1. April 1946 |
Ausgliederung aus Neundorf (Anhalt), Eingemeindung nach Staßfurt |
| Löbnitz (Bode) | 29. Januar 2004 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Löderburg | 1. März 2003 | |
| Neundorf (Anhalt) | 1. Januar 2009 | |
| Rathmannsdorf | 1. Januar 2004 | |
| Üllnitz | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Glöthe |
Der Stadtrat hat 40 Sitze und setzt sich seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:
Blasonierung: „Im von Rot und Silber geteiltem Schild der heilige Johannes der Täufer im goldenen Gewand, mit der Rechten auf das auf dem linken Arm getragene mit der Kreuzesfahne versehene Gotteslamm weisend.“
Die Stadtfarben sind Rot und Weiß, die Farben des Erzbistums Magdeburg. Diese Grundfarben wurden auch beibehalten, als am 21. Juni 1960 während der Zeit der DDR ein neues Wappen eingeführt wurde. Dieses war „geviert von 1:4 Rot und 2:3 Silber, darin ein kombiniertes blaues Rad, oberhalb der Teilung als Seilscheibe mit schräg abwärts zum Schildrand laufenden Förderseil, unterhalb als Zahnrad ausgebildet, belegt mit einer aufrechtstehenden goldenen Ähre, diese wiederum mit einer silbernen Retorte“. Damit sollten die wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt symbolisiert werden.[9] Mit dem Ende der DDR beschloss der Stadtrat am 1. Juni 1990 die Rückkehr zum alten Wappen. Dieses wurde jedoch vom Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt 1994 nicht bestätigt, da darin ein Verstoß gegen Grundsätze der Heraldik gesehen wurde. Daraufhin wurde auf die Türme (Zinnen) verzichtet und die Farbe des Gewandes wurde von rot auf goldfarben verändert. Dieses neue Wappen wurde am 19. März 1995 vom Stadtrat beschlossen und anschließend vom Innenministerium bestätigt.[10]
Das Salzlandtheater ist ein Gastspielhaus mit einem Saal für bis zu 310 Personen, beherbergt eine Galerie und den kleineren „Tilly-Saal“ (eigentlich im „Von-Werdenslebenschen-Haus“).
Das bekannteste Laien-Schauspiel-Ensemble aus Staßfurt ist das „Schülertheater des Dr.-Frank-Gymnasiums“.
In Staßfurt existieren zahlreiche musikalische Formationen. Einige seien hier genannt:
Orchester
Chöre
In einem der ältesten Häuser der Stadt aus dem 17. Jahrhundert befindet sich das Stadt- und Bergbaumuseum der Stadt Staßfurt.
Im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Fernsehgerätewerkes (RFT) befindet sich das Rundfunkmuseum des Vereins der Staßfurter Rundfunk- und Fernsehtechnik e.V.
Das Fahrzeugmuseum Staßfurt in Glöthe erzählt die Fahrzeuggeschichte des Ostens.
Als erwähnenswerte und bedeutende Bauwerke innerhalb Staßfurts gelten vor allem:
Grünanlagen innerhalb der Stadt sind der Kaligarten, der Stadtpark und der Volkspark Leopoldshall.
Bemerkenswert ist auch der Tiergarten Staßfurt.
Entlang der Bode verläuft quer durch das Stadtgebiet das Landschaftsschutzgebiet „Bodeniederung“ mit dem westlich Staßfurts liegenden Waldgebiet „Die Horst“
Staßfurt besitzt eine Anschlussstelle an der A 14 Magdeburg–Halle–Dresden. Die in Bau befindliche autobahnähnliche Schnellstraße B 6n (auch „Nordharzautobahn“ genannt) verläuft etwa acht Kilometer südlich der Stadt. Mehrere Landesstraßen sorgen für regionale Verknüpfung.
Der Stadt verfügt über einen Bahnhof an der von RE und RB befahrenen Bahnstrecke Schönebeck–Güsten. Auch im Schienengüterverkehr wird Staßfurt nach wie vor regelmäßig bedient (unter anderem Sodawerk, Mülltransporte zur EVZA). Die Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg wird durch einen privaten Betreiber im Schienengüterverkehr betrieben. Am Bahnhof befindet sich auch der zentrale Busbahnhof.
Staßfurt erlebte nach dem Niederbringen der ersten Kalischächte der Welt einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Bergbau selbst und die sich hier ansiedelnde chemische Industrie. Die Kehrseite des Booms sind bis heute nachwirkende Bergschäden im Stadtgebiet, die zum Abriss weiter Teile der Innenstadt führten. Durch Erdfall entstand im Südosten der Stadt ein See, der unter dem Namen Strandsolbad als Bad dient. Die Stadt unternimmt seit der Wende u. a. im Rahmen der Stadtsanierung mit viel Engagement Anstrengungen, um die Folgeerscheinungen zu mildern (Entstehung eines Sees in der Stadtmitte mit Aufwertung des Umfelds als Beitrag zur IBA Stadtumbau 2010). Daneben werden Flächen von den – teils zwischenzeitlich rekultivierten – Halden mit Resten von Bergbau und chemischer Produktion belegt.
Staßfurt war Standort des größten Fernsehgerätewerkes der DDR (Kombinat VEB RFT), das aus der 1932 gegründeten Staßfurter Rundfunk GmbH (Gerätemarke: Imperial) hervorging. Im Zentrum des ehemaligen Werksgeländes (heute TLG-Gewerbepark, s.unten) produziert heute die TechniSat Teledigital GmbH Fernsehgeräte und Satellitenreceiver.
Von den wirtschaftlichen Umbrüchen nach 1989 wurde auch Staßfurt nicht verschont; die Arbeitslosigkeit ist seit Jahren auch gegenüber dem Landeswert überdurchschnittlich hoch – obwohl es seit Anfang der 1990er Jahre wieder einen deutlichen Zugewinn an Arbeitsplätzen gibt. Nach wie vor ist das produzierende Gewerbe – mit der Sodawerk Staßfurt GmbH & Co. KG als größtem Arbeitgeber – Basis der Staßfurter Wirtschaft.
Seit der Wende 1989/90 wurden durch die Stadt die 19 bestehenden und neu ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegebiete zum Großteil völlig neu erschlossen und durch die neu ausgebaute Straßenverbindung „Gewerbering“ miteinander verbunden. Der Gewerbering ist durch gut ausgebaute Zubringer an die A 14 Magdeburg–Halle und B6n Goslar–Wernigerode–Bernburg angeschlossen. Das jüngste Vorhaben der wirtschaftsnahen Infrastruktur konnte 2006 abgeschlossen werden: die Revitalisierung des ehemaligen Fernsehgerätewerk-Geländes – jetzt TLG-Gewerbepark Staßfurt. Geplant ist die Revitalisierung des Industriegebietes Neu-Staßfurt.
Staßfurt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Staßfurt und einer Vielzahl weiterer Behörden:
In Staßfurt befindet sich ein Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Es ist der einzige im ehemaligen Landkreis Aschersleben-Staßfurt. Er umfasst ca. 80 ehrenamtliche Kameraden und ist auf Bergung/Räumen und Beleuchtung von Schadenslagen spezialisiert. Außerdem besitzt er im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr die Schnell-Eingreif-Gruppe Öl. Die Unterkunft des Ortsverbandes befindet sich in der Maybachstraße.
In Staßfurt sind alle Schularten vorhanden:
Den Grundschulen zugeordnet sind Schulhorte für die Altersgruppe 6 bis 10 Jahre.
In Staßfurt besteht ein großes Angebot an Kindertageseinrichtungen (Kinderkrippen und Kindergärten) für die Altersgruppe von 0 bis 6 Jahre in kommunaler, kirchlicher und freigemeinnütziger Trägerschaft. Jedem Kind kann ein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt werden.
Alsleben (Saale) | Aschersleben | Barby | Bernburg (Saale) | Bördeaue | Börde-Hakel | Bördeland | Borne | Calbe (Saale) | Egeln | Giersleben | Güsten | Hecklingen | Ilberstedt | Könnern | Nienburg (Saale) | Plötzkau | Schönebeck (Elbe) | Seeland | Staßfurt | Wolmirsleben