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| Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) | |
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| GrĂĽndung | 1661 |
| Bestand | 23.113.112[1] |
| Bibliothekstyp | wissenschaftliche Universalbibliothek |
| Ort | Berlin |
| ISIL | DE-1 (SBB, Haus Unter den Linden) DE-1a (SBB, Haus Potsdamer Platz) DE-1w (SBB, Zeitungsabteilung im Westhafenspeicher) |
| Website | http://staatsbibliothek-berlin.de/ |
Die Staatsbibliothek zu Berlin (früher auch Preußische Staatsbibliothek oder Königliche Bibliothek) ist eine Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, einer durch Bundesgesetz errichteten rechtsfähigen Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Die Bibliothek sammelt für den Spitzenbedarf der Forschung wissenschaftlich relevante Literatur aus allen Zeiten, allen Ländern und in allen Sprachen.
Die Staatsbibliothek zu Berlin ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschen Sprachraum. Zu den bedeutendsten Unterstützern der Bibliothek gehört die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit Sitz in Bonn.
Inhaltsverzeichnis
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Seit ihrer GrĂĽndung war die Bibliothek bis 1780 im ApothekerflĂĽgel des Berliner Stadtschlosses untergebracht.
Das 1780 fertiggestellte Gebäude befindet sich auf der Westseite des Bebelplatzes, früher Opernplatz. Errichtet wurde das Gebäude für die Königliche Bibliothek, die damals über rund 150.000 Bände verfügte. Aufgrund ihrer geschwungenen Form wird die Alte Bibliothek seit nahezu zweihundert Jahren von den Berlinern liebevoll „Kommode“ genannt. Das an der Straße Unter den Linden gelegene Gebäude wurde nach den Plänen von Georg Christian Unger gebaut. Diesen Plänen lag ein Entwurf des österreichischen Architekten Joseph Emanuel Fischer von Erlach zugrunde, weshalb die Alte Bibliothek stark an den Michaelertrakt der Wiener Hofburg (1889) erinnert.
Heute beherbergt das Gebäude die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Königliche Bibliothek zog in den Jahren 1913/1914 in das schräg gegenüber gelegene, für die Bibliothek und ihre Bestände seinerzeit neu errichtete Gebäude Unter den Linden 8, bis heute einer der beiden großen Standorte der Staatsbibliothek zu Berlin.[7]
1914 zog die damals noch Königliche Bibliothek (ab 1918 Preußische Staatsbibliothek) in das Gebäude Unter den Linden ein. Das mit 170 Metern Länge und 107 Metern Breite größte historische Gebäude in Berlin-Mitte wurde von 1903 bis 1914 für die Königliche Bibliothek nach den Entwürfen des Architekten Ernst von Ihne errichtet. Durch Kriegseinwirkungen verlor das Gebäude 1944 sein funktionales und architektonisches Zentrum, den Kuppellesesaal.
Seit dem Jahr 2000 wird das Gebäude saniert und mit Neubauten ergänzt – zentraler Lesesaal, Freihandmagazin, Tresormagazine, Rara-Lesesaal und Öffentlichkeitsbereiche. Dieser Standort der Bibliothek entwickelt sich derzeit zur historischen Forschungsbibliothek.[8]
Seit 1978: Haus Potsdamer Straße 33. Das mächtige „Bücherschiff“ gehört zum Kulturforum Berlin, es wurde von 1967 bis 1978 nach Plänen des Architekten Hans Scharoun errichtet. Nach Scharouns Tod im Jahr 1972 wurde das Gebäude von seinem Schüler Edgar Wisniewski vollendet. Die Raumkomposition des Gebäudes steht mit seiner beeindruckenden Leselandschaft für Offenheit und Gemeinschaft. Dieser Standort entwickelt sich in den nächsten Jahren zur Bibliothek der Moderne.[9]
Im Jahr 2011 wird ein weiterer Magazinstandort in Betrieb genommen, dort allerdings ohne Benutzungsbetrieb. Das neue Speichermagazin entsteht derzeit im Ortsteil Friedrichshagen nach Plänen des Münchner Architekten Eberhard Wimmer.[10]
Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt Dokumente aus allen Wissenschaftsdisziplinen, Sprachen, Zeiten und Ländern mit einem Schwerpunkt bei den Geistes- und Sozialwissenschaften. Neben dem umfangreichen Hauptbestand werden zahlreiche Sondersammlungen in spezialisierten Abteilungen gepflegt und betreut.[11][12]
Die Bestände werden überwiegend in Magazinen aufbewahrt. Sie können im elektronischen Katalog recherchiert und bestellt werden. Die Benutzung und Ausleihe von Beständen der Staatsbibliothek steht jeder Person ab 18 Jahren frei.[13][14]
Zum Bestand der Bibliothek gehören 320.000 Autografen unter anderem von Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich von Kleist, 200.000 seltene Drucke unter anderem Blockdrucke der frühen Ming-Zeit und ältestes Druckwerk der Welt aus Japan 764 und 770, 41.600 orientalische und 18.000 abendländische Handschriften unter anderem aus Mittelalter und früher Neuzeit, 1.400 Nachlässe, unter anderem von Johann Gottfried Herder, Joseph von Eichendorff, Gerhart Hauptmann, Karl Bonhoeffer und Gustaf Gründgens; Sammlung Deutscher Drucke von 1871 bis 1912, 66.000 Musikautografen, 4.400 Frühdrucke, Einbandsammlung, Mendelssohn-Archiv und rund eine Million Karten und Pläne.
Große Schätze der Weltkultur und des nationalen Kulturerbes werden von den Wissenschaftlern und Bibliothekaren verwahrt – darunter die größte Mozart-Sammlung der Welt, 80 Prozent aller Autographen Johann Sebastian Bachs, die 5. und 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens, Boccaccios Decamerone, der Text des Liedes der Deutschen in der Handschrift Hoffmann von Fallerslebens, einer der äußerst seltenen Drucke der 95 Thesen Martin Luthers, Autografen und Nachlässe berühmter Wissenschaftler und historische Zeitungen aus aller Welt.[11] Große Teile der im Zweiten Weltkrieg in das Kloster Grüssau in Schlesien ausgelagerten Bestände gerieten am Kriegsende in polnischen Besitz und wurden bis heute nicht zurückgegeben. Die als Berlinka bezeichnete Sammlung in der Biblioteka Jagiellońska zu Krakau umfasst rund 300.000 Bände aus wertvollen mittelalterlichen Handschriften, Autografen unter anderem Martin Luthers und Goethes, die Sammlung Varnhagen mit Briefen von und an 9000 Personen, Schillers Doktorarbeit und nicht zuletzt eine einzigartige Musikaliensammlung mit Originalpartituren der meisten Werke von Beethoven und Mozart.[15]
Sondersammelgebiete sind die Rechtswissenschaften, Orientalistik bis 2005 als Sondersammelgebiet geführt, Ost- und Südostasien, slawische Sprachen und Literatur, Veröffentlichungen zur Kartografie, ausländische Zeitungen, Parlamentsschriften und topografische Karten.
1842–1873 Georg Heinrich Pertz
1873–1884 Karl Richard Lepsius
1886–1905 August Wilmanns
1905–1921 Adolf von Harnack
1921–1925 Fritz Milkau
1925–1945 Hugo Andres Krüß
1946–1950 Rudolf Hoecker
1950–1976 Horst Kunze
1977–1988 Friedhilde Krause
1989–1991 Dieter Schmidmaier
1948–1961 Martin Cremer
1963–1972 Ludwig Borngässer
1972–1987 Ekkehart Vesper
1987–1995 Richard Landwehrmeyer
1995–2002 Antonius Jammers
2002–2003 Graham Jefcoate
seit 2004 Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektion, Zentralabteilung/Verwaltung, Informations- und Datenmanagement, Bestandsaufbau, Wissenschaftliche Dienste und Katalogsystem, Benutzung, Bestandspflege und Digitalisierung sowie Ăśberregionale Dienste.[12]
Historische Drucke, Handschriftenabteilung, Musikabteilung, Kartenabteilung, Osteuropaabteilung, Ostasienabteilung, Orientabteilung, Kinder- und Jugendbuchabteilung, Zeitungsabteilung, Bildarchiv PreuĂźischer Kulturbesitz.[12]
Der jährliche Etat für Bestandserhaltung der Sondersammlungen beträgt rund eine Million Euro. Herausragende Projekte der letzten Jahre waren die Restaurierung der größten hebräischen Pergamentbibel Erfurt 1 sowie der Musikhandschriften Johann Sebastian Bachs. Die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. unterstützen die Bibliothek langfristig bei der Bestandserhaltung, unter anderem durch Vergabe von Buchpatenschaften (siehe unten).
Einführung eines modernen Zahlungs- und Zugangsverfahrens mit Benutzerchipkarten, Verbundkatalog mittelalterlicher Handschriften, Portal zu europäischen Angelegenheiten für Bibliotheken, Archive, Museen und Denkmalpflege EUBAM und die Zentralkartei der Autographen / Kalliope und Kalliope II.
Digitalisierung aller Miniaturen der Shahnama-Handschriften der Orientabteilung, der Berliner Turfansammlung (AlttĂĽrkisch, Mitteliranisch), der Berliner Turfansammlung (Tocharisch), der 9. Sinfonie von Beethoven, der PreuĂźischen Amtspresse, des Archivs des Aufbauverlags; ErschlieĂźung der Sammlungen an Einbanddurchreibungen der Staatsbibliothek zu Berlin (Einbanddatenbank), von orientalischen wissenschaftshistorisch bedeutsamen Handschriften in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut fĂĽr Wissenschaftsgeschichte, von PreuĂźischen Rechtsquellen, sowie Mitarbeit an DigiZeitschriften und Zeitungsdigitalisierung Digital-on-Demand.
Beschreibende Kataloge der Manuscripta theologica latina in octavo der Staatsbibliothek zu Berlin, Datenbank der Einblattmaterialien (DEM),[16] Erschließung der Bilderbögen der Kinder- und Jugendbuchabteilung im Rahmen der Datenbank der Einblattmaterialien (DEM),[16] Erschließung der Briefsammlung im Nachlass Busoni (abgeschlossen), Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW), IKAR Landkartendrucke vor 1850, Integration des Alten Realkatalogs in den StaBiKat und Inventarisierung der Manuscripta germanica der Staatsbibliothek zu Berlin.
Katalogisierung der juristischen Handschriften des Historischen Archivs der Stadt Köln (abgeschlossen), der mittelalterlichen Handschriften der Signaturengruppe B der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, der mittelalterlichen Handschriften französischer Sprache (abgeschlossen), der Orientalischen Handschriften in Deutschland, des Musikarchivs der Sing-Akademie zu Berlin (Depositum) und von Handschriften Greifswalder Bestände.
Mitarbeit am English Short Title Catalogue (ESTC), Mitarbeit am Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16), Mitarbeit am Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17), Mitarbeit an der Europäischen Bibliographie zur Osteuropa-Forschung (EB), Nachlasserschließung Jean Paul, Nachlasserschließung Leopold von Ranke, New Contents Slavistics (NCS), retrospektive Konversion und Short Title Catalogue der Drucke des 16. Jahrhunderts im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (ST16). Übernahme der Zeitschriften des Hauses Unter den Linden der Staatsbibliothek in die Zeitschriftendatenbank und Verfilmungsprotokolle historischer Zeitungen.
Die Auswahl der erworbenen Literatur folgt den Grundsätzen des Bestandsaufbaus, nachzulesen auf der Website der Bibliothek. Als besondere Aufgabe wurde die Betreuung verschiedener Zeitsegmente in der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke übernommen.
Virtuelle Fachbibliotheken: Rechtswissenschaft, Ost- und SĂĽdostasien, Slavistik und Zeitgeschichte-online (als Modul von Clio-online).
Die Ă–ffentlichkeit wird umfassend ĂĽber die Sammlungen der Bibliothek sowie deren Ausbau, Pflege und Benutzung, ĂĽber die Entwicklung der Bibliothek als Institution sowie ĂĽber ihre Rolle im nationalen und internationalen Bibliothekswesen informiert. Hierzu dienen im Wesentlichen
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Bis heute wurden die Kriegsverluste nicht in den Bestandskatalog eingearbeitet, sodass viele Einträge lediglich den Hinweis „Kriegsverlust möglich“ tragen. Mit den im Ausleihsystem ausgewiesenen Signaturen kann im Katalog gelegentlich nicht der Titel eines Werkes, sondern nur der Titel einer Reihe herausgefunden werden, was oftmals Rückfragen erforderlich macht. Selten müssen für Bestellungen aus dem regulären Bestand weiterhin Leihscheine manuell ausgefüllt werden. Für Fernleihen sind Bestellscheine mit der Schreibmaschine auszufüllen. Ein zurückgegebener Titel kann infolge einer langen Sperr- oder Rücklaufzeit mehr als eine Woche lang weder reserviert noch bestellt werden. Oft gibt das Ausleihsystem keine zuverlässige Information über die Verfügbarkeit eines Titels, sodass statt des bestellten Titels nur eine handgeschriebene Notiz aus dem Magazin geliefert wird.
Die Lesesäle sind nicht nur zu Stoßzeiten regelmäßig überfüllt. Nur ein Teil der Leseplätze in beiden Häusern ist mit einer Steckdose ausgestattet. Das Internet sowie Online-Datenbanken sind nur an einigen speziellen Rechnern verfügbar. Allerdings sind seit dem 24. August 2009 WLAN-Möglichkeiten für angemeldete Nutzer der Bibliothek im Haus Potsdamer Straße vorhanden. Die Einrichtung des WLAN-Zugangs ist allerdings recht kompliziert und damit für weniger erfahrene Benutzer schwierig. Digitalisierungen sind nur auf Bestellung möglich.
Der Verein wurde 1997 gegründet. Er steht in der Tradition des Vereins der Freunde der Königlichen Bibliothek in Berlin, der 1914 gegründet wurde. Schwerpunktmäßig unterstützt der Verein die Bibliothek durch die Vergabe von Buchpatenschaften,[20] durch einzelne Projekte wie die Restaurierung von Original-Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs und der Erfurter Bibel sowie durch Publikationen und die Verleihung des Max-Herrmann-Preises.
52.506388888913.3702777778Koordinaten: 52° 30′ 23″ N, 13° 22′ 13″ O