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Staatstheater Stuttgart

Staatstheater Stuttgart, Opernhaus
Staatstheater Stuttgart, Opernhaus
Staatstheater Stuttgart, Opernhaus
Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus
Eingangsbereich des Kammertheaters

Die Staatstheater Stuttgart sind ein Drei-Sparten-Theater für Oper, Schauspiel und Ballett in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Seit dem 18. und 19. Jahrhundert finden Opern-, Ballett- und Schauspielaufführungen in Stuttgart im Neuen Lusthaus statt, das 1750 zum Opernhaus sowie 1811 und 1845 zum Königlichen Hoftheater umgebaut wurde. 1902 brannte es nieder und war von 1902 bis 1912 durch ein Interrimstheater ersetzt.[1]

1909 bis 1912 wurden die heutigen Theatergebäude vom Architekten Max Littmann aus München als Doppeltheater mit Großem und Kleinem Haus erbaut. Nach dem Sturz der Monarchie wurden die Königlichen Hoftheater umbenannt in Württembergische Landestheater. Seit 1924 stehen die Gebäude unter Denkmalschutz. Nach dem Zweiten Weltkrieg war nur noch das mit Säulen versehene Große Haus erhalten. 1959 bis 1962 wurde das Kleine Haus, durch die Architekten Hans Volkart, Kurt Pläcking und Bertam Perlia neu errichtet. 1983 wurde das Kammertheater eröffnet, entworfen vom britischen Architekten James Stirling im Gebäude der Neuen Staatsgalerie. 2001 wurden die Theater in Opernhaus und Schauspielhaus umbenannt.

Heute gehören zu den Staatstheatern drei Häuser:

  1. Das Opernhaus verfügt über 1.404 Sitzplätze und ist die Bühne für die Staatsoper Stuttgart und das Stuttgarter Ballett.
  2. Das Schauspielhaus mit 679 Sitzplätzen. Wiedereröffnung nach Umbau Februar 2012[2]
  3. Im 1983 in der Neuen Staatsgalerie eröffneten Kammertheater mit 420 Sitzen werden kleinere Opern, Schauspiele oder auch Ballettinszenierungen aufgeführt.
  4. Das Nord ist eine Studiobühne des Schauspiel Stuttgart mit 150 Sitzplätzen. Es wurde 2010 wurde im neu erbauten Probenzentrum der Staatstheater eröffnet.
  5. Das Theater im Depot befand sich bis zur Schließung im Sommer 2010 in einem ehemaligen Straßenbahndepot im Stuttgarter Osten.[3])

Leitung

Die Leiter des Hoftheaters zur Zeit des Königreichs Württemberg waren:[4] </br>

Generalintendanten des Württembergischen Landestheaters während der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus waren: </br>

1945 wurde Albert Kehm von der amerikanischen Besatzungsmacht mit dem Wiederaufbau der Stuttgarter Staatstheater beauftragt. Wegen Intrigen und Einflussnahme auf den Spielplan gab er den Posten bereits nach einem Jahr wieder ab. Von 1948 bis 1972 war Walter Erich Schäfer Generalintendant, gefolgt von Hans-Peter Doll bis 1985 und Wolfgang Gönnenwein bis 1992. Seit 1992 gibt es an der Spitze der Staatstheater keinen Generalintendanten mehr, sondern drei gleichberechtigte künstlerische Intendanten von Oper, Schauspiel und Ballett. Die Gesamtleitung der Staatstheater oblag von 1992 bis 2009 Hans Tränkle als Geschäftsführendem Direktor. Seit 1. September 2009 ist der Jurist Marc-Oliver Hendriks Geschäftsführender Intendant der Staatstheater Stuttgart.[5] Die amtierenden künstlerischen Intendanten sind Jossi Wieler (Oper Stuttgart), Reid Anderson (Stuttgarter Ballett) und Hasko Weber (Schauspiel Stuttgart).

Bekannte Ensemblemitglieder

Auszeichnungen

  • 1976 bis 1978: Das Schauspiel Stuttgart wurde unter der Intendanz von Claus Peymann dreimal in Folge zum Theater des Jahres gewählt.
  • Die Staatsoper Stuttgart wurde während der Intendanz von Klaus Zehelein (1991–2006) insgesamt sechsmal als Opernhaus des Jahres (1994, 1998, 1999, 2000, 2002 und 2006) ausgezeichnet.
  • Der Staatsopernchor Stuttgart wurde achtmal (zuletzt 2011) als bester Opernchor Deutschlands ausgezeichnet.
  • 2006: Das Schauspiel Stuttgart wurde unter der Intendanz von Hasko Weber zum Theater des Jahres gewählt.
  • 2011: Das Stuttgarter Ballett wird zur Kompagnie des Jahres gewählt.[6])

Trivia

Laut Auskunft des Opernhauses befinden sich die besten Plätze in Bezug auf Sicht und Akustik in der Reihe 5 im Parkett auf Sitz 131 und 132.[7]

Siehe auch

Literatur

  • Ute Becker: Die Oper in Stuttgart. 75 Jahre Littmann-Bau. DVA, Stuttgart 1987, ISBN 3-421-06379-6.
  • Ulrich Drüner: 400 Jahre Staatsorchester StuttgartStaatstheater Stuttgart, Stuttgart 1994. (Festschrift)
  • Georg Günther: Carmen – letzter Akt. Die Künstlertragödie Sutter – Obrist von 1910 und die Stuttgarter Oper um 1900. Begleitband und Ausstellungskatalog. Ludwigsburg 2001. (Beziehbar über das Staatsarchiv Ludwigsburg)
  • Rudolf Krauß: Das Stuttgarter Hoftheater von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Metzler, Stuttgart 1908. (Digitalisat)
  • Albert von Schraishoun: Das Königliche Hoftheater in Stuttgart von 1811 bis zur neueren Zeit. Nach Erinnerungen von Albert von Schraishoun. Müller, Stuttgart 1878. (Digitalisat)
  • Anne-Marie Schwinger (Red.): Staatstheater Stuttgart. Geschichte und Gegenwart. Staatstheater, Stuttgart 2005. (Broschüre)
  • Jürgen-Dieter Waidelich: Vom Stuttgarter Hoftheater zum Württembergischen Staatstheater. Ein monographischer Beitrag zur deutschen Theatergeschichte. 2 Bände. München, Univ., Diss., 1956.
  • Theaterbilder – Bildertheater. Bühnenbild- und Kostümentwürfe der Staatstheater Stuttgart im Staatsarchiv Ludwigsburg. Bearbeitet von Martin Laiblin. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-17-019752-7.
  • Christine Wawra: Zwischen Repräsentation und Resignation. Um- und Neubaupläne des Württembergischen Hoftheaters in Stuttgart 1750 - 1912 Württ. Landesmuseum, Stuttgart 1994.
  • Klaus Zehelein (Hrsg.): Fünfzehn Spielzeiten an der Staatsoper Stuttgart 1991–2006. Ein Arbeitsbericht. raumzeit 3, Stuttgart 2006, ISBN 3-9811007-6-X.

Filmdokumentation

  • Vadim Jendreyko und Thiemo Hehl (Buch), Vadim Jendreyko (Regie): Die Singende Stadt, 2010, Dokumentarfilm, ca. 92 Minuten Filminformationen
  • Karl Ulrich Majer (Buch), Walter Rüdel (Regie): Walter Erich Schäfer oder Die Theatertaten eines Gutsherrn aus Niederbayern, ca. 30 min., ZDF

Weblinks

 Commons: Staatstheater Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Brand 1902
  2. Schauspielhaus-Sanierung
  3. „Abschiedsfest am 22. Juli“, aus der Stuttgarter Zeitung vom 11. Juni 2010, abgerufen am 13. Februar 2012.
  4. Reiner Nägele (Hrsg.): Musik und Musiker am Stuttgarter Hoftheater (1750-1918), Württembergische Landesbibliothek, Stuttgart 2000, S. 174
  5. Staatsanzeiger Nr. 15 vom 24. April 2009
  6. Kritikerumfrage der Zeitschrift tanz, abgerufen am 30. Januar 2012.
  7. Der perfekte Platz. Artikel im SZ-Magazin, Nr. 14/2009, S. 40

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