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Die Stadtsoziologie befasst sich als eine spezielle Soziologie mit den Beziehungen zwischen sozialen Gruppen im städtischen Raum.
Ihre Bedeutung ergibt sich aus der Tatsache, dass die moderne Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft wie auch das Städtewachstum in der „Dritten Welt“ die städtische Bevölkerung zur zahlenmäßig überwiegenden gemacht hat.
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Die begrifflich-analytische Zuspitzung der Stadtsoziologie hängt davon ab, was genau als urban (städtisch) gekennzeichnet wird. Ist die reine Bevölkerungsdichte das Kriterium, dann genügen für die Konstitution eines Gegenstands der Stadtsoziologie viele Menschen auf wenigen Quadratkilometern. Bei einer solchen Definition ist jedoch die Abgrenzung des „typisch Städtischen“ beispielsweise vom Slum, vom Lager oder von der unternehmenseigenen Werkssiedlung problematisch. So wird das Urbane (oder urbane Räume) meist anders bestimmt: beispielsweise mit politiksoziologischen Zusatzkriterien charakterisieren (wie beispielsweise Max Weber, wo die Stadt ein politisch (oft stadtstaatlich) geschützter Marktort ist[1], vgl. auch die Diskussion zur Polis), oder mit mentalitätsbezogenen Argumenten (wie z. B. bei Georg Simmel in Die Großstädte und das Geistesleben[2], oder die soziale Heterogenität betonend wie bei Louis Wirth in Urbanism as a way of life[3]) netzwerktheoretisch gewisse dichte Knäuel (cluster) als typisch urban definieren und Städten zuordnen – dann aber wird sich vermutlich ergeben, dass nicht alle (öffentlich-rechtliche) Städte „urban“ sind, was für Großdörfer (in Nigeria) bereits Bascom als rus in urbe (lateinisch, so viel wie: „Land in der Stadt“) bezeichnet hat.
Insoweit die Stadtsoziologie „soziale Probleme“ (z. B. sog. „Problemviertel“) behandelt, sieht sie oft von der stadtsoziologischen Grundsatzdiskussion ab, legt aber weltweit Wichtiges vor (vgl. auch „Aktuelle Forschungsansätze“).
Ein interessanter Vorläufer der modernen Stadtsoziologie ist die von der Chicago-Schule seit 1920 entwickelte Sozialökologie.
Wichtige Anstöße zur Diskussion über die Stadt als soziales Phänomen kamen von Autorinnen und Autoren außerhalb der Disziplin (Lewis Mumford, Jane Jacobs, Alexander Mitscherlich etc.).
In den 70er Jahren entstand in kritischer Abgrenzung von der Humanökologie der Chicago School die New Urban Sociology, wobei marxistische Ansätze eine zentrale Rolle spielten (Henri Lefebvre,Manuel Castells, David Harvey u.a.).
Seit den 80er Jahren[4] gibt es eine über die Stadtsoziologie im engeren Sinne hinausreichende Diskussion zum Themenfeld der Gentrifizierung. Im Zusammenhang mit der Globalisierung gibt es eine umfangreiche Debatte zu den sog. Global Citys.[5]
Die Stadtsoziologie weist Überschneidungen mit der Stadtgeographie, der Stadtplanung, der Stadtökologie und der Architektur auf. Stehen dort jedoch Raummuster bzw. raumwirksame Systeme im Vordergrund, so wird von einigen Vertretern der Stadtsoziologie die soziale, politische und ökonomische Interaktion von Individuen oder Gruppen unterschiedlicher Interessen zentral gesetzt.[6] Überschneidungen mit der lokalen Politikforschung gibt es unter anderem durch den im eher englischsprachigen Raum praktizierten Ansatz der „Urbanen Regimeforschung“.[7] Allianzen zwischen verschiedenen Gruppen öffentlicher und privater Akteure stehen hier unter dem Oberbegriff der Governance im Mittelpunkt.
Einer unter zahlreichen debattierten, aktuellen Forschungsansätzen ist der „Eigenlogik-Ansatz“. Der Eigenlogik-Ansatz unterscheidet sich insofern von anderen Sichtweisen innerhalb der Stadtforschung, nicht mehr nur in der Stadt zu forschen und Stadt lediglich als gegebene, nicht weiter zu untersuchende Größe zu betrachten, sondern die Stadt selbst zum Untersuchungsgegenstand zu machen. „Eigenlogik“ steht dabei als Arbeitsbegriff für die je spezifischen und „typischen“ Eigenschaften sowie stillschweigend wirksamen Prozesse der Sinnformung einer Stadt. Ziel ist es, die grundlegenden Strukturen der Städte zu verstehen sowie Relationen und Ähnlichkeiten zwischen den Städten nachzuvollziehen. Zentrales methodisches Instrument ist dabei der Städtevergleich.
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Fachgeschichte
Weiterführende Literatur