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Stanisław Wojciechowski (* 15. März 1869 in Kalisz, Russisches Kaiserreich; † 9. April 1953 in Warschau, Polen) war Präsident der Republik Polen zwischen 1922 und 1926. Er gehörte zu den Gründern der Polnischen Sozialistischen Partei, gilt als Vater des Genossenschaftswesens in Polen und wurde im Zuge der Machtübernahme durch Marschall Józef Piłsudski während des sogenannten Maiputsches gestürzt. Danach stand er in Opposition zum autoritären Regime.
Nach der Ermordung des Präsidenten Gabriel Narutowicz durch den ultranationalistischen Maler Eligiusz Niewiadomski am 16. Dezember 1922 und dem Kandidaturverzicht Piłsudskis, der sich nach eigenen Worten nicht in einen "vergoldeten Käfig" sperren lassen wollte, wurde Wojciechowski vom Parlament auf Empfehlung des Marschalls mit den Stimmen der Linken und des Zentrums zum Staatsoberhaupt gewählt. Für die Rechte kandidierte der Großgrundbesitzer Graf Maurycy Zamoyski.
Wojciechowski, der 1919-20 Innenminister gewesen war, genoss großes Ansehen in der Arbeiterschaft und auch in Teilen der bäuerlichen Bevölkerung.
Wojciechowskis Amtszeit war überschattet von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Teuerung, von Streikwellen, Finanzskandalen, unzähligen Regierungskrisen und schließlich auch blutigen Unruhen in Krakau und anderen Städten. 1923 trat Piłsudski als Armeechef und Vorsitzender des mächtigen Militärrates zurück. Im November 1925 stellte die Bildung einer Koalitionsregierung unter Aleksander Skrzyński den letzten Versuch dar, der schweren Wirtschaftsproblemen des Landes mit parlamentarischen Mitteln beizukommen.
Den Forderungen Piłsudskis nach einer "Disziplinierung" und Eindämmung des Parlamentarismus widersetzte sich der Staatspräsident unter Berufung auf das Legalitätsprinzip. Nach dem Putsch und der Einnahme Warschaus durch Truppen Piłsudskis wurde Präsident Wojciechowski gezwungen, in der Nacht zum 15. Mai 1926 mitsamt der Regierung zurückzutreten, um dem Marschall freie Hand zu geben, die "Neuordnung des Staates" auf autoritärer Basis einzuleiten. Das Präsidentenamt wurde Ignacy Mościcki übertragen, der als Marionette Piłsudski und des Militärs agierte.
Józef Piłsudski | Gabriel Narutowicz | Stanisław Wojciechowski | (Józef Piłsudski) | Ignacy Mościcki
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Präsidentenzyklus (Polen) 1918–1939 |
Exilpräsidenten |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wojciechowski, Stanisław |
| KURZBESCHREIBUNG | polnischer Präsident |
| GEBURTSDATUM | 15. März 1869 |
| GEBURTSORT | Kalisz |
| STERBEDATUM | 9. April 1953 |
| STERBEORT | Warschau |