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Stanley George Payne (* 9. September 1934 in Denton, Texas) ist ein US-amerikanischer Historiker und Hispanist mit Hauptforschungsgebiet Spanische Geschichte der neuesten Zeit.
Er promovierte 1960 an der Columbia University und ist emeritierter Professor der University of Wisconsin-Madison. Weiterhin ist er Mitglied der nordamerikanischen Akademie für Wissenschaft und Künste (American Academy of Arts and Sciences) und seit 1987 Mitglied der Königlich Spanischen Akademie für Geschichtswissenschaften.[1]
Seine Forschungsschwerpunkte sind v.a. der Spanische Bürgerkrieg, die zweite spanische Republik sowie der Carlismus und Faschismus.
Hatte er zu Beginn seines Schaffens Sympathien für die spanische Republik, weswegen seine Werke zu Lebzeiten von Francisco Franco nicht in Spanien veröffentlicht werden durften, entwickelte er im Laufe der Zeit konservative Positionen und kann heute ganz klar diesem Spektrum zugeordnet werden.
Der spanische Zeithistoriker Santos Juliá (Catedrálico de Historia an der Universität UNED sowie Träger des Premio Nacional de Historia) warf Payne 2003 vor, sich mit seiner jüngsten Hinwendung zum Autorenkreis um PÃo Moa, der von Kritikern als Zentrum des spanischen Geschichtsrevisionismus angesehen wird, [2] selbst diskreditiert zu haben:"Die neuere Forschung (Anm.: zum Bürgerkrieg) hat ... die Zeiten der Propaganda sehr weit hinter sich gelassen und durch einen erwachsen gewordenen und reifen Diskurs ersetzt, aus dem sich Payne bedauerlicherweise mit solch enttäuschenden Arbeiten wie jener, die er in der Revista de Libros (Anm.: gemeint ist der Verteidigungs-Artikel zum Geschichtsrevisionismus von PÃo Moa) publiziert hat, selbst ausgeschlossen hat."[3]
Äußerungen, die Payne 2006 bei einer Historikertagung an der Universität Georgetown getätigt hat und in denen er sich für die Zwangspsychiatrierung von Befürwortern einer republikanischen Staatsform aussprach, da diese laut Payne angesichts der historischen Ereignisse vor 1936 gefährlich seien, erregten mediales Aufsehen in Spanien und hatten eine Parlamentarische Anfrage der Izquierda Unida im Congreso in Madrid zur Folge, da Paynes Befürwortung von Verfolgungsmaßnahmen einen Angriff und eine Diffamierung politisch Andersdenkender darstelle und zudem eine kritische Haltung gegenüber der monarchistischen Staatsform von der spanischen Verfassung als demokratisches Grundrecht auf freie Meinungsäußerung geschützt sei.[4]
Dessen ungeachtet wurde Payne im November 2006 bei einem von ihm mitorganisierten Historikerkongress der konservativen Privatuniversität San Pedro-CEU zum Spanischen Bürgerkrieg für sein Lebenswerk geehrt.[5] 2009 wurde er mit dem Großkreuz des Orden de Isabel la Católica ausgezeichnet.[6]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Payne, Stanley |
| ALTERNATIVNAMEN | Payne, Stanley George |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Historiker, Hispanist |
| GEBURTSDATUM | 9. September 1934 |
| GEBURTSORT | Denton (Texas) |