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Steinkohle ist ein schwarzes, hartes, festes Sedimentgestein, das durch Karbonisierung von Pflanzenresten (Inkohlung) entstand und zu mehr als 50 Prozent des Gewichtes und mehr als 70 Prozent des Volumens aus Kohlenstoff besteht. Damit handelt es sich um einen Sammelbegriff fĂŒr höherwertige Kohlen. Die Steinkohle wird auch âSchwarzes Goldâ genannt. Sie ist ein fossiler EnergietrĂ€ger und wird im Wesentlichen zur Strom-, zur WĂ€rmeerzeugung und zur Koksproduktion genutzt.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ursprung der Steinkohle liegt in erdgeschichtlicher Zeit vor etwa 350 bis 250 Millionen Jahren. Im Karbon und Perm gediehene Urfarne[1], Kalamiten sowie Siegel- und SchuppenbĂ€ume bildeten groĂe SumpfwĂ€lder. Die optimalen Wachstumsbedingungen fĂŒr die Pflanzen fĂŒhrten zu einer starken Ăberproduktion von Biomasse, die sich in Sumpfböden anhĂ€ufte, Ă€hnlich wie in einem rezenten Torfmoor. Diese Schichten wurden teilweise in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden durch andere Sedimente wie Tone und Sand abgedeckt, wie z. B. durch Flusssedimente. Derartige wiederkehrende, zyklische Sedimentationsbedingungen (Zyklotheme) sind charakteristisch fĂŒr die Bildung der Steinkohlen im Oberkarbon und lieĂen mehrere, ĂŒbereinander abgelagerte Kohleflöze entstehen. Durch die SedimentĂŒberdeckung wurden die Sumpfböden komprimiert und entwĂ€ssert und ĂŒber Jahrmillionen hinweg entstand daraus durch den Prozess der Inkohlung schlieĂlich die Steinkohle. Dabei wurde das organische Ausgangsmaterial unter Luftabschluss, hohem Druck und hohen Temperaturen verdichtet und umgewandelt, und es entstand ein fester Verbund aus Kohlenstoff, Wasser und unbrennbaren EinschlĂŒssen in Form von Asche. Daher zeichnet sich Steinkohle durch eine schwarze, feste Grundmasse aus, in der hĂ€ufig Pflanzenfossilien zu finden sind. Die Steinkohle kommt vor allem in schichtgebundenen LagerstĂ€tten, den Flözen vor.
Steinkohlen werden nach der Abnahme von flĂŒchtigen Bestandteilen (Gasen) eingeteilt in:
Fettkohle ist eine dichte Kohle, fĂŒr gewöhnlich schwarz, manchmal dunkelbraun, oft mit gut erkennbaren hellen und matten Streifen und wird ĂŒberwiegend als Brennstoff in der Energieerzeugung genutzt.
Ein groĂer Teil wird auch zur Erzeugung von WĂ€rme in der Industrie oder zur Gewinnung von Koks eingesetzt. Fettkohle ist die hĂ€ufigste Kohlenart im Ruhrgebiet und besonders gut zur Verkokung geeignet. Ihr Feuchtigkeitsgehalt liegt fĂŒr gewöhnlich unter 20 Prozent. Ihr Kohlenstoffgehalt liegt bei ~88 Prozent in der wasserfreien Kohle. Der Schwefelgehalt betrĂ€gt bis zu einem Prozent. Ein weiteres Kennzeichen der Fettkohle ist ihr hoher Anteil an flĂŒchtigen Bestandteilen. Deshalb verbrennt Fettkohle mit einer langen, leuchtenden und stark ruĂenden Flamme.
Anthrazit (griechisch: Glanzkohle) gilt als die höchstwertige Kohlensorte. Sie besitzt eine groĂe HĂ€rte. Beim Inkohlungsprozess werden pflanzliche Ausgangsstoffe unter Luftabschluss und hohem Druck umgebildet, mit zunehmenden Gehalt an Kohlenstoff. Der Kohlenstoffgehalt von Anthrazit kann bei ĂŒber 90% liegen. Wegen des hohen Energiegehalts, der heiĂen Flamme und der fast rĂŒckstandsfreien Verbrennung wird Anthrazit als Brennstoff sehr geschĂ€tzt. Anthrazit wird in Deutschland im Bergwerk IbbenbĂŒren abgebaut.
Die weltweit zu gegenwĂ€rtigen Preisen und mit heutiger Technik förderfĂ€higen Reserven wurden im Jahre 2006 von der Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf 736,1 Milliarden Tonnen Steinkohle geschĂ€tzt. Davon entfielen 29,0 Prozent (213,3 Milliarden Tonnen) auf die USA, 22,7 Prozent (167,0 Milliarden Tonnen) auf die Volksrepublik China und 13,0 Prozent (95,4 Milliarden Tonnen) auf Indien. Bei gleich bleibender Förderung (5,356 Milliarden Tonnen im Jahre 2006) könnte der Bedarf noch fĂŒr etwa 137 Jahre gedeckt werden.
Von den deutschen SteinkohlevorrĂ€ten galten bis 2003 rund 24 Milliarden Tonnen als gewinnbar. Angesichts einer aktuellen Förderquote von 23,5 Millionen Tonnen (2006) ergĂ€be sich eine theoretische Reichweite von ĂŒber 1000 Jahren. Aufgrund ungĂŒnstiger geologischer Bedingungen ist zurzeit jedoch nur ein Teil dieser VorrĂ€te international wettbewerbsfĂ€hig förderbar. Vertreter der deutschen Kohlewirtschaft bezifferten deshalb unter Beibehaltung der derzeitigen Fördermengen die Reichweite der deutschen Kohle auf etwa 400 Jahre. Jedoch hat die BGR mit der BegrĂŒndung, es wĂŒrden keine spekulativen Reserven mehr erfasst werden, die zu gegenwĂ€rtigen Preisen und mit heutiger Technik förderbaren VorrĂ€te in ihrer âEnergiestudie 2004â um 99 Prozent auf 183 Millionen Tonnen, 2005 auf 161 Millionen Tonnen und 2006 auf 99 Millionen Tonnen (rechnerische Reichweite ab 2006: vier Jahre) reduziert.[2]
Nach neuesten RegierungsbeschlĂŒssen soll die Steinkohleförderung in Deutschland bis 2018 auslaufen. Dieser Beschluss sollte 2012 noch einmal nach den aktualisierten Wirtschaftlichkeitsprognosen geprĂŒft werden, die Bundesregierung beschloss jedoch am 17. November 2010, diese PrĂŒfung ersatzlos zu streichen. Damit soll der EuropĂ€ischen Union entgegengekommen werden, die eine Subvention aus wettbewerbsrechtlichen GrĂŒnden nur bis 2014 fĂŒr zulĂ€ssig hĂ€lt.[3]
Weltweit wurden 2007 etwa 5,523 Milliarden Tonnen Steinkohle gefördert. Die Volksrepublik China (44,9 Prozent) und die USA (17,5 Prozent) fördern davon fast zwei Drittel. In Europa liegen die gröĂten Abbaugebiete in Russland, Polen und der Ukraine. Abbaureviere in Deutschland sind zurzeit das Ruhrgebiet, das Saarland und IbbenbĂŒren (Anthrazitkohle). Im Aachener Steinkohlenrevier wurde das letzte Bergwerk 1997 geschlossen.
Der Abbau von Steinkohle erfolgt in Deutschland in Bergwerken von bis zu 1750 Meter Tiefe. Er ist seit 1998 in der Deutschen Steinkohle AG gebĂŒndelt, die sechs Bergwerke betreibt. Davon liegen vier im Ruhrgebiet und je eins an der Saar und eins im MĂŒnsterland. Das ausschlieĂliche Abbauverfahren ist der Strebbruchbau. Als Gewinnungsmaschinen kommen der Kohlenhobel und der WalzenschrĂ€mlader zum Einsatz. Kohle aus LĂ€ndern wie Kolumbien und SĂŒdafrika kann billiger gefördert werden als Kohle aus dem Inland, dies ist bedingt durch die LagerstĂ€tten aber auch durch die Lohnstrukturen der LĂ€nder. Damit in Deutschland nicht ausschlieĂlich Kohle aus dem Ausland verstromt wird, existiert die Steinkohlesubvention.
| Rang | Land | Förderung (in Mio. t) |
|---|---|---|
| 1 | China | 2.479 |
| 2 | USA | 968 |
| 3 | Indien | 452 |
| 4 | Australien | 323 |
| 5 | SĂŒdafrika | 244 |
| 6 | Russland | 241 |
| 7 | Indonesien | 231 |
| 8 | Kasachstan | 90 |
| 9 | Polen | 88 |
| 10 | Ukraine | 75 |
| - | Deutschland | 24 |
| - | ĂŒbrige LĂ€nder | 729 |
Quelle: Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe[2]
Steinkohle wird ĂŒberwiegend als fester Brennstoff benutzt, um WĂ€rme durch Verbrennung zu erzeugen. Dabei entstehen Kohlendioxid, Wasserdampf und andere Gase wie Schwefeldioxid. Um elektrische Energie zu erzeugen, wird mittels der WĂ€rme Wasserdampf erzeugt, der wiederum Turbinen antreibt. Um zu vergleichen, welche Energiemenge mit welcher Kohle gewonnen werden kann, bedient man sich meist der Steinkohleeinheit. Ein groĂer Teil der Kohle wird auch zur Gewinnung von Steinkohlenkoks eingesetzt. Steinkohlenkoks wird als Brennstoff und als Reduktionsmittel bei der Eisenproduktion in Hochöfen eingesetzt. Die Steinkohle wird auch noch als Rohstoff fĂŒr die chemische Industrie gebraucht, hierbei ist besonders der bei der Verkokung anfallende Steinkohlenteer von Interesse; allerdings hat die Steinkohle seit Mitte des 20. Jahrhunderts ihre Bedeutung als Hauptrohstoff fĂŒr die chemische Industrie zugunsten des Erdöls eingebĂŒĂt.
Der Preis fĂŒr Importkohle frei deutsche Grenze wird vom BAFA (Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) regelmĂ€Ăig ermittelt und veröffentlicht. Das bisherige Hoch lag im 3. Quartal 2008 mit 131,80 Euro/t SKE. Das bisherige Maximum (131,80 Euro/Tonne) ergibt damit einen Preis pro kWhth von ca. 1,61 Eurocent. Zum Vergleich: Bei einem bisher maximalen Rohölpreis von 147 $/Barrel (entspricht 82 Euro) ergibt sich ein Preis pro kWhth von etwa 5,2 Eurocent. Braunkohle ist hingegen wesentlich preiswerter, und kostet etwa 40 Euro/t SKE.[4] Die gemÀà § 6 Absatz 2 des Steinkohlefinanzierungsgesetzes von den Kraftwerksbetreibern gemeldeten DrittlandskohlebezĂŒge und durchschnittlichen Preise frei deutsche Grenze fĂŒr Kraftwerkssteinkohle sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.[5] FĂŒr ein modernes Steinkohlekraftwerk wie die Blöcke D und E des Kraftwerks Westfalen ergeben sich bei einem Prozesswirkungsgrad von 46% mit dem aktuellsten Tabellenwert Brennstoffkosten von 2,84 ct/kWhe.
| Zeitraum | Menge t | Menge t SKE | Preis Euro/t SKE1 | Veröffentlicht am | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1996 | Jahr | 12.660.412 | 11.396.970 | 38,21 | 11. MĂ€rz 1997 |
| 1997 | Jahr | 16.180.851 | 14.490.155 | 42,45 | 6. MĂ€rz 1998 |
| 1998 | Jahr | 20.464.201 | 18.105.040 | 37,37 | 10. MĂ€rz 1999 |
| 1999 | Jahr | 20.458.138 | 18.105.654 | 34,36 | 16. MĂ€rz 2000 |
| 2000 | Jahr | 21.543.665 | 18.977.116 | 42,09 | 19. MĂ€rz 2001 |
| 2001 | Jahr | 26.647.186 | 23.619.168 | 53,18 | 18. MĂ€rz 2002 |
| 2002 | Jahr | 26.083.178 | 22.968.546 | 44,57 | 13. MĂ€rz 2003 |
| 2003 | Jahr | 27.919.463 | 24.615.128 | 39,87 | 15. MĂ€rz 2004 |
| 2004 | Jahr | 25.856.906 | 22.483.959 | 55,36 | 15. MĂ€rz 2005 |
| 2005 | Jahr | 20.397.040 | 17.608.056 | 65,02 | 15. MĂ€rz 2006 |
| 2006 | Jahr | 23.594.314 | 20.336.981 | 61,76 | 7. MĂ€rz 2007 |
| 2007 | 1. Quartal | 7.043.059 | 6.101.625 | 63,10 | 4. Juni 2007 |
| 2. Quartal | 6.433.493 | 5.523.496 | 63,51 | 4. September 2007 | |
| 3. Quartal | 6.594.110 | 5.699.166 | 67,14 | 30. November 2007 | |
| 4. Quartal | 7.216.466 | 6.194.009 | 78,54 | 14. MĂ€rz 2008 | |
| 2007 | Jahr | 27.287.128 | 23.518.296 | 68,24 | 14. MĂ€rz 2008 |
| 2008 | 1. Quartal | 7.748.616 | 6.675.484 | 93,73 | 6. Juni 2008 |
| 2. Quartal | 6.719.210 | 5.741.124 | 106,01 | 29. August 2008 | |
| 3. Quartal | 6.382.493 | 5.507.002 | 131,80 | 3. Dezember 2008 | |
| 4. Quartal | 8.434.837 | 7.297.458 | 120,13 | 3. MĂ€rz 2009 | |
| 2008 | Jahr | 29.285.156 | 25.221.068 | 112,48 | 3. MĂ€rz 2009 |
| 2009 | 1. Quartal | 8.342.290 | 7.182.063 | 91,24 | 3. Juni 2009 |
| 2. Quartal | 5.842.100 | 5.030.889 | 76,35 | 2. September 2009 | |
| 3. Quartal | 5.184.266 | 4.487.635 | 69,36 | 3. Dezember 2009 | |
| 4. Quartal | 7.293.877 | 6.294.756 | 73,31 | 3. MĂ€rz 2010 | |
| 2009 | Jahr | 26.662.533 | 22.995.343 | 78,81 | 3. MĂ€rz 2010 |
| 2010 | 1. Quartal | 7.880.178 | 6.780.487 | 75,06 | 2. Juni 2010 |
| 2. Quartal | 6.216.273 | 5.384.415 | 86,34 | 3. September 2010 | |
| 3. Quartal | 5.567.198 | 4.806.656 | 87,97 | 8. Dezember 2010 | |
| 4. Quartal | 7.975.214 | 6.823.609 | 92,89 | 10. MĂ€rz 2011 | |
| 2010 | Jahr | 27.638.863 | 23.795.158 | 85,33 | 10. MĂ€rz 2011 |
| 2011 | 1. Quartal | 7.345.601 | 6.286.478 | 105,30 | 3. Juni 2011 |
| 2. Quartal | 7.260.926 | 6.244.165 | 105,22 | 6. September 2011 | |
| 3. Quartal | 7.502.481 | 6.410.895 | 106,22 | 5. Dezember 2011 | |
1 bis 1998 mit festem Wechselkurs in Euro umgerechnet
Bei der Verfeuerung von Steinkohle entsteht prinzipbedingt Kohlendioxid. Bei der Verbrennung schwefelhaltiger Steinkohle entsteht Schwefeldioxid, das mitverantwortlich fĂŒr den sauren Regen ist. Bei modernen Steinkohlekraftwerken werden die Abgase in Rauchgasentschwefelungsanlagen von Schwefeldioxid, durch katalytische oder nichtkatalytische Entstickung von Stickoxiden und in elektrischen Abscheidern von Staub gereinigt. KohleflözbrĂ€nde haben erhebliche Umweltauswirkungen durch die Produktion von Treibhausgasen, sowohl in globaler Sicht, als auch regional und lokal. Neben der Produktion toxischer Gase sind die landschaftsverĂ€ndernden Folgen der Bergsenkungen besonders relevant. In China gehen pro Jahr rund 25 Millionen Tonnen Steinkohle[6] (1%) bei einer Jahresförderung von ca. 2,5 Milliarden Tonnen durch KohlebrĂ€nde verloren. Dies entspricht etwa der Jahresförderung Deutschlands.