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Steinlaus

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Folgendes muss noch verbessert werden:  Artikel vermischt enzyklopädische Inhalte zum Lemma "Steinlaus" mit Phantasien, die in dieser Form unsachlich dargestellt werden. Achim Raschka 23:52, 22. Jul. 2008 (CEST)
Steinlaus-Weibchen, frei nach Loriot
Steinlaus-Weibchen, frei nach Loriot

Die Steinlaus ist ein vom Komiker Loriot in einem Sketch bei der Imitation von Bernhard Grzimek präsentiertes fiktives "Nagetier". 1982 nahm das medizinische Wörterbuch Pschyrembel die Steinlaus als fingierten Lexikonartikel ins Nachschlagewerk auf und ist seit dem ein bekanntes Beispiel des wissenschaftlichen Witzes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

In dem 1976 in der ARD ausgestrahlten Sketch wird die Steinlaus von Loriot als scheuer Nager beschrieben, der sich von Silikaten, also von Steinen, ernährt. Der Tagesbedarf des „possierlichen kleinen Kerls“ wird mit 28 Kilogramm angegeben.

Veröffentlichung im Pschyrembel

1982 nahm sich das medizinische Wörterbuch Pschyrembel aus dem Berliner Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter erstmals der Steinlaus an. Der knappe, aber informative Eintrag in dem renommierten Nachschlagewerk stützt sich in wesentlichen Punkten auf Loriots Erkenntnisse.

Darüber hinaus informiert das Lexikon über Forschungsarbeiten, die offenbar den Wert der Steinlaus bei der Therapie von Gallen-, Blasen- und Nierensteinen erkannt haben. Die Unterarten der Gallensteinlaus und der Nierensteinlaus werden nur erwähnt.

In der 257. Auflage des Pschyrembel wurde der Eintrag über die Steinlaus getilgt, da in der Redaktion befürchtet wurde, mit den zweifelhaften Informationen den außerordentlich guten Ruf des Nachschlagewerkes zu schädigen. Wegen unerwarteter heftiger Leserproteste wurde die Steinlaus in die darauffolgende Ausgabe von 1997 in erweiterter Form wieder aufgenommen. In diese revidierte Fassung fanden neueste Erkenntnisse Eingang, die die Steinlaus in Verbindung mit dem Fall der Berliner Mauer bringen.

In der 260. Auflage des Pschyrembel wurden die neuesten Forschungsergebnisse zur Steinlaus verzeichnet, beispielsweise zur Anwendung in der Homöopathie. In der am 24. September 2007 erschienenen neuesten 261. Auflage wurde der Artikel zur Steinlaus erneut erweitert. So wird beispielsweise unter anderem erklärt, dass die Bedingungen für eine Feinstaubplakette durch den Einsatz von spezialisierten Steinläusen in Kombination mit Filtern erfüllt werden können.

Andere Veröffentlichungen

Eine weitere bemerkenswerte Veröffentlichung stammt von Jakob M. Mierscheid („Ökologische Kenndaten zum FCKW- Ersatzstoff R 134a“, 3. Hoechster Steinlaus-Symposium, XII (3), Frankfurt/M., 1993).

Der Oldenburger Mikrobiologe Dr. Wolfgang E. Krumbein erörterte 1999 auf dem Symposium Leben am Rande des Möglichen im Frankfurter Senckenbergmuseum die Gefahr, welche die Steinlaus für den Denkmalschutz darstellt. Allerdings ordnet Krumbein die Steinlaus der Familie der Milben zu. Möglicherweise ist die hier beschriebene Lebensform nicht mit der von Loriot entdeckten identisch.

Mit der Deutschen Bibliotheksstatistik gelang es erstmals die Zahl der Steinlauseinträge in den wissenschaftlichen Bibliotheken der Bundesrepublik für das Jahr 2002 zu erheben. Für das Jahr 2002 wird die Zahl der Steinläuse auf insgesamt 113,3 Milliarden abgeschätzt.

Nacktmull
Nacktmull

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird auf die auffällige Ähnlichkeit zwischen der Steinlaus und dem Nacktmull (Heterocephalus glaber) hingewiesen.

Krankenversicherung gegen Steinlausbefall

Mit der Einführung des neuen deutschen Vergütungssystems für stationäre Krankenhausbehandlung (G-DRG Version 2003/2004) sollte die Behandlung der Erkrankung „Steinlausbefall“ ab 2004 in den Leistungskatalog der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) aufgenommen werden. Ein Expertengremium aus Vertretern der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Spitzenverbänden der Krankenkassen und Verband der privaten Krankenversicherungen haben unter Federführung des Institutes für das Entgeltsystem im Gesundheitswesen (InEK, Siegburg) diese Erkrankung der Hauptdiagnosengruppe MDC09 (Krankheiten und Störungen an Haut, Unterhaut und Mamma) zugeordnet und je nach Schweregrad der Erkrankung und Dauer der Behandlung die Gebührenziffern J67A, J67B oder J68Z festgelegt. Die durchschnittliche Behandlungsdauer wird mit 8,9 beziehungsweise 5,4 Tagen angegeben. Die zukünftige Vergütung soll etwa einer Struma-Operation beziehungsweise einer Zirkumzision entsprechen (Bewertungsrelationen 0,949 beziehungsweise 0,569). Im Rahmen des GKV-Modernisierungsgesetzes wurden die Diagnose- und Therapiemaßnahmen wieder aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen.

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