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Stieglbrauerei zu Salzburg

Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH
Stiegl1.jpg
Rechtsform GmbH
Gründung 1492 (Brew am Stiegl)
Sitz Salzburg
Branche Brauerei
Website www.stiegl.at

Die Stieglbrauerei zu Salzburg ist eine österreichische Brauerei.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1492, im Jahr der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, wurde das Brew am Stiegl (auch Brew bei der Stiegen auf der Gstetten) erstmals urkundlich erwähnt. Damals vererbte Hans Peuntner die Brauerei an die Witwe seines Sohnes Jörg. Den Namen erhielt die Brauerei von einer kleinen Stiege (Treppe), die von der Brauerei zum Almkanal führte. Die alte Braustätte diente bis 1909 als Braugasthof, dann wurde sie an die Stadt Salzburg verkauft, die ihrerseits einen Teil des Gebäudes an das Ursulinenkloster veräußerte und der Orden ließ an dieser Stelle ein Mädchengymnasium errichten. Heute ist hier sogar wieder eine kleine Treppe vorhanden, die von der Gstättengasse zum Anton-Neumayr-Platz führt.

1819 kaufte Johann Schreiner die Stieglbrauerei. Gemeinsam mit seiner Frau Annna Holzegger erwarb er das Haus Nr. 206 in der Festungsgasse und legte dort einen Märzenkeller an. Dieser wurde im Jahre 1840 weiter ausgebaut und 1860 ließ Josef Schreiner einen zweiten Keller anlegen. 1901 wurde dieser durch den Baumeister Jacob Ceconi umgebaut und mit Erkern Giebeln und Türmchen versehen. Der letzte Umbau erfolgte 1926 durch den Münchener Architekten Franz Zell.

Rochus-Kapelle
Stieglbräu: Tor zu den Stallungen

1863 wurde die Brauerei von Josef Schreiner nach Maxglan verlegt. Sein Nachfolger Kiener erwarb 1901 auch die sogenannte Rochuskaserne mitsamt der Kapelle des Pestheiligen Rochus. Dieses Gebäude war ursprünglich unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als städtisches Pesthaus errichtet worden. Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach ließ das Spital 1754-58 renovieren und zur einem „Zucht- und Arbeitshaus für Raufbolde, Unzüchtige und unbotmäßige Dienstboten und Kinder“ umfunktionieren. An diese Verwendung erinnert noch eine Inschrift oberhalb des Eingangstores („Abstine aut sustine“, 1758, d. h. „Meide oder leide“). Als Salzburg 1816 zu Österreich kam, wurde das Spital als Kaserne verwendet, wobei sogar die Kapelle abgebrochen werden sollte. Heute sind hier u. a. die Stallungen für die Braurösser untergebracht, aber in dessen Mitte steht weiterhin die kulturgeschichtlich bedeutsame Rochuskapelle.[1]

Nach einem schweren Brand in Maxglan wurde die Brauerei 1887 von Franz Huemer übernommen, dieser ordnete die Finanzen des Betriebs neu. Innerhalb von zehn Jahren steigerte er den Ausstoß von 18.000 auf 90.000 Hektoliter. 1889 trat sein Neffe Heinrich Kiener in den Betrieb ein, dessen Nachkommen noch heute die Brauerei kontrollieren.

Im Zuge des Ersten Weltkriegs verzeichnete Stiegl starke Einbrüche, von denen man sich erst in den 1920er Jahren langsam wieder erholte. 1924 war bereits jedes zweite in Salzburg getrunkene Bier ein Stiegl. Von 1921 bis 1925 wurden leerstehende landwirtschaftliche Gebäude der Brauerei in Maxglan an die Salzburger Kunstfilm, die erste Salzburger Filmgesellschaft, verpachtet, die darin Filmateliers und ein Labor einrichtete. Der Börsencrash 1929 sorgte für die Brauerei erneut für magere Zeiten, die erst mit dem Einmarsch deutscher Truppen 1938 und der damit verbundenen wirtschaftlichen Scheinblüte kurzfristig ein Ende fanden.

Im Zweiten Weltkrieg ging es aufgrund des Mangels an guten Rohstoffen mit der Produktion als auch mit der Qualität steil bergab. Auch Beschlagnahungen und die Bombenangriffe setzten der Brauerei stark zu. In den Jahren 1944/45 stellte die Brauerfamilie Kiener nur noch in etwa 40.000 hl Dünnbier her.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte Stiegl wegen der schlechten Versorgungslage nur etwa 67.000 Liter eines 2,5-grädigen Dünnbiers herstellen. Erst ab 1948 konnte man dank besserer Rohstoffe wieder ein halbwegs ordentliches Bier anbieten.[2] Da den in Salzburg stationierten amerikanischen Soldaten genügend Rohstoffe aus der Heimat zur Verfügung standen, konnten diese auf „hochgrädiges“ Bier zurückgreifen. Mit dem Vermerk „Brewed and bottled at the Stieglbrauerei“ auf den Etiketten und Bierdeckeln, wurde auf die Herstellung des „amerikanischen“ Bieres in der Stieglbrauerei hingewiesen.

Kurz nach dem Tod von Heinrich Kiener I im Jahr 1950 konnte wieder Vollbier mit 12° Stammwürze und ein Spezialbier mit 14° produziert werden. Unter Heinrich Kiener II stieg der Brauausstoß zwischen 1950 und 1960 um 100.000 hl. Mit der Gründung der „Salzburger Getränkeindustrie“ brachte Kiener Coca-Cola nach Salzburg; bereits im ersten Jahr wurden 100.000 Kisten produziert und verkauft.[3]

1990 verstarb der 80-jährige Heinrich Kiener nach 51 Jahren Tätigkeit in der Brauerei. Mit Heinrich Dieter Kiener übernahm wiederum ein Mitglied der Familie die Stieglbrauerei. Ab 1991 wurde der Gär- und Lagerkeller erweitert und 1995 mit der Stiegl-Brauwelt die größte Bieraustellung Europas und ein Veranstaltungsort von Konzerten, Theater- und Kabarettaufführungen eröffnet.[4]

Heute ist die Stieglbrauerei die größte in Privatbesitz befindliche Brauerei Österreichs und produzierte 2008 ca. 980.000 Hektoliter Bier. Die wichtigsten Absatzgebiete der Brauerei sind Salzburg, Oberösterreich und Tirol. Es werden ca. 15.000 Kunden mit Stiegl-Bier beliefert, wovon 43% auf das Gastgewerbe und 57% auf den Handel mit Handelsketten entfallen. Etwas mehr als ein Drittel (34%) des Bierausstoßes erfolgt in Fässern, 61% in Flaschen und 5% in Dosen. Der österreichweite Marktanteil von Stiegl beträgt ca. 11 Prozent.[5]

Brauereimuseum

Der Flaschenturm

Sehenswert ist das im Braugelände integrierte Museum „Stiegl-Brauwelt“. In der ehemaligen Mälzerei sieht man von den Grundstoffen über die Herstellung bis zur Geschichte der Stiegl-Brauerei alles, was mit Bier zusammenhängt. Daneben erfährt man allerlei Wissenswertes über die Bierlandschaft in Europa und kann einen Bierturm mit (fast) allen österreichischen Flaschenbieren bestaunen. Das Brauereimuseum beherbergt auch eine kleine Brauanlage, auf der ausschließlich Biobiere wie das Paracelsus naturtrüb hergestellt werden.

Produkte

Name Vol.-%
Stiegl Goldbräu 4,9
Stiegl Pils 4,9
Stiegl Radler (Himbeer / Zitrone / Grapefruit (seit 2009 - davor Holunder)) 2,5
Stiegl Weizengold (Hefefein / Dunkel) 5,1
Stiegl Bock 7
Stiegl Leicht 3,3
Stiegl Gold Spezial 5,5
Stiegl Herbst-Gold 5,2
Stiegl Paracelsus-Zwickl (Bio-Bier) 5
Stiegl Weisse 5,1
Stiegl Flüx 0

Bildergalerie

Literatur

  • Harald Waitzbauer (Text), Gerhard Trumler (Illustrationen): 500 Jahre Salzburger Stiegl-Bier, 1492–1992. Brandstätter, Wien 1992, ISBN 3-85447-406-7

Weblinks

 Commons: Stieglbrauerei zu Salzburg â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Herberg Dorn: Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten. 1996, Salzburg: Museum Carolino Augusteum, ISBN 3-901014-49-7.
  2. ↑ Geschichte der Stieglbrauerei bis 1945
  3. ↑ Geschichte der Stieglbrauerei ab 1945
  4. ↑ Geschichte der Stieglbrauerei ab 1990
  5. ↑ Aktuelle Firmendaten der Stieglbrauerei

47.794722222213.0213888889Koordinaten: 47° 47′ 41″ N, 13° 1′ 17″ O

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