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Strategic Forecasting, Inc (abgekürzt Stratfor) ist eine 1996 gegründete, privatwirtschaftlich betriebene Firma, die Analysen, Berichte und Zukunftsprojektionen zur Geopolitik anbietet. Meist sind die außenpolitischen Spielräume der Vereinigten Staaten im Fokus der Untersuchungen. Für Projektionen und Szenarien werden aber auch die internationalen Ausgangslagen und Interessen berücksichtigt und analysiert. Das US-Magazin Barron’s bezeichnete Stratfor aufgrund seiner nachrichtendienstlichen Eigenschaften 2010 als „Schatten-CIA“.[1] Gründer und CEO des Unternehmens ist George Friedman.
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Seit 1996 publiziert Stratfor einen täglichen Bericht mit aktuellen Entwicklungen. Dieser Service wird heute über das Internet angeboten und steht gegen eine Gebühr jedem Interessierten offen. Daneben wird eine Vielzahl von geopolitisch verwertbaren Informationen angeboten. Dies umfasst beispielsweise umfangreiches Kartenmaterial, Auftragsarbeiten und regionale Analysen.
Daneben wird ein kostenloser wöchentlicher Newsletter verteilt, welcher sich mit einem aktuellen oder als interessant eingestuften Thema der Welt- und/oder Sicherheitspolitik befasst.
Die Liste der Kunden wurde bisher von Stratfor nicht veröffentlicht, ist aber teilweise über Wikileaks einsehbar. Es greifen beispielsweise einige internationale Konzerne, insbesondere aus der Rohstoffbranche, auf Stratfor zurück. Außerdem werden auch staatliche Organisationen mit Informationen versorgt. Viele größere amerikanische Medien verwenden Stratfor für Hintergrundinformationen oder als Quelle.[2] Auch deutschsprachige Medien nutzen Stratfor.[3]
Am 24. Dezember 2011 wurde nach einem Hackerangriff, der mutmaßlich von Mitgliedern des Kollektivs Anonymous im Rahmen der Aktion LulzXmas verübt wurde, eine Kundenliste mit rund 4000 Einträgen veröffentlicht. Die Hacker verschafften sich eigenen Angaben zufolge Zugriff auf mehr als 200 Gigabyte Daten und kündigten an, mit den erbeuteten Kreditkartennummern, die unverschlüsselt abgespeichert waren, Überweisungen an Hilfsorganisationen zu tätigen.[4][5][6] Andreas Bogk, Sprecher des Chaos Computer Clubs und als Abonnent des Stratfor-Newsletters selbst von der Aktion betroffen, kritisierte die mangelhaften Vorkehrungen des Unternehmens zur Wahrung der Informationssicherheit.[7] Ungewissheit besteht über die Identität der Angreifer. So dementierte eine am 25. Dezember 2011 veröffentlichte „Pressemitteilung“ von Anonymous jegliche Beteiligung und verurteilte den Hack als Missachtung der Pressefreiheit.[8][9] Am 31. Dezember wurden 75.000 Namen, Adressen, Kreditkartennummern und Passwörter von Kunden und 860.000 Benutzernamen und Passwörter von 860.000 Menschen, die sich auf der Internetseite des Unternehmens angemeldet hatten, ins Netz gestellt.[10][11]
Am 27. Februar 2012 begann Wikileaks in Kooperation mit 25 Medienpartnern mit der Veröffentlichung von zunächst 214 Nachrichten aus einem Datenpool von über fünf Millionen unternehmensinterner E-Mails.[12][13] WikiLeaks verfolgt das Ziel, das Informantennetz des Unternehmens zu enttarnen, sowie die aus Sicht von WikiLeaks fragwürdigen oder illegalen Methoden von Stratfor darzustellen. Die Zeit schrieb: „Um zu belegen, dass Stratfor eher ein privat und unkontrolliert arbeitender Geheimdienst sei, führt WikiLeaks etwa eine E-Mail des Stratfor-Gründers und Chefs George Friedman an eine Mitarbeiterin an. Darin heißt es: ‚Wenn dies eine Quelle ist, von der du glaubst, dass sie wertvoll sein könnte, musst du die Kontrolle über sie gewinnen. Kontrolle heißt finanzielle, sexuelle oder psychologische Kontrolle...‘“.[14][15]