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StreitkrÀfte der Vereinigten Staaten

Flagge StreitkrÀfte der Vereinigten Staaten
United States Armed Forces
United States Department of Defense Seal.svg
FĂŒhrung
Oberbefehlshaber: PrÀsident der Vereinigten Staaten (derzeit Barack Obama)
Verteidigungsminister: Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten (derzeit Leon Panetta)
MilitĂ€rische FĂŒhrung: Kommandeure der Unified Combatant Commands
Sitz des Hauptquartiers: Arlington County, Virginia
MilitÀrische StÀrke
Aktive Soldaten: 1.478.896[1]
Reservisten: 1.099.915[2]
Wehrpflicht: ausgesetzt 1973
Wehrtaugliche Bevölkerung: insgesamt (MĂ€nner und Frauen; Alter 15–49): 109.305.756 (2005; SchĂ€tzung)[3]
Wehrtauglichkeitsalter: vollendetes 18. Lebensjahr, Verpflichtung ab dem vollendeten 17. Lebensjahr mit Zustimmung der Eltern möglich.[3]
Anteil der Soldaten an der Gesamtbevölkerung: 0,46 %
Haushalt
MilitĂ€rbudget: 636 Milliarden Dollar, davon 128 Milliarden fĂŒr die Kriege in Afghanistan und Irak (Fiskaljahr 2010; SchĂ€tzung)[4]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 4,06 %[5] (2005)
Geschichte
GrĂŒndung: 1784
Faktische GrĂŒndung: 1775
Höchste MannstÀrke: 12.123.000[6] (1945)

Die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten (offizielle englische Bezeichnung: United States Armed Forces, inoffiziell meist US military) sind das MilitĂ€r der USA, ein zentrales Instrument der Außenpolitik der Vereinigten Staaten und fĂŒr die Hegemonialstellung des Landes von entscheidender Bedeutung. Sie bestehen aus vier TeilstreitkrĂ€ften − US Army, US Air Force, US Navy und US Marine Corps − und stellen seit Jahrzehnten die am besten ausgestattete und personell nach der Volksbefreiungsarmee der Volksrepublik China die zweitgrĂ¶ĂŸte MilitĂ€rmacht der Welt dar.

Die vier TeilstreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten bestehen aus etwa 1,5 Millionen aktiven Soldaten und knapp 1,1 Mio. Reservisten,[2] die sich im Kriegsfall um die paramilitĂ€risch ausgerichtete KĂŒstenwache ergĂ€nzt werden kann. ZusĂ€tzlich verfĂŒgen sie ĂŒber etwa 745.000 zivile Mitarbeiter.[7] Oberbefehlshaber ist der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten, wĂ€hrend die zwei Kammern im Kongress die demokratische Kontrolle ausĂŒben. Die Ă€lteste Teilstreitkraft ist das Heer, welches 1775 gegrĂŒndet wurde, die jĂŒngste sind die 1947 gegrĂŒndeten LuftstreitkrĂ€fte.

Nach weitlĂ€ufiger FremdeinschĂ€tzung,[8][9][10][11] amerikanischer Eigendarstellung[12] und politikwissenschaftlichem Konsens[13] sind die StreitkrĂ€fte der USA die schlagkrĂ€ftigsten der Welt. Diese Schlagkraft fußt auf dem mit Abstand und anhaltend grĂ¶ĂŸten MilitĂ€rbudget (Vergleich: USA: ca. 900 Milliarden US-Dollar; Deutschland: 46 Milliarden US-Dollar) der Welt, aus dem die umfangreichsten Anteile in AufklĂ€rung, Informationsfluss, Vernetzung, AusrĂŒstung und Forschung fließen. Trotz der höchsten Staatsverschuldung in der Geschichte des Landes beschloss das US-Parlament am 9. Juli 2011 fĂŒr das "Fiscal Year" (FY) 2012 einen neuen Rekordetat in Höhe von 649 Milliarden US-Dollar.[14]
Technische Innovationen und Personalentwicklungsmaßnahmen im MilitĂ€r der Vereinigten Staaten sind fĂŒr die Partner in der NATO, deren fĂŒhrendes Mitglied die Vereinigten Staaten sind, und andere VerbĂŒndete wegweisend.[15]

Organisatorisch durchliefen die StreitkrĂ€fte eine Wandlung von einem lokalisierten Milizwesen nach englischem Vorbild, das sich ĂŒber wiederkehrende Instanzen der Wehrpflicht zu einer Berufsarmee zentralisierte, und weisen heute Merkmale all dieser drei Rekrutierungsmethoden auf. Die StĂ€rke des MilitĂ€rs der Vereinigten Staaten orientiert sich seit jeher an der Bedeutung, die sich die Vereinigten Staaten außenpolitisch beimessen, sodass StreitkrĂ€fte und Diplomatie eine parallele Entwicklung durchliefen. So war das MilitĂ€r sowohl durch Dutzende Interventionen im Ausland als auch durch seine abschreckende Wirkung nach außen hin fĂŒr den Aufstieg des Landes zur Supermacht und fĂŒr den Erhalt dieses Status ĂŒber den Kalten Krieg hinaus mitverantwortlich. Neben dem weltweiten Zerfall staatlicher Strukturen hat der militĂ€rische Vorsprung der Vereinigten Staaten das Auftreten asymmetrischer Kampfformen begĂŒnstigt, die die US-StreitkrĂ€fte vor strategische Herausforderungen stellen.[10][11]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Infanteristen der Kontinentalarmee
Amerikanische Soldaten 1919 in New York nach der Heimkehr aus dem Ersten Weltkrieg
Amerikanische Artillerie wÀhrend des Korea-Krieges nahe Seoul
Zielerfassungsvideos prĂ€sentierten den Zweiten Golfkrieg als prĂ€zise gefĂŒhrt
Soldaten in den Bergen Afghanistans

Vor und wĂ€hrend der GrĂŒndung der Vereinigten Staaten entstanden quasi-militĂ€rische Gruppierungen aus schlecht ausgebildeten Milizen unter dem Kommando der Bundesstaaten. Ein Beschluss des Kontinentalkongresses sah die GrĂŒndung einer Kontinentalarmee vor, in der diese zusammengefasst werden sollten. Diese Streitkraft gewann, mit erheblicher UnterstĂŒtzung Frankreichs, den UnabhĂ€ngigkeitskrieg unter dem Kommando von George Washington, wurde jedoch in Anlehnung an die Ideale der Revolution danach wieder aufgelöst.

Mit der Zeit wurde die Notwendigkeit eines stehenden Heeres sowie einer Marine offensichtlich. Die Bestellung mehrerer Fregatten im Jahr 1794 war die faktische Geburtsstunde der US-Marine. Das Heer fasste ein weiteres Mal die desorganisierten und schlecht ausgebildeten Kontingente der State militias zusammen, um ihre StĂ€rken zu bĂŒndeln und ihre SchwĂ€chen zu bereinigen.

Zwischen der GrĂŒndung der Vereinigten Staaten und dem BĂŒrgerkrieg siegten US-amerikanische StreitkrĂ€fte im amerikanisch-tripolitanischen Krieg an der nordafrikanischen KĂŒste, konnten sich im Britisch-Amerikanischen Krieg nicht durchsetzen, ermöglichten aber die territoriale Ausdehnung der Vereinigten Staaten zum SĂŒdwesten hin. Zu Beginn des BĂŒrgerkrieges wurden mehrere Einheiten Teil des konföderierten MilitĂ€rs, darunter einige der fĂ€higsten GenerĂ€le. Der Krieg kostete 600.000 Menschen das Leben und dauerte vier Jahre, bis die Unionsarmee den endgĂŒltigen Sieg errang.

In der Zeit zwischen dem BĂŒrgerkrieg und den 1890ern nahm die Bedeutung des MilitĂ€rs ab, auch wenn im Zuge der stetigen West-Erweiterung der Vereinigten Staaten Einheiten der Army gegen Indianer kĂ€mpften. Zur Zeit des Jahrhundertwechsels kehrte sich dieser Trend jedoch wieder um, als die MachtfĂŒlle der Vereinigten Staaten zuzunehmen begann, was die endgĂŒltige juristische Trennung von polizeilichen und militĂ€rischen Kompetenzen erforderlich machte. Die Armee kĂ€mpfte 1898 im Spanisch-Amerikanischen Krieg und auf den Philippinen. Hinzuzurechnen sind ebenfalls Dutzende Interventionen nach der Monroe-Doktrin in Lateinamerika und die Entsendung der Great White Fleet durch den PrĂ€sidenten Theodore Roosevelt zur Demonstration des neuen nationalen Selbstbewusstseins. Mit dem Militia Act von 1903 wurde die Nationalgarde gegrĂŒndet.

ErstĂŒrmung des Strandabschnittes Omaha wĂ€hrend der Landung in der Normandie
US-Soldaten in Bagdad

Im April 1917 traten die Vereinigten Staaten als Reaktion auf den ausufernden uneingeschrĂ€nkten U-Boot-Krieg des Deutschen Kaiserreiches als assoziierte Macht an der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Die USA unterstĂŒtzten ihre VerbĂŒndeten durch gewaltige Mengen an Nachschub, entlasteten sie mit der Entsendung eines millionenstarken Expeditionsheeres nach Europa und leisteten so einen entscheidenden Beitrag zur Niederlage der MittelmĂ€chte. Aufgrund des in der Zwischenkriegszeit vorherrschenden Isolationismus wurde das US-MilitĂ€r, vor allem die LandstreitkrĂ€fte, stark reduziert, jedoch zum Teil bereits im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges wieder ausgebaut.

Aufgrund des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor traten die Vereinigten Staaten im Dezember 1941 zunĂ€chst gegen Japan in den Krieg ein, wenig spĂ€ter erklĂ€rten die beiden AchsenmĂ€chte Deutschland und Italien den Vereinigten Staaten den Krieg. In der Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Deutschland nahmen die StreitkrĂ€fte an der RĂŒckeroberung weiter Teile Nordafrikas, Italiens und Westeuropas teil und stellten wie im Ersten Weltkrieg eine Überlegenheit an Waffen, Truppen und Nachschub her, die den Alliierten das Niederringen des Deutschen Reiches ermöglichten. Nur so war zum Beispiel den Westalliierten die Eröffnung einer zweiten Front in der großangelegten, erfolgreich begangenen Landung in der Normandie möglich. Im Pazifik drĂ€ngten sie fast ohne fremde UnterstĂŒtzung die Truppen des japanischen Kaiserreiches in einem mĂŒhevollen so genannten „Island Hopping“ (deutsch: „Inselspringen“) zurĂŒck. Die japanische Kapitulation erzwangen die Vereinigten Staaten durch den Einsatz zweier Atombomben, in deren Besitz sie sich als erste Nation der Welt seit 1944 befanden, um eine verlustreiche Invasion der japanischen Hauptinseln zu vermeiden.

Bereits in der Endphase des Zweiten Weltkrieges bahnten sich die bevorstehenden Spannungen des Kalten Krieges an. Die staatskritische Tendenz der Gesellschaft der Vereinigten Staaten, die eine Verkleinerung des MilitĂ€rs nach dem Ende großer Kriege selbstverstĂ€ndlich gemacht hatte, wich der Furcht vor der Ausbreitung des Kommunismus, sodass amerikanische Truppen in großer Zahl im Ausland stationiert wurden.

Über 40 Jahre hinweg sollte der 1947 beschlossene National Security Act die tiefgreifendste MilitĂ€rreform darstellen. Viele Behörden und Einheiten, die im gerade abgeschlossenen globalen Konflikt mit der Maßgabe ein möglichst zĂŒgiges Funktionieren gegrĂŒndet worden waren, wurden nun zusammengefasst oder reformiert. Waren die Lufteinheiten im Zweiten Weltkrieg Bestandteil des Heeres, so stellte das Gesetz sie den anderen StreitkrĂ€ften unter dem Dach der United States Air Force gleich. Wichtigste Neuerung war darĂŒber hinaus die Schaffung eines zentralen Auslandsgeheimdienstes, dem im Laufe des Kalten Krieges ein ganzes Netzwerk an Geheimdiensten mit speziellen Kompetenzen zuarbeiten sollte. Ebenso beinhaltete das Gesetz die Schaffung streitkrĂ€fteĂŒbergreifender GeneralstĂ€be und Ministerien.

Mit dem Aufkommen des Kalten Krieges entzĂŒndete sich eine Debatte um die Strategie der StreitkrĂ€fte. FĂŒhrende Offiziere der Air Force vertrauten auf Kernwaffen als konventionelle Offensivmittel und verlangten massive Ausgaben im Bereich der strategischen Bomber. DemgegenĂŒber verwies die Marine auf die Erfolge der Dominanz zur See im Zweiten Weltkrieg. Die Stornierung eines bestellten FlugzeugtrĂ€gers durch Verteidigungsminister Louis A. Johnson, der die LuftstreitkrĂ€fte bevorzugte, fĂŒhrte zum Aufstand der Admirale.

TatsĂ€chlich blieben beide TeilstreitkrĂ€fte wĂ€hrend des Kalten Krieges ĂŒberwiegend gleichberechtigt, obwohl die strategische Initiative in der Luft zu einem immer wichtigeren Moment der amerikanischen und westlichen MilitĂ€rdoktrin wurde. Die United States Air Forces in Europe (USAFE) leisteten einen großen Beitrag zur Abschreckung der Sowjetunion und wurden aufgrund der geostrategischen Lage Europas zu einem zentralen Drehkreuz amerikanischer MilitĂ€roperationen in aller Welt. Auf dem Höhepunkt ihrer StĂ€rke unterstanden 60.000 Luftwaffenangehörige den USAFE.

FlÀchenbombardement im Vietnamkrieg

Obwohl es zu keiner direkten Konfrontation mit der Sowjetunion kam, kĂ€mpften amerikanische Soldaten in mehreren Stellvertreterkriegen zwischen den beiden Machtblöcken. WĂ€hrend der drei Jahre dauernde Koreakrieg, in dessen Folge ein bedeutender Anteil der US-StreitkrĂ€fte in SĂŒdkorea stationiert wurde, mangels eines erfolgreichen Abschlusses fast in kollektive Vergessenheit geriet, verursachte der letztendlich verlorene Vietnamkrieg weitreichende militĂ€rische und soziale VerĂ€nderungen. Den USA war es nicht gelungen, die Republik SĂŒdvietnam gegen die Angriffe des nördlichen Landesteiles, der kommunistisch geprĂ€gt war, zu verteidigen. Einschneidendstes Beispiel war die Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 1973. FĂŒr knapp zwei Jahrzehnte verhinderte das Trauma des Krieges in SĂŒdostasien grĂ¶ĂŸere Operationen des US-MilitĂ€rs.

In den 1980er Jahren kĂ€mpften amerikanische Truppen in den Operationen Just Cause in Panama und Urgent Fury auf Grenada. Im Libanon begrĂŒndete der Tod von 239 Marines und der darauffolgende Abzug auslĂ€ndischer Truppen den Beginn des dortigen BĂŒrgerkriegs. Der Goldwater-Nichols Act von 1986 reorganisierte das MilitĂ€r und beendete erfolgreich die ausufernden RivalitĂ€ten zwischen den StreitkrĂ€ften. Nach dem Zerfall der Sowjetunion setzten KĂŒrzungen, Rationalisierungen und Standortschließungen ein. Dennoch bestritt das US-MilitĂ€r EinsĂ€tze. Die Befreiung Kuwaits im Verbund mit knapp 30 anderen LĂ€ndern, die innerhalb von vier Tagen zur völligen Zerschlagung der StreitkrĂ€fte des Irak bei minimalen Verlusten der Koalition fĂŒhrte, demonstrierte die militĂ€rische Vormachtstellung der Vereinigten Staaten. Die US-StreitkrĂ€fte zermĂŒrbten die irakischen Einheiten zunĂ€chst durch wochenlange Luftangriffe, ein Einsatz von Bodentruppen erfolgte erst, als kein starker Widerstand mehr zu erwarten war. Der Einsatz in Somalia experimentierte mit der Nutzung von MilitĂ€reinheiten zur Stabilisierung schwacher bzw. zur Errichtung handlungsfĂ€higer Nationalstaaten. Er endete jedoch mit der Niederlage in der Schlacht von Mogadischu, die das US-MilitĂ€r in urbanem Gebiet mit den Taktiken von Guerilleros konfrontierte. Daneben intervenierte das US-MilitĂ€r in mehreren kleineren EinsĂ€tzen wie im Kosovo und in Haiti.

Die TerroranschlĂ€ge vom 11. September 2001 gaben eine strategische Neuorientierung vor, die sich zum Beispiel in der Transformation der US Army und der KĂŒndigung des Comanche-Programms niederschlugen. Das Verteidigungsbudget stieg auf ein nach dem Kalten Krieg bisher ungekanntes Niveau. Noch im Jahre 2001 marschierten die Vereinigten Staaten in Afghanistan ein und im MĂ€rz 2003 in den Irak. Der Krieg gegen den Irak wurde ebenfalls unter dem Vorwand der TerrorbekĂ€mpfung gefĂŒhrt, spĂ€ter stellte sich aber heraus, dass das Regime von Saddam Hussein weder Verbindungen zu Osama bin Laden unterhielt noch wurden chemische Kampfstoffe gefunden, die fĂŒr die Region eine Bedrohung dargestellt hĂ€tten. WĂ€hrend die FeldzĂŒge militĂ€risch erfolgreich verliefen, erweist sich die Befriedung der Einsatzgebiete als schwierig. Das Kampfgeschehen hat sich seit Ende 2008 vom Irak wieder nach Afghanistan verlagert, der wie der Koreakrieg als "Vergessener Krieg" bezeichnet wurde. Die im Irak erfolgreich angewandte Strategie der Zusammenarbeit mit Einheimischen und die planmĂ€ĂŸige Vertreibung von AufstĂ€ndischen aus deren RĂŒckzugsgebieten hat in der strategisch schwer zu beherrschenden Bergwelt von Afghanistan bislang noch zu keinem Erfolg gefĂŒhrt. Vielmehr hat sich das Kampfgebiet inzwischen auch auf Grenzregionen in Pakistan erweitert, wo die US-StreitkrĂ€fte bereits mehrere Operationen, unter anderem mit ferngesteuerten Drohnen, durchgefĂŒhrt haben. Durch die schwere Unterscheidung von Taliban, AufstĂ€ndischen und lokalen Gruppen kommt es immer wieder zu ZwischenfĂ€llen, denen unbeteiligte Zivilisten zum Opfer fallen. Inzwischen dauern beide EinsĂ€tze lĂ€nger als das amerikanische Engagement im Zweiten Weltkrieg.

Kriegsopfer

Gefallene

Trauerfeier fĂŒr einen im Irak gefallenen US-Soldaten

In absoluten Zahlen waren der Zweite Weltkrieg, der Sezessionskrieg, der Erste Weltkrieg, und der Vietnamkrieg die verlustreichsten Kriege der Vereinigten Staaten. In diesen Kriegen fielen durch direkte Feindeinwirkung 292.131, 184.594 (beide BĂŒrgerkriegsparteien zusammengenommen), 53.513 respektive 47.369 amerikanische Soldaten.

Gedenkflagge fĂŒr Soldaten, die sich im Status „Missing In Action“ befinden oder Kriegsgefangene sind.

Wenn andere Todesursachen wie Seuchen, Verwundungen mit Todesfolge, Erfrierungen oder friendly fire hinzugerechnet werden, war die grĂ¶ĂŸte Todesrate im Sezessionskrieg zu verzeichnen, in dem mit 600.000 insgesamt mehr amerikanische Soldaten ums Leben kamen als in allen anderen Kriegen der USA zusammengenommen. Etwa 4.8% der insgesamt eingesetzten Soldaten ĂŒberlebten den Krieg nicht.[16]

Von Àhnlicher HÀrte geprÀgt, gemessen an der Gefallenenquote, waren der UnabhÀngigkeitskrieg und der Krieg gegen Mexiko, bei denen mit 4.435 respektive 1.733 Soldaten jeweils 2,2% der Truppe im Gefecht getötet wurden. Anteilig war dies zwar mehr als die 1,8% der Truppe, die im Zweiten Weltkrieg fielen, aber die absoluten Zahlen waren mit durchschnittlich 6.700 Mann pro Monat dort erheblich höher.

Verwundete

Bei den Verwundeten der Kriege mit amerikanischer Beteiligung seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist prozentual ein RĂŒckgang zu verzeichnen. Im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg und im BĂŒrgerkrieg fiel ein Viertel, bei den SĂŒdstaaten fast ein Drittel der Truppe wegen Verwundungen aus.[17] Alle anderen großen Kriege einschließlich des Zweiten Weltkrieges verursachten Verwundungsquoten zwischen 5 % und 7 %. Danach verringerte sich in Korea und Vietnam die Quote auf 2,4 %. Nach dem Vietnamkrieg fiel die Verwundungsquote auf bisher unbekannte Werte. Diese Tendenz lĂ€sst sich mit der allgemeinen medizintechnischen Entwicklungen und dem bewusst erhöhten Aufwand der US-StreitkrĂ€fte hinsichtlich der TruppenfĂŒrsorge erklĂ€ren, die wiederum in der Professionalisierung des MilitĂ€rs begrĂŒndet liegt.

Das Risiko eines amerikanischen Soldaten, im Kampf getötet zu werden oder an im Kampf zugezogenen Verletzungen zu sterben, verringerte sich wĂ€hrend der Besetzung des Irak auf einen Tiefstand, obwohl das vorwiegend urban geprĂ€gte Schlachtfeld die medizinische Evakuierung der Soldaten erschwerte. Dieser Entwicklung liegt die Entwicklung sogenannter Forward Surgical Teams (deutsch, ungefĂ€hr: „vorgelagerte chirurgische Behandlungsgruppe“).[18] Dies sind mobile und umfassend ausgerĂŒstete Ärzteteams in Alarmbereitschaft, die eine vollwertige ambulante medizinische Versorgung bis zu einer stationĂ€ren Unterbringung des Verwundeten gewĂ€hrleisten können. Durch diese Behandlungsteams, die auch vor Ort operieren, konnte die Wahrscheinlichkeit, eine Verwundung zu ĂŒberleben, von 75 % im Vietnamkrieg auf 90 % zum Jahresende 2004 gesteigert werden.[19]

Vermisste

Missing Man Table als Ehrenplatz fĂŒr vermisste und gefallene Soldaten in einem Speisesaal in Afghanistan.

Die Suche nach vermissten Soldaten aller TeilstreitkrÀfte ist Auftrag des Joint POW/MIA Accounting Command, einer Arbeitsgruppe des Defense Prisoner of War/Missing Personnel Office innerhalb des Verteidigungsministeriums. Diese kooperiert seit MÀrz mit der Russischen Föderation in deren Rolle als Nachfolgestaat der Sowjetunion in einem Komitee.[20]

Seit 1945 gelten ungefĂ€hr 83.900 amerikanische Soldaten weltweit als vermisst, davon knapp 74.000  durch den Zweiten Weltkrieg.[21] Mit der zunehmenden Verkleinerung und Professionalisierung der StreitkrĂ€fte, einhergehend mit steigenden Erwartungenen an die TruppenfĂŒrsorge sowie der erweiterten diplomatischen, logistischen und technischen Möglichkeiten, den Verbleib sogenannter MIAs (Missing in Action) zu klĂ€ren, sanken diese Zahlen fĂŒr die Konflikte nach dem Zweiten Weltkrieg auf jeweils wenige Tausende: fĂŒr den Koreakrieg auf 8.000 und fĂŒr den Vietnamkrieg auf 1.600. Obwohl EinzelfĂ€lle aus dem Zweiten Golfkrieg, beispielsweise der des Piloten Scott Speicher, eine rege öffentliche Anteilnahme erfuhren, verbleiben laut offizieller Statistik keine Vermissten aus diesem Krieg.[21]

Kriegsverbrechen

Opfer des My-Lai-Massakers

Soldaten der Vereinigten Staaten haben in mehreren bewaffneten Auseinandersetzungen Kriegsverbrechen begangen, die durch die zunehmende mediale Behandlung des Krieges sowie gegen den verkĂŒndeten Anspruch der US-StreitkrĂ€fte, möglichst „saubere“ Kriege zu fĂŒhren, öffentlich wurden. In dieser Hinsicht stach der Vietnamkrieg mit dem Massaker von My Lai heraus. Aus dem Koreakrieg wurde das Massaker von Nogeun-ri bekannt. Auch wĂ€hrend des Irak-Krieges bzw. wĂ€hrend der Besetzung des Irak wurden immer stĂ€rkere VorwĂŒrfe gegen US-Soldaten laut. Von den bestĂ€tigten VorfĂ€llen erlangten der Abu-Ghuraib-Folterskandal sowie das Massaker von Haditha traurige BerĂŒhmtheit. Die Rolle der StreitkrĂ€fte in den Indianerkriegen ist demgegenĂŒber nicht so weit aufgearbeitet, obwohl Ereignisse wie zum Beispiel das Massaker bei Wounded Knee grundsĂ€tzlich vollstĂ€ndig dokumentiert sind.

Kriegskosten

Eine Bestimmung der Kosten, die die KriegsfĂŒhrung fĂŒr die Vereinigten Staaten außerhalb des gewöhnlichen Verteidigungsbudgets verursacht hat, gestaltet sich aufgrund vielfach verlorengegangener Dokumente, verĂ€nderten Buchhaltungsmechanismen und der oft nicht zu rekonstruierenden Inflation als schwierig und kann daher nicht allgemein zuverlĂ€ssig angegangen werden. Dennoch stellt ein Kongressbericht[22] aus dem Jahre 2008 fest, dass der Zweite Weltkrieg inflationsbereinigt 4,1 Billionen US-Dollar (Dollar-Stand vom 30. Juni 2008) gekostet hat, und das damalige Bruttonationaleinkommen der USA mit 37,5% belastete. Die nĂ€chstgrĂ¶ĂŸeren fiskalischen Belastungen fĂŒr die USA waren vor dem 21. Jahrhundert der Vietnamkrieg, der 686 Milliarden Dollar und 1968 nahezu 9,5% des Bruttonationaleinkommens verschlang, sowie der Koreakrieg, dessen Finanzierung sich auf 320 Milliarden Dollar belief und 1952 etwa 14,1% des BNE beanspruchte. Die weltweiten KriegsfĂŒhrungs- und Sicherungsmaßnahmen der Vereinigten Staaten seit 2001 haben bis zum Haushaltsjahr 2008 demgegenĂŒber 859 Milliarden Dollar gekostet, fallen aber im Jahr 2008 mit insgesamt 4,2% verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gering ins Gewicht.

Auftrag

Schutzobjekt und Legitimationsurkunde der StreitkrÀfte: Die Verfassung der Vereinigten Staaten

Juristische Auftragsdefinition

Der Auftrag der StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten ist der Schutz der Verfassung der Vereinigten Staaten, deren zentrale Werte republikanisch-demokratische Prinzipien sind. Abgegrenzt wird der Inhalt dieses Schutzauftrags ĂŒber die Verfassung hinaus durch die War Powers Resolution, ein Bundesgesetz. Im politischen System der Vereinigten Staaten, in dem sich vor allem die Exekutivlastigkeit der Verfassung ausdrĂŒckt, sind zahlreiche Institutionen verankert, die den PrĂ€sidenten bei der AusĂŒbung des Oberbefehls beraten.

Verfassungsrechtliche Grundlage

Laut Artikel II, Abschnitt 2, Absatz I, Satz 1 der Verfassung ist der PrĂ€sident „[
] Oberbefehlshaber der Armee und der Flotte der Vereinigten Staaten und der Miliz der Einzelstaaten, wenn diese zur aktiven Dienstleistung fĂŒr die Vereinigten Staaten auf gerufen wird[
]“.[23] „Das Recht, [anderen Nationen] den Krieg zu erklĂ€ren“, hat gemĂ€ĂŸ Artikel I, Abschnitt 8, Satz 11 jedoch nur der Kongress, der einen Krieg mit einer Zweidrittelmehrheit beider HĂ€user absegnen muss. Diesem Satz folgen Bestimmungen, die seine Finanzhoheit gerade in militĂ€rischen Fragen verdeutlichen: Ihnen zufolge bestimmt der Kongress allein darĂŒber, „Armeen aufzustellen und zu unterhalten; die Bewilligung von Geldmitteln hierfĂŒr soll jedoch nicht fĂŒr lĂ€nger als auf zwei Jahre erteilt werden;“ (Satz 12) „eine Flotte zu bauen und zu unterhalten;“ (Satz 13), „Reglements fĂŒr FĂŒhrung und Dienst der Land- und SeestreitkrĂ€fte zu erlassen;“ (Satz 14).

Obwohl die Philadelphia Convention die Verfassung der Vereinigten Staaten im Geiste einer friedlichen Entwicklung des Menschen entwickelte, ist das MilitÀr der Vereinigten Staaten nicht per Definition dem internationalen Frieden und weltweiter StabilitÀt verpflichtet.

Bundesgesetze

Die Verfassung ist nach den Gewohnheiten des Common Law, der angelsĂ€chsischen Rechtstradition, allgemein gehalten, sodass das Bundesrecht die Verantwortung fĂŒr die Landesverteidigung ausdifferenziert. Grundlage amerikaner Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist der National Security Act aus dem Jahr 1947. Nach dem Koreakrieg gingen PrĂ€sidenten dazu ĂŒber, EinsĂ€tze der StreitkrĂ€fte als Polizeiaktionen zu deklarieren, was die unbedingte KriegserklĂ€rungskompetenz der Legislative aushöhlte. Daher beschloss der Kongress 1973 durch Überstimmung des Vetos des damaligen PrĂ€sidenten Richard Nixon die War Powers Resolution. Sie legte fest, dass der PrĂ€sident den Kongress binnen 48 Stunden ĂŒber die Aufnahme jeglicher kriegerischer Handlungen zu informieren hat. Der Einsatz muss nach 60 Tagen beendet sein, bevor der PrĂ€sident eine VerlĂ€ngerung um weitere 30 Tage beantragen muss. Diese kann der Kongress in dringenden AusnahmefĂ€llen gewĂ€hren, bevor er zu einer formalen KriegserklĂ€rung ĂŒbergehen muss.

Die AuftrÀge der TeilstreitkrÀfte sind in Einzelgesetzen im 10. Buch des United States Code festgelegt.

Das Posse Comitatus-Gesetz schließt EinsĂ€tze des MilitĂ€rs im Inland aus.

Vereidigung

Bis auf den Text können die FormalitÀten der Vereidigung variiert werden. HÀufig finden sie am Rande von Sportereignissen statt, es können auch Kleingruppen vereidigt werden.

Alle Mitglieder der StreitkrĂ€fte werden auf die Verfassung vereidigt. Der Gelöbnistext fĂŒr Offiziere, die ihr Patent erhalten haben, unterscheidet sich vom Eid aller anderen einberufenen Soldaten. Die heutige Fassung des Einberufungseides wurde am 5. Mai 1960 verabschiedet und lautet[24]:

„I, [Name der zu vereidigenden Person], do solemnly swear [alternativ: affirm] that I will support and defend the Constitution of the United States against all enemies, foreign and domestic; that I will bear true faith and allegiance to the same; and that I will obey the orders of the President of the United States and the orders of the officers appointed over me, according to regulations and the Uniform Code of Military Justice. So help me God.“

– Title 10, US Code

zu deutsch:

„Ich, [Name der zu vereidigenden Person], schwöre feierlich [alternativ: versichere], dass ich die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen alle Feinde schĂŒtzen und verteidigen werde, ob fremd oder heimisch; dass ich zu derselben wahre Treue und LoyalitĂ€t bewahren werde; und dass ich den Befehlen des PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten sowie der mir nach dem Uniform Code of Military Justice [Anm.: englische Bezeichnung fĂŒr das US-amerikanische Wehrrecht] ĂŒbergeordneten Offiziere Folge leisten werde, so wahr mir Gott helfe.“

– Zehntes Buch des Bundesrechts der Vereinigten Staaten

Zivile Kontrolle

Durch die Aufteilung des Oberbefehls ĂŒber die StreitkrĂ€fte einerseits sowie die Budgethoheit und das KriegserklĂ€rungsrecht andererseits auf die Exekutive respektive Legislative konnte sich eine lang anhaltende Tradition der zivilen Kontrolle ĂŒber die Armee etablieren. Eine verlĂ€ssliche zivile Kontrolle setzte jedoch erst im 19. Jahrhundert nach hĂ€ufig wiederkehrenden Spannungen zwischen Politik und MilitĂ€r gegeben.

Als vorbildlicher PrĂ€zedenzfall fĂŒr die absolute Unterordnung der StreitkrĂ€fte unter den Willen der Politik gilt das SelbstverstĂ€ndnis George Washingtons als citizen-soldier (deutsch ungefĂ€hr: „BĂŒrgersoldat“), das in seinen GrundzĂŒgen auf das angloamerikanische Milizsystem zurĂŒckgeht. Washington entschĂ€rfte die drohende Newburgh-Verschwörung gegen Ende des Revolutionskrieges und trat unmittelbar nach Ende der Kriegshandlungen von seinem Offizierspatent zurĂŒck.

Nach mehreren kleineren Umsturzversuchen gefĂ€hrdete der Ruf breiter Bevölkerungsschichten nach einer MilitĂ€rdiktatur angesichts der drohenden Unionsniederlage erneute das vorherrschende VerhĂ€ltnis zwischen den beiden Institutionen. Die Demokraten versuchten darĂŒber hinaus 1863, den noch dienenden General Ulysses S. Grant als PrĂ€sidentschaftskandidaten aufzustellen. Der populĂ€re Grant verweigerte sich jedoch der Kandidatur und wurde erst als PensionĂ€r im Jahre 1868 zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt.[25] Diese prekĂ€ren Konflikte fĂŒhrten neben einer tendenziellen Staatskritik bis zum Zweiten Weltkrieg immer zu einer Verkleinerung des MilitĂ€rs nach KriegseinsĂ€tzen.

Im 20. Jahrhundert verfestigte sich die Tradition der zivilen Kontrolle. Vor allem Kritiker aus dem liberalen bis linksgerichteten Spektrum weisen jedoch auf die zeitweilig vorherrschende Parteibindung höherer Offiziere an die Republikaner von bis zu 70 %[26] sowie die Warnung Dwight D. Eisenhowers auf das mögliche Erstarken eines militĂ€risch-industriellen Komplexes hin.

Verteidigungspolitische Institutionen und Gewohnheiten

Die ĂŒberwiegend allgemeinen Bestimmungen der Verfassung in der Tradition des Common Law haben zur Folge, dass in ihr im Gegensatz zum deutschen Grundgesetz kein einziges Ministerium erwĂ€hnt ist. Bis auf die BeschrĂ€nkung, dass völkerrechtliche Abkommen der Ratifizierung durch den Kongress bedĂŒrfen, ist der PrĂ€sident in der Gestaltung der Außenpolitik frei. Dennoch gilt der Verteidigungsminister als eines der wichtigsten Kabinettsmitglieder, welches bisher noch von keinem PrĂ€sidenten ausgelassen wurde.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich jedoch ein immer verzweigteres Netzwerk an Gremien herauskristallisiert, aus deren Sachkompetenz PrĂ€sident, Verteidigungsminister und hohe Offiziere schöpfen können. Die wichtigsten Einrichtungen, wie zum Beispiel der Nationale Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten entstanden ĂŒberwiegend aufgrund der beiden großen Reformgesetze von 1947 oder 1986. Die politische Opposition versucht meist, ĂŒber die AusschĂŒsse der Parlamentskammern Einfluss auf die Meinungsbildung in verteidigungspolitischen Fragen zu nehmen. Daneben hat sich in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten ein mit MilitĂ€r, Politik, Medien, Firmen und UniversitĂ€ten verknĂŒpftes Netzwerk an Analysten und Denkfabriken herausgebildet, das fester Bestandteil der amerikanischen Politik geworden ist.

Tagespolitisch betrachtet leitet sich aus den beiden ĂŒbergeordneten Gesetzestexten Verfassung und War Powers Resolution die wegweisende Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten ab, eine Doktrin an der Schnittstelle zwischen MilitĂ€r und Politik. Ihre strategischen Anweisungen beziehen die StreitkrĂ€fte dann aus der ihr untergeordneten, rein militĂ€rischen Nationalen Verteidigungsstrategie. Deren Bedeutung ist daran messbar, dass jeder PrĂ€sident zu Beginn seiner Amtszeit eine aktualisierte Fassung ausarbeiten muss, die in der Öffentlichkeit unter seinem Namen bekannt wird, zum Beispiel die sogenannte Bush-Doktrin. Die Schwerpunkte der aktuellen Nationalen Verteidigungsstrategie liegen zurzeit auf dem Kampf gegen den globalen Terrorismus, die Sicherung nationaler Interessen sowie fĂŒr die Vereinigten Staaten existenzieller Ressourcen.

Der Verteidigungsminister hat ĂŒber die National Command Authority in seinem Ministerium Teil am Oberbefehl des PrĂ€sidenten.

Strategie und MilitÀrdoktrin

Geostrategische Ausgangslage

Lage der Vereinigten Staaten

Das Territorium der Vereinigten Staaten ist im Wesentlichen zweigeteilt. WĂ€hrend die sogenannten Continental United States oder lower 48 Sitz der Hauptstadt Washington, D.C. sind, wird Alaska durch die Beringstraße von Russland getrennt. In geostrategischer Hinsicht grenzen die Vereinigten Staaten an zwei VerbĂŒndete, Kanada im Norden und Mexiko im SĂŒden. Im Westen grenzen die USA an den Pazifik, in dem auch das amerikanische Archipel Hawaii liegt, und im Osten an den Atlantik. Die Sicherung dieser Weltmeere unter Wasser, auf der WasseroberflĂ€che sowie aus und in der Luft ist fĂŒr den Geltungsanspruch der Vereinigten Staaten von zentraler Bedeutung. Als gesichert fassen die Vereinigten Staaten diese Transportwege dann auf, wenn Bedrohungen wie potentielle Angreifer oder Piraten verhindert oder bekĂ€mpft werden können, um den uneingeschrĂ€nkten Zugang zu ihren VerbĂŒndeten zu sichern. Diese befinden sich jenseits der beiden Ozeane in Europa, Ostasien und Ozeanien und umfassen das Vereinigte Königreich und andere NATO-Mitglieder respektive Japan und die Republik Korea sowie Australien. Daraus ergeben sich die strategischen PrioritĂ€ten der StreitkrĂ€fte untereinander. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist daher die LuftĂŒberlegenheit fĂŒr jede militĂ€rische Intervention der Vereinigten Staaten entscheidend. Die US Navy operiert in TrĂ€gerverbĂ€nden, welche die Weltmeere ĂŒberwachen. Das Marine Corps kann dadurch ungehindert intervenieren, sollte es nötig sein. FĂŒr lĂ€ngere Operationen am Boden kann dann die Army mobilisiert werden. Dieser kaskadenartige Aufbau militĂ€rischer StĂ€rke an jedem Punkt der Erde soll zĂŒgiger als bei möglichen Gegnern ablaufen. Daher ist auch Geschwindigkeit ein entscheidendes Moment in diesem Prozess.

Verteidigungspolitische Dokumente

Hierarchisches Organigramm der MilitÀrdoktrin der Vereinigten Staaten unter dem Primat der Politik.

Die MilitĂ€rdoktrin der Vereinigten Staaten ist allein aufgrund der Vielzahl an strategischen Veröffentlichungen eine der vielschichtigsten ĂŒberhaupt. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein im Vierjahrestakt herausgegebener Bericht namens Quadrennial Defense Review (QDR), der meist mit der Jahreszahl seiner Veröffentlichung angegeben wird. Sein Zweck besteht darin, dem Kongress die kurzfristigen verteidigungspolitischen Erwartungen und Prognosen des militĂ€rischen Apparates darzulegen, die vor allem mit Fragen der Budgetvergabe im Zusammenhang stehen.

Das wichtigste verteidigungspolitische Dokument innerhalb der Exekutive ist die allgemeine MilitĂ€rdoktrin Doctrine for the Armed Forces of the United States in ihrer ergĂ€nzten Fassung vom Mai 2007. Alle strategischen Dokumente unterliegen einer systematischen, hierarchisch geordneten Nummerierung, sodass die Doctrine for the Armed Forces of the United States die Bezeichnungen Joint Publication 1 oder JM-1 erhĂ€lt. Die Joint Publication 1 stellt eine „allumfassende Anleitung fĂŒr den Einsatz der StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten“[27] dar. Der Krieg wird als „komplexes, menschliches Unterfangen“ begriffen, das keinen vorgegebenen Regeln folgt.[27] Damit stehen die StreitkrĂ€fte der USA in der Tradition des preußischen MilitĂ€rtheoretikers Carl von Clausewitz, auf den das Dokument ausdrĂŒcklich Bezug nimmt. DarĂŒber hinaus versteht sich das MilitĂ€r als gleichberechtigtes politisches Instrument neben anderen politischen Instrumenten wie der Diplomatie, der Wirtschaft und der Informationstechnik.[27]

Alleinstellungsmerkmale

Seit dem Kalten Krieg weist der politikwissenschaftliche Zweig der Strategischen Studien den Vereinigten Staaten, wie auch anderen aktuellen und historischen politischen Gemeinschaften, Alleinstellungsmerkmale in der KriegsfĂŒhrung zu, die auf politische, geographische und kulturelle Gegebenheiten zurĂŒckgehen. Zusammengefasst ergeben diese einen American Way of War,[28] der sich in einer Ungeduld gegenĂŒber langanhaltenden MilitĂ€roperationen manifestiert und daher eine frĂŒhe Entscheidung der Auseinandersetzung zu erzwingen versucht. Verschiedene Elemente des American Way of War, wie der Einsatz von Spezialeinheiten oder von Satelliten, sind als prĂ€gend fĂŒr diesen umstritten. Konsens besteht jedoch hinsichtlich der Beobachtung, dass die politisch-militĂ€rische FĂŒhrung der Vereinigten Staaten auf strategische Effekte der LuftkriegsfĂŒhrung vertraut, also der Überzeugung ist, dass unter geeigneten Bedingungen ĂŒberlegene Feuerkraft in und aus der Luft die politische Beilegung eines Konflikts herbeifĂŒhren kann.[29][30] Diese Überzeugung liegt ebenso dem Konzept des strategischen Bombardements (strategic bombing) und den einflussreichen Luftkriegsthesen John Wardens und John Boyds zugrunde. Colin Gray weist dem American Way of War die Attribute „apolitisch, astrategisch, ahistorisch, optimistisch lösungsorientiert, kulturell ignorant, technikabhĂ€ngig, feuerkraftorientiert, großangelegt, hochgradig konventionell, logistisch exzellent [und] ausfallaversiert“ zu.[31]

Gliederung

Die US Army verfĂŒgt ĂŒber rund 7 500 M1-Abrams-Kampfpanzer
Der „Tarnkappenbomber“ B-2 der US Air Force kostet ĂŒber 2 Mrd. US-Dollar pro StĂŒck.
Die elf FlugzeugtrÀger der US Navy bilden eine weltweite Operationsgrundlage.
Die Marineinfanterie kommt in Konflikten oftmals als erstes zum Einsatz
Die konsequent rot-weiße Lackierung ist das Markenzeichen der US Coast Guard.

TeilstreitkrÀfte

Die fĂŒnf TeilstreitkrĂ€fte des MilitĂ€rs sind juristisch betrachtet Behörden, deren Auftrag das zehnte Buch des United States Code definiert. Drei von ihnen, nĂ€mlich die LuftstreitkrĂ€fte, das Heer und die Marine, verfĂŒgen ĂŒber ein eigenes Ressort im Pentagon, dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten. Die Marineinfanterie untersteht aufgrund ihrer besonderen AbhĂ€ngigkeit von der US Navy ebenfalls dem Department of the Navy (DoN). Die KĂŒstenwache untersteht aufgrund ihrer ĂŒberwiegend nichtmilitĂ€rischen Aufgabenstellung in Friedenszeiten dem zivilen Ministerium fĂŒr Innere Sicherheit, auch wenn sie per Gesetz als Teilstreitkraft gilt. Im Falle einer KriegserklĂ€rung oder eines PrĂ€sidentenerlasses wird sie dem Department of the Navy des Pentagon unterstellt, bis der PrĂ€sident ihr diese Oberaufsicht wieder entzieht. Trotz der Funktionsweise als Streitkraft insgesamt sind die amerikanischen TeilstreitkrĂ€fte ungewöhnlich autark. In ihren Strukturen Ă€hneln sich die einzelnen TeilstreitkrĂ€fte sehr, was die KompatibilitĂ€t untereinander erhöht.

Heer

Das Heer der Vereinigten Staaten ist die United States Army. Sie hat eine MannstĂ€rke von rund 522.000.[1] Charakteristisch fĂŒr die Army sind die rein rechnerisch vollstĂ€ndige Durchmotorisierung, die Betonung von Kommandomissionen und Spezialeinheiten sowie das Gefecht der verbundenen Waffen bereits innerhalb der Streitkraft. Die Heeresfliegerei besteht nur aus Hubschraubern. Durch ihre Wurzeln in der Amerikanischen Revolution ist sie die Ă€lteste der nationalen TeilstreitkrĂ€fte.

LuftstreitkrÀfte

Die United States Air Force (USAF) ist mit rund 331.000 Soldaten[1] und rund 14.100 FluggerĂ€ten[32] die stĂ€rkste Luftstreitkraft der Welt und strategisches KernstĂŒck der US-StreitkrĂ€fte. Sowohl offensive als auch defensive Großoperationen gehen meist von der Air Force aus.

Ihr Anteil am gesamten Verteidigungsbudget ist mit etwa 30 % der grĂ¶ĂŸte. Auch die Weltallstrategie wurde ihr ĂŒbertragen. Die Geschichte der militĂ€rischen Luftfahrt begann in den Vereinigten Staaten im Jahre 1907. Erst 1947 wurde die Air Force eine eigenstĂ€ndige, den anderen gleichgestellte Teilstreitkraft und entwickelte im Laufe des Kalten Krieges ihre herausragende Rolle. Neben der Air Force hat die National Guard, die Army, das Marine Corps, die Coast Guard und die Navy zahlreiche Luftfahrzeuge (diese zĂ€hlen nur indirekt zu den LuftstreitkrĂ€ften der Vereinigten Staaten).

Marine

Die Marine der Vereinigten Staaten, die United States Navy (USN), verfĂŒgt ĂŒber 335.000 Mann[1] und ist damit zahlenmĂ€ĂŸig die grĂ¶ĂŸte Kriegsmarine der Welt. Sie umfasst darĂŒber hinaus 300 Schiffe und 4.000 FluggerĂ€te in fĂŒnf Flotten. Aufgrund der geographischen Lage der Vereinigten Staaten, die von zwei Ozeanen umgeben sind, ergibt sich fĂŒr die zweitĂ€lteste Streitmacht eine besondere strategische Bedeutung. Große Anerkennung wurde ihr wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges zuteil und PrĂ€sident Ronald Reagan wollte sie in den 1980ern auf ĂŒber 600 Schiffe vergrĂ¶ĂŸern.

Marineinfanterie

MilitĂ€risches, mediales und populĂ€rkulturelles AushĂ€ngeschild der Vereinigten Staaten ist die Marineinfanterie, das United States Marine Corps (USMC). Ihre 186.000 Soldaten sind in ExpeditionsstreitkrĂ€fte, sogenannte Marine Expeditionary Forces, eingeteilt und kommen in der Offensive oft als erste zum Einsatz. Die Marines sind von der Navy abhĂ€ngig, verfĂŒgen aber im Gegensatz zu den anderen TeilstreitkrĂ€ften ĂŒber fast alle Waffengattungen. Bereits ihre GrĂŒndung in dem Gasthaus Tun Tavern in Philadelphia war ungewöhnlich und wurde Teil ihres Ethos, ihre Bedeutung wuchs vor allem durch den Pazifik- und Koreakrieg.

KĂŒstenwache

Die United States Coast Guard ist die KĂŒstenwache der Vereinigten Staaten. Sie untersteht in Friedenszeiten nicht dem Verteidigungsministerium, sondern dem Ministerium fĂŒr Innere Sicherheit. Ihre 38.000 Mann sind mit den Aufgaben KĂŒstenschutz, Katastrophenschutz, KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung zur See sowie Umweltschutz betraut. Sie arbeitet eng mit den TeilstreitkrĂ€ften zusammen und verfĂŒgt ĂŒber begrenzte militĂ€rische KapazitĂ€ten und entstand 1915 aus verschiedenen kĂŒstenschĂŒtzenden Behörden. Durch die Furcht vor TerroranschlĂ€gen und die NĂ€he der Vereinigten Staaten zu sĂŒdamerikanischen Drogenanbaugebieten ist die Belastung der KĂŒstenwache in den letzten Jahren stetig gestiegen.

UnterstĂŒtzungseinheiten

Ein Großteil des US-MilitĂ€rs ist mit Aufgaben betraut, die nicht oder ausschließlich indirekt zur Beeinflussung des Kampfgeschehens beitragen. Insofern ist eine breite StreitkrĂ€ftebasis vorhanden, die aber nicht im Sinne des Begriffs bei der deutschen Bundeswehr in einer einzigen Behörde institutionalisiert und von dieser verkörpert wird.

Ein zentraler SanitĂ€tsdienst wie bei der Bundeswehr existiert nicht. Die medizinische Versorgung obliegt den TeilstreitkrĂ€ften, wobei das Marine Corps und die KĂŒstenwache hier wie bei anderen Angelegenheiten Zugang zu den Einrichtungen der Navy haben. Die Oberaufsicht ĂŒber die SanitĂ€tsdienste der StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten haben die Surgeons General (zu deutsch ungefĂ€hr: „Generalarzt“), deren Rang jeweils der eines Drei-Sterne-Generals ist.[33]

Um mögliche feindliche VerbÀnde zu simulieren, werden bestimmte Einheiten zu Opposing Forces ernannt.

Informationsbeschaffung

Wappen der Defense Intelligence Agency.

Viele Regierungsbehörden der Vereinigten Staaten arbeiten mit den StreitkrĂ€ften zusammen oder sind Teil von ihnen. Alle StreitkrĂ€fte verfĂŒgen ĂŒber einen eigenen Geheimdienst. Beim Heer ist dies die United States Army Intelligence, bei der Marine das Office of Naval Intelligence. Die LuftstreitkrĂ€fte verfĂŒgen ĂŒber die Air Intelligence Agency, das Marine Corps ĂŒber die Marine Corps Intelligence Activity und die KĂŒstenwache ĂŒber die Coast Guard Intelligence. Ihnen ĂŒbergeordnet ist die Defense Intelligence Agency, bei der das gesammelte Nachrichtenmaterial zentral verarbeitet und aufbereitet wird, um von den militĂ€rischen EntscheidungstrĂ€gern genutzt zu werden. Die ehemals federfĂŒhrende Funktion des Auslandsgeheimdienstes Central Intelligence Agency wurde an den Director of National Intelligence abgegeben, der sĂ€mtliches Nachrichtenmaterial aller US-Nachrichtendienste, der United States Intelligence Community, zentral bezieht und den politischen EntscheidungstrĂ€gern vortrĂ€gt. Der vormals nicht selten vorkommenden Parallelarbeit und immer wieder auftretenden Kompetenzstreitigkeiten einzelner Geheimdienste der Vereinigten Staaten sollte so Abhilfe geschaffen werden.

Um den Anspruch der geltenden MilitĂ€rdoktrin auf ein möglichst großes Informationsangebot erfĂŒllen zu können, unterhĂ€lt das Verteidigungsministerium eine gewisse Anzahl von Nachrichtendiensten, die sich einzelnen Aspekten der Informationsbeschaffung widmen. Dabei bedienen sie sich sowohl offen zugĂ€nglicher als auch geheim beschaffter Informationen. Die National Geospatial-Intelligence Agency ist im Bereich der geographischen AufklĂ€rung tĂ€tig. Das National Reconnaissance Office ist fĂŒr sĂ€mtliche Aspekte der weltraumgestĂŒtzten Informationsbeschaffung zustĂ€ndig und Betreiber der US-Spionagesatelliten.

Der bekannteste militĂ€rische und gleichzeitig der grĂ¶ĂŸte Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten ĂŒberhaupt ist die National Security Agency, die zwar administrativ und technisch dem Verteidigungsministerium unterstellt ist, operativ aber direkt dem National Security Advisor. Sie fokussiert sich auf die weltweite Überwachung von Telekommunikation. TĂ€glich wertet die Behörde zehntausende von E-Mails, Telefonaten und anderen Übermittlungen in Bezug auf die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten aus. Sie unterhĂ€lt selbst mehrere Unterbehörden.

FĂŒrsorge

Logo des American Forces Network.
Logo des AAFES

Traditionell nimmt die TruppenfĂŒrsorge einen hohen Stellenwert ein. Dies beruht auf der Überzeugung, dass eine gute Versorgung die Motivation der Soldaten stĂ€rkt. Zur Unterhaltung der weltweit stationierten Soldaten (siehe unten) betreibt das Department of Defense eine eigene Unterbehörde, Armed Forces Entertainment (AFE) genannt. Diese veranstaltet VorfĂŒhrungen aller Art und arbeitet mittlerweile mit den United Service Organizations, einer Freiwilligenorganisation zusammen, die sich ebenfalls fĂŒr die StĂ€rkung der Moral amerikanischer Soldaten im Ausland einsetzt.

Mit American Forces Network wird ein Medienzusammenschluss bezeichnet, der Soldaten im Ausland primÀr mit Nachrichten versorgen soll. Durch die jahrzehntelange Verankerung an ihren Standorten hat sich das Angebot mittlerweile zu einer vielfÀltigen Informations- und Unterhaltungsplattform ausgeweitet.

Handelskette der US-StreitkrĂ€fte, ebenfalls weltweit prĂ€sent, ist der Army & Air Force Exchange Service. Sie beliefern die PX Stores, die in vielen StationierungslĂ€ndern ĂŒber die Grenzen der MilitĂ€rbasen hinaus bekannt sind, auch wenn nur MilitĂ€rangehörige und deren Familien dort einkaufen dĂŒrfen. Die PX Stores sollen den amerikanischen MilitĂ€rangehörigen und ihren Familien von der Produktpalette her weltweit den gleichen Versorgungstandard bieten, wie CONUS. Gleichzeitig sind die angebotenen Produkte in der Regel steuerfrei, was neben der heimischen Produktauswahl einen besonderen Kaufanreiz bietet. Ursache fĂŒr diese Befreiung ist der Umstand, dass der AAFES keine ErtrĂ€ge erwirtschaften darf, da er vom MilitĂ€rbudget der Vereinigten Staaten, also von Steuergeldern, mitfinanziert wird. Das Konzept des PX Stores wurde von mehreren anderen global aktiven MilitĂ€rs ĂŒbernommen, zum Beispiel von den StreitkrĂ€ften des Vereinigten Königreichs oder der Bundeswehr.

StÀrke

Kampfkraft und deren Entfaltung

Start einer Interkontinentalrakete vom Typ Peacekeeper (seit 2005 außer Dienst gestellt)

Das MilitĂ€r der Vereinigten Staaten ist einzigartig hinsichtlich der konventionellen Kampfkraft, die es weltweit in einer sehr hohen Geschwindigkeit aufbauen und wenn notwendig, langfristig aufrechterhalten kann. Auch wenn es Partnern innerhalb der NATO sowie den StreitkrĂ€ften Russlands, Chinas und Indiens möglich ist, militĂ€rische Übersee-Expeditionen zu unternehmen, so sind die Vereinigten Staaten als einzige Nation in der Lage, kurzfristig einen grĂ¶ĂŸeren regionalen Krieg außerhalb ihres Heimatterritoriums auf einem anderen Kontinent zu fĂŒhren. Entsprechend wird daraus ein doktrinaler Anspruch abgeleitet. Die Vereinigten Staaten sind darĂŒber hinaus eine der wenigen Nationen, die sofort einsetzbare nuklearbestĂŒckte Interkontinentalraketen in stĂ€ndiger Alarmbereitschaft halten. Die USA verfĂŒgen derzeit ĂŒber das weltweit grĂ¶ĂŸte Arsenal an strategischen Waffen.

Um weltweit einsetzbar zu sein, investieren die Vereinigten Staaten einen betrĂ€chtlichen Teil ihres MilitĂ€rbudgets in logistische KapazitĂ€ten. Dadurch soll die bedarfsgerechte Entfaltung der Kampfkraft garantiert sein. Die US Air Force unterhĂ€lt eine große Flotte von C-5-Galaxy-, C-17-Globemaster-III- und C-130-Hercules-Transportflugzeugen. Das US Marine Corps verfĂŒgt ĂŒber sieben sogenannte Marine Expeditionary Units (MEU) zur See. Diese Marineexpeditionseinheiten, die jeweils etwa 2.200 Mann stark sind, werden transportiert von den Atlantik- und Pazifikflotten der US Navy im Rahmen der Fleet Marine Force, einem verbundenen Kommando der beiden TeilstreitkrĂ€fte. Die Flotte der Vereinigten Staaten verfĂŒgt ĂŒber elf FlugzeugtrĂ€ger und entsprechende TrĂ€gerkampfgruppen.

Die US-StreitkrĂ€fte unterhalten eine große Flotte von Transportflugzeugen, hier mehrere C-17 Globemaster
Soldaten der 13. Marine Expeditionary Unit

Die US Army ist nicht so mobil wie das US Marine Corps. Im Hinblick auf die zu erwartenden Aufgaben der Army im 21. Jahrhundert hat der ehemalige Stabschef der US Army, General Schoomaker eine Umstrukturierung angekĂŒndigt von gegenwĂ€rtig 37 auf 48 Brigaden mit einer stĂ€rkeren Betonung der Möglichkeit, die Kampfkraft zu konzentrieren und umzulenken. Dennoch bleiben die Aufgaben von Army und Marine Corps zum Teil höchst unterschiedlich.

Die weltweit mobilisierbaren KrĂ€fte sind die Basis fĂŒr die historisch bisher einmalige militĂ€rische MachtfĂŒlle. Der linksliberale Publizist Gregg Easterbrook, dessen Schriften regelmĂ€ĂŸig in mehreren Tageszeitungen und landesweiten Zeitschriften erscheinen, umschreibt das folgendermaßen:[34]

„Das amerikanische MilitĂ€r ist zurzeit das stĂ€rkste, das die Welt je gekannt hat, sowohl in absoluten wie in relativen MaßstĂ€ben; [es ist] stĂ€rker als die Wehrmacht im Jahre 1940, und stĂ€rker als die Legion auf dem Höhepunkt römischer Macht.“

Die heutzutage ĂŒbliche asymmetrische KriegsfĂŒhrung – die neue Antithese der konventionellen KriegsfĂŒhrung â€“ erschwert die Bedingungen nicht nur fĂŒr die US-StreitkrĂ€fte, sondern fĂŒr die MilitĂ€rkrĂ€fte aller Staaten. Allerdings hat das US-MilitĂ€r aufgrund zahlreicher praktischer EinsĂ€tze (zum Beispiel in Panama, in Afghanistan und wĂ€hrend der Besetzung des Irak) im Vergleich zu allen anderen konventionellen StreitkrĂ€ften die bisher umfangreichsten Erfahrungen mit dieser Kriegsform gesammelt. Die bisher wichtigsten verteidigungspolitischen Konsequenzen, die die Vereinigten Staaten daraus gezogen haben, sind die RĂŒckkehr zur PrĂ€senz am Boden (s. u.), der Wettstreit mit der Guerillabewegung um deren politische Legitimation in der Bevölkerung („Winning Hearts and Minds“) und ein verstĂ€rkter Einsatz von Spezialeinheiten als De-facto-Teilstreitkraft.

TruppenstÀrke

Um der Überdehnung des MilitĂ€rs entgegenzuwirken, hat Verteidigungsminister Robert Gates im Jahr 2007 dem damaligen PrĂ€sidenten George W. Bush einen Vorschlag zur VergrĂ¶ĂŸerung der StreitkrĂ€fte um 92.000 Mann auf knapp 1,45 Millionen Soldaten unterbreitet. Von dieser Anzahl sollen 65.000 auf die Army, der Rest auf das Marine Corps entfallen. Die Erweiterung soll bis 2012 anhalten und kehrt den letzten Truppenabbau von Donald Rumsfeld aus dem Jahr 2001 (vor den AnschlĂ€gen des 11. September) um, der knapp 40.000 Stellen abbaute.[35] Gates gab damit der immer stĂ€rker werdenden Kritik an der Politik seines VorgĂ€ngers Recht. Diese bestritt v. a. Rumsfelds Vertrauen in Technik als alleiniges Mittel zum Kriegs- und Besatzungsabschluss.[36]

Die Überdehnung der StreitkrĂ€fte hat ebenfalls die erste TruppenverstĂ€rkung seit dem Kalten Krieg zur Folge. Seit dem Vietnamkrieg war die Anzahl der aktiven Soldaten rĂŒcklĂ€ufig. Befanden sich 1970 unter Richard Nixon 3.064.760 Soldaten im Dienst, so waren es zehn Jahre spĂ€ter unter Jimmy Carter noch 2.050.627. Diese Zahl blieb bis zum Ende des Ost-West-Konflikts stabil, ab 1990 setzte jedoch eine starke Rationalisierung ein, die sich bis zu den AnschlĂ€gen des 11. September 2001 hielt.[37] Der Truppenabbau unter Nixon war so massiv gewesen, dass Carter wieder aufstockte.[38]

Budget

Im Vergleich der RĂŒstungsausgaben verschiedener LĂ€nder befinden sich die Vereinigten Staaten auf dem ersten Platz.

Die jĂ€hrlichen Ausgaben fĂŒr den Unterhalt der StreitkrĂ€fte lagen in der Amtszeit von George W. Bush bei durchschnittlich knapp $ 400 Milliarden (rund € 329 Mrd.), wobei sie bis auf eine Senkung um ein halbes Prozent im Jahre 2005 stetig gestiegen waren. Im internationalen Vergleich liegen die Vereinigten Staaten mit diesem Volumen auf dem ersten Platz, gefolgt von Frankreich (72,974 Mrd. US-Dollar) und Großbritannien (67,667 Mrd. US-Dollar).[39] Der Anteil der Vereinigten Staaten an den weltweiten MilitĂ€rausgaben bewegt sich bei 40 Prozent. Zwischen 2001 und 2004 verzeichnete der Wehretat eine Zunahme um 30% von 324 auf 455 Milliarden Dollar.[40]

Obwohl der PrĂ€sident dem Kongress jĂ€hrlich ein öffentlich einsichtiges Budget vorschlĂ€gt, ist die Finanzierung des MilitĂ€rs intransparent, da viele als zivil deklarierte Ausgaben auch militĂ€risch genutzt werden. So bezieht die Begrifflichkeit military budget die Ausgaben des Energieministeriums fĂŒr die Lagerung und Instandhaltung der nationalen Atomwaffen mit ein, wĂ€hrend der Begriff defense budget dies nicht tut. Zudem werden viele Operationen und Beschaffungen mit den Nachrichtendiensten kofinanziert. Im defense budget enthalten sind ebenso wenig die Kosten fĂŒr laufende GroßeinsĂ€tze wie zurzeit im Irak und in Afghanistan, die gesondert aufgefĂŒhrt werden.

Vor dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg bewegten sich die MilitĂ€rausgaben traditionell auf sehr niedrigem Niveau. Trotz eines vorangehenden Modernisierungsprogramms lagen sie noch 1940 bei 1,7 %. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat das MilitĂ€rbudget der Vereinigten Staaten nicht mehr die Marke von 5 % des Bruttoinlandsprodukts ĂŒberschritten und gilt somit als volkswirtschaftlich tragbar. Seinen prozentualen historischen Höchststand erreichte es im Haushaltsjahr 1944 mit 37,8 % des BIP. Im Koreakrieg erreichte der Etat nicht einmal 15 % und wĂ€hrend der Dauer des Vietnamkriegs wurde zu keinem Zeitpunkt mehr als ein Zehntel des BIP fĂŒr das MilitĂ€r aufgewendet. Nach immer weitergehenden KĂŒrzungen mit einem Nachkriegstiefstand von 3 % in den Jahren 1999–2001 hob die Bush-Regierung das Budget auf 3,9 % des BIP im Jahr 2006 an.[41]

Die Wehrausgaben der Vereinigten Staaten ĂŒberschritten 2004, inflationsbereinigt und gemessen am Stand des US-Dollars wieder die Ausgaben von 1989 und die Ausgaben von 2005 die von 1988.[42]

Diese Relationen fĂŒhren vor allem BefĂŒrworter des MilitĂ€rbudgets an. Gegner, wie beispielsweise einige QuĂ€ker<b />vereinigungen, messen die von ihnen kritisierte Maßlosigkeit des US-MilitĂ€rhaushalts meist an seinem Anteil an den Gesamtausgaben der Regierung. Den Betrieb der AtomstreitkrĂ€fte sowie die Kosten fĂŒr die KriegseinsĂ€tze mit eingerechnet, betrĂ€gt der Anteil an militĂ€rischen Aufwendungen ĂŒber 40 % des Regierungsetats.[43] DarĂŒber hinaus wird die absolute Höhe des Verteidigungsetats, der den der gesamten restlichen Welt ĂŒbersteigt, als kontraproduktiv oder maßlos verworfen.

Die Betriebskosten fĂŒr die StreitkrĂ€fte verschlingen einen Großteil des MilitĂ€rbudgets. Mit knapp 117,0 Mrd. Dollar beanspruchte die EinsatzfĂŒhrung knapp 30 Prozent des Etats, wĂ€hrend die Personalkosten mit ungefĂ€hr 98,6 Mrd. ein weiteres Viertel des Jahresbudgets in Anspruch nahmen. Der Rest verteilte sich vor allem auf die AusrĂŒstungsbeschaffung mit 72,7 Mrd. und die Forschung mit 61,8 Mrd. Dollar sowie auf das Bauwesen.[44]

Eine zunehmende Sorge der StreitkrĂ€fte ist die stetige Kostenexplosion in allen Bereichen der Budgetierung. Eine Untersuchung des Congressional Research Service, dem wissenschaftlichen Dienst des Kongresses, macht sowohl interne Handlungen als auch externe Entwicklungen dafĂŒr verantwortlich. Zu der selbstverursachten Kostenentwicklung trĂŒgen nicht nur die objektiven Kosten der AusrĂŒstungsentwicklung und -beschaffung, sondern auch das selbstgesteckte Tempo der Forschung bei, ebenso wie die stĂ€ndige Verbreiterung der sozialen Absicherung, Ausbildungsfinanzierung und ImmobilienzuschĂŒsse fĂŒr angeworbene Soldaten und deren Familien, wĂ€hrend das verbreitete Aufgabenspektrum, das erhöhte Operationstempo und die schnell anwachsenden Kosten in der Gesundheitsversorgung von außen hinzutrĂ€ten. Insgesamt sind die laufenden Kosten der US-StreitkrĂ€fte pro Soldat von knapp 30.000 US$ im Jahre 1955 auf fast 120.000 US$ gestiegen.[45]

Der derzeitige US-Verteidigungsminister Robert Gates will in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren zusĂ€tzliche 78 Milliarden Dollar (59,6 Mrd. Euro) einsparen. Dazu soll auch eine Truppenreduzierung um 47.000 Soldaten ab 2015 beitragen.[46]

Im Wetteifern teilstreitkraftspezifischer Interessengruppen spiegelt sich die RivalitĂ€t zwischen den DirektempfĂ€ngern des Verteidigungsbudgets (Army, Navy, Air Force) wider. Insbesondere die Navy League, die Air Force Association und die Association of the U.S. Army versuchen das jĂ€hrliche Budget nicht ausschließlich gegen drohende KĂŒrzungen zu verteidigen, sondern zielen auch auf den Etat der anderen TeilstreitkrĂ€fte ab. Sie genießen dabei hĂ€ufig die UnterstĂŒtzung voraussichtlicher Auftragnehmer.[47]

Organisation

Veranschaulichte Befehlskette der US-StreitkrÀfte

Im Folgenden werden die vertikale FĂŒhrung, das heißt die Befehlskette, in absteigender Reihenfolge, sowie die horizontale FĂŒhrung, das heißt die ministeriale, die geographische und die funktionale Struktur des US-MilitĂ€rs erlĂ€utert.

Vertikale Befehlskette

Zivile FĂŒhrung

GemĂ€ĂŸ der Verfassung der Vereinigten Staaten ist der PrĂ€sident der Oberbefehlshaber der US-StreitkrĂ€fte. Der Verteidigungsminister, der selbst ĂŒber keinerlei Befehlsgewalt ĂŒber konventionelle MilitĂ€reinsĂ€tze verfĂŒgt, bildet mit ihm zusammen die „National Command Authority“, deren alleinige und ausschließliche Kompetenz der Einsatz von Kernwaffen ist. Der PrĂ€sident entscheidet in der Praxis vor allem ĂŒber den Einsatz von Soldaten, die verteidigungspolitische Ausgestaltung dieses Kommandos ĂŒbernimmt der Verteidigungsminister, der traditionell keinen gegenwĂ€rtigen militĂ€rischen Rang innehat.

An der Schnittstelle militÀrischer Aktionen mit der amerikanischen Diplomatie berÀt der Nationale Sicherheitsrat den PrÀsidenten. Dieses Gremium dient des Weiteren der Koordination und Umsetzung der amerikanischen Sicherheitspolitik.

Der PrĂ€sident wird in der tagespolitischen FĂŒhrung der US-StreitkrĂ€fte durch den Verteidigungsminister unterstĂŒtzt. Diesem obliegen die Umsetzung der Anordnungen des PrĂ€sidenten und die FĂŒhrung des US-Verteidigungsministeriums, vor allem in Bezug auf Struktur, Aus- und Weiterbildung, Beschaffungspolitik und die TruppenfĂŒrsorge. Ihm selbst unterstehen Ressorts fĂŒr die einzelnen StreitkrĂ€fte.

Sowohl der PrÀsident als auch der Verteidigungsminister werden in Fragen der Verteidigung und der Nationalen Sicherheit vom Vereinigten Generalstab (Joint Chiefs of Staff) beraten.

Die derzeitigen Amtsinhaber: Leon Panetta wurde als CIA-Direktor zum Verteidigungsminister berufen, wÀhrend Martin E. Dempsey als Stabschef der US-Army zum Generalstabsvorsitzenden ernannt wurde.

MilitĂ€rische FĂŒhrung

In Übereinstimmung mit dem Goldwater-Nichols Act, der 1986 erlassen wurde und die Organisationsstruktur der gesamten StreitkrĂ€fte und des Verteidigungsministeriums nachhaltig verĂ€nderte, bilden die vier Befehlshaber der einzelnen TeilstreitkrĂ€fte zusammen mit seinem Vorsitzenden und dessen Stellvertreter den Vereinigten Generalstab. Die Befehlskette hingegen verlĂ€uft vom PrĂ€sidenten ĂŒber den Verteidigungsminister zu den einzelnen Kommandeuren der Unified Combatant Commands (UCC).

GegenwĂ€rtig bestehen insgesamt neun derartige UCCs: FĂŒnf haben regionale, vier funktionale Aufgabenbereiche. Jede Teilstreitkraft ist dafĂŒr verantwortlich, den Befehlshabern dieser Kommanden eine ausreichende Zahl von Truppen fĂŒr den Einsatz zur VerfĂŒgung zu stellen.

Im Groben reicht die Befehlskette weiter absteigend vom Offizierskorps (Officers) ĂŒber die Unteroffiziere (Non-commissioned officers) zu den Mannschaftsgraden (Enlisted ranks).

Generalstab

→ Hauptartikel: Joint Chiefs of Staff
Abzeichen der Joint Chiefs of Staff.

Die vier Stabschefs der TeilstreitkrÀfte, der Vorsitzende sowie sein Stellvertreter bilden den Vereinigten Generalstab der StreitkrÀfte der Vereinigten Staaten (Joint Chiefs of Staff).

Posten Rang und Name
Vorsitzender der Vereinten Stabschefs General Martin E. Dempsey (US Army)
Stellvertretender Vorsitzender Admiral James A. Winnefeld Jr. (USN)
Stabschef des Heeres General Raymond T. Odierno (US Army)
Stabschef der Marine Admiral Jonathan W. Greenert (USN)
Kommandeur des Marine Corps General James F. Amos (USMC)
Stabschef der Luftwaffe General Norton A. Schwartz (USAF)

Rangstruktur

Die Rangstruktur der StreitkrÀfte der Vereinigten Staaten ist vollstÀndig in die der NATO integriert. Trotz unterschiedlicher Bezeichnungen ist jeder Rang anhand seiner Soldstufe eindeutig zuzuordnen und mit dem entsprechenden NATO-Rangcode mit anderen StreitkrÀften vergleichbar.

Offiziere

Offizierspatente vergibt der US-Senat nach eingehender PrĂŒfung. Im Gegensatz zu anderen LĂ€ndern entscheiden keine anderen Faktoren als FĂ€higkeiten und erbrachte Leistungen ĂŒber die Aufnahme in das Offizierskorps. Bei der jĂ€hrlichen Beförderungsrunde darf die dafĂŒr eingesetzte Kommission nach Bedarf jedoch Schwerpunkte auf bestimmte Bereiche legen, in denen dann ĂŒberproportional viele Soldaten befördert werden.

Die US-StreitkrĂ€fte rekrutieren ihre Offiziere aus vielfĂ€ltigen Quellen. Der meistgenutzte Weg ist der ĂŒber eine von mehreren dafĂŒr eingerichteten MilitĂ€rakademien, darunter die US Military Academy, die US Naval Academy, sowie die US Air Force Academy. DarĂŒber hinaus besteht fĂŒr Absolventen eines College die Möglichkeit am Reserve Officer Training Corps-Programm (ROTC) teilzunehmen und nach dem Abschluss in den aktiven Dienst einzutreten. Hierbei ist zwischen der Einweisung als aktiver und als Reserveoffizier zu unterscheiden, daher dauert die Officer Candidate School (zu deutsch etwa: „OffizieranwĂ€rterschule“) wesentlich lĂ€nger als die Kurse des ROTC-Programms. Aus dem ROTC gehen 60% aller Offiziere der US-StreitkrĂ€fte und 75% aller Offiziere der US Army hervor, diese stellten aber bisher erst zwei der insgesamt 17 Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs (CJCS). Personen, die im zivilen Leben bereits bestimmte Berufe ausĂŒben, können in ihrem Berufsfeld ohne Weiteres zu Offizieren ernannt werden, sind wegen ihrer fachorientierten Ernennung von einem Kommando ausgeschlossen. Dies betrifft zumeist die Verwendungen als Anwalt, Ingenieur oder Arzt. Die Air Force hat prozentual den höchsten Anteil an Offizieren.

Eine Feldbeförderung, battlefield commission genannt, ist vergleichsweise selten. Über eine solche Beförderung mĂŒssen sich mehrere Offiziere einig sein.

Regelungen zur GeneralitÀt

Das Dienstrecht der StreitkrĂ€fte (US Code Title 10 Section 525[48] und 526[49]) limitiert die absolute Anzahl von aktiven Offizieren im Dienstgrad Lieutenant General und General. Insgesamt ist die Anzahl der Generale auf 302 Offiziere fĂŒr die US Army, 216 fĂŒr die US Navy, 279 fĂŒr die US Air Force, 80 fĂŒr das US Marine Corps, sowie zwei fĂŒr den United States Public Health Service (Assistant Secretary for Health und den Surgeon General of the United States) begrenzt. FĂŒr die Army, Navy und Air Force gilt dabei, dass nicht mehr als 16,3 Prozent der aktiven GeneralitĂ€t höherrangig als ein Major General sein und nicht mehr als 25 % den Dienstgrad General fĂŒhren dĂŒrfen. Dies entspricht elf GenerĂ€len fĂŒr das Heer, acht AdmirĂ€len fĂŒr die Marine, zehn GenerĂ€len fĂŒr die Air Force und drei GenerĂ€len fĂŒr die Marineinfanterie.

Viele dieser Vier-Sterne-RĂ€nge sind dabei fĂŒr bestimmte Posten reserviert. So sind in der Army und in der Air Force jeweils der Chief of Staff und der Vice Chief of Staff Generale, in der Marine sind der Chief of Naval Operations und der Vice Chief of Naval Operations jeweils Admirale. Im Marine Corps tragen der Commandant of the Marine Corps und der Assistant Commandant den Dienstgrad eines Generals. Zudem sind der Commandant of the Coast Guard und der Assistant Secretary for Health[50] ein Admiral.

Das Gesetz lĂ€sst jedoch zahlreiche Ausnahmen zu. So fallen Offiziere, die als Vorsitzende des Generalstabs oder als deren Stellvertreter dienen, aus der Prozentregelung fĂŒr ihre Teilstreitkraft heraus. ZusĂ€tzlich gesondert behandelt werden die Offiziere, die in teilstreitkrĂ€fteĂŒbergreifenden Positionen dienen. So fallen die Unified Combatant Commanders und der Kommandierende General der US-StreitkrĂ€fte in Korea aus der Begrenzung fĂŒr GenerĂ€le heraus, zĂ€hlen jedoch fĂŒr die Prozentregelung fĂŒr Generalleutnants. Außerdem kann der PrĂ€sident die Begrenzungen fĂŒr einzelne TeilstreitkrĂ€fte verĂ€ndern, wenn er bei einer anderen Teilstreitkraft jene Änderungen kompensiert. Schlussendlich hat der PrĂ€sident auch die Möglichkeit, die genannten Begrenzungen in Kriegszeiten oder in Zeiten des nationalen Notstandes zu ignorieren.

Ruhestandsregelungen

Offiziere mĂŒssen entweder nach fĂŒnf Jahren im Dienstgrad General/Admiral oder nach 40 Dienstjahren in den Ruhestand gehen, je nachdem, was spĂ€ter zutrifft. Zudem kann die Dienstzeit vom PrĂ€sidenten um fĂŒnf Jahre, bis maximal zum 62. Lebensjahr des Offiziers verlĂ€ngert werden. Alle Offiziere mĂŒssen im Monat nach ihrem 62. Geburtstag in den Ruhestand gehen, jedoch kann der PrĂ€sident bis zu zehn eigentlich pensionsfĂ€hige Offiziere bis zu ihrem 64. Geburtstag im Dienst belassen.

Da die Dienstgrade „Lieutenant General“ und „General“ nur temporĂ€r vergeben werden, muss der Offizier einen angemessenen Posten bekleiden. Tut er dies nicht, muss er innerhalb von 60 Tagen in den Ruhestand gehen oder er wird in einen niedrigeren Dienstgrad ĂŒberfĂŒhrt.[51] Wenn die Regierung einen Offizier fĂŒr eine Position vorgesehen hat, die noch nicht frei ist, muss sie ihn auf einem angemessenen Posten „parken“. Zu diesen Posten gehören zum Beispiel fĂŒr Lieutenant Generals, die zur Beförderung zum General vorgesehen sind der Direktor des Joint Staff, sowie die Direktoren J-3 und J-5 des Joint Staff. FĂŒr spĂ€tere Verwendungen „geparkte“ GenerĂ€le werden als Vizegeneralstabschef ihrer Teilstreitkraft oder als Kommandierender General des US Southern Command eingesetzt. Einige kurzzeitige Ernennungen weg von diesem Posten deuten dabei an, dass das Southern Command ein hĂ€ufig genutzter Dienstweg in diesem Verfahren zu sein scheint. (Wesley Clark, nach 12 Monaten zum Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) ernannt; Peter Pace, nach 12 Monaten zum Vice Chairman of the Joint Chiefs of Staff; Bantz J. Craddock, nach 20 Monaten zum SACEUR ernannt).

Warrant Officer

Bis auf die Air Force, in der es diese Laufbahn nicht gibt, sind in den US-StreitkrĂ€ften Warrant Officer mit dem Erreichen des Dienstgrads Chief Warrant Officer technisch gesehen Offiziere, bilden jedoch eine eigene Laufbahn. Sie werden, genauso wie Offiziere, durch den US-PrĂ€sidenten vereidigt. Sie erhalten Ă€hnliche Privilegien und Verantwortung wie die Offiziere. Jedoch sind sie Spezialisten ihres Aufgabenbereichs und können in KampfeinsĂ€tzen, im Gegensatz zu Offizieren, keine Truppen befehligen, sondern ĂŒben nur Befehlsgewalt in ihrem Spezialgebiet aus. Sie sind mit Offizieren des militĂ€rfachlichen Dienstes der Bundeswehr zu vergleichen.

Unteroffiziere

Unterhalb des Offizierskorps wird im englischen Sprachraum zunĂ€chst nicht differenziert und alle RĂ€nge als enlisted zusammengefasst. Jedoch wird ab einem bestimmten Dienstgrad nicht mehr von enlisted personnel, sondern von den non-commissioned officers (NCO, deutsch: „Offizier ohne Patent“) gesprochen.

Nach ihrer Verpflichtung durchlaufen die Rekruten ihre Grundausbildung, gefolgt von der technischen Spezialausbildung, die die Rekruten in einem Pendant zum deutschen militÀrfachlichen Dienst weiterbildet.

In der Frage der Unteroffiziere, den non-commissioned officers, weichen die TeilstreitkrĂ€fte voneinander ab. Army und Marine Corps klassifizieren im Gegensatz zu den anderen StreitkrĂ€ften bereits den Rang des Korporal als Unteroffiziersdienstgrad. Die Petty-Officer-Dienstgrade 3. bis 1. Klasse der Navy und der Coast Guard reichen in den Bereich der Feldwebel (Staff/Senior Non-commissioned officer) hinein.

Horizontale FĂŒhrungsstruktur

Wehrressorts

Unterhalb der Ministerialebene ist das Verteidigungsministerium geteilt. Eine Vielzahl von Behörden verfĂŒgt ĂŒber spezielle Kompetenzen wie den Satellitenbau fĂŒr die militĂ€rische AufklĂ€rung oder fĂŒr die Aufbau des geplanten Raketenabwehrsystems der Vereinigten Staaten. FĂŒr die Kommandostruktur relevant sind jedoch allein drei streitkrĂ€ftespezifische Ressorts, die von Zivilisten gefĂŒhrt werden. Bis zu ihrer Subordination unter ein neues Hauptquartier im Zuge der Reform der US-Sicherheitspolitik 1947 genossen die TeilstreitkrĂ€fteressorts Kabinettsrang. Seither sind die Secretaries dieser Ressorts wie ein deutscher StaatssekretĂ€r einzustufen, und nicht, wie ihre amerikanische Amtsbezeichnung sonst suggerieren könnte, als Minister.

Wappen des Department of the Army
Wappen des Department of the Navy
Wappen des Department of the Air Force

Das Department of the Army ist das fĂŒr das Heer zustĂ€ndige Ressort. Der Secretary of the Army (offizielle AbkĂŒrzung: SECARM) hat die Aufgabe, seine Vorgesetzten wie auch die Öffentlichkeit ĂŒber heeresspezifische FĂ€higkeiten und Anforderungen zu unterrichten. Ihm beratend zur Seite steht der ranghöchste Offizier des Heeres, der Chief of Staff of the Army. Derzeitiger Amtsinhaber ist Pete Geren.[52]

Eine Besonderheit bildet das Department of the Navy, dessen StaatssekretĂ€r (Secretary of the Navy) zusĂ€tzlich zu seinem Navyverantwortungsbereich noch der des Marine Corps organisatorisch zugeordnet ist. Im Falle einer PrĂ€sidentenverfĂŒgung, die die KĂŒstenwache zur Kriegsstreitkraft erhebt, wird ihm ebenfalls die Verantwortung ĂŒber diese zugeschlagen. Der Secretary of the Navy (abgekĂŒrzt: SECNAV) ĂŒberblickt die Organisation, Ausbildung, Ausstattung und die (De)mobilisierung der ihm zugeteilten StreitkrĂ€fte. Auch bei der Ausarbeitung neuer Doktrinen und Richtlinien wirkt er mit. Derzeitiger Amtsinhaber ist Ray Mabus.[53]

Der dritte StaatssekretÀr ist der Secretary of the Air Force (SECAF) im Department of the Air Force. Auch ihm ist die alltÀgliche Verwaltung seiner Streitkraft zugewiesen. Aktueller SECAF ist Michael B. Donley.

Regionale Kommanden

Areas of responsibility: Die Regionalkommandobereiche der US-StreitkrÀfte
Sicherheitspolitische Kommandokette der Vereinigten Staaten

Um dem Anspruch aller amerikanischen TeilstreitkrĂ€fte gerecht zu werden, „jederzeit und ĂŒberall“[54] einsatzbereit zu sein, der sich aus ihrer herausragenden militĂ€rischen StĂ€rke entwickelte, existiert eine geografische Einteilung in fĂŒnf Regionalkommanden, so genannte Unified Combatant Commands (UCC), die ĂŒberall auf der Welt in ihrem ZustĂ€ndigkeitsbereich agieren und von denen die meisten in Übersee stationiert sind. Ihnen sind die Regionalkommanden der einzelnen TeilstreitkrĂ€fte untergeordnet, die sich immer am selben Standort befinden. So sind dem USCENTCOM z. B. ARCENT (Army Forces Central Command), CENTAF (Central Command Air Forces), MARCENT (Marine Forces Central Command), NAVCENT (Naval Forces Central Command) und SOCCENT (Special Operations Command Central) unterstellt.

Die Namensgebung der UCCs kann fĂŒr Außenstehende irrefĂŒhrend sein, denn die hinter den Akronymen zu vermutende befohlene Region entspricht nicht genau der genannten geographischen Region. Die territoriale Einteilung wurde stark nach VerfĂŒgbarkeit von Truppen fĂŒr einen Krisenfall und nach Logistikgesichtspunkten gewĂ€hlt.

Das derzeit aktivste und daher in Medien stark vertretene Regionalkommando ist das United States Central Command (USCENTCOM). Es steuert sowohl die Operationen im Irak wie in Afghanistan. Das Kommandogebiet von CENTCOM reicht von Ägypten bis Pakistan und in Nord-SĂŒd-Ausdehnung von Kasachstan bis Äthiopien und umfasst somit auch den Nahen Osten. Eine vorgeschobene Kommandobasis fĂŒr das CENTCOM wurde nach dem 11. September 2001 in der NĂ€he Dohas in Katar, eingerichtet, wĂ€hrend sich das Hauptquartier weiterhin auf der MacDill Air Force Base bei Tampa in Florida befindet.

Das United States Northern Command (USNORTHCOM) hat seinen Sitz auf der Peterson Air Force Base bei Colorado Springs im Bundesstaat Colorado. Die territoriale ZustĂ€ndigkeit des NORTHCOM dehnt sich von Alaska, ĂŒber das es zusammen mit dem Pacific Command verfĂŒgt, bis nach Puerto Rico in der nördlichen Karibik aus und umfasst neben dem Staatsgebiet der Vereinigten Staaten noch Kanada und Mexiko. Damit verfĂŒgt es ĂŒber dasselbe Kommandogebiet wie das North American Aerospace Defense Command, einem in US-amerikanisch-kanadischer Kooperation betriebenes Luftraumverteidigungskommando fĂŒr Nordamerika. Dieses ist am selben Standort beheimatet wie das NORTHCOM und de facto mit ihm zusammengefasst, da es zudem denselben Kommandeur hat. Derzeit ist NORTHCOM mit der UnterstĂŒtzung diverser AuftrĂ€ge des US-Heimatschutzministeriums betraut, beispielsweise den Aufbauarbeiten infolge des Hurrikans Katrina oder der Operation Noble Eagle, die einen breiten Objektschutz zum Inhalt hat.

Das restliche Lateinamerika ist dem United States Southern Command (USSOUTHCOM) unterstellt, das in Miami (Florida) aufgestellt wurde, nachdem es zuvor in Panama beheimatet war. Hauptaufgabe des Kommandos ist die Koordinierung des Kampfes gegen die Drogen.

Über eins der grĂ¶ĂŸten zu ĂŒberwachenden Territorien verfĂŒgt das United States European Command (USEUCOM), welches sich in Nord-SĂŒd-Richtung von Spitzbergen bis zur afrikanischen KĂŒste und in West-Ost-Richtung von Grönland bis zur Beringstraße erstreckt. Hierbei bleiben der Nahe Osten sowie weite Teile Asiens ausgespart. Sitz des Kommandos sind die Patch Barracks in Stuttgart-Vaihingen.

Am 6. Februar 2007 gab US-PrĂ€sident George W. Bush bekannt, dass ein weiteres Regionalkommando, das United States Africa Command, fĂŒr den afrikanischen Kontinent aufgestellt und im Jahr 2008 seine volle OperationsfĂ€higkeit erreicht haben werde. Dies geschehe in Abstimmung mit zahlreichen afrikanischen Regierungen und werde die militĂ€rische, aber auch die entwicklungspolitische Hilfe seitens der Vereinigten Staaten stĂ€rker zur Geltung bringen.[55] Im Oktober 2008 erreichte das AFRICOM schließlich seine volle EinsatzfĂ€higkeit.

Das United States Pacific Command (USPACOM) ist bei Honolulu auf Hawaii stationiert. Von dort aus erstreckt sich das Kontrollgebiet des Pazifikkommandos bis nach China und Indien und ĂŒberblickt neben Ozeanien die Antarktis, im Westen reicht sein Kontrollgebiet bis nach Madagaskar.

Funktionale Kommandos

Neben den regional definierten Kommandos gibt es vier Kommandos mit funktional definierten Aufgabenbereichen, die ebenfalls als Unified Combatant Commands bezeichnet werden.

Die US Navy SEALs sind neben der Delta Force die bekannteste dem Special Operations Command unterstellte Einheit.
Emblem des USSTRATCOM

Das US Special Operations Command (USSOCOM) wurde 1987 entsprechend dem Nunn-Cohen Amendment, einer ErgĂ€nzung des Goldwater Nichols-Gesetzes gegrĂŒndet. Das Verteidigungsministerium wurde dadurch zur Bereitstellung eines eigenen Etats fĂŒr das SOCOM gezwungen. Durch diese UnabhĂ€ngigkeit von den zustĂ€ndigen TeilstreitkrĂ€ften wurden die SpezialeinsatzkrĂ€fte de facto zu einer eigenen Teilstreitkraft. Auslöser fĂŒr diese Maßnahme waren die negativen Erfahrungen eines ĂŒbersteigerten Konkurrenzdenkens zwischen den Spezialeinheiten der einzelnen TeilstreitkrĂ€fte, das ein koordiniertes, auf den strategischen Gesamterfolg ausgerichtetes Vorgehen wĂ€hrend der US-amerikanischen Landung in Grenada 1983 erschwerte. Das SOCOM ist zustĂ€ndig fĂŒr die Ausbildung, AusrĂŒstung und Bereitstellung sĂ€mtlicher SpezialeinsatzkrĂ€fte aller TeilstreitkrĂ€fte, um sie bei Anforderung den Regionalkommanden zur VerfĂŒgung zu stellen. Gleichzeitig fungiert es aber nicht nur als Funktionalkommando, sondern fĂŒhrt auch eigene VerbĂ€nde weltweit, zum Beispiel im Rahmen der TerrorismusbekĂ€mpfung. Damit ist es neben dem US Joint Forces Command (JFCOM) das einzige Verbundkommando, das Truppen ausbildet, versorgt und ausrĂŒstet und trotzdem auch selbst in EinsĂ€tzen fĂŒhrt (partiell). Am 9. August 2010 kĂŒndigte US-Verteidigungsminister Robert Gates an, dass das JFCOM aufgrund von SparzwĂ€ngen innerhalb eines Jahres aufgelöst und die Aufgaben an den Joint Staff abgegeben werden sollen.[56]

Das US Joint Forces Command (USJFCOM) bewertet und erprobt militĂ€rische Wandlungsprozesse und VerĂ€nderungen, bevor eine politische Vorgabe oder Strategie durchgefĂŒhrt werden kann. Es bewertet zum Beispiel die Auswirkungen neuer Waffen, Taktiken und FĂŒhrungsstrukturen und gibt dementsprechende Empfehlungen ab. Das USJFCOM hat, obwohl originĂ€r ein Funktionalkommando, dennoch daneben regionale Kompetenzen, da es aus dem frĂŒheren US Atlantic Command entstand.

Die Bedeutung einer reibungslos ablaufenden Logistik wird in der Existenz eines Logistikkommandos deutlich. Das US Transportation Command (USTRANSCOM) ĂŒberwacht KapazitĂ€ten, EngpĂ€sse und BedĂŒrfnisse ĂŒber die gesamte Bandbreite des Einsatzspektrums hinweg. Auch diese Aufgabe wurde der Obhut einer zentralen Koordinationsstelle ĂŒbergeben, als das MilitĂ€r zum Ende des Kalten Krieges hin eine immer stĂ€rker verzweigte globale PrĂ€senz aufwies und die StreitkrĂ€fte nicht mehr in der Lage waren, die Logistik effizient zu verwalten.

Mit der Verwaltung und Überwachung der strategischen KapazitĂ€ten der Vereinigten Staaten (der AtomstreitkrĂ€fte und der Weltraumeinheiten) ist das US Strategic Command (USSTRATCOM) beauftragt. DarĂŒber hinaus koordiniert es die Geheimdienste und die Raketenabwehr.

Alle regionalen und funktionalen Kommanden werden untereinander und mit dem Pentagon durch ein global vernetztes Kommunikationssystem verbunden, dem sogenannten Global Information Grid.

AusrĂŒstung

Das M16 ist das Standardsturmgewehr der US-StreitkrĂ€fte, hier in der AusfĂŒhrung M16A4
Die EinfĂŒhrung des Stryker wird wegen diverser MĂ€ngel hĂ€ufig kritisiert

Die Beschaffungspolitik der Regierung steht im Vergleich zu anderen Nationen stĂ€rker im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit und löst hĂ€ufiger Diskussionen und Skandale aus. Bei den Neubeschaffungen von GroßgerĂ€ten, die im Zentrum stehen, verhandeln die zustĂ€ndigen Stellen der StreitkrĂ€fte mit dem PrĂ€sidenten, dem Verteidigungsminister sowie mit dem Kongress intensiv um deren Finanzierung.

Standardsturmgewehr der US-StreitkrĂ€fte ist das M-16 in der vierten Generation. Seit 2007 verfĂŒgen alle StreitkrĂ€fte ĂŒber digitale Tarnmuster. Die beiden zu Lande agierenden StreitkrĂ€fte Heer und Marineinfanterie verfĂŒgen weitgehend ĂŒber dieselben gepanzerten Fahrzeuge. Ähnliches gilt fĂŒr die Flugzeugeinheiten, deren FluggerĂ€t von der Standardversion an die BedĂŒrfnisse der Streitkraft angepasst ist.

Seit der strategischen Neuorientierung nach dem 11. September 2001 herrschen zwei Debatten um die fortschreitende Technisierung des MilitĂ€rs vor. Die erste Debatte setzt sich mit der Notwendigkeit auseinander, an Zukunftstechnologien zu forschen, wie die Bush-Regierung es ausfĂŒhren hat lassen. Kritiker des immensen Forschungsetats im Verteidigungsbudget bezweifeln diese Notwendigkeit oder beklagen den zu geringen Grenznutzen der breit gefĂ€cherten Forschung. Sie verlangen vielmehr eine zĂŒgigere Umsetzung bestehender WaffenkĂ€ufe und eine Erhöhung der MannstĂ€rke.[57] Die zweite Auseinandersetzung unter Offizieren, Verteidigungsexperten und Publizisten dreht sich um die Frage, in welcher Absicht die RĂŒstung betrieben werden soll. Einige von ihnen befĂŒrchten, dass die RĂŒstung hin zu kleineren und beweglichen VerbĂ€nden, die den Kampf gegen den Terror ausfechten sollen, fehlgeleitet ist, und befĂŒrworten eine Verteidigungspolitik, die sich gegen aufkommende staatliche Konkurrenten der Vereinigten Staaten wappnet, vor allem die Volksrepublik China. Die Vertreter der Gegenseite argumentieren, dass diese Denkweise die aktuell vorherrschende militĂ€rische Situation nicht wĂŒrdige, und befĂŒrchten, dass China gerade auf eine in die Zukunft gerichtete RĂŒstung reagieren könnte.[58]

Traditionell bekommt militĂ€risches GerĂ€t einen PopulĂ€rnamen, unter dem es besser der Öffentlichkeit prĂ€sentiert werden kann. Diese sind von anerkennenden oder spöttischen Namen zu unterscheiden, die die Truppe oft auswĂ€hlt. Die PopulĂ€rnamen werden zur Huldigung bestimmter Momente, Gruppen oder Personen der amerikanischen Geschichte vergeben. Hubschrauber werden meist nach IndianerstĂ€mmen, Schiffe nach PrĂ€sidenten, Kriegshelden oder Schlachtorten benannt.

Individuelle AusrĂŒstung der Soldaten

US-Soldat mit dem M249 SAW im Anschlag wÀhrend der Operation Enduring Freedom.
Ein Soldat der 82nd Airborne Division mit einem M14 in Afghanistan im Jahr 2008

Neben dem M16, fĂŒr das nach knapp 40 Jahren im Dienst derzeit ein Nachfolger gesucht wird, verfĂŒgen die Soldaten der Vereinigten Staaten ĂŒber eine große Vielfalt an Infanteriewaffen. Vielfach verwenden Mannschaften in beengten Umgebungen wie Fahr- und Flugzeugen sowie im HĂ€userkampf die Kurzversion des M16, das M4. Beide Versionen können mit unterschiedlichen ZusĂ€tzen wie Nachtsicht- und WĂ€rmebildmodulen am Zielfernrohr ausgestattet werden. Ebenso wird der Granatwerfer M203 am Gewehrlauf befestigt. Die meistverwendete Pistole der US-StreitkrĂ€fte ist die M9, die sich bei der Truppe jedoch nur langsam gegen ihren VorgĂ€nger M1911 durchsetzen konnte.

Waffenspezialisten wie Maschinengewehr- und ScharfschĂŒtzen verfĂŒgen ĂŒber mehrere Bewaffnungsmöglichkeiten, abhĂ€ngig von Einsatztyp und Schussweite. Diese beinhalten die Maschinengewehre M240, M249 Squad Automatic Weapon und M60-Maschinengewehr sowie die ScharfschĂŒtzengewehre M24, M82, M107 und trotz seines Alters das M14. Dieses wird als Designated Marksman Rifle eingesetzt und soll einzelnen Infanterieeinheiten die Möglichkeit geben, Feindeinheiten auch ĂŒber große Distanzen bekĂ€mpfen zu können. Als Schrotflinte hĂ€ndigen die StreitkrĂ€fte die Mossberg 590 und die M1014 aus. Von den vielfĂ€ltigen Handgranaten-Versionen sind die Handgranate M67 sowie die Rauchgranate M18 am stĂ€rksten verbreitet.

Mitglieder von Spezialeinheiten haben darĂŒber hinaus neben dem normalen Beschaffungssystem Zugriff auf andere Waffen, effektiv gibt es hierbei keine BeschrĂ€nkungen. Die Waffen werden hier nach den persönlichen Vorlieben der Soldaten ausgewĂ€hlt. Vor allem bei geheimen EinsĂ€tzen hinter feindlichen Linien ist dies auch von großer Wichtigkeit, um bei feindlichen Truppen Verwirrung zu stiften und nicht als US-Einheiten identifiziert zu werden.

Feldjacke, in digitalem Tarnmuster gehalten.

Vor allem die kostenintensive Ausstattung jedes einzelnen Soldaten macht neben der Ausbildung die militĂ€rische Dominanz der Vereinigten Staaten aus. So verfĂŒgt jeder Soldat im Kampfeinsatz ĂŒber ein GPS-NavigationsgerĂ€t. Zurzeit befindet sich ein Projekt namens Future Force Warrior (FFW, bei der Bundeswehr „Infanterist der Zukunft“) in der Entwicklung, das mehrere Technologien am Infanteristen, beispielsweise individuelle Kommunikationsfunktionen, einen multimedialen Helm oder lenkbare Geschosse zusammenfasst.[59] Diese HochrĂŒstung des einzelnen Soldaten ist in ein strategisch-ganzheitliches Konzept namens Future Combat Systems eingebunden, welches alle Landsysteme umfasst.

Im Jahr 2002 gaben die US-StreitkrĂ€fte $28.000 im Vergleich zum europĂ€ischen Durchschnitt von US$ 7.000 fĂŒr Forschung und Entwicklung pro Soldat aus.[60]

Uniform

Alle TeilstreitkrĂ€fte erhalten derzeit Feld-/Dienstuniformen, die alle ein teilstreitkrĂ€fteĂŒbergreifendes Entwicklungsprogramm durchlaufen haben, und basieren auf dem Prinzip des gepixelten Tarnmusters. Beim Heer löste die Army Combat Uniform (ACU) die Battle Dress Uniform (BDU) ab. WĂ€hrend der Entwicklung der Marines-Uniform MARPAT gab hinsichtlich patentrechtlicher Bestimmungen mit den kanadischen StreitkrĂ€ften Auseinandersetzungen darĂŒber, ob die amerikanische Version ein Plagiat der kanadischen sei. Anlass war die frappierende Ähnlichkeit der beiden FeldanzĂŒge, wobei Kanada bereits 1995 mit der Entwicklung begonnen hatte. Das United States Marine Corps gab spĂ€ter zu, gewisse Anleihen bei den kanadischen VerbĂŒndeten gemacht zu haben.[61] Bis 2011 will die Air Force die Airman Battle Uniform (ABU) eingefĂŒhrt haben. Auch die Navy, fĂŒhrt ab 2008 neue Uniformen ein, sowohl fĂŒr Personal an Deck, wie auch die Tarnuniform Naval Work Uniform (NWU).

Über die Felduniformen hinaus erhalten alle Soldaten eine Dienstuniform, die außerhalb des Kampfeinsatzes getragen wird, sowie eine Ausgehuniform.

Barette

Das Tragen von Baretten entwickelte sich bei den US-StreitkrĂ€ften ab ihrer ersten Verwendung im Zweiten Weltkrieg anhand des Vorbilds der britischen Kameraden zu einer unkontrollierten Mode. Die Marines verwarfen einen Testlauf zu Beginn der 1950er Jahre und haben bis dato das Tragen eines Baretts nicht autorisiert, wĂ€hrend die Navy bei ihren traditionellen Kappen verbleibt. Seit den siebziger Jahren ist Verbindungsoffizieren der Air Force das Tragen von Baretts gestattet. Mit dieser Form der militĂ€rischen Kopfbedeckung tat sich vor allem die Army schwer. In den Siebzigern untersagte der skeptische Stab des Heeres allen konventionellen VerbĂ€nden das Tragen eines Baretts. Daher galten sie als ein Privileg der Green Berets und der FallschirmjĂ€ger. Der Beschluss vom 14. Juni 2001, fĂŒr alle regulĂ€ren Angehörigen der Army ein schwarzes Barett mit ihrem Einheitenabzeichen einzufĂŒhren, löste bei den Spezialeinheiten Widerstand aus, die sich als entehrt ansahen. Das Verteidigungsministerium verwarf diese Haltung als StandesdĂŒnkel und beschleunigte die EinfĂŒhrung, um die Debatte zu beenden. DarĂŒber hinaus stellte es die Spezialeinheiten als „Kalte Krieger“ dar und erhob das „Barett fĂŒr alle“ zum Symbol fĂŒr Transformation und ModernitĂ€t der StreitkrĂ€fte.[62]

Gepanzerte Fahrzeuge

Der Standard-SchĂŒtzenpanzer der US-StreitkrĂ€fte, der M2 Bradley.

In Bezug auf die gepanzerten Fahrzeuge sind die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten stark durch den Kalten Krieg geprĂ€gt. Knapp 8000 schwere Abrams-Kampfpanzer bilden sowohl bei Army als auch beim Marine Corps das RĂŒckgrat der Panzerbrigaden, die Ursprungsbeschaffung des relativ schweren Bradley-Truppentransporters ist noch nicht abgeschlossen und wird durch den veralteten M113 ergĂ€nzt. An dieser Stelle setzen momentane Entwicklungen an. Neben der Einteilung der massierten Panzertruppen in leichtere Brigaden werden zukĂŒnftige Panzer niedriger sein und aufgrund ihres geringeren Gewichts in grĂ¶ĂŸeren StĂŒckzahlen verlegbar sein, wahrscheinlich sogar per Luft. Im Vergleich dazu passen in das schwerste Transportflugzeug der Luftwaffe, die C-5, zurzeit höchstens zwei Abrams. DarĂŒber hinaus haben sich die Panzerspezifikationen des Kalten Krieges als problematisch fĂŒr den Krieg gegen den Terror herausgestellt: Bis zum April 2005 wurden trotz geringer PersonenschĂ€den im Irak 80 Abrams so schwer beschĂ€digt, dass die Reparatur in den Vereinigten Staaten stattfinden musste.[63] Dabei nutzten die irakischen Rebellen vor allem den Umstand aus, dass Panzer in Erwartung ihrer ebenso gepanzerten GegenĂŒber vor allem vorne gepanzert sind, wĂ€hrend an den anderen Abschnitten ZugestĂ€ndnisse an MobilitĂ€t und Energieverbrauch gemacht wurden. Insgesamt verfĂŒgen die Vereinigten Staaten ĂŒber 29.920 gepanzerte Fahrzeuge und 5.178 ArtilleriegeschĂŒtze.[64]

Luftfahrzeuge

F-117 Nighthawk der US-Luftwaffe.
Der Blackhawk-Helikopter

Die US-StreitkrĂ€fte operieren mit einer weltweit einzigartigen Bandbreite an FluggerĂ€ten, um ihre strategisch essentielle LuftĂŒberlegenheit zu wahren. Aufgrund bestimmter historischer Entwicklungen ist die Fliegerei in den StreitkrĂ€ften jedoch nicht allein in der Luftwaffe konzentriert: Da die Air Force im Zweiten Weltkrieg eine zunehmend eigenstĂ€ndige Entwicklung verzeichnete, sollte sie nicht mehr als Heeresfliegerei der Army unterstellt bleiben. Zu diesem Zeitpunkt war die militĂ€rische Nutzung von Hubschraubern nicht abzusehen, da in der Key-West-Vereinbarung, die das VerhĂ€ltnis und die Trennung zwischen den beiden StreitkrĂ€ften regelte, stets von „StarrflĂŒgelflugzeugen“ die Rede war. So ist es heute insbesondere die Army, die eine Vielzahl von AufklĂ€rungs- und Kampfhubschraubern in eigenen Korps unterhĂ€lt. Diese sind vor allem der OH-58 Kiowa beziehungsweise der AH-64 Apache. Wichtigster Transport- und Multifunktionshubschrauber in teilweise sehr unterschiedlichen AusfĂŒhrungen ist der UH 60 Black Hawk. Über den Ă€lteren Angriffshubschrauber AH-1 Cobra verfĂŒgt seit 2005 nur noch die Reserve. Seit Jahrzehnten als Schwerlasttransporter ist der CH-47 Chinook im Dienst.

Über die erwĂ€hnten StarrflĂŒgelflugzeuge verfĂŒgen heute Air Force, Navy und Marine Corps. Im Kalten Krieg bauten amerikanische RĂŒstungskonzerne Kampfflugzeuge mit bestimmten Einsatzprofilen, die dann den Anforderungen und SonderwĂŒnschen der TeilstreitkrĂ€fte angepasst wurden. Von diesen wurden die F-Reihen bekannt, die ĂŒberwiegend noch heute im Dienst sind, so etwa F-15 Eagle, F-16 Fighting Falcon und F/A-18 Hornet. Über Langstrecken- und Stealth-, also auf dem Radar meist unentdeckbare Flugzeuge, verfĂŒgt nur die Air Force mit den Modellen B-1 Lancer und B-2 Spirit sowie die nicht mehr im aktiven Dienst stehende F-117 Nighthawk. Überwachungsdienste leistet vor allem das AWACS, die Logistik bestreiten vor allem die C-5 Galaxy und die C-130 Hercules. Zusammengenommen verfĂŒgt das MilitĂ€r der Vereinigten Staaten ĂŒber 18.169 Luftfahrzeuge und 35.324 Flugkörper.[64]

Schiffe

Eine Flugzeugformation ĂŒberfliegt drei TrĂ€gergruppen wĂ€hrend der Übung Valiant Shield 2006.
Ein Atom-U-Boot der Los-Angeles-Klasse im Jahr 2004

Insgesamt verfĂŒgt die Navy ĂŒber 285 Schiffe unterschiedlicher Typen.[65] Die elf FlugzeugtrĂ€ger bilden VerbĂ€nde, die als Carrier battle group bezeichnet werden. Ein solcher Verband besteht neben dem FlugzeugtrĂ€ger als dessen KernstĂŒck aus einem Lenkwaffenkreuzer, zwei Lenkwaffenzerstörern, einer Fregatte, ein bis zwei Jagd-U-Booten sowie einem Versorgungsschiff. Die Alternative zu einer solchen FlugzeugtrĂ€gerkampfgruppe ist die Expeditionary Strike Group, die neben den Eskorten aus amphibischen Angriffsschiffen und Docklandungsschiffen besteht.

Heute besitzt die Navy von jeder Gattung im Wesentlichen eine Klasse, die den Großteil dieses Typs stellt. Bei den FlugzeugtrĂ€gern ist dies die Nimitz-Klasse; neben zehn Einheiten dieser Klasse gibt es seit 2009[66] nur noch die USS Enterprise (CVN-65). Die modernsten Einheiten fĂŒr die amphibische KriegfĂŒhrung sind die Typen Wasp und San Antonio. Zerstörer sind ausschließlich vom Typ Arleigh Burke, Kreuzer vom Typ Ticonderoga und Fregatten gehören der Oliver-Hazard-Perry-Klasse an. Die Jagd-U-Boote sind ĂŒberwiegend vom Typ Los Angeles, strategische Raketen-U-Boote finden sich in der Ohio-Klasse wieder.

Die Hauptkomponenten der Marine-Streitmacht fĂŒr die kommenden Jahrzehnte sind derzeit im Bau oder in der Entwicklung. Als neue Klasse FlugzeugtrĂ€ger wird die Gerald-R.-Ford-Klasse eingefĂŒhrt werden, fĂŒr amphibische KriegfĂŒhrung ist die America-Klasse eingeplant. Die nĂ€chsten Zerstörer werden zur Zumwalt-Klasse gehören, Fregatten werden durch kleinere und wendigere Littoral Combat Ships der Klassen Freedom und Independence ersetzt. Weniger fortgeschritten ist die Planung der Kreuzer; mit CG(X) gibt es dort lediglich vage Planungen. Ganz anders bei den Jagd-U-Booten, wo von der Virginia-Klasse bereits drei Einheiten aktiv sind.

Die Navy verfĂŒgt ĂŒber insgesamt 1866 Schiffseinheiten.[64]

Ausblick

Der F-22 Raptor ist das teuerste und eines der modernsten Jagdflugzeuge ĂŒberhaupt

Zurzeit (2007) erproben mehrere Firmen im Auftrag der infanteristisch geprĂ€gten StreitkrĂ€fte Army und Marine Corps Technologien und GerĂ€te, welche die Dominanz des US-MilitĂ€rs zu Lande auf lange Sicht verfestigen könnten, trotz des Herannahens aufstrebender Konkurrenten wie China oder Russland. Diese werden in einem einzigen Programm, dem Future Combat Systems koordiniert. Grundkonzept dieses aufwendigen Projekts ist eine Beschleunigung des Kampfgeschehens, zum Beispiel durch beschleunigte Kommunikation und verbesserten Informationsfluss. DarĂŒber hinaus soll eine zunehmende Technisierung auf dem Gebiet der Robotik und der Nanotechnologie stattfinden, um den Kampf von menschlichen BeschrĂ€nkungen unabhĂ€ngig zu machen und die Möglichkeiten in der Offensive zu stĂ€rken. KĂ€mpfende Kleinroboter könnten zum Beispiel mehrere Monate auf ihren Einsatzbefehl warten. Im Irak und in Afghanistan kommen bereits erste Modelle, hauptsĂ€chlich zur BombenentschĂ€rfung zum Einsatz. Im Bereich der LuftaufklĂ€rung sind ferngesteuerte AufklĂ€rungsdrohnen bereits weit verbreitet und können inzwischen sogar auch Ziele bekĂ€mpfen, so z.B. die MQ-1 Predator. Die oben erwĂ€hnten neuen Panzermodelle werden ebenfalls weniger wartungs- und personalintensiv sein. Experten wie das Cato Institute sehen den F-35 Joint Strike Fighter als letztes bemanntes Flugzeug der amerikanischen MilitĂ€rgeschichte,[67] aber bereits dieses Modell könnte laut Angaben des Hersteller Lockheed Martin ohne Piloten auskommen.[68] Bei der Marine geht die Entwicklung hin zu kleineren VerbĂ€nden mit kleineren und wendigeren Schiffen neben den weiter bestehenden großen TrĂ€gerkampfgruppen. Das MRAP-System bietet den Soldaten einen besseren Schutz als der HMMWV und soll diesen mittelfristig vollstĂ€ndig ersetzen.

Stationierungen

Koreanische und amerikanische Soldaten an der Grenze zu Nordkorea

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich das Ausmaß der Stationierung amerikanischer Truppen stetig gesteigert. Amerikanische Truppen sind auf allen Kontinenten der Welt in ĂŒber 163 LĂ€ndern[69] stationiert. In Zeiten des Kalten Krieges diente dies der EindĂ€mmung möglicher Gefahren durch die Sowjetunion sowie ihrer kommunistischen Partner. Im Gegensatz zur TruppenstĂ€rke haben die AuslandseinsĂ€tze seit dem Ende des Kalten Krieges zugenommen. Standortschließungen wurden von der Eröffnung neuer Basen aufgefangen oder waren in diesem Sinne strategisch begrĂŒndet: auf die Schließung und Rationalisierung amerikanischer Basen in Europa, Ostasien und auf dem Territorium der Vereinigten Staaten selbst entstanden neue Basen wie zum Beispiel in Osteuropa, Zentralasien, dem Nahen Osten und Afrika. Von den knapp 1,4 Millionen Mann sind derzeit ungefĂ€hr 285.000 stĂ€ndig im Ausland stationiert.[70] 121.500 Soldaten leisten ihre Dienstrunde (englisch: tour of duty) auf See ab, wo sich SchiffsverbĂ€nde der Vereinigten Staaten in Alarmbereitschaft befinden. Bis auf etwa 2100 Marines gehören sie der Navy an. Insgesamt beschĂ€ftigt das Pentagon knapp 451.000 Soldaten und Zivilisten in Übersee.[69] GrĂ¶ĂŸter StĂŒtzpunkt ist Norfolk im Bundesstaat Virginia mit ungefĂ€hr 78.000 BeschĂ€ftigten.[69]

Amerikanische Soldaten auf einem deutschen TruppenĂŒbungsplatz
Die USA bieten weltweit MilitĂ€rberatung fĂŒr verbĂŒndete Staaten, hier Uganda

Ein strategisches Konzept fĂŒr diese Umschichtungen stellte PrĂ€sident George W. Bush im August 2004 der Öffentlichkeit vor. Es sieht einen Abzug von US-Truppen insbesondere aus Westeuropa und eine Verlegung in die USA und in geringerem Maß in andere Staaten vor. Bis 2014 sollen 70.000 Angehörige der StreitkrĂ€fte sowie rund 100.000 Familienangehörige zurĂŒck in die USA verlegt werden. Die Zahl der StĂŒtzpunkte im Ausland soll in dieser Zeit von 850 auf 550 sinken.

Trotz der allgemeinen Verringerung sollen bestimmte Schwerpunkte gebildet werden: In Asien sollten Marine- und Luftwaffeneinheiten verstĂ€rkt werden. Aus Europa sollen die schweren gepanzerten Einheiten weitgehend abgezogen und durch leichte, luftverlegbare VerbĂ€nde und Spezialeinheiten ersetzt werden. Zudem sollen in Europa im großen Umfang Ausbildungseinrichtungen beibehalten werden. Im Nahen Osten soll eine vergleichsweise hohe Zahl militĂ€rischer Einheiten mit hohem Bereitschaftsgrad stationiert, in Afrika vor allem kleinere US-MilitĂ€reinrichtungen in grĂ¶ĂŸerer Zahl betrieben werden.

Zentrale Elemente dieses neuen Stationierungskonzepts sind Main Operating Bases (MOBs), Forward Operating Sites (FOSs) und Cooperative Security Locations (CSLs).

KampfeinsÀtze

Im Rahmen offizieller KampfeinsÀtze operieren weltweit folgende TruppenstÀrken:

  • Irak, Operation Iraqi Freedom: 185.500
  • Afghanistan, Operation Enduring Freedom: 21.500

Stationierungen nach Weltregion

Liegenschaften und Standorte

Pearl Harbour ist ein wichtiger StĂŒtzpunkt der US-Navy

In allen 50 US-Bundesstaaten sowie in sieben Überseegebieten unterhĂ€lt das MilitĂ€r StĂŒtzpunkte. Bei den Basen im Ausland rangiert Deutschland mit 293 Einrichtungen vor Japan mit 111 und SĂŒdkorea mit 105 sowie Großbritannien mit 50.[71]

Laut dem Base Structure Report 2006 des Verteidigungsministeriums ist das MilitĂ€r der Vereinigten Staaten im Besitz von knapp 577.000 Liegenschaften rund um den Globus mit einer FlĂ€che von ungefĂ€hr 29,7 Mio. Acres. Diese FlĂ€che, umgerechnet knapp 12 Mio. ha, entspricht der halben FlĂ€che Großbritanniens. Den Wert dieser Immobilien, die beispielsweise Wohnraum und militĂ€rische Einrichtungen umfasst, beziffert das Pentagon auf insgesamt 653,4 Mrd. US-Dollar.[71]

Kritiker der weltweiten amerikanischen MilitÀrprÀsenz wie zum Beispiel der libertÀre Japanologe Chalmers Johnson[72] oder der religiös inspirierte Pazifist Laurence Vance[73] kritisieren den Bericht allerdings als absichtlich verwirrend und undurchsichtig.

Der nach FlĂ€che grĂ¶ĂŸte StĂŒtzpunkt ist eine Raketentest- und -abschussbasis des Heeres in New Mexico. Die White Sands Missile Range ist 3,6 Mio. Acres groß, was ungefĂ€hr 14.569 Quadratkilometern[74] entspricht.

Standortschließungen

Seit 1988 hat das Verteidigungsministerium fĂŒnf große Standortschließungswellen initiiert, die unter dem Namen Base Realignment and Closure („Basis-Neuanordnung und -schließungen“) oder unter ihrem KĂŒrzel BRAC sowie dem angehĂ€ngten Jahrgang der amerikanischen Öffentlichkeit bekannt wurden. Vor dem Hintergrund, dass die Infrastruktur in den Vereinigten Staaten nicht wie in Europa flĂ€chendeckend ausgeweitet werden kann und das MilitĂ€r in vielen entlegenen Gegenden den wichtigsten Arbeitgeber darstellt, sorgen die Schließungsrunden fĂŒr Kontroversen in der Öffentlichkeit und im Senat, in dem die Abgeordneten der Bundesstaaten vertreten sind.[75] Klassischerweise wird gegen die meisten Standortschließungen mit eben jener wirtschaftlichen AbhĂ€ngigkeit, manchmal mit der nationalen Sicherheit argumentiert. Juristisch bindend ist der Vorschlag, den die parlamentarisch besetzte BRAC Commission dem Kongress vorlegt. ReprĂ€sentantenhaus und Senat mĂŒssen binnen anderthalb Monaten eine gemeinsame Gegenresolution einbringen, um Änderungen zu erwirken.

Zuletzt wartete das Pentagon im Mai 2005, zum ersten Mal nach zehn Jahren, mit Details zu einer massiven Standortaufgabe auf. Vom Schließungsplan waren 33 Garnisonen betroffen, 29 weitere sollten mehrere Tausend sowohl militĂ€rische als auch zivile Stellen streichen. DarĂŒber hinaus wurden 150 kleiner Standorte genannt. Vereinzelt sollten Standorte Truppenkontingente aufnehmen und so Synergien erzeugen. Fiskalisches Ziel des Schließungsplans von 2005 war es, knapp 50 Mrd. Dollar ĂŒber 20 Jahre hinweg einzusparen.[76][77]

Dienst in den StreitkrÀften und innenpolitische Dimensionen

Die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten sind seit 1973 eine Berufsarmee. Zum Dienst in den StreitkrĂ€ften ist jeder amerikanische StaatsbĂŒrger, ob mĂ€nnlich oder weiblich, sowie jeder Nichtamerikaner mit einer Greencard zugelassen, letztere aber nicht fĂŒr OffiziersrĂ€nge; Frauen sind zum Dienst in einigen wenigen Einheiten (z.B. US Navy Seals) nicht zugelassen. Eine große Vielfalt an militĂ€rischen Auszeichnungen soll die Leistungen und Qualifikationen des militĂ€rischen Personals wĂŒrdigen und langfristig die Kampfmoral der Truppe stĂ€rken.

Rolle des MilitÀrs als Ausbilder und Arbeitgeber

Soldaten wÀhrend eines Reaktions-Tests
Kontinuierliches Training sichert die Schlagkraft der US-StreitkrÀfte

Von Beamten und Angestellten der Regierung der Vereinigten Staaten abgesehen ist das Verteidigungsministerium mit ĂŒber drei Millionen BeschĂ€ftigten der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber des Landes und der Welt, noch vor Wal-Mart mit 1,3 Mio. Angestellten.[78]

Allgemein wird der Dienst in den StreitkrĂ€ften in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten als vorteilhaft angesehen. Auch kurze Dienstzeiten von weniger als fĂŒnf Jahren werden allgemein als „Dienst an der Gemeinschaft“ anerkannt. Von hochrangigen Politikern wird allerdings erwartet, dass sie gerade in Kriegszeiten aktiven Dienst geleistet haben.

Das MilitĂ€r ist eine anerkannte Karriere- und Aufstiegsgelegenheit. Vor allem die Möglichkeit, sich weiterzubilden, wird von der Gesellschaft grĂ¶ĂŸtenteils geschĂ€tzt. Dennoch trifft das im In- und Ausland verbreitete Vorurteil, dass das MilitĂ€r ein Sammelbecken der Unterschicht sei, die sich mangels Alternativen zum Dienst als Kanonenfutter genötigt sieht, nicht zu: Abgesehen von den weltweit fast kaum erreichten Ausbildungskosten fĂŒr den einzelnen Soldaten verfĂŒgt das MilitĂ€r mit 95 Prozent ĂŒber ĂŒberdurchschnittlich viele Highschool-Absolventen (In der arbeitsfĂ€higen Gesamtbevölkerung sind es 79 Prozent). Auch der Anteil an Master-Absolventen ĂŒbertrifft leicht den der Gesamtbevölkerung.[79]

Berechtigung zum Wehrdienst

Als eine Folge des Vietnamkrieges setzen sich die US-StreitkrĂ€fte aus Freiwilligen zusammen, dennoch werden im Selective Service System alle mĂ€nnlichen StaatsbĂŒrger ĂŒber 18 Jahren registriert. Die Professionalisierung der StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten ist seit dem Vietnamkrieg so weit vorangeschritten, dass eine wiedereingefĂŒhrte Wehrpflicht enormer struktureller, strategischer, finanzieller und personeller Vorbereitung bedĂŒrfte.

Die Altersgrenzen fĂŒr den Wehrdienst in den US-StreitkrĂ€ften richten sich je nach Teilstreitkraft, sowie nach aktivem oder Reservistendienst. Jede Teilstreitkraft verlangt das schriftliche EinverstĂ€ndnis der Eltern, wenn der Rekrut zwar das Mindestalter von 17 Jahren erreicht hat, das 18. Lebensjahr aber noch nicht vollendet hat.

Wehrpflicht

Die WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht ist in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten ein Tabuthema. Seit ihrer Aussetzung wird die Freiwilligenarmee von beiden dominierenden Parteien in den Vereinigten Staaten, den Demokraten und den Republikanern hochgehalten, was sich im Schlagwort All-Volunteer Force (zu dt. soviel wie „vollkommen freiwillige Streitkraft“) ausdrĂŒckt. Im PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2004 versuchten die Demokraten, diese Tabuisierung und die damit verbundene Angst der jungen WĂ€hler vor einer Wehrpflicht angesichts der Verwicklungen der US-StreitkrĂ€fte im Irak fĂŒr sich zu nutzen, indem sie GerĂŒchte ĂŒber deren WiedereinfĂŒhrung verbreiteten. In einer offiziellen Proklamation am 1. Juli hatte PrĂ€sident George W. Bush das amerikanische Volk aufgefordert, den 30. Jahrestag der All-Volunteer Force zu begehen.[80]

Ausbildung

Drill Instructors gelten in der PopulĂ€rkultur als Symbol fĂŒr das Marine Corps.

Nach der Anwerbung eines Rekruten wird dieser der Grundausbildung seiner Teilstreitkraft zugefĂŒhrt. Bis auf das Heer unterhalten alle StreitkrĂ€fte zentrale Ausbildungslager. Laut Uniform Code of Military Justice, dem amerikanischen Wehrrecht, ist auch die Ausbildung bei der Coast Guard als militĂ€risch anzusehen. Bei Army, Navy und KĂŒstenwache dauert die Ausbildung acht Wochen, bei der Air Force 45 Tage. Die Marines durchlaufen die mit Abstand lĂ€ngste Ausbildung, die 13 Wochen dauert.

Nach der Grundausbildung besuchen die nun dienstgradfĂŒhrenden Soldaten eine der weiterfĂŒhrenden Ausbildungseinrichtungen, auf der sie in ihrer weitergehenden Qualifikation (Military Occupational Specialty, MOS; etwa: „militĂ€rberufliche Spezialisierung“) unterwiesen werden, fĂŒr die sie sich bereits bei ihrer Anwerbung entschieden haben mĂŒssen. Bei der Army entscheidet diese Wahl auch ĂŒber den Ort der Grundausbildung mit. Verschiedene MOS-Kurse sind den fĂŒnf Ausbildungsorten dezentral zugeordnet. Die MOS-Kurse sind bei der Anwerbung ein maßgebliches Mittel der Rekrutierer, den möglichen Soldaten den Wehrdienst schmackhaft zu machen.

Minderheiten

Ethnische Minderheiten

In Geschichte und Zusammensetzung der US-StreitkrÀfte spiegelt sich eine lange Tradition der Integration ethnischer und religiöser Minderheiten wider. Vor allem im Kriegseinsatz erwerben sich Minderheiten bis heute die Anerkennung durch den Wehrdienst. Generell vermied das MilitÀr die Aushebung ethnisch geprÀgter VerbÀnde, um eine AusprÀgung politischer Bruchlinien zu verhindern.

Die Möglichkeit, die StaatsbĂŒrgerschaft durch den MilitĂ€rdienst zu erwerben, von der viele Einwanderer vor allem wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges und viele Hispanics danach Gebrauch machten, prĂ€gte die Vorstellung des „American Dream“ mit. Das Heer widmet den gedienten Soldaten lateinamerikanischer,[81] afrikanischer/afroamerikanischer,[82] asiatischer[83] und indigener[84] Abstammung jeweils eigene Internetportale.

Den US-StreitkrÀften gehören Mitglieder vieler verschiedener ethnischer Gruppen an

Am 26. Juli 1948 hob der damalige US-PrĂ€sident Truman die Rassentrennung mit der Executive Order 9981 auf und begrĂŒndete damit die allgemeine Anerkennung des MilitĂ€rs als integrative Kraft. Trotz des Fortbestands der Rassentrennung bis zum Zweiten Weltkrieg war der Einsatz Nicht-Weißer eine unverzichtbare kulturelle und informationelle Ressource, was die Duldung der Minderheiten immer stĂ€rker einer tatsĂ€chlichen WertschĂ€tzung nĂ€herbrachte.

Die ethnische und religiöse Integration im US-MilitĂ€r gilt ĂŒberwiegend als Erfolg und – eingeschrĂ€nkt â€“ als mögliches Vorbild fĂŒr die Zivilgesellschaft. Eine Studie des Palm Center kommt zum Schluss, dass sich hierfĂŒr drei GrĂŒnde herauskristallisieren lassen: Erstens fĂŒhre die BĂŒrokratie des MilitĂ€rs zur Blindheit gegenĂŒber ethnischer und religiöser Vielfalt, das heißt, eine mögliche Diskriminierung fĂŒhre zu Ineffizienz, Verschwendung öffentlicher Mittel und strukturellen Problemen. Zweitens verfĂŒge das MilitĂ€r ĂŒber Zwangsmittel, die nicht mit dem Stil der zivilen amerikanischen Politik vereinbar seien. Drittens wĂŒrden diese Zwangsmittel zu einem erzwungenen Miteinander fĂŒhren, die gerade angesichts gemeinsamer Erfahrungen im Grenzbereich vorhandene Vorurteile sehr schnell dahinschmelzen lassen wĂŒrden.[85]

Am 30. November 2007 hob der damalige Chief of Staff of the Army, General George Casey, die Diversity Task Force (deutsch ungefĂ€hr: „Arbeitsgruppe Vielfalt“) aus der Taufe, um die BemĂŒhungen um ethnische Konzentration zu zentralisieren.[86]

Geschichte

Im Sezessionskrieg waren von 2,2 Mio. Unionssoldaten 400.000 keine geborenen Amerikaner. Die Union ergriff Maßnahmen, um Einwanderer so schnell wie möglich fĂŒr den Kriegsdienst verpflichten zu können. Einige wurden sofort nach ihrer Ankunft angeworben. DarĂŒber hinaus entsandte die Union Rekrutierungsbeamte nach Irland, um vor Ort anwerben zu können, wĂ€hrend die Konföderation dies durch die Verbreitung von demoralisierenden GerĂŒchten aktiv zu verhindern suchte. Außerdem dienten fast 216.000 DeutschstĂ€mmige auf Seiten der Union, sodass in ĂŒber 30 Regimentern fast ausschließlich deutsch gesprochen wurde.

Navajo-Indianer wÀhrend des 2. Weltkrieges
Afro-Amerikaner stellen heute die grĂ¶ĂŸte ethnische Minderheit innerhalb des US-MilitĂ€rs

Im Vorfeld des Ersten Weltkrieges hatten die italienischen und irischen Einwanderer mit dem damals in den Vereinigten Staaten verbreiteten reformatorischen, antikatholischen Affekt zu kĂ€mpfen, der sich durch ihren erkennbaren Einsatz mit knapp fĂŒnf Millionen Mann legte, obwohl knapp drei Viertel von ihnen unzureichend Englisch sprachen. Bei Kriegsausbruch richtete sich der allgemeine Nativismus gegen die Deutschen, die einem Generalverdacht der Spionage unterlagen.

Der Antisemitismus wurde in den Vereinigten Staaten wie in allen westlichen LĂ€ndern zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend salonfĂ€hig. Angesichts der allgemeinen Empörung ĂŒber den nationalsozialistischen Völkermord an den europĂ€ischen Juden nahm seine Verbreitung jedoch wieder ab und die Anerkennung fĂŒr die jĂŒdischen Soldaten nahm zu. In den letzten Jahren ist der Einsatz junger jĂŒdischer Einwanderer in einer geheimen Einheit als Informationsbeschaffer hinter den deutschen Linien bekannt geworden („Ritchie Boys“). Diese militĂ€rischen Leistungen förderten die Integration jĂŒdischer Immigranten und trug zur Herausbildung eines jĂŒdischen SelbstwertgefĂŒhls einer spezifisch amerikanischen PrĂ€gung bei.

Von einer offiziellen Rassentrennung war zu allen Zeiten nur die schwarze Minderheit betroffen. Als einzige ethnisch definierte Gruppe wurde sie von der offiziellen Verfahrensweise ausgenommen, dass die StreitkrĂ€fte keine ethnisch oder religiösen dominierten VerbĂ€nde grĂŒndeten, um das Aufkommen politischer Bruchlinien zu verhindern. Als Tuskegee Airmen wurde die erste schwarze experimentelle Luftwaffeneinheit bekannt.

Trotz der blutigen Indianerkriege meldeten sich viele Native Americans im 20. Jahrhundert zu den StreitkrĂ€ften. BerĂŒhmt wurde ihr Einsatz als Funker im Zweiten Weltkrieg, als es den Japanern unmöglich war, die Sprache der Navajo zu entschlĂŒsseln.

Mit dem Truman-Dekret wurde die Rassentrennung formell aufgehoben. Vor allem wĂ€hrend des Vietnamkrieges grĂŒndete das MilitĂ€r mehrere Behörden, die die faktische Gleichberechtigung aller Soldaten erwirken sollten.

Anteile ethnischer Gruppen

Der Anteil der hispanischen Bewohner der Vereinigten Staaten ĂŒberstieg ab den 2000er Jahren den der schwarzen. Trotzdem bilden Schwarze weiterhin, auch aufgrund einer allgemeinen Rekrutierungskrise infolge des Irak-Kriegs, die grĂ¶ĂŸte Minderheit unter den Soldaten. Im Haushaltsjahr 2004 ĂŒbertraf ihr Anteil mit 15 Prozent den der lateinamerikanischen Abkömmlinge um einen Prozentpunkt. Die Anteile von Natives und Asiaten betragen je sieben Prozent.[87]

EinbĂŒrgerung durch Wehrdienst

Zwischen MĂ€rz 2003 und MĂ€rz 2007 ließen sich ungefĂ€hr 26.000 Nichtamerikaner im Dienste der StreitkrĂ€fte einbĂŒrgern. Weitere 40.000 waren im MĂ€rz 2007 dazu berechtigt.[88]

Die Zulassung auslĂ€ndischer Greencard-Inhaber zu den StreitkrĂ€ften gibt hĂ€ufiger Anlass zu politischen Auseinandersetzungen.[89] Greencard-Inhaber sind vom Reservedienst ausgeschlossen dĂŒrfen keine OffiziersrĂ€nge begleiten.

Frauen im MilitÀr

Als Mitglied der USAF Thunderbirds ist Major Nicole Malachowski eine der bekanntesten Frauen des US-MilitÀrs.

GrundsĂ€tzlich steht Frauen das MilitĂ€r offen. 2009 lag der Frauenanteil bei 13,4 %. Sie mĂŒssen genauso wie alle mĂ€nnlichen Kameraden ihre Kampfbereitschaft unter Beweis stellen können, dĂŒrfen de jure jedoch nicht ins Kampfgeschehen eingreifen. Mit Blick auf die asymmetrische KriegfĂŒhrung ist dies in manchen FĂ€llen demgegenĂŒber kaum zu verhindern, weil hier keine klare Trennung von Front- und UnterstĂŒtzungseinheiten möglich ist.

In den letzten Jahren hat es im US-MilitÀr die weitreichende Tendenz gegeben, Frauen immer mehr Einsatzfelder und Laufbahnen zu öffnen.[90]

Frauen wurden offiziell mit der GrĂŒndung der Krankenschwesterkorps des Heeres im Jahre 1901 zum Dienst zugelassen. Eine wesensgleiche Institution grĂŒndete die Marine im Jahre 1908. Das gĂ€ngige Verfahren davor war es, Frauen einzeln als Krankenschwestern, KĂŒchenhilfen, SekretĂ€rinnen und in Ă€hnlichen Einsatzfeldern anzustellen. Allerdings war es mehreren hundert Frauen vor allem im Sezessionskrieg (auf beiden Seiten) gelungen, sich als MĂ€nner zu tarnen und einzuschreiben. Erst die EinfĂŒhrung der körperlichen EignungsprĂŒfung zu Beginn des 20. Jahrhunderts schloss diese Vorgehensweise endgĂŒltig aus.[91]

Die bislang einzige Medal of Honor, welche die höchste militĂ€rische Auszeichnung der Vereinigten Staaten darstellt, bekam Dr. Mary E. Walker wegen ihrer herausragenden medizinischen Leistungen im Dienst 1865 verliehen, bei dem sie an die Grenzen ihrer eigenen Gesundheit geriet.[92] Diese wurde bei der VerschĂ€rfung der Vergabebedingungen im Jahre 1917 zusammen mit knapp 900 anderen Auszeichnungen wieder zurĂŒckgenommen. Die Nachkommen Walkers bemĂŒhten sich bis zu ihrem Erfolg 1977 um die erneute Anerkennung ihrer Leistungen.[91]

Der erste weibliche Offizier im Generalsrang war Anna Mae Hays, die das Army Nurse Corps leitete. Am 11. Juni 1970 wurde sie in den Rang des Brigadegenerals erhoben. Nur wenige Minuten spĂ€ter folgte ihr Elizabeth P. Hoisington. Hoisington hatte das im Zweiten Weltkrieg geschaffene Women’s Army Corps kommandiert, in dem alle Frauen Dienst taten. Bis 1978 waren der Army alle vier bewaffneten StreitkrĂ€fte bei der Ernennung eines weiblichen Generals gefolgt. Die KĂŒstenwache ernannte 2000 zum ersten Mal eine Frau zum Konteradmiral.[91]

Laut einer Studie des US-Veteranenkrankenhauses in Iowa City an 558 weiblichen Veteranen der StreitkrĂ€fte wurden rund 30 Prozent wĂ€hrend ihrer Dienstzeit Opfer einer Vergewaltigung durch Kameraden.[93]

1986 hatte die Anzahl der weiblichen Veteranen die Millionenmarke durchbrochen.[94] Im Februar 2010 fiel eine der bekanntesten BeschrĂ€nkungen, als das Verteidigungsministerium Frauen auf U-Booten zuließ.[95]

Umgang mit homosexuellen Menschen

Im Gegensatz zum VerhĂ€ltnis zu den ethnischen Minderheiten blieb das MilitĂ€r homosexuellen Menschen gegenĂŒber in der Vergangenheit reserviert. Bekennenden homosexuellen Menschen wurde der Dienst an der Waffe bis Ende 2010 untersagt. Eine Notlösung stellte fĂŒr sie die sogenannte „Don’t ask, don’t tell“-Politik dar, welche sie auf dem offiziellen Dienstweg vor Fragen zur sexuellen Orientierung sowie möglichen Repressalien schĂŒtzte. Im Gegenzug war es ihnen nicht gestattet, jene von sich aus zu offenbaren oder allgemein fĂŒr die Belange von Homosexuellen einzutreten. Bei Verstoß gegen diesen Erlass drohte die Entlassung ehrenhalber.

Dezember 2010 verabschiedeten ReprĂ€sentantenhaus und Senat der Vereinigten Staaten ein Gesetz zur Aufhebung der Don’t ask, don’t tell Politik im MilitĂ€r. ZukĂŒnftig können homosexuelle, US-amerikanische Soldaten den Dienst offen ausĂŒben.[96]

Übergriffe

Eine intern und öffentlich immer wiederkehrende Thematik sind Übergriffe von Soldaten auf andere Personen, ob Mitglieder des MilitĂ€rs oder Zivilisten. Auch wenn vor allem sexuell motivierte Übergriffe wie der Tailhook-Skandal, bei dem 1991 ein militĂ€rfachliches Symposium zu einem Offiziersgelage ausartete, oder der Aberdeen-Proving-Ground-Skandal, bei dem 1996 Ausbilder des Heeres die Unerfahrenheit weiblicher Rekruten ausbeuteten, hohe Wellen schlagen und stets ein großes Interesse an der AufklĂ€rung besteht, deuten meist anonyme Befragungen und Erhebungen darauf hin, dass Gewalt und Nötigung innerhalb der Truppe von noch grĂ¶ĂŸerer AktualitĂ€t sind. Meist widersprechen sich dabei die Interessen von Politik, Vorgesetzten, Untergebenen und gleichrangigen Kameraden.

In StationierungslĂ€ndern erregen wiederholt Vergewaltigungen Aufmerksamkeit. Auf Okinawa, dessen Bevölkerung wie die meisten Japaner ĂŒberwiegend den Verbleib der ehemaligen Besatzungsmacht ablehnt, ist vor allem die Vergewaltigung eines 12-jĂ€hrigen MĂ€dchens durch drei Soldaten prĂ€sent.[97]

Veteranenangelegenheiten

Das Wappen des Kriegsveteranenministeriums.
GrÀber in Arlington, Virginia.

Traditionell rĂ€umen die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten der VeteranenfĂŒrsorge einen hohen Stellenwert ein. Dies spiegelt sich in der Existenz eines eigens fĂŒr ihre Angelegenheiten eingerichteten Ministeriums mit Kabinettsrang wider, dem sogenannten United States Department of Veterans Affairs, welches im Haushaltsjahr 2006 ĂŒber ein Budget von knapp 70 Mrd. Dollar verfĂŒgte.[98] Dieses verteilt sich auf die drei Unterabteilungen des Ministeriums, die mit der medizinischen und finanziellen Versorgung sowie mit der Betreuung des militĂ€rischen Bestattungswesen beauftragt sind.

Demographie

Derzeit betrĂ€gt die Anzahl der lebenden Personen, die jemals in den StreitkrĂ€ften der Vereinigten Staaten gedient haben, 25 Millionen. Trotz der steigenden Lebenserwartung wird diese Zahl in den nĂ€chsten 20 Jahren auf knapp 17 Millionen sinken. In diesem RĂŒckgang spiegelt sich demographisch der Übergang von der Wehrpflicht zur Freiwilligenarmee wider. Die Ausgaben pro Veteran werden laut EinschĂ€tzung des Ministeriums steigen, was ebenfalls mit der steigenden Lebenserwartung sowie mit dem Zugang zu moderner medizinischer Versorgung zusammenhĂ€ngt.[99]

Bestattungswesen

Unter der Ägide des Veteranenministeriums betreibt das MilitĂ€r 125 Friedhöfe in den ganzen Vereinigten Staaten, sechs weitere befinden sich im Bau. Der bekannteste von ihnen ist der Arlington National Cemetery in Virginia.[99]

Medizinische Versorgung

Die meisten Ausgaben tĂ€tigt das Ministerium fĂŒr Veteranenangelegenheiten fĂŒr die medizinische Betreuung anspruchsberechtigter Personen. Im Jahr 2005 betrieb es 156 KrankenhĂ€user, 135 Altenheime, 43 RehabilitationsstĂ€tten und 711 ambulante Kliniken.[100] Letztere werden mit dem Anspruch betrieben, fĂŒr jeden Veteranen von jedem Punkt der Vereinigten Staaten aus unter zumutbaren UmstĂ€nden erreichbar zu sein.

Einen schweren Vertrauensverlust erlitt das Versorgungssystem des Veteranenministeriums durch investigativ recherchierte MissstĂ€nde im Februar 2007. Die Washington Post druckte ĂŒber mehrere Wochen hinweg ihre Erkenntnisse ĂŒber die im Walter-Reed-MilitĂ€rkrankenhaus, einem zentralen Krankenhaus der StreitkrĂ€fte ermittelten MissstĂ€nde ab. Patienten der Einrichtungen klagten ĂŒber unzumutbare hygienische ZustĂ€nde, eine bĂŒrokratische Verwaltung und ĂŒber ein ĂŒberlastetes Personal. Als sich herausstellte, dass fĂŒhrende Offiziere der Army schon seit 2004 im Vorfeld eines geplanten Umzugs die sich verschlechternden ZustĂ€nde zu vertuschen versucht hatten, entließ Verteidigungsminister Robert Gates den diensthabenden Generalmajor der Einrichtung, George Weightman. Francis J. Harvey, der ArmeestaatssekretĂ€r, trat ebenfalls zurĂŒck, wahrscheinlich unter dem Druck von Gates. Zahlreiche Regierungsbehörden stellen infolge der Entdeckungen Ermittlungen an.

Energieverbrauch

Die permanente und weltweite Luftbetankungsbereitschaft der Air Force macht einen großen Anteil des Budgets aus.

Das US-MilitĂ€r ist der grĂ¶ĂŸte KĂ€ufer und Verbraucher von Erdöl weltweit. Im Oktober 2006 verbrauchte es knapp 365.000  Barrel Öl am Tag, was ungefĂ€hr dem Energieverbrauch Griechenlands entspricht.[101] DarĂŒber hinaus ist die Marine als grĂ¶ĂŸter Verbraucher von Diesel und Biodiesel weltweit zu benennen. Zu berĂŒcksichtigen ist jedoch, dass fĂŒr das Pentagon aufgrund von Mengenrabatten und Vorkaufsrechten nicht der Weltmarktpreis des Öls gilt.

Im streitkrĂ€fteinternen Vergleich war die Air Force mit knapp 53 % im Haushaltsjahr 2005 mit Abstand der grĂ¶ĂŸte Energieverbraucher, gefolgt von der Navy mit 32 % und der Army mit 12 %. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass 89 % der Energie fĂŒr den Flugbetrieb eingesetzt werden. Insgesamt wendete das Verteidigungsministerium in diesem Zeitraum 8,6 Mrd. Dollar fĂŒr den Kauf von 133 Mio. Barrel Erdöl auf. Zwei Jahre zuvor hatte es noch 5,4 Mrd. Dollar fĂŒr 142 Mio. Barrel ausgegeben.[102] Bei der Army sind knapp 40.000 Mann mit der Abwicklung des Öltransports befasst.[103]

Die Sicherstellung der Energieversorgung fĂŒr das MilitĂ€r ist von grĂ¶ĂŸter Bedeutung und hat unter US-PrĂ€sident George W. Bush Eingang in das wichtigste strategische Dokument des Landes, die Nationale Sicherheitsstrategie gefunden. VizeprĂ€sident Dick Cheney konstatierte schon 2001 in einem Weißbuch die Bedeutung des Öls fĂŒr die Vereinigten Staaten und empfahl eine zunehmende Investition in Afrika bei gleichzeitiger Loslösung vom instabilen Nahen Osten.[104]

Verwendung von Amphetaminen

Eine umstrittene Praxis der US-StreitkrĂ€fte ist der Einsatz von Amphetaminen zur kurzfristigen Steigerung der LeistungsfĂ€higkeit der Soldaten. Die als „go pills“ bekannten Substanzen werden an ausgesuchte Einheitentypen wie infanteristische Spezialeinheiten oder Piloten ausgegeben, zur schnellen Entspannung werden als „no-go pills“ bezeichnete Barbiturate verabreicht. Das Programm findet laut Angaben des MilitĂ€rs „unter strenger Ă€rztlicher Aufsicht“ statt.

Gerade die Nebenwirkungen der Amphetamine beim Nachlassen der Wirkung haben in der Vergangenheit zu kontroversen UnfĂ€llen gefĂŒhrt. Der bekannteste Vorfall ereignete sich am 17. April 2002 in Tarnak bei Kandahar in Afghanistan. Zwei Piloten der Air National Guard warfen eine Bombe auf eine kanadische Einheit ab, was den Tod vierer und die Verletzung von acht Soldaten zur Folge hatte. Die beiden Piloten brachten zu ihrer Verteidigung vor, unter dem Einfluss von Aufputschmitteln gestanden zu haben, sodass sie das MĂŒndungsfeuer von Sturmgewehren und Panzerabwehr<b />waffen mit Boden-Luft-Raketen verwechselt hĂ€tten.

Die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten begrĂŒnden den Einsatz von Amphetaminen mit militĂ€rischen Notwendigkeiten wie LangstreckenflĂŒgen, NachteinsĂ€tzen oder verlĂ€ngerten Einsatzzeiten und weisen auf die Freiwilligkeit der Einnahme hin. TatsĂ€chlich mĂŒssen Piloten schriftlich ihr EinverstĂ€ndnis erklĂ€ren, Kritiker verweisen jedoch auf den hohen sozialen und beruflichen Druck, unter dem diese Vereinbarungen in der Regel zustande kĂ€men, da Piloten, die keine Aufputschmittel einnehmen, jederzeit von der Einsatzbereitschaft suspendiert werden können.[105]

Besoldung

Die Besoldung amerikanischer Soldaten orientiert sich an westlichen Standards und beginnt fĂŒr Rekruten bei US$ 1.203,90 (Stand: April 2007). Die Höhe des Soldes richtet sich nach dem Rang des Soldaten und nach den Dienstjahren, die er in Folge abgeleistet hat.[106] Einen Grundsold von ĂŒber US$ 5.000 kann ein Sergeant Major nach 20 Dienstjahren erreichen, maximal können Mannschaften US$ 6.381 verdienen. Die Grundbesoldung fĂŒr Warrant Officer beginnt bei US$ 6.413 und erreicht maximal US$ 7.916. Ein Offizier verdient mindestens US$ 3.106 und maximal US$ 16.795 (Generale).

FĂŒr die Trennung von seiner Familie erhĂ€lt jeder Soldat, unabhĂ€ngig von Rang und Dienstalter, US$ 250 pro Monat.[107] Bei der Gefahrenzulage wird zwischen der Anwesenheit in einer Krisenregion und zwischen einem Kampfeinsatz unterschieden, die pauschal mit US$ 150 respektive US$ 225 pro Monat[108] vergĂŒtet werden. Daneben sind besondere Einsatzarten wie TaucheinsĂ€tze und FallschirmabsprĂŒnge zulageberechtigt.[109] Auf Antrag erhalten Mannschaften zivile oder militĂ€rische Bekleidungsgelder. Bis auf die im medizinischen Bereich TĂ€tigen wird nicht zwischen TĂ€tigkeiten unterschieden. Besondere VergĂŒtungen gibt es fĂŒr Fremdsprachenkenntnisse auf akademischem Niveau, Dienst zur See, an Bord von Flugzeugen, besondere UmstĂ€nde oder Aufgaben.[110]

Außenwirkung

Soldaten des Army Drill Team wÀhrend einer Show-Veranstaltung
Lee Ermeys frĂŒhere TĂ€tigkeit als Ausbilder kam in Full Metal Jacket zum Tragen
MilitĂ€rische Zeremonien stĂ€rken die Außendarstellung der US-StreitkrĂ€fte
US-Soldaten prÀsentieren das Gewehr wÀhrend einer öffentlichen Veranstaltung
Flugzeuge der Blue Angels, einer Kunstflugstaffel der US Navy

Mediale Rezeption

Die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten spielen sowohl fĂŒr Darstellung als auch Wahrnehmung nach außen hin eine gewichtige Rolle. Die Bandbreite der Meinungen reicht dabei von der Verehrung der militĂ€rischen Tradition des Landes bis zur Verurteilung des US-MilitĂ€rs als Negativbeispiel eines gewalttĂ€tigen, unkontrollierbaren Apparats, und ist hĂ€ufig ein Spiegel der Meinung ĂŒber die Vereinigten Staaten als Ganzes.

Das MilitĂ€r der Vereinigten Staaten ist von allen MilitĂ€rs weltweit am stĂ€rksten prĂ€sent. Maßgeblich hierfĂŒr sind die hĂ€ufigen EinsĂ€tze der StreitkrĂ€fte sowie die Dominanz der FilmstĂ€tte Hollywood.

Die verschiedenen TeilstreitkrĂ€fte verfĂŒgen alle ĂŒber große Etats fĂŒr die Außendarstellung, die gerade bei der Rekrutenanwerbung eine Rolle spielen, und versuchen, sich in speziellen Formen von den anderen abzuheben. Aufgrund ihrer oft legendĂ€r verklĂ€rten Geschichte ragen dabei vor allem die Marines hervor. DemgegenĂŒber pflegt das Heer als ebenso infanteristisch geprĂ€gte Teilstreitkraft, sich als Ă€lteste und volksnĂ€chste Teilstreitkraft zu prĂ€sentieren. Air Force und Marine prĂ€sentieren sich gleichermaßen als strategischen Sockel der US-StreitkrĂ€fte. Die KĂŒstenwache pflegt ihr Image als HeimstĂ€tte anspruchslos dienender Retter.

Film und Fernsehen

Die MilitĂ€rgeschichte der Vereinigten Staaten bietet Hollywood seit Jahrzehnten Stoff zur Verarbeitung. Von den 1940ern bis in die 1970er Jahre entstand eine Vielzahl von Filmen zum Zweiten Weltkrieg in verschiedenen Genres, zu denen Filmklassiker wie „Der lĂ€ngste Tag“,„Die BrĂŒcke von Arnheim“,„Das dreckige Dutzend“ oder „Tora! Tora! Tora!“ zĂ€hlen.

Der Koreakrieg wurde filmisch, dem in den Vereinigten Staaten gelĂ€ufigen Terminus The Forgotten War[111] („Der vergessene Krieg“) entsprechend, weitgehend ĂŒbergangen und von der Flut der Weltkriegsfilme verdrĂ€ngt. Die bekannteste Ausnahme dieses Umstandes ist die international erfolgreich rezipierte Fernsehserie M*A*S*H sowie der ihr vorausgegangene Film. Aufgrund ihrer Erscheinungsdaten waren sie jedoch eher auf den damals aktuellen Vietnamkrieg gemĂŒnzt.

Die filmische Aufarbeitung des Vietnamkriegs gestaltete sich in den Vereinigten Staaten bis zur Mitte der 1980er schwierig, sodass Francis Ford Coppola z. B. fĂŒr die Produktion seines Films „Apocalypse Now“ aus dem Jahre 1979 auf die UnterstĂŒtzung der philippinischen LuftstreitkrĂ€fte zurĂŒckgreifen musste. Grund dafĂŒr war meist das militĂ€rtechnologische Monopol des Verteidigungsministeriums, das eine UnterstĂŒtzung kritischer Filme ablehnte und bis heute die Inhalte technisch aufwendiger Produktionen mitgestaltet. Dennoch gelang einigen Regisseuren kritische Meisterwerke unter grĂ¶ĂŸten technischen Anstrengungen und Modifikationen, so zum Beispiel „Platoon“ von Oliver Stone oder „Full Metal Jacket“ unter der FederfĂŒhrung von Stanley Kubrick. Einen Ansturm auf die RekrutierungsbĂŒros der Air Force löste der Film „Top Gun“ aufgrund seiner Flugszenen aus.

Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Sieg im Zweiten Golfkrieg zur Jahreswende 1990/91 wich der kritische Unterton der Vietnamkriegsfilme einer meist nachdenklichen WĂŒrdigung kriegerischer UmstĂ€nde vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges sowie des Golfkriegs, dies vor allem in Filmen wie „Der Soldat James Ryan“ oder „Der schmale Grat“. AuffĂ€llig ist dabei die Zunahme von Filmen und Serien mit einem kriminalistischen oder militĂ€rjuristischen Hintergrund. Zu nennen sind hierbei vor allem die Filme „Mut zur Wahrheit“ und „Eine Frage der Ehre“ sowie die Serie „JAG – Im Auftrag der Ehre“ und deren Ableger „Navy CIS“.

Nach den TerroranschlĂ€gen des 11. September 2001 nahmen patriotisch motivierte Produktionen zu. Das Verteidigungsministerium eröffnete zusammen mit Hollywood eine Kampagne, in dessen Verlauf Produktionen wie „Black Hawk Down“ oder „Wir waren Helden“ stĂ€rker als je zuvor unterstĂŒtzt wurden. Teilweise zwang dies die Regisseure zu inhaltlichen ZugestĂ€ndnissen.

Presse

Aufgrund einer stets kritischen Medienberichterstattung ist das Pentagon seit jeher um gute Medienbeziehungen bemĂŒht, wobei es auch immer wieder Instrumentalisierungsversuche gestartet hat. International bekannt wurden die im Jahre 2003 in die Kampfhandlungen des Irak-Krieges eingebetteten Journalisten. Vor allem seit dem Zerfall der Sowjetunion ist das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten um die Darstellung ihrer KriegfĂŒhrung als „verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig“ und „chirurgisch durchdacht“ bemĂŒht. Aufgrund zahlreicher FehlschlĂ€ge seit EinfĂŒhrung der sogenannten Smart bombs („intelligente Bomben“) ziehen Analysten wie Fred Kaplan[112] und Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch die tatsĂ€chliche PrĂ€zision dieser Smart bombs in Zweifel und verurteilen die US Air Force fĂŒr vielfache vermeidbare Opfer.[113] Ähnlich verhĂ€lt es sich mit dem Einsatz von Streubomben.[114]

Presse und Fernsehen ist es zu verdanken, dass einige Kriegsverbrechen der StreitkrÀfte der Vereinigten Staaten aufgedeckt wurden, zum Beispiel das Massaker von My Lai und der Abu-Ghuraib-Folterskandal.

World Wide Web

Die US-StreitkrĂ€fte sind bezĂŒglich ihrer Außendarstellung im World Wide Web fĂŒhrend. FrĂŒh sicherte sich das MilitĂ€r der Vereinigten Staaten die .mil-Top-Level-Domain. Alle militĂ€rischen Behörden, StĂŒtzpunkte, Waffengattungen, Einheiten ab mittlerer GrĂ¶ĂŸe und andere Institutionen betreiben eine WebprĂ€senz. Im englischsprachigen Web hat sich eine vielfĂ€ltige MilitĂ€r-Subkultur gebildet, die vom Pentagon zusammen mit Veteranen und Enthusiasten sowie zukĂŒnftigen Rekruten mitgestaltet wird. So gibt es zum Beispiel zahlreiche Soldaten-Communitys, in der Veteranen ehemalige Kameraden oder nach Lebenspartnern aus dem MilitĂ€r suchen können. Daneben unterstĂŒtzt das Verteidigungsministerium das mittlerweile unĂŒberschaubar gewordene Netzwerk an Analysten, Denkfabriken und Bloggern. Allerdings existiert eine ebenso große Community, die das aktuelle Verteidigungsgeschehen kritisch begleitet.

Computerspiele

In den letzten Jahren hat vor allem seitens des Heeres ein stetig steigendes Interesse am Computer- und Videospielmarkt eingesetzt. Die StreitkrĂ€fte stehen Entwicklern zur Seite oder entwickeln selbst Spiele. Bekanntestes Beispiel ist die Produktion America’s Army. Die Army veröffentlichte den Ego-Shooter im Jahr 2002 und verbreitet ihn kostenlos als Anwerbespiel. Auf den Internet-Servern sprechen Rekrutierer die besten Spieler an.

Öffentliches Ansehen

Die StreitkrĂ€fte genießen in den Vereinigten Staaten hohes Ansehen. Einer Gallup-Umfrage vom Juli 2006 zufolge hatten 73 % der Befragten ein mindestens geringfĂŒgiges Vertrauen in das MilitĂ€r. In dieser Umfrage ĂŒberflĂŒgelte es damit die Polizei und religiöse Vereinigungen um knapp 15 Prozent.[115]

Die höchsten Zustimmungsraten in der jĂŒngeren Geschichte verzeichnete das MilitĂ€r in der Folgezeit der AnschlĂ€ge vom 11. September 2001. 79 % der Befragten hatten laut Umfrage im Jahre 2002 ein „hohes“ bis „sehr hohes“ Vertrauen in militĂ€rische Institutionen. Durch den Irakkrieg litt das PrĂ€sidentenamt wesentlich stĂ€rker als das MilitĂ€r, das trotz des Vertrauensverlustes in dieser Periode weiterhin die höchsten Vertrauenswerte erhielt. Eine Ă€hnliche Rangfolge wurde bei einer Harris-Umfrage im MĂ€rz 2006 ermittelt, die fĂŒr alle Institutionen niedrige Werte registrierte und die Zustimmung enger definierte. Die erste Harris-Umfrage zur GlaubwĂŒrdigkeit gesellschaftlicher Institutionen im Jahre 1966 hatte 61 Prozent Zustimmung ergeben. Infolge des Vietnamkriegs sank dieser Wert auf 23 Prozent im Jahre 1971.[116]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d MannstĂ€rke vom 30. Juni 2010, eingesehen am 31. Juli 2010 bei der Statistical Information Analysis Division.
  2. ↑ a b US Census: Military Reserve Personnel: 1995 to 2008, 30. September 2008. Abgerufen am 31. Juli 2010.
  3. ↑ a b CIA World Factbook, MilitĂ€rsektion aus dem Artikel zu den Vereinigten Staaten. Funddatum: 31. August 2006.
  4. ↑ Quelle: Artikel in der Standard. Funddatum: 21. Dezember 2009.
  5. ↑ The World Factbook
  6. ↑ Udo Sautter: Die Vereinigten Staaten. Daten, Fakten, Dokumente. A. Francke Verlag, TĂŒbingen, Basel 2000, ISBN 3-7720-2278-2, S. 136f.
  7. ↑ Statistical Information Analysis Division. Stand: MĂ€rz 2010. Funddatum: 31. Juli 2010.
  8. ↑ „Klar war damals, wer zuschlagen wĂŒrde, nĂ€mlich die stĂ€rkste Armee der Welt.“, aus: Sgrena, Giuliana: Ein bisschen Freiheit und viel Chaos, in: Die Zeit, 1. Juli 2004. Zugriff am 7. September 2008.
  9. ↑ „The United States is today the greatest military power in the world.“, in: Wallerstein, Immanuel: "Five Reasons Why Great Military Powers Lose Wars", 15. August 2006. Zugriff am 7. September 2008.
  10. ↑ a b „Analysts say one of the crucial lessons of the continued fighting is that the strongest military in the world, no matter how well-trained or well-led, cannot end the resistance in an Arab nation where the political stakes are so high and latent anger against foreign powers so great.“, in: o. V.: U.S. Fights Shifting Iraqi Foes, in: Christian Science Monitor, 30. MĂ€rz 2004.
  11. ↑ a b „Die stĂ€rkste Armee der Welt scheint verwundbar.“, aus: Brink, Nana: Krieg und Technologie − Zwischen Computer und Kalaschnikow, in: Deutschlandradio, 20. November 2004. Zugriff am 7. September 2004.
  12. ↑ vgl. Kerry, John: Foreign Policy in a Post-Saddam World: Rebuilding Our Alliances and Iraq, aus: Foreign Affairs, 16. Dezember 2003. Zugriff am 7. September 2008.
  13. ↑ vgl. Freedman, Lawrence: Deterrence, Cambridge: Polity 2004, S. 82
  14. ↑ tagesschau.de 9. Juli 2011
  15. ↑ „Within Canada's North American and European collective security partnerships, the United States and the United Kingdom spearhead most developments.“, zit. nach der Website der kanadischen Marine. Zugriff am 27. Mai 2008.
  16. ↑ James M. McPherson: FĂŒr die Freiheit sterben. Oxford University Press, 1997, 7. ĂŒberarbeitete deutsche Auflage, ISBN 978-3-471-78178-4, Seite 840
  17. ↑ Quelle: Statistik der Louisiana State University. Zugriff am 30. Juni 2007.
  18. ↑ vgl. Nagele, Peter: Forward Surgical Teams der US Army, in Truppendienst, Folge 288, Ausgabe 6/2005. Abruf am 5. November 2011.
  19. ↑ vgl. Gawande, Atul: Casualties of War — Military Care for the Wounded from Iraq and Afghanistan, in: New England Journal of Medicine, 9. Dezember 2004. Abgerufen am 5. November 2011.
  20. ↑ vgl. Defense Prisoner of War/Missing Personnel Office:Russia, 2. MĂ€rz 2011. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2011.
  21. ↑ a b vgl. Defense Prisoner of War/Missing Personnel Office:Summary Statistics, Datenblatt vom 2. MĂ€rz 2011. Abgerufen am 12. MĂ€rz 2011.
  22. ↑ Daggett, Stephen: Costs of Major U.S. Wars, Seite 2, 24. Juli 2008. zugriff am 7. September 2008.
  23. ↑ Deutsche Übersetzung der Verfassung im Internet bei der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin. Eingesehen am 11. April 2007.
  24. ↑ Oaths of Enlistment and Oaths of Office – „Einberufungs und Amtseide“. Quelle: US Army Center or Military History („Heeresinstitut fĂŒr MilitĂ€rgeschichte“). Zugriff: 16. Juni 2007.
  25. ↑ Historische Abhandlung der zivilen Kontrolle ĂŒber das MilitĂ€r beim Verteidigungsministerium vom 2. Mai 2001. Eingesehen am 30. Juni 2007.
  26. ↑ Quelle: Weaning the military from the GOP. Rosa Brooks in der Online-Ausgabe der LA Times vom 5. Januar 2007. Zugriff am 30. Juni 2007.
  27. ↑ a b c Mullen, Mike G. (Hrsg.): Doctrine for the Armed Forces of the United States (Joint Publication 1), S. I-1
  28. ↑ vgl. Weigley, Russell F.: The American Way of War: A History of United States Military Strategy and Policy , John Weigley and Sons 1973, ISBN 0-2532-8029-X
  29. ↑ vgl. Sapolsky et al.: US Defense Politics, New York und Abingdon: Routledge 2009, S. 23.
  30. ↑ vgl. Cohen, Eliot: The Mystique of US Airpower, in: Foreign AffairsVol. 73, No. 1, S. 109-124
  31. ↑ vgl. Gray, Colin S.: The American Way of War, in: McIvor, Anthony D.: Rethinking the Principles of War, Annapolis, MD:Naval Institute Press 2005, S. 27-33.
  32. ↑ Military Statistics Brochure 2006 (PDF) von EUROCONTROL, Seite 5. Eingesehen am 31. August 2006.
  33. ↑ Siehe die InternetprĂ€senz der US-Gesundheitsbehörde United States Public Health Services. Eingesehen am 8. April 2007.
  34. ↑ Quelle: The Paradox of Military Technology – Aufsatz von Max Boot in The New Atlantis in der Herbstausgabe. Funddatum: 14. April 2007.
  35. ↑ Gates calls for buildup in troops – Artikel des Boston Globe vom 12. Januar 2007. Funddatum: 11. Februar 2007.
  36. ↑ For his failures, Rumsfeld must go – Kommentar des pensionierten Generalmajors Paul Eaton in der International Herald Tribune vom 20. MĂ€rz 2006. Funddatum: 14. April 2007.
  37. ↑ Quelle: Graphik bei LATimes.com vom 20. Dezember 2006. Eingesehen am 11. Februar 2007.
  38. ↑ U.S. Military Deployment 1969 to the present bei PBS. Funddatum: 25. Dezember 2007.
  39. ↑ Budget des britischen StreitkrĂ€fte (englisch)
  40. ↑ Jahresbericht 2005/2006 des Bonner Zentrums fĂŒr Konversion, Seite 14. PDF-Datei (dt.).
  41. ↑ Alle Zahlen in Tabellen und Diagrammen auf TruthAndPolitics.org, eingesehen am 2. Oktober 2006.
  42. ↑ Zahlen vom Stockholm International Peace Research Institute. Eingesehen am 3. Oktober 2006.
  43. ↑ Quelle: 41 % Percent of Your 2006 Taxes Go to War – Auflistung der QuĂ€ker-Denkfabrik Friends Committee on National Legislation vom 14. MĂ€rz 2007. Eingesehen am: 14. April 2007. Die Gruppe kommentiert hier ihre Methodik.
  44. ↑ Aufstellung aus einem Datenblatt des österreichen Ministeriums fĂŒr Landesverteidigung. Zugriff am 30. Juli 2008.
  45. ↑ vgl. Stephen Daggett, Ronald O’Rourke, Lawrence Kapp: FY2009 Defense Budget: Issues for Congress, S. 16ff. Stand: 11. Februar 2008. Zugriff am 7. September 2008.
  46. ↑ „Staatsbankrott droht − USA muessen sparen Militaer wird verkleinert“ derStandard.at vom 7. JĂ€nner 2011, abgerufen am 7. Januar 2011
  47. ↑ vgl. Kernell, Samuel und Jacobson Gary C.: The Logic of American Politics, Kapitel 13: Interest Groups, Washington, D.C.: Congressional Quarterly Press 2006, 3. Auflage, S. 524.
  48. ↑ US Code Title 10 Section 525 (englisch)
  49. ↑ US Code Title 10 Section 526 (englisch)
  50. ↑ Dienstgrade des Public Health Service (englisch)
  51. ↑ Tom Bowman: Unceremonious End to Army Career (The Baltimore Sun vom 29. Mai 2005, archiviert auf TruthOut.org; englisch)
  52. ↑ Datenblatt ĂŒber den Secretary of the Army. Einsicht genommen am 25. August 2007.
  53. ↑ Datenblatt der US Navy zum SECNAV. Funddatum: 25. August 2007.
  54. ↑ englisch: Anytime, anywhere. Hierbei handelt es sich um ein geflĂŒgeltes Wort innerhalb des US-MilitĂ€rs, das sich nicht nur auf die konfrontative Einsatzbereitschaft beziehen muss. Als Beispiel mag der Artikel TACPs: Supporting troops anytime, anywhere dienen.
  55. ↑ In a statement today, President Bush said AFRICOM will strengthen security cooperation with Africa and create new opportunities to bolster the capabilities of African nations. “Africa Command will enhance our efforts to bring peace and security to the people of Africa and promote our common goals of development, health, education, democracy and economic growth in Africa,” Bush said. Pressemeldung des Pentagon vom 6. Februar 2007. Funddatum: 30. Juni 2007.
  56. ↑ Gates to close JFCOM, cut gen. officer billets (MarineCorpsTimes.com vom 10. August 2010; englisch)
  57. ↑ Debatte zwischen Vertretern verschiedener Denkfabriken im Januar 2007. Funddatum: 5. Mai 2007
  58. ↑ Als Beispiel: Artikel im ZMag vom 14. Januar 2007. Gefunden am 5. Mai 2007
  59. ↑ Internetseite der US Army rund um das FCS. Funddatum: 2. Oktober 2006
  60. ↑ Quelle: Artikel in der Online-Ausgabe des Observer vom 10. MĂ€rz 2002. Zugriff am 4. Juni 2007.
  61. ↑ Chronologie der Debatte und technischer Nachweis. Zugriff am 9. Juni 2007.
  62. ↑ Darstellung der Debatte inklusive Chronologie. Eingesehen am 9. Juni 2007.
  63. ↑ Tanks take a beating in Iraq. USA Today vom 29. MĂ€rz 2005. Eingesehen am 3. Oktober 2006
  64. ↑ a b c Quelle: GlobalFirepower.com. Funddatum: 28. November 2007
  65. ↑ United States Department of the Navy: Status of the Navy vom 9. Januar 2012. Eingesehen am 10. Januar 2012.
  66. ↑ Außerdienststellung des letzten TrĂ€gers der Kitty-Hawk-Klasse in 2009
  67. ↑ The three services must be put on notice that the F-35 will be the last manned fighter ever developed[

  68. ↑ Lockheed Says F-35 Could Fly Pilotless – Artikel von Renae Merle in der Washington Post vom 16. August 2006. Funddatum: 1. November 2006
  69. ↑ a b c Quelle: FAQ-Sektion auf der Pentagon-Website. Zugriff: 4. Juni 2007.
  70. ↑ Die Anzahl der stationierten Soldaten ist dem Dokument Active Duty Military Personnel Strengths by Regional Area and by Country zu entnehmen. Stand: 30. September 2006. Eingesehen am 19. Februar 2007]
  71. ↑ a b Quelle: Base Structure Report 2006 des Pentagon auf der Website des StaatssekretĂ€rs fĂŒr Beschaffung, Technologie und Logistik. Funddatum: 16. MĂ€rz 2007
  72. ↑ The Arithmetic of America’s Military Bases Abroad: What Does It All Add Up to? – Artikel von Chalmers Johnston vom 19. Januar 2004 beim History News Network. Gefunden am 16. MĂ€rz 2007
  73. ↑ Artikel von Vance bei der liberal-pazifistischen Denkfabrik Anti-War.com von 16. MĂ€rz 2004. Eingesehen am 16. MĂ€rz 2007
  74. ↑ Zum Vergleich: Saarland = 2.569 kmÂČ (x 5,6) und Schleswig-Holstein 15.799 kmÂČ (92 % davon)
  75. ↑ Siehe die eigens fĂŒr BRAC 2005 eingerichtete Website. Funddatum: 4. Juni 2007.
  76. ↑ Quelle: MSNBC vom 14. Mai 2005. Zugriff am 4. Juni 2007.
  77. ↑ Liste der betroffenen Standorte bei MSNBC vom 13. Mai 2005. Zugriff: 4. Juni 2007.
  78. ↑ Siehe einen Vergleich mit den nachfolgenden Wettbewerbern beim FAQ des Ministeriums. Zugriff 4. Juni 2007.
  79. ↑ Quelle: FAQ des Verteidigungsministeriums. Zugriff am 4. Juni 2007.
  80. ↑ 30th Anniversary of the All-Volunteer Force – Proklamation Bush im Online-Archiv des Weißen Hauses. Gefunden am 15. Februar 2007
  81. ↑ Hispanic Americans in the US Army – A Rich Culture contributing to America’s Future
  82. ↑ African Americans in the US Army
  83. ↑ Asian/Pacific Americans in the Army
  84. ↑ American Indians in the US Army<
  85. ↑ Quelle: U.S. Military Integration of Religious, Ethnic, and Racial Minorities in the Twentieth Century. Studie des Palm Center vom Mai 2001. Eingesehen am 9. Juni 2007.
  86. ↑ Gen. Casey Announces Creation of Diversity Task Force. Pressemeldung von J. D. Lepold vom Army News Service vom 3. Dezember 2007. Zugriff: 20. Januar 2008.
  87. ↑ Population Representation in the Military Services 2004. Jahresbericht der ethnischen ReprĂ€sentation, herausgegeben vom Verteidigungsministerium. Zugriff am 16. Juni 2007.
  88. ↑ Wounded Troops Become Citizens at Walter Reed Ceremony – „EinbĂŒrgerungszeremonie fĂŒr verwundete Soldaten im Walter-Reed-Hospital“. Bericht von Carmen L- Gleason fĂŒr die Nachrichtenagentur der StreitkrĂ€fte (American Forces Press Service) vom 17. MĂ€rz 2007. Eingesehen am 22. September 2011.
  89. ↑ Als Beispiel mag folgender Artikel bei National Review dienen.
  90. ↑ Exemplarische Auflistung der den Frauen offenstehenden Einheiten und TĂ€tigkeiten auf www.goarmy.com
  91. ↑ a b c Geschichts-FAQ bei Women’s Memorial
  92. ↑ Biographie bei Mishalov.com. Funddatum: 18. Februar 2007
  93. ↑ Sadler AG, Booth BM, Cook BL, Doebbeling BN : Factors associated with women's risk of rape in the military environment., American Journal of Industrial Medicine, Mar;43(3):262-73 PMID 12594773
  94. ↑ Quelle: Digitalisierte Fassung einer Studie von 1986 von Maria Roca beim Amt fĂŒr Arbeitsstatistiken. Funddatum: 1. Mai 2007
  95. ↑ Ewing, Philip: Pentagon announces end of ban on women on subs, in: Military Times, 27. Februar 2010. Abgerufen am 4. MĂ€rz 2010.
  96. ↑ Sueddeutsche:Amerikas schwule Soldaten
  97. ↑ CNN-Bericht vom 7. MĂ€rz 1996 zur Verurteilung der TĂ€ter. Funddatum: 18. Februar 2007
  98. ↑ Haushaltsbericht des Ministeriums fĂŒr das Fiskaljahr 2008
  99. ↑ a b Haushaltbericht des Ministeriums fĂŒr das Fiskaljahr 2007
  100. ↑ Kongressbericht vom 8. Mai 2006 zum Veteranenministerium
  101. ↑ Quelle: Artikel in der Online-Ausgabe von Energy Bulletin vom 13. Oktober 2006. Zugriff: 5. Juni 2007.
  102. ↑ Quelle: Energy Conservation Plans Overlook Military Realities – Artikel in der Online-Ausgabe der Zeitschrift National Defense vom September 2006. Funddatum: 10. Juni 2007.
  103. ↑ Quelle: Energy Bulletin vom 20. Mai 2007. Gefunden am 10. Juni 2007.
  104. ↑ Das Weißbuch ist hier einzusehen. Gefunden am 10. Juni 2007.
  105. ↑ The U.S. Military Needs Its Dexedrine – Darstellung der HĂŒrden, die eine verweigerte Einnahme von Aufputschmitteln mit sich bringen kann (10. Februar 2003). Eingesehen am 16. Juni 2007.
  106. ↑ Siehe die Besoldungstabelle vom 1. April 2007, Seite 2 („Cumulative Years of Service“). Eingesehen am 12. Juli 2007.
  107. ↑ Soldtabelle vom April 2007, Seite 3.
  108. ↑ [
] per month [
]. ErlĂ€uterung von Military.com. Funddatum: 27. Juli 2007.
  109. ↑ Soldtabelle vom April 2007, Seite 4.
  110. ↑ Siehe die Auflistung mit ErlĂ€uterungen von Military.com. Einsicht genommen am 27. Juli 2007.
  111. ↑ The Korean War has been called the „Forgotten War“, historically overshadowed by World War II and Vietnam [
]. Portal von Military.com zum Koreakrieg. Funddatum: 2. September 2007.
  112. ↑ Smart Bombs, Dumb Targets. Artikel von Fred Kaplan bei Slate.com vom 16. Dezember 2003
  113. ↑ On April 7, a U.S. Air Force B-1B Lancer aircraft dropped four 2,000-pound satellite-guided Joint Direct Attack Munitions (JDAMs) on a house in al-Mansur district of Baghdad.79 The attack killed an estimated eighteen civilians.. Menschenrechtliche Bewertung des Irak-Bombardements 2003 vom Dezember 2003. Funddatum: 30. Juni 2007.
  114. ↑ Cluster Munitions, ‘Decapitation’ Attacks Condemned. Human Rights Watch vom 12. Dezember 2003. Funddatum: 30. Juni 2007.
  115. ↑ Quelle: Zweitveröffentlichung bei usmilitary.about.com vom 1. Juli 2006. Zugriff am 16. Dezember 2007.
  116. ↑ U.S. Military Still the Most Trusted Institution. Zweitveröffentlichung auf usmilitary.about.com am 8. MĂ€rz 2007. Eingesehen am 16. Dezember 2007.

Weblinks

 Commons: StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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