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Subskription

Dieser Artikel behandelt das Vertriebsverfahren. Zum Bearbeitungsvermerk am Ende eines SchriftstĂŒcks siehe Kolophon (SchriftstĂŒck).

Die Subskription ist, Ă€hnlich dem Abonnement bei Zeitschriften, ein Vorab-Verkaufsverfahren im Buchhandel, in der klassischen Musik, im AktiengeschĂ€ft, im Softwarevertrieb und im Weinhandel. Der Begriff ist aus dem Lateinischen sub ‚unter‘ und scribere ‚schreiben‘ abgeleitet und heißt ‚unterschreiben‘ oder ‚eine Unterschrift leisten‘. Der englische Begriff subscription wie auch der französische Begriff souscription werden allgemein auch im Sinne von ‚Abonnement‘ verstanden.

Inhaltsverzeichnis

Buchhandel

Das Verfahren der Subskription wurde im 17. Jahrhundert auf dem deutschen Buchmarkt eingefĂŒhrt, um das Erscheinen von Werken, die höchstwahrscheinlich aufgrund ihres speziellen Inhalts, ihrer kĂŒnstlerischen Gestaltung oder aber aufgrund ihres geplanten Umfangs nur schwer verkĂ€uflich sein wĂŒrden, zu ermöglichen. Dieses Verfahren wurde auch im Buchhandel des 18. Jahrhunderts weiterhin genutzt, um beispielsweise bei Kupferstichwerken, mehrbĂ€ndige EnzyklopĂ€dien oder wissenschaftlicher Fachliteratur eine der Nachfrage angepasste Auflagenhöhe zu ermitteln und die Deckung der Herstellungskosten zu gewĂ€hrleisten. Eine besondere Form der Subskription war die PrĂ€numeration, bei der das Werk zusĂ€tzlich im voraus bezahlt werden musste.

HĂ€ufig waren in dieser Zeit die bekanntesten Subskribenten und / oder PrĂ€numeranten mit Name, Beruf, Wohnort u.a. auf einer Liste im Titelbogen des Werkes genannt. Diese gedruckten Subskribenten-PrĂ€numeranten-Listen sind wegen ihrer Personalangaben wertvolle Quellen fĂŒr die allgemeine zeitgenössische Literatur-Geschichte und Literatur-Soziologie des BildungsbĂŒrgertums des 18. und 19. Jahrhunderts sowie fĂŒr die Biografie und Genealogie der individuellen Subskribenten. Auswertungen einzelner BĂŒcher und ihrer Subskribentenlisten sind bereits veröffentlicht. Am besten erforscht ist Friedrich Klopstocks (1724–1803) Gelehrtenrepublik und seine große Subskribenten-Werbung. Weitere Forschungsmöglichkeiten, insbesondere Querschnitte aus mehreren Subskribentenlisten, sind bisher ungenutzt.

Die Buch-Subskription ist von der vorherigen Subskribenten-Werbung vor allem durch gedruckte Zeitungs- und Zeitschriften-Anzeigen besonders in allgemeinen und Literatur-IntelligenzblÀttern abhÀngig. Diese Anzeigen enthalten Titel und Inhalt der geplanten Veröffentlichung sowie die Namen der hoffnungsvollen Autoren. Die Subskription stellt daher auch ein besonderes Kapitel der Medien- und Werbungs-Geschichte dar.

Noch unerforscht sind die nicht zustande gekommenen Subskriptionsprojekte. Durch einen Abgleich der Werbe-Anzeigen fĂŒr Subskriptionen mit den Bibliographien der veröffentlichten BĂŒcher lassen sich diese Projekte ermitteln und sammeln. Eine „Bibliographie der nie erschienenen BĂŒcher“ mit Analysen der Themen, Autoren usw., sowie der mutmaßlichen Ursache ihres Nichterscheinens ermöglichte, geistes-, mentalitĂ€ts- und sozialgeschichtlich sowie biographisch-genealogisch sehr aufschlussreiche HintergrĂŒnde der Kulturgeschichte zu erschließen.

Heute ist die Subskription im Buchhandel eine verbindliche Vorbestellung via BuchhĂ€ndler oder vom Subskribenten-Kunden. Diese erhalten dafĂŒr oft einen Preisnachlass bis zu 20 % (bezogen auf den Nettoladenpreis, der durch die Buchpreisbindung lange festgelegt ist). Verlage sind allgemein auf Subskribenten angewiesen, um zu sehen, ob sich eine Buchausgabe lohnt, bzw. um ein eventuell ruinöses GeschĂ€ft zu vermeiden.

Musik

In der Musik gab es die Subskription auf Konzerte. Wolfgang Amadeus Mozart z. B. veranstaltete nach seinem Ausscheiden als angestellter Hofmusiker im FĂŒrsterzbistum Salzburg 1781 als einer der ersten freiberuflichen Musiker der ernsten Musik kommerzielle Sinfonie-Konzerte (sog. „Akademien“) auf Subskription. Das geschah in der Weise, dass er in Musikalien-Handlungen Subskriptionslisten auf seine kommenden Konzerte auslegte, in die sich diejenigen, die diese Konzerte besuchen wollten, eintrugen. Ob Mozart der erste war, der sich dieser Methode bediente, und ob nach ihm auch andere freie Musiker, etwa Ludwig van Beethoven, ihre Konzerte so veranstalteten, ist noch unerforscht. Ob diese musikalische Subskription nur unverbindliche AbsichtserklĂ€rungen oder schon juristisch verbindliche VertragsabschlĂŒsse waren, ist ebenfalls noch nicht erforscht.

Aktien

Eine Art Subskriptionsverfahren auf Aktien gibt es bei BörsengĂ€ngen von Unternehmen, die in eine Aktiengesellschaft umfirmieren möchten oder eine Kapitalerhöhung an die Börse bringen. Die Banken, die dies Verfahren organisieren, bieten ihren Kunden die neuen Aktien zum Kauf zu vorab festgelegten Bedingungen an. Oftmals sind dann die jungen Aktien „mehrfach ĂŒberzeichnet“, wenn z. B. fĂŒr 100.000 neu auszugebende Aktien Kaufgesuche fĂŒr 700.000 StĂŒck vorliegen.

Gleich am ersten offiziellen Börsentag werden die jungen Aktien oft in hohen StĂŒckzahlen gehandelt: die ersten Anteilserwerber haben hierdurch oftmals die Möglichkeit, mit hohem Gewinn ihre Aktien gleich weiter zu verkaufen.

Weinhandel

Degustation von Fassproben des 2007er Bordeaux im April 2008

Im Weinhandel hingegen fließt Geld, denn noch bevor der junge Wein in die Flaschen abgefĂŒllt ist, muss der subskribierte Wein bezahlt werden. Erst hiermit erhĂ€lt der WeinkĂ€ufer eine Sicherheit, den Wein begehrter GĂŒter und begehrter JahrgĂ€nge spĂ€ter ĂŒberhaupt verfĂŒgbar zu haben und genießen zu können.

In einzelnen FĂ€llen ist der junge Wein nach seiner Bezahlung noch weitere drei Jahre auf dem Weingut in FĂ€ssern gelagert, bevor er auf Flaschen gefĂŒllt wird und an die Verbraucher ausgeliefert wird. Von einem Weingut ist gar bekannt, dass man nach Bezahlung vier Jahre zu warten haben wird, bevor der Wein ausgeliefert werden wird: beim Sauternes-SĂŒĂŸwein von ChĂąteau d’Yquem.

Anders ausgedrĂŒckt, ist die Subskription auch eine Spekulation: man setzt darauf, dass der Wein bis zu seiner Auslieferung im Wert steigen wird. Man geht im Grunde ein WarentermingeschĂ€ft ein. Die Subskription von Wein ist vorrangig bei Bordeaux-Weinen zu finden, nur vereinzelt gibt es WeingĂŒter in anderen Gegenden, die ein gleiches Verfahren verwenden.

Eine außerordentliche Besonderheit ist der Subskriptionsverkauf per KĂ€uferliste. Dieses Verfahren ist bei einem Weingut in Burgund bekannt geworden: die Interessenten schreiben sich in eine Liste ein. Auf dieser Liste ziehen zum Kauf nur die obersten hunderte PlĂ€tze, die Platzinhaber mĂŒssen den Wein nach Zuteilung zum vom Weingut einseitig festgesetzten Preis zahlen. Wer nicht zahlt, fĂ€llt aus der Liste, und wird voraussichtlich auf lange Jahre keine Chance mehr haben, den Wein direkt beziehen zu können. Denn es sind Tausende, die darauf warten, kaufen zu dĂŒrfen: bei der Domaine RomanĂ©e-Conti. Die Domaine informiert jeweils im Abstand mehrerer Jahre, auf welche Rangstelle ein Interessent vorgerĂŒckt ist.

Software

Im Softwarevertrieb wird klassisch die Lizenz fĂŒr eine Vollversion (Erstkauf) direkt vom Hersteller oder indirekt ĂŒber einen ZwischenhĂ€ndler verkauft. Die spĂ€ter notwendigen Upgrades (also neue Versionsnummer) werden ebenfalls aufwendig und somit teuer direkt oder indirekt vertrieben. Zunehmend gehen die Softwarehersteller dazu ĂŒber, die Upgrades Ă­m Subscriptionsverfahren, also jeweils ein Jahr vorab, zu verkaufen. Das reduziert die Vertriebskosten und entbindet den Softwarehersteller von den hohen Haftungsauflagen des Mietvertrages nach deutschem Recht. Die reduzierten Vertriebskosten werden meist an den Konsumenten in Form eines gĂŒnstigeren Preis weitergegeben. Um nicht indirekt unter das Mietrecht zu fallen, haben SubscriptionsvertrĂ€ge meist eine Laufzeit von nur einem Jahr und verlĂ€ngern sich nicht automatisch. Der Kunde, sogenannt der Anwender, muss diese VerlĂ€ngerung von sich aus veranlassen. Um dies zu erleichtern erinnern die Softwarehersteller meist ihre Kunden per Post oder E-Mail an diese Notwendigkeit.

Dieses Vertriebsmodell wird unter anderem auch gewĂ€hlt, da die SoftwarewartungsvertrĂ€ge als laufende „Fixkosten“ in den Unternehmen zunehmend als Kostenverursacher in Verruf kamen und somit vermieden wurden. Im englischen Sprachgebrauch der Softwarehersteller wird es Subscription geschrieben.

Sonstiges

Man bezeichnet es auch als Subskription, wenn fĂŒr ein Denkmal o.Ă€. gesammelt wird – siehe zum Beispiel Frederik Rudbek Henrik von BĂŒlow. Die Subskribenten zahlen nur und erst dann, wenn die Bezahlung des Sammlungszwecks gesichert ist.

Der Bildhauer John Gibson wurde 1817 nach Rom geschickt. Sein Entdecker hatte zuvor eine Subskription veranstaltet; mit dem so zusammengebrachten Geld konnte er die Reise unternehmen.

Bekannte Beispiele

Als Verleger gehörte John Ogilby zu den Pionieren der Subskription im englischen VerlagsgeschÀft des 17. Jahrhunderts.

John Walsh (gestorben 1736) war ein englischer Musikverleger und Instrumentenbauer. Er veröffentlichte ab 1695 MusikstĂŒcke in einer bis dahin nicht gekannten AuflagenstĂ€rke. Er verstand es, durch Werbung, Subskriptionen und Verteilung von kostenlosen Probeexemplaren seinen Verlag zu fördern. 1711 zog er aus dem Druck von Georg Friedrich HĂ€ndels Oper Rinaldo einen großen Gewinn. Sein Sohn John Walsh jr. (1709–1766) vertiefte ab 1730 die Beziehungen zu HĂ€ndel und veröffentlichte sĂ€mtliche SpĂ€tkompositionen von HĂ€ndel.

1750 verfasste Denis Diderot einen in ganz Europa verschickten Prospekt, in dem er Interessenten zur Subskription der EncyclopĂ©die aufrief. 1751 erschienen die beiden ersten BĂ€nde der EncyclopĂ©die ou Dictionnaire raisonnĂ© des sciences, des arts et des mĂ©tiers („EnzyklopĂ€die oder (alphabetisch) geordnetes Lexikon der Wissenschaften, KĂŒnste und Gewerbe, von einer Autorengemeinschaft“). Der buchhĂ€ndlerische Erfolg und die Wirkung des Werkes waren enorm.

Die Societas Bipontina war ein 1778 bis 1811 tĂ€tiger Verlag fĂŒr Werke antiker griechischer und lateinischer Autoren. Der Verlag verpflichtete sich, seinen Subskribenten monatlich einen Band zu 368 Seiten gegen Vorauszahlung von sieben Batzen zu liefern. Fehlende oder hinzukommende Bögen wurden ab- bzw. zugerechnet. 1783 gab es 889 Subskribenten; diese subskribierten etwa 1350 Exemplare. Zwischen 1779 und 1811 ließ die Societas Bipontina insgesamt 215 BĂ€nde im (Groß-)Oktavformat als Serie in gleicher Aufmachung mit gut lesbarer Schrift und fehlerfreiem Satz erscheinen (sog. Editiones Bipontinae).

1840 wurde die 1840 'Liverpool Philharmonic Society' gegrĂŒndet. In dieser konnten BĂŒrger Anteile zur Finanzierung des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra erwerben, die gleichzeitig einen Subskriptionscharakter hatten.

1906 erschien in Wien auf Subskriptionsbasis – um die damalige Zensur zu umgehen – das Buch „Josefine Mutzenbacher. Die Geschichte einer Wienerischen Dirne. Von ihr selbst erzĂ€hlt.“

Literatur

  • Subskription. In: Lexikon des gesamten Buchwesens. Band III. Verlag Anton Hiersemann, Stuttgart 1933, S. 356.
  • Subskriptions-Preis. In: Dietrich Kerlen: Der Verlag. Lehrbuch der Buchverlagswirtschaft. 13. Auflage. Verlag Dr. Ernst Hauswedell & Co., Stuttgart 2005, S. 125.
  • Rolf Engelsing: Analphabetentum und LektĂŒre. Stuttgart 1973. S. 64-65.
  • Horst E. Miers: Eine Subskribentenliste (1784) als genealogische Quelle. In: Ostdeutsche Familienkunde 7 (1959), S. 180-185.
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