Die Syllogismen (von altgr.: ÏÏ
λ-λογÎčÏÎŒÏÏ, syllogismos = das Zusammenrechnen, logischer Schluss) sind ein Katalog von Typen logischer Argumente. Sie bilden den Kern der im vierten vorchristlichen Jahrhundert entstandenen antiken Logik des Aristoteles und der traditionellen Logik bis ins 19. Jahrhundert. Als Syllogistik wird ganz allgemein die Lehre von den Syllogismen bezeichnet. Sie untersucht insbesondere, unter welchen Voraussetzungen Syllogismen gĂŒltig sind.
Syllogismen sind immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Jeweils zwei PrĂ€missen (Voraussetzungen), Obersatz und Untersatz genannt, fĂŒhren zu einer Konklusion (Schlussfolgerung). Die PrĂ€missen und die Konklusion sind Aussagen die wahr oder falsch sein können, in denen jeweils einem Begriff, dem syllogistischen Subjekt, ein anderer Begriff, das syllogistische PrĂ€dikat, in bestimmter Weise zu- oder abgesprochen wird. Hierbei sind Subjekt und PrĂ€dikat nicht gleichbedeutend mit Subjekt und PrĂ€dikat in der Grammatik, sondern die Propositionen sind Klassifizierungen, sie behaupten die Zugehörigkeit des Subjekts zu einer Kategorie. In AbhĂ€ngigkeit von der Stelle, an der sie im Syllogismus auftreten, werden die vorkommenden Begriffe Oberbegriff, Mittelbegriff und Unterbegriff genannt.
Die Schlussfolgerung kann inhaltlich wahr oder falsch sein, unabhĂ€ngig davon, ob sie formal gĂŒltig (valide) oder ungĂŒltig ist. Vier FĂ€lle sind möglich:
- Die Schlussfolgerung ist gĂŒltig und wahr.
- Die Schlussfolgerung ist gĂŒltig und falsch.
- Die Schlussfolgerung ist ungĂŒltig und wahr.
- Die Schlussfolgerung ist ungĂŒltig und falsch.
Ein Beispiel fĂŒr einen gĂŒltigen und wahren Syllogismus ist Folgendes:
Geschichte
Der lateinische Begriff syllogismus geht auf das griechische syllogismos (ÏÏ
λλογÎčÏÎŒÏÏ) zurĂŒck. Mit syllogismos bezeichnet Aristoteles ein deduktives Argument, das er als erster folgendermaĂen definiert:
âEine Deduktion (syllogismos) ist also ein Argument, in welchem sich, wenn etwas gesetzt wurde, etwas anderes als das Gesetzte mit Notwendigkeit durch das Gesetzte ergibt.â
â Aristoteles: Topik I 1, 100a25-27[1]
In diesem weiteren Sinn, also als Synonym fĂŒr das Wort âArgumentâ, wurde das Wort âSyllogismusâ alltagssprachlich bis ins 20. Jahrhundert hinein verwendet.[2] Im modernen Sprachgebrauch ist diese weite Verwendung nicht mehr ĂŒblich und nur mehr in zusammengesetzten Begriffen wie hypothetischer Syllogismus (ein Sammelbegriff fĂŒr bestimmte in der Tradition betrachtete aussagenlogische Schlussweisen) anzutreffen.
Syllogismus bezeichnet verwirrenderweise traditionell nun ausschlieĂlich eine spezielle Form des deduktiven Arguments (syllogismos), nĂ€mlich die in Aristotelesâ Erster Analytik behandelte Deduktion, die aus genau zwei PrĂ€missen, einer Konklusion und drei Begriffen besteht. Da die Definition der Deduktion diese EinschrĂ€nkung nicht aufweist, ist zwar jeder Syllogismus ein syllogismos, aber nicht jeder syllogismos ein Syllogismus.
Nach der Position des Mittelbegriffs â das heiĂt desjenigen Begriffs, der nur in den PrĂ€missen vorkommt â unterscheidet Aristoteles drei Arten von SchlĂŒssen, Figuren genannt (siehe Abschnitt Figuren). Die EinfĂŒhrung einer vierten Figur, deren SchlĂŒsse auch Aristoteles schon als gĂŒltig anerkennt,[3] wird von Avicenna und anderen Galen zugeschrieben, obwohl es fĂŒr diese Zuschreibung keine direkten Hinweise im ĂŒberlieferten Werk Galens gibt[4] und dieser sie in der Tat sogar ausdrĂŒcklich ablehnt.[5] Bis zur EinfĂŒhrung der vierten Figur werden ihre Syllogismen in der Tradition des Theophrastos von Eresos oft der ersten Figur zugerechnet.
Im lateinischen Mittelalter, das die logischen Werke des Aristoteles zunĂ€chst aus Ăbersetzungen und Kommentaren des BoĂ«thius aufnahm, wurden die traditionellen lateinischen Bezeichnungen fĂŒr QuantitĂ€t und QualitĂ€t der Urteile (siehe Abschnitt Typen von Aussagen) durch Petrus Hispanus gebrĂ€uchlich.[6] In der Scholastik erhielt die Syllogistik die Form, die dann jahrhundertelang in den LehrbĂŒchern tradiert wurde, wobei der authentische Gehalt der aristotelischen Syllogistik schon seit der Antike verloren gegangen war und sie seit der Renaissance zunehmend scharfer Kritik unterzogen wurde (berĂŒhmt ist etwa die Kritik von RenĂ© Descartes). Erst Jan Ćukasiewicz hat Aristoteles' Logik in einer bahnbrechenden Arbeit[7] neu entdeckt und sie vom Standpunkt der modernen Logik aus axiomatisch rekonstruiert; unter anderem wegen der hohen Zahl der dabei angesetzten Axiome wird jedoch bezweifelt, dass diese Rekonstruktion ausreichend gegenstandsadĂ€quat ausgefallen ist.[8] An Ćukasiewicz schlieĂt die neuere Forschung an, die ihr deutschsprachiges Standardwerk in GĂŒnther Patzigs Darstellung[9] (1959) gefunden hat.
Seither unterscheidet man zwischen der aristotelischen und der traditionellen Syllogistik. Der auffĂ€lligste Ă€uĂere Unterschied besteht darin, dass Aristoteles Syllogismen nicht als eine Folge von drei SĂ€tzen niederschreibt, sondern als einen Satz der Form âWenn (PrĂ€misse 1) und (PrĂ€misse 2), so notwendig (Konklusion)â; es besteht Uneinigkeit darĂŒber, ob sich diese Formulierung als metasprachliche Aussage ĂŒber einen Syllogismus im traditionellen VerstĂ€ndnis erklĂ€ren lasse[10] oder ob der Sicht Ćukasiewicz zu folgen sei, dass Aristoteles einen Syllogismus als eine zusammengesetzte Aussage betrachte. Die beiden Lesarten lassen sich einfach ineinander ĂŒberfĂŒhren; der vorliegende Artikel gibt konkrete Syllogismen im Sinn der ersteren Lesart durchgĂ€ngig als Folge von drei SĂ€tzen wieder. Auch von diesem strittigen Punkt abgesehen gibt es zwischen der aristotelischen und der traditionellen Syllogistik zahlreiche Unterschiede in der logisch-semantischen Auffassung, so dass heute vielfach die Ansicht vertreten wird, Aristoteles stehe der modernen Logik im Grunde viel nĂ€her als der traditionellen Syllogistik. Bereits auf Augustus De Morgan geht die unter anderem von Patzig ausgearbeitete Auffassung der aristotelischen Syllogistik als Theorie bestimmter zweistelliger Relationen zwischen Begriffen sowie des relativen Produktes solcher Relationen zurĂŒck.[11] Ein Syllogismus ist dann ein Relationenprodukt, das selbst wieder eine Relation in jener bestimmten Form ist, die in den vier Satztypen A, E, I oder O ausgedrĂŒckt wird.
Die unterschiedslose Gleichsetzung von aristotelischer und traditioneller Syllogistik in der Ă€lteren Geschichtsschreibung der Logik (Carl Prantl, Heinrich Maier) hat hingegen zahlreiche IrrtĂŒmer â etwa ĂŒber die angeblichen metaphysischen Voraussetzungen von Aristoteles' Logik â hervorgebracht, von denen sich die Aristotelesinterpretation nur mit MĂŒhe befreien konnte.
Allgemeine Darstellung
Syllogistische Argumente sind immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Jeweils zwei PrĂ€missen (Voraussetzungen), genannt Obersatz (lateinisch propositio major) und Untersatz (lateinisch propositio minor), fĂŒhren zu einer Konklusion (Schlussfolgerung, lateinisch conclusio). Im hier dargestellten kategorischen Syllogismus (auch assertorischer Syllogismus genannt) sind PrĂ€missen und Konklusion kategorische Urteile, d. h. Aussagen, in denen einem Begriff (griechisch áœ
ÏÎżÏ â horos, lateinisch terminus), dem Subjekt, ein anderer Begriff, das PrĂ€dikat, in bestimmter Weise zu- oder abgesprochen wird. Zum Beispiel wird im kategorischen Urteil âAlle Menschen sind sterblichâ dem Subjekt âMenschâ das PrĂ€dikat âsterblichâ zugesprochen. Zu beachten â und an diesem Beispiel ersichtlich â ist, dass die Wörter âSubjektâ und âPrĂ€dikatâ im Zusammenhang der Syllogistik anders verwendet werden als in der traditionellen Grammatik, wo das grammatikalische Subjekt der Ausdruck âalle Menschenâ und das grammatikalische PrĂ€dikat â je nach Sichtweise â das Wort âsindâ[12] oder der Ausdruck âsind sterblichâ[13] wĂ€re.
Innerhalb eines Syllogismus werden insgesamt drei verschiedene Begriffe verwendet:
- der Oberbegriff (lateinisch terminus major), der im Obersatz und auf der rechten Seite der Konklusion, d. h. als deren PrÀdikat (P) vorkommt;
- der Unterbegriff (lateinisch terminus minor), der im Untersatz und auf der linken Seite der Konklusion, d. h. als deren Subjekt (S) vorkommt; und
- der Mittelbegriff (M) (lateinisch terminus medius), der im Obersatz und im Untersatz, nicht aber in der Konklusion vorkommt.
In der Nachfolge von Johannes Philoponus wird den Bezeichnungen âOberbegriffâ und âUnterbegriffâ seit dem 17. Jahrhundert mehrheitlich keinerlei inhaltliche Bedeutung beigemessen und sie werden ausschlieĂlich aus ihrem Auftreten im Obersatz beziehungsweise im Untersatz und als PrĂ€dikat beziehungsweise Subjekt der Konklusion erklĂ€rt.[14] Gelegentlich werden Unter- und Oberbegriff auch als Subjekt bzw. PrĂ€dikat des Syllogismus bezeichnet.
Ein Beispiel fĂŒr einen gĂŒltigen Syllogismus ist Folgendes:
Der Mittelbegriff dieses Syllogismus ist der Begriff âRechteckâ; im Obersatz dieses Syllogismus tritt der Mittelbegriff als Subjekt, in seinem Untersatz als PrĂ€dikat auf. Der Unterbegriff dieses Syllogismus ist der Begriff âQuadrat;â er tritt im Untersatz als Subjekt auf. Der Oberbegriff dieses Syllogismus ist schlieĂlich der Begriff âKreis;â er tritt im Obersatz als PrĂ€dikat auf.
Alternativ zu Formulierungen wie âKein S ist Pâ oder âAlle S sind Pâ werden auch gleichbedeutende AusdrĂŒcke wie âP kommt keinem S zuâ und âP kommt allem S zuâ verwendet. In dieser Ausdrucksweise lautet der obige Syllogismus wie folgt:

Die beiden Schreibweisen sind gleichbedeutend und gleichwertig. WĂ€hrend Aristoteles selber in seinen Analytiken ĂŒberwiegend Varianten der zweiten Formulierung, âP kommt allem S zuâ, wĂ€hlt (meist âÏᜠP ÎșαÏηγοÏΔáżÏαÎč ÏοῊ Sâ â âdas P wird ĂŒber das S ausgesagtâ), wird seit der Scholastik Varianten der ersten Schreibweise, âAlle S sind P,â der Vorzug gegeben. StĂ€rker als in der traditionellen tritt in der aristotelischen Formulierung der Unterschied zwischen grammatikalischem und syllogistischem Subjekt bzw. PrĂ€dikat zutage; so hat in der Formulierung âP kommt allem S zuâ das syllogistische PrĂ€dikat, âPâ, die Funktion des grammatikalischen Subjekts und das syllogistische Subjekt, âSâ, die Funktion des grammatikalischen PrĂ€dikats.
Es gibt jedoch in der Nachfolge von Jan Ćukasiewicz die Meinung, dass die aristotelischen Syllogismen im Gegensatz zu denen der sich auf ihn berufenden Tradition keine Argumente aus zwei PrĂ€missen und einer Konklusion seien, sondern zusammengesetzte EinzelsĂ€tze. Aus dieser Sicht mĂŒsse die aristotelische Variante des obigen Beispiels wie folgt lauten:
- Wenn kein Rechteck ein Kreis ist und alle Quadrate Rechtecke sind, dann ist kein Quadrat ein Kreis.
Die richtige Einordnung der aristotelischen Syllogismen ist bis heute strittig. Da die Umwandlung zwischen den beiden Lesarten einfach ist und da Aristoteles seine Syllogismen trotz ihrer Formulierung in âWennâdannâ-Form als Schlussregeln gebraucht,[15] stellt der vorliegende Artikel konkrete Syllogismen durchgĂ€ngig in ihrer traditionellen Formulierung als aus drei Aussagen zusammengesetzte Argumente dar.
Als Weiterentwicklung der kategorischen oder assertorischen Syllogistik gibt es schon bei Aristoteles AnsĂ€tze einer modalen Syllogistik, bei der in den â von diesem Unterschied abgesehen gleich aufgebauten â Syllogismen modale Aussagen wie âAlle Menschen sind möglicherweise sterblichâ zugelassen sind.
Logische Systeme, die wie die Syllogistik mit Aussagen arbeiten, in denen Begriffe zueinander in Beziehung gesetzt werden, werden allgemein Begriffslogiken genannt.
Typen von Aussagen
Eine Aussage in einem Syllogismus, ein kategorisches Urteil, setzt immer zwei Begriffe in eine Beziehung. Dabei werden nur vier Typen von Urteilen bezĂŒglich der Beziehung zwischen einem Subjekt (S) und einem PrĂ€dikat (P) betrachtet:
| Typ
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Bezeichnung
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Formulierungen des Urteils
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Kurzschreibweise
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| A
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allgemein bejahendes Urteil
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| alle S sind P (und es gibt tatsÀchlich S)
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| P kommt allem S zu
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SaP
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| E
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allgemein verneinendes Urteil
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| kein S ist P (und es gibt tatsÀchlich S)
|
| P kommt keinem S zu
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SeP
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| I
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partikulÀr bejahendes Urteil
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| einige S sind P
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| P kommt einigem S zu
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SiP
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| O
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partikulÀr verneinendes Urteil
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| einige S sind nicht P
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| P kommt einigem S nicht zu
|
|
SoP
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Die Vokale stammen dabei aus den lateinischen Worten âaffirmoâ (ich bejahe) und ânegoâ (ich verneine), wobei jeweils der erste Vokal fĂŒr ein allgemeines, der zweite fĂŒr ein partikulĂ€res Urteil steht.
QuantitÀt und QualitÀt
Die Eigenschaft einer Aussage, ĂŒber wie viele GegenstĂ€nde sie spricht, wird traditionell die QuantitĂ€t dieser Aussage genannt. In diesem Sinn gibt es im Syllogismus zwei QuantitĂ€ten, nĂ€mlich (a) partikulĂ€r und (b) universell oder allgemein. Die Eigenschaft einer Aussage, einem Subjekt ein PrĂ€dikat zu- oder abzusprechen, wird traditionell die QualitĂ€t dieser Aussage genannt. Spricht eine Aussage einem Subjekt ein PrĂ€dikat zu, nennt man sie bejahende Aussage, spricht sie es ihm ab, verneinende Aussage. Die Typen von Aussagen sind in folgender Tabelle nach ihrer QualitĂ€t und QuantitĂ€t aufgeschlĂŒsselt:
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bejahend
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verneinend
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| allgemein
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A-Urteil
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E-Urteil
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| partikulÀr
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I-Urteil
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O-Urteil
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Logisches Quadrat
Unter der Voraussetzung, dass ihre Subjekte keine leeren Begriffe sind, bestehen zwischen den unterschiedlichen Aussagentypen verschiedene Beziehungen:
- Zwei Aussagen bilden einen kontradiktorischen Gegensatz genau dann, wenn beide weder gleichzeitig wahr noch gleichzeitig falsch sein können, mit anderen Worten: Wenn beide unterschiedliche Wahrheitswerte haben mĂŒssen. Das wiederum ist genau dann der Fall, wenn die eine Aussage die Negation der anderen ist (und umgekehrt). FĂŒr die syllogistischen Aussagentypen trifft das kontradiktorische VerhĂ€ltnis auf die Paare AâO und IâE zu.
- Zwei Aussagen bilden einen kontrĂ€ren Gegensatz genau dann, wenn sie zwar nicht beide zugleich wahr, wohl aber beide falsch sein können. In der Syllogistik steht nur das Aussagenpaar AâE in kontrĂ€rem Gegensatz.
- Zwei Aussagen bilden einen subkontrĂ€ren Gegensatz genau dann, wenn nicht beide zugleich falsch (wohl aber beide zugleich wahr) sein können. In der Syllogistik steht nur das Aussagenpaar IâO in subkontrĂ€rem Gegensatz.
- Zwischen den Aussagetypen A und I einerseits und E und O andererseits besteht ein Folgerungszusammenhang (traditionell wird dieser Folgerungszusammenhang im logischen Quadrat Subalternation genannt): Aus A folgt I, d. h. wenn alle S P sind, dann gibt es auch tatsÀchlich S, die P sind; und aus E folgt O, d. h. wenn keine S P sind, dann gibt es tatsÀchlich S, die nicht P sind.
Diese ZusammenhĂ€nge werden oft in einem Schema, das unter dem Namen âLogisches Quadratâ bekannt wurde, zusammengefasst (siehe Abbildung). Die Ă€lteste bekannte Niederschrift des logischen Quadrats stammt aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert und wird Apuleius von Madauros zugeschrieben.[16]
Existenzielle Voraussetzungen
Wie schon im logischen Quadrat ersichtlich, gelten viele der ĂŒberlieferten GesetzmĂ€Ăigkeiten der Syllogistik nur unter der Voraussetzung, dass zumindest das Subjekt der betroffenen Aussagen nicht leer ist. Im Allgemeinen wird daher davon ausgegangen, dass syllogistische Aussagen tatsĂ€chlich Existenzaussagen ĂŒber das Subjekt treffen, d. h. voraussetzen, dass das Subjekt kein leerer Begriff ist:
- Die Aussage âAlle S sind Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und alle davon sind Pâ.
- Die Aussage âKeine S sind Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und keine davon sind Pâ.
- Die Aussage âEinige S sind Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und einige von ihnen sind P.â
- Die Aussage âEinige S sind nicht Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und einige von ihnen sind nicht P.â
Die Existenzaussage âEs gibt Sâ wird dabei fĂŒr gewöhnlich nicht als Teil des jeweiligen syllogistischen Urteils verstanden, sondern als seine PrĂ€supposition, das heiĂt als Voraussetzung dafĂŒr, dass das jeweilige Urteil zum syllogistischen SchlieĂen ĂŒberhaupt verwendet werden kann. Die Existenzaussage zum Teil des syllogistischen Urteils zu machen ist zwar möglich, aber formal relativ kompliziert, und wird hinsichtlich seiner AdĂ€quatheit unterschiedlich beurteilt.[17]
Je nach Interpretation der syllogistischen Aussagen und GesetzmĂ€Ăigkeiten ist auch die Sicht möglich, dass syllogistisches SchlieĂen ĂŒberhaupt nur mit nicht leeren Begriffen möglich sei, das heiĂt dass auch die PrĂ€dikate nicht leer sein dĂŒrfen.[18] Die Frage, welche Autoren der Tradition welche Sichtweise vertreten haben, wird unterschiedlich beurteilt und ist bis heute Gegenstand philosophischer und philologischer Untersuchungen.
Obwohl existenzielle Voraussetzungen dem natĂŒrlichen Sprachgebrauch entsprechen (normalerweise empfindet man nur Allaussagen ĂŒber tatsĂ€chlich vorhandene Dinge als sinnvoll), ist es wichtig, sich ihrer bewusst zu sein, weil es durchaus auch logische Systeme gibt, die diese Voraussetzungen nicht machen.
Distribution
In der Syllogistik wird von der Distribution (von lateinisch distributio, Verteilung) eines Begriffs innerhalb einer Aussage gesprochen. Ein Begriff ist innerhalb einer Aussage genau dann distribuiert, wenn aus dieser Aussage jede andere Aussage folgt, die aus der ursprĂŒnglichen Aussage entsteht, indem der ursprĂŒngliche Begriff durch einen echten Unterbegriff ersetzt wird.[19] Eine oft gebrauchte und bei richtigem VerstĂ€ndnis Ă€quivalente Formulierung lautet: Ein Begriff ist innerhalb einer syllogistischen Aussage genau dann distribuiert, wenn er sich innerhalb der Aussage auf alle GegenstĂ€nde bezieht, auf die der Begriff zutrifft.
Zum Beispiel ist in der syllogistischen A-Aussage âAlle Philosophen (Subjekt) sind Menschen (PrĂ€dikat)â der Begriff âPhilosophâ distribuiert: Aus der Tatsache, dass alle Philosophen Menschen sind, folgt, dass alle Sprachphilosophen (ein Unterbegriff von âPhilosophâ) Menschen sind, dass alle Existenzphilosophen (ein weiterer Unterbegriff von âPhilosophâ) Menschen sind usw. Nicht distribuiert ist in dieser Aussage hingegen der Begriff âMenschâ: Aus der Tatsache, dass alle Philosophen Menschen sind, folgt zum Beispiel noch lange nicht, dass alle Philosophen EuropĂ€er (ein Unterbegriff von Mensch) sind.
Eine Ăbersicht darĂŒber, in welchem Typ von Aussage welcher Begriff distribuiert ist, gibt die folgende Tabelle.
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|
Subjekt
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PrÀdikat
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| A-Urteil
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distribuiert
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nicht distribuiert
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| I-Urteil
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nicht distribuiert
|
nicht distribuiert
|
| E-Urteil
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distribuiert
|
distribuiert
|
| O-Urteil
|
nicht distribuiert
|
distribuiert
|
Syllogismen aus moderner Sicht
Die klassischen Syllogismen lassen sich modern sowohl als Anwendung eines Teilsystems der PrÀdikatenlogik, nÀmlich der monadischen PrÀdikatenlogik, als auch als Mengenbeziehungen darstellen.
Bei der Darstellung als Mengenbeziehungen wird jeder Begriff als sein Umfang (fachsprachlich Extension) interpretiert, d. h. als die Menge der GegenstĂ€nde, die unter diesen Begriff fallen. Der Begriff âMenschâ zum Beispiel wird mengentheoretisch als die Menge aller Menschen interpretiert.
Bei der prĂ€dikatenlogischen Interpretation wird jeder Begriff als ein einstelliges PrĂ€dikat im Sinn der PrĂ€dikatenlogik dargestellt, d. h. als eine einstellige Funktion im mathematischen Sinn, die auf konkrete Individuen angewendet werden kann und die fĂŒr jedes Individuum die Information liefert, ob es unter diesen Begriff fĂ€llt oder nicht. So wĂŒrde zum Beispiel der Begriff âMenschâ als das PrĂ€dikat â_ ist ein Menschâ interpretiert. Wendet man dieses PrĂ€dikat auf einen Menschen an, zum Beispiel auf Sokrates, dann liefert es den Wahrheitswert âwahrâ; wendet man es auf einen Gegenstand an, der kein Mensch ist â zum Beispiel auf ein Tier, auf einen Planeten oder auf eine Zahl â, dann liefert es den Wahrheitswert âfalschâ.
| Typ
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Urteil
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Mengenlehre
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PrÀdikatenlogik
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| A
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Alle S sind P.
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| <math>S \subseteq P</math>, wobei <math>S \not = \emptyset</math>
|
| Der (nicht leere) Umfang von S ist eine Teilmenge des Umfangs von P.
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|
| <math>\forall x ( Sx \rightarrow Px )</math>, wobei <math>\exists x Sx</math>
|
| FĂŒr jedes Individuum gilt: Wenn es ein S ist, dann ist es auch ein P (wobei S nicht leer ist).
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| E
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Keine S sind P.
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| <math>S \cap P = \emptyset</math>, wobei <math>S \not = \emptyset</math>
|
| Die Schnittmenge des (nicht leeren) Umfangs von S und des Umfangs von P ist leer.
|
|
| <math>\forall x ( Sx \rightarrow \neg Px )</math>, wobei <math>\exists x Sx</math>
|
| FĂŒr jedes Individuum gilt: Wenn es ein S ist, dann ist es nicht der Fall, dass es auch ein P ist (wobei S nicht leer ist).
|
|
| I
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Einige S sind P.
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| <math>S \cap P \neq \emptyset</math>
|
| Die Schnittmenge des Umfangs von S und des Umfangs von P ist nicht leer.
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|
| <math>\exists x ( Sx \wedge Px )</math>
|
| Es gibt mindestens ein Individuum, das ein S ist und das auch ein P ist.
|
|
| O
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Einige S sind nicht P.
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| <math>S \not\subseteq P</math>
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| Der (nicht leere) Umfang von S ist keine Teilmenge des Umfangs von P. (Dass S nicht leer sein kann ist allerdings schon implizit gegeben, da die leere Menge Teilmenge jeder Menge ist.)
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| <math>\exists x ( Sx \wedge \neg Px )</math>
|
| Es gibt mindestens ein Individuum, das ein S ist und bei dem es nicht der Fall ist, dass es auch ein P ist.
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Regeln fĂŒr die GĂŒltigkeit von Syllogismen
GĂŒltige Syllogismen haben bestimmte Eigenschaften hinsichtlich der QualitĂ€t, QuantitĂ€t und Distribution der in ihnen vorkommenden Begriffe; zum Beispiel kann ein Syllogismus niemals gĂŒltig sein, wenn seine PrĂ€missen partikulĂ€re Aussagen sind, seine Konklusion aber eine allgemeine Aussage ist.
Da in AbhĂ€ngigkeit von der speziellen Interpretation unterschiedlich viele syllogistische Modi gĂŒltig sind, gibt es in der Tradition auch unterschiedliche Regelwerke. Im Folgenden werden die heute gĂ€ngigsten Regeln dargestellt.[20] Sie gehen in dieser einfachen Form auf das SpĂ€tmittelalter zurĂŒck und sind nicht Teil der antiken, aristotelischen Syllogistik.[21] Das genannte Regelsystem ist der Einfachheit halber redundant, d. h. einige der Regeln lassen sich durch andere ausdrĂŒcken.
Regeln der QualitÀt
- Mindestens eine der beiden PrĂ€missen muss eine bejahende Aussage sein (lateinisch ex mere negativis nihil sequitur, âallein aus verneinten Aussagen folgt nichtsâ).
Zum Beispiel kann aus den PrĂ€missen âKein Fisch ist Anglerâ und âEinige Angler sind keine Fischeâ syllogistisch keine Schlussfolgerung gezogen werden.
- Wenn beide PrĂ€missen bejahend sind, dann muss auch die Konklusion bejahend sein (lateinisch ambae affirmantes nequeunt generare negantem, âzwei bejahende Aussagen können keine verneinte Aussage erzeugenâ).
- Wenn eine der beiden PrÀmissen verneinend ist, dann muss auch die Konklusion verneinend sein.
Regeln der QuantitÀt
- Mindestens eine der beiden PrĂ€missen muss eine allgemeine Aussage sein (lateinisch nihil sequitur geminis ex particularibus unquam, ânichts folgt jemals aus partikularen Aussagenâ).
Aus den PrĂ€missen âEinige SĂ€ugetiere leben im Wasserâ und âEinige Tiere, die auf dem Land leben, sind SĂ€ugetiereâ kann ebenfalls syllogistisch nicht geschlossen werden.
- Wenn eine der beiden PrÀmissen eine partikulÀre Aussage ist, kann die Konklusion keine allgemeine Aussage sein.
Regeln der Distribution
- Der Mittelbegriff muss mindestens einmal distribuiert vorkommen.
- Wenn ein Begriff in der Konklusion distribuiert auftritt, muss er auch in einer PrÀmisse distribuiert auftreten.
Figuren
Welche der drei Begriffe S, P und M in welcher Aussage des Syllogismus vorkommen mĂŒssen, ist festgelegt: Der Obersatz besteht aus P und M, der Untersatz aus S und M, die Konklusion aus S und P. Die Konklusion hat dabei immer die Form S â P, die Anordnung der Begriffe in den PrĂ€missen kann frei gewĂ€hlt werden. Die Reihenfolge, in der die PrĂ€missen aufgeschrieben werden, ist fĂŒr die GĂŒltigkeit eines Syllogismus zwar unerheblich, dennoch wird bereits seit Aristoteles zuerst der Obersatz und im Anschluss der Untersatz genannt.
Je nach Anordnung der Begriffe in den PrĂ€missen unterscheidet man die vier möglichen Figuren (ÏÏጠΌαÏα, schemata):
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1. Figur
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2. Figur
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3. Figur
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4. Figur
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| erste PrÀmisse
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M â P
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P â M
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M â P
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P â M
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| zweite PrÀmisse
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S â M
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S â M
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M â S
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M â S
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| Konklusion
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S â P
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S â P
|
S â P
|
S â P
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Beispiel:
- PrÀmisse 1 (oder Obersatz): Alle Menschen (M) sind sterblich (P).
- PrÀmisse 2 (oder Untersatz): Alle Griechen (S) sind Menschen (M).
- Konklusion (oder Schlusssatz): Also sind alle Griechen (S) sterblich (P).
- Aufgrund der Stellung der Begriffe M â P, S â M, S â P erkennt man einen Syllogismus der 1. Figur.
Modi (Kombinationen) und ihre Merkwörter
Da jede der drei Aussagen in einem Syllogismus von einem der vier Typen A, E, O, I sein kann, gibt es pro Figur <math>4 \times 4 \times 4 = 64</math> Möglichkeiten, Aussagen zu einem Syllogismus der jeweiligen Figur zu kombinieren. Jede dieser Möglichkeiten wird ein Modus (Plural: Modi) bzw. eine Kombination der jeweiligen Figur genannt. Bei insgesamt vier verschiedenen Figuren gibt es so insgesamt <math>64 \times 4 = 256</math> Kombinationsmöglichkeiten, d. h. 256 Typen von Syllogismen. Unter diesen 256 Modi sind 24 gĂŒltige und 232 nicht gĂŒltige Syllogismen.
Ein Modus wird durch drei Buchstaben beschrieben. Dabei stehen die ersten beiden Buchstaben fĂŒr die Typen der PrĂ€missen, der dritte Buchstabe fĂŒr den Typ der Konklusion.
Beispiel:
- PrÀmisse 1 (oder Obersatz): Alle Krimis (M) sind spannend (P).
- PrĂ€misse 2 (oder Untersatz): Einige BĂŒcher (S) sind Krimis (M).
- Konklusion (oder Schlusssatz): Also sind einige BĂŒcher (S) spannend (P).
- PrĂ€misse 1 ist vom Typ A, PrĂ€misse 2 vom Typ I, die Konklusion folglich ebenfalls vom Typ I. Es handelt sich also um einen Syllogismus vom Typ AâIâI.
Die 24 gĂŒltigen Modi werden traditionell mit folgenden Merkwörtern bezeichnet:
- 1. Figur: Barbara, Celarent, Darii, Ferio, Barbari, Celaront
- 2. Figur: Baroco, Cesare, Camestres, Festino, Camestrop, Cesaro
- 3. Figur: Bocardo, Darapti, Datisi, Disamis, Felapton, Ferison
- 4. Figur: Bamalip, Calemes, Dimatis, Fesapo, Fresison, Calemop
In diesen Merkwörtern bezeichnen die Vokale die Typen der Aussagen in der Reihenfolge ObersatzâUntersatzâKonklusion; zum Beispiel bezeichnet Modus Darii einen Syllogismus der ersten Figur und vom Typ AâIâI. Die Konsonanten geben an, auf welchen Syllogismus der 1. Figur (erster Konsonant) der jeweilige Syllogismus zurĂŒckgefĂŒhrt werden kann und durch welche VerĂ€nderung (jeweils auf Vokal folgender Konsonant) diese ZurĂŒckfĂŒhrung möglich ist (siehe Abschnitt Reduktion auf die erste Figur).
Zu beachten ist, dass in der Tradition unterschiedliche Versionen der Merkwörter kursieren. Die Ă€ltesten ĂŒberlieferten Versionen dieser mnemotechnischen Syllogistik stammen von den scholastischen Logikern William of Sherwood[22] und Petrus Hispanus[23] um 1240/1250, wobei die PrioritĂ€t unsicher ist.
Die fĂŒnf nicht fett gedruckten Modi sind jeweils âschwacheâ Folgerungen eines fett gedruckten âstarkenâ Modus der jeweiligen Figur. âStarkâ bedeutet dabei, dass die Konklusion eine allgemeine Aussage (A oder E) ist; âschwachâ bedeutet, dass die Konklusion eine partikulĂ€re Aussage (I oder O) ist, die eine direkte Folgerung der jeweiligen starken Aussage ist. Es wird davon ausgegangen, dass schwache Modi erstmals 50 v. Chr. von Ariston von Alexandria thematisiert wurden.[3]
Beispiele:
- Modus Barbara (stark): Alle MĂŒnchner sind Bayern, alle Schwabinger sind MĂŒnchner, es folgt: Alle Schwabinger sind Bayern.
- Modus Barbari (schwach): Alle MĂŒnchner sind Bayern, alle Schwabinger sind MĂŒnchner, es folgt: Einige Schwabinger sind Bayern.
- Modus Celarent (stark): Kein MĂŒnchner ist Passauer, alle Schwabinger sind MĂŒnchner, es folgt: Kein Schwabinger ist Passauer.
- Modus Celaront (schwach): Kein MĂŒnchner ist Passauer, alle Schwabinger sind MĂŒnchner, es folgt: Einige Schwabinger sind keine Passauer.
Die schwachen Schlussfolgerungen sind logisch gĂŒltig, sofern gewisse Zusatzbedinungen erfĂŒllt sind: Jeweils bestimmte Begriffe (Subjekt, PrĂ€dikat oder Mittelbegriff) dĂŒrfen nicht leer sein (siehe auch Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen).
Reduktion auf die erste Figur
Mit einigen einfachen Umformungen, die in den Konsonanten der traditionellen Merkwörter kodiert sind, lassen sich die Modi aller Figuren auf einen Modus der ersten Figur zurĂŒckfĂŒhren (âreduzierenâ). Diese Tatsache war bereits Aristoteles bekannt, der auch entsprechende Umformungsregeln formuliert hat und der die erste Figur als die vollkommene, Syllogismen der ersten Figur als vollkommenen Syllogismus (ÏÎλΔÎčÎżÏ ÏÏ
λλογÎčÏÎŒÏÏ â tĂ©leios syllogismĂłs) bezeichnete.
Der Anfangsbuchstabe des jeweiligen traditionellen Merkwortes gibt an, auf welchen Modus der ersten Figur der jeweilige Modus zurĂŒckgefĂŒhrt werden kann: Modi, deren Name mit âBâ beginnt, lassen sich auf den Modus Barbara zurĂŒckfĂŒhren; Modi, deren Name mit âCâ beginnt, lassen sich auf den Modus Celarent zurĂŒckfĂŒhren; und ebenso lassen sich Modi, deren Name mit âDâ bzw. mit âFâ beginnt, auf den Modus Darii bzw. Ferio zurĂŒckfĂŒhren.
Die Umformungen der Syllogistik sind Schlussregeln im formalen Sinn, d. h. das Resultat jeder syllogistischen Umformung einer Aussage bzw. eines Syllogismus folgt aus der umgeformten Aussage bzw. aus dem umgeformten Syllogismus.
Die fĂŒr die Reduktion erforderlichen Umformungen sind im Folgenden nĂ€her beschrieben; zusĂ€tzlich wird im Abschnitt Beispiele und Reduktion auf die erste Figur fĂŒr jeden syllogistischen Modus ein Beispiel genannt und dessen Reduktion auf die erste Figur gezeigt.
Einfache Umwandlung
Bei der einfachen Umwandlung (lat. conversio simplex) werden Subjekt und PrĂ€dikat der jeweiligen Aussage vertauscht; so wird aus der Aussage âEinige Philosophen sind Griechenâ nach der einfachen Umwandlung die Aussage âEinige Griechen sind Philosophenâ. In den Merkwörtern wird die einfache Umwandlung einer Aussage durch den Buchstaben âsâ hinter dem der betroffenen Aussage zugeordneten Vokal angezeigt; zum Beispiel muss beim Reduzieren des Modus Cesare die erste PrĂ€misse, eine E-Aussage, einer einfachen Umwandlung unterzogen werden.
Einfache Umwandlung ist nur bei Aussagen der Typen E und I möglich: Wenn keine Schweine Schafe sind, dann sind auch keine Schafe Schweine (E-Aussage); und wenn einige Griechen Philosophen sind, dann sind auch einige Philosophen Griechen (I-Aussage). FĂŒr die A- und O-Aussage ist keine einfache Umwandlung möglich: Wenn alle Philosophen Menschen sind, heiĂt das nĂ€mlich noch lange nicht, dass alle Menschen Philosophen sind (A-Aussage); und wenn einige Menschen keine Politiker sind, heiĂt das noch lange nicht, dass einige Politiker keine Menschen sind (O-Aussage). TatsĂ€chlich sind unter den traditionellen Merkwörtern nur solche, bei denen das âsâ auf ein âeâ oder âiâ folgt.
Normalerweise wird die einfache Umwandlung auf die jeweilige PrĂ€misse des zu reduzierenden Syllogismus angewendet. Steht das âsâ jedoch am Ende des Merkwortes, dann wird nicht die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus der einfachen Umwandlung unterzogen, sondern die Konklusion jenes Syllogismus der ersten Figur, auf den reduziert werden soll. Ein Beispiel fĂŒr diesen Sonderfall ist der Modus Dimatis: Er wird auf einen Modus Datisi zurĂŒckgefĂŒhrt, in dessen Konklusion Subjekt und PrĂ€dikat vertauscht werden, also auf einen Syllogismus der Form âAlle P sind M. Einige M sind S. Also sind einige P S.â
Umwandlung durch EinschrÀnkung
Bei der Umwandlung durch EinschrĂ€nkung (lat. conversio per accidens) wird zusĂ€tzlich zur Vertauschung von Subjekt und PrĂ€dikat der jeweiligen Aussage ihr Typ von A auf I bzw. von E auf O geĂ€ndert. So wird zum Beispiel aus der A-Aussage âAlle Schweine sind rosaâ nach der Umwandlung durch EinschrĂ€nkung die I-Aussage âEinige rosa (Dinge) sind Schweineâ und wird aus der E-Aussage âKeine Schweine sind Schafeâ die O-Aussage âEinige Schafe sind keine Schweineâ. In den Merkwörtern wird die Umwandlung durch EinschrĂ€nkung durch den Buchstaben âpâ hinter dem der betroffenen Aussage zugeordneten Vokal angezeigt.
Auch bei dieser Umwandlung liegt ein Sonderfall vor, wenn das âpâ im Merkwort nach dem dritten Vokal â also am Wortende â steht: In diesem Fall bezieht es sich wie bei der einfachen Umwandlung nicht auf die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus, sondern auf die Konklusion des resultierenden Syllogismus der ersten Figur.
Vertauschung der PrÀmissen
Vertauschung der PrĂ€missen (lat. mutatio praemissarum) ist fĂŒr die Reduktion all jener Modi erforderlich, in deren Merkwörtern der Konsonant âmâ an beliebiger Stelle vorkommt. UnabhĂ€ngig von der Position des Konsonanten âmâ im jeweiligen Merkwort darf die Vertauschung der PrĂ€missen erst nach jeder allenfalls erforderlichen einfachen Umwandlung und nach jeder allenfalls erforderlichen Umwandlung durch EinschrĂ€nkung ausgefĂŒhrt werden.
Indirekter Beweis
Modi, in deren Merkwörtern der Konsonant âcâ vorkommt, aber nicht am Wortanfang steht, â also nur die Modi Baroco und Bocardo â lassen sich nur durch einen indirekten Beweis (lat. reductio ad absurdum)[24] auf die erste Figur zurĂŒckfĂŒhren. Zu diesem Behuf wird die Wahrheit der A-PrĂ€misse des zu reduzierenden Syllogismus (im Fall von Baroco also die erste, im Fall von Bocardo die zweite PrĂ€misse) sowie das kontradiktorische Gegenteil, d. h. die Negation der Konklusion angenommen. Auf diese Weise entsteht ein Modus Barbara, dessen Konklusion der O-PrĂ€misse des zu reduzierenden Syllogismus widerspricht. Da die Annahme, die Konklusion treffe nicht zu, solcherart zu einem Widerspruch gefĂŒhrt hat, ist gezeigt, dass die Konklusion zutreffen muss.
Im Detail ausgefĂŒhrt wird der indirekte Beweis in den Abschnitten AOO â Modus Baroco und OAO â Modus Bocardo.
Abweichende Darstellungen
Hinsichtlich der genauen Formulierung der Umwandlungsregeln gibt es bei den einzelnen Autoren Unterschiede; insbesondere ist es ĂŒblich,[25] auf den hier dargebrachten Sonderfall bei der einfachen Umwandlung und bei der Umwandlung durch EinschrĂ€nkung zu verzichten und die Konsonanten âsâ und âpâ auch am Wortende auf den umzuwandelnden Syllogismus zu beziehen und nicht â wie hier dargestellt â auf den Ziel-Syllogismus. Diese Formulierung wĂŒrde aber die Reduktion der beiden Modi âBamalipâ und âCamestropâ in der dargestellten Form unmöglich machen, weil weder fĂŒr eine I-Aussage noch fĂŒr eine O-Aussage eine Umwandlung durch EinschrĂ€nkung möglich ist.
Beispiele und Reduktion auf die erste Figur
Zur ersten Figur des kategorischen Syllogismus
Die erste Figur hat folgende Form:
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Obersatz: M â P
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Untersatz: S â M
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| Es folgt:
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Konklusion: S â P
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Ihre gĂŒltigen Modi sind Barbara, Celarent, Darii, Ferio, Barbari und Celaront.
AAA â Modus Barbara
- Beispiel
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Alle Rechtecke sind Vierecke
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Alle Quadrate sind Rechtecke
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| Es folgt:
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Alle Quadrate sind Vierecke
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EAE â Modus Celarent
- Beispiel
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Kein Rechteck ist ein Kreis
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Alle Quadrate sind Rechtecke
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| Es folgt:
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Also ist kein Quadrat ein Kreis
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AII â Modus Darii
- Beispiel
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Alle Quadrate sind Rechtecke
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Einige Rhomben sind Quadrate
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| Es folgt:
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Einige Rhomben sind Rechtecke
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EIO â Modus Ferio
- Beispiel
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Kein SĂ€ugetier atmet mit Kiemen
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Einige Wassertiere sind SĂ€ugetiere
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| Es folgt:
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Einige Wassertiere atmen nicht mit Kiemen
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AAI â Modus Barbari
- Beispiel
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Alle Rechtecke sind Vierecke
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Alle Quadrate sind Rechtecke
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| Es folgt:
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Einige Quadrate sind Vierecke
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- Anmerkung
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- Barbari ist insofern ein abgeleiteter Modus, als seine Konklusion eine schwÀchere Folgerung der Konklusion von Modus Barbara ist: Wenn alle Quadrate Rechtecke sind, dann sind insbesondere auch einige Quadrate Rechtecke. Traditionell wird ein durch AbschwÀchung der Konklusion aus einem anderen Modus abgeleiteter Modus auch als schwacher Modus bezeichnet.
EAO â Modus Celaront
- Beispiel
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Kein Rechteck ist ein Kreis
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Alle Quadrate sind Rechtecke
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| Es folgt:
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Einige Quadrate sind keine Kreise
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- Anmerkung
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- Die Konklusion von Celaront ist eine AbschwÀchung der Konklusion von Celarent: Wenn keine Quadrate Kreise sind, dann sind insbesondere auch einige Quadrate keine Kreise. Celaront wird daher traditionell als schwacher Modus bezeichnet.
Zur zweiten Figur des kategorischen Syllogismus und ihrer Reduktion auf die erste Figur
Die zweite Figur hat folgende Form:
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Obersatz: P â M
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Untersatz: S â M
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| Es folgt:
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Konklusion: S â P
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Die gĂŒltigen Modi der zweiten Figur sind Baroco, Cesare, Camestres, Festino, Camestrop und Cesaro.
AOO â Modus Baroco
- Beispiel
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Alle Professoren sind ernst
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Einige Dozenten sind nicht ernst
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| Es folgt:
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Einige Dozenten sind nicht Professoren
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
- Der Modus Baroco ist einer von nur zwei Modi, in deren Merkwort der Konsonant âcâ vorkommt, aber nicht am Wortanfang steht. Diese Konstellation zeigt an, dass zur RĂŒckfĂŒhrung auf die erste Figur ein indirekter Beweis erforderlich ist. FĂŒr diesen indirekten Beweis wird ein Syllogismus konstruiert, dessen erste PrĂ€misse die A-PrĂ€misse des zu reduzierenden Syllogismus ist â im Beispiel also die Aussage âAlle Professoren sind ernst.â Als zweite PrĂ€misse des zu konstruierenden Syllogismus wird die kontradiktorische Verneinung der Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus verwendet â im Beispiel also die Aussage âAlle Dozenten sind Professorenâ (dieses A-Urteil ist die Verneinung des O-Urteils âEinige Dozenten sind nicht Professorenâ, vergleiche Logisches Quadrat). Da das Merkwort âBarocoâ mit einem âBâ beginnt, werden die so aufgestellten PrĂ€missen zu einem Syllogismus des Modus Barbara ergĂ€nzt, der dann vollstĂ€ndig lautet: âAlle Professoren sind ernst. Alle Dozenten sind Professoren. Also sind alle Dozenten ernst.â Die Schlussfolgerung, dass alle Dozenten ernst sind, ist aber mit der O-PrĂ€misse des zu reduzierenden Syllogismus unvertrĂ€glich, die gerade lautete âEinige Dozenten sind nicht ernstâ. Somit ist gezeigt, dass die Annahme, die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus treffe nicht zu, zu einem Widerspruch fĂŒhrt. Die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus muss daher zutreffen, der zu reduzierende Syllogismus also gĂŒltig sein.
EAE â Modus Cesare
- Beispiel
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Kein SĂ€ugetier atmet durch Kiemen
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Alle Fische atmen durch Kiemen
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| Es folgt:
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Kein Fisch ist ein SĂ€ugetier
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
- Das Merkwort âCesareâ beginnt mit einem âCâ, der Syllogismus muss sich daher auf einen Modus Celarent zurĂŒckfĂŒhren lassen. Im Merkwort âCesareâ steht unmittelbar nach dem âeâ, das den Typ der ersten PrĂ€misse angibt, der Buchstabe âsâ, der die einfache Umwandlung der betroffenen Aussage einfordert. Wandelt man die erste PrĂ€misse einfach um, entsteht die Aussage âKein Kiemenatmer ist ein SĂ€ugetierâ. Weitere bedeutungstragende Konsonanten kommen im Merkwort âCesareâ nicht vor, deshalb ist die Umwandlung damit abgeschlossen. TatsĂ€chlich ist der so entstandene Syllogismus âKein Kiemenatmer (M) ist ein SĂ€ugetier (P). Alle Fische (S) atmen durch Kiemen (M). Also ist kein Fisch (S) ein SĂ€ugetier (P).â ein Syllogismus vom Typ Celarent.
AEE â Modus Camestres
- Beispiel
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Alle Fische atmen durch Kiemen
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Kein SĂ€ugetier atmet durch Kiemen
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| Es folgt:
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Kein SĂ€ugetier ist ein Fisch
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
- Der Anfangsbuchstabe âCâ des Merkwortes âCamestresâ zeigt an, dass die Reduktion zu einem Modus Celarent fĂŒhren muss. Das âsâ nach dem Vokal âeâ der zweiten PrĂ€misse zeigt an, dass jene einer einfachen Umwandlung unterzogen werden muss; dabei entsteht die neue Aussage âKein Kiemenatmer ist ein SĂ€ugetierâ. Das âmâ zeigt â ungeachtet seiner konkreten Position â an, dass die PrĂ€missen nach allen anderen allfĂ€lligen Umformungen ausgetauscht werden mĂŒssen: Es entsteht der Syllogismus âKein Kiemenatmer ist ein SĂ€ugetier. Alle Fische atmen durch Kiemen. Also ist kein SĂ€ugetier ein Fisch.â Am Wortende des Merkwortes Camestres steht ein weiteres âsâ, das an dieser Stelle eine einfache Umwandlung der Konklusion des Zielmodus, also des Celarent erfordert â und tatsĂ€chlich ist der Syllogismus âKein Kiemenatmer ist ein SĂ€ugetier. Alle Fische atmen durch Kiemen. Also ist kein SĂ€ugetier ein Fisch.â ein Modus Celarent, in dessen Konklusion die Stellung von Subjekt und PrĂ€dikat vertauscht ist.
EIO â Modus Festino
- Beispiel
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Kein Abgeordneter ist ein Gauner
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Einige RechtsanwÀlte sind Gauner
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| Es folgt:
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Einige RechtsanwÀlte sind keine Abgeordneten
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
- Der Anfangsbuchstabe âFâ zeigt an, dass der Syllogismus sich auf einen Modus Ferio zurĂŒckfĂŒhren wird lassen. Der Buchstabe âsâ nach dem ersten Vokal im Merkwort âFestinoâ weist darauf hin, dass die erste PrĂ€misse einer einfachen Umwandlung unterzogen werden muss; dabei entsteht die neue Aussage âKein Gauner ist ein Abgeordneterâ. Das Merkwort enthĂ€lt keine weiteren bedeutungstragenden Konsonanten, und tatsĂ€chlich ist der durch diese eine Umwandlung entstandene Syllogismus âKein Gauner ist ein Abgeordneter. Einige RechtsanwĂ€lte sind Gauner. Also sind einige RechtsanwĂ€lte keine Abgeordneten.â vom erwarteten Typ Ferio; die Reduktion ist damit erfolgreich abgeschlossen.
Zur dritten Figur des kategorischen Syllogismus und ihrer Reduktion auf die erste Figur
Die dritte Figur hat folgende Form:
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Obersatz: M â P
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Untersatz: M â S
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| Es folgt:
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Konklusion; S â P
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Die gĂŒltigen Modi der dritten Figur sind Bocardo, Datisi, Disamis, Ferison, Darapti und Felapton.
OAO â Modus Bocardo
- Beispiel
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Einige MĂŒnchner sind nicht Politiker
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Alle MĂŒnchner sind Stadtbewohner
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| Schlussart
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Einige Stadtbewohner sind nicht Politiker
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Das Merkwort âBocardoâ enthĂ€lt im Wortinneren den Konsonanten âcâ, der die Notwendigkeit eines indirekten Beweises anzeigt. FĂŒr diesen wird ein neuer Syllogismus gebildet, dessen PrĂ€missen die A-PrĂ€misse des Bocardo â im Beispiel also die Aussage âAlle MĂŒnchner sind Stadtbewohnerâ â und die Verneinung der Konklusion des Bocardo ist: Verneint man die O-Aussage âEinige Stadtbewohner sind nicht Politikerâ, dann entsteht die A-Aussage âAlle Stadtbewohner sind Politikerâ. Da das Merkwort âBocardoâ mit einem âBâ beginnt, ordnet man diese beiden PrĂ€missen so an und ergĂ€nzt sie so um eine Konklusion, dass ein Syllogismus der Form Barbara entsteht. FĂŒr das Beispiel lautet dieser Syllogismus âAlle Stadtbewohner sind Politiker. Alle MĂŒnchner sind Stadtbewohner. Also sind alle MĂŒnchner Politiker.â Die Konklusion, âAlle MĂŒnchner sind Politiker,â widerspricht nun gerade der ersten PrĂ€misse des zu reduzierenden Syllogismus, der Aussage âEinige MĂŒnchner sind nicht Politikerâ; es ist daher gezeigt, dass die Annahme, die Konklusion des Bocardo â also die Aussage âEinige Stadtbewohner sind nicht Politikerâ â sei falsch, zu einem Widerspruch fĂŒhrt â sie muss daher richtig sein.
AII â Modus Datisi
- Beispiel
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Alle Rechtecke sind Vierecke
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Einige Rechtecke sind Quadrate
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| Es folgt:
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Einige Quadrate sind Vierecke
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Das Merkwort âDatisiâ enthĂ€lt als einzigen bedeutungstragenden Konsonanten den Buchstaben âsâ unmittelbar nach dem Vokalzeichen fĂŒr die zweite PrĂ€misse; diese muss daher einer einfachen Umwandlung unterzogen werden, d. h. ihr Subjekt und ihr PrĂ€dikat mĂŒssen ausgetauscht werden. Aus dieser Operation entsteht der Syllogismus âAlle Rechtecke sind Vierecke. Einige Quadrate sind Rechtecke. Also sind einige Quadrate Vierecke.â Dieser Syllogismus ist von der Form Darii, die Reduktion damit abgeschlossen.
IAI â Modus Disamis
- Beispiel
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Einige FrĂŒchte sind Ăpfel
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Alle FrĂŒchte sind Pflanzen
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| Es folgt:
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Einige Pflanzen sind Ăpfel
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Das Merkwort âDisamisâ zeigt an, dass fĂŒr die Reduktion auf einen Modus Darii zwei einfache Umwandlungen (Buchstabe âsâ hinter dem die jeweilige Aussage bezeichnenden Vokal), d. h. eine Vertauschung von Subjekt und PrĂ€dikat, sowie eine Vertauschung der PrĂ€missen (Buchstabe âmâ an beliebiger Stelle) erforderlich sein wird. Einfache Umwandlungen der PrĂ€missen mĂŒssen immer vor einer allfĂ€lligen Vertauschung ausgefĂŒhrt werden. âDisamisâ fordert die einfache Umwandlung der ersten PrĂ€misse, dabei entsteht der Satz âEinige Ăpfel sind FrĂŒchteâ. FĂŒr die zweite PrĂ€misse fordert das Merkwort âDisamisâ keine Aktion, sodass im nĂ€chsten Schritt schon die Vertauschung der PrĂ€missen (Buchstabe âmâ) ausgefĂŒhrt werden kann. Der dabei entstehende Syllogismus lautet âAlle FrĂŒchte sind Pflanzen. Einige Ăpfel sind FrĂŒchte. Also sind einige Pflanzen Ăpfel.â An letzter Stelle â unmittelbar nach dem Vokal, der die Konklusion bezeichnet â enthĂ€lt das Merkwort âDisamisâ ein weiteres âsâ. Die Umwandlung der Konklusion â egal ob einfach oder durch EinschrĂ€nkung â ist ein Sonderfall, weil hier nicht die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus gemeint ist, sondern die Konklusion des Modus, auf den reduziert werden soll. Das âsâ ist also an dieser Stelle die Anweisung, in der Konklusion von Modus Darii Subjekt und PrĂ€dikat auszutauschen, was zu einem Syllogismus der Gestalt âAlle M sind P. Einige S sind M. Also sind einige P S.â fĂŒhrt. Dieses ist die Gestalt des reduzierten Disamis-Syllogismus: âAlle FrĂŒchte (M) sind Pflanzen (P). Einige Ăpfel (S) sind FrĂŒchte (M). Also sind einige Pflanzen (P) Ăpfel (S).â Damit ist die Reduktion abgeschlossen.
EIO â Modus Ferison
- Beispiel
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Keine MĂŒnchner sind Passauer
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Einige MĂŒnchner sind Studenten
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| Es folgt:
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Einige Studenten sind nicht Passauer
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Das Merkwort âFerisonâ enthĂ€lt nur einen bedeutungstragenden Konsonanten, das âsâ unmittelbar nach dem Vokal fĂŒr die zweite PrĂ€misse. Dies zeigt an, dass die zweite PrĂ€misse einer einfachen Umwandlung unterzogen werden muss, d. h. einer Vertauschung ihres Subjekts und ihres PrĂ€dikats. Der so entstandene Syllogismus, âKeine MĂŒnchner sind Passauer. Einige Studenten sind MĂŒnchner. Also sind einige Studenten nicht Passauer.â, ist bereits ein Syllogismus der ersten Figur, und zwar â das Merkwort âFerisonâ beginnt mit einem âFâ â vom Typ Ferio.
AAI â Modus Darapti
- Beispiel
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Alle Quadrate sind Rechtecke
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Alle Quadrate sind Vierecke
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| Es folgt:
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Einige Vierecke sind Rechtecke
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- Anmerkung
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- Der Modus Darapti setzt voraus, dass das Subjekt nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsÀchlich Quadrate gibt; vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Der Anfangsbuchstabe des Merkwortes âDaraptiâ zeigt an, dass sich der Syllogismus auf den Modus Darii reduzieren lassen wird. An bedeutungstragenden Konsonanten enthĂ€lt das Merkwort âDaraptiâ nur das âpâ, das eine Umwandlung durch EinschrĂ€nkung bezeichnet. Das âpâ steht unmittelbar nach dem Vokal der zweiten PrĂ€misse, also ist sie es, die durch EinschrĂ€nkung umgewandelt werden muss. Bei der Umwandlung durch EinschrĂ€nkung werden Subjekt und PrĂ€dikat des Satzes ausgetauscht und wird die QuantitĂ€t der Aussage von allgemein auf partikulĂ€r geĂ€ndert, entsteht also aus der Aussage âAlle Quadrate sind Viereckeâ die Aussage âEinige Vierecke sind Quadrateâ. Da es keine weiteren bedeutungstragenden Konsonanten im Merkwort âDaraptiâ gibt, ist die Reduktion an dieser Stelle abgeschlossen und ist der so entstandene Syllogismus âAlle Quadrate sind Rechtecke. Einige Vierecke sind Quadrate. Also sind einige Vierecke Rechtecke.â ein Modus Darii.
EAO â Modus Felapton
- Beispiel
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Keine MĂŒnchner sind Passauer
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Alle MĂŒnchner sind Stadtbewohner
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| Es folgt:
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Einige Stadtbewohner sind keine Passauer
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- Anmerkung
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- Der Modus Felapton setzt voraus, dass der Mittelbegriff nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsĂ€chlich MĂŒnchner gibt; vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Modus Felapton wird sich mit einer Umwandlung durch EinschrĂ€nkung (Buchstabe âpâ) auf einen Modus Ferio reduzieren lassen. Das âpâ steht im Merkwort âFelaptonâ hinter dem Vokal, der die zweite PrĂ€misse bezeichnet; daher ist sie es, die umgewandelt werden muss. Bei der Umwandlung durch EinschrĂ€nkung werden Subjekt und PrĂ€dikat der betroffenen allgemeinen Aussage ausgetauscht und wird sie zu einer partikulĂ€ren Aussage umgewandelt: Aus âAlle MĂŒnchner sind Stadtbewohnerâ wird âEinige Stadtbewohner sind MĂŒnchner.â Der so entstandene Syllogismus âKeine MĂŒnchner sind Passauer. Einige Stadtbewohner sind MĂŒnchner. Also sind einige Stadtbewohner keine Passauer.â ist von der Gestalt des Modus Ferio â die Reduktion ist damit abgeschlossen.
Zur vierten Figur des kategorischen Syllogismus und ihrer Reduktion auf die erste Figur
Die vierte Figur hat folgende Form:
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Obersatz: P â M
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Untersatz: M â S
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| Es folgt:
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Konklusion: S â P
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Die gĂŒltigen Modi der vierten Figur sind Calemes, Dimatis, Fresison, Bamalip, Calemop und Fesapo.
AAI â Modus Bamalip
- Beispiel
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Alle Quadrate sind Rechtecke
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Alle Rechtecke sind Vierecke
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| Es folgt:
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Einige Vierecke sind Quadrate
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- Anmerkung
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- Der Modus Bamalip setzt voraus, dass das Subjekt nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsÀchlich Quadrate und Rechtecke gibt (wobei die Existenz letzterer in diesem Fall aus der Existenz ersterer bereits folgt); vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- FĂŒr die PrĂ€missen hat das Merkwort âBamalipâ lediglich die eine Handlungsanweisung parat, ihre Reihenfolge zu vertauschen (Konsonant âmâ an beliebiger Stelle). Der zweite bedeutungstragende Konsonant im Wortinneren ist das âpâ, das zu einer Umwandlung durch EinschrĂ€nkung â d. h. eine Vertauschung von Subjekt und PrĂ€dikat einer Aussage sowie ihre VerĂ€nderung ihrer QuantitĂ€t von allgemein (A, E) zu partikulĂ€r (I, O) â auffordert. Nun steht das âpâ aber am Wortende â dies ist der Sonderfall, bei dem nicht die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus umgewandelt werden muss, sondern die Konklusion des Syllogismus, auf den reduziert werden soll. Reduziert werden soll â das Merkwort âBamalipâ beginnt mit âBâ â auf Barbara, und unterzieht man dessen Konklusion, âAlle S sind Pâ, einer Umwandlung durch EinschrĂ€nkung, so lautet sie âEinige P sind Sâ. Dem solcherart aus Modus Barbara entstandenen Syllogismus âAlle M sind P. Alle S sind M. Also sind einige P S.â entspricht nun aber genau der umgeformte Syllogismus Bamalip, âAlle Rechtecke (M) sind Vierecke (P). Alle Quadrate (S) sind Rechtecke (M). Also sind einige Vierecke (P) Quadrate (S).â Bamalip ist damit auf die erste Figur zurĂŒckgefĂŒhrt.
AEE â Modus Calemes
- Beispiel
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Alle Passauer sind Bayern
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Keine Bayern sind Sachsen
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| Es folgt:
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Keine Sachsen sind Passauer
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Reduziert wird auf einen Modus Celarent, wie der Anfangsbuchstabe des Merkworts âCalemesâ anzeigt. Der letzte Vokal in âCalemesâ wird vom bedeutungstragenden Konsonanten âsâ gefolgt, der eine einfache Umwandlung der Konklusion in demjenigen Syllogismus anfordert, auf den reduziert werden soll. Wandelt man den Modus Celarent entsprechend um, d. h. vertauscht man in seiner Konklusion Subjekt und PrĂ€dikat, entsteht der Modus âKeine M sind P. Alle S sind M. Also sind keine P S.â Auf diesen lĂ€sst sich Modus Calemes reduzieren, und zwar â der einzige weitere bedeutungstragende Konsonant im Merkwort âCalemesâ ist das âmâ â durch eine Vertauschung seiner PrĂ€missen. Der so entstehende Syllogismus ist von der gewĂŒnschten Gestalt: âKeine Bayern (M) sind Sachsen (P). Alle Passauer (S) sind Bayern (M). Also sind keine Sachsen (P) Passauer (S).â
IAI â Modus Dimatis
- Beispiel
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Einige Rauten sind Rechtecke
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Alle Rechtecke sind Parallelogramme
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| Es folgt:
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Einige Parallelogramme sind Rauten
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Reduziert wird auf Darii, wie der Anfangsbuchstabe des Merkwortes âDimatisâ anzeigt. Das âmâ fordert eine Vertauschung der PrĂ€missen. Das âsâ am Wortende zeigt die Notwendigkeit einer einfachen Umwandlung â d. h. Vertauschung von Subjekt und PrĂ€dikat â der Konklusion des Ziel-Syllogismus, also des Darii an. TatsĂ€chlich hat der entstandene Syllogismus die Gestalt eines Modus Darii mit derart umgewandelter PrĂ€misse: âAlle Rechtecke (M) sind Parallelogramme (P). Einige Rauten (S) sind Rechtecke (M). Also sind Einige Parallelogramme (P) Rauten (S).â
EAO â Modus Fesapo
- Beispiel
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Keine Passauer sind MĂŒnchner
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:Alle MĂŒnchner sind Stadtbewohner
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| Es folgt:
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Konklusion
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- Anmerkung
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- Der Modus Fesapo setzt voraus, dass der Mittelbegriff nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsĂ€chlich MĂŒnchner gibt; vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Um den Syllogismus auf einen Modus Ferio zurĂŒckzufĂŒhren (das Merkwort âFesapoâ beginnt mit einem âFâ) muss die erste PrĂ€misse einer einfachen Umwandlung unterzogen werden (unmittelbar nach dem ersten Vokal im Merkwort âFesapoâ steht ein âsâ) und muss die zweite PrĂ€misse einer Umwandlung durch EinschrĂ€nkung unterzogen werden (unmittelbar nach dem zweiten Vokal im Merkwort âFesapoâ steht ein âpâ). Der solcherart entstehende Syllogismus ist tatsĂ€chlich vom Typ Ferio: âKeine MĂŒnchner (M) sind Passauer (P). Einige Stadtbewohner (S) sind MĂŒnchner (M). Also sind einige Stadtbewohner (S) keine Passauer (P).â
EIO â Modus Fresison
- Beispiel
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Keine Passauer sind MĂŒnchner
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Einige MĂŒnchner sind Studenten
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| Es folgt:
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Einige Studenten sind keine Passauer
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- Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
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- Um einen Modus Fresison auf die erste Figur zu reduzieren, mĂŒssen beide PrĂ€missen einer einfachen Umwandlung unterzogen werden, denn das Merkwort Fresision enthĂ€lt sowohl unmittelbar nach dem ersten Vokal als auch unmittelbar nach dem zweiten Vokal den Konsonanten âsâ. Weitere bedeutungstragende Konsonanten sind nicht enthalten, sodass der durch diese beiden Umwandlungen entstehende Syllogismus bereits die Form eines Modus Ferio (das Merkwort âFresisonâ beginnt mit einem âFâ) der ersten Figur hat: âKeine MĂŒnchner (M) sind Passauer (P). Einige Studenten (S) sind MĂŒnchner (M). Also sind einige Studenten (S) keine Passauer (P).â
Siehe auch
Literatur
- Aristoteles: Erste Analytiken I. Ăbersetzung von Theodor Ebert. Erlangen: Selbstverlag, 1994, 2. Auflage 1999.
- Aristoteles: Analytica Posteriora. Ăbersetzung und Kommentar von Wolfgang Detel. Berlin, Akademie-Verlag 1998. ISBN 3-05-001796-1 (mit umfangreichem Kommentar)
- Aristoteles: Organon. Griechisch-Deutsch. Ăbersetzung und Kommentar von H.G. Zekl. 4 Teile in 3 BĂ€nden, Meiner 2001, ISBN 3-7873-1596-9 (die Ăbersetzung ist bei ihrem ersten Erscheinen Ă€uĂerst scharf als unbrauchbar kritisiert worden; vgl. die Rezension von Hermann Weidemann in: Zeitschrift fĂŒr philosophische Forschung 53, 1999, Seite 602-610)
- Aristoteles: Topik. Ditzingen: Reclam 2004. (=Reclams Universal-Bibliothek 18337) ISBN 3-15-018337-5, ISBN 978-3-15-018337-3
- GĂŒnther Patzig: Die aristotelische Syllogistik. Logisch-philologische Untersuchung ĂŒber das Buch A der âErsten Analytikâ. 3. Aufl., Göttingen, 1969.
- Albert Menne: Implikation und Syllogistik. Zeitschr. f. philos. Forschung 11, 1957, pp 375-386.
- Albert Menne: Einige Ergebnisse der Syllogismusforschung und ihre philosophischen Konsequenzen. In: Logisch-Philosophische Studien, pp 61-70.
- Albert Menne: GrundriĂ der formalen Logik Paderborn: UniversitĂ€ts-Taschen-BĂŒcher-Verlag: 1983. Ab 5. Auflage umbenannt von GrundriĂ der Logistik Aus dem französischen von Joseph Maria BocheĆski ĂŒbersetzt und erweitert. - Umfassende, streng aufgebaute und formalisierte EinfĂŒhrung. ErklĂ€rt einen Aussagen-, PrĂ€dikaten-, Klassen- und RelationenkalkĂŒl, sowie SonderkalkĂŒle wie einen ModalkalkĂŒl, mehrwertige Logik, kombinatorische Logik, Syllogistik, Metalogik und KalkĂŒltheorie.
- Albert Menne: Zur Syllogistik strikt partikulĂ€rer Urteile. In: Contributions to logic and methodology in honor of Joseph Maria BocheĆski. pp 91-97.
- in englischer Sprache:
- Otto Bird: Syllogistic and Its Extensions, Englewood Cliffs: Prentice-Hall 1964. (einfache Darstellung)
- William Kneale, Martha Kneale: The Development of Logic, Clarendon Press 1962. ISBN 0-19-824773-7 (Standardwerk zur Geschichte der Logik)
- Jan Ćukasiewicz: Aristotle's Syllogistic from the Standpoint of Modern Formal Logic, Oxford: Clarendon Press 21957, danach Taylor & Francis 1987, ISBN 0-8240-6924-2 und Oxford University Press 1998 (=Oxford University Press Academic Monograph Reprints), ISBN 0-19-824144-5. (Standardwerk der modernen Syllogismusforschung)
- Paul Thom: The Syllogism, MĂŒnchen: Philosophia 1981, ISBN 3-88405-002-8
Weblinks
Quellen
- â Ăbersetzung Wagner/Rapp
- â So unterscheidet noch Meyers GroĂes Konversations-Lexikon von 1905â1909 zwischen dem Syllogismus im weiteren Sinn (âin der Logik im allgemeinen der SchluĂ ĂŒberhauptâ â Band 19, Seite 234) vom Syllogismus im engeren Sinn, dem âkategorischen S[chluss] (dem Syllogismus des Aristoteles)â â Band 17, Seite 877)
- â a b âLogicâ, in: The New Encyclopaedia Britannica, Chicago u.a. 15. Aufl. 2003, Band 23, Seite 263
- â Albert Veraart: Galenische Figur, in: JĂŒrgen MittelstraĂ: EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Metzler Stuttgart 1996, ISBN 3-476-02012-6, 1. Band, Seite 699
- â âLogicâ, in: The New Encyclopaedia Britannica, Chicago u.a. 15. Aufl. 2003, Band 23, Seite 265
- â N. I. Kondakow: Wörterbuch der Logik. VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1. Aufl. 1978, Seite 410
- â Jan Ćukasiewicz: Aristotle's Syllogistic from the Standpoint of Modern Formal Logic, Oxford: Clarendon Press 21957.
- â âThe result [of Ćukasiewicz's] is something of great interest, but very different from Aristotle's own conception of his workâ (Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 80)
- â GĂŒnther Patzig: Die aristotelische Syllogistik. Logisch-philologische Untersuchung ĂŒber das Buch A der âErsten Analytikâ. 3. Aufl., Göttingen, 1969.
- â Niko Strobach: Neuere Interpretationen der aristotelischen Syllogistik, Seite 13, insbesondere das dort gebrachte Prior-Zitat âThe Prior Analytics ... is not a book of syllogisms, but a book about syllogisms, and the statement âIf B is predicable of every M, and M of every A, then B is predicable of every Aâ is a perfectly natural way of talking about syllogisms of the form âEvery B is M, and every M is A, therefore etc.â, and saying that all such syllogisms are valid.â
- â Gereon Wolters: Syllogistik, in: JĂŒrgen MittelstraĂ: EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. Metzler Stuttgart 1996, ISBN 3-476-02012-6, 4. Band, Seite 156-158, Seite 157, Spalte 2
- â Als Beispiel fĂŒr diese Sicht sei die Duden-Grammatik von 1966 genannt (Duden Band 4, 2. Auflage 1966, § 6020 c, Seite 540), die das Wort âsterblichâ in diesem Zusammenhang als eine Form von UmstandsergĂ€nzung betrachtet, genauer als ArtergĂ€nzung (§ 5280, Seite 481): âUm eine ArtergĂ€nzung handelt es sich aber auch dort, wo die Artangabe den âkopulativenâ Verben folgt, weil wir ihr auch in diesen FĂ€llen den Wert eines selbstĂ€ndigen Satzgliedes zusprechen[.]â (§ 5285, Seite 481) bzw. âNeuere Auffassungen sprechen auch [den Kopulaverben] den gleichen Rang [eines PrĂ€dikats] zuâ (§ 5125, Seite 473)
- â Ein Beispiel fĂŒr diese Sicht ist die aktuelle Duden-Grammatik: âPrĂ€dikativverben verbinden sich mit einem Subjekts- oder ObjektsprĂ€dikativ zu einem mehrteiligen PrĂ€dikat. Hierzu gehören die so genannten Kopulaverben [wie] seinâ (Duden Band 4, 7. Auflage 2005, § 577, Seite 421)
- â âSince the seventeenth century most writers have adopted the suggestion of John Philoponus that the major term be defined as the predicate of the conclusionâ (Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 71)
- â â[I]t would probably be a mistake to lay much emphasis on the distinction. For in the detailed application of his theory Aristotle reasons as though his conditional statements were in effect rules of inference rather than theses.â (Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 80)
- â Christian Thiel: âLogisches Quadrat,â in: JĂŒrgen MittelstraĂ (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Philosophie und Wissenschaftstheorie. 1. Aufl. 1995, 2004, Band 3, Seite 423
- â siehe z. B. Niko Strobach: Neuere Interpretationen der aristotelischen Syllogistik, Seite 5f.
- â âIn order to justify Aristotle's doctrine as a whole it is necessary, then, that he assumed application for all the general terms with which he dealt.â (Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 60, Hervorhebung im Original)
- â Diese Variante der Definition entlehnt sich aus âDistributionâ, in: Encyclopaedia Britannica, Band 4, 15. Aufl. 2003, Seite 129
- â siehe Bird 1964, Seite 20-22
- â âA simple set of rules of validity was finally produced in the later Middle Ages, based on the concept of Distribution.â (C. L. Hamblin: Fallacies. Methuen London 1970, ISBN 0-416-70070-5, Seite 195
- â siehe C. L. Hamblin: Fallacies. Methuen London 1970. ISBN 0-416-70070-5, Seite 117, wo allerdings in FuĂnote 1 darauf hingewiesen wird, dass es VorlĂ€ufer gebe.
- â Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 231-234
- â Die Darstellung des indirekten Beweises im Syllogismus folgt sehr eng âLogicâ, in: The New Encyclopaedia Britannica, Chicago u.a. 15. Aufl. 2003, Band 23, Seite 262f.
- â z. B. auch im Standardlehrbuch Otto Bird: Syllogistic and Its Extensions, Englewood Cliffs: Prentice-Hall 1964, Seite 27ff.
