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Töttelstädt

Töttelstädt
Stadt Erfurt
Ehemaliges Gemeindewappen von Töttelstädt
Koordinaten: 51° 0′ N, 10° 53′ O51.008055555610.8836111111290Koordinaten: 51° 0′ 29″ N, 10° 53′ 1″ O
Höhe: 290–330 m Ã¼. NN
Fläche: 10,79 km²
Einwohner: 632 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 12. Okt. 1994
Postleitzahl: 99100
Vorwahl: 036208
Karte

Lage von Töttelstädt in Erfurt

Dorfkirche St. Nikolai (Lage→51.007841666710.8822888889)

Töttelstädt ist ein Ortsteil der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt und liegt im Nordwesten der Stadt in Richtung Gotha.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Töttelstädt liegt im südlichen Thüringer Becken am Fuße der Fahnersche Höhe zwischen Witterda, Schaderode, Alach, Zimmernsupra und Bienstädt (Aufzählung im Norden beginnend und im Uhrzeigersinn aufgeführt). Durch den Ort fließt der Weißbach, welcher bei Bienstädt entspringt und in Kühnhausen in die Gera mündet.

Geschichte

In einer Schenkungsurkunde vom 18. Mai 874 wird Tullinestat nebst anderen 116 Orten in Thüringen als dem Stift Fulda zehntpflichtig erwähnt. Erzbischof Liubert zu Mainz als auch der Abt Sigehard zu Fulda machten das Recht der Zehnterhebung für sich geltend. Den Streit darüber entschied König Ludwig der Deutsche (840-876) am Hofe zu Ingelheim zu Gunsten der Abtei Fulda.[1][2] Quelle dieser Urkunde ist der teils umstrittene aber nicht minder wichtige Codex Eberhardi, auch wenn zahlreiche Fälschungen und stellenweise Unzulässigkeiten sowie Anpassungen von Ortsnamen an die Schreibweise zur Zeit Eberhards dem zweibändigen Sammelwerk anhaften, welches um 1160 vom Mönch Eberhard im Kloster Fulda erstellt wurde.[3][4][5]

Durch eine Urkunde aus dem Jahr 1104, in der Erzbischof Ruthard von Mainz dem St. Petrikloster zu Erfurt alle seine Güter bestätigt, wird der Ort Tutilstete – was auf eine alte Richtstätte hindeuten könnte - genannt. Eine weitere Nennung folgt in einer Urkunde aus dem Jahr 1143. Erwähnung findet der Ort im Laufe seiner Geschichte auch unter den Namen Tudelstedt und Tottelstedt.

Töttelstädt ist früher ein großer Ort gewesen und hatte zeitweise zwei Kirchen, aber die Pest (1610), Brandunglücke (1696, 1804, 1824) und Kriegswirren haben den Ort sehr verkleinert.

1263 waren die Grafen von Gleichen als Schutzvögte des Erfurter Petersklosters Gerichtsherren von Töttelstädt. Diese Gerichtsbarkeit wurde ihnen von Markgraf Heinrich entzogen, von Landgraf Albrecht jedoch wieder eingeräumt.

Am 1. Juli 1895 wurde durch den Landtag beschlossen, dass die Orte Töttelstädt und Bienstädt von der Herrschaft Tonna losgelöst und dem Amtsgericht Gotha zugewiesen werden. Zu DDR-Zeiten gehörte Töttelstädt zum Kreis Erfurt-Land. Nach der „Wende“ war der Ort für kurze Zeit dem Landkreis Sömmerda zugeteilt worden, bis er am 12. Oktober 1994 zur Landeshauptstadt Erfurt eingemeindet wurde.[6]

Einwohnerentwicklung

  • 1843: 569 [7]
  • 1910: 527 [8]
  • 1939: 513 [9]
  • 1990: 625 [10]
  • 1995: 604
  • 2000: 661
  • 2005: 645
  • 2010: 633

Wirtschaft

Töttelstädt ist überwiegend von der Landwirtschaft geprägt. Neben einem großen Agrarunternehmen befinden sich im Ort auch noch einige kleinere Handwerksbetriebe, ein Lebensmittelgeschäft sowie drei Gaststätten.

Persönlichkeiten

  • Johann Ludwig Böhner (* 8. Januar 1787 in Töttelstädt; † 28. März 1860 in Gotha). Böhner, den Zeitgenossen als den „Thüringer Mozart“ bezeichneten, war ein hochbegabter Komponist, ein gefeierter Klavier- und Orgelvirtuose sowie ein Meister musikalischer Improvisation.
  • Wilhelm Hey (* 26. März 1789 in Leina; † 19. Mai 1854 in Ichtershausen). Hey ist bekannt durch seine Fabeln, Erzählungen und Kinderlieder, beispielsweise „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“ und „Alle Jahre wieder“. Von 1818 bis 1827 war er Pfarrer in Töttelstädt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Guido Reinhardt: Geschichte des Marktes Gräfentonna, Langensalza 1892.
  2. ↑ Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer,S. 287, Bad Langensalza: Rockstuhl, 2010
  3. ↑ Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer,S. 402, Bad Langensalza: Rockstuhl, 2010
  4. ↑ O.Dobenecker: Regesta Diplomatica Necnon Epistolaria Historiae Thuringiae, 1896, Band I, 246, S.55
  5. ↑ Wolf, Johann: Politische Geschichte des Eichsfeldes mit Urkunden erläutert, 2 Bände, Göttingen: Rosenbusch, 1792–1793
  6. ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1994
  7. ↑ Johann Friedrich Kratzsch: Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten. Naumburg, 1843.
  8. ↑ gemeindeverzeichnis.de
  9. ↑ verwaltungsgeschichte.de
  10. ↑ Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie: Umwelt regional.

Weblinks

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