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| TUI AG | |
|---|---|
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| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE000TUAG000 |
| Gründung | 1968 |
| Sitz | Hannover, Deutschland |
| Mitarbeiter | 65.536 (September 2009)[1] |
| Umsatz | 17,5 Mrd. EUR (2010/2011) |
| Bilanzsumme | 13,5 Mrd. EUR (2010/2011) |
| Branche | Touristik, Freizeit und Schifffahrt |
| Website | www.tui-group.com |
Die TUI AG (früher Preussag AG) ist ein deutsches Touristikunternehmen mit Sitz in Hannover. Die Abkürzung TUI steht für Touristik Union International.
Ursprünglich war der Konzern ein Industrieunternehmen mit Schwerpunkt Montanindustrie, der sich Preussag nannte und aus der 1923 gegründeten "Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft" hervorgegangen war. Mitte der 1990er Jahre, auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, wandelte sich die Preussag von einem Mischkonzern zu einem Dienstleistungsunternehmen der Freizeitindustrie.
Heute ist die TUI das größte Touristikunternehmen Europas mit Reisebüros, Incoming-Agenturen, Hotels, Fluggesellschaften, Kreuzfahrtschiffen und Reiseveranstaltern. Darüber hinaus hält die TUI AG 43,33% an der Containerreederei Hapag-Lloyd AG. Die Mehrheit an Hapag-Lloyd wurde im Frühjahr 2009 verkauft.
Der Konzern beschäftigte zum 30. September 2009 insgesamt rund 65.500 Mitarbeiter.
Die TUI ist derzeit im MDAX an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.
Inhaltsverzeichnis |
Die TUI in Zahlen, Stand 2009:
Für das Geschäftsjahr 2010/2011 steigerte TUI den Umsatz auf 17,5 Milliarden Euro und wies einen Überschuss von 118 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITA von 600 Millionen Euro aus. Trotz des Gewinns kündigte TUI an, keine Dividende an Aktionäre auszuschütten. Grund sei die unruhige Lage an den Finanzmärkten.[3]
1968 wurde das Unternehmen Touristik Union International GmbH & Co. KG durch TOUROPA (siehe bei Dr. Carl Degener), Scharnow-Reisen, Hummel Reise und Dr. Tigges-Fahrten gegründet.
1970 wurden airtours international und TransEuropa Teil der TUI; Gründung von Robinson Club (zusammen mit Steigenberger). Ab 1972 beteiligte sich TUI an diversen Hotelketten (u. a. Iberotel 1972, RIU 1977, Grecotels 1981). Ab 1978 wurde der Sonderzug TUI-FerienExpress eingesetzt.
1990 wurden die Veranstalternamen zu „TUI Schöne Ferien“ vereinheitlicht. 1995 wurden TUI Nederland und TUI Austria gegründet, 1996 die TUI Suisse. 1997 gehörten 45 % der TUI-Anteile der Hapag-Lloyd AG, 30 % der WestLB und 25 % über die Deutsche Reisebüro GmbH (u. a. mit DER Tour) der Deutschen Bahn AG. 1998 wurde das Unternehmen von der Preussag AG/Hapag-Lloyd übernommen und in die Hapag Touristik Union (HTU) eingegliedert. Zu den weiteren Touristik-Beteiligungen von TUI gehörten 1998: 1-2-Fly, Air Conti Flugreisen, Airtours International und die Gebeco mit 51,1%.
2000 wurde die HTU in TUI Group umbenannt. Im Jahre 2001 ging die TUI Group in die Preussag AG über und wird 100 %ige Tochter derselben. 2002 benannte sich die Preussag AG in TUI AG um. Damit begann die groß angelegte Umstrukturierung, die das Unternehmen weg von einem Mischkonzern und hin zu einem reinen Touristik- und Logistikkonzern führte. Die WestLB verkaufte 2004 ihren 31,4 %igen Anteil an der TUI AG. Zunächst veräußerte die Westdeutsche Landesbank ihre Beteiligung an die Deutsche Bank, die einen Teil ihrer Beteiligung unmittelbar an mehrere spanische Investoren weiterreichte (Familie Riu, Unternehmensgruppe Matutes, Sparkasse Caja de Ahorros del Mediterraneo).
TUI veräußerte 2005 ihr unter der 100%igen Beteiligungsgesellschaft VTG AG zusammengefasstes Schienenlogistikgeschäft an die Compagnie Européenne de Wagons.[4] Die Logistikaktivitäten, die unter dem Dach der Hapag-Lloyd AG gebündelt sind, wurden 2005 auf das ertragsstarke Wachstumsfeld Schifffahrt konzentriert. Mit der Übernahme der kanadischen Containerschifffahrts-Gesellschaft CP Ships gehört die Unternehmensgruppe somit zu den fünf größten Containerschifffahrtsunternehmen der Welt. Die TUI AG verkaufte 2006 ihre Geschäftsreisesparte TQ3 Travel Solutions an die niederländische BCD Holdings N.V. und veräußerte ihre indirekte 100%ige Beteiligung am US-Stahlhandelsgeschäft der PNA Group Inc. an den Finanzinvestor Platinum Equity.
Im März 2007 kündigte die Konzernleitung an, einen Teil des Tourismusgeschäftes mit dem britischen Unternehmen First Choice Holidays fusionieren zu wollen, indem es in die gemeinsam neu zu gründende TUI Travel eingebracht wird. Auf diese Weise entstand, bei einem Umsatz von rund 18 Milliarden Euro pro Jahr, die größte Touristikgruppe der Welt. Die TUI AG hält an diesem Unternehmen rund 54 %. Sitz der neuen TUI Travel ist Großbritannien. Die Hotels, Kreuzfahrtschiffe und die Beteiligung an Hapag-Lloyd verbleiben bei der TUI AG in Hannover.[5]
Entsprechend einer am 7. September 2009 getroffenen Vereinbarung hat die TUI Travel PLC 8.437.393 neu auszugebende Aktien an der Air Berlin zu einem Preis von Euro 3,97 pro Aktie erworben. Dies entspricht einer Beteiligung an Air Berlin von 9,9%.[6]
An dem Konzernumbau der ehemaligen Preussag AG zur TUI AG schieden sich schon vor der Fusionsankündigung die Geister. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bezeichnete in ihrem Schwarzbuch Börse 2006 den Umbau als "eine der größten Wertvernichtungsaktionen der deutschen Unternehmensgeschichte".[7] Die Übernahme von CP Ships sei "völlig überteuert" (Zitat: manager magazin) gewesen und die Profitabilität des Gesamtkonzerns immer schlechter geworden. Die Schulden seien "ins Unermessliche" gestiegen. Eine Studie von Ökonomen der Universitäten Mannheim und Rotterdam errechnete einen Verlust für die Anleger durch den Konzernumbau von bis zu 8 Mrd. Euro, da "man in eine Branche investiert hat, die man nicht verstand“ und "zu viel für Unternehmen gezahlt [hat], deren Wert man nicht steigern konnte".[8]
Die TUI gab im März 2008 bekannt, sich vom Hapag-Lloyd Containerschifffahrtsgeschäft zu trennen, um sich zukünftig ganz auf das Kerngeschäft Touristik zu konzentrieren. Im Oktober 2008 wurde der Verkauf an das Konsortium "Albert Ballin", bestehend aus dem Unternehmen KM Kühne, der Stadt Hamburg (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement (HGV)) und einer Reihe Hamburger Investoren, bekanntgegeben. Das Unternehmen (ohne Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, der im TUI Konzern zu 100% verblieb) wurde dabei mit 4,45 Mrd. Euro vor Nettoverbindlichkeiten bewertet. Für zwei Drittel der Anteile des Unternehmens bezahlte das Hamburger Konsortium 1,4 Mrd. Euro bar. 700 Mio. Euro übernahm die TUI für das restliche Drittel. TUI hat das Recht dem Konsortium "Albert Ballin" ihren Anteil bis 2012 anzudienen. Die Hamburger Kaufleute haben aber bereits ein Vorkaufsrecht ab 2010.
Im Frühjahr 2007 ist der norwegische Großreeder und Finanzinvestor John Fredriksen mit 15,01 Prozent bei TUI eingestiegen. Auf der TUI Hauptversammlung im Mai 2008 forderte Fredriksen eine Aufsplittung des Konzerns und eine Entlassung des TUI Chefs Michael Frenzel.[9]Fredriksen forderte zur Hauptversammlung am 13. Mai 2009 eine Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow, um dann selbst in den Aufsichtsrat einzuziehen.[10] Diese Versuche blieben jedoch erfolglos.
Anfang 2008 ist der russische Oligarch Alexei Mordaschow bei der TUI AG eingestiegen. Bis Juli 2008 hat er seinen Anteil auf 15,03 Prozent erhöht und ist damit der größte Einzelaktionär, noch vor John Fredriksen.[11][12]
Danach ergibt sich Ende September 2011 folgende Aktionärsstruktur:[13]
| TUI AG | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Touristik | Schifffahrt | ||||
| TUI Travel PLC | TUI Hotels & Resorts | Kreuzfahrten | Containerschifffahrt | ||
| TUI Airlines (mit TUIfly) Reiseveranstalter Incoming-Agenturen Reisebüros |
RIU Hotels & Resorts Robinson Club Grupotel Grecotel Iberotel Dorfhotel aqi Hotels 243 Hotels mit 154.000 Betten |
TUI Cruises Hapag-Lloyd Kreuzfahrten 7 Kreuzfahrtschiffe |
Hapag-Lloyd AG (43,33 %) 140 Containerschiffe | ||
TUI Travel ist 2007 aus der Fusion der Vertriebs-, Veranstalter, Flug- und Zielgebietsaktivitäten des TUI Konzerns mit denen des ehemaligen britischen Reisekonzern First Choice Holidays PLC entstanden und an der London Stock Exchange gelistet. Die TUI AG ist Mehrheits-Aktionär der neuen Gesellschaft, die in 27 Quellmärkten weltweit aktiv ist und über 30 Millionen Kunden betreut. Das Geschäft gliedert sich in folgende vier Bereiche:
Das Angebot der TUI Travel umfasst eine breite Palette von Pauschalreisen bis hin zu speziellen Nischenprodukten, wie beispielsweise Yachtcharter, Expeditionen und Studentenreisen.
Die TUI ist Eigentümerin mehrerer Fluggesellschaften. Diese wurden früher unter der Dachmarke TUIfly zusammengefasst. Seit jedoch im Januar 2007 die beiden TUI-Tochtergesellschaften Hapag-Lloyd Flug (Hapagfly) und Hapag-Lloyd Express (HLX) in einer neuen Airline mit eben diesem Markennamen TUIfly aufgegangen sind, fasst die TUI ihre Fluggesellschaften nun unter dem Begriff TUI Airlines zusammen. Sie werden vom TUI Airline Management verwaltet. Neben der deutschen Airline TUIfly betreibt die TUI in Frankreich die Corsairfly, in Belgien die Jetairfly und in den Niederlanden die Arkefly, dazu kommen in Großbritannien Thomson Airways, in Schweden TUIfly Nordic und in Marokko Jet4you.
In Mitteleuropa hat die TUI mehrere Reisegesellschaften und Marken, in Deutschland die TUI Deutschland GmbH, 1-2-FLY, airtours, Gebeco, L'TUR, OFT-Reisen, Wolters Reisen, Berge & Meer Touristik GmbH, Atraveo, Dr. Tigges über Gebeco, TOUROPA und andere. In Österreich sind dies Gulet Touristik, TUI Austria und Terra Reisen. Dazu kommen noch TUI Poland in Polen (mit den Marken TUI und Scan Holiday) und TUI Suisse in der Schweiz mit den Marken TUI, TUI FlexTravel, Vögele Reisen, 1-2-Fly und Spinout SportTours.
In Nordeuropa ist die TUI in Dänemark mit Sportsrejser, StarTour und TEMA vertreten, in Finnland mit Finnmatkat und TEMA sowie in Großbritannien mit Specialists Holidays Group, Thomson und TUI UK. In Norwegen betreibt sie Sportreiser, StarTour und TEMA, und in Schweden Fritidsresor, Sportresor, TEMA und TUI Nordic.
In Westeuropa betreibt die TUI in Frankreich: Nouvelles Frontières, TUI France, JV und Touraventure, in Belgien Jetair und TUI Belgium, und in den Niederlanden Arke, De Boer & Wendel, Discovery, Group & Incentive Travel, Holland International, Isropa Reizen, KRAS Reizen, Panta Reizen, TUI Nederland und Zeetours Cruises.
Außerdem gibt es noch TUI China und TUI Mostravel Russia.
Die TUI Travel plc. und die S-Group Travel Holding des russischen Aktionärs Mordaschow erklärten am 16. April 2009 die Gründung eines Joint Venture Unternehmens in Russland mit Investitionen von 30 Mio. Euro zum Aufbau von Tourismusaktivitäten in Russland und der Ukraine. Es sollen die Reiseveranstalter VKO Group und Mostravel in Russland und Voyage Kiev in der Ukraine übernommen werden, die über 160 Reisebüros und über eine halbe Million Kunden haben.[14] Im März 2010 wurde folglich die Dachmarke in Russland und der Ukraine eingeführt.
Zu den Hotelmarken der TUI gehören Atlantica Hotels, aqi Hotels, Dorfhotel, Gran Resort Hotels, Grecotel, Grupotel, Iberotel, Magic Life, RIU Hotels, Robinson Club, Sol y Mar, PURAVIDA Resorts und seit 2008/2009 auch die Sensimar Hotels & Resorts. Zum Sommer 2012 werden zwei Hotels der Marke Viverde zu buchen sein, die die Interessen von Naturliebhabern bedient.[15]
Aktuell: Adidas | Allianz | BASF | Bayer | Beiersdorf | BMW | Commerzbank | Daimler | Deutsche Bank | Deutsche Börse | Deutsche Lufthansa | Deutsche Post | Deutsche Telekom | E.ON | Fresenius | Fresenius Medical Care | HeidelbergCement | Henkel | Infineon | K+S | Linde | MAN | Merck | Metro | Munich Re | RWE | SAP | Siemens | ThyssenKrupp | Volkswagen
Ehemalige: Altana | Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank | Bayerische Vereinsbank | Continental | Epcos | Degussa | Deutsche Babcock | Dresdner Bank | Feldmühle Nobel | Hannover Rück | Hoechst | Hypo Real Estate | Karstadt | Mannesmann | MLP | Nixdorf | Postbank | Preussag | Salzgitter | TUI | VEBA | VIAG
(Stand: 19. Juni 2010)
Aareal Bank | Aurubis | Axel Springer | BayWa | Bilfinger Berger | Brenntag | Celesio | Continental | Deutz | Deutsche EuroShop | Deutsche Wohnen | Douglas | EADS | ElringKlinger | Fielmann | Fraport | Fuchs Petrolub | GAGFAH | GEA | Gerresheimer | Gerry Weber | Gildemeister | GSW Immobilien | HHLA | Hannover Rück | Heidelberger Druckmaschinen | Hochtief | Hugo Boss | Kabel Deutschland | Klöckner & Co | Krones | KUKA | Lanxess | Leoni | MTU Aero Engines | ProSiebenSat.1 Media | Puma | Rational AG | Rheinmetall | Rhön-Klinikum | Salzgitter AG | SGL Carbon | Sky Deutschland | Stada Arzneimittel | Südzucker | Symrise | TUI | Vossloh | Wacker Chemie | Wincor Nixdorf
(Stand: 19. September 2011)