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Das Tableau économique (1758) des Physiokraten François Quesnay ist in der Geschichte des ökonomischen Denkens die erste schematische Darstellung des Wirtschaftskreislaufs.
Diesem Kreislaufmodell liegen folgende Voraussetzungen zugrunde: freier Handel, freie Preisgestaltung, ein kapitalistisches Pachtsystem und der Warenaustausch bzw. Geldfluss zwischen drei Klassen.
Die erste Klasse der Productives bilden die Bauern, die zweite Klasse der Stériles die Kaufleute, Händler, Handwerker; die dritte Klasse der Propriétaires sind der Adel sowie die Grundeigentümer.
Die Geldzu- und Abflüsse sind über ein Jahr verteilt und konstant. Die Preise sollen über den gesamten Jahreszeitraum ebenfalls konstant sein. Es handelt sich demnach um einen stationär verlaufenden Wirtschaftsprozess, der jeweils auf eine einzelne Jahresperiode bezogen war.
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Noch geraume Zeit, nachdem das Tableau in spärlich kommentierten Skizzen veröffentlicht war, blieb dessen genaue Interpretation ein Rätsel. Schließlich beanspruchte Karl Marx in seinem Beitrag zum Anti-Dühring, dieses zufriedenstellend gelöst zu haben.[1] Eine weitere Auseinandersetzung mit den Lehren Quesnays und der Physiokraten findet sich in Marxens Theorien über den Mehrwert, Bd. I.[2] Darin bezeichnet Marx das Tableau als genialen „Einfall, unstreitig der genialste, dessen sich die politische Ökonomie bisher schuldig gemacht hat.“[3]
Januar 2008 beanspruchen indes zwei niederländische Ökonomen, dieses Rätsel ihrerseits erst richtig aufgelöst zu haben.[4]
Quesnays Kreislaufmodell ist ein Meilenstein für die Geschichte der Volkswirtschaftslehre. Karl Marx greift den Ansatz in seiner späteren Theoriebildung selber auf, wenn er die Kreisläufe in einer stationären Wirtschaft betrachtet. Mit seinen "erweiterten Reproduktionsschemata" erweitert er die kreislauftheoretische Analyse um den wachstumstheoretischen Aspekt.
Schumpeter sagte über die Vorstellung eines stationären Wirtschaftskreislaufs:
„Als stillschweigende Voraussetzung und in rudimentärer Form ist es dem Denken wirklich aller Wirtschaftswissenschaftler aller Schulen und Zeiten gegenwärtig gewesen, wenn sich auch die meisten dieser Tatsache nicht bewußt waren. Einige waren ihm gegenüber sofort feindlich eingestellt, sobald es streng definiert und in der ganzen Dürre seiner Abstraktion herausgestellt wurde. Das wurde von den Physiokraten versucht und von Léon Walras endgültig erreicht. Das Gebäude Marshalls beruht auf der gleichen Konzeption, was zu betonen wichtig ist angesichts der Tatsache, daß Marshall sie nicht schätzte und sie auch praktisch aus seiner Darstellung verschwinden ließ.“
– Joseph A. Schumpeter: Konjunkturzyklen. Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses.[5]
Allen Oakley bemerkt hingegen, dass Schumpeter selbst mit seiner eigenen Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung das Marxsche Reproduktionsschema sowie dessen Weiterentwicklung durch Rudolf Hilferding und Otto Bauer genauso wie die durch Adolph Lowe und Fritz Burchardt ignoriert habe, was zur Einseitigkeit der dynamischen Analyse Schumpeters geführt habe.[6]
Als ein bedeutender Fortsetzer dieser Kreislaufbetrachtung kann insbesondere Wassily Leontief mit seiner Input-Output-Analyse angesehen werden.